Von der Idee zum Buch

And now to something completely different (wie Monty python immer sagte). Buchveröffentlichung. Ich hatte ja das Glück ein Buch zu veröffentlichen beim Rowohlt Verlag … und danach habe ich im Self publishing weitere Bücher veröffentlicht. Auf dem Weg habe ich einiges gelernt, von dem ich denke, dass ich es mit Euch teilen kann.

Am Anfang steht die Idee – mit der zündenden Idee für eine Geschichte oder für ein Buch allgemein beginnt es. Doch wie kommt man von der Idee zum Buch? Ein richtiges Buch, das man in der Hand halten, lesen, verschenken kann … und das sich öffentlich bestellen lässt und vielleicht sogar im Buchhandel wiederfindet?

Wenn Du ein Buch veröffentlichen möchtest, hast Du verschiedene Möglichkeiten, alle mit Vor- und Nachteilen. Schwierigkeitsstufe von sehr einfach bis erschwert. Du solltest Dir zuerst ein paar Fragen beantworten, respektive, dir klar werden, was du willst:

– willst Du einfach dein Buch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen?
– reicht es, wenn es über Amazon und Co. erhältlich ist, oder soll es wirklich in den lokalen Buchhandel vor Ort kommen?
– willst Du damit Geld verdienen?
– wie professionell soll es sein?

Die verschiedenen Möglichkeiten:

Via Verlag (wie Rowohlt):

Schwierigkeit eher hoch, da erst ein Verlag oder ein Agent gefunden werden muss. Dafür schickt man sein Exposé (die Idee, wie das Buch aufgebaut ist mit grober Kapitelübersicht und Textproben) an verschiedene Verlage, die schon ähnliche Bücher veröffentlicht haben, bis einer sein Interesse zeigt. Dann bekommt man einen Autorenvertrag, Die Hälfte des Honorars vor Abgabe des Manuskriptes, die andere nach Abgabe. Der Verlag macht dann das Lektorat (Schreibfehler und Satz etc.), sorgt für ein passendes Cover und (ganz wichtig) macht dafür Werbung auf den wichtigen Kanälen und bringt das Buch in den Buchhandel überallhin.

Kosten: * keine, (Ein eventueller Agent bezieht einen Prozentsatz vom Honorar des Verlages)

Einnahmen: ****
Ein Honorar in der Höhe von ein paar Tausend Euro als Erstlingsautor und (falls das Buch zum Bestseller wird) irgendwann später einen Prozentsatz vom Verkauf jedes Exemplars.

Aufwand: ***** bis *
Anfangs gross zum Finden des Verlages – schreiben von Exposé, suchen und anschreiben der Verlage, danach aber gering: Text schreiben und Lektorat / Cover anschauen und gutheissen innerhalb der Deadline.

Aussehen: *****
sehr professionell, aussen wie innen.

Reichweite: *****
sehr gross. Im Buchhandel lokal und Online.

Nachteile: *
Ein Autorenvertrag mit einem Verlag ist schwierig zu erlangen, aber nicht unmöglich. Es ist abhängig davon, ob ein Markt für das Buch vorhanden ist. Braucht eventuell viel Zeit und Ausdauer. Bis das Buch nach dem Finden des Verlages dann draussen ist nochmals (mindestens) ein Jahr.

Via Pseudoverlag / Zuschussverlag:

Das sind kleine „Verlage“ die zum Beispiel auf Messen oder auch im Internet „Neu- und Erstautoren“ suchen, die gerne veröffentlicht werden wollen. Sie gehen im Gegensatz zu den normalen Verlagen direkt auf die Autoren zu und bieten ihnen, sie zu veröffentlichen, im Gegenzug zu gewissen Leistungen, die dann bezahlt werden müssen (deshalb „Zuschussverlag“). Das bedeutet, als Autor liefert man den Text und sie machen das Lektorat, das Cover und die Werbung und veröffentlichen und vertreiben das Buch.

Nachteile: ***  
Gelegentlich sind weder Lektorat noch Cover das Geld wert, respektive wirklich professionell. Werbung machen sie auf Kanälen, die die breite Öffentlichkeit oft nicht erreichen. Und in den lokalen Buchhandel kommt man damit auch nicht, denn die nehmen Bücher solcher Verlage im Normalfall nicht an Lager, ausser man bemüht sich als Autor selber und geht in die Buchläden hausieren und macht zum Beispiel Vorlesungen.

Dafür bezahlt man bei manchen Verlagen für Zusatzleistungen wie Lektorat und Cover extra und manchmal auch noch für den Druck einer gewissen Auflage im Voraus … wobei dann unsicher ist, ob das tatsächlich verkauft wird. Andere verlangen das nicht, aber die Abgeltung pro verkauftem Buch ist sehr gering und bewegt sich bei einem Verkaufspreis von 25 Euro nach Abzügen um die 50 Cent bis 1 Euro – das versteckt sich oft hinter der Bezeichnung „20% vom Netto-Verkaufspreis“. Ich habe ausserdem gefunden, dass diese Verlage Bücher häufig nur als Hardcover anbieten – die kosten dann auch im Verkauf einiges mehr – und sind im Gegensatz zu Taschenbüchern schwieriger zu verkaufen.

Kosten: * bis *****
Je nach Verlag von gratis bis ein paar Hundert bis sogar paar Tausend Euro,

Aussehen: * bis ****
Kann professionell sein, Cover und Inhalt (muss aber nicht)

Reichweite: *
Klein.

Einnahmen: *
gering

Eigenaufwand: *
Sehr gering (Text abliefern).

Faktisch ist das heute oft „unterstütztes Self-Publishing“. Wenn man einfach nur mit geringem Aufwand veröffentlicht werden will und nichts (oder wenig) verdienen will, ist das eine Option … dabei sollte man aber vorher gut den Vertrag anschauen, Erfahrungen und Rezensionen vergleichen und abklären, was sie wirklich bieten damit man da nicht einfach unnötig viel Geld hineinsteckt für sein eigenes Ego.

Liste von Pseudo- und Druckkostenzuschussverlagen: https://neinzudruckkostenzuschussverlagen.blogspot.com/p/blog-page_53.html

Im Selfpublishing oder Print on Demand:

Das ist wirklich die „Do it yourself methode“. Du schreibst den Text, Du machst das Cover (oder lässt es dir von jemandem erstellen), Du machst Lektorat und Satz (da gibt es Hilfsprogramme, die gratis und ziemlich gut im Formatieren sind, aber Rechtschreibefehler oder Plotlücken finden die nicht), Du ladest das alles hoch im richtigen Format. Der Selfpublishing Verlag macht dann den Rest: sie stellen das Buch online auf die verschiedenen Plattformen ein, sie drucken das Buch dann, wenn es bestellt wird (deshalb auch das „on demand“ – auf Verlangen) und schicken es an den Leser.

Einnahmen: ** – ***
Du bekommst einen Teil vom Verkaufspreis (den Rest behalten sie für Druck und Vertrieb). Beispiel: Für ein 10 Euro Taschenbuch bekommst Du etwa 3 Euro. Wenn Du den Verkaufspreis erhöhst, steigt dein Verdienst, wenn du die Herstellung teurer machst (Farbbücher, cremefarbene dickere Seiten) sinkt dein Verdienst. Und je mehr du verkaufst, desto mehr nimmst du ein … das ist dann oft abhängig davon ob und wie und wo Du Werbung machst dafür.

Kosten: *
Ausser kdp verlangen manche Selfpublisher Verlage einen geringen Installationspreis (um die 25 Euro für ein Buch). Sie übernehmen dafür aber das Besorgen einer richtigen ISBN, liefern das Pflichtexemplar an die Nationalbibliothek und machen den Eintrag in die VLB (das Verzeichnis lieferbarer Bücher anhand dessen die Buchhändler das Buch dann bestellen können. Sie listen das auch in Amazon und anderen Online-Läden, so dass es praktisch überall bestellbar ist. – Kdp ist dagegen komplett gratis, aber macht all das nicht.

Aufwand: * – **
Technisch kein Problem (bei manchen Verlagen ein bisschen eine Lernkurve). Wenn man es professionell will, kann man Leute für die Covergestaltung und das Lektorat selber suchen und bezahlen (da gilt: man bekommt qualitätsmässig, wofür man bezahlt).

Reichweite: * – ***
mässig bis gross. Hier kommt es darauf an, ob und wie man selber Werbung für sein Buch machen kann. Am besten auf den sozialen Kanälen wie dem eigenen Blog, Website und Facebook, Instagram etc. sowie in Gruppierungen für Selbstpublisher und Lesezirkeln. Das funktioniert recht gut, wenn man schon einige Follower hat und eventuell ein bestehendes Netzwerk.
Die Bücher können dann über die Seiten der Verlage und bei Amazon bestellt werden und werden zeitnah (innert Tagen) gedruckt und versendet. Gut laufende Bücher nimmt Amazon auch an Lager. Bei Amazon ist das Bestellen und schicken lassen meist sehr günstig – auch deshalb verkauft man hier die meisten Bücher.

Nachteile: *
Die Bücher von kdp und anderen Self-publishing Verlagen werden nie im lokalen Buchhandel landen, vor allem, wenn man das nur bei Amazon via deren Print-on-demand Verlag kdp aufgelegt hat. Kdp ist der „einfachste“ dieser Verlage und hat einen riesigen Absatzmarkt, nicht nur in Europa, auch in den USA. Für die lokalen Buchhändler ist das aber einfach nur Konkurrenz und sie werden nie ein Buch bei kdp für einen Kunden bestellen.

Beispiele von Self publishing Verlagen (unvollständig): amazons kindle direct publishing, Book on demand, lulu, epubli, tredition, ingramspark (englisch mit internationalem Absatz).

Es gibt aber einen Weg, wie man sein Selfpublishing Book doch in den normalen Buchhandel bringen kann:

Dafür muss man sich selber zum Verlag machen und kauft sich für das Buch eine eigene ISBN-Nummer. Dann das Buch bei einem Self publisher Verlag wie zum Beispiel BoD oder ingram spark aufsetzen und gleichzeitig bei kdp aber mit Ausschluss der „erweiterten Vertriebswege“ und der gekauften ISBN statt der kdp-eigenen. Aufwand: gross.

Kosten: ca. 100 Euro für die ISBN Nummer und ein paar Stunden Arbeit das nachher händisch bei VLB anzumelden (und regelmässig nachzutragen) und Belegsexemplare an die Nationalbibliothek zu senden.

Damit sind die Bücher aber bei den Lageristen der Buchhändler erhältlich und sie bestellen das (aber nur bei Nachfrage) auch dort. Oder man kann sich selber ein paar Bücher drucken lassen und vertreibt sie dann von zu Hause aus an Buchhändler oder Bestellende Kunden. Sich als Autor eigene Bücher (Autorenexemplare) drucken zu lassen ist ausgesprochen günstig: so ein 10 Euro Buch um die 3 Euro… wenn man die aber weiterverkauft sollte man ein Gewerbe anmelden. Aufwand, den man sich vorher überlegen sollte, ob man ihn machen will.

Resourcen:

selfpublisherbibel.de – für alles über Self publishing

reedsy.com (auf englisch) – gratis und einfach zum hübsch gesetzten Buch

canva.com – für Covergestaltung und Bilder

Habt ihr schon ein Buch veröffentlicht? Wo und wie? Wie sind eure Erfahrungen?

Links zum Buch in den Kommentaren ausdrücklich erlaubt.

PPP – zu gewinnen ist:

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Das sind die Gewinne: aus diesen könnnen die Gewinner sich in der Reihenfolge der Lose etwas aussuchen. Der Hauptgewinner darf sogar 2 Dinge haben. Wer gewonnen hat veröffentliche ich morgen nachmittag unter den Lösungen (und benachrichtige Euch per mail mit den noch erhältlichen Gewinnen).

Von Stadtmauern und Salbentöpfen – Archäologie zur Siedlungs- und Apothekengeschichte in Biberach von Beate Schmid und Birgit Kulessa.

Die spanische Grippe – eine Geschichte der Pandemie von 1918. Im Vergleich zu Covid

Merck – Von der Apotheke zum Weltkonzern von C.H. Beck

Töte möglichst wenig Patienten – von Oscar London. Ein Klassiker, vor allem für angehende Ärzte.

Apotheke – ein frühliches Wörterbuch

und natürlich meine Bücher:

Haben Sie diese Pille auch in grün? by Pharmama

Einmal täglich – Cartoons aus der Apotheke, by Pharmama

Ausserdem:

Giant microbes: H1N1(pink),

Grippe (blasstürkis),

Geschenkbox,

Keuch-Husten (gelb)

Poop (braun)

Besten Dank auch an dieser Stelle an den ?Riddler? für seine Wahnsinns-tollen Rätsel und auch die Gewinne! Maximaler Spass und minimaler Aufwand auch für mich – ich muss es jetzt nur noch versenden. Bitte gebt mir etwas Zeit dafür.

 

PPP 2020 – Die Lösung

Liebe Rätselfreund*innen!
Schon wieder ist Pfingsten vorbei. Somit auch «Pharmamas Phantastisches
Pfingsträtsel», welches auszuarbeiten ich nun zum zweiten Mal die grosse Ehre hatte. Es hat mir auch diesmal wieder einen Riesenspass gemacht, nicht nur wieder als Arzt in die weite Welt der Pharmazie einzutauchen, sondern auch damit Eure Hirnwindungen zum Qualmen zu bringen. Vielen Dank Euch allen, dass Ihr auch in diesem Jahr mitgerätselt habt. (Und Pharmama hat mir bereits verraten, dass es auch in 2021 eine Fortsetzung geben soll – auch dafür vielen Dank!)

Bevor nun die diesjährigen Gewinner bekanntgegeben werden, möchte ich Euch zuerst die Lösungen der Teilrätsel sowie des Gesamträtsels aufzeigen. Here we go:

Tag 1:
In einer Retrospektive auf das Vorjahresrätsel ging es am ersten Rätseltag wieder um Antibiotika. Gemeint waren dabei natürlich die „Makrolide“, also bspw. Erythromycin oder Acithromycin. Der 7. Buchstabe der Substanzklasse war natürlich das „I“.

Tag 2:
Es ging natürlich um den „Schwefel“, was hoffentlich auch bereits im ersten Satz des Rätselteils mit „schwelt bei Euch“ schon klar geworden sein sollte. Der Schwefel war zwar über viele Jahrhunderte in der Wundbehandlung im Einsatz, jedoch gibt es bis heute kaum einen Beleg für seine Wirksamkeit darin. Egal: im Periodensystem steht „S“ für den Schwefel – und genau diesen Buchstaben solltet Ihr in diesem Rätselteil finden.

Tag 3:
In diesem Rätselteil ging es um die „Neue Homöopathie nach Körbler“. Keine Ahnung (wirklich nicht!), was so ein Schmarrn mit Homöopathie zu tun haben soll, aber nicht wenige, die an die Wirksamkeit von Homöopathie (über den Placeboeffekt hinaus) glauben, kaufen auch solche Produkte. Sie geht auf den Wiener Elektriker, Esoteriker und Medizinlaien Erich Körbler (1938 – 1994) zurück und gilt in Skeptiker-Kreisen als eines der absurdesten Beispiele für Pseudomedizin. Gesucht war der erste Buchstabe des Verfahrens, also das „N„.

Tag 4:
Ging es noch einfacher? Gemeint war natürlich die medizinische Revolution der „Impfung“, welche aber leider bis heute von den sog. „Impfgegnern“ infrage gestellt wird. Anyway: der gesuchte Lösungsbuchstabe war das „I“.

Kleine Zwischenbemerkung:
Zu diesem Zeitpunkt hattet Ihr die Buchstaben I, S, N und nochmal I gesammelt, was die eine oder den anderen von Euch zur voreiligen Lösung „Insulin“ verführt haben mag.
Aber es kam anders…

Tag 5:
Diesmal ging es um Friedrich Jakob Merck, der im Jahr 1668 die spätere „Engel-Apotheke“ in Darmstadt erwarb (die auch bis heute in Familienbesitz ist), welche später zur Keimzelle des Unternehmens wurde, welches heutzutage als „Merck Sharp & Dome“ (MSD) bekannt ist. Vom Namen „Merck“ war der von vorne wie hinten dritte Buchstabe „R“ gesucht.

Tag 6:
Gesucht war der italienische Gelehrte Amadeo Avogadro, der 1811 die Hypothese veröffentlichte, dass gleiche Volumina verschiedener idealer Gase bei gleicher Temperatur und gleichem Druck die gleiche Anzahl von Teilchen enthalten. Die „Avogadrozahl“ 6.02214076*10^-23 gilt als ein Hauptargument gegen die Wirksamkeit homöopathischer Hochpotenzen (weil nach mehr als 23 10fach-Verdünnungen bzw. 12 100fach-Verdünnungen statistisch kein Molekül der Ursubstanz mehr in der «Potenz» vorhanden sein kann).
Nach ihm wurden ausserdem das Avogadrit, der Avogadrokrater am Mond sowie der Asteroid Avogadro (12294) benannt. Der erste Buchstabe sowohl des Vor- als auch Nachnamens war in diesem Rätsel gesucht: das „A„.

Tag 7:
Beim letzten Rätselteil ging es um Theophrastus Bombatus von Hohenheim, besser bekannt als „Paracelsus“ (Verweis auf die «Paracelsus-Klinikgruppe» in Düütschland, bei der ich übrigens selber ein paar Jahre als Assistenzarzt gearbeitet habe), der u.a. auch als „letzter der Alchimisten“ in die Geschichte einging. Im Basler „Pharmazie-Museum“ kann man bis heute eine Replik seiner Alchimistenwerkstatt begehen. Und der gesuchte erste Buchstabe seines Namens war natürlich das „P“.

Gesamtlösung:
Somit hatten wir am Ende also die Buchstaben I, S, N, I, R, A und P. In die korrekte Reihenfolge gebracht ergaben diese Buchstaben das Lösungswort:
ASPIRIN

Die Acetylsalicylsäure ist bereits seit Jahrtausenden (!) in verschiedenen Kulturen als Schmerzmittel bekannt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie in Form von Aufgüssen aus der Rinde der «Salicyla», der weissen Weide, angewandt. Hippokrates, Dioscurides und Galen berichteten bereits in der Antike von ihrer Wirksamkeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts versuchten verschiedene Chemiker erfolglos, diesen Naturstoff synthetisch rein und nebenwirkungs- bzw. -produktfrei herzustellen.
[Folgende weitergehende Erläuterungen frei bzw. sinngemäss aus Wikipedia:]
Am 10. August 1897 gelang erstmals im Bayer-Stammwerk die Synthese von
nebenproduktfreier o-Acetylsalicylsäure aus Acetanhydrid und Salicylsäure. In einer US- Patentschrift vom 1.8.1898 stellte der Erfinder Felix Hoffmann nochmals detailliert klar, dass nur bei seinem Verfahren und im Gegensatz zu den von Kraut beschriebenen Varianten die gewünschte Acetylsalicylsäure in reiner Form gebildet wird.
Das Patent wurde in den USA und in Grossbritannien erteilt, nicht jedoch in Deutschland, da die „Chemische Fabryk von Heyden» in Radebeul unter dem Chemiker Carl Kolbe bereits seit 1897 Acetylsalicylsäure in industriellem Massstab, erst unter ihrem chemischen Namen und später unter dem Handelsnamen Acetylin, als Heilmittel produzierte und vertrieb. […]
Das Mittel wurde von Kurt Witthauer am Diakoniekrankenhaus in Halle 1898 auf seine Vorzüge an über 50 Patienten geprüft und er stellte vor allem die gute Verträglichkeit im Vergleich zu anderen Salicylpräparaten heraus. […]
Am 7. April 1921 meldete Bayer eine Modifikation dieses Verfahrens zum Patent an. Anstelle von Schwefelsäure eignete sich auch ein geringer Pyridin-Zusatz als Katalysator bei ansonsten milderen Reaktionsbedingungen.

[Ende des Wikipedia-Exkurses]
ASS in ihren vielen Dosierungs- und Darreichungsformen ist bis heute eine der grössten Erfolgsgeschichten der modernen Parmazie. Obgleich die prophylaktische Gabe von 100mg ASS pro Tag bei Patienten mit KHK-Risiko inzwischen höchst umstritten ist, und ausserdem auch die sekundärprophylaktische Wirkung (e.g. bei Diabetes) in den letzten
zwei Dekaden immer wieder widerlegt wurde, ist zumindest «Aspirin» in der 500mg- Dosierung bis heute ein absoluter OTC-Hit in jeder Apotheke.
Und nun übergebe ich das Wort wieder an Pharmama, die Euch mitteilen wird, wen sie diesmal aus ihrer Lostrommel gefischt hat. Die glücklichen Gewinner*innen werden dann die Auswahl aus verschiedenen Preisen haben. Zuerst die/derjenige, die/der als Erstes die korrekte Lösung eingesandt hat, danach dann weitere Gewinnerinnen in der Reihenfolge der Auslosung (wobei Mehrfachgewinne ausgeschlossen sind!). Die übriggebliebenen
Preise werden dann in einem Jahr, bei der 3. Auflage von «PPP» wieder zur Auswahl stehen.

Bis dahin verabschiede ich mich hiermit von Euch. Es hat mir wieder einmal einen Riesenspass gemacht, dieses Rätsel für Euch zu bauen und zu begleiten.
CU in 2021!
Euer
?Riddler?

PPP – Teil 7: Finale!

Liebe Rätselfreund*innen!

Ich gehe mal davon aus, dass Ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso schon bis dato die korrekte Lösung meines kleinen Rätselspiels erraten haben solltet. Aber für den Fall, dass Ihr immer noch einen Tip brauchen solltet, habe ich selbstverständlich noch einen finalen Hinweis für Euch:

Lange, bevor es in Europa wissenschaftliche Pharmazie gab, wirkte in der Nordwestschweiz ein Mann, dessen Name Euch allen hoffentlich geläufig sein sollte. In Basel gibt es sogar ein Museum, welches einen ganzen Raum seinem Laboratorium aus dem späten 15. Jahrhundert nachempfunden hat. Und sein Name wird ausserdem von einer Klinikgruppe in Deutschland bis heute weitergeführt. Der erste Buchstabe seines „Kurznamens“ (er hat auch noch einen anderen, welcher allerdings wesentlich komplizierter ist) ist der letzte noch fehlende in meinem Rätsel.

Und wer heute die komplette Rätsellösung an pharmama08(at)gmail.com schickt, nimmt immerhin noch mit 1 Los an der Verlosung teil. Ihr habt dafür sogar noch bis morgen Abend (also Pfingstmontag 1.6.2020) 18 Uhr Zeit! Toll, nicht wahr?

In Kürze folgt dann die Komplettlösung des diesjährigen Pfingsträtsels, inklusive Veröffentlichung der Gewinnerinnen. Bis dahin bedanke ich mich bei Euch für Euer Miträtseln und freue mich bereits auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.
Euer
?Riddler?

PPP – Teil 6

Liebe Rätselfreund*innen!

Das diesjährige Rätsel neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Hattet Ihr bereits die entscheidende Erleuchtung oder tappt Ihr immer noch im Dunkeln? Egal, ich hoffe, Ihr rätselt auch heute wieder mit.

Heute suchen wir einen Physiker/Chemiker, dessen Hauptwerk bis heute in verschiedenen Disziplinen nachwirkt. Und das, obwohl er eigentlich einer Juristenfamilie entstammte und vor seiner Hinwendung zu den Naturwissenschaften zuerst das Recht studierte, darin sogar die Doktorwürde erlangte.
Nach ihm wurde so einiges benannt, u.a. ein Asteroid, ein Mondkrater oder auch ein Mineral. Aber eben auch ein Gesetz und vor allem eine sehr wichtige Konstante. Und eben letztere ist heutzutage ein wesentlicher Kern in der Argumentation der Homöopathiekritiker.
Der erste Buchstabe sowohl seines Vor- als auch Nachnamens ist ein weiterer Teil der Lösung. Wer heute die korrekte Lösung einschickt (an pharmama08(at)gmail.com), nimmt immerhin noch mit 2 Losen an der Verlosung teil.

Schaltet auch morgen wieder ein – dann folgt der letzte Rätselteil.
Euer
?Riddler?

PPP – Teil 5

Liebe Rätselfreund*innen!

Ihr hattet ja sicherlich darauf gehofft – analog zu vielen meiner Rätseln – heute wieder einmal zu einem chemischen Element rätseln zu dürfen.
Möööp! Diesmal nicht!
(Hatte ich nicht bereits in der Einleitung geschrieben, dass diesmal so einiges anders wäre?)
Heute geht es vielmehr um die allererste Pharmafirma, die auch bis heute besteht. Also den Prototypen von „Big Farma“, die Ursuppe der „pöhsen Farmerverschwörung“.
Wie hiess denn noch gleich der Begründer der weltweite ersten Pharmafirma (nach heutigen Massstäben) mit Nachnamen? Der – von vorne wie von hinten – dritte Buchstabe des Nachnamens ist auch der heutige Lösungsbuchstabe.

Und wie immer gilt: nicht die heutige Teillösung bringt Euch den Preisen näher, sondern immer noch die Gesamtlösung. Wer von Euch diese heute korrekt an pharmama08(at)gmail.com schickt, nimmt mit immerhin noch 3 Losen an der finalen Verlosung teil.

Bis morgen dann wieder!
Euer
?Riddler?

P.S.:
Und spätestens jetzt werden sich einige, die voreilig eine falsche Lösung eingereicht haben, so richtig ärgern… bis gestern waren nämlich mindestens zwei Lösungen denkbar…
Muahahahahahaaaah! :P