Probieren Sie’s doch woanders!

Dass jemand Probleme mit der eigenen Medikation hat und nicht genau weiss, was er/sie nimmt, kommt vor – auch wenn ich das irgendwo ziemlich verantwortungslos finde. Dass man nicht weiss, was der Lebens-Partner genau nimmt, kommt noch häufiger vor … aber, wenn der Partner krank ist und einen darum (öfter) mal in die Apotheke schickt, etwas holen, dann … sollte man sich da doch kundig machen, oder?

Jedenfalls haben wir so ein Päärchen – „Sie“ ist nicht mobil wegen einem offenen Bein, hat aber die Spitex (die Hauspflegehilfe), die ein paarmal die Woche vorbeikommt und hilft. Ausserdem hätte sie noch ihren Mann. Wenn, ja, wenn …

Jedenfalls müssen wir bei der Kundin mehrmals pro Woche vorbei, weil die Spitex Verbandmaterial und Medikamente bestellt und dabei gelegentlich neues ausprobiert und nachbestellt etc.
Alles das meist ohne Rezept, das bedeutet wir müssen vom Arzt jeweils selbst ein Rezept verlangen. Der ist auch so nett und stellt sie uns problemlos aus.

Soweit so gut – wenn die Spitex nicht auch Sachen aufschreiben würde, die die Grundversicherung nicht bezahlt … und da die Frau keine Zusatzversicherung hat, sie das dann selber zahlen müssen … und dann gibt es noch ein paar Sachen – vor allem Verbandsmaterial, wo die Krankenkasse nicht den ganzen Betrag übernimmt … was dann noch zusätzlich eine Rechnung gibt.

Für all das kann ich nicht viel, aber ich bekomme natürlich den Ärger des Mannes ab.

Den sehe ich zum Glück nur gelegentlich … schliesslich bringen die Lehrlinge ja immer alles vorbei. Aber wenn er kommt, dann meistens so:

„Ich brauche für meine Frau diese Binden (diese Tabletten, die Tropfen)

… Nein, ich weiss nicht genau welche, mein Name ist Hase und so. Sie hat mir nur gesagt ich soll sie bringen.“

Ja klar.

Und wenn ich dann mit Mühe aus ihren 15 plus Rezepten das herausgefunden habe, was es ist, manchmal auch nur aus der Historie, also was sie schon einmal gehabt hat und dann einen Vorbezug machen muss – oder ‚Oh Schreck? den Spezialverband auch noch bestellen und danach bringen muss – was sagt der Mann?

Mit vorwurfsvollem Ton: „Ich habe mit keiner anderen Apotheke soviel Mühe wie mit ihnen!“

Das sind dann so die Momente, wo ich gerne sagen würde:  „Na dann gehen sie doch in eine andere und versuchen, ob es dort besser ist!“

– Und es sind genau die Leute, die dann nach einer Pause von ein paar Wochen wieder zurückkommen. Es ist halt anderswo nicht anders.

8 Antworten auf „Probieren Sie’s doch woanders!

  1. Was würde eigentlich passieren, wenn du sagen würdest: „Dann gehen Sie doch woanders hin!“ ?
    Könnte man dich wegen Beleidigung anzeigen ?

    Leute gibts…. *kopfschüttel*

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    1. Nein, das nicht – aber so Sprüche sollte man sich vorher überlegen, ob das ein Kunde ist, der das „verträgt“ – oder ob er dann ausflippt. Das brauche ich nicht unbedingt.

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  2. Schlimmstenfalls könnte dein Chef dir den Kopf waschen, dass du einen guten, sprich umsatzstarken Kunden vergraust hast. Dazu müsste der Herr sich aber beschweren. Meine Erfahrung zeigt: Tun sie nie.

    Insofern, einfach mal den Spruch bringen. Natürlich freundlich.

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    1. Naja, es *gibt* Kunden, die schon wegen viel geringerem reklamieren. Aber ich finde, irgendwann kommt der Punkt, wo man sich auch fragt, ob man sich den antun muss – wenn er anfängt die Mitarbeiter zu schikanieren ist bei mir im Normalfall fertig lustig.

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      1. Das sollte sowieso klar sein. Meine Grundregel: Wer persönlich oder/und verletztend wird, der fliegt raus.

        Aber es gibt eben Kunden, die meckern ständig über die dargebotene Leistung, obwohl diese einwandfrei ist, und dann oft noch sagen, dass der Mitbewerb besser sei. Und das ist gerne bei mir der Punkt, wo ich ihnen freundlich empfehle, ihre Leistungen künftig doch beim Mitbewerb zu beziehen. Zumindest, wenn ich mir absolut keinen Vorwurf machen kann.

        Und meine Erfahrung lehrt mich, dass es da auch nie Beschwerden gibt. Entweder sind die Kunden total irritiert, dass man ihnen höflich und freundlich Paroli geboten hat und kommen auf ein vernünftiges Maß zurück, oder sie rauben eben einem anderem armen Menschen den Nerv.

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  3. Über solche Kunden könntest du auch mit dem Chef sprechen, gewissermaßen präventiv, und vielleicht sogar mit ihm abmachen: wenn einer meckert, dann wird grundsätzlich der Chef geholt – und DER kann dann wirklich sagen, „wenn Sie in der anderen Apotheke so viel besser bedient werden, dann gehen Sie doch dahin; der Aufwand an Arbeit, den Sie machen, steht für mich in keinem Verhältnis zum Gewinn.“

    Oder der Chef sagt auch, in solchen Fällen sagen die Kunden, was sie genau wollen, oder gehen halt heim und fragen Mama. Denn es ist deine Arbeitszeit, die der Chef bezahlt und die solche Kunden unsinnig verbraten.

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  4. „Zu Ihnnen komme ich nnniiieee wieder! Sie haben gerade einen guten Kunden verloren!“ solche Aussagen kennen wir doch alle. Aber zum Ersten: Menschen die so herumblöcken sind keine guten Kunden und zum Zweiten habe ich gemerkt, dass sie überall selstsam auffallen und sich aus dem Grund überall schlecht behandelt fühlen. Genau deswegen kommen sie ja nach einiger Zeit wieder, nachdem sie alle Kollegen/innen durch haben.

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