(Inter)nationale Medikamente

Kunde in der Apotheke:

„Bei uns in Russland gibt’s da so’ne Tablette… Die heisst „Aspirin“… Kennen Sie die ?????…“

(amüsiert)

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Schlechte Lagerhaltung?

Kunde, der ein spezielles Produkt will:

„Warum haben sie das nicht an Lager? Ich habe es vor 3 Jahren hier gekauft!“

Letztens hatte ich noch einen besseren Fall: Und dieses Produkt musste ich fotografisch festhalten. Das war eine Extrabestellung, nachdem der Kunde sich sehr darüber erregt hat, dass wir ein derart klassisches und bekanntes Produkt nicht an Lager haben. Geht ja gar nicht! :

haarblut

Nun, ein „Klassiker“ ist das ziemlich sicher. Dem Design nach könnte es das Mittel seit Anfang letzten Jahrhunderts geben. Heute gehört das aber auch eher nicht zu den Sachen, die wir an Lager halten. Das erste Mal in 15 Jahren ist irgendwie zu wenig Nachfrage.

Immerhin können wir das noch bestellen – und das wie anderes ziemlich rasch. Und wir machen das auch – im Gegensatz zum Kaufhaus.

Für die Lippen

In einer belebten Apotheke (nicht unserer) :

Apothekerin: „Kann ich ihnen helfen?“

Ältere Frau (in voller Lautstärke): „Ich brauche KY Creme für meine LIPPEN hat der Arzt gesagt!“

Apothekerin: „Ah, Entschuldigung?“

Ältere Frau: „ICH BRAUCHE KY CREME FÜR MEINE LIPPEN¨“

Apothekerin: „Ok …. Hat Ihr Arzt gesagt, sie sollen das KY für einen speziellen Grund auftragen?“

Ältere Frau: „MEINE LIPPEN SIND TROCKEN!“

Apothekerin: „Ist es denn für ihren Mund?“

Ältere Frau: „NATÜRLICH! WO HAT MAN SONST LIPPEN???“

(unterdrücktes Gelächter von hinter ihr)

Apothekerin: „OK, Ich denke aber er hat eher eine Fettcreme wie Vaseline gemeint.“

Ältere Frau: „OH, OK. ABER FÜR WAS IST DENN DIE KY CREME?“

Apothekerin: „Nun, das wird gebraucht als Gleitcreme für die Vagina.“

Ältere Frau: „DIE WAS?“

Apothekerin: „DIE VAGINA!“

Ältere Frau: „OH, NEIN … DIE BRAUCHE ICH NICHT MEHR.“

Apothekerin: „Okay, das macht 5.95 für die Vaseline – man könnte die auch an beiden Stellen anwenden …“

(Repost leicht adaptiert vom Juli 09)

Bin ich denn die Krankenkassenangestellte?

„Sie müssen mir einen Vorbezug machen, mein Baby zahnt!“

Ja. Wow. Das machen Babies so. Die meisten sogar ohne Probleme, ein paar speicheln und kauen auf allem was sie in den Mund bekommen können herum und noch ein paar bekommen Rötungen, reagieren mit Unruhe und eventuell Fieber.

Wenn das Fieber ein Problem ist oder es wirklich Schmerzen haben sollte, habe ich etwas – Paracetamolzäpfchen kosten nicht mal 3 Franken die Packung.

Aber dafür … rufe ich nicht den Arzt an (kostet 80 Rappen), verlange dass er ein Rezept ausstellt (kurze Telefonische Beanspruchung: das verrechnet er der Mutter oder der Krankenkasse dann mit mindestens CHF 8.60), uns das per Fax schickt (80 Rappen), ich gebe das alles bei uns im Computer ein, UND muss das wahrscheinlich auch noch selber mit der Krankenkasse abrechnen (Arbeitszeit, einschicken etc.). Nur damit die Krankenkasse das dann – weil der selber zu bezahlende Anteil (die Franchise) nicht erreicht ist- wieder der Patientin in Rechnung stellt (auch wieder Arbeitsaufwand, diesmal von der Krankenkassenangestellten und Porto).

Aber Fieber war nicht mal das Problem – sie wollte dringend homöopathische Zahnungskügeli.

Okay – das zahlt die Krankenkasse gar nicht. Rezept oder nicht Rezept. Noch ein Grund weniger, dass ich dafür den Arzt anrufe und eines verlange. Auch wenn das mit 12 Franken teurer ist. Eine Krankenkasse ist eine Versicherung und keine Bank – und ich bin keine Angestellte der Krankenkasse sondern eine medizinische Fachperson.

Und wenn ich denke, wie lange das gebraucht hat, der anspruchsvollen Mutter das zu erklären, weshalb sie das selber kaufen kann (und muss, wenn sie es will), dass auch im Gesundheitssystem nichts „gratis“ ist und der Aufwand hier in keinem Verhältnis steht zu dem was rauskommt (Am Ende bezahlt sie es dann ja trotzdem selber) …  Puh.

Ein schönes Wochenende Euch, liebe Leser! Nützt Eure Frei-Zeit sinnvoll, wenn ihr nicht arbeiten müsst.

von Arbeit und Familie

Es ist Samstag abend, 20 Minuten vor 6 Uhr und in die Apotheke kommt ein junger Mann (JuMa), die Hand am iphone und die Kopfhörer fest in den Ohren gestöpselt.

Er reicht mir ein Rezept. 3 Medikamente sind drauf: Schmerzmittel, Antiepileptikum, Beruhigungsmittel. Es ist ein Dauerrezept über 3 Monate. Ich hole die Sachen (wir haben alles da), gebe den Namen des Patienten im Computer ein, wobei ich feststelle, dass das vor mir nicht der Patient ist – der ist älter laut dem Geburtsdatum. Der Patient war aber tatsächlich schon bei uns … das vorvorletzte Mal wegen einem Unfall vor etwa 3 Jahren und die letzten beiden Male hat er die Rezepte bezahlt. Einen Kommentar habe ich auch schon drin … das letzte Mal war er recht unwillig, die Medikamente auch zu nehmen – das fand ich aber noch wichtig, denn Antiepileptika nimmt man nicht zum Vergnügen, sondern wenn es nötig ist, weshalb ich das mit ihm diskutiert – und anschliessend festgehalten habe.

Jedenfalls: Er hat keine Krankenkasse angegeben … und ob das noch die Unfallkasse übernimmt ist alles andere als klar. Deshalb fuchtle ich vor dem Teenager, bis der auf mich aufmerksam wird und sich ausstöpselt.

„Haben Sie mir die aktuelle Krankenkassenkarte dabei?“

JuMa: „Nein, weshalb?“

Pharmama: „Weil ich die brauche, wenn ich das der Krankenkasse verrechnen soll, ansonsten müssen sie es bezahlen.“

JuMa: „Oh, ich soll das nur bringen.“

Pharmama: „Ja, und das können Sie auch – mit Karte oder nachdem es bezahlt wurde.“

Mann: „Ich gehe die Karte holen. Wir wohnen ganz in der Nähe.“

Das stimmt – die Adresse ist nur einen halben Block weiter.

Pharmama: „Beeilen Sie sich, wir schliessen um 6 Uhr – jetzt ist viertel vor.“

JuMa: „Das schaffe ich.“
– Und weg ist er.

Um Zeit zu sparen gebe ich die Medikamente ein, schreibe sie an und lege alles parat.

Inzwischen macht Urs (mit dem ich Abendschicht habe) die Apotheke schliessfertig. Die andere Kasse nach hinten, die Computer runterfahren, Schütten und Aufsteller reinräumen …

Alles, nur meinen Computer und Kasse nicht – die lasse ich drin in Erwartung des Jungen Mannes.

6 Uhr und ich sage Urs, dass er gehen kann – ich warte noch 10 Minuten, dann gehe ich auch, wenn er bis dann nicht hier ist.

Er kommt nicht mehr. Ich hoffe einfach, dass das war, weil er noch Medikamente zu Hause hatte und nicht, weil er es aus irgendeinem Grund nicht mehr geschafft hat.

Als ich endlich die Apotheke verlasse –  habe ich auch genug für heute, nur dass noch nicht ganz fertig ist. Es ist das Ende meiner 10-Stunden-Schicht, in der ich gerade mal eine Mittagspause von 30 Minuten hatte. Die Pause (wie üblich in der Apotheke), unterbrochen von einigen Rezepten, die angeschaut werden mussten. Den ganzen Tag hochkonzentriert arbeiten ist anstrengend genug … und dann hatte ich heute einige Telefonanrufen aus privaten Gründen, was sehr ungewöhnlich ist. Eigentlich war ja alles organisiert. Junior wurde am Morgen von meinem Kuschelbär zum Sport gebracht, dort wurde er eine Stunde später von Oma und Opa abgeholt. Die haben ihn nach dem Mittagessen zum Geburtstagsfest eines Freundes gebracht, wo ihn dann Kuschelbär wieder abholen sollte, wenn er fertig gearbeitet hat.

Das ist eines der Probleme, die man als im Gesundheitssystem arbeitender hat: erstens Samstagsarbeit (gut, das hat mein Mann als Selbständiger auch) und zweitens habe ich auch unter der Woche keine Möglichkeit den Junior vor Arbeitsanfang zum Beispiel ins Tagesheim zu bringen, da die zu spät dafür anfangen. Oder abzuholen, da sie dafür zu früh zumachen. Eines von beiden geht, wenn ich nicht den ganzen Tag arbeite, aber beides ist unmöglich. Wenn er Schule hat, müsste ich ihn auch einiges vorher aus dem Haus schicken, da ich früher anfange zu arbeiten, als er zur Schule muss. Und Samstags hat hier kein Tagesheim offen. Zum Glück habe ich Kuschelbär und liebe Verwandte die helfen.

Heute kam noch dazu, dass ich um 4 Uhr von meinem Kuschelbär einen kurzen aber leicht verzweifelten Anruf bekomme: sein Geschäft wird gerade überschwemmt. Er ist dabei zu retten, was er kann, aber so kommt er natürlich nicht dazu Junior abzuholen. Also organisiere ich neben dem Arbeiten auch noch dass Junior etwas länger beim Geburtstagskind bleiben kann und fahre jetzt nach der Arbeit dort vorbei, um ihn mitzunehmen.

Dabei bekomme ich eine Whatsapp von Urs: Anscheinend hat er den Kunden noch gesehen, wie er gemütlich im Quartier herumlief …

Man weiss ja nie, was hintendran noch alles läuft. Aber: das gilt für beide Seiten.

Nicht ganz so Gut-Scheine

Gutscheine sind immer wieder ein Thema. Wir haben Kundenkarten und gelegentlich bekommen die Leute Gutscheine als Bonus dafür, die sie dannbei uns in der Apotheke einlösen können beim nächsten Einkauf. Dann gibt es noch die Gutscheine, die sich in Heften und Zeitschriften (auch unserer eigenen) finden. Am döfsten finde ich die Gutscheine in öffentlichen Zeitungen, die einem versprechen, dass man damit in der Apotheke etwas gratis dazubekommt oder ein Muster dazu abholen kann … aber die Firma hat sich nicht die Mühe gemacht, die Apotheke darüber zu informieren, geschweige denn die Muster dazu geschickt.

Aber zurück zu unseren Gutscheinen:

Kundin: „Wann bekomme ich mal etwas für meine Kundenkarte?“

Ich schaue in ihr Dossier – eigentlich müsste sie schon mehrmals Gutscheine von uns bekommen haben, bei dem Umsatz. „Sie bekommen Gutscheine, tatsächlich sollten Sie schon ein paar bekommen haben.“

Kundin: „Habe ich nie!“

Pharmama: „Das ist seltsam. Bekommen Sie keine Post von uns?“

Kundin: „Schon, aber die sortiert mein Mann immer aus und wirft sie gleich weg. Er mag keine Werbung.“

Pharmama (nach innerlichem facepalm): „Da waren die Gutscheine drin. Sagen Sie ihrem Mann, dass er das nicht wegwerfen soll.“

Kundin: „Können Sie mir keine neuen dafür ausstellen?“

Pharmama: „Nein. Tut mir leid.“

Im gleichen Stil: nach dem Einkauf und beim Einkassieren.

Kundin: „Ich habe einen Gutschein – aber zu Hause.“

Pharmama: „Ich brauche ihn hier, um das abzuziehen.“

Kundin: „Können Sie nicht im System nachschauen wieviel das war und das dann machen?“

Pharmama: „Nein. Tut mir leid.“

Kundin: „Oh. Na dann halt nicht.“

Neuer Kunde, neues Glück. Manchmal auch nicht.

Ich zum Kunden: „Haben Sie eine Kundenkarte bei uns?“

Kunde: „Ja!“

Er gibt mir die Krankenkassenkarte.

Pharmama: „Nein, ich meine eine Kundenkarte – aber ich schau mal unter dem Namen nach.“

Ich finde nichts.

Kunde: „Vielleicht ist sie auch unter dem Namen meiner Frau?“

Ich schaue, finde aber keinen Frauenvornamen mit dem Familiennamen und erwähne das …

Kunde: „Ah, meine Frau heisst ...(total anders).

Immer noch nichts. So langsam wird es peinlich.

Kunde: „Aber ich habe zu Hause etwas zugeschickt bekommen!“

Pharmama: „Dann bringen Sie die Karte mit, mit den Namen, die sie mir bis jetzt genannt haben, finde ich nichts.“

Kunde: „Es war ein Gutschein.“

Mir dämmert was.

Pharmama: „In einer Zeitschrift? Das bedeutet nicht, dass sie bei uns auch eine Kundenkarte haben.

Kunde: „Aber ich kaufe immer hier ein!“

Pharmama: „Oh gut . dann würde sich eine Kundenkarte wirklich für Sie lohnen. Ich stelle ihnen eine aus, okay?“