Sie sind Schuld, wenn …

Eine Frau kommt mit einem Rezept für ihre Tochter. Zwei Inhalatoren, einer zur  Notfallbehandlung (wenn sie keine Luft bekommt) und einer zur Grundmedikation (Entzündungshemmung).

Dummerweise ist uns der zweite heute ausgegangen, was ich ihr erkläre – und dass ich ihn auf morgen früh bestellen kann. Denn jetzt ist es schon zu spät für die Nachmittagsbestellung.

„Weshalb haben sie ihn nicht hier?“ fragt sie.

Pharmama: „Weil wir heute schon ein paar gebraucht haben. Ich habe alle, die ich hatte abgegeben.“

Mutter: „Wenn Sie die so häufig brauchen, warum halten sie dann nicht mehr an Lager?“

Ich hätte ihr erklären können, dass es sehr ungewöhnlich ist, dass wir davon an einem Tag gleich 4 brauchen, aber das hätte nicht viel gebracht. Stattdessen biete ich ihr an: „Ich kann in den Nachbarapotheken anfragen und dort einen holen, wenn sie ihn schon heute abend brauchen …“

Mutter: „Nein, das will ich auch nicht, ich bin heute schon den ganzen Tag unterwegs, beim Arzt und Einkaufen … aber wenn meine Tochter stirbt, weil sie ihr Dosieraerosol nicht hat, dann ist das ihre Schuld! Ich komme morgen wieder!“

Sagt’s und geht.

Sie wird nicht sterben wegen dem. Das zumindest ist beruhigend. Eher beunruhigend finde ich das Verhalten der Mutter. Aber das stecken wir heute weg. Früher hätte mich das mehr aufgeregt. Manchmal muss man einfach der Sündenbock sein.

 

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Jaaahaaa?…

Samstag kurz nach mittag. Telefon.

Pharmamas Apotheke, Pharmama am Telefon.

Anrufer: “ …“ 

(…. bedeutet in diesem Fall mindestens 5, manchmal bis zu 10 Sekunden gar Nichts. Bitte im folgenden so lesen:)

Pharmama: „Hallo?“

männlicher Anrufer: „Jaaaah, Grüezi … ich habe Medikamente bei ihnen zum abholen.“

Okay, immerhin sind wir eine Apotheke, also nichts ungewöhnliches. Allerdings hört sich der Mann an, als hätte er zuviele Beruhigungsmittel oder Cannabis intus. Berner sind direkt schnell dagegen. (Sorry an die mitlesenden Berner)

Pharmama: „Wie heissen Sie denn?“

männlicher Anrufer: „… Vacuoli. …“

Ah. Das ist „Er“. Herr Vacuoli. Der Patient scheint immer noch mehr neben seinen Schuhen zu laufen als darin. Aber da ich die Bestelleingangkontrolle gemacht habe, bin ich informiert, ohne dass ich nachschauen muss. Ansonsten müsste ich jetzt fragen, ob er etwas bestellt hat, oder ein Dauerrezept für ihn hier ist, oder ob der Arzt etwas gefaxt haben soll …

Tatsächlich ist es wieder seine Spritze, die er bestellt hat. Ja, es ist schon wieder ein Monat rum. Auf der Positiven Seite: Er hat selber wieder daran gedacht!

Pharmama: „Ja, die Spritze ist bestellt worden und sie ist heute morgen angekommen.“

Herr Vacuoli: „…“

Ich warte, vielleicht kommt ja noch etwas.

Herr Vacuoli: „…“

Offenbar nicht. Na dann. Hat er mich verstanden?

Pharmama: „Sie ist bei uns zum abholen bereit. Wir haben heute offen bis 6 Uhr.“ (nicht, dass er danach versucht zu kommen).

Herr Vacuoli: „… Aaaah … Oookaay. …“

Und das war’s dann wieder. Lange Pause.

Pharmama: „Brauchen Sie sonst noch etwas?“

Herr Vacuoli: „… Nnnnneiiin …?“

Pharmama: „Dann bis später – oder bis Montag – da haben wir ab 8 Uhr offen.“

Herr Vacuoli: „…“

Pharmama: „Schönes Wochenende noch?“

Herr Vacuoli: „… Jaaaah. Auch. …“

Weil dann wirklich nichts mehr kam, habe ich aufgehängt.

Zwei Gesichter der Abhängigkeit (3)

Ausser den älteren (meist weiblichen) Beruhigungsmittelabhängigen gibt es noch den zweiten Typ Süchtigen. Dieser hat oft schon eine Drogenvorgeschichte (manchmal nur Alkohol, häufig stärkeres) und bekommt das vom Arzt in Form einer Art Substitution. Die Idee hier ist: „anstatt“. Leider ist das häufig ein „dazu“. Ein Beispiel für diesen Typ wäre Herr Xanander.

Herr Xanander ist um die 30, sichtbar tätowiert, gross, sehnig, hat lange Haare und ist allgemein eine … beeindruckende Erscheinung. Nicht unbedingt im positiven Sinn. Ich bin sicher, er hat auf der Strasse immer viel Platz zum laufen. Er weiss das und setzt das gezielt ein um vielleicht mich oder meine Kolleginnen unter Druck zu setzen und einzuschüchtern – in der Hoffnung, dass er so bekommt, was er will. Mit ihm habe ich ähnliche Diskussionen wie mit Frau Dormodalm aus dem Post vorher, mit der Ausnahme vielleicht, dass ich mit ihm nicht diskutieren muss ob er jetzt abhängig ist.

Dafür bekomme ich von ihm anderes zu hören:

Er baut sich vor mir auf, funkelt mich böse an und legt los. Mal wieder.

Herr Xanander: „Ich brauche meine Tabletten. Und sie sollen nicht meinem Arzt anrufen. Der hat gesagt, ihm stinkt das langsam bei mir, dass er ständig Anrufe von Apotheken bekommt!“

Pharmama: „Nun, wir müssten ihm nicht anrufen, wenn sie nicht ihre Medikamente zu früh holen würden. Zum wiederholten Mal.“

Herr Xanander: „Ich war heute bei ihm. Und wir hatten eine Diskussion darüber, was „bei Bedarf“ bedeutet. Er sagt, ich habe pro Tag 2 Tabletten vom Stilnox zu gut. Eine normal und eine zusätzlich bei Bedarf, also sind das 2 pro Tag!“

Pharmama: „Ja. Das haben wir so schon drin als Dosierungsanweisung – und auch so eingerechnet. Trotzdem sind die Abstände regelmässig kürzer gewesen als alle 15 Tage …“

Herr Xanander: „Und ich möchte mich bei ihnen über ihre Kollegin beklagen. Sie wissen schon, die mit (Beschreibung folgt). Sie hat mir das letzte Mal, als ich hier die Stilnox holen wollte, sie mir verweigert!“

Pharmama: „Ja, weil es wieder zu früh war.“

Herr Xanander: „Ja, mag sein. Aber wissen Sie, was sie mir gesagt hat, als ich gesagt habe, dass ich keine mehr habe und ohne nicht schlafen kann?! Sie hat gesagt dass sie auch gelegentlich mal eine Nacht nicht schlafen kann. Das sei kein Weltuntergang!

Ernstes Nicken meinerseits.

Herr Xanander: Ausserdem hat sie gesagt, wenn ich vorher von den Stilnox eine neue Packung will, muss ich den Arzt anrufen – der Arzt will aber nicht, dass ich ihn wegen so etwas störe! Und Sie auch nicht!“

Pharmama: „Nun – ich rufe ihm nicht an, weil es mir Spass macht, sondern wenn Sie sich nicht an die verschriebene Dosierung halten.“

Herr Xanander: „Ich brauche halt gelegentlich etwas mehr. Da ist ja nichts dabei!“

Pharmama: „Doch, weil dieses Medikament stärker kontrolliert wird als ein Aspirin oder so.“

Herr Xanander: „Aber was, wenn ich früher welche brauche? Sie wissen ja, dass man die nicht einfach absetzen soll, da könnte es Epileptische Anfälle geben, hat der Arzt selber gesagt!“

Pharmama: „Ja, aber das ist bei ihnen und in der Dosierung noch nicht unbedingt zu erwarten.“

Herr Xanander funkelt mich böse an.

Pharmama: „Hmmm. Es scheint, als müssten wir da wieder etwas Rhythmus reinbringen. Heute ist der … das heisst, ich kann sie Ihnen geben. Ich schreibe ihnen auf die Packung, ab wann sie die nächste beziehen können … aber wenn das nicht funktioniert wäre auch eine wöchentliche Abgabe einer bestimmten Menge eine Variante. Der Arzt hat das letzte Mal, als wir telefoniert haben das eine gute Idee gefunden. Wenn Ihnen das lieber ist, können wir auch das einführen …“

Herr Xanander: „Nein, nein, ist schon gut. Schreiben Sie mir halt auf die Packung, wann ich die nächsten holen darf. Ich komme dann.“

Ja – da bin ich mir sicher.

Zwei Gesichter der Abhängigkeit (2)

Beispiel 1 erstaunt vielleicht einige hier, ist aber eigentlich ein ziemlich typischer Fall. Frau Dormadalm, ein herziges, älteres Fraueli (über 80), seit Jahren schlafmittelabhängig, fing in den letzten Monaten an zu steigern, was ich gut sehen kann in der Patientenhistorie im Computer. Bei ihr sind wir jetzt bei „Stufe G“ angelangt: der Arzt ist informiert über ihre Bezüge, reagiert aber nicht, sie hat von uns die Vorgabe, dass sie erst in frühestens einer Woche wieder welche holen darf. Trotzdem steht sie heute hier.

Pharmama: „Frau Dormadalm, wie wir ihnen das letzte Mal gesagt haben, als sie wieder zu früh für ihre Tabletten gekommen sind: die nächste Packung können wir ihnen erst in einer Woche geben.“

Frau Dormadalm: „Weshalb? Ich bin jetzt hier, da dachte ich, ich könnte die auch grad mitnehmen. Ansonsten muss ich extra wieder kommen.“

Pharmama: „Weil Sie zu früh dran sind. Wieder. Sie dürfen nur 1 Tablette maximal auf die Nacht nehmen. So ist die Maximaldosierung und so hat es der Arzt auch aufgeschrieben.“

Frau Dormadalm: „Ich nehme ja auch nur eine Tablette pro Tag! Nur ganz selten nehme ich wenn ich in der Nacht aufwache noch eine halbe Tablette nach.“

Pharmama: „Das sollten sie aber nicht.“

Frau Dormadalm: „Aber der Arzt hat gesagt, ich könnte das.“

Pharmama: „Vielleicht, allerdings hat er das nicht so aufgeschrieben auf dem Rezept. Ich muss nach dem gehen, was da steht.“

Frau Dormadalm: „Ich brauche meine Tabletten!!“

Pharmama: „Wenn sie wirklich nur selten eine halbe Tablette zusätzlich nehmen, dann haben Sie noch ein paar zu Hause. 5 oder so.“

Frau Dormadalm: „Ja, ich habe noch ein paar zu Hause, aber ich dachte, wenn ich schon einmal hier bin …“

Pharmama: „Tut mir leid. Am (Datum) gibt es die nächste Packung – das reicht ja bis dann.“

Frau Dormadalm: „Aber ich habe gerne ein paar als Vorrat zu Hause.“

Pharmama: „Tut mir leid, nein.“

Frau Dormadalm (jetzt laut werdend, damit das auch ganz sicher alle mitbekommen): Jedes Mal, wenn ich meine Tabletten holen will gibt das Diskussionen hier!“

Pharmama: „Das stimmt – weil Sie in den letzten paar Monaten jedes Mal zu früh hier waren.“

Frau Dormadalm: „Das ist doch nicht wahr! Ich nehme wirklich nicht mehr als der Arzt gesagt hat!“

Pharmama: „Frau Dormadalm … wir halten jede Abgabe bei uns im Computer fest. Ich kann Ihnen gerne zeigen, wie Sie die geholt haben bis jetzt.“

Frau Dormadalm: „Was weiss ich, was sie da im Computer schreiben! Das stimmt einfach nicht!“

Vielleicht als Info für die Leser: In einer Packung sind 30 Stück drin. Sie ist die letzten paar Mal eine Woche zu früh dran gewesen, also nach 3 Wochen statt nach 4 Wochen, oder: nach 21 Tagen je. D.h. sie nimmt (wenn das mit den halben Tabletten stimmt) 9 Tabletten = 18 halbe Tabletten so. Von 21. Das ist nicht nur „gelegentlich“, das ist meistens. Da das jetzt das 4. Mal ist, dass sie so zu früh kommt – und ja, jedes Mal mit dem Hinweis von uns, hat sie fast 40 Tabletten mehr genommen, als sie sollte.

Ich rechne ihr das vor.

Frau Dormadalm: „Das stimmt doch nicht! Ich nehme da nicht regelmässig mehr, nur ab und zu!“

Pharmama: „Vielleicht … merken Sie nicht, wenn sie die halbe Tablette nach-nehmen. Immerhin machen diese Tabletten auch Gedächtnisstörungen, da kann das durchaus sein …“

Frau Dormadalm: „Nein. Ich nehme nicht mehr als ich muss!“

Pharmama: „In dem Fall sollten sie noch zu Hause haben. Falls aber nicht: telefonieren sie mit dem Arzt und sagen sie ihm, er soll uns ein Rezept faxen mit der höheren Dosierung, wenn das so von ihm gewollt ist.“

Frau Dormadalm: „Was muss ich machen? Ich will meine Tabletten? Wieso tun sie immer so schwierig? Ich bin doch nicht abhängig!“

Pharmama: „Sie müssen gar nichts machen wenn Sie noch Tabletten zu Hause haben und das reicht bis am nächsten (Datum). Wenn Sie keine mehr haben, dann rufen Sie dem Arzt an wegen einem neuen Rezept.“

Frau Dormadalm: „Wieso ist das so kompliziert? Sie können sie mir doch einfach geben. Ich bin 80, was soll da gross passieren?“

Leute: sowas ist anstrengend auch für uns in der Apotheke und endlos frustrierend. Und passiert öfter als mir lieb ist. Bei den Schlaf- und Beruhigungsmitteln kann es vielleicht längere Zeit gut gehen, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, da fangen die Leute an die Dosis zu steigern. Das hat auch mit dem Gewöhnungseffekt zu tun, den die Mittel haben können. Dazu kommen die Nebenwirkungen, die das haben kann: Gedächtnisprobleme, Auslösung von Demenz, Erhöhte Sturzgefahr … ganz so ohne ist das nicht – vor allem die Folgeerscheinungen. Da ändert auch das hohe Alter nichts daran – ich frage mich manchmal, ob diejenigen, die das als Grund angeben, weshalb diese Leute einfach nehmen sollen, was sie wollen, das bei sich auch gerne hätten. Also: Ist es dir egal, was Du nimmst, weil Du ja (vielleicht) sowieso nicht mehr so lange lebst? Und: Ab wann soll das als Grund gelten? Ab 90? 80? 70?? 60??? – das wäre ja noch vor der Pensionierung. Und wenn man bedenkt, wie alt man heute werden kann …

Zwei Gesichter der Abhängigkeit (1)

Wir haben in der Apotheke häufiger mit abhängigen Personen zu tun. Ich möchte hier nicht auf die Ursachen eingehen – ausser vielleicht an der Stelle wieder einmal zu sagen: die Personen, die abhängig werden sind nicht ausschliesslich selber Schuld. Die Problematik fängt bei den Substanzen selber an. Die (stark) wirksamen Beruhigungs- und Schlafmittel machen abhängig. Ziemlich schnell. Nicht umsonst steht in der Packungsbeilage:

Wie alle Hypnotika empfiehlt sich XXX nicht zur Langzeitanwendung.

Die Behandlung mit Hypnotika soll so kurz dauern wie möglich und 4 Wochen nicht überschreiten.

Die Einnahme von Sedativa/Hypnotika wie Zolpidem kann zu physischer oder psychischer Abhängigkeit führen. Dieses Risiko vergrössert sich bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und entsprechend veranlagten Patienten

In der Fachinformation steht das sehr ausführlich geschrieben. Ebenso steht drin, dass man die Dosis nicht steigern sollte, bei längerer Anwendung eine regelmässige Neubeurteilung stattfinden soll und auch dass es nicht plötzlich abgesetzt werden soll wegen der Entzugserscheinungen.

Mehr als genug Warnungen sollte man denken. Dennoch sind bei mir in der Apotheke (Durchschnittsgrösse würde ich meinen, Quartierapotheke in einer Stadt) mehr Rezepte für Zolpidem und andere Schlaf und Beruhigungsmittel als Dauerrezept ausgestellt statt als einfache Rezepte. Und die sind dann gleich für 6 Monate ausgestellt – viele Ärzte schreiben gar für 12 Monate drauf, aber das ist wegen der gesetzlichen Einschränkung nicht möglich, weshalb ich die auf die maximalen 6 Monate reduziere. Dann „muss“ der Arzt ein neues ausstellen … und ich habe die Hoffnung, dass er den Patient auch wieder ansieht, auch wenn das häufig nicht der Fall ist.

Ansonsten ist es so, dass uns in der Apotheke da eine „Polizei-funktion“ aufgedrängt wurde, die ich wirklich nicht gerne übernehme, aber es bleibt mir nichts anderes übrig. Da der Arzt das nicht macht, indem er den Patient regelmässig für eine Neuverschreibung des Schlaf- oder Beruhigungsmittels sieht, muss ich in der Apotheke schauen, dass der Patient sein Mittel bekommt UND dass er das richtig nimmt: in dem Fall hier: nicht zu häufig / nicht zu viel. Nicht erleichtert wird mir das, wenn der Arzt dann auf dem Rezept nicht mal draufschreibt wie die Dosierung sein soll – auch das in offensichtlichem Widerspruch zu den gesetzlichen Vorgaben. Ich löse das inzwischen für uns so, dass ich die laut Packungsbeilage vorgeschriebene Maximaldosierung annehme. Bezüge, die darunter fallen: ok, wenn es darüber geht, dann wird reagiert.

Wir reagieren … mit einem Stufenplan. In Jahren erarbeitet und getestet (vielleicht macht Ihr das anders in Eurer Apotheke?, wenn ja, würde ich das gerne hören).

Stufe A) Erst mal, indem wir den Patienten wieder darauf aufmerksam machen, für was das Medikament ist, dass man es eigentlich nicht regelmässig nehmen sollte (beides zumindest schon bei der Erstabgabe gesagt, auch wenn sich viele nicht mehr daran erinnern wollen),

Stufe B) Dass die empfohlene Dosierung 1 pro Tag ist (bei Bedarf zu nehmen),

Stufe C) Dann dass sie das nicht von sich aus steigern sollen,

Stufe D) Dann dass sie zu früh dran sind für ihren Bezug,

Stufe E) Dann dass wir wegen erneutem frühen Bezug den Arzt informieren,

Stufe F) Dann dass sie die nächste Packung erst ab dem (Datum) beziehen dürfen,

Stufe G) Dann dass sie die Packung jetzt nicht bekommen und erst ein neues Rezept vom Arzt bringen müssen …

Man kann sich vorstellen, wie unangenehm das für uns ist und wie nervig das für die Patienten wird. Mir persönlich wäre es da ja lieb, wenn da wirklich einmal ein Verbot durchgesetzt würde, dass nicht mehr als die 4 Wochen verschrieben werden darf – und das jedes Mal ein neues Rezept braucht. Vielleicht würden dann die Ärzte auch merken, was sie da mit diesen Verschreibungen teils „anrichten“. So bekommen sie das im Idealfall (für sie) nur alle 6 Monate mit, wenn sie ein Telefon vom Patienten bekommen, dass sie ein Fax in die Apotheke schicken sollen mit einem neuen Dauerrezept … Oder vielleicht etwas vorher, wenn wir jemanden haben, der die obigen Stufen schon alle durchhat und der dann erbost in der Praxis anruft, dass die böse Apothekerin ihnen das Medikament verweigert.

Ich weiss nicht, was sie dem Arzt sonst noch erzählen, aber mir persönlich reicht, was sie bei uns zu so Gelegenheiten sagen. Dazu 2 Beispiele, die ich morgen und übermorgen bringe.

Von ungeplantem (Sex)Besuch

Letztens hatte ich eine längere Pille danach Beratung mit einer ziemlich selbstkritischen Frau über 40, die sich geisselt, weil sie offenbar nicht Nein sagen konnte.

Die Beratung selber wäre ja nicht mal so lange gegangen, aber in dem Fall habe ich wohl zusätzlich als psychologischer Mülleimer gedient.

Hintergrund: Ihre Internetbekanntschaft, mit der sie schon länger flirtet, steht auf einmal abends vor der Hautüre – obwohl sie das nicht wollte. Anscheinend hat sie ihn vorher auch noch nie getroffen und offenbar sieht er nicht mal so aus wie auf dem Profilbild (aber das ist hier Nebensache). Jedenfalls lädt er sich – da ja so weit weg von zu Hause und jetzt extra hierhergekommen … einfach zu ihr in die Wohnung ein .. und ja, offenbar auch ins Bett.

Es kam zu Sex (sonst wäre sie kaum zu mir gekommen), und dabei ist dann wohl auch noch das Kondom abgerutscht …

Jedenfalls sass sie bei mir und macht sich Selbstvorwürfe, dass sie etwas getan hat, wovor sie ihre eigene Tochter (!), die sie inzwischen alleine erzieht, immer gewarnt hat … und schwanger werden will sie auf keinen Fall!

Das war … eine interessante Pille danach Beratung. Mal was anderes. Und ich musste (ausser dem fachlichen Abklären) nicht wirklich viel dazu sagen, die Frau wusste das schon selber, dass das nicht gerade ideal war. Ich denke, sie muss unbedingt „Nein“ sagen lernen. Auch in so einer doofen Situation, wenn sie ihm ihre Adresse nennt – und er, obwohl sie das ausdrücklich abgelehnt hat „mal vorbeischaut“ …

Ich hoffe, sie hat daraus gelernt. Und ein paar von Euch, die das lesen vielleicht auch. Man muss sehr vorsichtig sein, was man wem im Internet von sich preis gibt.

Zu wenig bekannt: Heuschnupfen bei Kindern – und was man tun kann / sollte

Allergien sind ganz stark im Kommen. Gibt es hier auch nur einen Leser, der nicht selber betroffen ist oder mindestens eine Person im Bekanntenkreis hat, die keine bekannte Allergie hat? Ich schreibe hier nicht von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sondern dem klassischen (und oft unterschätzten) Heuschnupfen.

heuschnupfenDas ist keine Modeerscheinung – die Werte steigen seit 1960 stark an und mehr ist (leider) zu erwarten. Heute leiden über 20% der erwachsenen europäischen Bevölkerung an allergischem Heuschnupfen und weltweit haben (laut WHO) über 60 Millionen Menschen Allergien. Die Ursachen dafür sind nicht bekannt. Übertriebene Hygiene spielt dabei eine Rolle, eventuell auch die Tatsache, dass wir kaum noch Parasiten haben, teils auch die Invasion von fremden Pflanzen (bei Pollenallergikern), und vor allem die familiäre Vorbelastung. Keinen Einfluss auf die Entwicklung haben die Anzahl Impfungen oder ob man ein Haustier hat – schon sensibilisierte Personen reagieren aber natürlich auch auf diese.

Was man auch weiß ist, dass es einen Zusammenhang zwischen der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen), der chronischen Rhinosinusitis (Schnupfen) und späterem Asthma gibt. Gute Gründe also, bei Kindern rasch zu reagieren, denn … es gibt Sachen, die man gegen Allergien machen kann. Machen sollte sogar, wenn man seinen Kindern viel Leid ersparen möchte. Ich bin dankbar, ist mein Junior nicht betroffen, allerdings sehe ich in der Apotheke häufig Kinder mit Allergien aller Arten … und die Kleinen tun mir so leid.

Eine Allergie entsteht, wenn der Körper auf ein Allergen mit einer übertriebenen Immunantwort reagiert. Die Sensibilisierung kann bei fast allem auftreten, aber sehr häufig ist die Reaktion auf Pollen oder Hausstaubmilben (aber auch Tierhaare und Schimmel). Der Körper reagiert z.B. mit Rötung, Jucken, Niesen und laufender Nase …

Rötung um durch die verbesserte Durchblutung Zellen des Immunsystems vor Ort zu bringen, Jucken um die Aufmerksamkeit des Körpers auf die Stelle zu richten, Niesen und Nasenlaufen um die reizenden Stoffe mit dem Schleim oder durch den Luftstrom herauszuschaffen. Alles eigentlich sinnvolle Reaktionen – nur leider enorm übertrieben und dabei auf Stoffe, die ohne diese Überreaktion nicht mal gesundheitsschädlich sind.

Das Erkennen von Allergien ist nicht ganz einfach. Leider sind gerade viele Kinder mit Allergien nicht diagnostiziert. Wer ein Kind hat, das sehr häufig erkältet ist und vor allem saisonal vermehrt Schnupfen und eventuell zusätzliche Beschwerden hat, sollte es vom Arzt anschauen lassen. Es ist wichtig, dass der „Heuschnupfen“ von der Umgebung nicht trivialisiert wird. Wer unsicher ist, kann vorher diesen Test hier machen https://www.allergiecheck.de/allergietest/online-allergietest.html. Der Arzt kann dann mit einem Pricktest auf der Haut oder einem Bluttest den Verdacht auf eine Allergie überprüfen. Erste Anlaufstelle ist bei Kindern immer der Kinderarzt. Erst wenn der nicht aktiv wird, sollte man sich an einen Allergologen wenden. Es ist bei diesen Sachen wichtig das möglichst früh anzugehen – auch um einen sogenannten „Etagenwechsel“ zu verhindern. Der Fachmann nennt das so, wenn zum allergischen Schnupfen (Nase: oben) zusätzlich ein allergisches Asthma (Lunge: unten) dazu kommt.

Asthma kommt vom griechischen „Atemnot“ und ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Nach einem Auslöser (zum Beispiel Allergen) kommt es zu akut auftretender Luftnot und erschwerter Atmung. Bei Kindern ist Husten oft das führende Symptom.

Therapie von Allergien

An erster Stelle steht neben der Karenz, die bei Pollenallergie leider recht schwierig ist, die Bekämpfung der Beschwerden mittels Antihistaminika und Cortison. Sowohl topisch (also als Nasensprays oder Augentropfen) als auch systemisch: Tabletten etc.

Die neueren Antihistaminika (Medikamente wie Levocetirizin oder Desloratadin) machen viel weniger müde als die alten Formen (Dimetinden, Cetirizin) und können auch bei Kindern eingesetzt werden. Lokale Anwendung sowieso.

Lokal wirksame kortisonhaltige Mittel – zum Beispiel oft in Form von Nasensprays – können auch langfristig eingesetzt werden und wirken in Kombination mit Antihistaminika sogar oft besser als die Produkte einzeln.

Das ist allerdings nur Symptombekämpfung und geht die Ursache nicht an. Aber … es gibt eine Behandlung, die das macht:

Die Hyposensibilisierung oder auch spezifische Immuntherapie. (andere Namen: Desensibilisierung oder Allergie-Impfung)

Sie ist möglich bei: allergischer Rhinitis (Heuschnupfen), Hausstaubmilbenallergie, Allergie gegen Tierhaare und Schimmelpilze. Einige Präparate können auch bei allergischem Asthma eingesetzt werden. Damit kann man nicht nur eine langfristige (!) Linderung der Beschwerden erreichen, sondern auch einen Etagenwechsel verhindern (laut aha.ch in 47% der Fälle). Ab dem 5./6. Lebensjahr ist das machbar. Die Hyposensibilisierung wird bei Überempfindlichkeit gegen Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze und Hausstaubmilben als sehr effektiv eingestuft. Es gibt 2 Möglichkeiten:

Subkutane Immuntherapie: Dabei wird beim Arzt das Allergen unter die Haut gespritzt. Eine normale Therapie dauert 3 Jahre, mit stetig steigenden Dosen. Zu Anfang einmal pro Woche, später alle paar Monate. Oder als Kurzversion: 7-10 Spritzen einmal pro Woche vor der Saison, dann Pause. Das macht man 3 Saisons lang.

Sublinguale Immuntherapie: Einige Allergene wie z.B. Gräserpollen und Hausstaubmilben können auch als Tropfen oder Tablette unter die Zunge verabreicht werden. Der Effekt ist vergleichbar mit der Spritze. Es handelt sich hier um eine tägliche Einnahme. Die erste Einnahme erfolgt beim Arzt, damit dieser mögliche Nebenwirkungen kontrollieren kann. Anschließend kann die Einnahme zuhause fortgesetzt werden. Mögliche Nebenwirkungen sind z.B. Kribbeln und Juckreiz, die aber normalerweise nach wenigen Wochen wieder verschwinden.

Die Behandlung dauert auch bei den Tabletten 3 Jahre. Nach dem ersten Jahr hat ein Drittel schon weniger Beschwerden und der Bedarf an Antihistaminika oder Kortisonhaltigen Mitteln hat sich um 55% verringert. Die Wirkung hält oft auch noch nach der Behandlung noch an.(1)

Sehr interessant ist auch der Fund, dass Eltern, die sich (vor der Schwangerschaft) einer sublingualen Immuntherapie unterziehen ihre Beschwerden weniger an ihre Kinder „weitergeben“. Dazu gehören neben den allergischen Erkrankungen und Asthma auch Beschwerden wie Neurodermitis, Bauchschmerzen oder Durchfall nach Milchgenuss.(2)

Das macht Mut für allergische Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder an (denselben) Dingen leiden, die sie durchmachen mussten – und sollte viel bekannter gemacht werden.

Habt ihr oder eure Kinder Allergien? Was sind Eure Erfahrungen? Wie lange hat es gedauert, bis gefunden wurde an was es lag … und was habt ihr dagegen gemacht, was hat geholfen?

Sponsored post – Text entstanden in Kooperation mit Allergiecheck.de ohne Einfluss auf den Inhalt.

(1) (Durham et al. J Allergy Clin Immunol 2010; 125: 131-38 und Durham et al. J Allergy Clin Immunol 2012; 129: 717-25)

(2) (Bozek A, Jarzab J, Bednarski P. The effect of allergen-specific immunotherapy on offspring.Allergy Asthma Proc. 2016 Jul;37(4):59-63.)

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Frohe Ostern allerseits!

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Danke gleichfalls?

Kennt ihr das?

„Nahrungsergänzungsmittel!!!“ befiehlt mir die ältere Kundin mit lauter Stimme, die mich vermuten lässt, dass sie ein Hörproblem hat.

„Für 19 Franken.“ , hängt sie noch an, als sie mich nicht gerade losstürzen sieht, das apportieren.

Weshalb ich noch nicht unterwegs bin liegt daran, dass ich noch nicht genug Infos habe. Nahrungsergänzungsmittel ist ein bisschen ein weiter Begriff.

Ich frage nach Name, Zusammensetzung, eventuell der Firma, die das herstellt? Aber alle Nachfrage ergibt keine nähere Info….

„Das, das ich immer habe, halt! Für 19 Franken!!“

Da sie keine Stammkundin ist kann ich auch nicht auf der Kundenkarte nachschauen, was das eventuell wäre. Ich hab echt alles versucht.

Mit dem Satz „Mit Ihnen ist mir das zu kompliziert“ verlässt sie die Apotheke

Kann ich nur zurückgeben, mit Ihnen auch ….

Mit der Karte zahlen?

Kunde will Dafalgan Tabletten. Er weiss wofür und wie anwenden. Als es ans zahlen geht, zückt er eine Karte.

Donna zeigt ihm unseren Kartenleser (das geht bei uns auch bei niedrigen Beträgen).

Er steckt die Karte hinein, nichts passiert.

Er nimmt sie raus, steckt sie entschieden wieder hinein.

„Vielleicht ist sie nicht richtig herum“ meint Donna, greift zu, zieht sie raus, schaut ob der Chip nach vorne zeigt … tut er.

Sie steckt sie selber wieder rein – nichts.

Also nimmt sie sie nochmal raus und … „Das ist aber keine EC oder Kreditkarte. Das ist eine Krankenkassenkarte.“

Kunde: „Ja.“

Donna: „Damit können Sie nicht zahlen.“

Kunde: „Nicht? Das ging aber auch schon.“

Findet eine andere Karte im Geldbeutel und bezahlt damit.

Nö. Eine Krankenkassenkarte ist kein Zahlungsmittel. Nur ein Versicherungsausweis und man kann damit abklären, ob wir als Apotheke die Rechnung für ein Medikament auf Rezept direkt der Kasse schicken können.

Donna als sie das mir erzählt:

„Er hat das derart überzeugt gemacht … das hat viel zu lange gedauert, bis mir das aufgefallen ist.“

Was tun bei falsch ausgestellten Arztrechnungen?

Eine Leserin hat mich um meine Meinung / Rat gebeten. Ein nicht ganz einfacher Fall …

Ich bin in eine neue Stadt gezogen und brauchte einen neuen Frauenarzt. Dann habe ich mich zur Jahreskontrolle angemeldet und alles war gut.
Anschliessend habe ich eine Rechnung erhalten, in welcher der Konsultationsgrund „Behandlung“ stand. Ich habe mich telefonisch an die Praxis gewandt und um eine korrigierte Rechnung mit „Vorsorgeuntersuchung“ gebeten. Keine Chance hat man mir mitgeteilt, da die Rechnung bereits ausgestellt wurde. Ich könne der Krankenkasse sagen, dass sie anrufen sollen, dann wird man es der Krankenkasse ausrichten, dass es eine Vorsorgeuntersuchung war.
Dann habe ich die Rechnung bei der Krankenkasse eingereicht und wie sollte es auch sein – sie wurde abgelehnt und gesagt, dass die Rechnung für eine Vorsorgeuntersuchung zu hoch sei – das könne nicht sein.
Ich habe nochmals bei der Praxis angerufen und das mitgeteilt, da habe ich die Antwort erhalten, die Rechnung kann nicht korrigiert werden, da sie bereits bezahlt ist…. Ich habe nicht locker gelassen und wollte die Ärztin persönlich sprechen, da bisher nur die Lehrtochter am Telefon war.
Die Ärztin hat mich zurück gerufen und gesagt, dass ich in Zukunft zu einem anderen Arzt gehen kann, wenn ich mit ihrer Abrechnung nicht zufrieden bin und geändert wird nichts. Ich habe mich damit abgefunden.
Nun kommt der Höhepunkt, drei Monate später; ich habe nun eine Rechnung für die „Konsultation in Abwesenheit“ über CHF 30.- erhalten. Das Gespräch dauerte 7 Min.
Es geht mir nicht ums Geld, aber kann man sich hier nirgends wehren? Zuerst die falsch ausgestellte Rechnung und nun noch diese Nachrechnung, welche nicht eine Konsultation, sondern eine berechtigte Beschwerde war…
Ärzte stellen ihre Arbeit gemäss Tarmed in Rechnung. Darin werden die Abrechnenbaren Leistungen detailliert aufgelistet und es steht auch, wie viele (Tax)Punkte so eine Leistung hat. Leider ist der Wert von so einem Taxpunkt nach Kanton unterschiedlich – aber der effektive Betrag steht auch auf der Rechnung. Trotzdem ist es nicht ganz einfach so eine Rechnung zu entziffern … und sogar zu kontrollieren. Kudos für alle, die sich die Mühe machen, wie die Leserin oben.
Hilfestellung zu der Arztrechnung bietet übrigens auch die Seite der Krankenversicherer Santesuisse hier: Deine Arztrechnung, das unbekannte Wesen.  Eigentlich empfehlen sie auch, Unstimmigkeiten der Krankenkasse zu melden, damit die nicht für Leistungen zahlen müssen, die nicht erbracht wurden.
Ich finde, die Leserin hat alles richtig gemacht: Sie hat die Rechnung kontrolliert und wegen der Unstimmigkeit erst man der Praxis angerufen um das zu klären. Die wollten das dann offenbar nicht ändern, da das auch so ginge. Die Rechnung hat sie dann bezahlt und der Krankenkasse zur Rückerstattung eingereicht. Das ist bei uns beim Frauenarzt und anderen Spezialärzten üblich, die rechnen oft nicht direkt der Krankenkasse ab. Eigentlich ist das ja doppelt gut für die Kasse, da man so einerseits die Möglichkeit bekommt so eine Rechnung vom Arzt und Spital überhaupt zu kontrollieren, manches wird auch gar nicht eingeschickt, weil der Betrag, den man selber bezahlen muss (die Franchise) noch nicht erreicht ist.
Und jetzt wird es kurios. Die Krankenkasse weigert sich das zu bezahlen, da die Rechnung für eine Vorsorgeuntersuchung zu hoch sei. Als Patient (und Versicherter) kommt man sich da doppelt verarscht vor.
Jedenfalls scheitert dann auch der zweite Versuch an eine richtige Rechnung zu kommen … und bekommt dann dafür auch noch eine zweite Rechnung aufgedrückt. Da … scheint jemand sehr geschäftstüchtig, aber nicht wirklich Kundenfreundlich.

Ob der Tarifpunkt 00.0140 „Konsultation in Abwesenheit des Patienten“ hier überhaupt verrechnet werden darf, halte ich für fraglich. Da steht im Tarmed: Gilt für alle ärztlichen Leistungen zur Behandlung des Patienten in dessen Abwesenheit (ausgenommen telefonische Konsultation), die notwendigerweise durch den Facharzt mündlich oder telefonisch erfolgen müssen, z.B. Erkundigungen bei Dritten, Auskunft an Angehörige oder andere Bezugspersonen des Patienten, Besprechung mit Therapeuten und Betreuern, Überweisung an Konsiliarärzte, Ausstellen von Rezepten oder Verordnungen ausserhalb von Konsultation, Besuch und telefonischer Konsultation.
Auch ausgenommen ist hier das Studium der Patientenakte selber, da das in anderen Tarifpunkten beinhaltet ist.

Jedenfalls – was tun?

Der K-Tipp hat zu Beginn der Tarmed dieses Vorgehen empfohlen:
So gehen Sie vor, wenn Sie vermuten, dass der Arzt bei der Rechnungsstellung über die Stränge geschlagen hat.
  • Gespräch: Sprechen Sie mit dem Arzt über die Positionen, die Sie anzweifeln. Es muss nicht a priori so sein, dass ein Beschiss vorliegt.
    Übrigens: Der Arzt darf Ihnen ein solches Gespräch nicht als Konsultation berechnen, wenn Sie ihn nur deswegen anrufen.
  • Krankenkasse: Scheitert das Arztgespräch, schicken Sie Ihrer Kasse die Rechnung und listen Sie die beanstandeten Punkte auf. Schriftliche Vollmacht beilegen, damit die Kasse die Abklärungen machen kann. Die Kasse ist verpflichtet, Ihre Interessen zu vertreten, wenn es sich um Leistungen aus der Grundversicherung handelt.
  • Patientenstellen: Auch sie helfen Ihnen weiter. Die Adressen der Kontaktstellen im Web: http://www.spo.ch und http://www.patientenstelle.ch

Oder habt ihr noch Ideen?

Sponsored Post? So … eher nicht.

Ich bekomme ein längeres mail mit netten Komplimenten zum Blog und Informationen zu einem Produkt zugeschickt. Das Thema ist … naja, zumindest Apothekennahe, also überfliege ich es.

Wir sind gerade auf deinen Blog gestoßen und finden das Konzept super bzw. sehr passend auch zu unserer Mission  XYZ.  Hast du das Thema X schon einmal aufgegriffen? Wir können dir gerne Informationen zukommen lassen bzw. können wir dir auch gerne Produkte für ein Gewinnspiel zur Verfügung stellen.

Ja, hmm. Schon klar, was sie wollen: Werbung auf dem Blog als Gegenleistung dafür, dass sie mir ein paar Produkte (günstige übrigens) zur Verfügung stellen. Das finde ich jetzt nicht so interessant. Aber ich schreibe zurück. Als Thema für einen sponsored Posts auf meinem Blog kommt es zumindest in Frage.

Das Thema … kam in den Kommentaren schon ein paarmal auf, ist also im Blog präsent. Einen ganzen Artikel darüber plane ich aber nicht demnächst. Höchstens könnte ich Euch einen sponsored Post anbieten, wenn ihr … etwas bekannter machen möchtet. Mein Preis liegt bei 200 Euro für einen Post zu ca. 300 Worten. Gekennzeichnet und der Link nofollow. Dafür bekommt ihr ziemlich Reichweite (Zahlen sind unter https://pharmama.ch/pr/ einsehbar). Meldet Euch einfach, wenn es das ist, was ihr wollt.

kommt die Antwort postumwendend:

Danke für die Mail und das Angebot. Da wir ein kleines Start-up sind, haben wir nicht wirklich Budget für solche Kooperationen. Wir können dir aber wie gesagt ein Gewinnspiel mit Y anbieten. Das erhöht die Interaktionsrate bzw. Präsenz auf Facebook/Instagram enorm. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht! Wir können dir persönlich natürlich auch ein Goodie Package zur Verfügung stellen. Wenn wir sehen, dass das Gewinnspiel funktioniert, überlegen wir uns auch gerne noch einmal einen sponsored Post.

Ja, ich bin sicher, dass ein Artikel (auch mit Gewinnspiel) auf meinem Blog (und Anhängen) ihre Interaktionsrate und Präsenz erhöht. Aber nochmals: gratis Werbung. Ich sage ab.

Es vergehen ein paar Wochen. In den Ferien bekomme ich dann dieses mail von der Firma:

Liebe Pharmama, Wir haben noch einmal über dein Angebot bzgl. gesponsertem Post nachgedacht und beschlossen, dass wir gerne 200€ investieren möchten. Wenn das gut klappt sind wir auch gerne für weitere Kooprationen offen 🙂 Uns ist wichtig, dass der Post auf deinem Blog und allen anderen Social Media Kanälen veröffentlicht wird! Gerne machen wir dann auch auf deinen Blog aufmerksam! K.

Ah, also doch? Lass uns das klar festhalten.

Hallo K., Nur zum klarstellen: Das wäre also ein sponsored Post über das Thema …. mit Link zu …. Das wäre ein Post zu ca. 300 (+) Worten. Gekennzeichnet und der Link nofollow. Der Post erscheint auch auf den sozialen Kanälen (Twitter / facebook). Das alles zu 200 Euro. Gut? Und falls ja: Bis wann?

Postwendend zurück:

Liebe Pharmama, Wir freuen uns sehr, dass du einen sponsored Post mit ca. 300 Wörtern zum Thema XYZ machen möchtest! Zusätzlich würde ein Gewinnspiel natürlich super passen! Wir haben wirklich sehr gute Erfahrung bzgl. der Interaktion auf sozialen Kanälen gemacht! Wäre das in Ordnung für die 200€? Wir würden uns sehr freuen, wenn wir uns auf die beiden Sachen einigen können! Wir würden dir den Post dann kommende Woche zuschicken! Und wir haben auch gesehen, dass du Instagram hast. Das finden wir super! Wir freuen uns natürlich, wenn du den Post und/oder das Gewinnspiel auch dort teilst! K.

Jetzt haben wir ein kleines Problem (und ich rede nicht vom übermässigen Gebrauch der Ausrufezeichen). Wie ich auf meinem Blog auch ziemlich klarmache schreibe ich die Artikel grundsätzlich selber. Gästebeiträge mit Werbung akzeptiere ich von gewerblichen Seiten nicht. Und mein Instagram-Account ist auch nicht zum Werbung machen da. Und wieder Gewinnspiel. Hmmmhmm. Ich schreibe also zurück:

Informationen zum Thema nehme ich gerne – allerdings schreibe ich ihn (natürlich) selber für den Blog. Instagram benutze ich wirklich nur für (Zusatz)fotos, die sonst nicht auf den Blog passen, das ist also hier nicht inklusive. Gewinnspiel kann ich innerhalb des Postrahmens machen.

Und dann höre ich wieder nichts mehr. Und wenn ich nichts höre, dann mache ich mich auch nicht an die Arbeit (Ja, das ist auch Arbeit) einen durchdachten Blogpost zu dem Thema zu erstellen.

2 Wochen später.

Hallo! Wir haben uns das Angebot jetzt noch einmal angesehen und da jetzt wieder ein bisschen Zeit vergangen ist, fasst unser Schweiz-Budget für tatsächlich nur einen Post wirklich nur € 100,- zumal wir nicht wissen, wie er performt. Wir haben die Zahlen/Preise jetzt auch nochmal mit anderen Plattformen verglichen. Wenn wir sehen, dass die Reichweite und die Zugriffszahlen entsprechend sind, dann können wir noch einmal einen zweiten Post nachbuchen. Gerne senden wir auch … als Goody für Sie persönlich dazu.
Es wäre zudem auch mehr als hilfreich zu wissen, mit wem wir es hier zu tun haben. Herr/Frau XY?   A.

Ja, da schreibt jemand anders von der gleichen Firma zurück, wirft mir indirekt vor, dass die Verzögerungen an mir liegen und „bietet“ die Hälfte des Preises an, den ich geboten habe und der angenommen wurde.

Wenn wir mal von Geld reden und was man für sponsored Posts so verlangen kann, bin ich mit meiner Reichweite, dem doch eher sehr selektiven Themenspezifischen Bereich, der den Blog lesenden „Zielgruppe“ und der Arbeit, die dahintersteckt (geleistet übrigens von einer inzwischen 2fachen Fachperson: fachliches Hintergrundwissen und Erfahrung als Autorin) mit 200 Euro tatsächlich sehr grosszügig gewesen. Geht mal googeln, was ich verlangen könnte, respektive was andere Blogger verlangen, vor allem mit entsprechender Reichweite.

Die ultimative Sponsored Post Formel Das von Janneke absolute empfohlene Minimum ist 100 Euro. Das gilt (selbst) für Anfänger-Blogs. Mit Stundenansatz käme ich auf etwa 150 Euro – was sehr niedrig angesetzt ist, aber ich schreibe auch ziemlich schnell und biete keine professionellen Fotos an. Berrechnet anhand der Reichweite … könnte ich zwischen 1000 bis 2000 Euro verlangen, ditto mit der Domain Authority. Schluck. Okay – den Magen habe ich noch nicht.

Sponsored Post Preis: Wie viel soll ich für einen gesponserten Post verlangen? Auch da wird von Coach Hoffmanndringend empfohlen seine Arbeit nicht für unter 100 Euro zu verramschen. Den Stundenansatz kann man ja selber bestimmen – sagen wir hier auch 150 Euro. Anhand der Seitenaufrufe pro Monat empfehlen sie aber hier auch bei mir 1000 Euro. Schön sind im Artikel noch die Verhandlungsargumente. Man sollte nicht vergessen, dass das Geld, das so mit einem Blog verdient wird ja auch versteuert werden muss – und die nehmen keine Goodie Bags oder ähnliches.

Soviel also zu Preise vergleichen … Ich bin sicher, ich bin nicht die einzige, bei der Firmen das versuchen. Und vielleicht haben sie damit bei manchen ja auch Erfolg? Es steht ja jeden Tag ein Dummer auf (sagt jedenfalls meine Mama) und manche verkaufen sich halt unter ihrem Wert.

Schön finde ich auch die Karotte, die mir in dem mail da vor die Nase gehängt wird: ’noch einen zweiten Post nachbuchen‘. Wahrscheinlich zum gleichen niedrigen Preis? Das wären dann ja 2 für 1? Macht mich jedenfalls froh, dass ich da wirklich noch nichts geschrieben habe – normalerweise bin ich da ziemlich schnell dran. Und das Tüpfelchen auf dem i ist deren letzte Satz: Herr?!?!

Darauf gab’s dann nur eine Antwort.

Dann halt nicht.

Quicky (29)

Kunde: „Welche Kopfschmerztabletten nimmt man am besten bei viel zu viel Alk und anderen Drogen gestern?“

mehr kurz-anregendes:

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Ostern mit Pharmama

Ostern naht mit Riesenschritten, Hier ein paar Tipps und Tricks für Eier-aktivitäten:

Ostereier färben mit Naturfarben (Was braucht man wie?)

Eierfärben mit Pflanzenabdrücken (Ein bisschen Frühling auf dem Ostertisch)

Osterei

Last Minute Eierfärben mit flüssigen Lebensmittelfarben (Wenn’s mal eilt)

lastminuteeierfarben1

oder mal etwas spezielles, wenn Zeit da ist:

Eier-Geoden Basteln

eggeode

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