Genau das, was ich im Spital hatte!

Die etwas schwierige Patientin (Frau Chatterer: multimorbid, allergisch gegen fast alles, viele Medikamente) kommt aus dem Spital zurück mit einem Rezept für ihre offenen Hautstellen. Sie ist ziemlich übergewichtig und hat häufiger Hautprobleme, vor allem in den Hautfalten, wo sich im Sommer die Wärme staut und wenn man schwitzt, sich oft entzündet. Wegen dem ist sie nicht im Spital gewesen, aber das haben sie da mitbehandelt. Offenbar gut.

Auf dem Rezept steht eigentlich nur: Vliesstoffkompresse, 20×20 cm

Einfach genug, sollte man denken. Aber …

Frau Chatterer: „Es muss aber genau das sein, was drauf steht. Das, was ich dort hatte.“

Pharmama: „Diese Grösse sehe ich nicht. Das Grösste, was ich bestellen kann sind 10x20cm“

Frau Chatterer: „Dann nehmen sie die, ich hätte die anderen sowieso zusammengelegt. Aber es müssen ganz weiche sein!“

Pharmama: „Das sind die Vliesstoffkompressen: weich.“

Wir bestellen ihr die auf den nächsten Tag und bringen sie – denn sie ist nicht sehr gut zu Fuss und geht nicht gerne aus der Wohnung.

Am mittag kommt das Telefon von Frau Chatterer: „Das sind nicht die richtigen Kompressen!“

Pharmama: „Das sind Vliesstoffkompressen – wie der Arzt das verschrieben hat.“

Frau Chatterer: „Ja, aber das sind nicht die, die ich im Spital gehabt habe – die waren besser. Und grösser. Es muss genau die sein, die sie im Spital benutzt haben. Könnten sie nicht anrufen und fragen, was die dort nehmen?“

Ich versuche es. Wer meinen Blog liest, weiss, wie ungern ich mit dem Spital telefoniere.

Nach einigem Weiterverbinden lande ich auf der Station, auf der sie war. Ich bitte darum, in den Unterlagen nachzusehen, was das gewesen ist, aber bekomme nur die Auskunft, dass sie das Pflegematerial da nicht einzeln auflisten und sie mir das deshalb nicht sagen können. Nein, nicht mal, was sie so „allgemein“ verwenden.

Ich rufe der Patientin an, die mit der Auskunft … nicht so zufrieden ist.

Frau Chatterer: „Dann fragen sie doch den Arzt, den ich am Schluss hatte. Der hat das auch verwendet. Ich weiss noch, dass er sie immer von oberhalb des Lavabos genommen hat, da muss er dann nur rasch nachschauen, was das war.“

Sie gibt mir den Namen des Arztes und ich versuche es noch einmal.

Ich bekomme ihn tatsächlich ans Telefon und frage.

Fängt er tatsächlich an etwas herumzudrucksen.

„Ja, die Kompressen, die wir für zwischen die Hautfalten gebraucht haben … die habe ich von dem Schränkchen in der Toilette. Das sind so Tücher, die … ah … eigentlich zum reinigen des Lavabos verwendet werden …“

Pharmama: „….“

„Das ist ah – Reinigungsmaterial?“

Arzt: „Ja. Das kann man nicht verschreiben, deshalb habe ich die Vliesstoffkompressen aufgeschrieben.“

Pharmama: „Oookay. Danke für die Auskunft.“

Die gebe ich weiter – etwas entschärft. Und dass wir das nicht bestellen können, weil „Spezialmaterial“ fürs Spital.

Frau Chatterer: „Dann nehme ich halt weiterhin Papiertaschentücher wie vorher. Das geht auch.“

Na dann …

Alte Röntgenbilder

Letzthin wurden uns in der Apotheke eine ganze Menge Röntgenbilder von jemandem gebracht … zum entsorgen. Das haben wir – aber vorher habe ich sie mir durchgesehen. Ich finde das interessant. Ich erkenne zwar sehr wenig, aber dass beim einen Kniegelenk ein (wohl störender) grösserer Buckel im Gelenkzwischenraum war und auf einem anderen Foto ein Teil abgesplittert war, das konnte auch ich sehen. Wenn das meine Bilder wären, hätte ich sie wohl behalten, vielleicht kann man die später zum Vergleich brauchen. Die Frau, die sie gebracht hat (und von der die Bilder sind) ist auch noch nicht so alt, dass sie das sicher nicht mehr braucht, aber … ihre Entscheidung. duckyxrayAber das Bild vom Knie hat mich an die (interne) Weiterbildung eines Nahrungsergänzungsmittels bei Knorpelproblemen erinnert, der stolz von seinen eigenen Fortschritten damit erzählt hat und auch Vorher- und Nachher-Bilder seines Knies zum anschauen dabei hatte. Interessanterweise gingen die Bilder bis zur Hüfte, so dass auf beiden ein positives Throckmorton-Zeichen gut sichtbar war.  Vielleicht war das aber auch Absicht … er sollte sich bewusst sein, dass er seine Vorträge in Apotheke und Drogerie vor zumeist weiblicher Belegung macht.

Gefälschte Rezepte

Merke:

Die Wahrscheinlichkeit eines gefälschten Rezeptes ist direkt proportional zur Zeit an der man schliesst – oder zu der Zeit, in der der Arzt sicher nicht erreichbar ist.

Gefälschte Rezepte, darüber habe ich schon ein paar Mal geschrieben:

Warnung vor schweizweitem Rezept Betrüger – gefälscht.

Gefälscht und verfälscht: Rezepte (mit meinem ersten gefälschten Rezept)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – wirklich

Gefälschte Rezepte – und eine Bitte an die Ärzte Rezeptblöcke nicht herumliegenlassen!

Was ist hier falsch? Sehr plump. Angeblich weiss sie nicht, dass das nicht geht …

Comic Rezeptfälschung

heilsamer Schreck Rezepte fälschen oder verfälschen ist Urkundenfälschung und kann bestraft werden.

aus Amerika: die böse Apothekerin liess mich verhaften?!

Was denkt ihr? – nicht nur ein altes Rezept. Auflösung: Das seltsame Rezept

Was haltet ihr davon? – und dazu gehörend: Das verdächtige Rezept

indirekt auch das: Das ist kein Betäubungsmittelrezept. Das auch nicht, nein.

Auf der Sperrliste – das kann auch passieren, wenn man Rezepte fälscht.

Aber heute will ich von Euch wissen: habt Ihr Geschichten dazu? Was war Euer erstes / Euer auffälligstes / Euer erinnerungswürdigstes gefälschtes Rezept?

Erzählt es mir!

Apotheken als Pokestops?

Nicht ganz sicher, ob das eine Ente ist (Sommerloch lässt grüssen): apotheke adhoc meldet, dass die ABDA (der deutsche Apothekerverein) einen Deal mit Nintendo geschlossen hätte und alle Apotheken Pokestops werden sollen … Leider finde ich keine Quelle und keinen anderen Link dafür. Kann das jemand bestätigen?

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Bei uns in der Apotheke ist auch das Pokémon go – Fieber ausgebrochen und die halbe Belegschaft spielt das … allerdings auf dem Arbeitsweg und nicht in der Apotheke selber. Wir haben zwar einen Pokestop in relativer Nähe, aber direkt in der Apotheke – ich glaube das wäre keine wirklich gute Idee. Auch wenn ich Taubsi- und Rattfratz jagende Spieler momentan lustig finde.

Im Bild sieht man die Pokestops (die blauen Würfel), einen aktivierten Pokestop (das violette Ding, vor dem unsere Spielfigur steht) und zwei Arenen: die grösseren Gebilde. Die Farben zeigen, welches Team die Arena gerade hält: rot, blau oder gelb.

Mein Lieblingspokemon ist das Evoli – auch weil es so unglaublich wandelbar ist. Inzwischen sind wir auf Level 14 – Junior und ich gehen gelegentlich zusammen raus laufen und jagen … und seitdem hat er sich nicht mehr beklagt, wenn er länger laufen muss.  Das ist ein positiver Aspekt von dem Spiel: man muss raus. Dann finde ich es ja toll, dass man die Pokemon nicht verliert, wenn man trainiert oder kämpft (nur in den Arenen möglich) und dass es von Vorteil ist, wenn man gemeinsam spielt – mehrere an einem Pokestop oder Arena.

Spielt ihr? Welches Level? Welches ist euer liebstes / stärkstes Pokemon? Und: was ist der seltsamste Ort an dem ihr eines gefangen habt? Demnächst in der Apotheke??

 

F…X…irgendwas

Der Patient kommt mit einem neuen Rezept für ein Antidepressivum, das er schon hatte, plus ein Rezept für Fluoxetin. Ich erwartete also eine Unterhaltung mit ihm über sein neues Antidepressivum … was ich nicht erwartete, war den Patienten dies fragen zu hören:

„Ist mein neues Antihistamin gut wirksam?“

– und er hat keine Ahnung über eine Änderung in seiner Antidepressiva Therapie.

Nach einem längeren Telefon mit dem Arzt haben wir das aussortiert: er sollte das als neues Mittel nehmen und bekam noch ein neues Rezept für seine Allergie zugeschickt.

Das war übrigens Fexofenadin als Wirkstoff … ziemlich ähnlicher Name. Zufall?

Für mich zeigt auch das wieder, dass es gut ist, Patienten bei neuen Medikamenten zu fragen, ob sie wissen, was das ist und wie einnehmen.

Rezeptologisches – Sampler

Rezepte sind das Kommunikationsmittel, mit dem der Arzt der Apotheke mitteilt, was er dem Patienten geben will. Man sollte denken, dass er (oder sie) sich dabei besonders Mühe gibt, damit hier keine Missverständnisse vorkommen (die lebensgefährlich sein können) … aber … tja.  Hier kommen Posts mit Bildern von wirklichen Rezepten (oder Ausschnitte daraus), gute und schlechte und seltsame. Keine Fälschungen … die bringe ich mal separat.

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und zum üben ein paar Rezepte mit (fast) unleserlichen Schriften

 

Wenigstens ehrlich …

Mann in der Apotheke mit einer Frage an den „Chef“. Ihn habe ich schon ein, zwei Mal gesehen, weil er Fragen hatte zu Medikamenten, er hat auch etwas gekauft, aber mit Rezept habe ich ihn noch nicht gehabt.

Mann: „Ich hätte da eine Frage … sie rechnen ja auch mit der Krankenkasse ab?“
Pharmama: „Ja?“
Mann: „Ich habe da eine Krankenkasse wo ich eigentlich in der Apotheke bezahlen muss und das einschicken. Aber bei der Kreuz-Apotheke habe ich eine Abmachung, dass sie das direkt mit der Krankenkasse abrechnen.“
Pharmama: „Eine Forderungsabtretung.“
Mann: „Ja genau. Machen Sie das auch?“
Pharmama: „Hmmm. Eigentlich nur bei langjährigen Stammkunden, die wir gut kennen.“ (Ungesagt: das ist er nicht). „Und bei Neuen verlangen wir vorgängig einen aktuellen Auszug aus dem Betreibungsregister.“
Mann: „Oh. (macht er – und deutet mit den Händen einen Abstand von einem halben Meter an) … der ist sooo lang.“
Pharmama: „Oookay, … dann brauchen Sie ihn nicht zu besorgen, dann machen wir das nicht.“
Mann: „Ich wäre jetzt gerne zu ihnen gekommen …“
Pharmama: „Nun .. Danke?“
Mann: „Und ich hätte ihnen so monatlich etwa 600 Franken gebracht!“
Pharmama: „Nun, ja. Das sind 600 Franken Umsatz, (nicht Gewinn! der wäre einiges niedriger), der uns dadurch leider entgeht. Allerdings … wenn es irgendwann ein Problem zwischen Ihnen und der Krankenkasse gibt, dann zahlt uns die Krankenkasse gar nichts – und dann habe ich 600 Franken Verlust real. Das ist ein Risiko … das möchte ich momentan nicht eingehen.“
Er nickt verständnisvoll und geht.

Na, wenigstens war er ehrlich. Auch bei Leuten mit „sauberem“ Betreibungsauszug ist es im übrigen nicht garantiert, dass das danach immer klappt. Von einer anderen Apotheke habe ich letzens von einem Fall gehört, der nach der Kontrolle und Ausstellen des Vertrages das 1 Jahr problemlos gegangen ist … und dann hat er offenbar bei der Krankenkasse seine Prämien nicht mehr bezahlt und sich gleichzeitig in der Apotheke noch auf Vorrat Medikamente besorgt. Dann ist er weggezogen. Die Apotheke bekam die Aulagen nicht von der Krankenkasse zurück (in dem Fall fast 3000 Franken). Erst danach hat sich herausgestellt, dass der Mann kurz vorher zugezogen ist – und im alten Wohnkanton offenbar dasselbe abgezogen hat. Der Betreibungsauszug ist kantonsabhängig. Man „nimmt“ ihn nicht mit …. und wenn man das nicht weiss und auch vom alten Wohnort (oder Wohnorten) einen verlangt (und dann wird das ziemlich aufwändig), dann kann man bei so etwas reinlaufen. Schweizer Kantönligeist – nicht immer eine gute Sache.

indirekte Ferndiagnose

Frau, so um die 70 in der Apotheke: „Ich brauche eine Salbe gegen Fieberblasen.“

Pharmama: „Ist es für Sie selber?“

Frau: „Nein, für die Nachbarin. Ihre Tochter ist momentan in den Ferien, deshalb schaue ich für sie.“

So Besorgungsaufträge in der Apotheke sind manchmal nicht ganz so einfach, wie sie scheinen, vor allem für uns, da wir so oft nur schlecht nachprüfen können, ob das das richtige ist – aber ich bringe ihr mal ein Aviral.

Frau: „Ist das auch für wenn die Fieberbläschen nicht auf den Lippen sind?“

Pharmama: „Wo sind sie denn?“

Ältere Frau: „Daneben“ – sie deutet Richtung Wange.

Ich lege die Aviral auf die Seite, Für mich ist das jetzt der Punkt wirklich genau nachzufragen. „Wo hat sie das? Zwischen Lippe und Nase?“ (Manchmal kommt es vor, dass sie sich ausbreiten, aber im Normalfall hat man das an den Lippen)

Frau: „Nein, mehr nebendran.“ Sie deutet auf die linke Backe. „Sie ist sich auch nicht sicher, ob es Fieberblasen sind.“

Pharmama: „Sie hatte schon einmal Fieberblasen?“

Frau: „Ja, aber nicht da.“

Pharmama: „Wann ist das jetzt aufgetreten?“

Frau: „Heute. Die Wange ist jetzt einfach rot. Sie meint es fühlt sich an wie bei Fieberblase, deshalb hat sie mich geschickt ihr etwas zu besorgen.“

(Die Frau ist gut informiert – schön!)

Pharmama: „Hmmmm. Wie alt ist ihre Nachbarin?“

Frau: „99.“

  • Neunundneunzig?!

Ich lege die Salbe ganz weg.

Pharmama: „Ich habe den Verdacht, dass das nicht Fieberblasen sind, sondern etwas anderes – und wenn es das ist, was ich denke, dann muss ein Arzt das anschauen und etwas verschreiben und zwar schnell.“

Frau: „Was denken sie, was es ist?“

Pharmama: „Es ist schwierig so Ferndiagnosen zu stellen, aber ich denke sie hat eine Gürtelrose – die kann man auch im Gesicht bekommen …“

Die Nachbarin nickt wissend: „Das kenne ich, ja dann schaue ich, dass sich das ein Arzt bald ansieht.“

Pharmama: „Sehr bald – ansonsten kann das …“

Frau: „Ich weiss, lange Schmerzen machen. Meine Kollegin hatte das.“

Also schicke ich die Nachbarin ohne etwas wieder zurück, mit der Aufgabe, das innerhalb eines Tages vom Arzt ansehen zu lassen.

Und bekomme am nächsten Morgen ein Rezept für Valacyclovir Tabletten 500mg 2-2-2 60 Stück und Imazol Cremepaste.

Die Nachbarin reicht mir das Rezept, sagt: „Es war Gesichtsrose, sie hatten recht. Gestern abend hat sie noch Ohrenschmerzen dazu bekommen, so dass sie gleich heute morgen den Arzt kommen liess.“

Treffer.

Moderne Zeiten und Rezepte

Rezepte dürfen in der Schweiz ja sehr unterschiedlich aussehen, solange sie die vorgeschriebenen Angaben enthalten. Das verschafft Fälschern gewisse Vorteile, allerdings … nicht immer.

Farbkopien von Rezepten sind bei uns momentan im kommen. Mal abgesehen davon, dass ich in der letzten Zeit einige Patienten hatten, die dachten, es reiche, wenn sie uns das Rezept elektronisch „übermitteln“ – einer schickte ein Bild per mail, einer hielt mir einfach sein smartphone hin: liebe Leute, das ist okay, um ein Medikamente vorzubestellen, aber zur Abgabe und vor allem zum Abrechnen mit der Krankenkasse brauche ich das Original. Ich habe ja keine Ahnung, was Sie danach mit dem Rezept (oder den Bildern) machen … Sie könnten, wenn das mit dem Bild ausreichend wäre es theoretisch in jeder Apotheke einlösen gehen (und zwar nicht entweder sondern und).

Das geht also nicht. Mal abgesehen davon, dass sich so ein Bild leicht bearbeiten lässt … und auf einem Bildschirm erkenne ich Fälschungen oder Verfälschungen schlechter als in real.

Damit sind wir zurück bei den Farbkopien, von denen ich in letzter Zeit einige gesehen habe. Am besten erkennbar sind so Kopien daran, dass die Unterschrift … naja, halt nicht unterschrieben und im Papier eingedrückt sondern aufgedruckt ist. Im Zweifelsfall hilft sehr nahe ansehen und auch der „Feuchtigkeitstest“ (da gehe ich jetzt nicht näher drauf ein, ich bin sicher, den kennen auch andere Apotheker).

Einige der Farbkopien waren aber tatsächlich nicht gefälscht. Da gibt es wohl Ärzte, die denken, es sei eine gute Methode, dem Patienten, den sie an dem Tag nicht sehen konnten und der dringend ein Medikament braucht, sein Rezept per email zukommen zu lassen. Lieber Arzt: keine gute Idee! Vor allem nicht bei so etwas wie einem Temesta (Lorazepam). Natürlich verstehe ich, dass der Patient das vielleicht Notfallmässig und jetzt gleich braucht und das Rezept nicht bei Ihnen abholen kann … aber wie sicher sind Sie, dass er damit nur in eine Apotheke geht? Besser ist es – wenn Sie schon so modern sein wollen, das Rezept an die Apotheke der Wahl (des Patienten) zukommen zu lassen. Das geht bei uns hier per Fax und email … auch das bietet keine 100% Sicherheit von wegen Absender, aber lässt sich doch besser nachkontrollieren.

In so einem Fall rufe ich übrigens standardmässig beim Arzt an an, der auf so einer Kopie oder Ausdruck angegeben ist (allerdings mit der Telefonnummer, die ich im PC habe) – um erstens nachzufragen und ihn zweitens zu bitten, ein Rezept nicht so auszustellen.

Bis vor ein paar Monaten hätte ich gesagt, es ist etwa halbe-halbe, was Fälschungen und richtige Rezepte angeht. Seitdem lassen die Email-Ausdrucke nach, aber die Fälschungen nehmen zu.

Gerade gestern hatte ich einen in der Apotheke einen. Rezept für Stilnox, nachdem ich schon unterwegs zu den Schubladen war, ist mir die Unterschrift aufgefallen, worauf ich mich geradewegs wieder umgedreht habe und den Mann (der mir das Rezept gebracht hat) fragte:

„Wieso ist das eine Kopie?“

„Oh, was? Ich … da muss ich das falsche Blatt erwischt haben, wissen Sie ich mache immer eine Kopie für die Krankenkasse … ich gehe rasch das richtige holen.“

Muss ich erwähnen, dass er nicht wieder aufgetaucht ist?

Ich nervte mich etwas, weil ich mir leider nicht den Namen und den Arzt gemerkt habe – oder (noch besser) selber rasch eine Kopie gemacht habe. Aber, je nun.

Übrigens: Gesetzeslage. Kopien von Betäubungsmittelrezepten berechtigen nicht zum Bezug. Und auch Benzodiazepine, Zolpidem. Zoplicone fallen unter diese Gesetzgebung!

Bilder von Rezepten wie in emails dürften da auch darunter fallen, auch wenn das so noch nicht ausführlich festgehalten ist. Vielleicht sollten sie da einmal die Richtlinien an die modernen Zeiten anpassen? Oder man könnte so einen Kopierschutz auf das Rezept drucken, wie ihn Banknoten haben … (googelt mal Eurion).

eurion

Nicht nur zuschauen – Tun!

praevention

Gesundheit ist wichtig, was viele leider erst merken, wenn sie mal weg ist. Es gibt aber viel, dass man tun kann, um sie zu erhalten. Prävention ist aktive Gesundheitsvorsorge. Das fängt beim Zähneputzen an, geht weiter über eine ausgewogene Ernährung und Gewichtskontrolle, Bewegung für die Gelenke und Genussmittel in kleinen Mengen, nicht in Massen. Und nicht rauchen – das muss ich nicht extra erwähnen, wie ungesund das ist, oder?

Die falsche Anwendung (21)

Die Patientin kommt in die Apotheke um ein neues Medikament abzuholen gegen ihre Migräne: Novalgin Tabletten. Nicht gerade das übliche Medikament dafür und sie hatte von diesen schon Tropfen. Was dann natürlich eine kleine Diskussion gab, weshalb das und weshalb nicht mehr Tropfen.

Dabei erzählt sie uns von dem Problem, das sie letztens mit den Tropfen hatte. Bei einem Migräne Anfall hat sie die Novalgin Tropfen nehmen wollen, die sie zu Hause hatte … und in ihrem Kopfschmerz-Dussel hat sie die Tropfen verwechselt mit den Tramadol-Tropfen, die sie von einem Unfall vom letzten Jahr, als sie sich den Arm gebrochen hat noch zu Hause hatte (!).  Dummerweise hat sie dann die Tramadol Tropfen in derselben Dosierung genommen, wie sie die Novalgin Tropfen nehmen sollte … (zuviel für das andere Medikament) und daraufhin hatte sie einen totalen Flash –aber gegen die Kopfschmerzen hat es trotzdem nicht geholfen.

… Und dann hat sie sich nicht mehr getraut, nachdem sie ihre Verwechslung bemerkt hat danach noch die Novalgin Tropfen zu nehmen. Sie ist dann an dem Tag dann gezwungenermassen zu Hause geblieben … Autsch.

Nun also Tabletten – man hätte natürlich auch einfach die Tramadol Tropfen entsorgen können, dann kommt es auch so nicht mehr zu einer solchen Verwechslung.

mehr Beispiele falscher Anwendung:

Die falsche Anwendung 1Die falsche Anwendung 2Die falsche Anwendung 3,

Die falsche Anwendung 4Die falsche Anwendung 5Die falsche Anwendung 6,

Die falsche Anwendung 7,  Die falsche Anwendung 8,  Die falsche Anwendung 9,

Die falsche Anwendung 10Die falsche Anwendung 11Die falsche Anwendung 12,

Die falsche Anwendung 13Die falsche Anwendung 14Die falsche Anwendung 15,

Die falsche Anwendung 16Die falsche Anwendung 17Die falsche Anwendung 18

ungünstige Aktion

Eine Frau mit 2 kleinen Kindern, eines davon neugeboren kommt in die Apotheke und legt mir einen Karton auf den Tisch.

„Ich war gestern schon hier und man hat mir gesagt, sie können Ersatzteile besorgen für die Milchpumpe!“

Ich beäuge den Karton. Wir vermieten und verkaufen Milchpumpen. Für unsere ist die Aussage richtig. Vielleicht auch noch für die von den Marken, die ich hier bekomme, aber die hier … noch nie gesehen. Chicco. Machen die nicht Spielzeug?

Pharmama: „Haben Sie die von hier?“

Frau: „Nein, die habe ich beim ersten Kind gekauft – ich weiss nicht mehr wo, aber es war eine halb-Preis Aktion. Ich habe sie dann nicht gebraucht, aber jetzt brauche ich eine Milchpumpe und da habe ich die wieder hervorgeholt und beim auspacken habe ich gemerkt, dass da Teile fehlen. Sehen Sie (sie holt die Bedienungsanleitung heraus und öffnet den Karton): da fehlt der Teil, der an die Brust kommt.“

Pharmama: „Ja. Ich sehe. So können Sie sie gar nicht benutzen.“

Frau: „Man hat mir gesagt, wenn ich weiss was, können sie Ersatzteile bestellen.“

Pharmama: „Ich kann es versuchen. Das ist leider keine von unseren Marken, aber ich rufe bei der Firma an und versuche sie zu bekommen.“

Frau: „Wie lange dauert das?“

Pharmama: „Kommt darauf an. Wenn die mit unserem Grossisten zusammenarbeiten schnell. Wenn nicht, kommt es per Post und dann dauert es ein paar Tage … zusätzlich wird wahrscheinlich Porto fällig.“

Frau: „Das wäre mir noch egal. Hauptsache ich kann die Milchpumpe dann benutzen, so bringt sie mir nichts.“

Pharmama: „Nein. Das sehe ich. Geben Sie mir ihre Telefonnummer, dann rufe ich ihnen an, wenn ich Bescheid weiss.“

Frau: „Wann?“

Pharmama: „Heute im Verlauf des Tages?“

Frau: „Ich brauche die Milchpumpe bald.“

Also setze ich mich hin und telefoniere mit der Firma – das heisst, Nein, nach dem ersten Versuch organisiere ich Donna, die italienisch kann, denn die reden dort italienisch und nicht gut deutsch.

Donna kommt nach kurzer Zeit etwas irritiert zurück.

„Das ist mal eine Firma. Erst wurde ich aus der Leitung geworfen, dann haben sie mich drei mal weiterverbunden und das obwohl sie niemanden suchen mussten, der auch deutsch kann … und das beste: die haben keine Ersatzteile.“

Pharmama: „Gar keine?“

Donna: „Nein. Wenn ich sie richtig verstanden habe nicht nur für ältere Maschinen, wie das eine ist, auch nicht für die neueren. Wenn Du also eine solche Machine hast und etwas geht kaputt … dann kannst Du nur eine neue kaufen.“

Das wird die Kundin jetzt wohl müssen. Die Halb-Preis Aktion war wohl doch nicht so eine gute Aktion …

Interessanterweise habe ich (leider danach) dann gesehen, dass man via Internet und Kaufhauswebsite vielleicht doch noch an ein Ersatzteil kommt. Vielleicht nimmt das Kaufhaus die selber auseinander dafür? Oder die am Telefon der Firma wollte uns einfach rasch loswerden. Service ist anders.

Zwei Rezepte

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Zwei Rezepte, ausgestellt für die gleiche Frau, ausgestellt vom gleichen Arzt (Spital), ausgestellt am gleichen Tag … und am selben Tag beide in der Apotheke vorgelegt. (Vom Mann allerdings, da sie sich nach der Geburt noch etwas erholen muss).

Welches darf’s denn sein?

Denn es ist nicht wahrscheinlich, dass sie beides will. Milchpumpe zum abpumpen und Medikament zum (sofort) abstillen.

Sind Drogisten süss?

Unser Drogist Urs hat noch ein paar Nachwehen vom alten Geschäft.

Heute habe ich so halb mitbekommen, wie er einen Kunden wie einen Kollegen begrüsst hat – offenbar war das so. Er hat mir nachher erzählt, wie das abgelaufen ist. Anscheinend hat der junge Mann auch im Kaufhaus gearbeitet, in einer anderen Abteilung allerdings. Wie Urs meinte, war er sich nie ganz sicher, ob er … naja, eher vom gleichen Geschlecht angezogen wird. Jedenfalls hat der Kollege ihn heute erkannt und da haben sie neben dem Einkauf noch ein bisschen geplaudert, wie es Urs so geht, was der Kollege jetzt so macht  … bis zu dem Moment, wo ein junger Mann zur Türe hereinschaut und ziemlich aggressiv ruft: „Was dauert da so lange? Du wolltest doch nur rasch was kaufen?!“

Kollege pikiert: „Ja, schon gut, ich habe hier nur den Urs getroffen, der hat doch früher mit mir gearbeitet.“
Worauf der junge Mann hereinkam, sich demonstrativ neben den Kollegen stellte und Urs sehr misstrauisch musterte: „Ah ja?“

Am liebsten (meinte Urs zu mir) hätte er ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen zu machen brauche. Da sei er keine Konkurrenz. Auch wenn es ungewöhnlich ist heute als Mann in einer Drogerie arbeitend …

Was mich zu der Frage inspiriert:
Habt ihr das Gefühl, dass man heute Männer, die in der Drogerie, Parfümerie arbeiten als homosexuell ansieht?
Ist nicht meine Erfahrung, also: weder dass sie es sind, noch dass man sie so ansieht. Oder irre ich mich da?

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