Folgt mir auf Safari! Blog im Ferienmodus

Limpopo2018

Wir gehen auf Safari … wollt ihr mir dabei folgen?

Es geht nach Südafrika, in die Limpopo Region: Mpumalunga, Krüger und mehr. Diesmal mit dabei (ausser Junior und Kuschelbär): meine Eltern. Oh – ich freue mich so, dass das klappt!

Für (fast live) Reiseupdates, hier klicken: https://www.polarsteps.com/PriskaHarmama/1028752-limpopo-rundreise-sudafrika

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Nebenwirkungen von Z bis A (Zu erwarten bis Abstrus)

An Nebenwirkungen von Medikamenten scheint es so ziemlich alles zu geben. (Zum Glück sind die meisten sehr unwahrscheinlich …)

Manche stehen in der Packungsbeilage von praktisch allen Medikamenten … das sind die Dinge, die auch auftreten würden wenn man gar nichts einnimmt oder ein Placebo. Tipp: Die kann man in den Pharmazie-Prüfungen immer nennen, wenn einem sonst nichts einfällt. Kopfschmerzen gehören dazu, Magen-Darmprobleme, Urticaria. Ausserdem natürlich Allergie gegen den Stoff selber.

Dann gibt es die Nebenwirkungen, die man direkt auf die Wirkung der Stoffe zurückführen kann – halt am ungewollten Ort. Die sollte man in der Prüfung kennen und in der Praxis darauf aufmerksam machen. Dazu gehören Magengeschwüre bei den NSAR, Müdigkeit bei den Antihistaminika, Mundtrockenheit bei den Anticholinergika, Mundsoor bei inhalativen Glucocorticoiden, Reboundeffekt beim Nasenspray, Verstopfung bei Opioiden Schmerzmitteln, Fettstühle bei Xenical, blaue Flecken unter Blutverdünner, erhöhte Suizidrate bei antriebssteigernden Antidepressiva …

Dann gibt es die, die zwar häufiger auftreten, aber nicht so einfach zu erklären sind: Blutzuckerentgleisung bei den Cortisonen, retrograde Amnesie bei gewissen Schlafmitteln, psychische Probleme und Schlafstörungen bei Mefloquin, Depressionen bei Isotretinoin, Photosensibilisierung gewisser Antibiotika, …

Und dann gibt es die wirklich, wirklich abstrusen:

  • Verlust der Fingerabdrücke beim Krebsmittel Capecitabinum (Xeloda) –
  • Sehnenscheidenrisse bei den Fluorochinolon Antibiotika (Ciproxin, Norfloxacin)
  • Spielsucht beim Parkinsonmittel Pramipexole (Requip)
  • Orgasmus beim Gähnen durch gewisse Antidepressiva: Clomipramine macht das, aber eventuell auch Fluoxetin, Citalopram und Risperidon
  • Kurzfristiger Gedächtnisverlust bei Statinen (Cholesterinsenker)
  • Schmerzen bei Fexofenadin (Antiallergikum)
  • Verlust von Geschmack- und Geruchssinn beim Blutdrucksenker Enalapril (Reniten)
  • Blau- und Gelb-sehen beim Potenzmittel Sildenafil (Viagra) und Herzmedikament Digoxin
  • Schwarzer Urin beim Antibiotikum Metronidazol (Flagyl)
  • Blaufärbung Augenweiss beim Schmerzmittel Naproxen
  • Rot-grün Farbenblindheit auch bei Naproxen
  • Männerbusen (mit Milchproduktion) beim Mittel gegen Prostatabeschwerden Finasterid (Propecia)
  • Plötzliche Schlafattaken bei Cabergolin (schon während der ersten Tage der Einnahme), insbesondere bei Patienten mit Morbus Parkinson, wobei plötzliches Einsetzen von Schlaf während einer Tätigkeit, in manchen Fällen ohne Vorwarnung, selten berichtet wurde
  • Priapismus (anhaltende Erektion) beim Antidepressivum Trazodon (Trittico) Sertralin (Zoloft)

Habt ihr noch Beispiele?

Pharmezeuten auf dem Abstellgleis: Quo vadis Apothekerberuf?

Das neue Heilmittelgesetz ist da … und es bringt für Apotheker bei weitem nicht nur gewünschte Änderungen. Während es ja schön ist, als Medizinalperson auch offiziell praktisch auf Stufe Arzt gestellt zu werden, hat das auch seine Tücken – davor habe ich schon gewarnt (im Artikel: Pharmaziestudenten nicht in die Arbeitslosigkeit schicken) und jetzt ist das Problem genau da. Die im MedBG vorgeschriebene Weiterbildung verhindert faktisch, dass Apotheker gleich nach dem Studium arbeiten gehen können in eine Apotheke. Bevor sie selber und vor allem alleine in eine Apotheke stehen dürfen (Stichwort „selbständig“), müssen sie eine 2 jährige Weiterbildung absolviert haben. Das zusätzlich zum bisherigen 5 jährigen Studium. Das bedeutet faktisch, dass sich die Ausbildung auf 7 Jahre verlängert – und verteuert, denn gratis bekommt man das natürlich nicht. Zudem ist vorgeschrieben, das neben der Arbeit in der Apotheke zu machen … Aus dem Kommunique der Pharmasuisse an die Studenten:

Dieser Titel kann in einer mehrjährigen berufsbegleitenden Weiterbildung erworben werden

Wie das gehen soll, wenn man ja nicht mehr alleine in die Apotheke stehen darf ist allerdings noch offen. Wenige Apotheken können es sich leisten, 2 Apotheker gleichzeitig angestellt zu haben. Und noch weniger, dann diesen zweiten Zusätzlichen Apotheker zum gleichen Gehalt anzustellen, wenn der faktisch auf Stufe Assistent degradiert wurde.

Es scheint, als habe da Pharmasuisse (der schweizerische Apothekerverband) geschlafen, dass etwas so durchgehen konnte. Natürlich, wie die Kantone das dann auslegen ist wieder eine andere Sache und ich will hier auch daran erinnern, dass Assistenzärzte (für die die gleichen Voraussetzungen gelten) auch nicht immer gleichzeitig einen Ober-Arzt im Spital arbeiten haben. Die meisten Nachtdienste wären so eigentlich auch illegal.

Inzwischen kommen von den Kantonen die Auslegungen für das Stellvertretergesetz herein, dass geht von super-streng: gar keine Stellvertretung möglich ohne gesetzliche Weiterbildung (Tessin) über „maximal 20% alleine und 4 Wochen im Jahr am Stück“ (Basel) bis zu „maximal 40% und 20 Tage im Jahr“ (Aargau). Man sieht: mehr als 1-2 Tage pro Woche sind da meist nicht drin…

(Bitte korrigiert mich hier oder ergänzt die kantonalen Regelungen – im Moment finde ich das enorm unübersichtlich!)

Wie plötzlich dieses neue Gesetz gekommen ist, zeigt sich auch daran, dass die Pharmasuisse die nun vorgeschriebenen Weiterbildungen noch gar nicht anbieten kann – erst im nächsten September (also 2019) wird das der Fall sein. Unklar ist auch noch, wie das finanziert werden soll. Weiterbildungen sind teuer und eine Unterstützung durch den Staat wäre da angedacht.

Jedenfalls: Scheisse für die Apotheker, die jetzt ihren Abschluss gemacht haben – die stehen nun fast ein Jahr lang auf dem Abstellgleis.

Ganz allgemein wird das die Attraktivität des Berufes und des Studiums verschlechtern – und das macht mir tatsächlich Angst. Wir haben schon jetzt einen Apothekermangel. Wir brauchen Nachwuchs! Wir wissen, dass wir zuwenig ausbilden um jetzige und vor allem zukünftigen Bedarf zu decken.

Link zur Stellvertreterregelung auf Pharmasuisse: https://www.pharmasuisse.org/de/1133/swissYPG-Stellvertreterregelung-f%C3%BCr-junge-Apotheker-Keine-Panik.htm?Article=1413257

Nur Sie machen mir Immer Probleme!

Samstag und da kommt die Patientin, mit der ich schon diverse Diskussionen hatte – und die mir in schlechter Erinnerung geblieben ist wegen ihrer ausgesprochenen Unhöflichkeit. Sie bringt ihr neues – schlecht geschriebenes – Rezept für Xanax (ein starkes Beruhigungsmittel). Darauf ist die Dosierung 0.5mg, durchgestrichen und 1mg darüber geschrieben. Ohne Hinweis, dass das der Arzt gemacht hätte. Darüber steht – auch das in einem anderen Kugelschreiber – „Dauerrezept“.

Ich erkläre ihr, dass ich das erst mit dem Arzt abklären muss, bevor ich da mehr als eine kleine Packung zu 0.5 mg abgebe. Und das geht halt nur am Montag. Sie kann ja 2 Tabletten nehmen, wenn das wirklich 1mg sein soll – und bis Montag reicht das auch so.

Sie flippt mir fast aus vor der Theke und ruft aus, dass wir ihr „immer“ Probleme machen. Jedes Mal ist etwas!

(Das kann ich nicht mal abstreiten, wobei die meisten dieser Probleme hat sie sich selber gemacht. Dazu gehört auch nicht rechtzeitig für ein neues Rezept zu sorgen, die aufgeschriebene Dosierung nicht einzuhalten – und entsprechend zu früh wieder zu kommen und eben Rezepte zu bringen, die ziemlich manipuliert aussehen.)

Und trotzdem ist sie heute wieder hier, obwohl es in der Umgebung wirklich andere Apotheken gibt, die sie aussuchen könnte. Wieso?