PPP 2020 – Die Lösung

Liebe Rätselfreund*innen!
Schon wieder ist Pfingsten vorbei. Somit auch «Pharmamas Phantastisches
Pfingsträtsel», welches auszuarbeiten ich nun zum zweiten Mal die grosse Ehre hatte. Es hat mir auch diesmal wieder einen Riesenspass gemacht, nicht nur wieder als Arzt in die weite Welt der Pharmazie einzutauchen, sondern auch damit Eure Hirnwindungen zum Qualmen zu bringen. Vielen Dank Euch allen, dass Ihr auch in diesem Jahr mitgerätselt habt. (Und Pharmama hat mir bereits verraten, dass es auch in 2021 eine Fortsetzung geben soll – auch dafür vielen Dank!)

Bevor nun die diesjährigen Gewinner bekanntgegeben werden, möchte ich Euch zuerst die Lösungen der Teilrätsel sowie des Gesamträtsels aufzeigen. Here we go:

Tag 1:
In einer Retrospektive auf das Vorjahresrätsel ging es am ersten Rätseltag wieder um Antibiotika. Gemeint waren dabei natürlich die „Makrolide“, also bspw. Erythromycin oder Acithromycin. Der 7. Buchstabe der Substanzklasse war natürlich das „I“.

Tag 2:
Es ging natürlich um den „Schwefel“, was hoffentlich auch bereits im ersten Satz des Rätselteils mit „schwelt bei Euch“ schon klar geworden sein sollte. Der Schwefel war zwar über viele Jahrhunderte in der Wundbehandlung im Einsatz, jedoch gibt es bis heute kaum einen Beleg für seine Wirksamkeit darin. Egal: im Periodensystem steht „S“ für den Schwefel – und genau diesen Buchstaben solltet Ihr in diesem Rätselteil finden.

Tag 3:
In diesem Rätselteil ging es um die „Neue Homöopathie nach Körbler“. Keine Ahnung (wirklich nicht!), was so ein Schmarrn mit Homöopathie zu tun haben soll, aber nicht wenige, die an die Wirksamkeit von Homöopathie (über den Placeboeffekt hinaus) glauben, kaufen auch solche Produkte. Sie geht auf den Wiener Elektriker, Esoteriker und Medizinlaien Erich Körbler (1938 – 1994) zurück und gilt in Skeptiker-Kreisen als eines der absurdesten Beispiele für Pseudomedizin. Gesucht war der erste Buchstabe des Verfahrens, also das „N„.

Tag 4:
Ging es noch einfacher? Gemeint war natürlich die medizinische Revolution der „Impfung“, welche aber leider bis heute von den sog. „Impfgegnern“ infrage gestellt wird. Anyway: der gesuchte Lösungsbuchstabe war das „I“.

Kleine Zwischenbemerkung:
Zu diesem Zeitpunkt hattet Ihr die Buchstaben I, S, N und nochmal I gesammelt, was die eine oder den anderen von Euch zur voreiligen Lösung „Insulin“ verführt haben mag.
Aber es kam anders…

Tag 5:
Diesmal ging es um Friedrich Jakob Merck, der im Jahr 1668 die spätere „Engel-Apotheke“ in Darmstadt erwarb (die auch bis heute in Familienbesitz ist), welche später zur Keimzelle des Unternehmens wurde, welches heutzutage als „Merck Sharp & Dome“ (MSD) bekannt ist. Vom Namen „Merck“ war der von vorne wie hinten dritte Buchstabe „R“ gesucht.

Tag 6:
Gesucht war der italienische Gelehrte Amadeo Avogadro, der 1811 die Hypothese veröffentlichte, dass gleiche Volumina verschiedener idealer Gase bei gleicher Temperatur und gleichem Druck die gleiche Anzahl von Teilchen enthalten. Die „Avogadrozahl“ 6.02214076*10^-23 gilt als ein Hauptargument gegen die Wirksamkeit homöopathischer Hochpotenzen (weil nach mehr als 23 10fach-Verdünnungen bzw. 12 100fach-Verdünnungen statistisch kein Molekül der Ursubstanz mehr in der «Potenz» vorhanden sein kann).
Nach ihm wurden ausserdem das Avogadrit, der Avogadrokrater am Mond sowie der Asteroid Avogadro (12294) benannt. Der erste Buchstabe sowohl des Vor- als auch Nachnamens war in diesem Rätsel gesucht: das „A„.

Tag 7:
Beim letzten Rätselteil ging es um Theophrastus Bombatus von Hohenheim, besser bekannt als „Paracelsus“ (Verweis auf die «Paracelsus-Klinikgruppe» in Düütschland, bei der ich übrigens selber ein paar Jahre als Assistenzarzt gearbeitet habe), der u.a. auch als „letzter der Alchimisten“ in die Geschichte einging. Im Basler „Pharmazie-Museum“ kann man bis heute eine Replik seiner Alchimistenwerkstatt begehen. Und der gesuchte erste Buchstabe seines Namens war natürlich das „P“.

Gesamtlösung:
Somit hatten wir am Ende also die Buchstaben I, S, N, I, R, A und P. In die korrekte Reihenfolge gebracht ergaben diese Buchstaben das Lösungswort:
ASPIRIN

Die Acetylsalicylsäure ist bereits seit Jahrtausenden (!) in verschiedenen Kulturen als Schmerzmittel bekannt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie in Form von Aufgüssen aus der Rinde der «Salicyla», der weissen Weide, angewandt. Hippokrates, Dioscurides und Galen berichteten bereits in der Antike von ihrer Wirksamkeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts versuchten verschiedene Chemiker erfolglos, diesen Naturstoff synthetisch rein und nebenwirkungs- bzw. -produktfrei herzustellen.
[Folgende weitergehende Erläuterungen frei bzw. sinngemäss aus Wikipedia:]
Am 10. August 1897 gelang erstmals im Bayer-Stammwerk die Synthese von
nebenproduktfreier o-Acetylsalicylsäure aus Acetanhydrid und Salicylsäure. In einer US- Patentschrift vom 1.8.1898 stellte der Erfinder Felix Hoffmann nochmals detailliert klar, dass nur bei seinem Verfahren und im Gegensatz zu den von Kraut beschriebenen Varianten die gewünschte Acetylsalicylsäure in reiner Form gebildet wird.
Das Patent wurde in den USA und in Grossbritannien erteilt, nicht jedoch in Deutschland, da die „Chemische Fabryk von Heyden» in Radebeul unter dem Chemiker Carl Kolbe bereits seit 1897 Acetylsalicylsäure in industriellem Massstab, erst unter ihrem chemischen Namen und später unter dem Handelsnamen Acetylin, als Heilmittel produzierte und vertrieb. […]
Das Mittel wurde von Kurt Witthauer am Diakoniekrankenhaus in Halle 1898 auf seine Vorzüge an über 50 Patienten geprüft und er stellte vor allem die gute Verträglichkeit im Vergleich zu anderen Salicylpräparaten heraus. […]
Am 7. April 1921 meldete Bayer eine Modifikation dieses Verfahrens zum Patent an. Anstelle von Schwefelsäure eignete sich auch ein geringer Pyridin-Zusatz als Katalysator bei ansonsten milderen Reaktionsbedingungen.

[Ende des Wikipedia-Exkurses]
ASS in ihren vielen Dosierungs- und Darreichungsformen ist bis heute eine der grössten Erfolgsgeschichten der modernen Parmazie. Obgleich die prophylaktische Gabe von 100mg ASS pro Tag bei Patienten mit KHK-Risiko inzwischen höchst umstritten ist, und ausserdem auch die sekundärprophylaktische Wirkung (e.g. bei Diabetes) in den letzten
zwei Dekaden immer wieder widerlegt wurde, ist zumindest «Aspirin» in der 500mg- Dosierung bis heute ein absoluter OTC-Hit in jeder Apotheke.
Und nun übergebe ich das Wort wieder an Pharmama, die Euch mitteilen wird, wen sie diesmal aus ihrer Lostrommel gefischt hat. Die glücklichen Gewinner*innen werden dann die Auswahl aus verschiedenen Preisen haben. Zuerst die/derjenige, die/der als Erstes die korrekte Lösung eingesandt hat, danach dann weitere Gewinnerinnen in der Reihenfolge der Auslosung (wobei Mehrfachgewinne ausgeschlossen sind!). Die übriggebliebenen
Preise werden dann in einem Jahr, bei der 3. Auflage von «PPP» wieder zur Auswahl stehen.

Bis dahin verabschiede ich mich hiermit von Euch. Es hat mir wieder einmal einen Riesenspass gemacht, dieses Rätsel für Euch zu bauen und zu begleiten.
CU in 2021!
Euer
?Riddler?

PPP – Teil 7: Finale!

Liebe Rätselfreund*innen!

Ich gehe mal davon aus, dass Ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso schon bis dato die korrekte Lösung meines kleinen Rätselspiels erraten haben solltet. Aber für den Fall, dass Ihr immer noch einen Tip brauchen solltet, habe ich selbstverständlich noch einen finalen Hinweis für Euch:

Lange, bevor es in Europa wissenschaftliche Pharmazie gab, wirkte in der Nordwestschweiz ein Mann, dessen Name Euch allen hoffentlich geläufig sein sollte. In Basel gibt es sogar ein Museum, welches einen ganzen Raum seinem Laboratorium aus dem späten 15. Jahrhundert nachempfunden hat. Und sein Name wird ausserdem von einer Klinikgruppe in Deutschland bis heute weitergeführt. Der erste Buchstabe seines „Kurznamens“ (er hat auch noch einen anderen, welcher allerdings wesentlich komplizierter ist) ist der letzte noch fehlende in meinem Rätsel.

Und wer heute die komplette Rätsellösung an pharmama08(at)gmail.com schickt, nimmt immerhin noch mit 1 Los an der Verlosung teil. Ihr habt dafür sogar noch bis morgen Abend (also Pfingstmontag 1.6.2020) 18 Uhr Zeit! Toll, nicht wahr?

In Kürze folgt dann die Komplettlösung des diesjährigen Pfingsträtsels, inklusive Veröffentlichung der Gewinnerinnen. Bis dahin bedanke ich mich bei Euch für Euer Miträtseln und freue mich bereits auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.
Euer
?Riddler?

PPP – Teil 6

Liebe Rätselfreund*innen!

Das diesjährige Rätsel neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Hattet Ihr bereits die entscheidende Erleuchtung oder tappt Ihr immer noch im Dunkeln? Egal, ich hoffe, Ihr rätselt auch heute wieder mit.

Heute suchen wir einen Physiker/Chemiker, dessen Hauptwerk bis heute in verschiedenen Disziplinen nachwirkt. Und das, obwohl er eigentlich einer Juristenfamilie entstammte und vor seiner Hinwendung zu den Naturwissenschaften zuerst das Recht studierte, darin sogar die Doktorwürde erlangte.
Nach ihm wurde so einiges benannt, u.a. ein Asteroid, ein Mondkrater oder auch ein Mineral. Aber eben auch ein Gesetz und vor allem eine sehr wichtige Konstante. Und eben letztere ist heutzutage ein wesentlicher Kern in der Argumentation der Homöopathiekritiker.
Der erste Buchstabe sowohl seines Vor- als auch Nachnamens ist ein weiterer Teil der Lösung. Wer heute die korrekte Lösung einschickt (an pharmama08(at)gmail.com), nimmt immerhin noch mit 2 Losen an der Verlosung teil.

Schaltet auch morgen wieder ein – dann folgt der letzte Rätselteil.
Euer
?Riddler?

PPP – Teil 5

Liebe Rätselfreund*innen!

Ihr hattet ja sicherlich darauf gehofft – analog zu vielen meiner Rätseln – heute wieder einmal zu einem chemischen Element rätseln zu dürfen.
Möööp! Diesmal nicht!
(Hatte ich nicht bereits in der Einleitung geschrieben, dass diesmal so einiges anders wäre?)
Heute geht es vielmehr um die allererste Pharmafirma, die auch bis heute besteht. Also den Prototypen von „Big Farma“, die Ursuppe der „pöhsen Farmerverschwörung“.
Wie hiess denn noch gleich der Begründer der weltweite ersten Pharmafirma (nach heutigen Massstäben) mit Nachnamen? Der – von vorne wie von hinten – dritte Buchstabe des Nachnamens ist auch der heutige Lösungsbuchstabe.

Und wie immer gilt: nicht die heutige Teillösung bringt Euch den Preisen näher, sondern immer noch die Gesamtlösung. Wer von Euch diese heute korrekt an pharmama08(at)gmail.com schickt, nimmt mit immerhin noch 3 Losen an der finalen Verlosung teil.

Bis morgen dann wieder!
Euer
?Riddler?

P.S.:
Und spätestens jetzt werden sich einige, die voreilig eine falsche Lösung eingereicht haben, so richtig ärgern… bis gestern waren nämlich mindestens zwei Lösungen denkbar…
Muahahahahahaaaah! :P

PPP – Teil 4

Liebe Rätselfreund*innen,

beim heutigen Rätselteil geht es um nicht weniger als einen „veritablen Skandal“. Eine bislang in diesem Umfang nie gekannte Zusammenarbeit von Ärztinnen (wie mich) und Apotheker*innen (wie Pharmama). Und gemäss manchen Quellen um eine weltumspannende Verschwörung. Heute sprechen wir jedenfalls über die grösste Errungenschaft der modernen Medizin. Welche immer wieder in sogenannten „Dokumentarfilmen“ an der Pranger gestellt wird.
Der erste Buchstabe dieser medizinischen Massnahme ist auch der nächste Buchstabe in unserem Rätselspiel. Bitte beachtet: wenn Ihr heute an pharmama08(at)gmail.com die korrekte Lösung schickt, seid Ihr mit 4 Losen in der finalen Verlosung dabei. Sollte Euer Lösungsversuch jedoch falsch sein, seid Ihr leider raus.

Ist doch nett, oder?
Euer
?Riddler?

PPP – Teil 3

Liebe Rätselfreund*innen!

Heute verlassen wir mal den Bereich der Pharmazie im engeren Sinne und wenden uns stattdessen einer «Behandlungsmethode» zu, für die das Wort «kurios» noch bei Weitem viel zu schwach ist.
Über die sogenannte «Alternativmedizin» (ich persönlich bevorzuge ja den Begriff «Märchenmedizin») wird ja schon seit Jahren viel und leidenschaftlich gestritten. Und in kaum einem Gebiet erfolgt der Streit so heftig, wie in der Homöopathie. Kein Wunder, schliesslich setzt die Branche weltweit jedes Jahr dreistellige Millionenbeträge um. Da ist es kaum verwunderlich, wenn so mancher Anhänger versucht, eigene Varianten zu entwickeln, um damit Kasse zu machen.
Aber das «Verfahren», um das es heute geht, würde selbst den guten Samuel
Hahnemann problemlos in seinem Grab zum Rotieren bringen. Da wird nämlich – völlig losgelöst von Potenzen & Co. – behauptet, dass auch auf ein Blatt Papier gemalte Symbole eine Heilwirkung hätten.
Ein Beispiel: hat ein Kind Angst vor der nächsten Klassenarbeit, kritzelt die Mutter einfach das entsprechende Heilsymbol auf einen Zettel und versteckt diesen unter dem Fenster zum Klassenzimmer. Und schon schreibt der Nachwuchs plötzlich Bestnoten.
Klingt komisch? Ist es auch. Aber es wird noch besser: so wird beispielsweise ordinäre Bettwäsche, welche mit den Symbolen aus diesem «Heilsystem» bedruckt ist, auf Esoterikmessen für hunderte von Franken verkauft. Und es gibt tatsächlich Leute, die sowas kaufen!

Gesucht ist heute der Name dieser «Therapie», welcher aus ingesamt vier Wörtern besteht. Der Anfangsbuchstabe dieses Namens ist dann auch der nächste Buchstabe, den Ihr für die Rätsellösung benötigt.

Wer heute die korrekte Lösung einschickt, nimmt mit 5 Losen an der Verlosung am Ende des Rätsels teil. Aber Vorsicht: es kann weiterhin jede/r von Euch nur eine einzige Lösung einschickten. Ist diese dann am Ende falsch, landet Ihr auch nicht in der Lostrommel, aus der pharmama08(at)gmail.com die Preise ziehen wird.

Schon morgen geht es weiter – bleibt dabei!
Euer
?Riddler?