Lost in Translation

Hochdeutsch ist für uns Schweizer eine Fremdsprache – man merkt das schon manchmal hier im Blog – noch mehr würde man es merken, wenn man mich reden hören könnte :-). Wie bei jeder Fremdsprache gibt es Übersetzungsfehler … und gelegentlich Missverständnisse. Und das ist nicht nur bei mir so.

In die Drogerie kommt ein junger Mann. Er steuert direkt auf die nächste Mitarbeiterin zu – unser jüngster Lehrling.

Lehrling: „Grüetzi, was dörf’s sy?“

Kunde: „Guten Tag. Aspirin, bitte, das zum auflösen“. 

Sie geht und kommt mit Aspirin Brausetabletten und Aspirin Granulat zurück.

Kunde: „Was ist da der Unterschied?“

Lehrling (in hochdeutsch):  „Die hier (Brausetabletten) macht man in Wasser, die hier (Granulat) kommen direkt ins Maul …“

Kunde: „WAS?! Was haben sie da gesagt? Wie reden sie denn mit mir? Was fällt ihnen ein?!…“

Hoppla!

Der Lehrling ist vollkommen überrascht ob dem Ausbruch und weiss gar nicht, was sie sagen soll.

Das Problem ist folgendes: offenbar hat ihr noch niemand gesagt, dass „Maul“ nicht gerade ein netter Ausdruck ist im Hochdeutschen und eher für Tiermünder als für Menschen gebraucht wird.
Im Schweizerdeutsch dagegen sagt man noch öfters „Muul“ oder „Muël“ und meint das nicht mal böse.

Die Drogistin kam ihr dann zu Hilfe. Sie erklärt das auch dem Kunden – der das kaum glauben will.

Lieber glaubt er wohl, dass der Lehrling ihn beleidigen wollte?

Auf der anderen Seite finden eine Menge Schweizer das deutsche „Tschüss!“ zum Abschluss eines Gespräches seltsam – weil man das hier eigentlich nur zu jemandem sagt, den man (gut) kennt – und Duzt. Bei Kundenbegegnungen ist das etwas zu … persönlich.

Aber ich wollte etwas anderes!

2011 Ok, ok, Sie sind also Krankenpfleger von Beruf und „kennen sich mit Medikamenten aus!“

Aber … das ist trotzdem kein Grund auf mich stinkig zu werden, sobald ich ihnen die Oculac Augentropfen, die der Augenarzt ihnen verschrieben hat gebe.

Ja, ich weiss auch, dass das sogenannte „künstliche Tränen“ sind – also eher zum Befeuchten des Auges geeignet als bei Augenreizungen wegen Allergie.

Nein, ich weiss nicht, warum der Augenarzt ihnen nichts gegen Allergie aufgeschrieben hat. Vielleicht hat er gedacht, es reicht, wenn sie die Augen mit ein paar Tropfen von diesen jeweils spülen?

Ja, ich glaube ihnen, dass sie ihm das „richtige“ gesagt haben.

Vielleicht kann ich Ihnen etwas nicht rezeptpflichtiges gegen Allergien anbieten? Da gibt es ein paar sehr wirksame Mittel, die ich abgeben darf … Spersallerg oder auch Emadine … Sie kennen sie sicher?

Ah, Sie nehmen die Oculac und gehen damit gleich selbst wieder zum Arzt. Ich denke, das ist die beste Idee – auch wenn sie dann wieder warten müssen.

Warum fragen diese Leute nicht den Arzt, was er auf das Rezept schreibt? Ich meine … wenn sie sich schon „mit Medikamenten auskennen!“ ? Und warum bin ich dann schuld, wenn dann nicht draufsteht, was sie gern gehabt hätten?

Minzig

Eine junge Frau kommt in die Apotheke. „Ich hab eine etwas peinliche Frage.“

Apothekerin: „Ja?“

Frau: „Ich habe eine Pilzinfektion in der Vagina und ich habe versehentlich die falsche Tube erwischt, als ich sie behandeln wollte …“

Apothekerin: „Was war es denn?“

Kundin: „Eine Fusscreme, die ich im Wellnessbad bekommen habe.“

Apothekerin: „Und was ist da genau drin?“

Kundin zieht die Tube aus einem Plastiksack. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt nichts wichtiges ausser … Menthol und Kampfer.

Apothekerin: Haben sie es auch innerlich angewendet?“

Kundin: „Nun, …ja….“

Apothekerin: Das muss aber ziemlich gebrannt haben, nicht?!“

Kundin: „Schon, aber … zumindest rieche ich jetzt MINZIG ! „

eXtra-Large

Aus Amerika:

Ein Teenager kommt mit der Freundin in die Apotheke und fragt nach Kondomen.

Er sagt: „Wenn sie keine Extra grossen Kondome haben, dann kann ich sie nicht nehmen.“

Für die Apothekerin tönt das, als ob er entweder kein Kondom benutzen will, oder aufschneidet.

Die Apothekerin nimmt ein normales Kondom aus der Packung, stellt ihr Bein auf die Theke und zieht es über Fuss und Unterschenkel – ein Trick den sie gelernt hat, um den Gips, den sie ein paar Wochen vorher hatte trockenzuhalten.

Sie sagt: „Wenn ich meinen Fuss und Knöchel da hinein bekomme, dann bin ich sicher, sie schaffen das mit ihrem Penis auch.“

Dann wendet sie sich an die Freundin und sagt: „Und falls er das NICHT kann, dann würde ich davon absehen mit ihm Sex zu haben. Die wenigsten würden das wollen, wenn es wirklich derart riesig ist !“

Der Junge sah etwas schockiert aus, kaufte aber die Kondome.


Bildquelle – (sicher nicht so flexibles Kondom mit lateinischer Anleitung von 1813)

Dazu möchte ich eigentlich nicht viel mehr sagen, ausser: Ja, ich weiss, Penisse kommen in verschiedenen Grössen, die meisten Kondome sind genormt und es mag Leute geben, die damit Probleme haben. Aber ich glaube inzwischen hat wohl jeder mal versucht sie über Hand und Unterarm zu ziehen – was relativ problemlos geht, auch mit den normal Grossen … also? Ansonsten gibt es noch die Kondomeria und andere einschlägige Geschäfte… da dürften auch Kondommuffel etwas „passendes“* finden.

*absichtlich doppeldeutig

30 Minuten bei 200 Grad …

In der Apotheke fragt die Kundin: „Was passiert wenn man, zum Beispiel, versehentlich die Medikamente im Backofen für eine halbe Stunde gegrillt hat?“
Apothekerin: „Ist ihnen das passiert?“
Kundin: „Nun, nicht ganz …. aber ich hatte die Medikamente für meinen Hund im Ofen – meine Kinder müssen sie da rein gemacht haben -und ich habe es nicht gemerkt, als ich den Ofen vorgewärmt habe…“

Upps. Also ich würde sie nicht mehr benutzen … mit dem geschmolzenen Plastik dran … und je nachdem sind auch die Wirkstoffe hitzeempfindlich.

Ich hab da was im Auge

2009 Kundin: „Ich habe etwas im Auge.“

Apothekerin: „Sie können dieses Augenwasser verwenden um es herauszuspülen“

Kundin: „Wissen Sie, ich habe meinen Mann heute Morgen befriedigt und habe, ‚sie wissen schon was’ in mein Auge bekommen. Es hat gebrannt, also habe ich mein Auge über dem Lavabo ausgewaschen.“

Apothekerin (behält die professionelle Haltung): „Ich bezweifle nicht, dass es brennt, aber es schadet ihrem Auge nicht. Benutzen sie einfach dieses Augenbad so oft sie möchten oder es brauchen und morgen sollte es wieder gut sein.“

Kundin: „Aber, Ich kann sie herumschwimmen sehen!“

Apothekerin: sprachlos.