Medikamentenversand in der Schweiz (Jetzt)

Nun – eigentlich ist es klar und hat sich auch mit dem neuen Virus nicht geändert: Das Heilmittelgesetz trägt dem Umstand Rechnung, dass Medikamente halt keine normalen Konsumgüter wie Essen, Kleidung, Elektronik etc. sind, sondern etwas, das direkt Auswirkungen (positive und negative) auf die Gesundheit haben kann. Deshalb ist der Versand von Medikamenten grundsätzlich verboten:

Art. 27 Versandhandel

1 Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist grundsätzlich untersagt.

2 Eine Bewilligung wird nur erteilt, wenn:

a.    für das betreffende Arzneimittel eine ärztliche Verschreibung vorliegt;

b.   keine Sicherheitsanforderungen entgegenstehen;

c.   die sachgemässe Beratung sichergestellt ist;

d. eine ausreichende ärztliche Überwachung der Wirkung sichergestellt ist.

Nur wenige Apotheken haben eine Ausnahmebewilligung und verschicken Medikamente – und auch diese dürfen nur Medikamente gegen Rezept verschicken. Ja, auch OTC-Medikamente wie normaler Nasenspray etc. brauchen ein richtiges Rezept! Das ist die Absicherung, dass vor der Einnahme oder Anwendung die Beschwerden professionell abgeklärt wurden und eine persönliche (direkte) Fachberatung stattgefunden hat. Dazu genügt es auch nicht, wenn der Patient einen Onlinefragebogen ausfüllt, auf den dann (vielleicht) ein Arzt rasch einen Blick wirft.

Die Zur Rose ist die grösste Versandapotheke in der Schweiz – und hat das mit dem Online-Fragebogen gemacht – die Praxis wurde 2015 vom Bundesgericht verboten. Ebenso verboten wurde das Zuweisen der Rezepte durch Ärzte an die Zur Rose (für die sie Provision bekommen haben) vor allem, wenn sie nicht in einem Kanton sind, in dem Selbstdispensation (Verkauf der Medikamente durch den Arzt) erlaubt ist. Der Patient hat ausdrücklich ein Recht auf ein Rezept und die freie Wahl, wo er das einlöst.

Der Versandhandel von Medikamenten ist vielleicht noch praktisch bei Patienten, die weit weg wohnen von Arzt und Apotheke, aber : Gerade bei akuten Beschwerden wie Durchfall, Kopfschmerzen, Schnupfen oder Husten ist so ein Versandhandel nicht sinnvoll – in dem Fall braucht es nämlich sofort (oder möglichst gleich) eine Lösung und der Patient kann nicht tagelang auf den Briefträger warten … die im Moment sowieso ziemlich überbelastet sind.

Die aktuelle Situation ist dann auch der Grund, weshalb ich diesen Blogpost schreibe. Momentan ist allgemein „Social Distancing“ angesagt (Abstand halten, Leute!) und gerade die ältere Generation soll dadurch geschützt werden. Die brauchen aber weiterhin ihre Medikamente, sowohl die chronischen als auch für akute Beschwerden – weshalb wir, wie ganz viele Apotheken auch, den Hauslieferdienst massiv aufgestockt haben und aktiv propagieren. Das wird dann direkt gebracht – und möglichst kontaktlos überreicht. Die Patienten kennen wir dazu schon, es sind meist Stammkunden. Abklärungen erfolgen telefonisch, bei Unsicherheit verweisen wir an den Hausarzt, der jetzt auch viel „Telemedizin“ betreibt. Rezepte kommen optimalerweise per Fax (ja, immer noch) oder per email direkt vom Arzt zu uns. Nein, Rezepte ohne Originalunterschrift vom Arzt gelten auch jetzt noch nicht als Rezept, da gab es keine Ausnahmebewilligung.

Auch der Versand von OTC-Medikamenten ohne Rezept ist weiterhin verboten – das gilt für alle, für die Zur Rose Versandapotheke, die Corona sei Dank da Aufwind spürt genau so wie für die Apotheken vor Ort, die das aus Kundenfreundlichkeit vielleicht in Betracht ziehen. TUT DAS NICHT! Ich weiss, ihr bekommt auch Anfragen. Wenn die Person nicht schon Patient bei Euch ist und das Medikament auf Rezept schon hatte (und ihr abklären konntet, dass das noch so gebraucht wird), dann ist eine Lieferung per Post verboten! Ausgenommen sind eben nur Nachlieferungen von chronischen Medikamenten an Stammkunden, die jetzt irgendwo fern einer Apotheke festhängen, ansonsten sollte besser an den Hauslieferdienst einer Apotheke in der Nähe verwiesen werden.

Bild von pharmasuisse

Wenn Du jetzt etwas aus der Apotheke brauchst …

Die Apotheken gehören zu den wenigen noch offenen Geschäften – entsprechend beschäftigt sind wir im Moment. Hier ein paar Tipps für einen besseren Apothekenbesuch in diesen Pandemie-Zeiten: Bitte weitergeben an diejenigen ohne Internet, vor allem die ältere Generation die Medikamente braucht und gefährdet ist, ist oft nicht online. Telefoniert doch mal wieder wie es euren älteren Verwandten und Bekannten geht!

Bitte komme nicht mit Husten und/oder Fieber in die Apotheke!

Die Apotheke nimmt Bestellungen telefonisch oder per mail entgegen und macht sie bereit, das verkürzt die Anwesenheit in der Apotheke und schützt nicht nur unsere Mitarbeiter, sondern auch alle andern. Wenn etwas abgeholt werden soll, weise die Apotheke darauf hin, wenn Du nicht selber kommst, dann können wir die Medikamente auch abgeben. Falls Du ein Coronaverdachtsfall bist und wirklich keinen anderen Weg findest, bitte weise die Apotheke beim Besuch darauf hin.

Die Apotheken liefern aus!

Speziell für die ältere Generation und gefährdete Patienten, die niemanden haben, den sie schicken können oder CoVid-19 -Fälle, bieten die Apotheken in diesen Zeiten mehr Hauslieferungen für Medikamente an. Bitte nehmt das in Anspruch! – Aber denkt auch daran, dass Wunschlieferzeiten meist nicht möglich sind. Ablegen im Briefkasten ist bei den meisten Mitteln möglich – bitte achtet darauf, dass es nicht zu lange da drin liegt.

Bitte haltet Abstand!

Die empfohlenen 2 Meter Abstand untereinander gelten ausserhalb und innerhalb der Apotheke. Der Zugang wurde deswegen teilweise eingeschränkt und in den Apotheken gibt es markierte Warteplätze. Bitte lauft nicht einfach herum und geht „shoppen“ oder schaut, ob man irgendwo schneller dran kommt. Begleitpersonen warten bitte ganz ausserhalb der Apotheke (ausser Kinder).

Nicht anfassen!

Auch bei uns wird kontaktloses Zahlen in diesen Zeiten bevorzugt. Unter 45 Franken muss man meistens nicht einmal den PIN eintippen, aber wir desinfizieren die Tastatur auch immer wieder. Trotzdem ist es eine gute Idee beim Einkaufen allgemein so wenig wie möglich anzufassen – auch wenn mancherorts ein Händedesinfektionsmittel vor Ort angeboten wird … es gibt immer welche, die das nicht benutzen.

So kommt das Rezept vom Arzt in die Apotheke:

Auch beim Arzt soll man sich momentan bei Erkältungsbeschwerden telefonisch anmelden und fragen, ob man vorbeikommen soll. Die meisten machen erste Abklärungen am Telefon. Wenn der Arzt ein Rezept ausstellt: bitte direkt in die Apotheke nach Wahl schicken lassen (per Fax oder auch E-Mail, Post ist zu langsam) – Rezepte, die per E-Mail an den Patienten gehen und dann ausgedruckt werden sind wegen fehlender Originalunterschrift und Stempel offiziell nicht gültig. Also grad die Adressdaten der Apotheke bereithalten und dem Arzt durchgeben.

Bekomme ich noch alles?

Was die Apotheke nicht Lager hat kann sie (meist) weiterhin normal bestellen, oder sie macht alles, um es von woanders zu beschaffen. Das gilt für Medikamente und Arzneimittel sowie medizinische Hilfsmittel. Da auch die Grossisten aktuell sehr belastet sind, werden nicht so wichtige Sachen wie Kosmetik, Putzmittel, Reformartikel momentan zweitrangig bearbeitet und wir können oft nicht sagen, wann etwas wieder erhältlich ist.

Es ist jetzt nicht die Zeit für ausgiebige Kosmetikberatungen! Du kannst Hautpflegemittel weiterhin kaufen, aber bei Kosmetika ist es gut, wenn man weiss was (Pro Tipp: alte Verpackung mitbringen).

Bitte nehmt auch an, dass der Bezug gewisser Medikamente eingeschränkt ist. Wegen unnötigen Hamsterkäufen wurde die Abgabe von Schmerzmitteln, Hustenmitteln und Desinfektionsmittel auf 1 Packung pro Person limitiert. Verzichtet auch auf Diskussionen deswegen. Das ist, damit möglichst viele versorgt werden können.

Dasselbe gilt für Medikamentenbezüge auf Dauerrezepte. Der Vertrag mit den Krankenkassen hat schon immer vorgeschrieben jeweils für nicht mehr als maximal einen 3 Monatsbedarf Medikamente zu beziehen. Das muss jetzt schärfer durchgezogen werden. Bitte hamstert auch hier nicht – die meisten haben noch (für länger) Medikamente zu Hause, wir und die Grossisten haben Vorrat und es geht weiter wie bisher. Wir tun alles um die Patienten weiterhin ohne Unterbrechung zu versorgen!

Händedesinfektion

Desinfektionsmittel für die Hände ist gut als Notfall für unterwegs (musst Du wirklich raus unter die Leute jetzt?), aber BESSER ist regelmässiges Händewaschen: 20 Sekunden einseifen und abspülen mit Wasser vernichtet den Coronavirus, der auf Seife empfindlich ist. Es gibt keinen Grund jetzt panikartig zu Hause selber etwas zusammen zu mischen, das vielleicht nicht wirkt oder sehr austrocknet. Was das angeht: benutzt Handsalbe zum pflegen, sonst haben wir in einem Monat ganz viele Leute mit Handekzemen!
Die Apotheken tun alles um Desinfektionsmittel zu beschaffen oder herzustellen und abzufüllen. Es wird zunehmend schwieriger das Material dazu zu beschaffen (und auch teurer), trotzdem sind Preise von 20 Franken für 100ml überrissen (und werden von den meisten Apotheken auch sicher nicht verlangt).
Wegen der Materialknappheit die den Alkohol, das Glycerin und auch die Fläschchen betrifft, bekommt man diese kaum mehr in der Apotheke. Firmen oder Pflegepersonal, oder pflegende Angehörige, die leere Flaschen mit Desinfektionsmittel haben (wie Sterillium und Co.) können die zum Auffüllen in die Apotheke bringen. Bitte bringt aber nichts, das wie ein Lebensmittelgebinde aussieht!

Masken

Masken haben die Apotheken schon lange keine mehr zum Verkaufen. Das betrifft alle Arten, von Chirurgenmasken bis FFP3. Der Markt wurde hier inzwischen kontingentiert und was vorhanden ist, soll in den Spitälern und Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommen, dort wird es wirklich gebraucht! Es ist auch weithin bekannt (oder sollte es sein), dass die allermeisten Masken einen selber nicht vor einer Infektion mit dem Virus schützen. Die  Chirurgenmasken, die wir in der Apotheke tragen, tragen wir für Euch, die Kunden und Patienten! Selbst wenn einer von uns das Virus hätte (dessen Verlauf bei jüngeren oft milde ist), wollen wir eine Ansteckung der Umgebung verhindern. Wer das auch möchte: im Internet kursieren Nähanleitungen für Stoffmasken, die das auch tun. 2 Mal täglich wechseln und waschen in der Waschmaschine ist für die richtige Anwendung nötig.

Bitte habt Geduld!

Aufgrund der aussergewöhnlichen Umstände haben wir in der Apotheke nicht nur viel mehr Anfragen von Patienten und Kunden, sondern teilweise auch schon Personalausfälle (sei es wegen normaler Erkältung / Grippe als auch wegen Verdacht auf oder wirklich CoVid-19). Dazu kommen die Schutzmassnahmen, die wir für Euch und für uns treffen müssen, deshalb können die Wartezeiten länger als gewohnt sein und manche Dienstleistungen der Apotheke werden nicht mehr oder nur noch in Notfällen angeboten. Nehmt (falls ihr nicht schon Stammkunde seid) die Krankenkassenkarte gleich mit in die Apotheke – oder seid bereit das gleich zu bezahlen. In dieser Situation sollte es auch verständlich sein, dass ich keine Zeit habe über die Apothekenpauschalen auf rezeptpflichtige Medikamente zu diskutieren, oder darüber, dass das etwas online „aber günstiger ist“!

Danke, dass auch Du mithilfst, dass wir (alle) unter der Pandemie und ihren Einschränkungen nicht zu sehr leiden müssen!

(Text von einer Apothekerin von facebook, mit freundlicher Genehmigung übernommen und ergänzt. Gilt für die Schweiz – für Deutschland und Österreich mit kleineren Einschränkungen sicher auch).

Bleibt zu Hause! Das Virus ist angekommen

Das Corona-Virus ist da. Das ist unleugbar (für wer immer Augen hat) – dennoch ist das kein Grund zur Panik. Tatsächlich ist das Gefühl in der Öffentlichkeit nicht Panik, nicht mal übertriebene Ängstlichkeit, eher … vorsichtige Unsicherheit betreffend dem, was noch kommen mag. Da gibt es diejenigen, die versuchen sich auf (jede) Eventualitäten vorzubereiten – und darunter gibt es ein paar, die unnötigerweise hamstern. Alles, was sich ansatzweise sinnvoll anhört und verfügbar ist. Manchmal auch eher unsinniges. Die örtliche Toilettenpapiershortage ist wirklich hausgemacht – und kein Dauerzustand. Es gibt genug Firmen, die Toilettenpapier herstellen, das ist aktuell ein Verteilungsproblem, kein Mangel an Ware.

Leider gibt es auch diejenigen, die noch nicht mitbekommen haben wollen, was die Stunde geschlagen hat und worum es geht. Das Virus ist jetzt da – und es ist nicht einfach nur eine neue Grippe. Trotzdem: Bitte keine Panik. Es ist zwar niemand immun dagegen, die Übertragbarkeit ist nur mittelhoch, die Sterblichkeit ist mit aktuell geschätzt 2% eher niedrig, aber: Leute werden sterben. Vor allem die älteren und chronisch Kranken sind gefährdet. Eindämmen ist nicht mehr möglich, die Fallzahlen sind auch bei uns im (exponentiellen) Anstieg. Es geht jetzt einzig darum dass die Übertragungswege unterbrochen werden, dass nicht viele gleichzeitig krank werden. Denn auch wenn Covid-19 bei 80% der Fälle mild bis sehr mild verläuft … etwa 14% erkranken schwer und müssen ins Spital. Etwa 6% benötigen eine Intensivbehandlung und müssen Intubiert / beatmet werden. Die Spitäler sind am aufstocken und vorbereiten, aber – das wird nicht reichen, vor allem wenn die Leute so unvernünftig sind und die erst schwer empfohlenen und dann vom Bund auferlegten Massnahmen nicht umsetzen!

Der ausgerufene Notstand und die Schliessung von Geschäften bis auf die für die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten (etc.) hat noch nicht den gewünschten Effekt gebracht: Die Leute versammeln sich immer noch ohne Rücksicht auf das „Social Distancing“ und es sind immer noch zu viele unterwegs. Das sehe ich täglich auf dem Arbeitsweg und in der Apotheke. Viele ältere Personen scheinen auch entweder noch nicht begriffen zu haben, dass sie ein hohes Risiko haben ernsthaft zu erkranken / zu sterben und gehen weiterhin fröhlich einkaufen.

  • An alle: Bitte bleibt zu Hause!
  • Wenn ihr rausgeht, haltet viel Abstand zu den anderen Leuten : 2 Meter!),
  • Wascht die Hände regelmässig und ausgiebig mit Seife (20 Sekunden einseifen, dann abspülen).
  • Wenn das grad nicht geht mit dem waschen, dann benutzt Händedesinfektionsmittel!
  • Husten und Niesen bitte nur in die Ellenbeuge (Kleider regelmässig waschen ist dann auch angezeigt).
  • Wenn ihr Euch krank fühlt (Fieber und/oder Husten) dann bleibt ihr nicht nur zu Hause, dann begebt Euch in Isolation! Und zwar bis das weg ist, oder wenn es schlimmer wird, nehmt Kontakt mit einem Arzt auf: per Telefon! Der sagt Euch, wie weiter vorzugehen ist.
  • Schützt speziell die Risikopatienten: Eure Eltern und Grosseltern sind sehr gefährdet. Bietet ihnen oder älteren Nachbarn Hilfe an, damit sie nicht raus müssen. Man kann für Sie Sachen besorgen und vor die Türe stellen.

Seid solidarisch! Das ist ein Kampf gegen das Virus, der aktuell für die meisten vom Sofa und von zu Hause aus geführt werden muss. Viele müssen jetzt zu Hause bleiben, damit die wenigen, die direkt im Gesundheitssystem gegen die Auswirkungen des Virus kämpfen, nicht total überfordert werden. Das heisst im übrigen nicht, dass ihr das einfach habt zu Hause – da muss viel umgestellt werden. Homeoffice für diejenigen, die das können, Homeschooling für alle Kinder im Schulalter … für manche grad beides gleichzeitig. Man sitzt auf einmal gezwungenermassen so dicht aufeinander (und ständig) da sind Probleme vorprogrammiert. Für manche mag es nur Langeweile sein, gegen das sie zu Hause zu kämpfen scheinen, aber … das ist nicht so. Ihr tut grad aktiv etwas gegen die Virusausbreitung, indem ihr eben NICHT draussen unterwegs seid und euch mit andern trefft!

Wer so grad Zeit hat, kann sich den Vortrag oben anschauen – er ist vom 16. März von einem kanadischen Wissenschaftler – Folien auf englisch, aber deutsch gesprochen. Er erklärt die Sachen sehr gut – auch weshalb Masken für die Allgemeinheit keine Option sind.

Einfach ist es nicht. Wenn ihr wollt, könnt ihr in den Kommentaren hinterlassen, wie die Situation bei Euch zu Hause ist. Was tut ihr? Wer darf/muss arbeiten? Wie geht es mit der Schule zu Hause?

Arbeiten in Zeiten der Pandemie

Vielleicht habt ihr das gestern mitbekommen (auf Facebook).

Heute: Grossist liefert nur Teil der bestellten Ware (wegen Computerproblem), Kann Desinfektionsmittel herstellen, aber nicht abfüllen, da Flaschen noch nicht ausgeliefert (wegen zu hohem Bestellvolumen aktuell), Doppelt so viele Kunden wie an einem normalen Samstag, mindestens so viele Rezepte wie zur Grippe-Hoch-zeit, Anfragen nach Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhen und Fieberthermometern im Minutentakt (und ich hab nix mehr, das ich bestellen kann), Vorratskäufe für Paracetamol und Hustenmittel …(Leute: WIR sind auch am Montag wieder offen, egal was WhatsApp für Gerüchte verbreitet), die Nachmittagslieferung ist verspätet … alle Stunde desinfizieren der Oberflächen, arbeiten hinter Scheiben und der Versuch, die ältere Kundschaft von den andern entfernt zu halten… aber wir haben es überlebt. Ich bin fertig – und geh jetzt schlafen! Gute Nacht

Der Tag gestern hatte durchaus auch seine lustigen Seiten:

Beim Wareneingang arbeitet der Lehrling mit Musik? Ich geh‘ nachschauen – unsere clevere Drogistin in spe hat das Telefon mit der Warteschlaufenmusik des Grossisten auf Lautsprecher gestellt, es beiseitegelegt und arbeitet daneben weiter. Gar nicht mal so üble Musik – etwas repetitiv allerdings …

„Ich glaube die Leute machen Hamsterkäufe!“ Das von der Kundin, die schon das dritte Mal diese Woche zu uns etwas holen kommt … („Was Sie nicht sagen!“)

Auf meine Ansage, dass wir nur 2 Pack Paractamol Tabletten pro Person verkaufen, folgt eine kurzer Wortaustausch auf Türkisch mit meiner Kollegin, das einzige was ich verstehe ist das „Ah!“ der Kundin am Schluss – es wird anstandslos bezahlt. Was war das? frage ich die Kollegin. „Sie hat gefragt, weshalb sie nicht mehr bekommt, da habe ich ihr gesagt, damit andere auch noch haben.“ Ah! Ja.

Fieberthermometer sind aus. Komplett. Nicht mehr nachbestellbar. Ich hab mindestens 3 zu Hause (gut, die Batterien von 2 sind wohl fertig), aber ich dachte eigentlich, das ist etwas das jeder schon hat? Lichtblick: Fieberthermometer sind vom Exportverbot in Deutschland noch nicht betroffen, nur kontigentiert. Ich darf 5 (pro Tag) bestellen.

Montag scheint Doomsday zu sein. Nach diversen Bemerkungen von Kunden habe ich mindestens drei Mal ausdrücklich gesagt, dass wir als Apotheke auch nächste Woche noch offen haben. Ziemlich egal was sonst noch für Massnahmen beschlossen werden. Wir sind da.

Toilettenpapier ist im Supermarkt keines mehr erhältlich – sagt auch mein Mann, den ich geschickt habe, weil es bei uns zu Hause bald ausgeht. Aber unser Grossist hat noch welches! (Frag besser nicht nach dem Preis – aber ich hab’s jetzt für mich bestellt. 1 Packung zu 16 Stück. Reicht.).

Es reicht nicht, ein Schild aufzuhängen auf dem steht dass wir keine Masken und Desinfektionsmittel mehr haben. Man muss das trotzdem täglich mehrmals direkt sagen, sonst wird einem nicht geglaubt. Und selbst dann …

Eine Ärztin und eine Pflegerin haben wir wirklich glücklich gemacht mit selbst hergestelltem Desinfektionsmittel in 500ml Flasche mit entsprechendem Ausguss/Verschluss die ich dafür noch gefunden habe.

Ansonsten ist das Desinfektionsmittel aus. Kunden und Patienten die das wirklich brauchen (also zum Beispiel Arztpraxen und Heime mit denen wir zusammenarbeiten) habe ich angeboten, das in Behälter, die sie mitbringen nachzufüllen, zum Beispiel leere Sterillium-Gebinde. Das hat dann eine Dame dazu animiert im Migros eine kleine 500ml Wasserflasche zu kaufen, damit wir sie leeren und das dann da drein füllen. Nein!!

Im Internet kursieren offenbar Anleitungen um Desinfektionsmittel selber zu machen. Blöd nur, wenn auch die Bestandteile dafür (Glycerin, damit es Hautverträglich ist) nicht lieferbar sind. Und ohne das würde ich zum Beispiel Brennsprit – für das wir verdächtig mehr Nachfrage haben – wirklich nicht dafür verwenden. Für Oberflächen (entsprechend verdünnt) die das vertragen geht das wohl noch. Und nur damit das auch wieder gesagt ist: Medizinalbenzin ist NICHT desinfizierend, das ist zum Pflasterreste entfernen auf der Haut.

Ohne unsere super Mitarbeiter, die auch in schwierigen Zeiten ihren Humor nicht verlieren ist so ein Tag kaum zu überstehen. Danke vielmals! Auch an die Kunden und Patienten, die sicher mehr Geduld brauchen und Verständnis zeigen für die Einschränkungen, denen wir alle unterworfen sind. Solidarität ist JETZT angesagt und wichtig.

No,no, no: Noch kein Notstand

Ich bin seit ein paar Tagen wieder zurück in der Schweiz – und der Virus hat uns empfangen. Von Juniors Schule ein Infoblatt, dass die Schule stattfindet, mit speziellen Verhaltensregeln (kein Kontaktsport, gestaffelte Pausen, Händewaschlektion), dass aber Leute, die in Italien in den Ferien waren (oder anderen Hochrisikogebieten wie China, Taiwan etc.) zu Hause bleiben müssen: 14 Tage lang. Da Thailand nicht auf der Liste ist, ging Junior also.

Der Rückflug war übrigens ausgesprochen ruhig. Nicht nur, dass das Flugzeug nicht voll war (ungewöhnlich), kaum einer hat gehustet oder geniest oder sich geschneuzt. Entweder waren alle erstaunlich gesund, oder es hat sich keiner getraut. Weder bei der Ausreise in Thailand noch bei der Einreise in der Schweiz wurden irgendwelche Fragen gestellt oder Tests (auch kein Fiebermessen) gemacht. Dafür empfängt uns am Flugplatz das neuste Infoplakat des BAG:

Montag stieg ich in der Apotheke in den „neuen Alltag“ ein. Von Panik würde ich hier nicht sprechen. Aber der Mehraufwand den das Virus uns (jetzt schon) in der Apotheke beschert ist nicht zu übersehen. Die Fragen nach Masken sind Dank Schild („Keine Masken mehr“) auf weniger als 10 pro Tag heruntergegangen, dafür haben wir viele mit Nachfragen nach Händedesinfektionsmittel. Die Markenartikel (Sterillium und Co.) sind aus und wir bekommen auch in absehbarer Zeit keine mehr. Selbst hergestelltes Desinfektionsmittel ist auch aus – und Alkohol zum herstellen ist keines lieferbar. Von Zeit zu Zeit bekommen wir wieder etwas in Grossgebinden, das wir dann in Fläschchen abfüllen. Aktuell sind uns aber auch die Fläschchen am ausgehen. Angebote betreffend Masken und auch Grossgebinde Desinfektionsmittel gibt es immer wieder, aber … puh. Die Preise, die manche dafür wollen! Und andere bieten ihr Produkt als „hochwirksam gegen Viren“ an – und wenn man nachschaut, wurde das nie getestet und der Hersteller selber behauptet das auch nicht.

Wir haben also immer wieder Desinfektionsmittel, aber empfehlen den Leuten Händewaschen – und geben aktuell nur wenige Fläschchen pro Einkäufer heraus. Andere brauchen / wollen das auch. Man sollte auch daran denken, dass es für den Schutz optimalerweise nicht nur den eigenen Einsatz braucht, sondern auch den der Umgebung. Und wenn man alles Desinfektionsmittel selber aufkauft (oder die Seife – mein Mann stand im Supermarkt vor einem leeren Regal), dann ist das auch … suboptimal.

Dann gibt es Leute, die Masken und Desinfektionsmittel wirklich brauchen für die Arbeit (im Spital, Pflegeheim, Zahnärzte) und denen gehen die Sachen so langsam auch aus. Ein Arzt aus einem anderen Kanton hat mir gemeldet, dass sie pro Praxis vom Gesundheitsamt 5 (!) FFP3 Masken geschickt bekommen haben. Die werden aktuell wie der Schatz der Nibelungen gehütet. Bei uns sieht es ähnlich aus. Wir haben für die Mitarbeiter ein Pandemie Set. Das wird aber noch nicht geöffnet. Die Schweiz hat mehr Material bestellt (amüsanterweise aus China) – das hängt jetzt in Deutschland und Frankreich fest, die einen Exportstopp dafür veranlasst haben. Ein weiteres Zeichen unserer Abhängigkeit vom Ausland (und NEIN, ich bin nicht für einen EU Beitritt).

Die nicht lieferbaren Medikamente sonst haben noch nicht merklich zugenommen – aber da sind wir ja schon vor Beginn der Corona-Geschichte nicht wirklich glücklich mit der aktuellen Situation gewesen. Es gibt auch hier Leute, die deshalb Hamsterkäufe tätigen wollen, aber da wir nicht mehr als Mengen für 3 Monate aufs Mal abgeben sollen (schon vorher) ziehen wir das jetzt einfach etwas strenger durch.

Aktuell ist es bezüglich Erkältungen aber recht ruhig in der Apotheke – offensichtlich hält sich die Bevölkerung daran, bei Erkältungssymptomen spezifisch: Fieber UND Atemwegsbeschwerden zu Hause zu bleiben. Manche schicken Verwandte in die Apotheke. Viele verweisen wir dann an die Ärzte: „Bitte rufen Sie ihrem Hausarzt an.“ Der kann auch am Telefon schon einiges triagieren – Fast lustig: jetzt machen sie wohl alle Telemedizin. Unser Telefon läutet genauso unablässig. Bestellungen, Nachfragen, etc. – macht auch Sinn, wenn das dann den Aufenthalt der Leute in der Apotheke (Risikozone) verkürzt. Trotzdem haben wir zusätzliche Schutzmassnahmen ergriffen. Ausser regelmässigem Händewaschen und -desinfizieren, desinfizieren wir die Oberflächen, erledigen mehr im Backoffice, schränken Dienstleistungen die nahen Kontakt erfordern auf ein Minimum ein (respektive tragen Masken dabei). Und seit gestern gibt es auch bei uns Plexiglasscheiben vor der Kasse. Ein (nicht ganz kompletter) Spritzerschutz, besser aber als mit Maske zu arbeiten – das wirkt schon arg abschreckend.

Seit gestern Abend gilt der neue Coronavirus oder COVID-19 offiziell als Pandemie. Das war zu erwarten – was mich fast etwas enttäuscht ist, dass sie dafür noch keinen Trivialnamen haben. Sowas wie die Vogelgrippe oder die Schweinegrippe. Da keine „Grippe“ hätte ich erwartet, dass das Ding etwas wie Schlangenseuche oder Fledermausirgendwas genannt wird, aber vielleicht ist es ganz gut dass das nicht passiert ist – die Tiere können ja nichts dafür.

Es wird weitere Massnahmen geben. Wir teilen unser Personal in Risikogruppen ein. Als Gesundheitspersonal „dürfen“ wir nicht einfach der Arbeit fern bleiben – Soviel zur Frage, ob wir die Apotheke bei einem COVID-19 Fall ganz schliessen müssen. Das wird nicht passieren. Seit heute wissen wir auch, was da zu tun ist:

Gesundheitsfachpersonen mit Patientenkontakt, die privat oder beruflich ungeschützt Kontakt mit einem bestätigten COVID19-Fall hatten, arbeiten weiter, tragen ständig eine chirurgische Maske und achten auf eine einwandfreie Händehygiene. Sie überwachen ihren Gesundheitszustand; beim Auftreten von Symptomen lassen sie sich testen und bleiben der Arbeit fern.

Risikopatienten unter dem eigenen Personal (über 65, respektive mit chronischen Erkrankungen) sollen mehr im Backoffice arbeiten und sich vorne schützen. Wenn wir wegen Ausfällen die Öffnungszeiten verkürzen müssen, muss das dem Kantonsapotheker gemeldet werden. Ansonsten gilt: „The Show must go on„.

Die geht nicht unter, das scheint nur so …

Also – ich bin ja in den Ferien. In Asien: in Thailand, für wer es genauer wissen will. Und der Coronavirus, der jetzt in allen Medien ist, kommt von hier (wie übrigens auch die meisten Influenza Viren, SARS, H1N1 …). Verschwörungstheorien mal beiseite, das ist so, weil sich hier bei Viehzucht und auf Märkten verschiedene Virenstämme bestens „austauschen“ können – und die entstehenden neuen Mutationen unserem Immunsystem noch unbekannt sind, weshalb die erfolgreichen Viren sich dann von hier aus über die Welt ausbreiten. Sehr unschön zu sehen an den jährlich neuen Grippepandemien, die viele Todesopfer zu Folge haben – und gegen die wir eigentlich eine Impfung haben, die ebenso jährlich neu zusammengestellt werden müssen.

Jetzt also das Coronavirus. Auch vom Tier auf den Mensch gesprungen. Auch via Tröpfcheninfektion übertragen. Auch gefährlich im Sinne, dass man daran sterben kann – aber offenbar nicht gefährlicher als die normale Grippe. Gefährdeter sind alte Menschen und schon kranke oder geschwächte Menschen. Eindämmungsversuche in China wo es gestartet ist, haben trotz teils radikaler Massnahmen nicht funktioniert. Das ist auch sicher schwierig in der heutigen Zeit der Mobilität. So hat es nicht nur ziemlich rasch andere asiatische Länder erreicht (wie Thailand, mit einem grossen Anteil hier lebender Chinesen), sondern auch Europa (in Italien ist zum Beispiel ein grosser Teil der Textilmodestadt Prato fest in chinesischer Hand). Und kurz nachdem ich hier in Khao Lak angekommen bin, meldet die Schweiz den ersten Fall.

Die Reaktionen darauf … ich habe im Moment einen alten Song im Kopf (wahrscheinlich nicht mal richtig), der ging so: „Die Welt geht unter … die geht nicht unter, das scheint nur so …“

Was merke ich hier so davon? Sehr wenig. Auf dem Flugplatz in Phuket keine grossen Reisegruppen aus China mehr – die Immigration ist um ein paar Leute, die desinteressiert aus der Entfernung via Monitor Fieber gemessen haben ergänzt worden, dauerte aber genau so lange. Ein (leerer) Desinfektionsmittelspender in der Warteschlange. Einige Leute mit Atemmasken. Daran, dass der Fingerabdruckscanner ein Problem sein könnte, denkt hier niemand. In Khao Lak selber sieht und hört man auch fast nichts. Die Damen vom Spa arbeiten (neu) alle mit Maske. Beim Morgenessen hat es im Restaurant ein Händedesinfektionsmittel auf einem Tisch. Und die Tourenanbieter und Restaurants haben weniger zu tun, hier aber vor allem die, die auf chinesische Besucher setzten.

Aber in Europa? Uiuiui. Klar, da „hört“ man auch durch die Medien (zu?) viel. Es ist neu, bis zu einem gewissen Grad unbekannt, breitet sich rasch aus und die Auswirkung auf einen Infizierten reicht die ganze Spannweite von Beschwerdefrei über leichte Erkältungssymptome (hauptsächlich Fieber, Husten) über Lungenentzündungen und Spitalaufenthalt bis …ja… ein paar sterben daran. Und das zu einer Zeit, in dem das Gesundheitssystem sowieso schon mit Grippefällen belastet ist. Wenn das jetzt viele aufs Mal bekommen … das wäre ganz schlecht. Selbst in Ländern mit funktionierendem Gesundheitssystem, zu denen ich unseres zähle. Also muss auch hier versucht werden, die Ausbreitung einzudämmen, zu verlangsamen, Infektionswege zu unterbrechen. Das wurde erkannt. Deshalb auch das Verbot von grossen öffentlichen Veranstaltungen und die grossflächige Information der Bevölkerung über Verhaltens- und Vorbeugemassnahmen. Daneben läuft noch einiges mehr – der Zeitpunkt die Pandemiepläne aus dem Schrank zu holen ist gekommen.

Aber was man auf Facebook und Co. so liest und was ich höre, wie es in der Apotheke läuft … man könnte meinen, wir stehen kurz vor der Panik. Bitte, Leute – das ist nicht so. Es läuft nicht alles gut – und wir befinden uns „erst“ in der Vorstufe der Infektionswelle und der möglichen kompletten Auswirkungen. Ein paar Themen dazu:

Masken für zu Hause:

Grundsätzlich kann man zwischen 2 Arten unterscheiden. Die papiernen „Chirurgenmasken“ – einigermassen günstig, 50er Packungen, sie eignen sich NICHT für den Eigenschutz vor Infektionen vor einem Virus, sie sind dafür da sie zu tragen, falls man selber Symptome hat (hustet) um die Umgebung vor den dabei entstehenden infektiösen Tröpfchen zu schützen. Sie halten nicht lange: spätestens nach 2 Stunden oder wenn sie feucht sind, sollte man sie wechseln. Und so wegschmeissen dass sie auch dann niemand anfasst.

Die anderen Masken sind einiges dichter und haben teils Ventile – wo Luft ungehindert rausgeht, gefiltert wird die Eingangsluft. Die sollten (richtig angelegt und gehandhabt) gegen Virusinfektion schützen. Sie sind einiges teurer und in kleineren Packungen erhältlich. Sie sollten im Pandemiefall den Arbeitern im Gesundheitsystem mit Patientenkontakt zu Verfügung stehen. Sie halten mehrere Stunden. Beim Wechsel ist auch hier Vorsicht angesagt. Die Hände sollten aus dem Gesicht bleiben. Eigentlich ist auch das Tragen einer Brille dazu angesagt, da auch die Augen Einfallstor für das Virus sein können.

Das aktuelle Problem ist dass wegen der Wahnsinnsnachfrage jetzt beide Sorten praktisch nicht mehr erhältlich sind. Sehr unschön auch zu sehen, wie die Preise dafür durch die Decke gehen. Im Internet findet man Angebote (Amazon zum Beispiel) mit 100 Fach erhöhten Preisen, teils auch nur für eine einzelne Maske.

Desinfektionsmittel und Händewaschen

Genau wie bei der normalen Grippe ist das eine effektivere und günstigere Vorbeugemassnahme einer Infektion. Dankbarerweise ist das Coronavirus laut Robert Koch Institut gegen hochprozentigen Alkohol (80%) empfindlich, das bedeutet, dass nicht nur spezielle Desinfektionsmittel wie das Sterillium Virugard dagegen helfen.

Auch hier haben wir in der Apotheke schon rasch gesehen, wie der Bedarf ansteigt und uns soweit möglich bevorratet, wann immer etwas lieferbar war. Trotzdem ist der Stand hier, dass das ausgeht (oder schon ist). Im Internet finden sich da Mondpreise für Sterillium und Co. – unglaublich wie es immer Leute gibt, die aus sowas Profit schlagen.

Jetzt sind wir ja eine Apotheke … früher DER Ort, wo Arzneimittel hergestellt wurden (nicht nur verkauft) und so Desinfektionsmittel ist recht einfach herzustellen. Für Glycerin-Alkohol pro manibus gibt es sogar eine aktuelle Rezeptur der WHO. Nur … existieren daneben neu auch Gesetze wie die Biozidverordnung, die besagen, dass Mittel gegen Lebewesen (und dazu gehören auch Bakterien und Viren, also Desinfektionsmittel) einer speziellen Zulassung bedürfen. Vorher keine Herstellung und Anwendung / Verkauf. Zum Glück haben wir jetzt aber die Erlaubnis der Behörden bekommen, das im aktuellen Pandemiefall trotzdem zu tun. Wer noch Isopropanol hat, macht das … bei meiner Apotheke haben sie 5 Liter hergestellt, in 100 ml Flaschen abgefüllt – es war innert 4 Stunden ausverkauft. Jetzt kriegt man auch kein Alkohol mehr beim Lieferanten.

Deshalb: Händewaschen! Häufig und richtig: Mit Seife, kaltem Wasser und mindestens 20 Sekunden lang unter fliessendem Wasser alles abreiben. Auch die Daumen und zwischen den Fingern …

Das verteilen wir jetzt auch in den Apotheken:

Es bleibt wichtig, dass wir eine Ausbreitung zumindest verlangsamen. Denn das scheint jetzt klar: kommen wird der Covid19. Auch wenn er nicht die wirklich gefürchtete (gefährliche) Pandemie ist, die man erwartet. Vielleicht eine „gute“ Gelegenheit das System jetzt zu testen und für die Zukunft zu optimieren.

Die Auswirkungen werden auch ausserhalb des Gesundheitssystems (dem wohl eine Belastungsprobe bevorsteht) wirtschaftlich deutlich spürbar sein. Arbeitsausfälle, abgesagte Veranstaltungen, Lieferprobleme, Hamsterkäufe …

Apropos Lieferprobleme. Da kommt noch einiges auf uns zu. Die Region Wuhan in China, wo der Virus zuerst aufgekommen ist, ist unter Quarantäne und hat mit den vielen Kranken praktisch Produktionsstopp. Da sie ausserdem die Hersteller (oft noch die einzigen!) von vielen Medikamentenwirkstoffen sind (Antibiotika, Schmerzmittel, Blutdruckmedikamente) werden wir das hier in Europa zu spüren bekommen. Bald. Auch hier haben wir bei uns in der Apotheke versucht vorzubeugen und Vorrat für einige Monate eingekauft, aber wenn das länger andauert … Das macht mich hier grad auch etwas nervös. Ja.