Archiv der Kategorie: Apotheke

Hier kommt die Zukunft. In der Schweiz mit den Apotheken

Wer meinem Blog folgt weiss es wahrscheinlich: die Apotheker in der Schweiz „dürfen“ ziemlich viel. Wir haben viel Verantwortung und Kompetenzen. Vor allem, wenn man es mit den Aufgaben vergleicht, die die Apotheken in anderen Ländern haben. Deutschland zum Beispiel. Dort sind die Apotheken (leider) zu reinen Ausführungsorganen der Krankenkassen verkommen. Sie dürfen weder Vorbezüge machen, wo das Rezept später nachgereicht wird, noch irgendwelche rezeptpflichtigen Medikamente ohne Rezept abgeben – selbst im Notfall nicht. Sie dürfen die Patienten nicht offiziell „triagieren“, also abklären, ob etwas zum Arzt gehört oder nicht … das fällt dort faktisch unter Diagnose stellen, was rein dem Arzt erlaubt ist. Es gibt keine Dauerrezepte und keine Möglichkeit, ein Medikament auf Rezept zu wiederholen.

Das alles dürfen wir als Apotheker in der Schweiz. Aber wie sind wir hierhin gekommen?

Es war ein langer Weg. Und viele engagierte Apotheker (unter anderem im schweizerischen Apothekerverein) haben damit zu tun.

Als vor etwa 25 Jahren ein neues Gesundheitsgesetz verabschiedet wurde (war es das neue Krankenversicherungsgesetz?), da mussten die Apotheker erstaunt feststellen, dass sie darin mit keinem einzigen Wort erwähnt waren. Nicht ein-mal stand darin Apotheke oder Apotheker … dabei ging es durchgehend um das neue Gesundheitssystem.

Also fragten sie bei den Gesetzgebern (in Politik und bei der Krankenkasse) an was das liege. Die Antwort überraschte: „Ihr seid für uns nicht wichtig. Wir schauen auf die Kostentreiber im Gesundheitswesen. Und das sind die Ärzte im Spital und in den Praxen. Sie alleine verschreiben Medikamente und bestimmen Behandlungen. Ihr gebt nur die Medikamente ab, die die Ärzte verschreiben.“

Die wichtige Rolle der Apotheker in der medizinischen Grundversorgung wurde überhaupt nicht erkannt und auch nicht anerkannt. Für die Politiker war es egal, ob die Medikamente durch die Apotheke, die Post oder gar in normalen Läden abgegeben wurden.

Da wussten die Apotheker, dass sie um ihre Stellung im Gesundheitssystem würden kämpfen müssen.

Dabei (und ich kann das nicht genug betonen) sind Medikamente keine normalen Konsumgüter. Sie haben eine schlechte Schaden-Nutzen-Relation. Oder anders gesagt: bei falscher Anwendung können sie mehr schaden als nutzen. Ihre Anwendung braucht die Beurteilung durch eine Medizinalperson. Und wer ist die Fachperson für Wirkstoffe und Medikamente? Das ist der Apotheker. Der Arzt hat ein paar Vorlesungen darüber, aber wir haben das Jahrelang im Studium gelernt.

Das Ziel war dann klar: dem Gesetzgeber zu zeigen, was wir können … Und uns in zumindest nicht verbieten zu lassen, was wir können.

Deshalb dürfen wir auch heute noch Triagieren – wir nennen es nicht Diagnostizieren – das machen wirklich nur die Ärzte. Aber wir haben trotzdem mehr als nur gute Ahnung von den Krankheiten, welche mit den Wirkstoffen behandelt werden, wir kennen die „red Flags“, die Warnsignale, was zum Arzt gehört.

In der Schweiz dauert es mindestens 10 Jahre, bis ein Wechsel stattfindet. Die Situation heute brauchte schon einige Wechsel, aber es geht: Langsam aber stetig. Die Ausbildung wurde laufend angepasst – wir haben uns inzwischen schon viele Kompetenzen erworben, die es für diese (neue) Rollen im Gesundheitssystem braucht.

Die Apotheker werden aber jetzt mit dem neuen Heilmittelgesetz das demnächst kommt wirklich zum Leistungserbringer. Wie die Ärzte.

Niemand ist so gut ausgebildet einen Wirkstoff aufgrund dessen Eigenschaften auszuwählen wie der Apotheker. Deshalb kommt das mit dem neuen Heilmittelgesetz, dass in Zukunft bei bekannter Indikation auch rezeptpflichtiges vom Apotheker ausgewählt werden kann… und diese Leistung irgendwann übernommen wird von der Krankenkasse. Wir bekommen ganz neue Aufgaben wie das Impfen. Das alles wird im neuen Heilmittelgesetz das demnächst kommt festgehalten. Eine Konsequenz daraus ist, dass unsere Weiterbildung gesetzlich vorgeschrieben wird. Deshalb auch das Theater mit der neuen Berufsausübungsbewilligung, die ich (nach notabene 17 Jahren Arbeit und Erfahrung in der Apotheke) neu ausgestellt haben musste.

Egal. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Für die Apotheken und auch für die Patienten und das Gesundheitssystem.

Die Patienten profitieren von dem niederschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem den die Apotheken bieten (Man darf nicht vergessen: Es gibt immer weniger Hausärzte). Von unserem Wissen -nicht nur um Medikamente, sondern auch um Krankheiten. Wenn nötig schicken wir sie zum Arzt weiter, aber wenn nicht, sparen sie nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Auch dadurch, dass wir Wiederholungen auf Rezept machen dürfen. Oder in Ausnahmefällen eine Packung abgeben. Sogar ohne vorliegendes Rezept.

Das System ändert sich stetig. Die Politik wird bestehende Strukturen nicht schützen. Das sieht man jetzt in Deutschland sehr gut. Unterstützung vom Staat (finanzielle) für die Apotheken gibt es keine: Apotheken müssen selbsttragend sein – was in Randgebieten zunehmend schwieriger wird. Die Apotheken werden weiterhin um eine ausreichende Abgeltung ihrer Leistungen (alte und neue) kämpfen müssen. Deshalb ist man vor über 10 Jahren von der Abgeltung via die Medikamentenpreise weggekommen (siehe LOA 2004).

PreisindexMedikamente

Die Krankenkassen werden weiterhin Orte zum sparen suchen – bei den Medikamentenpreisen sind wir nun bald an der Grenze des machbaren angekommen … und da sind die Apotheken ja nicht die Kostentreiber. Auch heute nicht. Aber wenn wir Aufgaben übernehmen, die die Ärzte vorher hatten – in Prävention und bei der Behandlung von chronischen Patienten – dann muss das auch entsprechend vergütet werden.

Es bleibt spannend.

(Wer mehr zur Situation der Apotheken in der Schweiz lesen möchte, schaue hier bei der Pharmasuisse: Fakten und Zahlen 2016)

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Die Pflasterverschreibung

rppflaster

Bild: So sind (Spezial-)Pflaster normalerweise auf Rezept verschrieben. Für die nächste Begegnung – die mir Kristy.infidel von instagram so geschickt hat- muss man sich einfach vorstellen, dass da 15 x 8 cm drauf steht.

Kunde: „Ich will dieses Pflaster umtauschen. Ich wollte eins was 8x15cm gross ist. Sie haben mir eins gegeben, wo 15 x 8 drauf steht.“

Apotheke: „Ehm … Ja. Sie können es auch drehen?“

Kunde: „Nein, das geht nicht. Geben Sie mir ein neues. Zur Not auch 10 x 15. Hauptsache, die 15 steht hinten!“

Sie müssen etwas trinken!

waterbottlepharmamaDie gute Tat des Tages war heute, dass ich über eine halbe Stunde damit verbracht habe, eine Patientin zu nötigen ein Glas Wasser zu trinken.

Vorgeschichte: Sie hat bei uns ein Dosett, das sie einmal wöchentlich gerichtet bekommt und abholt. Dabei bringt sie das alte Dosett retour. Dabei fällt heute auf, dass erstens etwas verwirrt scheint und dass sie viele Tabletten in der letzten Woche nicht genommen hat. Das ist schlecht. Nicht genommene Tabletten wirken nicht und viele muss man auch wirklich regelmässig nehmen. Eine Aufgabe die das Dosett erleichtern soll – und auch wir indem wir wöchentlich ein Auge drauf haben – ist ja die Adhärenz – also, dass die Medikamente richtig genommen werden.

Darauf angesprochen meint sie, dass sie nicht genau wisse, wieso … wahrscheinlich habe sie es einfach vergessen, denn sie war ziemlich krank (Erkältet) und hat die letzten Tage viel im Bett verbracht und kaum etwas gegegessen und getrunken.

Hmmm – wenig getrunken? Bei älteren Leuten (und das ist sie) löst Dehydration ziemlich schnell psychologische Phänomene aus … auch Gedächtnisprobleme etc. Also frage ich mehr nach über ihr Trinkverhalten.

Sie erzählt mir, dass sie allgemein etwas Mühe hat mit dem trinken, vor allem hat sie nie Durst, also sieht sie auch nicht ein, weshalb sie trinken muss.

Dabei ist sie auch jetzt nicht wirklich fit. Sie erscheint mir mehr gedämpft, als das nur von halbüberstandener Erkältung erklärbar ist.

Ich frage sie, ob ich etwas testen darf – dafür bräuchte ich ihren Arm.

Sie reicht ihn mir und ich kneife die Haut (vorsichtig natürlich) zusammen. Ältere Haut ist schon dünner, so geht das gut, aber was bei ihr auffallend ist: wie langsam die Hautfalte danach wieder verschwindet. Ich erkläre ihr, dass das ein Zeichen von Dehydration ist – also dass sie enorm ausgetrocknet ist. Immerhin bleibt die Hautfalte nicht stehen, dann hätte ich sie wohl grad ins Spital oder zum Arzt geschickt, aber so stelle ich ihr ein Glas Wasser mit dem neuen Dosett vorne dran und erkläre ihr, dass sie das doch bitte trinken soll, bevor sie geht.

Sie hat wirklich eine geschlagene halbe Stunde gebraucht dafür, bis sie es (mit viel huffen und puffen, Gesicht verziehen und zwischen den kleinen Schlucken viel reden) ausgetrunken hat. Die halbe Stunde habe ich ausser mit Smalltalk auch mit Information ausgefüllt, wie wichtig ein ausreichender Flüssigkeitshaushalt ist und dass sie zu Hause auch trinken muss.

Ich hoffe, sie hält sich dran. Ansonsten landet sie nämlich wirklich noch beim Arzt deswegen.

Apotheken aus aller Welt, 729: Krabi, Thailand

krabi

Aus unseren Ferien: auch in Krabi hat es Apotheken. Einige sogar, da das ein ziemlich touristischer Ort ist. Diese hier findet sich an der Aonang Beach Road – am berühmten Strand. Der ist nicht im Bild, da direkt hinter mir (der Fotografin).

Patienten (um)Sorgen

Zu meinem Erstaunen ruft Herr Vacuoli an um „seine Spritze“ zu bestellen. Erinnert Ihr Euch noch?  Es ist jetzt einen Monat seit dem letzten Besuch von ihm. Ich bin am Telefon. Und auch ohne die Kommentare im Computer in seinem Dossier … ich habe die Episode letzten Monat noch nicht vergessen, also weiss ich, um welche Spritze es geht. Das war er, der das teure Ding irgendwo „verloren“ hat und dann eine neue brauchte. Und jetzt braucht er dafür ein neues Rezept – und natürlich wieder einen Termin beim Arzt, der es ihm spritzt.

Pharmama: „Ich bestelle ihnen die Spritze gerne. Ich brauche allerdings ein neues Rezept dafür. Welcher Arzt wird es ihnen spritzen?“

Herr Vacuoli: „Oh … ich habe noch keinen Termin … der Hausarzt, denke ich?“

Angesicht seiner Probleme biete ich ihm folgendes an:

Pharmama: „Ich kann das Rezept beim Arzt verlangen – und ich kann das Medikament auch an den Arzt bringen, damit er es ihnen spritzen kann. Aber den Termin müssen Sie selber mit ihm machen.“

Das ist für ihn in Ordnung, also frage ich nach, welcher Arzt sein Hausarzt ist. Dem faxe ich die Bitte um ein Rezept … und bekomme tatsächlich auch prompt eines ausgestellt.

Das Problem beginnt dann, als ich dort telefonisch nachfrage, wann der Patient denn den Termin hat, damit ich das Medikament vorher dorthin bringen kann.

Praxisassistentin: „Hmm. Ich sehe keinen Termin für Herrn Vacuoli.“

Pharmama: „Okay – er braucht aber einen, der ihm das spritzt. Er … ist etwas unzuverlässig, deshalb dachte ich eigentlich, wir bringen das Medikament gleich dem Arzt vorbei, der das macht. Könnten Sie vielleicht ausnahmsweise mit dem Patienten telefonieren wegen dem Termin und uns dann informieren?“

Sie willigt etwas widerwillig ein … ich denke, sie sind das auch nicht gewohnt, wegen dem dem Patienten hinterherzulaufen ?

Am Nachmittag bekomme ich diese Nachricht der Praxis: Zuständiger Arzt für die Spritze sei eigentlich gar nicht er, sondern der Psychiater von Herrn Vacuoli. Er soll dorthin das spritzen gehen.

Das macht Sinn. Allerdings ist das nicht das, was Herr Vacuoli gesagt hat. Und der Hausarzt stellt das Rezept auch einfach so aus?

Nächster Kommentar im PC:  Zuständiger Arzt für Spritze eig. Psychiater (nicht Hausarzt).

Okay – nächster Anruf. Diesmal an den Psychiater von Herrn Vacuoli – den habe ich zum Glück im Patientendossier festgehalten, da er schon einmal mit einem Rezept von dem bei uns gewesen ist.

Ich erkläre der Praxisassistentin die Situation. Herr Vacuoli hat allerdings auch bei ihnen keinen Termin, aber sie verspricht nach Rücksprache mit dem Arzt einen zu machen. „Herr Vacuoli braucht diese Spritze unbedingt, also geben sie sie ihm bitte.“ Lässt der Psychiater mir ausrichten.

Ich biete an, das direkt zu ihnen zu bringen, aber sie meint, ich solle warten, bis ich Bescheid bekomme.

Ich höre und sehe 2 Tage nichts mehr. Dann kommt Herr Vacuoli vorbei. Seine Spritze holen.

Pharmama: „Guten Tag Herr Vacuoli. Ich habe inzwischen ein Rezept bekommen für die Spritze. Haben Sie denn auch einen Termin?“

Herr Vacuoli: „Hmm … jaaa?“

Pharmama: „Bei Dr.? (dem Psychiater?)“

Herr Vacuoli: „Nein, bei Dr. (dem Hausarzt). Heute nachmittag.“

Huh ?

Und weil jetzt kurz nach12 Uhr ist keine Chance für mich das nachzuprüfen und die Spritze vielleicht doch noch vorher direkt zu bringen.

Nun gut. Beide Ärzte sind zumindest überzeugt davon, dass er sie braucht (ich auch), ein Rezept habe ich auch dafür – und der Rest ist nicht wirklich meine Verantwortung. Selbst wenn ich langsam die „Mündigkeit“ dieses Patienten anzweifle.

Also habe ich sie ihm gegeben. Und nur noch gemahnt: „Aber bitte nicht wieder verlieren!“

Ich drücke die Daumen.

Rezeptfälschungsbeispiel

Die Rezeptkopie haben wir gefaxt bekommen im Rahmen einer Rundwarnung, dass es (und ähnliche) gefälscht sind.

Das ist so ein Fall – auf den ersten Blick sieht es noch einigermassen okay aus, aber je länger man es ansieht, desto mehr Fragen werfen sich auf:

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Wieso stellt die Hals-Nasen-Ohren (HNO) Abteilung im Spital ein Rezept für ein starkes Schlafmittel aus?

Seltsame Dosierung: einmal innert 24 Stunden – weshalb nicht grad „maximal 1 Tablette vor dem Schlafen“? Anders nimmt man ein Schlafmittel eigentlich nicht, oder?

Moment: das Rezept ist „für Kind“?

Nö.

Frage- und Antwort-Spiel

Ich hatte einen Physiklehrer, der häufiger mit den Leuten spielte, indem er ihre Fragen wörtlich nahm. Mit der Zeit merkte man das natürlich und fing im Normalfall an, die Fragen auch korrekt zu stellen, denn oft genug macht man das heute falsch, ohne dass das einem bewusst ist.

Beispiel:

Auf die Frage: „Wissen Sie, wieviel Uhr es ist?“ Oder gar: „Haben Sie die Uhrzeit?“ hat er immer mit „Ja.“ (und fertig) geantwortet. Immerhin hat man da nicht gefragt wieviel Uhr es gerade ist.

Dasselbe mit: „Kann ich auf die Toilette?“ (während der Unterrichtsstunde.) Da kam statt der Antwort dann oft die Gegenfrage: „Keine Ahnung. Kannst Du?“

Ausserdem hatte er die Angewohnheit, wenn jemand niesen musste „Hunds-cheib“ zu sagen statt „Gesundheit“ – in den meisten Fällen antwortet die Person dann mit „Danke“, da das nicht erwartet und (deshalb) nicht richtig gehört wurde … aber darum geht es jetzt nicht.

Ich kann mir nur vorstellen, wie er in der Apotheke jemanden beraten würde.

Patient: „Kann ich mit diesem Medikament etwas trinken?“

Er: „Können Sie sicher, immerhin soll man das mit Wasser nehmen und wenn Sie gar nichts trinken, verdursten Sie ja innert etwa 3 Tagen.“

Patient: „Ich meine: Kann ich Alkohol trinken?“

Er: „Sie können sicher – ich meine, wenn Sie Wasser trinken können und andere Flüssigkeiten, bekommen Sie wahrscheinlich auch Alkohol runter.“

Patient: „Nein. Was ich meine ist: Ist es eine gute Idee, dieses Medikament zusammen mit Alkohol einzunehmen?“

Er: „Was? Nein! Auf gar keinen Fall.“

Für die Lippen

In einer belebten Apotheke (nicht unserer) :

Apothekerin: „Kann ich ihnen helfen?“

Ältere Frau (in voller Lautstärke): „Ich brauche KY Creme für meine LIPPEN hat der Arzt gesagt!“

Apothekerin: „Ah, Entschuldigung?“

Ältere Frau: „ICH BRAUCHE KY CREME FÜR MEINE LIPPEN¨“

Apothekerin: „Ok …. Hat Ihr Arzt gesagt, sie sollen das KY für einen speziellen Grund auftragen?“

Ältere Frau: „MEINE LIPPEN SIND TROCKEN!“

Apothekerin: „Ist es denn für ihren Mund?“

Ältere Frau: „NATÜRLICH! WO HAT MAN SONST LIPPEN???“

(unterdrücktes Gelächter von hinter ihr)

Apothekerin: „OK, Ich denke aber er hat eher eine Fettcreme wie Vaseline gemeint.“

Ältere Frau: „OH, OK. ABER FÜR WAS IST DENN DIE KY CREME?“

Apothekerin: „Nun, das wird gebraucht als Gleitcreme für die Vagina.“

Ältere Frau: „DIE WAS?“

Apothekerin: „DIE VAGINA!“

Ältere Frau: „OH, NEIN … DIE BRAUCHE ICH NICHT MEHR.“

Apothekerin: „Okay, das macht 5.95 für die Vaseline – man könnte die auch an beiden Stellen anwenden …“

(Repost leicht adaptiert vom Juli 09)

Blutdruck, Body, Booster

Wir fangen gut an nach den Ferien.

Pharmaassistentin Donna verabschiedet sich mit: „Da ist noch jemand im Beratungsraum, der den Blutdruck gemessen haben will.“ in den wohlverdienten Feierabend.

Als ich den Raum betrete, hat sich der Patient schon oben frei gemacht. Das heisst: er hat den Oberteil seines Arbeitsoveralls runtergezogen und sitzt im Muskel-T-shirt mit nackten Oberarmen bereit. Und der Mann hat Oberarme! Ui. Offensichtlich macht er Bodybuilding. Obwohl er mir noch reichlich jung scheint. Um die 20 Jahre?

Ich setze mich und beginne mit dem üblichen smalltalk: „Weshalb möchten Sie, dass ich Ihnen den Blutdruck messe?“

der junge Mann (djM): „Ich hatte in den letzten Tagen so Kopfschmerzen. Leichtes stechen auf der einen Seite. Ich möchte wissen, ob das eventuell vom Blutdruck kommt.“

Pharmama: „Haben Sie denn bekannt hohen Blutdruck?“

djM: „Es könnte sein. Das letzte Mal war er etwas erhöht beim Arzt.“

Pharmama: „Nehmen Sie irgendwelche Medikamente?“

djM: „Keine Blutdruckmittel.“

Pharmama: „Und sonst? Etwas gegen die Kopfschmerzen?“

djM: „Bis jetzt habe ich noch nichts genommen. Aber …“

ich schaue ihn erwartungsvoll an.

djM: „Vor dem Trainieren heute abend habe ich einen Booster genommen …“

(und weil ich nicht grad reagiere – ehrlich gesagt: das kenne ich noch nicht)

djM: „… das ist etwas illegales… “

Ookay, das grenzt es etwas ein. (?)

Pharmama: „Was war denn da drin?“

djM: „Ich weiss nicht genau.“

Immer schön. Man schluckt einfach mal was.

Pharmama: „Dann wollen wir mal schauen, wie Ihr Blutdruck ist.“

Ich messe den Blutdruck. Erst rechts, dann links – wenn es das erste Mal ist, will ich auch schauen, ob da ein grösserer Unterschied besteht. Dem ist nicht so. Aber die Werte sind erhöht. Der obere zwischen 143 bis 148, der untere ist okay um die 90 – aber der Puls: beide Male (und das in Ruhe gemessen) 108.

Nochmal: Ui.

Ich diskutiere die Werte mit ihm. Seine Kopfschmerzen könnten vom erhöhten Blutdruck kommen. Momentan ist es aber sinnvoll erstmal zu sehen, ob das weggeht mit Schmerzmitteln (und wegbleibt) und den Blutdruck bei Gelegenheit beim Arzt wieder anschauen zu lassen, vor allem, wenn das mit den Kopfschmerzen ein Problem bleibt. Ausserdem rate ich ihm dringend ab weiter die Booster zu benutzen. Speziell, wenn er Kopfschmerzen und einen erhöhten Blutdruck hat. So wie es aussieht enthält das Coffein oder Amphetaminartiges das den Puls ziemlich erhöht. Normal wären bei einem Sportler und in Ruhe um die 60 Schläge. Je untrainierter desto höher. 108 ist schon sehr hoch, vor allem nach ein paar Minuten ruhigem Sitzen. Das fällt schon unter Tachykardie: Herzrasen. Ich denke, er kann sich auf eine eher unruhige Nacht vorbereiten.

Schmerztabletten hat er noch zu Hause und neue will er nicht ausprobieren, aber er will noch einen Beruhigungstee.

Auch interessant, auf was die Leute so Wert legen. Beim Booster war es egal, was drin war, aber der Tee musste möglichst natürlich sein … schliesslich mag er nicht gerne Medikamente nehmen.

Quicky (28)

Weil es nie „für mich selber“ ist …?

Frau: „Ich hätte gerne eine gute Lippenpomade.   Nicht für mich.    Für meine gesprungenen Lippen!“

Mehr kurz/Knackiges:

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Pharmama in der astrea apotheke

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Seit Januar darf ich für den Fachteil der astrea-apotheke schreiben. Das ist eine sehr sympathische Apothekenzeitschrift … Neu also auch mit meinem Entchen! Im Bild die aktuelle Ausgabe – mehr folgt. #apotheke #astreaapotheke #entchen #fragpharmama

astreaapotheke

Die beste Antiwerbung für DocMorris: Kundenbeiträge

Am Sonntag hat DocMorris im grossen Stil und an alle (aktiven und auch ehemaligen) Kunden der Versandapotheke mails geschrieben um gegen das geplante Versandverbot von rezeptpflichtigen Medikamenten anzugehen. Merke: das Verbot betrifft nur rezeptpflichtiges – das Problem ist, dass das der einzige Weg zu sein scheint, mit dem gegen die Folgen des EuGH-Urteils angegangen werden kann. Das (irre) Urteil bevorteilt nämlich die ausländischen Versandapotheken, die nun Rabatte (auf alles) gewähren dürfen, während die Apotheke vor Ort weiterhin an die gesetzliche Preisbindung gebunden ist.

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Klaro: man versucht die Leute heute beim Geldbeutel zu packen – dabei gibt es gute Gründe, die gegen Rabatte bei rezeptpflichtigem sprechen: sollte da wirklich ein Anreiz geschaffen werden, mehr (als nötig) zu bestellen? Und: da die Krankenkassen die Medikamente ja im Endeffekt bezahlen – stehen diese Rabatte dann nicht eigentlich der Kasse zu? Und die „Preisvorteile für alle“ betrifft ja nicht die Apotheke vor Ort selber, die darf nämlich keine Rabatte geben (und auch keine bekommen). Unfair.

Dabei haben die Versandapotheken vorher schon viele Vorteile gehabt: sie leisten ja keinen Nacht- und Notdienst, sie stellen keine Individualrezepturen her, sie versenden keine Betäubungsmittel für schwerstkranke Patienten – praktisch picken sie sich die „Rosinen“ heraus, während die Apotheken vor Ort einem Kontrahierungszwang unterliegen und das alles machen müssen. Diese Leistungen kosten Geld (Lohn und Miete und Einkauf und so weiter) und werden den Apotheken zwar verlangt, aber sehr schlecht vergütet (bis gar nicht). Wandert jetzt ein Teil der Patienten gelockt von den Rabatten zu den ausländischen Versandapotheken ab, werden (noch) mehr Apotheken unrentabel und müssen schliessen. Dagegen wehren sie sich natürlich.

DocMorris geht schon lange in die Offensive… die schiessen seit Monaten aus allen Rohren um mehr Kunden zu gewinnen: Flyer in den Kaufhäusern, Flyer in den Ärtepraxen, Fernsehwerbung … und jetzt offensichtlich noch mails an alle Kunden. Ja – da sieht man auch, wie die Patientendaten verwendet werden. Wenn man mal drin ist …

Aber die Beste Anti-Werbung für DocMorris findet sich auf der Facebook-Seite der Versandapotheke selber bei den Besucherbeiträgen:

Warum muss ich so lange auf Antwort warten! Ich versuche seit Tagen eine Lieferung zu reklamieren, .. Werbung läuft auf Hochtouren aber keiner kümmert sich um Reklamationen. Mails werden nicht beantwortet, Am Servicetelefon fliege ich nach 10 bis 20 Minuten aus der Warteschleife. Faxe kann ich nicht an Docmorris senden, immer eine Fehlermeldung. Egal welchen Versuch ich unternehme es ist mir nicht möglich Docmorris zu erreichen um meine Reklamation vorzubringen.

Super enttäuscht von der Erreichbarkeit des „Kundenservice“. Dauerwarteschlange in der Hotline. Mails werden erst nach Tage (wenn überhaupt) beantwortet. Da darf nichts dringendes dabei sein.

Erreichbarkeit: die Apotheke vor Ort ist täglich für Dich da. Dank Notdienst ist rund um die Uhr eine Apotheke erreichbar – auch für Fragen oder Reklamationen, wenn mal etwas nicht so geklappt haben sollte. Wer jetzt ausruft von wegen den weiten Wegen zur nächsten Apotheke auf dem Land (und den kurzen in der Stadt) sollte folgendes bedenken: Eine Apotheke ist nicht stattlich gesponsert. Sie muss sich selber erhalten / rentieren. Je mehr Kunden, desto besser ist das möglich. Ohne Kunden stirbt die Apotheke vor Ort … also auch, wenn die nur noch Online einkaufen.

Ganz schwach ! Vor 3 Tagen Bestellung aufgegeben, immer noch nichts erhalten. Also besser direkt zur Apotheke gehen, auch wenn es ein paar Euro mehr kostet.

Ich habe am Montag vormittags bestellt. Heute am Donnerstag ist die Ware immer noch nicht im Versand. Ich versteh ja, dass mal was schief läuft, aber eine Info wäre nett bzw. eine Antwort auf meine E-Mail-Rückfrage wäre nett gewesen… Bin etwas enttäuscht.

Manchmal frag ich mich, ob DocMorris überhaupt mitdenkt, ich habe bei meiner letzten Bestellung extra vermekrt, dass man eine Zustellung für samstag veranlasst, nichts ist passiert, Zustellung am Donnestag, ich nicht da und habe jetzt wieder die Ehre einen Umweg von über 5 km machen zu müssen, damit ich mir mein Päkchen auf der Post abholen kann. So stelle ich mir den Service nicht vor und ich werde mir wohl überlegen, ob ich da bei DocMorris bleibe oder zur Kongurenz gehe!

Nun, dies war meine erste Bestellung bei DocMorris. 2 Rezepte. Es ist jetzt 96 Stunden her, und ich habe erst die Medikamente des einen Rezeptes erhalten … Kein Hinweis auf den Verbleib der Medikamente des 2. Rezeptes. Keine Mail. Kein Anruf. Lediglich auf der DocMorris-Bestellseite wurden die nicht gelieferten Medikmente aus der Bestell-Historie heraus gelöscht! OK. Also, beim Kundenservice angerufen. Nach ca. 2 Minuten war ein freundlicher Mitarbeiter am Telefon, der mir erklärte, dass die größte Versandapotheke Europas meine Medikamente nicht liefern kann. Donnerwetter, das hätte ich nicht erwartet. Täte ihnen leid, aber ihr Lieferant könne die Medikamente nicht besorgen. Sie würden also das 2. Rezept an mich zurückschicken. – Das ist der Anfang vom Ende. Ich kaufe wieder bei meiner örtlichern Apotheke um die Ecke! Sorry DocMorris, von Europas – angeblich – größter Versandapotheke hatte ich mehr erwartet!

habe Montag den 6. Februar eine Bestellung online gemacht. Bis jetzt noch nichts gehört vom Versand. Sind wichtige benötigte Tropfen dabei. Wann bekomme ich meine Ware??????

Habe heute bei DocMorris angerufen, weil sie ja Lieferschwierigkeiten haben.
Habe nach gefragt ob ich bei DocMorris ASS 100 bestellen kann und ob die Tabletten da sind. Die Dame am Telefon sagte das ASS 100 nicht da wären und sie nicht liefern kann.
Dann gehe ich doch gleich in eine Ortsansässige Apotheke und hole es da auch wenn man manche Medikamente nicht da hat, in 2 bis 3 Stunden sind die aus der Zentral Apotheke da. Ich frage mich warum macht DocMorris noch so Reklame !!!

Lieferfähigkeit – die Apotheke vor Ort kann mehrmals täglich Medikamente bestellen. Im Normalfall sind sie nach einem halben Arbeitstag da. Die Apotheke vor Ort bemüht sich auch bei Lieferengpässen engagiert und selbständig um Ersatz. Ganz viele Apotheken bieten auch an, nicht vorrätige Medikamente oder bei Mobilitätsproblemen nach Hause zu bringen. Kostenlos.

DocMorris ist (war?) eigentlich eine tolle Sache! Nur leider sind seit kurzem für manche ganz wichtige Hilfsmittel (z.B. Insulinspritzen) auf Rezept „vorrübergehend nicht verfügbar“, heißt auf Rezept gar nicht mehr erhältlich!! Weiß nicht, wie oft ich schon nachgefragt habe, ob es dazu mal eine konkretere verlässlichere Meinung bei docmorris gibt. Wenn man nur noch bestimmte Sachen bekommt, kann man auch gleich zur Apotheke vor Ort gehen.

Das ist Kühlware … wie garantiert da die Post die ununterbrochene Kühlkette?, Aber ich habe schon geschrieben, dass sowieso nicht alles rezeptpflichtiges bei der Versandapotheke bestellbar ist? Betäubungsmittel (starke Schmerzmittel etc.). Also ist so eine Versandapotheke keine Hilfe für Palliative Patienten – da ist nichts mit „einfach nach Hause schicken“.

Bekannter hat bei euch Talcid bestellt. Da er Probleme mit der schilddrüse hat nimmt er Schilddrüsentabletten ein. Leider hat ihm das keiner gesagt, dass er 2 Stunden abstand nehmen soll zu den tabletten. Jetzt hat er dadurch einige Probleme .. Nicht so super!

Beratung: geht immer noch am besten im direkten Patientenkontakt. Interessanterweise hat die Versandapotheke in Deutschland eigentlich hier noch einen Vorteil: da sie alle Patientendaten und eingekaufte Medikamente speichern darf können sie so Wechselwirkungen eigentlich sehen. Dagegen darf die Apotheke vor Ort das nur mit ausdrücklicher Genehmigung speichern – zum Beispiel in Zusammenhang mit einer Kundenkarte. Aber anscheinend heisst „können“ auch hier nicht machen.

Bildquelle: mailing DocMorris.

Da lacht die Apothekerin (Rezept)

Das Rezept ist für einen Herr. Er wusste dann (bei dezentem nachfragen unsererseits) auch nicht, „wie“ er das Anwenden soll, die (Vaginal)Ovula. Haben es dann mit Rücksprache beim Arzt in Tabletten gewechselt.

Apotheken aus aller Welt, 728: Male, Malediven

Danke Steffi für diesen Fund. Auf den Inselchen gibt es sicher nicht viele Apotheken.

anbei Foto einer Apotheke in der Hauptstadt Male auf den Malediven.
Leider war es schon sehr dunkel, als ich damals das Foto gemacht habe.

male

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