Von den hochnäsigen Apothekern

Lange ists her, da habe ich ein mail bekommen einer empörten Blogleserin und eine Antwort geschrieben. Dann habe ich gedacht „Ach, bringt ja doch nichts“ und es ad adcta gelegt. Heute habe ich das wieder gefunden. Und: passt immer noch.

Abgesehen davon stört mich der Oberlehrerton, der ja auch hier im Blog herrscht…Als wenn alle Kunden Deppen wären…Drum sinds die Apotheker, die sich überwichtig nehmen.Wenn ich Beratung haben will, dann sage ich es.Aber wegen jeden Hustenbonbon, den ich zufällig mal in einer Apotheke kaufe, eine halbe Stunde vollgelabert zu werden, finde ich nur nervig.

Ja nun. Als Apotheker ist man ein shizophrenes Wesen. Da hat man 5 Jahre Studium hinter sich, weiss unglaublich viel über den Körper, Krankheiten und noch mehr über Medikamente, Wirkmechanismen, Galenik und noch viel mehr … und dann steht man in der Apotheke und hat den Auftrag (!) die Bevölkerung mit der richtigen Medikation zu versorgen und sie darüber zu beraten, dass diese dann richtig angewendet wird. Trotzdem wird man von vielen Leuten praktisch nur als Verkäufer und Detailhändler wahrgenommen. Was wir (gezwungenermassen) auch sind – wir geben ja nicht nur Medikamente auf rezept ab, wir verkaufen die Medikamente und Medizinprodukte, die Nahrungsergänzungsmittel etc auch OTC – „Over the Counter“, also den Ladentisch.

Dabei kommt man – wie alle, die im Verkauf und in der Beratung arbeiten – halt in Kontakt mit einer Menge Leute, darunter auch einige, deren Verhalten manchmal seltsam, manchmal komisch, oft ungeduldig, besserwisserisch, ärgerlich, fordernd, verwirrt etc. ist – halt das ganze Bandspektrum menschlicher Ausdrucksweise. Da hat es intelligente darunter, weniger intelligente, Faule, Abhängige aber auch Professoren, Mit-Medizinal-Personen etc. … und manche haben keine Ahnung, viele wissen „etwas“ andere denken, sie wissen es und manche tun es tatsächlich – aber: All die müssen beraten sein. Man weiss heute, dass etwa 10% der Selbstmedikation, die die Leute für sich wollen nicht geeignet sind. Auch Ärzte machen beim Verschreiben Fehler (auch das sind nur Menschen). Dann müssen wir da  sein, aufmerksam bleiben und das merken.

Wenn ich dann bei einer Person zuviel frage, oder etwas erkläre und sie dann ärgerlich wird – was soll ich tun? Bei der nächsten, der ich dasselbe sage, ist sie dankbar, weil sie das bisher nicht gewusst hat oder sogar etwas nicht richtig genommen hat. Allen Leuten Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. So bemühe ich mich – und bei denen, wo das nicht ankommt … gehe ich am Ende mit einem Schulterzucken darüber weg.

Und so ist das halt auch mit dem Blog hier. Wenn ich mit „Oberlehrerton“  oder rechthaberisch rüberkomme … dann sei es halt so. Ich will ja auch den Lesern und Leuten hier ein bisschen zeigen, wie das in der Apotheke so läuft im Kundenkontakt, auch Info geben, Wissen rüberbringen,… und wenn sie dabei noch etwas lernen –umso besser! Zwingen mein „Geschreibsel“ hier zu lesen tue ich niemanden.

Blog-Review 2018

Der Blog 2018 in Zahlen:

  • 150 veröffentlichte Beiträge,
  • 814’325 Aufrufe*
  • 370’831 Besucher
  • 1865 Kommentare und
  • 604 Likes.

*Ja, das ist erstmals seit 2011 weniger als 1 Mio. An was liegt es? Zu wenig geschrieben? Weniger Interesse? Mehr Feedreader-Leser? Die Zahlen sind abnehmend … zumindest was Besucher / Aufrufe angeht – Auch wenn der Blog seit Entstehung 10 Millionen Besucher hatte. Inzwischen sind mir die Zahlen aber auch nicht mehr so wichtig … wichtiger finde ich, die Diskussionen und Kommentare, die sich durch die Blogposts ergeben. Davon habe ich persönlich viel mehr, auch ein Gefühl von „Verbundenheit“: ich bin nicht alleine mit den Problemen hier. Danke Euch für’s lesen und mitmachen!

Top Ten der meistgelesenen Artikel 2018:

10) Weshalb Homöopathie (doch) in die Apotheke gehört – Homöopathie ist ein Reizwort und nicht mein Lieblingsthema. Das war ein Gastbeitrag und Plädoyer, nicht unbedingt für die Homöopathie, sondern für einen richtigen Umgang damit.

9) Nur Sie machen mir Immer Probleme! – Das beruht auf Gegenseitigkeit, liebe Patientin. (Sorry)

8) Seltsames vor Ladenschluss …  – Wie sicher bist Du, dass das nicht ernst gemeint ist?Nur Sie machen mir Immer Probleme!

7) Dieses böse Korson … – Das missverstandene Kortison. Immer eine Diskussion wert.

6) Happiger Aufschlag oder Schuss ins eigene Bein? – Eine der Dienstleistungen der Apotheke ist der Austausch von (teuren) Medikamenten durch günstigere. Dafür darf (beim ersten Mal) auch etwas verlangt werden. Die Frage ist: lohnt sich das für irgendwen?

5) Von der schwarzen Liste und Rabeneltern – Die Krankenkasse ist eine Versicherung, sie wird aber auch zunehmend teurer. Was passiert, wenn die Eltern die Prämien der Kinder nicht zahlen?

4) Beleidigend direkt? – Wie sage ich es meinem Patienten?

3) Mengenabgabekontrolle durch die Versandapotheke: Nicht vorhanden. – Der Post hat mir fast eine Abmahnung von der Versandapotheke gebracht. Aber ich stehe dazu. Zu meiner Meinung zu den bestehenden Fakten.

2) Wann ist Schluss?  –In der Apotheke führt man die Rezepte der Ärzte aus. Aber was, wenn man da mitbekommt, dass der Arzt nicht mehr „fit“ dafür ist zu praktizieren?

1) Ein Hundebiss in Thailand  Ein sehr unangenehmes Erlebnis in unseren Ferien. Schnell passiert mit langen Nachwirkungen. Ob man etwas hätte besser machen können?

Das war mein 2018

Die Zeit zwischen den Jahren ist immer auch Rück- und Ausblick-Zeit. Eine Gelegenheit inne zu halten und Fazit zu ziehen. 2018 war … ein interessantes Jahr. Es ist viel passiert, es war gut, es war schlecht, es hatte von allem ein bisschen. Nicht alles bekommt man hier auf dem Blog mit – aber so einiges vielleicht doch.

Ich bin 45 Jahre alt geworden. Jaja, Alt, ich weiss – und über das Alter redet man ja nicht. Also will ich nix mehr darüber hören.

Vor 25 Jahren hatte ich die Matura – und dieses Jahr deshalb ein Treffen der ehemaligen Schüler von damals.

Vor 20 Jahren habe ich das Diplom als Apothekerin gemacht – und dieses Jahr haben wir das in einem grossen Treffen gefeiert.

Vor 15 Jahren habe ich die Verwaltung der Apotheke übernommen.

Vor 13 Jahren haben Kuschelbär und ich geheiratet. Aber ein unglückliches Jahr war 2018 deshalb nicht :-)

Vor 12 Jahren bin ich Mama geworden. Damit gehört „Junior“ jetzt auch schon zu den Grossen. Nix mehr Kleinkind und auch nix mehr mit vielen Vergünstigungen (zum Beispiel in den Ferien). Momentan ist alles dran wie sein weiterer schulischer Weg aussieht – Effektiv zeigt sich im Januar wie die Lehrer entschieden haben. Viel Mitspracherecht hat man da nicht.

Vor 10 Jahren habe ich angefangen als Pharmama zu bloggen.

Vor 5 Jahren ist ein Buch von mir bei einem Verlag veröffentlicht worden. „Haben Sie diese Pille auch in grün?“ – Inzwischen in der 4. Auflage (!). Darauf bin ich immer noch stolz, auch wenn man an manchen Kritiken sehen kann, dass das manche als Patientenbashing ansehen … als was es wirklich nicht gedacht ist.

Und dieses Jahr selber? In der Apotheke läuft es. Und wie. Die Arbeitsbelastung hat zugenommen – in einem Mass, dass es sich auch durch Teilzeitarbeit kaum mehr kompensieren lässt, oder anders gesagt: ich bin danach häufig so kaputt, dass ich kaum mehr etwas daneben machen kann. Das Bloggen leidet etwas darunter (habt ihr sicher gemerkt). Für die Familie ist das auch nicht so toll. Fazit ist: wir brauchen mehr Personal in der Apotheke. Dieses Jahr sollte sich das (damit) etwas beruhigen. Hoffe ich. Neben mehr Patienten haben wir ausserdem mehr Kompetenzen erhalten, oder anders gesagt: wir bieten mehr Dienstleistungen an in der Apotheke. Das bedingt natürlich auch wieder, dass man sich weiterbildet. Regelmässig. Wer denkt, er sei nach Schule und Uni fertig mit lernen, denkt falsch (und sollte auf gar keinen Fall Apotheker werden).

Januar 2018 hatte ich ein Bloggertreffen mit anderen „Medizin-Bloggern“ in Berlin. Das erste grosse – und es war toll. SO toll, dass wir das 2019 wiederholen – in Hamburg.

Neben dem Blog habe ich auch vermehrt Artikel für Zeitschriften geschrieben: Erst ein Artikel, dann als Offizinicus (Kolumne) im OTX-World. Zur Weiterbildung und Unterhaltung wieder im Bulletin der Astreaapotheke. Für Pharmapro habe ich ausserdem Artikel geschrieben rund um HR (Personalmanagement). Und für die Jubiläumszeitschrift der Pharmasuisse (des schweizer Apothekerverbandes) durfte ich ebenfalls einen Artikel beitragen.

Zwei Mal durften wir Ferien machen. Einmal in Thailand Badeferien und die in Südafrika konnte man hier verfolgen. Ferien sind toll – und die Zeit, die ich mit der Familie und (weit) weg von Apotheke richtig geniesse. Auch wenn ich im Frühling einen ziemlichen Schreck hatte mit dem Hundebiss und den anschliessenden Tollwutimpfungen. Ich lebe noch – und habe es wegen Tollwutimpfmangel trotzdem noch immer nicht geschafft, den Rest der Familie vorimpfen zu lassen, damit sie das im Falle nicht durchmachen müssen.

Es ist also einiges passiert und ich habe einiges gemacht – und trotzdem… das Gefühl, dass das Jahr richtiggehend vorübergerannt ist. Wir haben schon 2019. Irgendwie … fasse ich das noch nicht richtig.

Ich gehe mit Elan ins neue Jahr. Ich möchte jeden Tag nutzen können, mehr Augenmerk auf Familie und das Jetzt legen. Mich weniger stressen (lassen).

Es wird weitergehen hier … nur vielleicht etwas … langsamer.

10 hoch 7

Oh. Das habe ich doch glatt verpasst! 10 Millionen … soviele Aufrufe hat Pharmama.ch verzeichnet.

10'000 000

Danke an Euch, liebe Leser – ob regelmässig oder gelegentlich!

(Das war’s schon. Weitermachen!)

Edit: nachdem 10hoch6 und 10 hoch 6 x 10 nicht wirklich so korrekt war … habe ich still und heimlich den Titel nacheditiert … Mathe war noch nie meine Stärke und in der Apotheke brauche ich die Potenzen auch kaum (mal abgesehen von der Homöopathie, aber das ist ein anderes Thema).

Doofe neue Datenschutzverordnung

Man könnte das Gefühl bekommen, dass die neue Datenschutzverordnung darauf abzielt, das Bloggen zu verhindern. Echt. Ich habe mich gerade an einer neuen Seite dazu versucht – wird ja obligatorisch ab 25. Mai. Aber wirklich „rechtsicher“ ist es einfach nicht möglich das hin zu bekommen.

Denn wenn ich da alles befolgen will, dann darf ich keine Social-Share-Buttons mehr auf dem Blog haben (die werden wahrscheinlich demnächst verschwinden, darauf kann ich verzichten, wenn es sein muss). Dann darf ich keine Like-Buttons mehr haben (Meh. Ehrlich?). Keine Avatare oder Gravatare bei den Kommentaren … Nein eigentlich darf ich dann auch keine Kommentare mehr zulassen  – und da hört es dann für mich auf. Kommentare sind des Bloggers „Brot“.

Werde ich jetzt so indirekt gezwungen mit dem Bloggen aufzuhören? Ich will nicht! Okay – ich unterstehe dem Schweizer Recht und nicht dem EU-Recht. Unsere Datenschutzverordnung wird aber auch angepasst – soll dann im August mal kommen. Mir schwant übles.

Blogdesign? Hilfe?

Ich bin am überlegen, das Design meines Blog anzupassen / zu ändern.

Bevor ich das aber mache, habe ich ein paar Fragen an Euch, meine lieben Leser. Ich wäre Dankbar, wenn ihr Euch ein paar Minuten Zeit lassen würdet, sie mir zu beantworten.

WordPress schaltet Werbung – ich habe festgestellt / gehört, dass das vor allem bei den Lesern via mobile ein Problem ist, weil das sogar die einzelnen Blogposts „unterbricht“. Ich habe an den Einstellungen etwas gedreht – ist das immer noch so? Ich denke, eine Einschaltung pro Artikel (oben oder unten) mag es vertragen, mehr fände ich auch nervig.

Was hättet ihr gerne für „Features“ / was ist wichtig für Euch auf einem Blog? Also zum Beispiel, dass man wieder auf das Titelbild klicken kann um zur Startseite zurückzukommen? Anzeige anderer (passender) Blogposts dazu? Einfacher Zugang zu den verschiedenen Kategorien? Kommentaraufbau?

Sollen die Artikel auf der Hauptseite weiterhin im ganzen Text angezeigt werden oder lieber als „weiterlesen“-Teaser?

Wie wichtig sind Euch Bilder? Darf? / Kann? / Muss?

Andere Gedanken / Ideen?

Passt grad: das von mir verwendete Theme gibt es nicht mehr???

funki