Ferienbeschrieb Norwegens Postschiffroute

Wir waren die letzten Ferien (Anfang Oktober) auf Postschiffahrt entlang der Küste von Norwegen. Ich habe mir überlegt, eventuell wieder auf Island zu gehen, aber nach dem Tod von Papa kurz nach den letzten Ferien dort, befürchtete ich von Erinnerungen übermannt zu werden. Also etwas neues … und vielleicht trotzdem … Nordlicht. Das ist inzwischen ein running gag in der Familie geworden, weil wir es in 3x Island verpasst haben.

Die Postschiffroute, auch Hurtigruten genannt, sind Schiffe, die entlang der Küste von Norwegen zwischen Bergen und Kirkenes zirkulieren. Ausser den klassischen Postschiffen, gibt es eine neue Reederei auf derselben Route, die nennen das dann Kystruten. Die Havila Schiffe sind sehr neu (Baujahr 2021-2023), fahren umweltfreundlich mit Erdgas und Strom und sind übersichtlich gross. Letzteres war mir noch wichtig, ich hab einen Horror vor Menschenmengen und Massenveranstaltungen und wenn man da 12 Tage praktisch in einem schwimmenden Hotel ist … eben. Unten links übrigens der Grössenvergleich: das Postschiff passt 4-5 mal in das Kreuzfahrtschiff. Rechts das Schiff der Havila unterwegs – es hat dieselbe Grösse wie das Hurtigrutenschiff.

Erster Tag war in Bergen, das eine sehr hübsche Altstadt hat und der kurze Ausflug mit der Zahnradbahn auf den Floyen war toll (typisch schweizerisch, irgendwo auf die Hügel rauf zu müssen).

Das einchecken an Bord funktioniert wie in ein Flugzeug. Man gibt das Gepäck ab, bekommt eine Karte (in dem Fall eine zum umhängen, die einen ausweist, wenn man von Bord geht, Essen bestellt oder etwas im Shop kauft und als Kabinenschlüssel fungiert). An einem weiteren Schalter wählt man seine Essenszeiten aus (dazu später mehr).

Die Kabine ist wie ein kleines Hotelzimmer. Die Aussenkabine hat Platz für 3 Erwachsene (grad so), Fenster, Schrank (der nie für 3x Gepäck reicht), Kühlschrank, Kaffemaschine, WC/Dusche. Sie wird alle 2 Tage geputzt, neue Tücher gibt es, wenn man sie auf den Boden legt (oder vorher, wir hatten sie doppelt). Auf dem Bildschirm kann man Infos zum Tag abrufen, etwas Fernsehen oder auf der Bugkamera die Fahrt beobachten. Am Telefon gibt es eine Einstellung, wenn man sich wegen dem Nordlicht informieren lassen will. Es gibt WLAN – reicht aber nicht für riesigen Datenaustausch, wie manche Spiele von Junior. Unsere Kabine lag direkt neben dem Landgang – aber die Geräusche hielten sich auch beim anlegen Nachts im Rahmen.

Auf dem Schiff hat es noch bessere Kabinen (Suiten), ein paar Innenkabinen, einen Raum für Leute, die nur von Hafen zu Hafen transferieren. Man isst im Havrand Restaurant (oder zwischendurch im Café), trinkt etwas in der Panoramalounge mit Fensterfront am Bug, benutzt den Aussenjacuzzi oder Sauna und Fitnessraum oder geniesst einfach irgendwo die wechselnde Landschaft. Es gibt eine App (Kystruten) auf der man jegliche Info bekommt zu Schiff, wo man sich grad befindet, was man da sehen kann, welche Schiffe man kreuzt, ob Nordlicht möglich ist. Auf dem Bildschirm im Zimmer hat man immer die Info vom Tag (angefahrene Häfen, Touren an dem Tag …) und einmal täglich gibt es eine Infoveranstaltung im Konferenzzimmer an der man teilnehmen kann und etwas über Norwegens Kultur, Sprache und mehr erfährt.

Das Essen an Bord war ein weiterer Grund, Havila zu wählen. Es gibt ausser beim Morgenessen kein Buffet. Beim Morgenessen wählt man das warme Gericht (Pfannkuchen, Rührei etc.) aus dem Menü, den Rest holt man sich. Am Morgenessen hat man keinen festen Tisch, man kommt zwischen 7.30 Uhr bis 10.30 Uhr und bekommt dann einen Tisch zugewiesen. Wasser, Orangensaft und Kaffee sind in der Vollpension inklusive. Wenn man sonst Softdrinks, Cocktails, Wein etc. möchte, wird das auf das Zimmer und die anfangs hinterlegte Kreditkarte aufgeschrieben. Es gibt Getränkepakete, aber nachdem ich das mit den Preisen und was wir meist so trinken verglichen habe, haben wir keines genommen, da es sich nicht lohnt.
Am Mittag hat man eine Menuekarte. Auf der stehen verschiedenste kleine Gerichte – teils solche, die die ganze Reise lang bleiben, teils wechselnd (alle 3 Tage). Man wählt 3 der Gerichte aus und ob man das „Geheimnis des Tages“, das Dessert möchte. Ich fand die Auswahl sehr gut, auch für Vegetarier und glutenfrei, alles angeschrieben.
Abends ist es ähnlich, aus dem wechselnden Menue wählt man hier eine Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch. Dazu bekommt man eine Auswahl an Gemüse separat serviert.
Mit dem System haben sie übrigens 80% weniger Essensabfall als im Vergleich zum Buffet! Und ich finde es wesentlich stressfreier :-)
Man hat einen festen Tisch und Essenszeiten mittags und abends, die man beim einchecken wählt. Wir hatten einen Tisch, den wir mit anderen teilten. Da wir die Reise BKB, also Bergen bis Kirkenes und zurück gemacht haben, haben die gewechselt. Hin hatten wir ein deutsches junges Pärchen am Tisch, zurück ein älteres aus Norwegen, beides nette Gesellschaft.

Es gab vor der Reise gewisse Befürchtungen, dass es langweilig werden könnte. Ich fand das nicht – die Landschaft wechselt, das Wetter wechselt und es ist sehr schön das zu beobachten. Spezielle Punkte werden auch „ausgerufen“ über die Lautsprecher im Gang. An den Häfen an denen man länger bleibt, gibt es Ausflüge, von denen wir einige gebucht und gemacht haben. An den kürzeren konnten wir zuschauen, wie auf- und abgeladen wird, Leute zu- und aussteigen: vor allem im Norden dient das Postschiff als öffentliches Verkehrsmittel, wie die vielen Fähren. Wenn man unterwegs ein Schwesterschiff der Havila oder der Konkurrenz der Hurtigruten trifft, grüssen sich die beiden.

Unsere Ausflüge auf der Fahrt nach Norden: Trondheim mit der historischen Strassenbahn, Schlauchboot Tour zum Saltstraunen und den Seeadlern (bei Bodø), Abendessen beim Vikinger (Von Bord in Stamsund, zurück in Svolvær).

Unsere Ausflüge auf der Fahrt zurück nach Süden: Königskrabben-Expedition mit dem Schlauchboot (in Kirkenes), Frühstück am Nordkap (Honningsvåg bis Hammerfest), Marmorbergwerk Bergatt (Kristiansund bis Molde – den vor allem wegen der Atlantikstrasse, die sie im Herbst/Winter aber nur machen, wenn das Wetter mitmacht).

Die Ausflüge waren alle toll, sehr gut organisiert, beim Schlauchboot am Saltstraunen hatten wir Pech mit dem Wetter, auch gut eingepackt war das eher … herausfordernd mit den Wellen und Eisregen. Das Frühstück am Nordkapp war mehr Busfahren als erwartet, da ist man 4 Stunden unterwegs, aber die tolle Landschaft und das Wetter machten das wert. Unterwegs haben wir alle Jahreszeiten gesehen, sehr herbstlich bunte Bäume, Winterwunderlandschaft im Schnee mit Rentier.

Und unterwegs dann auch das: Nordlicht! Nicht ganz einfach zu finden, es braucht die richtige Jahreszeit, klaren Himmel, Nacht, Sonnenaktivität. Mit der Sonne hatten wir ja Glück, nicht nur sind wir aktuell auf dem Höhepunkt des 11 Jahre Zyklus, während unserer Zeit in Norwegen gab es einen starken Ausbruch (mit Aurora sichtbar bis in die Schweiz). Und am 7. Oktober war es dann soweit:

Es ist nicht ganz einfach zu fotografieren. Das Schiff bewegt sich, man muss eine Zeitlang ruhighalten, trotzdem; die ersten beiden Bilder wurden mit meinem iPhone (13) geschossen. Das letzte Bild stammt vom Schwesterschiff, der Havila Polaris, die uns in genau dem Moment kreuzte. Es wurde in einer Facebookgruppe veröffentlicht – ich hab ihnen dann ein Bild von ihrem Schiff zurück gesendet.

Zum Abschluss noch ein paar Worte was die Gesundheit an Bord betrifft. Sie achten sehr auf Hygiene und bitten einen von Anfang an, sich häufig die Hände zu waschen und die Desinfektionsstellen zu benutzen. Vor dem Essen ist Händewaschen jeweils obligatorisch: am Waschbecken vor dem Restaurant. Wer krank ist, sollte auf dem Zimmer bleiben und kann sich das Essen bringen lassen. Die öffentlichen Räume sind allgemein nicht überfüllt und die Zimmer gut belüftet (das Fenster aber nicht zu öffnen). Es gibt eine Krankenstation (Zimmer), aber keinen Arzt an Bord.
Kreuzfahrtschiffe sind etwas problematisch, was die Ausbreitung von Infektionen betrifft: viel geschlossener Raum, viele Leute, viele Ansteckungsmöglichkeiten. Wir hatten sicher Glück – ich habe vielleicht drei mal Leute husten gehört. Masken waren nicht existent – ausser unseren, die hatten wir auf dem Flugplatz und im Flugplatz an, aber nicht mehr an Bord. Wir sind gesund geblieben – und glücklich wieder zurück.

5 am Tag (5 a day)

Aus Amerika: (könnte aber auch bei uns vorkommen)

Pharma-assistent (neu) kommt zum Apotheker und fragt: „Wo haben wir die 5 Tabletten?“

Apotheker: „Die was?„

Pharmaassistent: „Der Kunde fragt nach den 5 Tabletten.“

Apotheker zum Kunde: „Guten Tag, vielleicht kann ich ihnen helfen?“

Kunde: „Ich suche nach diesen 5 am Tag Tabletten.“

Apotheker: „Sie müssen mir ein bisschen helfen: für was sind die?“

Kunde: „Keine Ahnung, sie sollen auf jedenfall gesund sein. Ich höre immer man soll 5 am Tag nehmen – also, wo sind sie?“

Apotheker (ihm geht langsam ein Licht auf): „Meinen sie vielleicht diese Kampagne überall: „5 a day?“ -(Dass man 5 mal täglich eine Portion Früchte oder Gemüse essen soll?)

Kunde:Ja, im Fernsehen sagen sie immer, man soll 5 am Tag nehmen, das sei gesund. Verkaufen sie die?“

Apotheker: „Ummm, nein, aber der Supermarkt unten wird ihnen gerne ihre Auswahl an Früchten und Gemüse zeigen. Diese Werbung redet über Früchte und Gemüse.“

Kunde: „Dann kann ich nicht einfach Tabletten nehmen?“

Apotheker: „Nein.“

Kunde: „Und was, wenn ich 5 Vitamin Tabletten am Tag nehme? Wäre das dasselbe?“

….


Covid-Impfung Schweiz Herbst 2024

Das ist ein Infopost – geschrieben für interessierte Patienten, aber auch für Apotheken und Ärzte in der Schweiz.

Erfreulicherweise gibt es seit dem 6. September die Covidimpfung mit dem JN.1 Update als EINZELDOSEn in Fertigspritze erhältlich! Und wir dürfen sie in der Apotheke impfen!

Tatsächlich gibt es jetzt (neu) 2 Covid-Impfstoffe in Einzeldosen und vom Grossisten normal zu bestellen:
Comirnaty JN.1 (Pfizer) Fertigspritzen Packung zu 10 Stück – der Impfstoff ist im Kühlschrank haltbar (bis 8 Monate nach Produktion)
Spikevax JN.1 (Moderna) Fertigspritzen Packung zu 10 Stück UND Packung zu 1 Stück – der Impfstoff ist aber nur 7 Tage im Kühlschrank haltbar (!)

Kosten: Die Impfung wird seit Ende letztem Jahr nicht mehr vom BAG übernommen. Dafür steht sie seit August 24 auf der Spezialiätenliste (SL) der Krankenkassen. Das bedeutet, die Covid-Impfung wird bei gegebener Indikation und Impfung beim Arzt von der Krankenkasse bezahlt. Impfen wir in der Apotheke, muss die Krankenkasse das nicht zahlen- Ich empfehle Patienten, bei denen die Indikation zutrifft, das (trotzdem) der Kasse einzusenden, manchmal sind sie grosszügig. Der Preis ist … nicht günstig. Eine einzelne Impfung des Comirnaty ist etwa CHF 77.- dazu kommen noch 20-25 Franken fürs drumrum (Injektion und Verbrauchsmaterial). Das wird i.m. gespritzt, benötigt also eine blaue Nadel. Man kann sie gleichzeitig mit der Grippeimpfung verabreichen – und wir halten es dann so, dass die „Dienstleistung Impfen“ nur einmal bezahlt werden muss.

Das sind die aktuellen Empfehlungen des BAG zur Covid-Impfung:

SARS-CoV-2 ist weiterhin in Zirkulation und wird auch in Zukunft zu Infektionen und Covid-19-Krankheitsfällen führen, welche bei manchen Personen mit einem Komplikationsrisiko einhergehen und schwer verlaufen können. Zum aktuellen Zeitpunkt zeichnet sich noch keine eindeutige Saisonalität für SARS-CoV-2 ab, jedoch wird eine Häufung der Fälle und eine erhöhte Belastung für die Gesundheitssysteme in den Wintermonaten erwartet. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) empfehlen jährlich
eine einzelne Impfdosis gegen Covid-19 im Herbst/Winter (idealerweise zwischen Mitte Oktober und Dezember) für folgende Personengruppen:
– Personen von ≥ 16 Jahren mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf aufgrund einer Vorerkrankung oder durch Trisomie 21
– Personen von ≥ 65 Jahren als ergänzende Impfung zum individuellen Schutz vor dem altersbedingt erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf.
– Schwangeren Frauen wird die Covid-19-Impfung empfohlen, um die werdende Mutter und das ungeborene Kind vor dem leicht erhöhten Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs und von Schwangerschaftskomplikationen zu schützen. Die Impfung wird insbesondere schwangeren Frauen mit Vorerkrankung empfohlen.
Für Personen mit schwerer Immundefizienz wird ein besonderes Impfschema empfohlen.
Das Gesundheitsfachpersonal kann sich gegen Covid-19 impfen lassen, ohne dass das BAG und die EKIF eine Empfehlung für diese Personengruppe aussprechen.
Die empfohlene Impfung umfasst eine einzelne Impfdosis, frühestens sechs Monate nach der letzten Covid-19-Impfung oder bekannten SARS-CoV-2-Infektion. Sie wird präferenziell mit einem an zirkulierende Virusvarianten angepassten mRNA-Impfstoff empfohlen, sofern dieser zugelassen und verfügbar ist.

Man kann sich also auch ausserhalb der Empfehlungen impfen lassen – das muss man dann halt selber zahlen. Das gilt auch für im Gesundheitswesen arbeitende (BAG: weshalb?). Das mit dem Abstand von 6 Monaten seit letzter Impfung gegen Covid oder Infektion ist ebenfalls eine Empfehlung und kein Ausschlusskriterium. Wirklich überimpfen kann man sich damit nicht – was die eine Person, die sich 200 mal gegen Covid impfen liess (weshalb??) bewiesen hat. Beim Arzt machen müssen es allerdings Schwangere und unter 16jährige sowie Immunsupprimierte oder mit Blutverdünnern (ausser Aspirin cardio).

Die Pharmasuisse stellt wie für die anderen Impfungen ein Triageformular für die Covid-Impfung zur Vorbereitung des Patienten zur Verfügung (oben im Bild sichtbar) auf dem die Zielgruppe und Empfehlungen des BAG, die Ausschlusskriterien und die möglichen Nebenwirkungen stehen.

Mit diesen Einzeldosen (speziell den länger im Kühlschrank haltbaren) können wir in der Apotheke in der Schweiz die Covid-Impfung wieder viel einfacher anbieten – und werden das auch. Ich hab sie für uns bestellt – und die Familie habe ich jetzt schon geboostert. Nebenwirkungen: Aua-Arm 2 Tage lang, wie die letzten Male auch, aber diesmal kein Fieber oder Abgeschlagenheit – funktioniert bestens.

Covid-Recap 2024

Herbstzeit – und die richtige Zeit, mal wieder ein Update zu bringen, was die Covid-Pandemie betrifft. Es bleibt … schwierig. Das Virus ist nicht verschwunden, höchstens aus den Augen der Öffentlichkeit. Inzwischen lässt man es einfach unkontrolliert und ungebremst durchlaufen. Allgemeines Konsens ist: das Virus ist für die Mehrheit harmlos.

Die Welt hat sich geteilt, hat man vor allem in den sozialen Netzwerken stark das Gefühl – in diejenigen, die nichts mehr wissen wollen von der Pandemie und allem damit verbundenen (wie Masken, Tests, Impfungen) und die Vorsichtigen, die der aktuellen Ruhe (oder besser Stille?) nicht trauen wollen. Vielleicht sind das solche, die Verwandte und Freunde haben mit Folgeschäden einer Covid-Erkrankung oder solche mit vulneraben Angehörigen, die eine (eig. jegliche) Infektion verhindern müssen: Immunsupprimierte, Krebskranke etc. So wirklich sicher bin ich auch noch nicht, ob Covid nicht noch etwas in der Hinterhand hat. Long-Covid, langfristig (?) negativen Einfluss auf das Immunsystem, anhaltende Herz- oder Gefässchäden, Einfluss auf die Intelligenz… Ich verstehe den rationalen Aspekt dahinter, dass Beschränkungen wieder aufgehoben wurden – im Gesundheitssystem geht es um Entscheidungen, die aufgrund der Mehrheit getroffen werden müssen und den wirtschaftlichen Aspekt. Welche Folgen hat die Erkrankung? Arbeitsausfall? Spitalaufenthalte (und Kosten)?, Todesfälle (und wen trifft das: die Steuerzahler oder die Kinder oder AHV-Empfänger?), wieviele haben Folgeschäden und wie lange? Offenbar hat man entschlossen, dass der Aufwand (Prävention, Information, Masken und Tests und Impfungen zu zahlen) den Ertrag (geschützte Gesundheit und Leben) auf Ebene der Bevölkerung nicht mehr lohnt. Das hört sich hart an, aber es läuft darauf heraus: wieviel ist ein Menschenleben wert?

In der Schweiz hat das BAG jetzt ein Monitoringsystem, das in Spitälern gemeldete Grippe-, Covid- und RSV-Fälle gesammelt hat einstampfen lassen, obwohl wir ohne das nicht mal mehr richtig „beobachten“ können, etwas, das man hier ja gerne macht. Es wird jetzt nur noch im Genfer Spital HUG weitergeführt und Daten gesammelt, bis das dann (vielleicht) in ein paar Jahren wieder national möglich ist. Über die Abwasserdaten ist noch eine Aussage möglich, wieviel Coronavirusinfektionen im Umlauf sind. Covid fällt in der Schweiz nicht mehr unter die Meldepflichtigen Krankheiten und ein positiver Test hat auch keinerlei gesetzlich vorgeschriebenen Folgen (wie Quarantäneempfehlungen). Die Spitäler testen nur noch in Ausnahmefällen und wer wissen will, ob er/sie es hat, ist hauptsächlich auf Selbsttests angewiesen, oder muss sich (mühsam) jemanden suchen, der noch PCR Tests anbietet. Sehr wenige machen das noch (Labors und Apotheken) – immerhin braucht man das nicht einmal mehr zum Reisen – alle Einschränkungen sind aufgehoben. Nachdem die letzten Selbsttests im August abgelaufen sind und im Sommer keine anderen bestellbar waren, gibt es jetzt wenigstens wieder welche zu kaufen.

Masken sind zum Reizthema geworden. Enttäuschenderweise hat es sich nicht durchgesetzt, dass Kranke zum Schutz anderer freiwillig in der Öffentlichkeit Maske tragen, wie es in asiatischen Ländern üblich ist. Statt dessen trägt praktisch nur noch Maske, wer sich schützen möchte, oder wer sicher sein will, keine Infektion mit nach Hause zu den kranken Angehörigen zu nehmen. Die Maske wurde maximal diskreditiert, ihre Wirksamkeit angezweifelt, Trägern wird Paranoia und Angsstörungen unterstellt und paradoxerweise gehen die Leute tatsächlich auf Abstand, wenn man eine trägt und sitzen lieber neben den akut übel hustenden und kranken Mitmenschen, als neben der mit Maske, weil: die ist sicher krank. Alles selbst erlebt, auch wenn ich nur noch Maske trage in (hoch-)Risikosituationen: im ÖV, in der Arztpraxis oder im Spital, im Flugzeug … und vor den Ferien, weil ich nicht krank in die Ferien will. Wir benutzen FFP2 Masken – und es ist ziemlich erschreckend, wie wenig davon noch zu bekommen sind. Ohne Nachfrage, kein Angebot – in der Schweiz haben sie jetzt schon diverse Maschinen zur Maskenherstellung wieder abgestellt und eingemottet oder eingestampft.

Impfungen – das Thema, das mich am meisten enttäuscht. Ich sollte das präzisieren: Impfungen sind eine phantastische Erfindung, eine der besten Errungenschaften der Menschheit und dazu gehört auch die Covid-Impfung, auch wenn diese die Anfangserwartung leider nicht erfüllt hat … vielleicht waren die auch zu hoch? Man kann sich halt leider trotzdem anstecken mit Covid, sie ist leider nicht Nebenwirkungsfrei (wenn auch millionenfach sicherer und Folgenloser als eine Erkrankung). Sie schützt vor schweren Komplikationen der Erkrankung. Es ist immer besser, sein Immunsystem mit einer Impfung zu trainieren, als mit der Erkrankung und es gibt regelmässige Updates der Covid-Impfung an neue Varianten. Covid bekommt man mit der Impfung kaum ausgerottet, aber man könnte einen gewissen Herdenschutz aufbauen. Wenn einem das nicht in den letzten 4 Jahren maximal madig gemacht worden wäre. Die Impfgegner haben sich zu neuen Höhen aufgeschwungen und mit der Covid-Impfung auch grad alle anderen Impfungen niedergemacht. Man schreit, dass Impfungen praktisch Nötigung sei. Nebenwirkungen werden (vor allem in Deutschland) überhöht dargestellt und Falschmeldungen durch alle Medien gezogen. Wissenschaftler und Fachpersonen werden, wenn sie Impfungen unterstützen sofort als Handlanger der Pharmaindustrie diskreditiert. Die Leute waren noch nie gut in Nutzen-Risikoabschätzung und mit der Angstmache überall heute, fragt sich sogar mein Mann,
Auch sonst waren die Umstände in den letzten Jahren suboptimal zum impfen. Die Covid-Impfung gab es bis anhin nur im Mehrfachvial. Sie kam gefroren, musste aufgetaut und zubereitet und innert weniger Stunden verimpft werden. Nachdem die Impfempfehlung (und die Vorgaben beim Reisen) wegfielen, wurde der Aufwand zu gross und die Impfstellen fielen weg. Erst die grossen Impfzentren, dann die in Apotheken oder beim Arzt. Aktuell muss man wirklich suchen, wer überhaupt noch impft – und dann geht es meist nicht ohne Voranmeldung. Die letzten Jahre dürften auch viele Auffrischimpfungen zumindest bei den Erwachsenen nicht gemacht worden sein. Ich weiss, dass in der Apotheke vor Covid einiges mehr gegen anderes geimpft wurde, als aktuell wird. Hierzulande kommt dazu noch das Problem, dass (in der Covid Zeit) der eine Anbieter des elektronischen Impfausweises, der auch die Möglichkeit bot einfach selber (oder durch uns in der Apotheke) einen Check zu machen, was an Impfungen als nächstes nötig ist und wann, seinen Dienst einstellte. Jetzt müssen wir das (in Apotheke oder Arztpraxis) wieder „von Hand“ machen, was einiges mühsamer ist und länger dauert.
Stand heute (mitte September 24) gibt es aber Hoffnung: obwohl die Covid Impfung nicht mehr vom Bund übernommen wird und ziemlich restriktive Indikationen hat, wer impfen soll (und für wen es dementsprechend die Krankenkasse bezahlt): es gibt jetzt einzelne Fertigspritzen! Die sind zum Teil im Kühlschrank sogar ein paar Monate haltbar. Also keine mühselige Planung und Vorbereitung und die Apotheken (und Ärzte) können die Covid Impfung anbieten und durchführen. Jetzt können wir das zusammen mit den Grippeimpfungen machen. Und ein neues Programm um den Impfausweis zu kontrollieren sollte auch kommen. Irgendwann.

Ich sehe gar nichts mehr!

Telefon von der Frau eines Patienten, die etwas beunruhigt war, weil ihr Mann nach der Lucentis Injektion „nicht mehr sehen könne.“

Raaah! Alles was ich von dem Mittel grad im Kopf habe ist, dass es eigentlich ein Krebsmittel ist, gegen Makuladegeneration verwendet wird und direkt ins Auge gespritzt wird – vom qualifizierten Augenarzt. … der offenbar im Moment nicht erreichbar ist.

Das ist jetzt wirklich nicht mein Fachgebiet, aber ein paar Fragen können wir ja stellen, bevor wir den Patienten zum Notfall schicken – und während ich die Fachinfo lese.

Pharmama: „Ist das Auge rot?“

Frau: „Kann ich nicht sagen, er hat die Augen geschlossen.“

… Pause ….

Pharmama: „Ok, was passiert, wenn er die Augen aufmacht?“

Frau: „Lieber, könntest Du die Augen mal aufmachen?“
„kannst Du was sehen? … Ja, er kann sehen.“

Pharmama: „Ist das Auge sonst geschwollen?“

Frau: „Nein. Er sagt das sei jetzt ok, er kann wieder sehen. Entschuldigen sie bitte die Störung. Auf wiedersehen!“

Übrigens: in der Packungsbeilage steht eine ganze Litanei bei den möglichen Nebenwirkungen, bei den Augen auch … Erblindung. – Aber das Problem hat man bei der Makuladegeneration ja sowieso.

Zum Glück war das nichts – und ehrlich: Mir macht das dann gar nicht aus, wegen so einem „Nichts“ ein Telefonanruf zu bekommen.

Musterpackung – eine Auswahl 1

Nur damit ihr mich nicht zu sehr vermisst, schiebe ich diesen Post mal wieder nach oben. Zum nachlesen.

Lassen Sie mich das nochmals wiederholen … nur damit ich sicher bin, dass wir uns verstanden haben:

Schwangerschaftstest sind nicht so einfach, wie sie aussehen. Anscheinend:

Es gibt eine richtige Anwendung für Zäpfchen, und dann gibt es eine ganze Menge falsche …

Aber auch andere Arzneimittel-Formen kann man falsch anwenden:

Die Pille danach braucht Beratung. Glaubt’s mir.

und wer immer noch nicht genug hat: oben rechts hat es einen Zufalls-post-Button.