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Kunde: „Welche Kopfschmerztabletten nimmt man am besten bei viel zu viel Alk und anderen Drogen gestern?“

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Aphrodisiakum für schüchterne Frauen: Pasta Theobromae

Zum Valentinstag, ein Rerun vom 21.3.2009

Im Wichtl, Teedrogen und Phytopharmake – das ist das Standard-Nachschlagewerk zu Herkunft, Inhaltsstoffen, Wirkungen und Indikationen, Dosierungen, Phytopharmaka, Prüfungen und Verfälschungen von Arzneidrogen (also Tees und derartiges), ein Buch, das in jede Apotheke gehört und das ein unentbehrlicher Begleiter im Studium ist … findet sich auch diese Monographie:

 

 

 

Pasta Theobromae

Einsatz: vorwiegend in der Volksmedizin als Psychostimulans empfohlen– beispielsweise bei Unlustgefühlen und Depressionen, bei der Prüfungsvorbereitung, zur Raucherentwöhnung und als „mild wirkendes Aphrodisiakum besonders für schüchterne Frauen“.

Was ist das? Das brauche ich auch!

Dahinter verbirgt sich dieses bekannte Produkt:

Die Schokolade!

Noch im 19. Jahrhundert wurde Schokolade (Pasta Theobromae) in der Apotheke

als (nicht rezeptpflichtiges) Kräftigungsmittel geführt.

Der Name Theobromae bedeutet übrigens in etwa „Speise der Götter“ und wurde vom Entdecker, dem Botaniker Linne so gewählt, weil die Menschen in seinem Ursprungsland (die ehemaligen Azteken) der Pflanze eine so grosse Wertschätzung entgegenbrachten. Kakao war ein Bestandteil berauschender Getränke.

Und in fester Form (z.B. als Pralinen) können sie heute als legales und gern gesehenes Mitbringsel an die Freundin verschenkt werden. Wer weiss? Vielleicht kommt das Aphrodisiakum an?

Zwischen Nagellack und Zahnbürsten

testsupermarkt

Zwischen Nagellack und Zahnbürsten findet sich offenbar seit neustem dies im Sortiment des Supermarkts: Gesundheitstests.

  • Auf Drogen (Amphetamin, Kokain, Methamphetamin, Opiate, Marihuana und Ecstasy/MDMA)
  • auf Diabetes
  • und Blasenentzündung

alles Urintests. Schnäppchen für unter 10 Euro.

Was haltet ihr davon?

Kristall-klar? Ich glaube nicht.

Wenn ich lese, wie die Medien erzählen, dass die billige und gefährliche Droge Meth (Crystal) in der Schweiz kaum Abnehmer finden würde, weil die Schweizer Drogensüchtigen sich besseren Stoff leisten können („Viele Konsumenten haben genügend Geld für den Kauf von Drogen“), sie die langfristigen Folgen von Crystal Meth kennen und einen risikoarmen Konsum bevorzugen würden … dann muss ich immer an die Drogensüchtige denken, die mir in der Apotheke erzählt hat, dass sie deswegen wieder eine abzessierende Wunde hat, weil der Stoff, den sie sich zum spritzen gekauft hat angeblich mit eine Tier-entwurmungsmittel gestreckt wurde.

Ugh.

Drogensüchtige ziehen sich so ziemlich alles rein. Risiko sei verdammt.

Darum glaube ich auch, dass da eher der dritte Grund eine Rolle spielt, weshalb Meth bei uns noch nicht so angekommen ist: es ist hier noch (!) kaum erhältlich.

Aber in Deutschland ist das Problem stark am kommen. Psychiatrietogo machte letztens auch auf die Seite Crystal.Sachsen.de aufmerksam, wo Sachsens Polizei informiert.

Amerika leidet stark unter den Auswirkungen dieser (Billig?)Droge. Man sieht das den Leuten auch an, wenn sie das nehmen. Viele haben Hautprobleme, einerseits, weil Akne neu auftritt oder sich verschlimmert, andererseits, weil an der Haut gepickt wird, weil die Leute im Rausch denken, sie hätten Käfer darunter. Man magert ab (Amphetamine wurden früher ja auch als Appetitzügler benutzt), man scheint viel schneller zu altern- ganz allgemein scheint das Erscheinungsbild einfach nicht mehr wichtig zu sein. Wer das nimmt ist häufig auch aggressiv und psychotisch – eine üble Kombination. Ehrlich, ich hoffe, das kommt bei uns nicht auf.

facesofmeth1

Drogenverkäufer!

Letztens in einer Weiterbildung.

Es entspannt sich eine kleine Diskussion über die Kontrolle bei der Abgabe.

Mit-Pharmazeut: „Ja, und nicht nur Medikamente, auch bei den Drogen und …“

Der Weiterbilder (kein Pharmazeut) unterbricht (ungläubig):

„Ihr verkauft Drogen??“

So ziemlich alle Teilnehmer (grinsend): „Ja!“ „Klar.“ „Natürlich!“

Weiterbilder: „Aber…“

Eine hilft aus: „Das ist die Bezeichnung für Tees: Tee-Drogen oder nur Drogen … kommt von ‚getrocknet’!“

Weiterbilder: „Aaaahhaa!“

Ja, wir verkaufen Drogen 🙂

Was würdest Du tun ?

Es gibt manchmal so Situationen in der Apotheke, da weiss man nicht recht, was man machen soll. Die Situation ist moralisch und/oder rechtlich … zwiespältig.

Beispiel gefällig?

Hatte ich vor ein paar Wochen.

Eine Frau um die 40 kommt in die Apotheke. Sie will einen dieser Drogenscreening-Tests für Zuhause bestellen.

Sie erklärt, dass sie damit ihren Sohn testen will. Der benimmt sich seit längerem seltsam und widerspenstig und sie vermutet stark, dass er irgendwelche Drogen nimmt – was er abstreitet.

Gut, Drogentests haben wir sowieso nicht an Lager, auch nicht den 6-fach Test, den sie will, das muss ich besorgen … das gibt uns etwas Zeit, darüber nachzudenken.

Also mal abgesehen von der persönlichen Situation – das Vertrauensverhältnis in der Familie scheint ja schon ziemlich angeknackst zu sein – darf die Mutter ihren Sohn überhaupt testen?

Ich nehme jetzt mal an, er ist noch minderjährig, kann aber nicht sicher sein.

Ohne sein Wissen wird sie ihn nicht testen können – das ist ein Urintest.

Und falls sie nicht darf … wie sieht das denn bei mir hier aus – darf ich den überhaupt verkaufen, wenn ich weiss, was sie damit vorhat? Ich meine … ein Drogentest … auch wenn sie das jetzt nicht so ausdrücklich erwähnt hätte…

Und: machen ist das eine, Auswerten ist das andere.

Hmmm …

Gedanken?

Was würdet ihr machen?

Was der Frau empfehlen?

Erinnert mich auch an diesen Post von vor 2 Jahren.

Ein Extasy

Junger Mann in der Apotheke: „Ein Extasy*, bitte.“

Habe ich richtig gehört? Habe ich was verpasst und das gibt es seit neustem beim ‚legalen Drogendealer‘?

Besser nachfragen.

Pharmama: „Für was brauchen sie es denn?“

junger Mann: „Für die Füsse.“

Ah – er meint Etiaxil! Das ist ein Mittel gegen Schweiss. Nicht *ganz* dasselbe 🙂

 

(*Ja, ich weiss, eigentlich schreibt sich das Ecstasy – aber so hat es sich angehört)

Me: Drogenhändler?

So komme ich mir fast vor, nach dem letzten SMS  von unserem Kollegen:

Die Wirklichkeit ist etwas profaner. Er hat ein Dauerrezept für sehr gewöhnliche Medikamente bei mir in der Apotheke hinterlegt …

Den Test bestehen

Kundin – leicht panisch: „Was kann ich machen? Ich habe morgen einen Drogentest und … ich hab da etwas genommen, das ich nicht sollte … und das muss ich irgendwie aus meinem Körper kriegen.“

Pharmama (vorsichtig): „Soweit ich weiss, kann man da gar nichts machen.“

Kundin: „Und was ist mit Preiselbeersaft?“

Pharmama: „Ah, probieren können sie es ja.“

Einen Urintest zu manipulieren (um einen solchen handelt es sich wahrscheinlich) ist nicht ganz so einfach. Was sie mit dem Preiselbeersaft wohl wollte, ist „spülen“ – schliesslich braucht man den Saft auch bei Blasenentzündungen. Nur: Preiselbeersaft wirkt nicht diuretisch. Und selbst wenn … die Tests heute sind doch recht schnell ansprechend. Im Labor kann auch festgestellt werden, wenn (und oft: warum) der Urin sehr verdünnt ist…

 

Hier noch ein paar Sachen, die ich über Urintests gelernt und gelesen habe:

Extacy lässt sich zwar im Urin nachweisen, aber die Level müssen recht hoch sein (v.a. verglichen mit der Ansprechbarkeit der Tests auf andere Substanzen).

Ranitidin, Fluoxetin und Atenolol können falsch positive Resultate geben beim Test auf Amphetamine.

Schwierig zu finden im Test auf Opiate sind: Hydrocodein, Oxycodon, Methadon, Fentanyl, Buprenorphin und Tramadol

Levaquin, Ciprofloxacin, Dextromethorphan (in vielen freiverkäuflichen Hustenmitteln enthalten), Rifampicin und Verapramil können falsch positive Resultate geben beim Test auf Opiate.

und wenn wir grad bei den Opiaten sind: Ja, das Mohnsamenbrötchen könnte angeben im Test.

 

Wer denkt, er könnte die Info jetzt missbrauchen … die meisten der genannten Medikamente, die den Test verfälschen sind rezeptpflichtig – und das bekommt man rasch heraus, ob man die wirklich nimmt. Ausser dem einfachen Urintest gibt es noch andere, genauere Methoden, die man im Verdacht anwenden kann. Dann macht man z.B. statt dem Teststreifen eine Gaschromatographie. Interessierte können hier weiterlesen (in englisch).

Fiktive Medikamente und Drogen in Buch und Film

Passend zum Post heute morgen: In Büchern und Filmen kommen noch gelegentlich Medikamente oder Drogen vor, die es nicht gibt.

Hier ein paar prominente Beispiele:

Soma in Schöne neue Welt (Brave New World) geschrieben 1931. In der Zukunft wird die (herangezüchtete und psychomanipulierte) Bevölkerung durch Designer Drogen wie Soma ruhig gehalten. Soma ist eine psychedelische Substanz mit mild euphorisierender Wirkung. Unglücklicherweise gibt es ein paar Leute, bei denen sie nicht wirkt – und bei denen schlägt die Realität unangenehm durch…so wie bei Bernard Marx.

Retinax V in Star Trek II, die Rache des Khan (1982): dieses Medikament wird Leuten mit Weitsicht im 23. Jahrhundert gegeben.  Manche Leute – so wie Captain Kirk sind allergisch dagegen … und müssen darum weiterhin auf die Hilfe von Lesebrillen zurückgreifen.

Lot Six in der Feuerteufel (Firestarter) (1984) Eine mild-halluzinogene Substanz, entwickelt um eventuelle seherische Fähigkeiten zu steigern. 1969 wurde sie von Staatsangestellten an 12 Freiwilligen (aber Unwissenden) getestet. Nebenwirkung: Veränderungen des Genmaterials … was 2 der freiwilligen, die dann heirateten und ein Kind hatten feststellen mussten. Das Mädchen war dann in der Lage Sachen anzuzünden ohne sie zu berühren – was für den Staat (resektive das Militär) wieder interessant war.

Spice oder Melange in Dune (1984), eine Droge gewonnen aus dem Sand des Wüstenplaneten Arrakis die lebensverlängernd wirkt und in manchen, empfindlichen Leuten seherische Fähigkeiten weckt. Ausserdem ist es aus dem Grund wichtig für die Raumfahrt. Nebenwirkungen: es macht abhängig, die Augen werden durchgehend blau und wenn man es wirklich oft benutzt – wie die Raumpiloten, verändert es auch den Körper in etwas Schneckenähnliches. Ausserdem: Sapho, das die Mentaten (die menschlichen Computer) nehmen zur geistigen Leistungssteigerung. Macht auch abhängig und färbt die Lippen rot.

Novril in Misery (1990) ja, noch einmal Stepben King. Ein starkes, abhängig machendes Schmerzmittel (wahrscheinlich mit Codein) das Schriftsteller Paul Sheldon von seinem „grössten Fan“ Annie Wilkes verabreicht bekommt, nachdem er unglücklicherweise nach einem Autounfall mit gebrochenen Beinen in ihren Händen gelandet ist. Novril kommt in Kapselform und hat wahrscheinlich seinen Ursprung in dem Schmerzmittel, das der Schriftsteller ebenfalls nach einem Autounfall bekam.

Ladder in Jacob’s Ladder (1990) Eine aggressivitätssteigernde Droge entwickelt vom amerikanischen Militär in Saigon während dem Vietnam-Krieg. Sie wurde an amerikanischen Truppen im Mekong-Delta getestet – mit fürchterlichen Resultaten. Das Ganze basiert aber wahrscheinlich auf realen Experimenten, die mit der halluzinogenen Droge BZ durchgeführt wurden.

Provasic in Auf der Flucht (the Fugitive) (1993). Eine Wunder-Medikament zur Behandlung von Sehnenschäden, entwickelt von Devlin-MacGregor Pharmaceuticals. Nebenwirkung: Hepatitis, aber die Entwickler fälschten die Unterlagen und liessen Beweise verschwinden, damit das Medikament zugelassen wird … wie Dr. Richard Kimble auf der Suche nach einem Beweis seiner Unschuld am Mord an seiner Frau entdecken muss.

Rote Pille, blaue Pille in die Matrix. (1999) Diese Pillen sind allerdings nur philosophische Symbole: Die rote Pille wird Neo die Antwort geben zu „Was ist die Matrix?“ – und ihn aus ihr entfernen und die blaue Pille lässt einen einfach weiter das Leben führen wie bisher.

Neuroin in Minority Report (2002) – Selbst Zukunfts-Polizist John Anderton ist abhängig und er inhaliert das Zeug bevor er Videos von seinem verschwundenem Sohn ansieht. Neuroin hat etwa den Effekt von Heroin, wirkt also gegen die Melancholie und euphorisch.

Prozium in Equilibrium (2002)- Prozium wurde entwickelt in der Hoffnung den 4. Weltkrieg zu verhindern. Es bringt menschliche Gefühle zu einem abrupten Stopp – man dachte, wenn niemand starke Emotionen hat, dann gäbe es auch niemanden, den in den Krieg ziehen würde. Prozium muss injiziert werden und zwar regelmässig – alle Einwohner Librias müssen die Droge nehmen – aber wenn man auch nur eine Injektion verpasst, kommen die Gefühle zurück, wie John Preston selbst entdeckt. Der Name ähnelt Prozac – das es wirklich gibt und das als Antidepressivum verwendet wird.

Pax in Serenity (2005)– Entwickelt von der Allianz und auf dem Planeten Miranda getestet. Pax sollte Aggressionen mindern und den Planeten frei von Gewalt machen, hatte aber die Nebenwirkung, dass die Bevölkerung aufhörte zu arbeiten, zu essen oder sich sonst um irgendetwas zu kümmern – inklusive zu Leben, Schlimmer noch, bei etwa 0.1% hat die Droge den gegenteiligen Effekt und die etwa 300’000 wurden extrem aggressive und geistig instabil. Diese verliessen den Planeten und wurden zu den gefürchteten Reavers.

Das sind natürlich noch lange nicht alle. Wikipedia hat z.B. eine schöne Auflistung.

Und was fällt Euch noch ein? Welche ist Euch im Kopf geblieben?- egal ob Medikament oder Droge: was war es?

Spongebob on drugs

Nebenwirkung …was?

Die Frage:

Welche Nebenwirkungen von Modedrogen haben sie schon persönlich erfahren?

1. Halluzinationen oder Paranoia

2. Übelkeit oder Erbrechen

9. Tod

… Aus was für einem Test das wohl kommt? Einem für Geister vielleicht?

Im falschen Jahrhundert

Ein Thema passend zu Halloween: Hexen!

Ja, wenn ich ein paar Jahrhunderte früher geboren worden wäre, wäre ich vielleicht eine Kräuterfrau oder gar eine Hexe geworden. Zur Hexe würde auch die Haarfarbe passen … 🙂  und so negativ besetzt ist der Begriff heute auch nicht mehr, auch wenn sich die Kirche alle Mühe gegeben hat, den schlechten Ruf zu etablieren.

Wahrscheinlich ist sie so vehement gegen diese Naturheilerinnen vorgegangen  weil ein paar Männer offensichtlich nicht zufrieden war, dass da Frauen Wissen – und damit Macht hatten.

Aus Shakespeares Macbeth, Auftritt der 3 Hexen:

All: Double, double, toil and trouble;

Fire burn and cauldron bubble.

2nd witch: Fillet of a fenny snake,

In the cauldron boil and bake;

Eye of newt, and toe of frog,

Wool of bat, and tongue of dog,

Adders fork, and blind worm’s sting,

Lizard’s leg and owlet’s wing,

For a charm of powerful trouble,

Like a hell-broth boil and bubble!

Tönt ziemlich gruselig, nicht?

Aber als Hexe hätte ich auch derartiges verwendet:

Teufelsfleisch, Ziegenbart, Hammelschwanz, Schlangenzunge, Eselshuf, Blitzpulver, Wurzel von der Fledermaus, Affenöhrli …

das tönt doch eindrucksvoller als:

Weisskleeblüten, Spierblume, Wollblume, Spitzwegerich, Huflattich, Bärlapppulver, Iriswurzel, Veilchen, …

dabei wäre es genau dasselbe.

Die Pflanzen sind auch so wirksam – als Tee, Extrakt oder Pulver, aber sie tönen vielleicht etwas eindrücklicher und geheimnisvoller, was wohl auch zu ihrer Wirkung beigetragen hat – eine Art Placeboeffekt, vielleicht (man sollte nie die Macht der Vorstellung unterschätzen!).

Das oben sind übrigens Namen, die im Volksmund heute noch existieren, andere Bezeichnungen sind dagegen mit dem Wissen der Hexen verbrannt worden.

Hier sind noch ein paar witzige Pflanzen-Namen, die ich gefunden habe:

Hexenhasel, Wünschelrutenstrauch, Zauberstrauch – Hamamelidis (Zaubernuss)

Scheissbeerholz, Brechwegdorn, Stinkbaum, –  Rhamni frangulae cortex (Faulbaum)

Zahnkoralle, Giftrose – Paeonia (Pfingstrose)

Frauenschühli, Himmelsschlüssel, Bährenöhrli – Primula veris (Schlüsselblume)

Fieberblume, Schwitztee –  Sambucus nigra (Hollunder)

Igelskopfblatt, Teufelsapfel – Stramonii folium (Stechapfel)

Wunderblasen, Schlotterblume – Physialis alkekengi (Lampionfrucht)

Bettpisserwurzel, Hundszunge, Tüfelsblume  – Taraxaci herba (Löwenzahn)

Grübelnusschale – Pericardium Nuglandis (Baumnusschale)

Hasenohr – Melissa folium (Melisse)

Katzenschwanz – Equiseti herba

Schluckwehrohr – Levistici herba (Liebstöckel)

Sonnauge – Matricaria flos (Kamille)

Stinkwurzel – Valerianae radix (Baldrian)

Lehrlinge unter Drogen

Dieser Artikel in der 20 Minuten hat mich ein bisschen erstaunt. Darin steht: …

hat sich der Anteil der 15-Jährigen, die schon Heroin und Kokain konsumierten, seit 2003 nämlich verdoppelt.

Willst Du einen Lehrling, der Drogenabhängig ist?
Was haltest Du von einem drogenabhängigen Lehrling in einer Apotheke?

Vor ein paar Jahren stellte der Betriebsleiter der Drogerie einen Lehrling zur Ausbildung als Drogist ein. Ein männlicher Lehrling ist an sich schon etwas ungewöhnlich, wie bei den Pharmaassistentinnen und den Apothekerinnen sind die meisten Drogisten inzwischen weiblich – das fängt schon bei der Ausbildung an.

Jedenfalls fängt dieser Lehrling – nennen wir ihn Urs – mit der Ausbildung bei uns an. Schon bald fällt mir auf, wie nervös dieser Junge ist. Wahnsinnig nervös. Schweissnass manchmal. Nun gut, zu Anfang muss er sowieso erst die Arbeiten im Hintergrund lernen. Dinge wie Wareneingang, Lagerbewirtschaftung, Computer bedienen, Labor reinigen und so weiter. Vielleicht fängt er sich noch, denke ich, aber so kann man ihn auf keinen Kunden loslassen, nicht mal unter Aufsicht.
Er braucht manchmal lange, bis er etwas begriffen hat. Es reicht offenbar nicht, wenn man es ihm 3 x erklärt und zeigt, auch nicht, wenn es verschiedene Personen tun.
Wenn er im Keller ist, dauert es ewig, bis er wieder auftaucht. So lange, dass wir manchmal einen anderen zum Nachschauen schicken müssen, ob er noch da ist.
Dann fange ich an Rückmeldungen von den anderen Lehrlingen zu bekommen. Der einen hat er anvertraut, dass er Probleme hat mit dem Methadonprogramm … eigentlich wollte er damit fertig sein, wenn die Lehre anfängt.
Ich bin milde geschockt. Das erklärt die Nervosität und das Schwitzen: er hat Entzugssymptome!
Als nächstes sagt mir ein anderer Lehrling dass sie, als sie im Keller war, um nach ihm zu schauen, auf dem Tisch dort ein offenes Taschenmesser liegen gesehen hat – mit Pulver daneben. Mein Verdacht: Cocain, v.a. wenn ich an sein aufgedrehtes Verhalten denke, als er die letzten Male wieder aus dem Keller gekommen ist.

Ich unterrede mich mit dem Betriebsleiter der Drogerie. Wusste er von dem Methadonprogramm? Nein! Was hat er das Gefühl, wie sich der Lehrling macht? Nicht gut. Ernsthafte Lernprobleme auch in der Schule. Zunehmend seltsames Verhalten bei uns.
Ich erkläre ihm auch, dass ich ernsthafte Bedenken habe was sein Aufenthalt bei uns angeht, eben weil wir ausser der Drogerie auch eine Apotheke sind. Ich habe eine Menge Medikamente in Lager, die auf der Gasse gern verkauft werden – und dass er Freunde in der Drogenszene hat, haben wir schon gesehen – an der überschwänglichen Art, wie Urs ein paar unserer Spritzenholenden Kunden begrüsste.
Ich finde das ungut. Ich will nicht ständig misstrauisch sein müssen und jeden Tag die Lagerbestände diverser Medikamente nachzählen müssen. Und dann ist da noch das Cocain und Morphium das ich im Betäubungsmittelschrank habe. …. Nein, gar nicht gut!

Am Ende entscheiden wir uns, das Lehrverhältnis aufzulösen. In einer Besprechung mit Urs und seinem Vater erklären wir warum. Das Beste: Sein Vater weiss von seiner Drogensucht, war bei der Vertragsunterzeichnung dabei, wusste also, dass wir auch eine Apotheke sind und hat kein Wort gesagt damals. Er dachte, wir würden uns schon um ihn kümmern. Na Danke!

Ich habe Urs später noch ein paar Mal gesehen, meist aus dem Bus heraus, vor einem der Gassenzimmer. Er tut mir leid, aber ich denke wenn er wirklich aus dem Drogenmilieu herauskommen will, muss er weg davon – auch örtlich. Solange er seine Freunde nur dort hat, wird er immer wieder zurückgezogen.

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