Quicky (26)

Der Vater kommt mit einem Rezept für die Tochter.

Pharmama: „Das Antibiotikum könnte die Wirkung der Pille, die ihre Tochter nimmt verminde…“

Vater: Waaaas meinen Sie?!?“

Pharmama: „Oh. Aber Natürlich. Sie nimmt sie nur wegen der Akne …“

(P.S: das sollte man nicht. Und das ist bei ihr wahrscheinlich auch nicht der Fall, egal was Papa da denkt.)

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Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 24/02/2016 in Apotheke und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 31 Kommentare.

  1. Mhh. Da frag ich mich ja schon wie das mit dem Patientengeheimnis zusammengeht… Und ünabhängig davon: Schnell reagiert, aber selbst wenn der Vater jetzt so schön überzeugt ist, dass seine Tochter die Pille nur wegen ihrer Akne nimmt, dann wird er ihr bestimmt auch nicht ausrichten dass das neue Medikament die Wirkung vermindern könnte…

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  2. Setzt man Antibiotika nicht mehr systemisch bei der Behandlung von schwereren Formen der Akne ein? Im Falle von Doxycyclin muss das nicht mal was wie Chlamydien sein.

    Zwecks des Patientengeheimnises wäre der Satz „Falls ihre Tochter die Pille nimmt, kann die Wirkung durch das Antibiotikum aufgehoben werden“ besser gewesen.
    Es gibt ja durchaus junge Frauen, bei denen die Eltern nicht wissen/nicht wissen sollen, dass sie bereits verhüten.

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    • Bei dieser Formulierung würde ich aber vermuten, dass falls der Vater es nicht weiß/wissen soll, er die Info auch nicht weitergibt. Immerhin ist sie für die Tochter, „die die Pille nicht nimmt“, irrelevant.

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      • Du hast durchaus Recht, dass der Vater die Information nicht weitergeben könnte. Das liegt dann aber in seiner Verantwortung. Man kann den Menschen nicht jegliche Verantwortung abnehmen.
        Außerdem gibt es noch eine Packungsbeilage, die man lesen kann.

        Ich stelle mich außerdem hin, dass ich es auch einer 14jährigen Frau durchaus zutraue, dass sie sich ihre Medikamente selbst in der Apotheke abholen kann. Wenn sie da ihren Vater schickt, muss sie selbst wissen, was sie tut. Nichtsdestotrotz sollte man dem Vater nicht stecken, dass die Tochter die Pille nimmt, weil man das in ihrem Dosier so gelesen hat. Das geht Papa nichts an.

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        • Sagen wirs mal so: jemand der alt genug ist sich die Pille zu besorgen ist auch alt genug sich die Antibiotika abzuholen.

          Je nachdem wie schlapp man ist verstehe ich aber auch wenn man wen anders schickt.

          Aber ja: egal wer da ersatzweise etwas abholt, die anderen Medikamente gehen ihn nichts an.

          Neben Packungsbeilage kann man ja auch durchaus bei der Apotheke abholen wenn man ein anderes Medikament regelmäßig nimmt umd sich versichern will.

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          • Ist halt nur die Frage, ob das Mädchen, als Laie, von selbst darauf kommt, dass da zwei Medikamente miteinander interagieren könnten. Zumal die Pille bei vielen Frauen gar nicht als Medikament gilt.

            Was habe ich bei Medikamentenanamnesen schon für Aussagen gehabt, „nein, ich nehme keine Medikamente“, und dann kam eine Liste von bis zu vier Präparaten zusammen.:)

            Außerdem gibt es tatsächlich auch Nicht-Medikamente, die mit Medikamenten interagieren können…

            Aufgrund einer Autoimmunhepatitis nahm eine Kommilitonin statt der Pille lieber die Spirale, um die Leber nicht noch weiter zu belasten. Es hat ihr damals leider keiner gesagt, dass das Cortison, was sie wegen der Hepatitis nahm, die Wirkung der Spirale schmälert (Cortison hemmt Entzündungen, Spirale verhütet u.a.mittels Enzündung).

            Es kam eigentlich erst raus, als bei einer Gyn-Kontrolle herauskam, dass die Spirale gar nicht mehr drin war…
            Als sie so zusammen mit dem Gyn überlegten, was passiert sein könnte, kamen sie drauf, dass sie vor einer Weile tatsächlich etwas „drüber“ war, dann kam die Blutung dann aber doch, nur sehr stark und shcmerzhaft.
            Wahrscheinlich war sie aufgrund der Kombi Cortison + Spirale schwanger geworden, es kam aber wohl doch zur Fehlgeburt, welche dann aber auch die Spirale hinausschwemmte…

            Sie hatte also etwa ein Vierteljahr lang Verkehr ohne Schutz…

            Ach ja,
            dann hatte ich noch einen Patienten in der Chirurgie mit einem total vereiterten Großzehennagel. Wir fragten nach Erkrankungen oder Medikamenten… Neiiiiin, ahwah! Da ist nix!…
            In dem Moment, in dem mein Kollege mit der Zange den Nagel herauszog, meinte der Patient: „Ach ja, übrigens, ich nehm Marcumar!“

            grummmel

            Wir haben etwas länger für die Blutstillung gebraucht…😦

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    • McCloud: interessante Richtung, aber ich wollte hier nicht mal andeuten, dass das Antibiotikum nicht gegen Akne (oder Erkältung etc.) sondern gegen eine Geschlechtskrankheit wäre …
      Der Vater hat auch schon die Pille für die Tochter abgeholt, das wäre kein Bruch des Patientengeheimnisses gewesen.

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      • Ich muss zugeben, dass ich den Post völlig anders gelesen habe, als Du ihn gemeint hast. Das wurde mir erst durch Deine Antwort klar.

        DU hattest gemeint, dass der Vater schon öfters mal die Pille für seine Tochter abgeholt hat, da die Tochter diese gegen ihre Akne bekommen würde. Jetzt bekommt sie ein Antibiotikum und Du hast Papa darauf hingewiesen, dass diese den Verhütungsschutz aufheben würde. Papa fiel aus allen Wolken, da die Tochter ja die Pille wegen der Akne verschrieben bekommen hat.

        ICH hatte Deinen Eintrag ursprünglich so gelesen, dass die Tochter ein Antibiotikum verschrieben bekommen hat – dieses wahrscheinlich gegen ihre Akne (Chlamydien wären natürlich auch eine Möglichkeit). Du hast Papa darauf hingewiesen, dass es da Komplikationen mit der Pille der Tochter geben könne, die bei Dir in ihrem Dossier steht und von der Papa nichts weiß. Papa fiel aus allen Wolken, dass seine kleine Tochter schon die Pille nimmt.

        Sorry, Missverständnis von meiner Seite. Lies Dir Deinen Eintrag mal durch. Ich glaube, man kann das wirklich auch von dieser Seite aus lesen.
        Dennoch: Eine Entschuldigung von meiner Seite aus…

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  3. Oh ja! Das Patientengeheimnis…

    Der Gyn, bei dem ich mal famuliert habe, (inzwischen auch mein Gyn😉 ), hat eine Geschichte von einem Kollegen erzählt, der wegen ebendieser Schweigepflicht verurteilt wurde:

    Eine Patientin kam zu ihm, mit dem Problem, dass ihr beim Verkehr das Kondom „hineingerutscht“ war und eben nicht mehr herauskam. Es war ihr furchtbar peinlich und der Kollege Gynäkologe musste sein Grinsen auch etwas zurückhalten.:)
    Ok, kein Problem, das Kondom war schnell draußen und die Patientin auch, mitsamt Pille danach…

    Der Ehemann der Patientin war dummerweise ein Golffreund des Gynäkologen und beim Golfspiel kurze Zeit drauf, fand der Gynäkologe die Geschichte mit dem „verlorenen“ Kondom immer noch so witzig, dass er das schmunzelnd zur Sprache brachte.

    Der Ehemann brachte nur ein erstauntes… „Wie… Kondom?! Ich bin doch sterilisiert. Wir benutzen doch keine Kondome!?“

    Wie sich herausstellte, hatte die Ehefrau den „Unfall“ mit dem Kondom mit ihrem Geliebten und nicht mit dem Ehemann. Der Ehemann ließ sich scheiden. Die Frau ging dabei leer aus. Dafür verklagte sie den Gynäkologen wegen Verstoßes gegen die Schweigepflicht. Mit Erfolg.

    Da musste ich eben daran denken. Das Verhältnis Vater/Tochter ist zwar nicht ganz so brisant wie Ehefrau/Ehemann, dennoch muss man auch da immer etwas aufpassen, was und wie man etwas sagt.

    Im Prinzip hätte ich dann schon betont, dass es auf jeden Fall zu Unverträglichkeiten von Antibiotikum und Pille kommen kann, auch wenn die Pille „nur“ gegen die Akne ist. Kein Vati will doch, dass seine Tochter Bauchweh oder sowas bekommt… Oder?

    Und, meines Wissens gibt man die Pille gegen Akne doch nur, wenn gleichzeitig auch eine Kontrazeption erwünscht ist, oder? Mmmmh…
    :)

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  4. Und der Arzt, was hat er gesagt bei der Verschreibung des Antibiotikums ? Und der Arzt, der die Pille verschrieben hatte ?

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    • Meine Erfahrung?

      Der Gyn, der die Pille verschreibt, denkt oft nicht dran, dass es auch noch andere Medis gibt.

      Und der Hausarzt, der das AB verschreibt, kommt auch nicht immer drauf, dass die Mädels auch schon früh die Pille nehmen…

      Und die Patientinnen besprechen selten mit dem Hausarzt gynäkologische Themen. Die sind schon unangenehm genug, das reicht’s wenn man’s einmal beim Gyn erzählt.

      Ergo: Wenn keiner explizit nachfragt, geht sowas unter.
      Zum Glück gibt’s da ja noch Euch Apotheker!!!:)

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      • so wie MediMaus es sagt. Das geht sehr häufig unter bei den Ärzten – und auch wir sollten es eigentlich bei jedem problematischen Antibiotikum bei Frauen in gebärfähigem Alter sagen, auch wenn nicht sicher ist, dass die Pille genommen wird.

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      • meine erfahrung? dito!
        die letzten AB habe ich von urologe & hno bekommen. dort nachgefragt wegen wechselwirkung. antwort nicht zufriedenstellend. hausärztin dasselbe. ich halte es mittlerweile so, dass ICH in der apotheke nachfrage wenn es mal wieder ein neues AB ist. von alleine hat mir auch bisher keine apotheke einen hinweis gegeben…
        apotheke schaut dann im computer nach und sagt ja oder nein. zusätzlich schaue ich in die packungsbeilage vom AB. beim kleinsten zweifel ob vielleicht wechselwirkungen da sein könnten, werte ich das als „nicht auf pille verlassen“. weil ich will halt kein kind und experimentiere da nicht mit “ vielleicht“ und „wahrscheinlich“ herum.

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        • Dann würde ich mal an einen Apothekenwechsel denken. Wenn man den Kunden nicht supergenau kennt, dann sollte man ein paar Basisabfragen machen, das gehört zu einer vernünftigen Beratung bei der Abgabe dazu. Und diverse Antibiotika haben schon Interaktionspotential.
          Die einfache Frage, welche Medikamente man noch nimmt, hilft da schon viel weiter. Das müsste drin sein meiner Meinung nach.

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          • ich bin deutsche, vielleicht nicht unwichtig. ich wohne zwar in einem 15k leute kaff, aber es gibt hier 10 apotheken. eine richtig fixe stammapotheke habe ich in dem sinn nicht. am häufigsten gehe ich zu der, die meiner wohnung am nächsten ist. aber ich bin auch mal in anderen. weil die grade mittagspause haben, weil ich eh grade in der fussgängerzone bin, weil die andere direkt beim arzt ist wo ich war…
            diese AB bezüge ohne nachfrage der apotheke habe ich in 3 verschiedenen apotheken mittlerweile durch. man scheint hier generell nicht so „interessiert“ zu sein? ich kenne fast nur kommentarlose medikamente abgaben in diversen apotheken hier. letzte woche: fluconazol. nichts. schachtel, 5€, danke, wiedersehen.

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      • Ärzte kennen sich in Ihrem angestammten Gebiet oft gut aus, auch was Wechselwirkungen angeht. Wenn es darüber hinaus geht, dann wissen sie es entweder nicht oder haben es nicht auf dem Schirm.
        Aber dafür gibt es schliesslich uns.:-)

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  5. Wäre es eine Alternative, dass man, wenn man weiß, dass das Mädl die Pille nimmt, einen Zettel in die Packung legt (Computergeschrieben, damit es nach Standard aussieht), auf dem noch mal zusatzlich zur Warnung, die sowieso schon in der Packungsbeilage steht, explizit auf dieses Problem hingewiesen wird ( z.B. Wenn Sie die Pille nehmen kann dieses Antibiotikum ihr Wirkung beeinträchtigen. Bitte greifen Sie auf andere Verhütungsmethoden zurück. ) Das käme vielleicht eher an als die generelle mündliche Aussage die der Vater als nicht relevant einstuft und man würde auch nicht die Medikamente verraten. Oder einen Aufkleber drucken lassen, den man bei Frauen im gebärfähigen Alter immer draufklebt in auffälliger Farbe.

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  6. Falls dies erlaubt ist, könntest du den Hinweis evtl. mit einem Kondommuster zusammen in die Packung hinein legen.

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  7. Meine Meinung: Wer alt genug ist, Sex zu haben (und vernünftig genug, zu verhüten, wenn er/sie gerade kein Kind möchte), ist auch alt genug, mit den Eltern darüber zu sprechen. Papi bezahlt doch auch für die Pille. Soll er also auch wissen, dass sie die Pille nimmt. Er ist auch verantwortlich – mindestens finanziell – , wenn es dann doch ein Kind gibt.

    Ausserdem hat die Tochter doch durch das Aushändigen des Rezepts an ihren Vater (und damit die Bekanntmachung eines Teils ihrer Medikamente/Erkrankungen) darauf verzichtet, ihr Patientengeheimnis was dieses Gebiet angeht gewahrt zu haben. Das schliesst bestimmt auch notwendige Informationen ein, die abgegeben werden müssen, weil sie den aktuellen Fall (das dem Vater bekannte Rezept) betreffen.

    Die sicherste Lösung wäre wohl gewesen, dem Vater mitzuteilen, die Tochter möge doch bitte kurz in der Apotheke anrufen, da man „etwas besprechen“ müsse. Am Telefon kann man das dann diskret klären, ohne dass der Vater etwas erfährt und ohne dass die Tochter kommen muss, und sicher, dass es bei der Tochter angekommen ist, ist man auch.

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    • Nur zu dem Satz das Papa die Pille ja zahlt: Ich weiß zwar nicht wie das in der Schweiz ist, aber in Deutschland wird die Pille (soweit ich weiß) bis man 21 ist von der Krankenkasse übernommen – man muss nur die 5€ Eigenanteil zahlen.

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      • In der Schweiz zahlt die Krankenkasse rein gar nichts an die Pille – egal wie alt man ist.

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      • In D:
        Bis „zum vollendeten 18. Lebensjahr“ – also bis zum 18. Geburtstag – zuzahlungsfrei aufs Kassenrezept (von gegebenenfalls anfallenden Festbetrags-Aufzahlungen abgesehen). Rabattverträge der Krankenkasse sind von der Apotheke zwingend zu berücksichtigen.

        Bis „zum vollendeten 20. Lebensjahr“ – also bis zum 20. Geburtstag – zuzahlungspflichtigi aufs Kassenrezept. Die Zuzahlung richtet sich nach dem Gesamtpreis, mindestens 5€ und höchsten 10€ (von gegebenenfalls anfallenden Festbetrags-Aufzahlungen abgesehen). ezept (von gegebenenfalls anfallenden Festbetrags-Aufzahlungen abgesehen). Rabattverträge der Krankenkasse sind von der Apotheke zwingend zu berücksichtigen.

        Ab dem „vollendeten 20. Lebensjahr“ – also ab de, 20. Geburtstag – Selbstzahlung; außer beim Vorliegen einer medizinischer Indikation, die eine Schwangerschaft verbietet.

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  8. AuchPharmazeutin

    Ich muß ehrlich sagen, ich verstehe hier die ganze Aufregung nicht.
    1) Es ist hier mit keiner Silbe erwähnt, daß das AB gegen Chlamydien oder sonstige sexuell übertragene Keime verschrieben war, und auch nicht, daß es hier bei einer infizierten Akne indidiziert sein soll. Die Tochter kann doch auch einfach „nur“ eine schwere Bronchitis oder Ähnliches haben. Und dann ist doch auch völlig klar, daß Papa das Rezept einlösen geht, wenn sie völlig platt zuhause liegt.
    2) Ich hatte wohl eine Kindheit und Jugendzeit auf der heiligen Insel, da meine Eltern immer alles von mir wußten bzw. wissen durften. Bei uns gab es keine Geheimnisse wie „ich nehme schon die Pille, aber meine Eltern dürfen es nicht wissen.“
    3) Wenn jemand anderes meine Medikamente holen geht, muß mir klar sein, daß er etwas über mich erfährt. UND auch demjenigen, der die Sachen holt, muß bewußt sein, daß er mit Informationen konfrontiert werden kann, die er genau weiterzugeben hat.
    4) Und es ist sehr wohl üblich, daß ein Familienmitglied die Rezepte für alle einlösen geht.

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    • Da ich derjenige war, der das Stichwort Chlamydien ins Spiel gebracht hat, will ich darauf antworten.

      Ich sehe das mit der Schweigepflicht als Apotheker durchaus etwas enger als Du das wahrscheinlich siehst. Wenn es ein Dossier eines Patienten – wie in der Schweiz verpflichtend – gibt, geht dessen Inhalt den Eltern erstmal überhaupt nichts an. Ab etwa 14 Jahren halte ich eine junge Frau für so mündig, dass es in ihrer Entscheidung liegt, ob sie ihren Eltern mitteilen möchte, dass sie die Pille nimmt.

      Meine eigene Erziehung war auch eher liberal. Ich hatte meinen Eltern wichtige Dinge wirklich nicht verschwiegen. Aber auch ich hatte ab etwa dem Zeitpunkt meiner eigenen Pubertät gewisse Geheimnisse vor meinen Eltern – wie jeder Jugendliche.

      Denke auch daran, dass es gewisse Personen/Kulturkreise gibt, bei denen eine junge Frau durchaus Probleme mit ihren Eltern bekommen könnte, wenn der Apotheker oder die PTA da einfach mal darauf losplappert, dass das Kind die Pille nimmt. Als Beispiel nenne ich mal strenggläubige Katholiken, Zeugen Jehovas oder orthodoxe Angehörige des muslimischen Kulturkreises.

      Zwecks Verschwiegenheit habe ich noch ein Beispiel aus meiner eigenen Familie:
      Für einen Elternteil hatte ich vor einigen Jahren mal eine Zuzahlungsbefreiung beantragen wollen, da die Person längere Zeit im Krankenhaus war. Daher hatte ich in etwa fünf Apotheken nachgefragt, ob man mir gegen die Versicherungsnummer die bezogenen Medikamente nachträglich bescheinigen könnte. Ich musste nur in einer einzigen Apotheke meinen Personalausweis vorzeigen und ein Dokument unterschreiben, dass ich dazu berechtigt bin. Die anderen vier Apotheken haben mir die Aufstellung der bezogenen Medikamente ohne weiteres einfach ausgedruckt und mir mitgegeben. Ehrlich: Ich hätte auch eine völlig fremde Person sein können.

      Natürlich war das saupraktisch. Ich war aber sehr überrascht, wie sorglos mir diese vier Apotheken die Auflistung meines Elters mitgegeben haben. Es hätte ja sein können, dass mein Elter Antidepressiva, Benzodiazepine oder andere diskussionsbedürftige Arzneimittel bezogen hat (was nicht der Fall war). Ich selbst hatte vorab bei meinem Vater bzw. meiner Mutter nämlich ausdrücklich nachgefragt, ob ich mir diese Aufstellung geben lassen darf und darauf hingewiesen, dass ich damit einen vollständigen Einblick in ihre Medikation bekomme. Ich halte meine Eltern nämlich für so mündig, dass mich auch als Sohn gewisse Dinge nichts angehen.
      Ich muss zugeben: Was Datenschutz angeht, fand ich die Aktion von den vier Apotheken total suboptimal.

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      • AuchPharmazeutin

        Ich möchte jetzt hier einmal in den Raum stellen, daß ich sehr wohl die Schweigepflicht ernst nehme.

        Aber ich möchte hier auch betonen, daß es für mich sehr wohl eine essentielle Information darstellt, daß ABs die Wirkung der Pille vermindern können. Diese Information hätte ich bei der Abgabe des AB auch deutlich von mir gegeben – vielleicht in einem anderen Wortlaut wie „wenn auch die Pille genommen wird, kann die Wirkung durch dieses AB deutlich beeinträchtigt sein“.

        Und wenn ich hier ganz ehrlich sein soll, verstehe ich wirklich nicht, wieso innerhalb einer intakten Familie das Einnehmen von Antidepressiva ein Tabuthema sein soll – vor allem wenn ein enger Angehöriger gewisse Anträge oder Behördenwege für ein Familienmitglied, das dazu nicht mehr in der Lage ist, erledigt.

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