Quicky (31)

Person mit einem schlimmern Fall trockener, aufgebrochener Lippen.

„Ich nehme ein starkes Schlafmittel zum Schlafen. Nachts bin ich tot für die Welt … und meine Hunde nehmen das als Anlass, mir die Lippen nachts abzulecken. Die machen, was sie wollen. Was ist das beste dagegen, das sie haben?“

… das wäre etwas nicht nur für Lippenpomade oder Vaseline – da würde der Bitterstoff, den man gegen das Nagelkauen aufträgt, doch auch eine Idee sein?

mehr kurz-anregendes:

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Das wird missbraucht?

Medikamente werden noch häufig und gerne missbraucht. Das hat verschiedene Ursachen, angefangen dabei, dass bei vielen Leute im Kopf ist: es ist ja ein Medikament, also sicher nicht so ungesund, wie die Droge von der Strasse. Das … mag in dem Sinne stimmen, dass die Qualität des Medikaments kontrolliert ist und sich darin nicht so Zeugs wie zum Beispiel Wurmmittel zurm Strecken findet (alles schon von Kunden gehört, die nebenbei noch Drogen konsumieren), aber das bedeutet nicht, dass es anders wirken würde (im positiven wie im negativen) wie manche Strassendroge.

Während wir in der Apotheke bei vielem wissen, dass es missbraucht wird (Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen stehen da zuoberst auf der Liste, gefolgt von starken Schmerzmitteln), ist es bei anderem noch nicht so im Fokus.

Wusstet ihr, dass zum Pregabalin (Lyrica und Generika) in der Szene ganz gross im Kommen ist? In den USA sind sie demnächst so weit, dass sie das wohl auch praktisch unter die Gesetzgebung der Betäubungsmittel nehmen.

Aber auch hierzulande kann ich das sehen – zuletzt an der Frau, mit der wir schon ein Wort hatten wegen ihrem Stilnox-Konsum, jetzt hat sie auf ihr Dauerrezept in den letzten zwei Monaten zwei Mal Packungen zu 168 Stück bezogen … obwohl die letzte Dosierungsanweisung, die ich hatte bei 2 Kapseln pro Tag liegt. Der bezogenen Menge nach nimmt sie aber eher 5-6 Kapseln täglich. Zeit für ein Gespräch jedenfalls … und je nach Ausgang des Gespräches für einen Kontakt mit dem verschreibenden Arzt.

Sowas überrascht mich wenig, immerhin fällt das auch unter „Schmerzmittel“ sogar mit „Angstlösender Wirkung“. Anderes dann schon mehr:

Loperamid zum Beispiel. Wusstet ihr, dass man das missbrauchen kann? Das Mittel gegen Durchfall  – besser bekannt als Imodium ist strukturell sehr nahe verwandt mit den Opioiden (Pharmazeuten wissen das). Man nützt dabei eine von deren Nebenwirkungen aus: sie wirken im Darm stark hemmend und machen Verstopfung. Weil Loperamid aber im Gegensatz zu den Opioiden (Schmerzmitteln) die Blut-Hirnschranke nicht überwinden kann (und das, was es doch schafft aktiv wieder nach draussen befördert wird), wirkt es nicht euphorisierend oder Schmerzstillend und hat damit kein Abhängigkeitspotential. Und ehrlich: wer nimmt ein dermassen stopfendes Mittel (es legt die Darmtätigkeit praktisch flach) auch freiwillig – und kann dann Tagelang nicht mehr auf die Toilette?

Nun … offenbar gibt es Leute, die das auf sich nehmen. Ich bin darauf gekommen, nachdem das ein Kunde mit ausgesprochen schlechten Zähnen (häufig ein Hinweis auf ein Leben mit Drogen) regelmässig abends bei uns holen gekommen ist. Zu häufig, als dass er das gegen Durchfall nehmen würde, die Tagesdosis liegt da ja bei 8 Kapseln. Weil ich neugierig bin, habe ich mich dann hingesetzt und etwas nachgeforscht. Und bin auf erstaunliches gestossen. Nicht nur wird Imodium gerne hochdosiert genommen um Entzugssymptome zu mildern – zu denen auch Durchfall gehören kann, offenbar wirkt es in sehr hohen Dosen doch etwas berauschend. In der richtigen Kombination mit einem Enzymhemmer schafft es den Sprung über die Blut-Hirn-Schranke und wirkt dann doch opioid-artig. Interessierte lesen mehr hier. Dies ist im übrigen nicht als Anleitung zum Missbrauch gedacht – mehr als Warnung.

Neu habe ich noch etwas, das ich nie erwartet hätte im Verdacht: Omeprazol. Das, nachdem ich jetzt innert Wochenfrist die zweite Anfrage hatte von … eher zwielichtigen Gestalten hatte. Beide Männer fragten nach den „Kapseln im Döschen für die Magenschleimhaut“ – und waren enttäuscht, dass ich nur Tabletten da hatte (Pantoprazol oder Omeprazol). Es muss unbedingt die Kapseln sein? Und irgendwie habe ich stark das Gefühl, dass sie das nicht als Magenschutz brauchen wie angegeben. Aber für was dann? In den einschlägigen Foren finde ich wenig. Aber ich glaube das es damit zusammenhängt:

Omeprazol kann die Elimination von CYP2C19-Substraten, wie zum Beispiel der Antiepileptike Diazepam und Phenytoin verlängern und so deren unerwünschte Wirkungen verstärken. Quelle: Pharmawiki

Das scheint die Lösung zu sein. Es gibt ja Leute, für die das nicht unbedingt eine unerwünschte Wirkung ist, wenn dann das Benzodiazepin stärker / länger wirkt, weil das Omeprazol dessen Abbau behindert und die Konzentration im Blut anhebt (!). So steht dann in einem englischen Drogenforum:

I have mixed temazepam and omeprazole on several different occasions and from what I can tell it is the perfect mixture.. and not with just tempazepam either! It applies to all benzodiazepinesupercooldrugs.

Anscheinend hat man die Wirkung bei Valium (Diazepam), Temazepam und Haldol, eventuell aber auch bei weiteren und auch bei Methadon.

Das sind bis jetzt bessere Vermutungen, aber vielleicht ist es nicht schlecht, wenn man in der Apotheke ein Auge auf die richtige Anwendung auch so „unverdächtiger“ Substanzen hat. Hattet Ihr denn auch schon so Anfragen? Oder für anderes, wo man nicht denken würde, dass das missbraucht wird?

Apotheken aus aller Welt, 747: Curaçao, Niederländische Antillen

Von Matthias 2 bunte Apotheken aus der Karibik:

ich schicke dir mal vier Fotos von zwei Apotheken aus Curaçao, Niederländische Antillen. Die Apotheken dort sind so bunt wie die Inselhauptstadt Willemstad mit der berühmten UNESCO-geschützten Häuserfront der Handelskade :)

Die orangene Apotheke habe ich mit einer Unterwasser-Weitwinkelkamera aufgenommen, daher ist sie etwas verzerrt.

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Fünf-Finger-Rabatt oder: Ladendiebstahl!

Was ist da im Moment los? Bei uns wird geklaut (oder zumindest versucht zu klauen) wie nie. Das Problem haben wir schon länger, dass vor allem die Männerparfüms praktisch alleine davonlaufen. Wir haben so in drei Monaten fast 1000 Franken verloren – was wir an einer Zwischen-Inventar bemerken mussten. Die Lücken waren da auch von Auge nicht mehr zu übersehen.

Als erste Gegenmassnahme haben wir nun praktisch nur noch Leerpackungen und Tester dort stehen. Das hat halt den Nachteil, dass man bei Interesse erst den Inhalt heraussuchen muss (vom Lager hinten) und wieder schön verpacken. Mehr „wir haben Videoüberwachung“-Schilder sollen wir nicht aufstellen, da das optisch nicht passt. Und für eine komplette elektronische Warensicherungsanlage ist der Verlust (noch) nicht gross genug.

Dafür habe ich von der Kantonspolizei Abteilung Prävention jemanden ins Haus geholt für eine interne Mitarbeiterschulung zum Thema Ladendiebstahl. Das hat zumindest in dem Sinn geholfen, dass wir alle jetzt einiges aufmerksamer sind. Und das hat schon Resultate gezeigt.

Allein im letzten Monat hatten wir diverse versuchte Diebstähle – von denen ich zumindest jetzt weiss.

Da wäre der Herr mit Ziegenbart und Langhaarfrisur, der reinspaziert, begrüsst wird, meldet, er wolle sich rasch umschauen und dann hinter der Gondel (das sind diese freistehenden Regale) abtaucht. Da hinten lässt er (ausser Sicht des immer noch in der Nähe stehenden Personals) „versehentlich“ zwei Kondompackungen fallen, von denen er eine wieder zurückstellt – und die zweite unauffällig einsteckt. Danach verlässt er das Geschäft auf direktem Weg wieder. Echt jetzt? Kondome? Der hatte es wohl nötig.

Oder der Herr abends im Adidas-Trainer mit Sporttasche. Nachdem wir eine Lücke im Regal mit den Parfüms entdeckt haben, ging ich die Videoüberwachung tageweise durch bis zu dem Tag, wo die Flasche noch da war. Dann langsam bis zu dem Moment wo er hereinkommt, angesprochen wird von Donna und nach etwas fragt (Zahnbürste oder so) und beim kleine Runde drehen durch den Laden hinter dem Rücken von Donna die Flasche mit geschickter Bewegung in der oben offenen Tasche verschwinden lässt. Auf dem Überwachungs-Video schön zu sehen, wie er vorher „peilt“ ob auch grad niemand direkt in seine Richtung schaut. Das Bild von ihm habe ich ausgedruckt und aufgehängt, denn so „sicher“ wie der vorging, hat er das nicht zum ersten Mal gemacht.

Danach haben wir Leerpackungen aufgestellt und … ja, der Herr kam wieder, wieder abends. Leider waren grad alle am bedienen, so dass wir ihn nicht persönlich dabei ertappen konnten, aber seine Überraschung, als er wieder eine Packung in der Tasche verschwinden lassen will und da einfach nichts drin ist, und er sie darum fast fallen lässt und dann wieder zurückstellt war zu schön zu sehen. Noch schöner, dass Sabine ihn wohl erkannt hat und ihm dann im Abstand von 1 Meter bis zur Türe folgt. Der kommt wahrscheinlich nicht so schnell wieder.

Vielleicht aber doch. Die Leute sind frech. Da war der Herr (im Anzug notabene), der bei Lehrling Minnie nach Nadeln fragte und als sie die nach hinten holen ging, hat er sich auch bei den Männerparfüms bedient. Er hat eine noch volle (eingeschweisste) Schachtel erwischt und will sie sich gerade oben in den Kragen stecken, als Urs dazukommt und ihn in flagranti ertappt. Auf Urs’ lautstarken Protest, dass er die Packung grad wieder hinstellen soll und aus der Apotheke verschwinden, fängt der Kerl noch an zu diskutieren, dass er das ganz sicher nicht klauen wollte – er wollte sich nur parfümieren. Klar, mit einer ungeöffneten Packung (deutlich kein Tester). Urs hat ihn dann rausgeworfen und mit der Polizei gedroht. Das hat ihm wohl wenig Eindruck gemacht, denn ein paar Tage später war er bei mir da. Diesmal hatten wir den Laden voll, so dass ich, als mich Sabine auf ihn aufmerksam machte (er war total anders angezogen, diesmal in Winterjacke und Rollkragenpullober aber er hat wieder nach Nadeln gefragt), meine Kundin praktisch stehen lassen musste um mich um ihn zu kümmern. Zusammen mit Sabine haben wir ihn in den Beratungsraum gebeten und ihm gesagt, er soll seine Taschen bitte leeren, da wir vermuten, dass er etwas eingesteckt hat. Nun, die Taschen waren leer, aber als ich ihn gebeten habe, noch einen Moment zu bleiben, da ich gerne einen Blick auf die Aufnahmen der Überwachungskamera werfen wolle, hat er wieder angefangen auszurufen: „Saftladen hier, komme nie mehr!“ bevor er geflüchtet ist. Die Aufnahmen sind nicht ganz deutlich, aber er hat es zumindest wieder versucht: er ging diverse Packungen durch, die er (da leer) wieder zurückstellt, einmal fasst er sich allerdings an den Kragen, so dass er oben etwas hineingesteckt haben könnte. Wenn, war es diesmal ein Tester, da sonst nichts fehlt. Allerdings konnte ich das schlecht kontrollieren, es sei denn er hätte Striptease gemacht / seine Jacke und Pullover ausgezogen … Nun, wollen wir hoffen, dass er seine „Drohung“ wahrmacht, ansonsten gebe ich ihm nämlich Ladenverbot.

Manchmal sind es sogar Stammkunden. Der Mann letzten Freitag zum Beispiel, der neben seinem Einkauf noch darauf hingewiesen werden musste, dass er auch noch ein Fläschchen ätherisches Öl von uns in seiner Jackentasche hat, das er noch bezahlen sollte, bevor er den Laden verlässt. Der hat die Kartonpackung vorher schon abgenommen, unauffällig entsorgt und es dann eingesteckt. War natürlich trotzdem „keinerlei Absicht“ und er hat das einfach „vergessen“ … Hmmhmm. Ratet mal, wer die nächsten Einkäufe einen persönlichen Begleiter haben wird – die ganze Zeit im Laden?

Aber es sind nicht immer nur die Männer. Gut in Erinnerung ist mir noch die elegante Frau, die Donna aufgehalten hat, als sie mit einer reichlich teuren Reinigunsglösung einer grossen Kosmetikmarke das Geschäft verlassen wollte. Vorher hat sie Donna mit ein, zwei Fragen beschäftigt, ein Muster verlangt und dabei von hinten im Regal das Produkt genommen (damit keine sichtbare Lücke bleibt). Das hat sie dann sorgfältig in ein Magazin, das sie übrigens auch von uns hat (so wie in Deutschland die Apothekenumschau aufliegend) eingewickelt und unter den Arm gesteckt. Von Donna darauf angesprochen, ob sie das nicht etwa noch zahlen will, hat sie auch erst überrascht getan, dass sie ganz vergessen habe  … und dann gemeint, sie habe nicht genug Geld dabei. Ausweis übrigens auch nicht. Nach kurzer Diskussion hat Donna dann von ihr das gesamte Geld im Portemonnaie verlangt (50 Franken) und das Produkt dabehalten. Sie könne dann noch den Rest bezahlen kommen, alternativ wäre auch das Einschalten der Polizei eine Möglichkeit. Die Frau kam dann später mit dem Rest des Geldes. Seither haben wir sie nicht mehr gesehen …

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Gut ist, dass es inzwischen reicht, die Ware zu verstecken und an der Kasse vorbei in Richtung Ausgang zu gehen – ich muss nicht mehr wie früher „warten“ bis der Nicht-Kunde das Geschäft mit der Ware verlassen hat, damit der Tatbestand des „Diebstahls“ erfüllt ist. Trotzdem ist es für uns paar in der Apotheke immer noch mühsam so einen Dieb nach Versuch oder Tat zu stellen. Eigentlich sollte man das immer zu zweit machen und falls er/sie die Taschen nicht zeigen will oder den Ausweis muss man die Polizei holen und ein Ladenverbot aussprechen / ausstellen. In der Praxis ist es oft schwer, das zu zweit zu unternehmen (so viele sind wir nicht) und die verdächtigen Leute verschwinden gerne schnell, noch bevor man zu „Taschenkontrolle“ oder „Ausweis“ gekommen ist. Bei der Prävention sind wir da erfolgreicher. Naja, relativ, wie man sieht.

Ist das bei Euch auch so schlimm? Bekommt man das überhaupt mit, wenn man nicht selber im Verkauf arbeitet?

Gute Nacht zu Halloween!

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Kein Schlaf, keine Alpträume, richtig?

Die Figur ist Freddy Krüger aus A Nightmare on Elm Street. Ich habe die Filme nie gesehen, mir reicht echt schon sein Anblick ….

Mehr gruseliges zu Halloween bei Pharmama:

Dieses und viele Cartoons mehr findet ihr in meinem Buch: „Einmal täglich“!