Quicky (26)

Der Vater kommt mit einem Rezept für die Tochter.

Pharmama: „Das Antibiotikum könnte die Wirkung der Pille, die ihre Tochter nimmt verminde…“

Vater: Waaaas meinen Sie?!?“

Pharmama: „Oh. Aber Natürlich. Sie nimmt sie nur wegen der Akne …“

(P.S: das sollte man nicht. Und das ist bei ihr wahrscheinlich auch nicht der Fall, egal was Papa da denkt.)

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Bitte kommen Sie nicht wieder.

Ein Dauerrezept. Bronchipret 20 Stück, Sinupret 20 Stück, Calcimagon forte 30 Stück

Das Rezept das mir die Frau Mitte 50 (Frau MiF) hinhält kommt mir bekannt vor, aber erst wie ich die säuerliche Reaktion der Kundin sehe, als ich ihr sage, dass ich eine der gleich 3 Packungen- die sie vom Bronchipret, das momentan nur in der kleinen Packung lieferbar ist, will- bestellen muss, erinnere ich mich. Ja, das ist die Frau MiF, die letztes Jahr mitten in der stressigen Vorweihnachtszeit wegen demselben Medikament ausgerufen hat (es war in der Bestellung momentan nicht hier):

„Sie haben so viel Schund an Lager, aber nie (!) das, was ich brauche. Geben sie mir das Rezept wieder, ich hole alles woanders. Hierher komme ich NIE mehr.“

Und ja, es ist genau DAS Rezept. Vom Dezember, das ich jetzt wieder in der Hand halte.

Wenigstens verzichtet sie dieses Mal auf’s Ausrufen und Beleidigen.

Frau MiF: „Von den Calcium will ich aber nur eine kleine Packung! Die hatte ich noch nie. Ich komme alles heute mittag holen.“ Und geht.

Mittags. Sie bekommt ihre Medikamente und schaut das Calcimagon seltsam lange an.

Frau MiF: „Ich bin allergisch auf Milchprodukte, deshalb brauche ich das. Ist da auch keine Lactose oder irgendwelche künstlichen Süsstoffe drin? Die vertrage ich nicht.“

Ich schaue nach. Doch, in den Kautabletten hat es Aspartam drin, ein künstlicher Süsstoff.

Pharmama: „Ich versuche Ihnen etwas zu finden, wo es nichts davon drin hat. Das dauert aber etwas.“

Frau MiF: „Ich komme morgen wieder!“ Und geht.

Nach langen Recherchen und herumtelefonieren finde ich tatsächlich etwas, das nichts davon drin hat. Nicht ganz einfach, da in der Schweiz die Hilfsstoffe nicht angegeben werden müssen. Da hilft oft nur direkt bei der Firma anzufragen. Das ist mühsam und dauert. Kalcipos ist es dann. Das sind zwar Tabletten und nicht Kautabletten, aber die Dosierung stimmt und es hat weder Süsstoff noch Lactose drin.

Frau MiF kommt am nächsten Tag, ich bringe das Produkt und erkläre es. Sie schaut es ganz genau an. Noch misstrauischer als gestern würde ich sagen.

Frau MiF: „Das steht drauf Saccharose – das ist doch auch ein künstlicher Zucker!“

Pharmama: „Nein, das ist der ganz normale Zucker. Da hat es keine Süsstoffe drin. Wir haben nachgefragt.“

Sie geht, ohne uns für die Arbeit, die ich wir uns damit gemacht haben zu danken.

Und kommt am nächsten Tag wieder. Sauer.

Frau MiF: „Ich habe eine Reklamation!“

Und da stehe ich und nehme sie entgegen.

Frau MiF: „Ich kann diese Tabletten auch nicht nehmen. Ich bin Allergikerin – das sollten Sie doch wissen!“

Pharmama: „Ich … weiss, dass sie keine Süsstoffe und keine Milchprodukte oder Lactose vertragen. Deshalb haben wir ja genau diese herausgesucht. Was stimmt denn damit nicht?“

Frau MiF: „Da steht drin, dass es Bestandteile von Soya enthält. Ich bin auch gegen Soya und Erdnüsse allergisch!!

Pharmama: „Oh, das … das tut mir leid, aber da hatten wir wohl nicht alle Informationen. Davon haben Sie nichts gesagt.“

Frau MiF: „Sie hätten fragen können! Nehmen Sie das hier zurück – ich habe es schon geöffnet.“

Pharmama: „Ja – dann entsorge ich es.“

Aber das bleibt auf der Abrechnung.calcipos

Wir haben bei ihr schon beim ersten Rezept die Daten ins Computerdossier aufgenommen – und auch da hat sie nix gesagt von Soya und Erdnussallergie.

Und dann ist da noch das: man schaue sich mal die Packung an. Da steht tatsächlich das mit dem Soya direkt unter des Saccharose! (hier die französische Seite, auf der deutschen steht es auch -Was toll ist von der Firma!) Wenn sie das eine gesehen hat, weshalb dann das andere nicht, bis sie es geöffnet hat?

Ach ja: und dann war noch das da zum Abschied: „Zu ihnen komme ich nie mehr!“

Kenne ich schon. Momentan hoffe ich sogar sehr, dass das stimmt. Und dass sie der nächsten Apotheke eine reelle Chance und alle Informationen gibt, die sie auch brauchen.

(Nachtrag: Inzwischen hat es in den Kalcipos keine Soyabestandteile mehr drin, sie haben die Formulierung geändert und die Aufschrift entfernt.)

 

Rezept nach Belieben?

rphusten

Was denkt eine Apothekerin, wenn sie dieses Rezept sieht?

Erster Überblick: Ah, ja. Da ist jemand erkältet. Schmerz-/Fiebermittel, Nasenspray, Hustensirup.

Algifor 100mg/5ml Sirup  6.5ml maximal alle 8 Stunden

Okay – es gibt nur einen Algifor Sirup, da den Inhalt so anzugeben ist unnötig redundant. Dafür weiss ich nicht wie viel das Kind wiegt und muss fragen, um zu schauen ob die Dosierung so in Ordnung ist (wäre nett, wenn die Ärzte das auf Rezepten für Kinder grundsätzlich draufschreiben würden) … oh: und ich sollte besser noch eine Dosierspritze dazu abgeben: wie will man sonst mit dem Doppellöffel (5ml und 10ml) 6.5ml abmessen?

Nasivin Nasentropfen 2-3 x täglich für maximal 7 Tage

Und hier dafür nicht angegeben welche Stärke (0.01, 0.025, 0.05?). Gut, das kann ich aus dem Geburtsdatum ableiten (Wo steht da eigentlich der Patient auf dem Rezept? Ah – hinten). Und bezahlt wird hier von der Krankenkasse nicht alles.

Hustensirup – nur bei nächtlicher Unruhe

Ookayy? Was darf’s denn sein? Es gibt ja mehr als einen Hustensirup – von jeder Art, der schleim-lösenden und dem husten-stillenden und immer noch ein paar Kombinationen. Ich schätze mal, es soll was hustendämpfendes sein (da nur für die Nacht), aber da ich nicht schätzen darf gibt das halt einen Anruf beim Arzt.

Ein einfaches Rezept, wirklich. Eigentlich nicht mal Sachen, für die man wirklich zum Arzt müsste.

Retax auf schweizerisch?

Die Krankenkasse schickt mir einen Brief im furchtbarsten Beamtendeutsch, worin sinngemäss steht:

Blutzuckerteststreifen sind Hilfsmittel, die gemäss der Mittel-und Gegenstände-Liste (MiGeL) abgegolten werden – sie sind aber auch auf der Liste 20, 21 (oder so etwas) und deshalb in der Pauschale enthalten, die das Altersheim von der Krankenkasse bekommt

… Und dass deshalb die  Apotheke von der Krankenkasse in diesem Fall kein Geld für die Abgabe dieses Mittels auf Rezept für Herrn Meier S.  bekomme.  Danke für die Kenntnissnahme. Tschüss.

Was? Nach mehrmaligem Lesen verstehe ich endlich das: Der Patient, Herr Meier S. wohnt im Altersheim und sollte alles via/über Altersheim beziehen, was dann in Form einer festen Pauschale abgegolten wird.

Das hat er aber nicht. Er war hier in der Apotheke mit gültigem aktuellem Rezept vom Arzt und aktueller Krankenkassenkarte.

Und ich soll jetzt wissen (wahrscheinlich anhand der Adresse, die auf der Karte gespeichert ist), dass diese Hausnummer ein Altersheim ist?!?

Entweder ich mache eine Liste aller Altersheime in der Umgebung oder der Schweiz, oder vielleicht sollte ich anfangen jeden ab einem gewissen Verdachtsalter zu fragen: „Entschuldigen Sie, wohnen Sie schon im Altersheim, denn dann kann ich Ihnen das nicht geben … ??“

Gaht’s no?!?

(Natürlich werde ich mich dagegen wehren – So was fangen wir gar nicht erst an!)