Bleibt zu Hause! Das Virus ist angekommen

Das Corona-Virus ist da. Das ist unleugbar (für wer immer Augen hat) – dennoch ist das kein Grund zur Panik. Tatsächlich ist das Gefühl in der Öffentlichkeit nicht Panik, nicht mal übertriebene Ängstlichkeit, eher … vorsichtige Unsicherheit betreffend dem, was noch kommen mag. Da gibt es diejenigen, die versuchen sich auf (jede) Eventualitäten vorzubereiten – und darunter gibt es ein paar, die unnötigerweise hamstern. Alles, was sich ansatzweise sinnvoll anhört und verfügbar ist. Manchmal auch eher unsinniges. Die örtliche Toilettenpapiershortage ist wirklich hausgemacht – und kein Dauerzustand. Es gibt genug Firmen, die Toilettenpapier herstellen, das ist aktuell ein Verteilungsproblem, kein Mangel an Ware.

Leider gibt es auch diejenigen, die noch nicht mitbekommen haben wollen, was die Stunde geschlagen hat und worum es geht. Das Virus ist jetzt da – und es ist nicht einfach nur eine neue Grippe. Trotzdem: Bitte keine Panik. Es ist zwar niemand immun dagegen, die Übertragbarkeit ist nur mittelhoch, die Sterblichkeit ist mit aktuell geschätzt 2% eher niedrig, aber: Leute werden sterben. Vor allem die älteren und chronisch Kranken sind gefährdet. Eindämmen ist nicht mehr möglich, die Fallzahlen sind auch bei uns im (exponentiellen) Anstieg. Es geht jetzt einzig darum dass die Übertragungswege unterbrochen werden, dass nicht viele gleichzeitig krank werden. Denn auch wenn Covid-19 bei 80% der Fälle mild bis sehr mild verläuft … etwa 14% erkranken schwer und müssen ins Spital. Etwa 6% benötigen eine Intensivbehandlung und müssen Intubiert / beatmet werden. Die Spitäler sind am aufstocken und vorbereiten, aber – das wird nicht reichen, vor allem wenn die Leute so unvernünftig sind und die erst schwer empfohlenen und dann vom Bund auferlegten Massnahmen nicht umsetzen!

Der ausgerufene Notstand und die Schliessung von Geschäften bis auf die für die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten (etc.) hat noch nicht den gewünschten Effekt gebracht: Die Leute versammeln sich immer noch ohne Rücksicht auf das „Social Distancing“ und es sind immer noch zu viele unterwegs. Das sehe ich täglich auf dem Arbeitsweg und in der Apotheke. Viele ältere Personen scheinen auch entweder noch nicht begriffen zu haben, dass sie ein hohes Risiko haben ernsthaft zu erkranken / zu sterben und gehen weiterhin fröhlich einkaufen.

  • An alle: Bitte bleibt zu Hause!
  • Wenn ihr rausgeht, haltet viel Abstand zu den anderen Leuten : 2 Meter!),
  • Wascht die Hände regelmässig und ausgiebig mit Seife (20 Sekunden einseifen, dann abspülen).
  • Wenn das grad nicht geht mit dem waschen, dann benutzt Händedesinfektionsmittel!
  • Husten und Niesen bitte nur in die Ellenbeuge (Kleider regelmässig waschen ist dann auch angezeigt).
  • Wenn ihr Euch krank fühlt (Fieber und/oder Husten) dann bleibt ihr nicht nur zu Hause, dann begebt Euch in Isolation! Und zwar bis das weg ist, oder wenn es schlimmer wird, nehmt Kontakt mit einem Arzt auf: per Telefon! Der sagt Euch, wie weiter vorzugehen ist.
  • Schützt speziell die Risikopatienten: Eure Eltern und Grosseltern sind sehr gefährdet. Bietet ihnen oder älteren Nachbarn Hilfe an, damit sie nicht raus müssen. Man kann für Sie Sachen besorgen und vor die Türe stellen.

Seid solidarisch! Das ist ein Kampf gegen das Virus, der aktuell für die meisten vom Sofa und von zu Hause aus geführt werden muss. Viele müssen jetzt zu Hause bleiben, damit die wenigen, die direkt im Gesundheitssystem gegen die Auswirkungen des Virus kämpfen, nicht total überfordert werden. Das heisst im übrigen nicht, dass ihr das einfach habt zu Hause – da muss viel umgestellt werden. Homeoffice für diejenigen, die das können, Homeschooling für alle Kinder im Schulalter … für manche grad beides gleichzeitig. Man sitzt auf einmal gezwungenermassen so dicht aufeinander (und ständig) da sind Probleme vorprogrammiert. Für manche mag es nur Langeweile sein, gegen das sie zu Hause zu kämpfen scheinen, aber … das ist nicht so. Ihr tut grad aktiv etwas gegen die Virusausbreitung, indem ihr eben NICHT draussen unterwegs seid und euch mit andern trefft!

Wer so grad Zeit hat, kann sich den Vortrag oben anschauen – er ist vom 16. März von einem kanadischen Wissenschaftler – Folien auf englisch, aber deutsch gesprochen. Er erklärt die Sachen sehr gut – auch weshalb Masken für die Allgemeinheit keine Option sind.

Einfach ist es nicht. Wenn ihr wollt, könnt ihr in den Kommentaren hinterlassen, wie die Situation bei Euch zu Hause ist. Was tut ihr? Wer darf/muss arbeiten? Wie geht es mit der Schule zu Hause?

Tollwut Updates

Wir bekommen in der Apotheke regelmässige Updates von Tropimed über Epidemien oder Krankheitsausbrüche in der Welt, damit wir Reisende in die Gebiete besser beraten können. Das sorgt jeweils für interessanten Lesestoff. Aufgefallen ist mir im Januar-Post den Artikel über Tollwut:

Europäische Region: Importierte Tollwutfälle bei Reisenden:

„Im Jahr 2019 wurden 4 Fälle mit Tollwut bei Reisenden gemeldet, von denen 3 Fälle Anfang Dezember 2019 registriert wurden. Alle Erkrankten sind verstorben: 

Norwegen: 1 Import nach Aufenthalt in Südostasien und Biss durch einen Hund (Meldung 3.5.2019) 

Litauen: 1 Fall in der Daugavpils (Meldung 5.12.2019), Grenze Weissrussland/Litauen. Die Patientin hatte sich vor Symptombeginn in Asien aufgehalten. Der gefundene Virus ist dem in Asien zirkulierenden Rabies-Virus genetisch ähnlich. 

Spanien: 1 Import nach Aufenthalt in Marokko (Meldung 11.12.2019) 

Italien: 1 Fall bei einem immunsupprimierten Patienten mit Hundebiss in Sansibar, Meldung 10.12.2019 (siehe News vom 11.12.2019)

Folgen für Reisende: Die Information über Tollwut und das sofortige (!) Verhalten bei Exposition ist für alle Reisenden wichtig! Eine prä-expositionelle Impfung ist bei Aufenthalt in Tollwut-Endemiegebieten insbesondere empfehlenswert für Reisende mit erhöhtem Individualrisiko wie z. B. Reisen mit Zweirädern, mehrtägige Wanderungen mit/oder Aufenthalt in abgelegenen Gebieten, Langzeitaufenthalte, Arbeiten mit Säugetieren, Höhlenforscher, direkter Kontakt mit Fledermäusen etc.). Kinder (bis 8 Jahre) sollten ebenfalls bevorzugt eine präexpositionelle Tollwutimpfung erhalten, da bei ihnen das Risiko einer Tollwutexposition höher und gefährlicher (häufiger im Kopfbereich) ist und von den Eltern unbemerkt sein kann.

Wichtig: Bei einer verdächtigen Exposition muss die betroffene Stelle sofort mit Wasser und alkalischer Seife 15 Min. gewaschen, desinfiziert und schnellstmöglich eine Tollwut-PEP angeschlossen werden. Ein zunehmendes Problem ist die fehlende Verfügbarkeit von Immunglobulinen und teilweise auch Tollwutimpfstoffen in Tollwut-Endemiegebieten, was eine präexpositionelle Tollwutimpfung auch ohne offensichtliche Risikofaktoren rechtfertigt, wie es auch der Fall in Sansibar zeigte (Angriff durch aggressiven tollwütigen Hund in einem Touristengebiet, keine Immunoglobulingabe im Rahmen einer Tollwut-PEP). Ref.: ECDC 12.11.2019, NathNAC 17.12.2019.

Über den Reisenden aus Sansibar steht noch mehr:

Ein 44-jähriger Reiserückkehrer ist in Italien an Tollwut verstorben. Er war am 8. September 2019 am Kiwengwa Beach im Nordosten von Sansibar von einem Hund in den Arm gebissen worden und hatte unmittelbar vor Ort eine postexpositionelle Tollwut-Prophylaxe (Wundbehandlung und aktiver Immunisierung, jedoch ohne Gabe von Tollwut-Immunglobulinen) erhalten. Einen Monat später wurde er mit Tollwut-Symptomen in Italien hospitalisiert. Der Betroffene hatte aufgrund einer Autoimmunerkrankung eine Therapie mit Kortikosteroiden eingenommen, was angeblich bis Symptombeginn unbeachtet blieb. 

Folgen für Reisende:  Tollwut ist in Sansibar endemisch. Dieser tragische Fall zeigt u. a. verschiedene Probleme auf: 

1. Die fehlende Gabe von Immunglobulinen nach Tollwut-Exposition, möglicherweise aufgrund von fehlender Verfügbarkeit vor Ort, welches ein häufiges Problem in vielen bereisten Ländern darstellt und weshalb viele Experten eine präexpositionelle Tollwutimpfung vor Reise empfehlen. 

2. Die fehlende Anamnese bezüglich eventueller Immunsuppression. 

3. Die Möglichkeit einer unzureichenden Wirksamkeit einer aktiven Immunisierung im Rahmen einer Immunsuppression. Unklar ist, ob bei dem Reisenden eine Antikörperkontrolle nach PEP durchgeführt wurde, die nach der 4. Dosis (Tag 21) empfohlen wird.“

Der Fall erinnert mich zu sehr an meinen eigenen – als ich 2018 in Thailand in einem Touristengebiet (Khao Sok Nationalpark) von einem Hund gebissen wurde hat man bei mir auch nur die aktive Immunisierung gemacht. Ich weiss nicht, ob sie dachten, dass das schon reicht (Biss am Bein, nicht übermässig verdächtiger Hund) oder ob sie einfach keine passive Immunisierung hatten. Dann ist es ein „Wettrennen“ zwischen dem Immunsystem, das durch die Impfung aktiviert wird und Antikörper bildet und dem durch den Biss in den Körper gelangten Virus. Wenn sich das Virus zum Kopf/Hirn hocharbeiten kann und man anfängt Symptome zu zeigen wie bei dem Fall in Sansibar ist es vorbei. Tollwut ist immer noch zu fast 100% tödlich – sieht man auch an den Fällen oben: „Alle Erkrankten sind verstorben“. Bei dem Herrn in Sansibar kam dazu, dass bei ihm das wegen der Autoimmunerkrankung eingenommene Cortison das Immunsystem unterdrückt hat, wodurch bei ihm nicht (genügend / schnell) die Antikörper gebildet wurden. Sehr beunruhigend (für mich) ist auch das mit der „Antikörperkontrolle nach PEP“ – die wurde nämlich auch bei mir (dann wieder in der Schweiz) nicht durchgeführt und nicht mal erwähnt beim Arztbesuch. Ich vermute, dass mein Arzt das (wie ich auch) einfach nicht gewusst hat, dass man das machen sollte? Jedenfalls – ich habs überstanden. Ich bin froh kein Teil der Statistik oben geworden zu sein. Und jetzt, wo der Tollwut-Impfstoff wieder etwas besser lieferbar ist, sollte ich versuchen meine beiden Männer impfen zu lassen. Vorbeugen ist nämlich immer besser.

Schönen Nationalfeiertag!

Der 1. August ist Nationalfeiertag bei uns, gefeiert klassischerweise mit (mehr oder weniger) viel Feuerwerk, outdoor-grillen und Alkohol.

Wir haben heute noch mehr zu feiern – Pharmoma hat nämlich eine sehr schwere OP gut überstanden. Gleich 2 verkalkte Herzklappen mussten ersetzt werden. Statt 4 Stunden ging die OP fast 6 – aber heute ist sie nach 2 Tagen aus der Intensiv in die Normalstation verlegt worden. Und es geht definitiv aufwärts.

Ich bin sowas von dankbar – und feier das jetzt mit einem Hugo im Garten.

Zum Wohl auch Euch!

Zum Muttertag

Ich bin wieder da. So ziemlich jedenfalls. Grad rechtzeitig zum Tag, an dem wir das „Mama“ in PharMAMA gross schreiben.

Bitte entschuldigt die Auszeit, sie wurde nötig, weil in der Apotheke viel anstand – Audit vorbereiten, das haben wir jetzt gut bestanden. Grad anschliessend hat mich eine Erkältung erwischt, aber jetzt geht es wieder besser.

An der Stelle also an meine liebe Mama: Dir einen schönen Muttertag und auch Dir gute Besserung (und geh‘ am Montag zum Arzt, ja?), ich bin froh, dass es Dich gibt, so wie Du bist – und Du sollst noch lange erhalten bleiben :-)

In dem Sinne heute allen anderen besten Müttern, Mamas, Moms einen schönen Muttertag! Gebt Sorge auf Euch – und macht heute mal einen Tag „frei“.

Was für ein Tag ist heute?

Ganz kurz vor dem aufregen … Obigen Zettel drück mir Junior nach der Schule in die Hand mit den Worten: „Das ist etwas dumm gelaufen …“

Gut, dass ich geahnt habe, dass da irgendwas geplant war – mir war allerdings nicht bewusst, dass der Lehrer da mitmacht :-) Auch so habe ich mich beim Lesen gefragt, weshalb sie für so eine spezifische Situation vorgedruckte Zettel haben, wo man nur noch den Namen des Kindes einfüllen muss?

(Das mini-„sorry“ am Schluss ist ja nett)