Apotheken aus aller Welt, 262: Aš, Tschechien

Besten Dank an Dirk für diese Apotheke

als regelmäßiger Leser des Blogs möchte ich heute ein weiteres Apothekenfoto beisteuern. Die fotografierte Apotheke befindet sich im äußersten Nordwesten der Tschechischen Republik. Die kleine Stadt heißt Aš (deutsch Asch) und hat eine bewegte Geschichte hinter sich: <http://de.wikipedia.org/wiki/A%C5%A1>. Lékárna ist tschechisch für Apotheke ;-) im Fenster steht es noch in Deutsch und Englisch.

Medikamentenabfall

Wir bekamen von einem Mann eine grössere Menge Medikamente retour. Der Mann wohnt zwar noch bei sich zu Hause, kommt aber alleine kaum mehr vor die Türe. Die Mehrheit der Medikamente bezieht er entweder direkt vom Arzt (was bei mir in der Gegend eigentlich illegal ist, leider aber von einzelnen Ärzten trotzdem praktiziert wird) oder von einem Lieferdienst – das sieht man an manchen Etiketten auf der Packung. Ganz selten braucht er sonst etwas von der Apotheke und dann bringen wir es ihm vorbei – bei einer dieser Auslieferungen haben wir auch die Medikamente zurück bekommen.

Die Menge war … überraschend. Speziell weil darunter ganz viele unangebrochene Packungen waren.

Sortis, Lansoprazol, Zaldiar, Aspirin cardio …

Der Wert der Packungen etwas über 1000 Franken.

Weil ich mit dem Herrn schon zu tun hatte (per Telefon meist), wagte ich einen Anruf bei ihm zu Hause. Ich wollte von ihm wissen, warum er seine Medikamente offensichtlich nicht nahm – und vor allem warum er sie trotzdem bezog.

Er ist ja nur bedingt einer „unserer“ Patienten, aber … das ist ein allgemeines Problem .. und hier hatte ich einmal jemanden zu Hand, den ich fragen konnte. Unverbindlich sozusagen.

Anfangs war er ziemlich beunruhigt, dass er jetzt Schwierigkeiten bekommen würde – und ich musste ihn beruhigen, dass das nicht der Fall war, dass ich einfach nur wissen wollte wieso und nur sein Bestes im Sinn habe.

Ich wollte eigentlich nur herausfinden, wieso und ob er die richtige Entscheidung getroffen hat – ja, manchmal ist es richtig, seine Medikation zu stoppen, aber …

Seine Erklärungen weshalb er sie nicht nahm:

–      er wusste nicht mehr, für was sie ihm verschrieben worden waren

–      er dachte, er brauche die Medikamente nicht wirklich

–      und er wollte den Arzt nicht enttäuschen, indem er sie nicht mehr bestellte

Ich habe dann mit ihm gesprochen über die Medikamente und das warum und wie und dass es wichtig ist, dass er sie nimmt. Auf das Zaldiar kann er verzichten, wenn er nicht so Schmerzen hat, aber für sein Herzproblem wäre es besser, wenn er vorsorgend seinen Blutverdünner und den Cholesterinsenker nimmt.

Der Arzt hat sich wahrscheinlich auch schon gefragt, warum  die Medikamente nicht anzuschlagen scheinen – anhand dessen, dass ich in den Retouren sowohl Aspirin cardio 100er und 300er gefunden habe und 2 Stärken Sortis, hat er es wohl auch schon mit einer Dosisanpassung versucht.

Es ist halt schon so: Medikamente, die man nicht nimmt, wirken auch nicht.

Ich habe ihm dann geraten einen Termin mit dem Arzt zu machen und das nochmals zu besprechen. Falls er das Gefühl hat, sein Arzt nehme ihn nicht ernst, … kann er immer noch einen anderen aussuchen.

Apotheken in aller Welt, 149: Luzern, Schweiz (update)

Ein historisches Prachtstück einer Apotheke aus Luzern schickt uns tiefblau:

die älteste Apotheke Luzerns in einem Haus aus dem Jahr 1536. Im Schaufenster und Innen findet sich viel seltsames: Eule und Kugelfisch, Geweihe und viele alte Schubladen.

  

Da frage ich mich natürlich, wie es wohl ist, in so einer historischen Umgebung zu arbeiten? Ich denke, das würde mir gefallen.

Das letzte Bild zeigt uns das Apothekengebäude in voller Grösse und ist mir von Paul zugeschickt worden – darum habe ich es hier noch angehängt. Merci!

Schwangerschaftstests (12)

Die Frau bringt einen Schwangerschaftstest in die Apotheke zurück.

Frau: „Der hat nicht funktioniert!“

Ich schaue ihn an. Tatsächlich: der Referenzstreifen hat sich nicht gebildet. Anstandslos bekommt sie von uns einen neuen Schwangerschaftstest.

Pharmama: „Sie wissen ja, wie man ihn anwendet?“

Frau: „Ja. Natürlich.“

Am nächsten Tag kommt sie wieder zurück – wieder hat sich der Referenzstreifen nicht gefärbt.

Frau: „Die funktionieren nicht!“

Pharmama: „Das ist seltsam. Wie haben Sie ihn denn genau angewendet?“

Frau: „Na, ich habe ihn eingeführt, die 3 Minuten gewartet und dann abgelesen – aber Sie sehen ja, dass sich keine Streifen gebildet haben.“

Pharmama: „Haben sie Morgenurin gebraucht oder es später am Tag gemacht?“

Frau: „Wie … Urin?“

Pharmama: „Sie haben nicht mit Urin getestet? Aber … wie?“

Frau: „Ich sagte doch, ich habe ihn eingeführt.“

Pharmama: „Wie … einen Thermometer?“

Frau: „Ja, nur vorne.“

Oh.

Ah!

Apotheken aus aller Welt, 261: Asti, Italien

fxf aus München schickt uns dies:

diese Apotheke in Asti im Piemont/IT fiel mir als besonders hübsch auf, und da mußte ich gleich an Ihre Sammlung denken. Leider war schon geschlossen (und ich fürchterlich hungrig und auf der Suche nach einer guten Osteria), deshalb leider nur Bilder vom Äußeren. Ich bin aber sicher, daß die Apotheke innen ähnlich geschmackvoll eingerichtet ist.

 

Diese Fassade ist einfach nur … Wow!

Ein was?

Danke noch an Alexander von pharmawiki, der mir (schon länger her) dies geschickt hat:

Kunde: „Ich hätte gerne es Hans-Rüedi.“
Ich: „Wie bitte?!“
Kunde: „Naja, die Nasensalbe, heisst die nicht so?“

Fast :-)  Sie heisst Nasensalbe Rüedi Spirig – und ich wüsste nur zu gerne, woher sie diesen Namen hat. Wahrscheinlich hiess der Erfinder so, denn es gab früher ausser von der Spirig auch eine von Streuli und noch früher von Stotz.