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Aus Amerika:

Ein Teenager kommt mit der Freundin in die Apotheke und fragt nach Kondomen.

Er sagt: „Wenn sie keine Extra grossen Kondome haben, dann kann ich sie nicht nehmen.“

Für die Apothekerin tönt das, als ob er entweder kein Kondom benutzen will, oder aufschneidet.

Die Apothekerin nimmt ein normales Kondom aus der Packung, stellt ihr Bein auf die Theke und zieht es über Fuss und Unterschenkel – ein Trick den sie gelernt hat, um den Gips, den sie ein paar Wochen vorher hatte trockenzuhalten.

Sie sagt: „Wenn ich meinen Fuss und Knöchel da hinein bekomme, dann bin ich sicher, sie schaffen das mit ihrem Penis auch.“

Dann wendet sie sich an die Freundin und sagt: „Und falls er das NICHT kann, dann würde ich davon absehen mit ihm Sex zu haben. Die wenigsten würden das wollen, wenn es wirklich derart riesig ist !“

Der Junge sah etwas schockiert aus, kaufte aber die Kondome.


Bildquelle – (sicher nicht so flexibles Kondom mit lateinischer Anleitung von 1813)

Dazu möchte ich eigentlich nicht viel mehr sagen, ausser: Ja, ich weiss, Penisse kommen in verschiedenen Grössen, die meisten Kondome sind genormt und es mag Leute geben, die damit Probleme haben. Aber ich glaube inzwischen hat wohl jeder mal versucht sie über Hand und Unterarm zu ziehen – was relativ problemlos geht, auch mit den normal Grossen … also? Ansonsten gibt es noch die Kondomeria und andere einschlägige Geschäfte… da dürften auch Kondommuffel etwas „passendes“* finden.

*absichtlich doppeldeutig

Ich hab da was im Auge

2009 Kundin: „Ich habe etwas im Auge.“

Apothekerin: „Sie können dieses Augenwasser verwenden um es herauszuspülen“

Kundin: „Wissen Sie, ich habe meinen Mann heute Morgen befriedigt und habe, ‚sie wissen schon was’ in mein Auge bekommen. Es hat gebrannt, also habe ich mein Auge über dem Lavabo ausgewaschen.“

Apothekerin (behält die professionelle Haltung): „Ich bezweifle nicht, dass es brennt, aber es schadet ihrem Auge nicht. Benutzen sie einfach dieses Augenbad so oft sie möchten oder es brauchen und morgen sollte es wieder gut sein.“

Kundin: „Aber, Ich kann sie herumschwimmen sehen!“

Apothekerin: sprachlos.

Kein Sex mehr ab … (füge Alter ein)?

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Delikates Problem zu dem mich die Pharmaassistentin holt. „Ich habe da die Tochter eines unserer Patienten – sie hat eine Frage zu einem Medikament, das er nimmt: Sildenafil. Darf ich da überhaupt etwas sagen?“

Sildenafil – der Wirkstoffname von Viagra. Das Medikament wird bei Potenzstörungen beim Mann eingesetzt.

„Was will die Tochter denn hier?“ frage ich die Pharmaassistentin.

„Sie hat vom Vater die Liste seiner repetierbaren Medikamente*, die wir für ihn ausgedruckt haben und soll für ihn Medikamente für die Ferien holen. Und jetzt hat sie eine Frage zum Sildenafil.“

Ok, das wird interessant. Normalerweise darf ich keine Auskunft geben, unter das Patientengeheimnis fällt fast alles, eigentlich sogar dass überhaupt jemand bei uns Patient ist und etwas bezieht. Sogar gegenüber Familienmitgliedern. Die Tochter ist Mitte 40 und hat vom Vater den Auftrag bekommen Medikamente von seinen Dauerrezepten für ihn zu holen. Das ist erlaubt. Dass sie von ihm unsere Liste bekommen hat, kann ich als Erlaubnis durch ihn verstehen. (Mehr zum Problem hier: Andere Leute schicken).

Trotzdem … ich gehe nach vorne: „Ich kann ihnen gerne Fragen zum Medikament selber beantworten, aber nicht ob oder wieviel er bezieht.“

Sie: „Das geht in Ordnung. Ich habe nur eine Frage zum Sildenafil.“

Ich nicke – und?

Sie (mit Blick auf die Medikamentenliste): „Weshalb sind da nur 4 Tabletten in einer Packung?“

Obwohl sie weiss, dass er dafür beim Urologen war, der das verschrieben hat, war ihr offenbar nicht bewusst, für was man das braucht. Auf meine Antwort „Weil man das nach Bedarf einnimmt.“ ernte ich nur einen unverständigen Blick.

Also werde ich deutlicher: „Das nimmt man wenn man es braucht …. eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr.“

Sie (lachend-empört): „Mein Vater ist 72, der hat doch keinen Sex mehr!!“

Ich hab ihr dann versucht sanft beizubringen, dass auch ältere Leute Sex haben und das nicht abrupt ab einem bestimmten Alter aufhört.
Sie hat dann die anderen Medikamente bezogen, die Sildenafil nicht … vielleicht muss sie sich erst mal an den Gedanken gewöhnen aber auch weil sie die hätte selber zahlen müssen. Die Krankenkasse übernimmt das nicht (Lifestyle-Medikament).

Aus eigenem Interesse habe ich nachher mal geschaut : er hatte bisher in diesem Jahr 3 Packungen. Sieht stark danach aus, dass er doch noch Sex hat :-)

Mehr Beiträge zum Thema Patientengeheimnis:

Ebola und das Patientengeheimnis … wäre nett, wenn die Medien sich auch daran hielten.
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Eine „heisse“ Sache?

Die junge Frau streckt mir in der Apotheke den hier hin:

«Kann ich den Umtauschen? Den habe ich vor ein paar Tagen gekauft und der lässt sich nicht wieder herunterschütteln.»

Das ist noch gelegentlich das Problem mit den flüssigkeitsgefüllten Thermometern. Das war bei den Quecksilber-thermometern so und ist es immer noch mit den neuen mit Gallium.

Unten in der Thermometerkapillare gibt es eine Verengung, durch die das Quecksilber hindurch muss. Nach der Temperaturmessung zieht sich das Quecksilber an der kälteren Luft wieder zusammen. Wegen der Verengung kann es aber nicht ohne Weiteres in den Auffangbehälter zurück. So bleibt der gekappte Flüssigkeitsfaden im Rohr stehen. Um die Temperatur erneut messen zu können, muss die Kapillare geleert werden. Dazu schüttelt man das Röhrchen, und durch die Fliehkraft gelangt das Quecksilber zurück in das Gefäß.

Wenn eine Demonstration am gebrachten Thermometer nicht hilft, tausche ich den tatsächlich um. Sie meint auch, dass sie weiss, wie man den Thermometer benutzt. Sie hatte schon solche und benutzt die schliesslich täglich!

«Täglich?» Frage ich. Mir schwant was.

«Ja, ich benutze ihn zum Verhüten.»

Ah. Sie meint die Symptothermale Verhütungsmethode. Nur …

«Das können sie mit dem Thermometer nicht machen!»

«Wieso?»

«Weil die viel zu ungenau sind!»

«Aber den man hat mir in der Apotheke empfohlen.»

Dafür? Kann ich mir kaum vorstellen. Zur Erinnerung:

Temperaturmessung: Die Temperaturmessung ist eine natürliche Verhütungsmethode. Dabei misst die Frau jeden Morgen zur gleichen Uhrzeit ihre Körpertemperatur. Während der fruchtbaren Tage, zur Zeit des Eisprung, steigt diese um 0,4 bis 0,6 Grad Celsius an. Als sicher unfruchtbar gelten die Tage vom dritten Tag nach Temperaturanstieg an bis zum fünften Tag nach der Menstruation.
Vorteile: Diese Verhütungsmethode kommt ohne Hormone oder Barriere aus. Es gibt keinerlei hormonbedingte Nebenwirkungen. Im Vergleich zu allen anderen Methoden ist sie kostengünstig.

Nachteile: Für Frauen mit unregelmässigem Zyklus sind die natürlichen Verhütungsmethoden weniger geeignet. Diese Methode schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Pearl-Index: 3,8 bis 20 (heisst: von 100 Frauen, die mit der Methode 12 Monate verhüten werden 4 bis 20 schwanger)

Also muss sie in der Lage sein, Temperaturunterschiede von 0,2 Grad zu erkennen. Das geht mit dem Thermometer nicht. Keine Ahnung, wie sie das bisher geschafft/gemacht hat. Zugegeben: es gibt Flüssigkeits-thermometer, bei denen das geht, die haben dann einen geringeren Messbereich und eine grössere Anzeige. Der den sie uns gebracht hat ist keiner von denen.

Aber wenn das jemand wirklich machen will, gibt es digitale Thermometer, die auf 2 Stellen nach dem Komma anzeigen. Damit und mit der nötigen Disziplin, das immer und jeden Morgen zu machen – und vielleicht in Kombination mit einer Zyklus App – ist das mit einer gewissen Sicherheit machbar. Auch wenn ich auch das nicht empfehlen würde wenn man auf gar keinen Fall schwanger werden will / darf.

Ich habe ihr dann einen der digitalen mit genauer Anzeige verkauft, die es gibt. Den kaputten habe ich zurückgenommen und sie hat nur die Differenz bezahlt. Immerhin: der war ja nicht mehr brauchbar. So oder so.

Von ungeplantem (Sex)Besuch

Letztens hatte ich eine längere Pille danach Beratung mit einer ziemlich selbstkritischen Frau über 40, die sich geisselt, weil sie offenbar nicht Nein sagen konnte.

Die Beratung selber wäre ja nicht mal so lange gegangen, aber in dem Fall habe ich wohl zusätzlich als psychologischer Mülleimer gedient.

Hintergrund: Ihre Internetbekanntschaft, mit der sie schon länger flirtet, steht auf einmal abends vor der Hautüre – obwohl sie das nicht wollte. Anscheinend hat sie ihn vorher auch noch nie getroffen und offenbar sieht er nicht mal so aus wie auf dem Profilbild (aber das ist hier Nebensache). Jedenfalls lädt er sich – da ja so weit weg von zu Hause und jetzt extra hierhergekommen … einfach zu ihr in die Wohnung ein .. und ja, offenbar auch ins Bett.

Es kam zu Sex (sonst wäre sie kaum zu mir gekommen), und dabei ist dann wohl auch noch das Kondom abgerutscht …

Jedenfalls sass sie bei mir und macht sich Selbstvorwürfe, dass sie etwas getan hat, wovor sie ihre eigene Tochter (!), die sie inzwischen alleine erzieht, immer gewarnt hat … und schwanger werden will sie auf keinen Fall!

Das war … eine interessante Pille danach Beratung. Mal was anderes. Und ich musste (ausser dem fachlichen Abklären) nicht wirklich viel dazu sagen, die Frau wusste das schon selber, dass das nicht gerade ideal war. Ich denke, sie muss unbedingt „Nein“ sagen lernen. Auch in so einer doofen Situation, wenn sie ihm ihre Adresse nennt – und er, obwohl sie das ausdrücklich abgelehnt hat „mal vorbeischaut“ …

Ich hoffe, sie hat daraus gelernt. Und ein paar von Euch, die das lesen vielleicht auch. Man muss sehr vorsichtig sein, was man wem im Internet von sich preis gibt.

Sind Drogisten süss?

Unser Drogist Urs hat noch ein paar Nachwehen vom alten Geschäft.

Heute habe ich so halb mitbekommen, wie er einen Kunden wie einen Kollegen begrüsst hat – offenbar war das so. Er hat mir nachher erzählt, wie das abgelaufen ist. Anscheinend hat der junge Mann auch im Kaufhaus gearbeitet, in einer anderen Abteilung allerdings. Wie Urs meinte, war er sich nie ganz sicher, ob er … naja, eher vom gleichen Geschlecht angezogen wird. Jedenfalls hat der Kollege ihn heute erkannt und da haben sie neben dem Einkauf noch ein bisschen geplaudert, wie es Urs so geht, was der Kollege jetzt so macht  … bis zu dem Moment, wo ein junger Mann zur Türe hereinschaut und ziemlich aggressiv ruft: „Was dauert da so lange? Du wolltest doch nur rasch was kaufen?!“

Kollege pikiert: „Ja, schon gut, ich habe hier nur den Urs getroffen, der hat doch früher mit mir gearbeitet.“
Worauf der junge Mann hereinkam, sich demonstrativ neben den Kollegen stellte und Urs sehr misstrauisch musterte: „Ah ja?“

Am liebsten (meinte Urs zu mir) hätte er ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen zu machen brauche. Da sei er keine Konkurrenz. Auch wenn es ungewöhnlich ist heute als Mann in einer Drogerie arbeitend …

Was mich zu der Frage inspiriert:
Habt ihr das Gefühl, dass man heute Männer, die in der Drogerie, Parfümerie arbeiten als homosexuell ansieht?
Ist nicht meine Erfahrung, also: weder dass sie es sind, noch dass man sie so ansieht. Oder irre ich mich da?