Zahn ab

Kleine Warnung: der Blogpost enthält unschöne Bilder.

Das ist, was wir am letzten Samstag gemacht haben. Wir waren Schlittschuhlaufen. Und dabei ist Junior beim an den Rand fahren umgefallen und (das Geländer knapp verfehlend) mit dem Gesicht direkt auf die Kante am Boden geknallt:

Ergebnis:
zahnab
Ja, der Zahn ist ab. Nicht ausgeschlagen: abgebrochen. Nein, das ist kein Milchzahn mehr.

Das Foto entstand kurz nachher, weil ich Junior nicht zutrauen wollte, das selber im Spiegel anzusehen … und dann vielleicht grad nochmal umzukippen. Dabei ist er wirklich hart im nehmen. Es hätte noch schlimmer sein können – und es sieht schlimm genug auf dem Foto aus, aber seine beiden zweiten Schneidezähne oben sind noch nicht draussen. Wenn der neben dem ausgeschlagenen Zahn noch da gewesen wäre … :-(

Mit Hilfe fanden wir auf dem Eis das ausgeschlagene Stück, im Erste Hilfe Raum bekamen wir einen Becher mit Lösung (Dentosafe), wo wir ihn einlegten (scheint das da noch häufiger vorzukommen?), denn … vielleicht lässt sich das noch wieder ansetzen. Mit diesem „Vielleicht“ suchten wir dann den Zahnarztnotfall auf:
zahnarzt
Da wurde Junior, der wirklich sehr tapfer war, untersucht und mehrfach geröngt – zum schauen, wie weit unten das abgebrochen ist und auch ob das Kiefergelenk noch da ist, wo es sein soll. Das ist es. Ansetzen wollten sie den Zahn jedoch nicht, sie haben ihm nur eine provisorische Versiegelung drauf gemacht – anscheinend liegt der Nerv nicht frei. Dafür besitzen wir jetzt ein ganz neues Set Röntgenbilder: (Nicht dass das nötig gewesen wäre, denn Junior war erst vor etwa 2 Wochen beim Arzt zur Kontrolle und hatte die dort auch schon).
zahnroentgen

Das ist so ein Rundumbild – mit den Kiefergelenken. Das sieht ja schon interessant aus: Man sieht die Zähne, die er hat und diejenigen, die erst noch kommen werden wie Geister unten und oben im Kiefer warten. Man sieht auch den schon reparierten Backenzahn (rechts im Bild) – auch das war ein Unfall, den hat es angeknackst, als er bei einem Restaurantbesuch auf der Treppe ausgerutscht ist und auf’s Kinn gefallen ist.

Am Montag haben wir dann gleich einen Termin mit seinem normalen Zahnarzt gemacht. Der hat den Zahn allerdings nicht auch mehr anbringen können, er hat nur ein besseres Provisorium aufgebracht (das vom Samstag hat auch nur bis Sonntag mittag gehalten). In 3 Wochen haben wir wieder einen Termin.

Es ist ein Elend. Ich habe (hatte? heul) so einen hübschen Jungen. Dabei kann ich froh sein – früher hätte er mit dem fehlenden Zahn leben müssen. Heute kann man da noch etwas machen. Stiftzahn? Krone? Teuer wird das allemal … mal sehen, ob das die Unfallkasse oder die extra Zahnversicherung, die wir für Junior haben übernimmt …

Ah ja – teuer. Das wird es jetzt schon, denn beim notfallmässigen Parken vor dem Zahnarzt haben wir uns einen Strafzettel von 160 Franken eingefangen (ja, wir haben in der Aufregung keinen Parkplatz gefunden und haben das Auto etwas suboptimal mit Warnleuchten an abgestellt) und gestern, als mein Mann auf der Polizei war, zum schauen, ob man da etwas machen kann (das war ein Notfall!) hat ihm jemand am korrekt parkierten Fahrzeug den Rückspiegel vom Auto aubgefahren. Nochmals 206 Franken für die Reparatur …

Liebe Leute, baut mich etwas auf – erzählt mir, dass das Euch auch schon passiert ist und wieder gut geworden. Ich brauche das jetzt …

Bücher …

Heute habe ich grad eine ganze Ladung Bücher bekommen. Schaut mal:

buecher

Da wäre zuallererst einmal ein Geschenk von Blogleserin Ulrike, ein Kochbuch, das ich mir gewünscht habe und das irgendwo hängengeblieben ist, aber jetzt doch noch den Weg zu mir gefunden hat: Das war eine tolle Überraschung! Danke vielmals!!

Dann ein Buch, das ich lesen darf zum rezensieren. Da bin ich wirklich gespannt, da wir mit dem Thema häufig Kontakt haben in der Apotheke: Medikamentenabhängigkeit.

Und weshalb stehen da zwei meiner „Haben Sie diese Pille auch in grün?„-Bücher? Weil (und ich kann fast nicht sagen, wie sehr mich das freut!) das Buch gerade in die 3. Auflage gegangen ist! Wooohooo!!  – Nein, ich weiss nicht, wie hoch die Auflagen sind, aber … offensichtlich verkauft sich das ganz gut.

Sampler: Tierische Apotheke

catcontent

Nicht so häufig wie in spezialisierten Apotheken – aber auch wir haben gelegentlich mit Tieren und vor allem ihren Haltern und den Problemen mit denselben zu tun:

Vom wilden (füg‘ ein Tier ein) gebissen – das waren 3 an einem Tag.

Impfunwillige Halter und Spätfolgen

Manche Leute sollten gar keine Tiere halten.

Tiere haben eigene Ärzteund Versicherungen?

Die Dosierung von Medikamenten ist nicht analog wie beim Mensch

und man sollte auch nicht das Tiermedikament einnehmen

Vom ewig lebenden Hamster

Manche Tiere brauchen es warm. Dringend.

Alles für die Katze oder – es ist ja nur ein Tier.

Mein Hund stinkt – was jetzt?

Für wen war das nochmal?

Von toten Flamingos und unwilligen Patienten

Ich weiss nur … dass ich nicht alles weiss.

Achtung, dieser Blogpost kann Illusionen zerstören (Ich dachte, wenn ich schon mal dabei bin …)

Nein, ich weiss wirklich nicht alles. Man kann nicht alles wissen – selbst in meinem doch schon begrenzten Bereich vom Gesundheitssystem gibt es noch eine Menge, dass ich nicht weiss.

Ich weiss eine ganze Menge, ich habe jahrzehntelange Erfahrung, ich kann noch viel mehr ziemlich schnell herausfinden … und habe das Hintergrundwissen aus der ganzen Information das brauchbare / wichtige / zuverlässige herauszufiltern. Aber – ja, ich weiss nicht alles. Jährlich, nein monatlich kommen neue Medikamente heraus, teils mit noch nie vorher gesehenen Wirkmechanismen – und exotischen Namen. Es gibt Naturheilmittel (oder angebliche) von denen ich noch nie gehört habe. Medikamente haben anderswo andere Bezeichnungen, und es gibt einige, die es in der Schweiz gar nicht hat. Gesetze und Vorschriften ändern sich.

Ich bilde mich weiter – regelmässig in Kursen, indem ich lese und online lerne, im Kontakt mit den Patienten selber und auch durch die Kommentare im Blog.

Online ist das einfach – da erscheint man noch schnell fast allwissend. Das bin ich nicht.

Ich muss noch immer gelegentlich sagen: „Das weiss ich nicht, aber … ich kann es herausfinden.“

Wenn man mich lässt.

Es gibt immer wieder Leute, die sich angewidert (?) abwenden, wenn man seine Unwissenheit gesteht. Wie Ärzte keinen Fehler machen dürfen, sollten Apotheker*innen einfach alles wissen was nur ansatzweise mit dem zu tun hat, was man einnimmt, aufträgt oder anklebt.

Tja, Sorry.