Impfunwillige Halter

Ich habe nicht so viel mit Tiermedizin zu tun (unsere Apotheke ist nicht darauf spezialisiert), aber manches bekomme ich trotzdem mit, wenn die Patienten über ihre kleinen Lieblinge erzählen. Manches Mal muss ich mir auch an den Kopf fassen, was da an Miss-Information herum ist.

Erst Mal: Ja, Tiere können genauso krank werden wie Menschen auch. Sie bekommen Diabetes und müssen dann Insulin-Spritzen bekommen, manche bekommen auch Krebs, sie können sich den Magen verderben und es gibt eine Menge Krankheiten, die sie haben, die wir im Gegenzug nicht bekommen. Gegen manche dieser Krankheiten gibt es Impfungen. Ich persönlich würde ja daruf hören, wenn mir der Tierarzt eine Impfung für die Katze oder den Hund empfiehlt, aber auch da gibt es Impfverweigerer. Natürlich nicht die Tiere selber, sondern die Halter.

Manchmal hören sich die Gründe noch halbwegs vernünftig an – wie bei der Katzenhalterin, die ihre Katzen (3 Stück) nicht geimpft hat, weil das ja reine Hauskatzen sind und nicht in Kontakt mit anderen Katzen kommen.

Das stimmte – bis zu dem Zeitpunkt, als die Frau ins Spital musste und -mangels Nachbarn, willigen Verwandten oder Freunden, die die 3 aufnehmen konnten- einen Platz für sie suchte. Stellt sich heraus, dass Tierheime und andere Tierhorte keine ungeimpften Tiere aufnehmen.

Und dann war da noch die Tierhalterin, die nicht impfen wollte, weil sie nicht wollte, dass ihr Hund autistisch wird.

Mal abgesehen davon dass ich nicht weiss, ob Hunde überhaupt autistisch sein können, der Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus wurde inzwischen mehrfach widerlegt und der ehemalige Arzt (inzwischen mit entzogener Probation), der den Zusammenhang erst überhaupt hergestellt hat (lies: Studien manipuliert dafür) wurde extern dafür finanziert (lies: geschmiert für seine Falschaussagen.)

Die Tierhalterin hatte keine eigenen Kinder, also übte sie ihre Impfunwilligkeit einfach per Hund aus.

Katzenseuche und Hundeseuche sind reale Krankheiten mit oft üblem Ausgang (die Tiere erbrechen und haben blutigen Durchfall, oft bis zum qualvollen Tod) … aber davon könnte ein Tierarzt hier sicher mehr erzählen – und auch von den unwilligen Haltern.

39 Antworten auf „Impfunwillige Halter

        1. Das kann ich dir nicht sagen. Mit mir spricht der Kaktus ja auch nicht…

          Ich habe die These, dass Hunde autistisch werden, nur konsequent weitergedacht. :)

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  1. Nachdem unsere Katze vor Jahren auf eine Impfung allergisch reagiert hat und um ein Haar gestorben wäre (eingeschlossen waren eine Not-OP, mehr als eine Woche Aufenthalt in der Tierklinik und viele viele Tränen), lassen wir sie auch nicht mehr impfen – allerdings in Absprache mit dem Tierarzt und mit einer Bestätigung auf dem Impfbüchlein, dass es aus medizinischen Gründen nicht empfohlen wird – genau um zu vermeiden, dass sie im Notfall nirgendwo untergebracht werden könnte. Zur Kontrolle beim Tierarzt bringen wir sie natürlich trotzdem regelmässig. Vielleicht ist es Glück, vielleicht die Herdenimmunität (gibt’s denn das auch bei Katzen?) – sie ist jedenfalls immer noch kerngesund.

    Die Tiere aus Bequemlichkeit nicht zu impfen, kann ich gar nicht verstehen. Den Piekser verzeihen sie dir allemal. Und ich könnte nicht damit leben, wenn mein Haustier sterben würde, weil ich da was verpasst hab…

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    1. Herdenimmunität gibts bei allen ansteckenden Krankheiten. Kommt nicht auf die Überträger (Menschen, Katzen, Hunde…) an.

      Immerhin könnten so ungeimpfte Katzen ins Tierheim kommen, wenn dort die allermeisten anderen Katzen geimpft sind…

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  2. Hallo.
    Zuerst einmal ein sehr interessanter Blogeintrag.
    Dass manche Tierhalter die Impfung ihrer eigenen Tiere verweigern kann ich mit besten Willen nicht nachvollziehen. Wenn man sich ein Tier, bzw. mehrere Tiere zulegt, dann muss einem von vornherein klar sein, dass das selbstverständlich auch mit Kosten verbunden ist. Und bei Lebewesen (ob Mensch oder Tier, oder vllt. sogar Pflanze) sollte nicht gespart werden in meinen Augen. Das ist das Sparen am falschen Ende. Impfungen sind sowas von wichtig und wenn man sein Tier/seine Tiere liebt, dann will man doch auch möglichst lange was von ihnen haben. Und dann die Tiere nicht zu impfen, da zweifel ich wirklich am gesunden Menschenverstand.
    Soviel zu meiner Sicht.

    Gruß,
    Holger

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  3. Vor anderthalb Jahren habe ich für den Katzenschutz kleine Katzenkinder gepäppelt. Sie kamen alle geimpft zu mir, aber drei kleine Katerchen mussten sich schon davor mit Katzenseuche angesteckt haben, welche dann prompt bei uns ausbrach.
    Einer hat es gut verkraftet, einer ist nach mehreren Monaten daran gestorben (unsere Tierärztin und wir haben alles gegeben, aber sein Darm hat irgendwann seine Funktion völlig eingestellt; er konnte nichts mehr verdauen und ist mehr oder weniger trotz Futteraufnahme verhungert) und der letzte ist mit seinen anderthalb Jahren jetzt einigermaßen auskuriert. Sein Magen-Darm-Trakt ist nach wie vor empfindlicher als bei gesunden Katzen und auch sein Zahnfleisch ist immer noch gerötet, aber er hat es überstanden.
    Was bin ich froh, dass es diese Impfung gibt und meine eigenen Katzen sich nicht daran anstecken können. Noch einmal will ich dieses Elend nicht mitansehen müssen.

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  4. Ja, unter Tierhaltern grassieren dieselben merkwürdigen Thesen wie in anderen Gruppierungen, was Impfungen betrifft.
    Auch wenn eine Katze ausschließlich im Haus gehalten wird können Krankheiten eingeschleppt werden, mit den Schuhen, von anderen Katzenbesitzern, etc.
    Natürlich betrifft das nicht alle Krankheiten, aber einige schon. Man muss auch nicht gegen alles impfen lassen, wofür es Impfungen gibt, da gilt es abzuwägen. Aber die eine oder andere Impfung ist schon wichtig.

    Dass ein Tierheim die Aufnahme der Katzen verweigert hat aufgrund des Impfstatus kann ich nicht nachvollziehen. Der Impfstatus jedes Fundtieres ist unbekannt und muss deshalb als nicht geimpft angenommen werden, ist also kein Unterschied zu definitiv nicht erfolgten Impfungen.
    Na ja, man muss nicht alles verstehen. ;-)

    Aemkage: Mich interessiert sehr, was das für eine Impfung war, und warum aufgrund einer allergischen Reaktion operiert werden musste und was operiert wurde/ was gemacht wurde.
    Das ist reine Neugier und ich möchte Dir nicht zu nahe treten.

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    1. Tierheime verweigern die Aufnahme in der Regel nicht, aber z.B. Tierpensionen oder andere Tierhalter.

      Unsere Katze ist auch durchgeimpft, mit Ausnahme einer Krankheit, die wirklich nur zwischen den Tieren direkt übertragen werden kann. Da er ein Wohnungskater ohne Kontakt zu anderen Katzen ist (auch ein Einzelgänger) ist, meinte unsere Tierärztin, würde sich das erstmal nicht lohnen. Sobald er aber Freigänger werden sollte, muss er nachgeimpft werden.
      Das werde ich dann auch mit Sicherheit machen, denn ich erachte es schon als wichtig zu impfen. Allen Tieren und Menschen gegenüber.

      Auch wenn er mal in eine Tierpension müsste, würde ich selbstverständlich vorab einen Termin beim Arzt machen und auch noch mal auf Würmer und Parasiten schauen lassen. Man kann so etwas nie ausschließen.

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      1. Naja, wenn akute Sachen passieren (z.B. Krankheit, Unfall, etcpp), dann hat man normalerweise nicht die Zeit dafür zu warten bis der Tierarzt offen hat, und zu warten bis die Zeit bis die Impfung wirklich wirkt (denn das geht normalerweise ja nicht sofort). Daher ist das vorsorglich gemacht nun wirklich empfehlenswert.

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    2. Es war die ganz normale Kombi-Impfung, die sie auch schon vorher bekommen hat. Worauf sie genau reagiert hat, ist nicht klar, aber es hat vielleicht fünf Minuten gedauert, bis sie voll im Schock war. Glücklicherweise waren wir da noch in der Tierarztpraxis.

      Operiert werden mussten die Nieren, vor allem die rechte war kaum mehr durchblutet. Da hat man Gefässe erweitert und wohl irgendwie gestentet – keine Ahnung, wie das bei Katzen genau gemacht wird. Ausserdem hatte sie eine Magenblutung, vermutlich durch das Würgen und Erbrechen. Die musste auch chirurgisch gestillt werden.

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      1. Wenn das tatsächlich als Antwort auf mich gedacht war: Ich glaube Ihnen das und halte es auch dann durchaus für richtig, nicht zu impfen. Schließlich können Nebenwirkungen vorkommen, bei Mensch und Tier.
        Da muss man sich dann (leider) auf die Herdenimmunität verlassen – und wie beim Menschen auch, gibt es leider Tierhalter (beim Menschen vor allem Eltern), die dieses ganz elementare System des Schutzes nicht begreifen wollen. Zum Leidwesen anderer.

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          1. Vielen Dank, Aemkage. :-)
            Ich lasse unsere Frettchen inzwischen nach Titerbestimmung impfen, die Grundimmunisierung bekommen sie aber ohne Ausnahme bisher, da ich auch Pflegestelle bin.
            Bei solch einer Reaktion auf die Impfung wäre ich aber auch mehr als vorsichtig. Wir warten auch immer noch so etwa 30 Minuten in der Praxis nach jeder Impfung, einfach, um sicherzugehen.

            Nania: So in der Art würde ich es auch halten. Impfen, was Sinn macht.

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  5. Ich bin Tierärztin. In der Tierklinik, wo ich arbeite, gab es im letzten Jahr mindestens 5-6 Parvovirosefälle bei Hunden. Überlebt hat davon genau EINER. Mal davon abgesehen, dass ein an Parvovirose erkrankter Hund das personifizierte Elend ist, ist die Behandlung sehr kostenintensiv – da ist man schnell im dreistelligen Bereich, und das mit ungewissem Ausgang.
    Katzen mit Katzenschnupfen oder Leukose sind schon fast alltäglich, das sind auch beides Erkrankungen, gegen die man impfen kann.
    Eine ernsthafte Impfnebenwirkung ist mir in den letzten Jahren dagegen nur eine einzige in Erinnerung: ein Welpe, der auf die Impfung wenige Minuten nach der Injektion mit einem allergischen Schock reagiert hat. Die Besitzer waren noch im Wartezimmer, als es anfing, so konnte schnell reagiert werden und letztendlich hat es der Hund ohne bleibende Schäden überstanden.
    Meiner Erfahrung nach sind die überzeugten Impfgegner unter den Tierbesitzerin gar nicht sooo häufig – die meisten nicht geimpften Tiere sind das aus Faulheit, Falscheinschätzung der Lage („wird schon nichts passieren“) oder, ganz besonders oft, aus Kostengründen.
    Wobei man auch ganz klar sagen muss, dass in der Veterinärmedizin meines Erachtens auch oft zu viel geimpft wird. Gegen die wenigsten Erkrankungen muss wirklich jährlich geimpft werden – eigentlich trifft das, von den Standardimpfungen nur nur auf den Leptospiroseimpfstoff zu, eine Impfung die auch nicht für alle Hunde sinnvoll ist, sowie, mit Einschränkungen, für den Impfstoff gegen Katzenschnupfen. Alle anderen Impfstoffe führen zu einer Immunität, welche deutlich länger als ein Jahr anhält, und i.d.R. werden dreijährige Abstände empfohlen. Das ist mittlerweile sogar so in den Leitlinien der veterinärmedizinischen Impfkommission verankert (in Deutschland, die Situation in der Schweiz kenne ich nicht). Und trotzdem impfen viele Kollegen jährlich alles. Das muss auch nicht sein, eine Impfung ist, auch wenn der Nutzen die möglichen Nebenwirkungen bei weitem überwiegt, trotzdem kein Bonbon.

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    1. Letztendlich ist die einmalige Impfung beim Tierarzt nicht so teuer, dass sich ein Tierbesitzer diese nicht leisten können sollte.
      Ich bezahle einmal im Jahr mit dem Kater 45 Euro für Grunduntersuchung und Impfung – und das sollte einem das Tier und der Tierarzt (denn so gut werdet ihr ja nicht bezahlt, was ich eine Schande finde) auch wert sein.

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  6. Meine Tiere sind auch alle gegen die artspezifisch üblichen Krankheiten grundimmunisiert und werden regelmäßig geimpft..
    Ich gebe aber gerne zu, daß ich Impfungen, die nachweislich mehrere Jahre schützen nicht jährlich wiederholen lasse, nur weil man das „schon immer so gemacht“ hat…

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  7. Meine beiden Pferde sind auch korrekt geimpft – vor allem Tetanus. Ich will meinem Tier nicht zusehen müssen, wie es elends zugrunde geht! Bei den Influenza-Impfungen halte ich allerdings eine jährliche Wiederholung ein, und keine halbjährliche – diese ist allerdings nur für Turnierpferde verfplichtend, bzw. darf man nur ein Turnier starten, wenn die letzte Impfung nicht läger als 6 Monate + 21 Tage her ist. Tetanus wird bei meinen Pferden alle 2 Jahre aufgefrischt.
    Warum sollte ich es bei Lebewesen, für deren Wohlergehen ich die Verantwortung übernommen habe, anders machen als bei mir selbst?

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    1. Wow. Die Tetanus Impfung hält anscheinend nicht lange bei Pferden. An was liegt das? Beim Mensch ist nach der Grundimmunisierung nur alle 10 Jahre eine Auffrischung nötig.

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      1. Das liegt in erster Linie daran, daß niemand Interesse daran hat zu erforschen (bzw. die Forschung dafür zu bezahlen) wie lange die Impfung denn nun wirklich „hält“, die Zulassungsstudie(ß) ging halt nur über 2 Jahre 8-). Aber auch daran, daß beim Pferd wirklich oft nach (ggf. deutlich) weniger als 10 Jahren kein positiver Impftiter mehr nachweisbar ist. Es gab zwar mal eine Studie in der Schweiz, wo ein paar tausend Pferde die nur Grundimmunisiert wurden mehr als 10 Jahre lang beobachtet wurden und es keinen Erkrankungsfall gab. Aber das ist halt keine valide Studie, kann ja auch Zufall gewesen sein…
        Von daher erhalten auch meine Pferde alle 2 – 3 Jahre die Tetanus-Auffrischung

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        1. es sollte statt dem ß eigentlich ein n? hinter „zulassungsstudie“ stehen. Ich weiß nicht, ob es eine oder mehrere waren

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  8. Die Katze meiner Mutter ist leider auch nicht mehr geimpft, obwohl Freigänger. Das liegt daran, dass nur mein Vater in der Lage war, sie einzufangen und zum Tierarzt zu bringen. Er ist aber vor 2 Jahren gestorben.
    Als meine Mutter letztes Jahr mit Herzinfarkt im Krankenhaus lag, waren wir deshalb in einem echten Dilemma, denn wir konnten ja keiner (ebenfalls schon betagten) Nachbarin zumuten, wochenlang die Katze zu versorgen. Die Katzenpension nahm die Katze nicht, aber sie boten zum Glück Katzensitting an. Und die Dame von der Pension konnte mir einen Tierarzt nennen, der ins Haus kommt.
    Es ist also nicht immer Ignoranz, sondern manchmal spielt das Leben anders, als man 10 Jahre zuvor gedacht hat.

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    1. Warum trainiert ihr das Einfangen/Behandeln usw denn nicht? Das muss ja nicht in einer Woche sein, aber in den zwei Jahren könnte man das doch schon mal üben. Immerhin könnte die Katze auch mal etwas dringendes haben (wie eine starke Verletzung) und MUSS dann eingefangen werden können.
      Das soll kein Angriff sein, aber so etwas würde ich persönlich eher bedenken, gerade weil schnell mal eine Person durch Krankheit/Urlaub/Trennung usw ausfallen kann.

      Ich habe eine unberührbare Katze aus dem Tierschutz übernommen und ALLES mit ihr trainieren müssen. Das ist zwar zeitaufwändig, aber nötig. Immer in Babyschritten und mit vielen Leckerchen aber defintiv machbar. Mittlerweile geht sie sofort auf Kommando in die Box, was mir beim Tierarzt mal ein unschönes Einfangen erspart hat, als sie voller Panik vor der Behandlung beißend und kratzend in eine Ecke verschwunden ist.

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      1. Quatsch, verletzte (und auch kranke) Tiere reagieren sehr oft garnicht mehr auf irgendwelches Training. Natürlich ist ebenjenes Training trotzdem sinnvoll, aber dürfte in solchen Fällen echt nutzlos sein.

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  9. Nachdem ich zweimal zusehen durfte, wie eine Katze an FIP, respektive an Leukose krepiert ist, impfe ich meine Katzen obwohl reine Haus- und Balkonkatzen gegen alles, impfbar ist. Allerdings wüsste ich auch gern, warum sie jedes Jahr neu geimpft werden müssen, und ob nicht manche Impfung länger hält. Denn grade die FIP und Leukose ist schon recht teuer.

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    1. Gegen FIP kann man gar nicht impfen – nur gegen Coronaviren. Coronaviren sind bei Katzen extrem weit verbreitet und an sich völlig harmlos, bestenfalls führen sie zu einem leichten Durchfall über ein paar Tage, können aber lange im Körper verbleiben, ohne Schaden anzurichten. Coronaviren können aber in den Fall dann irgendwann in der Katze mutieren und zu einer gefährlicheren Form werden, und führen dann zu FIP. Das passiert aber nur ungefähr bei einer von 200 Katzen, die sich mit Coronavirus anstecken, eine reine Coronavirusinfektion bedeutet also definitiv nicht, dass die Katze FIP hat oder bekommen wird! Zur FIP kommt es besonders oft bei immungeschwächten Katzen oder bei Kontakt mit einer sehr großen Virusmenge.
      Es gibt eine Impfung gegen Coronaviren. Der Sinn und Zweck ist allerdings in vielen Fällen fraglich. Zunächst einmal kann die Impfung ausschließlich dann wirken, wenn die Katze noch keinen Kontakt zu Coronaviren hatte, was bei Freigängern fast schon selten ist. Also sollte vor der Erstimpfung der Coronavirustiter bestimmt werden, denn es macht keinen Sinn, eine Katze zu impfen, die sowieso schon Coronaviren hat. Denn auf die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus mutiert und FIP auslöst, hat die Impfung keinen Einfluss mehr. Der Titer ist aber auch nicht zu 100% zuverlässig, da die Grenzbereiche sehr weit gefasst sind und von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Also ist es schon mal schwierig, überhaupt herauszufinden, ob bei einer bestimmten Katze die Impfung überhaupt wirksam sein KÖNNTE oder nicht.
      Wenn man jetzt eine Katze hat, die noch keinen Coronavirus in sich trägt, und man durch die Impfung verhindert, dass sie sich ansteckt, kann sie theoretisch auch kein FIP bekommen – ohne Coronavirus kein FIP. ABER: die Wirksamkeit der Impfung gegen Coronaviren ist sehr umstritten. Es gibt verschiedene Studien dazu, die mit den positivsten Ergebnissen kommt immer noch zu einer Impfversagerquote von 25%, dass heisst, bei einer von 4 geimpften Katzen schlägt die Impfung nicht an. Und die Studie mit den schlechtesten Ergebnissen kam sogar zu dem Ergebnis, dass die Impfung GAR NICHTS bringt, also keine Schutzwirkung hat.
      Ich empfehle die Impfung i.d.R. nicht oder nur in sehr speziellen Fällen (in Zuchten, beispielsweise), und meine eigene Katze (Freigänger) ist auch nicht gegen Coronaviren geimpft.

      Was Leukose angeht: die Impfung sollte laut Empfehlungen der veterinärmedizinischen Impfkommission nur in den ersten Lebensjahren jährlich geimpft werden. Bei Katzen ab dem 4. Lebensjahr kann man auf 3- bis 4-jährige Intervalle gehen, bei älteren Katzen über ca. 10 Jahre, die vorher immer geimpft wurden, kann man sehr wahrscheinlich von einer guten Immunität ausgehen und muss eigentlich nicht mehr impfen. Bei Wohnungskatzen ist die Leukose-Impfung sowieso nicht sinnvoll, da die Erkrankung ausschliesslich durch direkten Kontakt mit einer mit Leukose infizierten Katze übertragen wird, besonders durch Bisse. Die Krankheit kann man nicht „an der Schuhsohle“ in die Wohnung einschleppen, da das Virus an der Luft innerhalb weniger Minuten abstirbt.

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  10. Es sind wohl nicht alle Impfungen sinnvoll, bzw gut verträglich. Meine Katzen sind gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut geimpft worden. Meine Mutter ließ 1988 Kater Marko gegen Leukose impfen. 3 Wochen später starb er an Leukose.Seitdem habe ich bei keiner meiner Katzen eine Leukoseimpfung machen lassen. Plüschi, Freigänger, wurde 22 Jahre alt, war auch in der Katzenpension kein Problem. Carlos, 10 Jahre, seid 3 Jahren bei mir, wurde auch im Tierheim nicht gegen Leukose geimpft. Kein Freigänger, will nicht raus.
    Mein Fazit: manche Impfungen ja, aber nicht alles.

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    1. Vor der Leukose-Impfung muss eigentlich getestet werden, ob die Katze nicht schon mit dem Virus infiziert ist. Ist das der Fall, kann auch die Impfung nicht mehr verhindern, dass die Krankheit ausbricht.
      Die Leukose-Impfung wirkt auch nicht sofort, sondern muss nach 4 Wochen noch mal wiederholt werden. Vorher besteht noch kein sicherer Impfschutz.
      Bei Marko sind also 2 Möglichkeiten wahrscheinlich: entweder, er war zum Zeitpunkt der Impfung schon infiziert, aber die Infektion war so frisch, dass sie im Test noch nicht nachweisbar war. Oder aber er hat sich infiziert, bevor ein zweites Mal geimpft wurde, und die Impfung konnte das noch nicht verhindern.

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  11. 2 Jahre später, nachdem 2 Nachbarskatzen nach der Impfung starben, habe ich erfahren, daß der Tierarzt vorher nicht auf Leukose testet. Ein weitertes Jahr später war die Praxis geschlossen.

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  12. was malee schrub.

    da ich 1 hund und 2 katzen habe, die alle „nur“ in der stadt leben, manchmal aber auch auf urlaub aufs land fahren, ist hier jeder geimpft. ich auch – halt gegen andere dinge als die viecher.

    auch ein stadthund kann übrigens, mit ein wenig pech, viren übertragen, ebenso wie man flohnissen an den schuhen kleben haben kann, das kriegen dann durchaus die katzen, die nie hinaus können. da muss man eben mit einem vernünftigen tierarzt sprechen und die jeweiligen gegebenheiten und voraussetzungen individuell gegen die risiken abwägen.

    bei der drei-jahres-impfrate bei tieren, die ggfls. auch einmal ins ausland mitgenommen werden, ist weiters zu bedenken dass eu-intern z.b. bei tollwut derzeit immer noch ein jahr – in manchen ländern sogar auf den tag genau 365 tage – als höchstzulässiges intervall für die jeweilige nachimmunisierung angesehen werden. man tut also gut daran, sich hier genau zu informieren. auch wenn der hersteller und der tierarzt und das labor beschwören, dass die impfung drei jahre lang wirkt: wenn es heisst 365 tage höchstintervall, dann bedeutet das anderenfalls u.u. mindestens 4 wochen quarantäne plus untersuchungen plus strafe plus plus plus. man tut gut daran, sich zu informieren, und zwar im vorhinein. wer in der nähe einer landesgrenze wohnt, will vielleicht einmal mit dem hund ins ausland essen fahren – das kann böse enden, ich kenne da ein paar fälle. und es darf nicht nur an der grenze kontrolliert werden, sondern auch „im hinterland“ – auch das weiss kaum jemand. ob es dann sinnvoll ist, mit einem nicht-deutschsprachigen kroatischen, ungarischen oder rumänischen, meinethalben auch polnischen, tschechischen, griechischen oder slovakischen landgendarmen über „im beipackzettel steht aber 3 jahre“ zu diskutieren, lasse ich … äh … unkommentiert. und unterlassen tu ich das sowieso.

    einmal jährlich mindestens sollte ein tierhalter eigentlich jedenfalls zum tierarzt zu einem generalcheck gehen – das würde auch viel leid ersparen. z.b., wenn flocki oder mieze maulgeruch haben: chlorophyll-tabletten sind da nicht das mittel der wahl …

    fun fact für insider: anaphylaktische schocks sind immer möglich. meine vorige hünden kriegte die immer 10 tage vor der läufigkeit: prolaktin-allergie typ 1. hahaha. entdeckt hat das eine tierärztin, die so fast ihr pferd verloren hätte, keine 24 stunden nach dem fohlen.

    und als meine vorige hündin sich das kreuz verriss, bekam sie novalgin: tadaa! anaphylaktischer schock wie aus dem bilderbuch, mit quaddeln, pruritus, larynxödem und zentralsiertem kreislauf wie aus dem bilderbuch. wir gingen dann immer mit einer notfalls-spritze in der tasche aus dem haus.

    nach der kastration im alter von drei jahren (sie kam erst mit ca. 1,5 oder 2 zu mir), logischerweise, passierte das alles nie wieder. sie wurde achtzehn und jährlich geimpft und mehrfach narkotisiert (kastration, mamma-tumore, zahnbehandlungen incl. wurzelbehandlungen, plomben, etc.) und schmerzbehandelt. sie wurde mindestens 18 jahre alt. impfungen haben sie nie beeindruckt, weder psychisch noch physisch.

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  13. Ich habe immer alles geimoft. Dann ist mir mein Lhasa Apso an einer Leptospirose Impfung verstorben (Myelomalazie). 6 Tage Qualen um dann zuuzsehen wie der Hund vor seiner Einschläferung elendig erstickt. War nicht schön. Seit dem gibt es für jeden Hund die Grundimmunisierung. Danach wird der Impftiter bestimmt. Tollwut wird dreijährlich geimpft.

    Ich bin kein Impfgegner geworden, aber ich habe nunmal den 6er im Lotto gewonnen mit dem erkrankten Hund und das hat mich zumindest etwas vorsichtiger gemacht.

    Meine Schlachtkaninchen werden, was auch viele nicht verstehen können, gegen Myxo und RHD geimpft. Wobei ich an der Myxo Impfung zweifle, da sie keinen Ausbruch verhindert und ein erkranktes Tier eh mit einer Eliminierung des ganzen Bestandes einhergeht. Die Impfung gibt mir aber das Gefühl, alles versucht zu haben.

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  14. Ich selber habe mich schon seit 20 Jahren nicht mehr impfen lassen, aber meinen 3 Katzen tue ich das wohl nicht an, also ich übertreibe es aber auch nicht, und das wichtigste ist nun mal das Katzenaids und die Katzenseuche, das muss schon sein!

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