Nienhagen (bei Celle): Ein „Großdorf“, das nach Auskunft einer Tafi-Fahrerin durch Ölfunde „reich geworden“ ist. Mitten in Deutschland. Mit einer großen Apotheke im Zentrum.
Spannend! Merci Beate.

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Nienhagen (bei Celle): Ein „Großdorf“, das nach Auskunft einer Tafi-Fahrerin durch Ölfunde „reich geworden“ ist. Mitten in Deutschland. Mit einer großen Apotheke im Zentrum.
Spannend! Merci Beate.


Weil sich ja nie etwas ändert:
Patient: „Warum brauchen Sie meine Krankenkassenkarte, die habe ich Ihnen schon einmal gezeigt!“
PA: „Das stimmt! … vor etwa 3 Jahren!“
… (reicht die neue Karte)
PA: „Ah, ich sehe Sie haben die Kasse gewechselt.“
Es ist Samstag abend, 20 Minuten vor 6 Uhr und in die Apotheke kommt ein junger Mann (JuMa), die Hand am iphone und die Kopfhörer fest in den Ohren gestöpselt.
Er reicht mir ein Rezept. 3 Medikamente sind drauf: Schmerzmittel, Antiepileptikum, Beruhigungsmittel. Es ist ein Dauerrezept über 3 Monate. Ich hole die Sachen (wir haben alles da), gebe den Namen des Patienten im Computer ein, wobei ich feststelle, dass das vor mir nicht der Patient ist – der ist älter laut dem Geburtsdatum. Der Patient war aber tatsächlich schon bei uns … das vorvorletzte Mal wegen einem Unfall vor etwa 3 Jahren und die letzten beiden Male hat er die Rezepte bezahlt. Einen Kommentar habe ich auch schon drin … das letzte Mal war er recht unwillig, die Medikamente auch zu nehmen – das fand ich aber noch wichtig, denn Antiepileptika nimmt man nicht zum Vergnügen, sondern wenn es nötig ist, weshalb ich das mit ihm diskutiert – und anschliessend festgehalten habe.
Jedenfalls: Er hat keine Krankenkasse angegeben … und ob das noch die Unfallkasse übernimmt ist alles andere als klar. Deshalb fuchtle ich vor dem Teenager, bis der auf mich aufmerksam wird und sich ausstöpselt.
„Haben Sie mir die aktuelle Krankenkassenkarte dabei?“
JuMa: „Nein, weshalb?“
Pharmama: „Weil ich die brauche, wenn ich das der Krankenkasse verrechnen soll, ansonsten müssen sie es bezahlen.“
JuMa: „Oh, ich soll das nur bringen.“
Pharmama: „Ja, und das können Sie auch – mit Karte oder nachdem es bezahlt wurde.“
Mann: „Ich gehe die Karte holen. Wir wohnen ganz in der Nähe.“
Das stimmt – die Adresse ist nur einen halben Block weiter.
Pharmama: „Beeilen Sie sich, wir schliessen um 6 Uhr – jetzt ist viertel vor.“
JuMa: „Das schaffe ich.“
– Und weg ist er.
Um Zeit zu sparen gebe ich die Medikamente ein, schreibe sie an und lege alles parat.
Inzwischen macht Urs (mit dem ich Abendschicht habe) die Apotheke schliessfertig. Die andere Kasse nach hinten, die Computer runterfahren, Schütten und Aufsteller reinräumen …
Alles, nur meinen Computer und Kasse nicht – die lasse ich drin in Erwartung des Jungen Mannes.
6 Uhr und ich sage Urs, dass er gehen kann – ich warte noch 10 Minuten, dann gehe ich auch, wenn er bis dann nicht hier ist.
Er kommt nicht mehr. Ich hoffe einfach, dass das war, weil er noch Medikamente zu Hause hatte und nicht, weil er es aus irgendeinem Grund nicht mehr geschafft hat.
Als ich endlich die Apotheke verlasse – habe ich auch genug für heute, nur dass noch nicht ganz fertig ist. Es ist das Ende meiner 10-Stunden-Schicht, in der ich gerade mal eine Mittagspause von 30 Minuten hatte. Die Pause (wie üblich in der Apotheke), unterbrochen von einigen Rezepten, die angeschaut werden mussten. Den ganzen Tag hochkonzentriert arbeiten ist anstrengend genug … und dann hatte ich heute einige Telefonanrufen aus privaten Gründen, was sehr ungewöhnlich ist. Eigentlich war ja alles organisiert. Junior wurde am Morgen von meinem Kuschelbär zum Sport gebracht, dort wurde er eine Stunde später von Oma und Opa abgeholt. Die haben ihn nach dem Mittagessen zum Geburtstagsfest eines Freundes gebracht, wo ihn dann Kuschelbär wieder abholen sollte, wenn er fertig gearbeitet hat.
Das ist eines der Probleme, die man als im Gesundheitssystem arbeitender hat: erstens Samstagsarbeit (gut, das hat mein Mann als Selbständiger auch) und zweitens habe ich auch unter der Woche keine Möglichkeit den Junior vor Arbeitsanfang zum Beispiel ins Tagesheim zu bringen, da die zu spät dafür anfangen. Oder abzuholen, da sie dafür zu früh zumachen. Eines von beiden geht, wenn ich nicht den ganzen Tag arbeite, aber beides ist unmöglich. Wenn er Schule hat, müsste ich ihn auch einiges vorher aus dem Haus schicken, da ich früher anfange zu arbeiten, als er zur Schule muss. Und Samstags hat hier kein Tagesheim offen. Zum Glück habe ich Kuschelbär und liebe Verwandte die helfen.
Heute kam noch dazu, dass ich um 4 Uhr von meinem Kuschelbär einen kurzen aber leicht verzweifelten Anruf bekomme: sein Geschäft wird gerade überschwemmt. Er ist dabei zu retten, was er kann, aber so kommt er natürlich nicht dazu Junior abzuholen. Also organisiere ich neben dem Arbeiten auch noch dass Junior etwas länger beim Geburtstagskind bleiben kann und fahre jetzt nach der Arbeit dort vorbei, um ihn mitzunehmen.
Dabei bekomme ich eine Whatsapp von Urs: Anscheinend hat er den Kunden noch gesehen, wie er gemütlich im Quartier herumlief …
Man weiss ja nie, was hintendran noch alles läuft. Aber: das gilt für beide Seiten.
Nochmal Beate: Danke!
Celle: Eine Antares-Apotheke … interessanter Name. Und im Vorbeifahren schien mir noch eine weitere Apotheke gleichen Namens im gleichen Ort vorhanden zu sein. Eine (Mini-) Kette?

Dosette sind die Wochenpackungen, wo man Tageweise (auf morgen – mittag – abend – nacht aufgeteilt) Tabletten und Kapseln einfüllen kann, damit sie möglichst richtig genommen werden. In der Apotheke bieten wir diesen Service auch an – ab 3 regelmässig genommenen Medikamenten pro Woche wird das von der Krankenkasse übernommen. Das ist ein interessantes Mittel um die Compliance zu fördern: also die richtige Einnahme der Medikamente. Es eignet sich für Leute, die damit Probleme haben – das müssen nicht nur ältere Menschen sein. Im Blog habe ich schon diverse Male über Dosette bei uns in der Apotheke geschrieben:
Wenn man für andere Medikamente richtet (ins Dosett oder Blister) ist es wichtig, dass das richtig gemacht wird. Hier ist uns ein Fehler unterlaufen.
Nicht nur wir können Dosette richten, auch die Haushilfe darf das – hier war ich aber etwas unglücklich, wie uns das abgenommen wurde: Verantwortungsabgabe, nicht ganz freiwillig
Das macht die Versandapotheke halt nicht. Dosettiges
Lange durften wir ihm das Dosett leider nicht richten: Ein Lebensende
Compliance-Hilfe und Unterstützung aus der Apotheke – mehr als nur Dosette richten und abgeben.
Dosettologie – oder: man kann nicht alles in ein Dosett richten.
Wofür dann ein Dosett? fragt man sich beim Umgang mancher Patienten mit ihrer Medikation wirklich.
Der engagierte Arzt tut alles, damit der Patient seine lebenswichtigen Medikamente auch nimmt.
Aber es hilft hier anscheinend nicht viel, wenn man sie in Dosette richtet: Ich habe schon alle genommen!
Und manche haben einfach andere Prioritäten. Wie gesund das ist, sei dahingestellt: Lieber Tabletten Schlucken …
Im Dosett sieht man schön, warum „die kleinen weissen“ keine gute Beschreibung ist.
Wenn sie einen automatischen Refill-Service will, weshalb nimmt sie dann kein Dosett?
Das sind ihre Medikamente im Dosett, kein Tabletten-verleih!
Rätselaufgaben in der Apotheke – ein Fall vor der elektronischen identa.
Torgau: Ein wunderschönes altes Haus, dass offenbar schon seit längerem und immer noch die Bahnhofs-Apotheke beherbergt. Von hier läuft man durch den Park auf den ehemaligen Befestigungs-Anlagen zum Bahnhof …

Die ist ziemlich kompakt – aber irgendwie cool. Danke Beate!