Schwangerschaftstest (11)

Man holt mich zu der Frau, die noch ein paar tiefergehende Fragen zu ihrem Schwangerschaftstest hat.

Frau: „Ich musste vor ein paar Tagen Antibiotika nehmen, wegen einer Blasenentzündung, könnte das den Test beeinflussen?“

Pharmama: „Nein, die sind sehr spezifisch.“

Frau: „Was ist mit Blut im Urin?“

Pharmama: „Auch nicht. Der Test zeigt mittels Antikörpern ein Hormon an, das wirklich praktisch nur in der Schwangerschaft gebildet wird. Das ist wie ein Schlüssel, der nur auf ein ganz bestimmtes Schloss passt.“

Frau: „Wie ist das mit Hormonen, die man zur Verhütung braucht?“

Pharmama: „Das sind andere Hormone.“

Frau: „Ich frage weil ich einen Test gemacht habe und der war leicht positiv.“

Pharmama: „Dann … ist es schon sehr wahrscheinlich, dass Sie auch schwanger sind.“

Die Frau überlegt.

Frau: „Ich habe Evra Pflaster benutzt, bis Anfang März. Könnte es sein, dass darum meine Periode jetzt verschoben ist, nachdem ich aufgehört habe?

(Jetzt ist Ende Mai)

Pharmama: „Naja, es könnte sein, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis sich der Zyklus wieder eingependelt hat … wie lange ist denn ihr Zyklus normalerweise?“

Frau: „Was meinen sie?“

Pharmama: „Nun, manche Frauen haben einen kurzen Zyklus, von 23 Tagen, andere einen über 30 Tage … wie war er denn, bevor sie die Pflaster angewendet haben? Wissen Sie das noch?“

Frau: „Ich denke um die 27 Tage …“

Pharmama: „Okay … und wie lange sind sie jetzt drüber?“ (Man kann unseren Schwangerschaftstest etwa 3 Tage vor dem erwarteten Termin der Periode machen.)

Frau: „Hmm, mal sehen. Haben sie vielleicht einen Kalender?“

Ich zeige ihr den Kalender auf dem iphone.

Pharmama: „Wann war denn ihre letzte Periode?“

Sie blättert zurück und zeigt auf den 2. April.

Pharmama: „April? Sind sie sicher?“

Sie und ich schauen etwas verdutzt auf das iphone

Frau: „Ja ….“

Pharmama: „Das … ist jetzt über 7 Wochen her …“

Mir kommt der Gedanke, dass sie den Schwangerschaftstest kaum mehr braucht …

„Und wenn wir von 28 Tagen ausgehen, sind sie jetzt fast … 3 Wochen drüber … So lange  – das können kaum Zyklusschwankungen sein …“

Sie schaut den Schwangerschaftstest an …

Pharmama: „Ich denke, Sie sollten so bald wie möglich Kontakt mit dem Frauenarzt aufnehmen. Ja … das sollten Sie auf jeden Fall.“

Mehr Erfahrungen mit Schwangerschaftstests hier:

Vintage: Capsicum Pflaster

Dieses Schätzchen fand via Medikamentenretoure seinen Weg in die Apotheke einer Kollegin und von dort (als Bild) hierher: Danke!

Unglaublich! Von wann genau das wohl ist? Dass es schon ziemlich alt ist, sieht man an verschiedenem:

1. eine Hausspezialität – von etwas, von dem es heute eine Menge Spezialitäten gibt.

2. Die IKS-Vignette vorne unten auf der Packung … heute ist das die swissmedic mit der Listung.

3. Die Telefonnummer: 6 stellig? wie süss! heute haben wir 10-stellige Telefonnummern

4. Die Preisauszeichnung (unteres Bild) – samt selbstaufgestempelter Chargennummer.

Übrigens: Die Goldene Apotheke hatten wir hier schon im Blog!

Wiederholen sie alles von meinem Dauerrezept! Alles? Alles!

„Wiederholen sie alles von meinem Dauerrezept!“ – das hört man noch gelegentlich.

Ich mag das nicht. Nicht die Dauerrezepte – die finde ich bis zu einem gewissen Punkt sehr sinnvoll, vor allem, wenn man wirklich regelmässig das selbe hat (Blutdruckmittel, Schilddrüsenmedikamente…), die Werte stabil sind und man zumindest ein, zwei Mal im Jahr beim Arzt vorbei geht. Ich mag einfach Anfragen wie die obige nicht, weil es oft zeigt, dass die Leute, die das sagen, wenig bis keine Ahnung haben, was genau sie da nehmen.

„Wiederholen Sie mir mein Mittel gegen Blutdruck“ – oder: „Alles gegen den Zucker!“, zeigt mir zumindest, dass Sie Sich als Patient um sich kümmern.

Da hatte ich auch schon den Fall, wo für eine Patientin Pradif auf dem Dauerrezept stand.

Pradif? Das ist Tamsulosin, ein Alpha-Rezeptoren-Blocker und er wird eingesetzt gegen Benigne Prostatahyperplasie.

Was macht das auf dem Rezept für eine Frau?

Ich ging der Sache nach und bemerkte, dass es der Frau im Spital auf dem Austrittsrezept verschrieben worden war.

Danach war sie bei ihrem Hausarzt, der das 1:1 übernommen hat. – Möglicherweise hat es die Praxisassistentin auch nur abgeschrieben von ihrem Medikamentenplan vom Spital und der Arzt hat seine Unterschrift darunter gesetzt. Und seitdem nahm sie das. Seit etwa 2 Monaten.

Sie braucht das nicht. Oder sicher nicht mehr. Möglicherweise hat sie das im Spital bekommen, weil man das (off label use) nach Nierensteinzertrümmerungen benutzt, um die Steintrümmer besser auszuscheiden. Normalerweise nimmt man da anderes (Doxazosin oder Alfuzosin), aber … das ist Entscheidung des Arztes.

Der kontrollierenden Apothekerin ist das nicht aufgefallen. Und da es eine 30er Packung war (und eine hat sie ja noch auf dem Spitalrezept gehabt …)… eben. Seit 2 Monaten. Ich habe mir dann erlaubt den Arzt anzurufen und nachzufragen, ob sie das wirklich weiter nehmen muss. Der war … nicht sehr erfreut über meine Intervention, hat aber das Mittel trotzdem vom Medikamentenplan gestrichen.

Die Patientin selber wusste übrigens nicht, warum sie das Mittel bekommen hat.

Entchen! Pucker Ducks Lippenbalsam

Pirmin von trendscouts.ch musste bei ihrem neusten Produkt direkt an mich denken und hat mich angefragt, ob er mir ein paar Muster schicken darf.

Er durfte. Und ich durfte sie ausprobieren!

Schaut Euch das an:

Sind die nicht süss?

Und sie sind nicht nur zum anschauen. Tatsächlich sind das „Puckerducks“ und sie enthalten Lippenbalsam. Unten, gut verschlossen mit einem Deckel. Jede der Entchen enthält eine andere Geschmacksrichtung:

Die goldene zum Beispiel Toffee. Dann haben wir noch Vanille (in der silbernen Diva), Plum (in der Prinzessin), Erdbeere (in der Herzchenente) und Blueberry (blauen Sternchenente).

Sehr lecker – so sehr, dass sie wohl draufschreiben müssen „Not to be eaten“ …

Die Entchen sind für Tasche / Handtasche gedacht. Sie sind etwas breiter als Lippenstifte, aber noch klein genug, dass sie nicht zu sehr auftragen. Ausserdem schöne Deko zum irgendwo auf den Schreibtisch stellen.

Optisch wohl eher für jüngere Frauen gemacht – auch mit den Geschmacksrichtungen und dem ganz leichten glitzern, den der Lipgloss hat – ich denke aber, das kommt gut an, bei den Leuten. Wir haben in der Drogerie letztes Jahr Lippenbalsam in Schlüsselanhängern gehabt (in einer ähnlichen Grösse), die ausgestellt wirklich gut gelaufen sind. Wer die Puckerducks jetzt haben will, kann auf der Trendscouts Seite nachschauen, oder sie dort auch bestellen.

Junior hat seinen Favoriten schon gefunden, einen habe ich für mich in die Handtasche gesteckt und jetzt habe ich genug, noch ein paar Freunde zu beglücken. Danke vielmals Pirmin!

Jetzt fehlt eigentlich nur noch das orange mit dem grünen Apothekerkreuz drauf :-)

Religion und die Arbeit in einer Apotheke

… sollte man nicht vermischen.
Religious symbols from the top nine organised ...

Mir ist letzhin eingefallen, wie diese eine Mit-Apothekerin mir einmal deutlich rüberbringen wollte, dass sie Christin ist. Das schaut man hier jetzt vielleicht als nichts besonderes an, die Apothekerin kam aber aus einem anderen Land, deren Hauptreligion der Islam war. Ok. Ich habe das einfach so zur Kenntnis genommen, denn für mich ist die Religion von jemandem nicht unbedingt ein wichtiges Thema – und im Geschäft gar nicht – ich glaube nicht mal, dass das Thema im Bewerbungsgespräch oder bis zu diesem Moment überhaupt aufgekommen ist.

Solange jemand seine Arbeit in der Apotheke erledigt, interessieren mich die religiösen Ansichten dieser Person nur am Rande.

Erst wenn die Religion die Arbeit in der Apotheke anfängt zu beeinflussen … und das geht gar nicht:

Wenn die Christin sich aus religiösen Gründen weigert, Verhütungsmittel oder die Pille danach abzugeben.

Wenn der Muslim sich 5 x täglich mitten während der Arbeitszeit zum Gebet einen Teppich auspackt und auf ihm, nach Osten gerichtet 30 Minütige Arbeits-Pausen einlegt,

Wenn die Jüdin ab Freitag Mittag 12 Uhr nicht mehr in der Apotheke arbeiten kann, weil sie den Sabath – an dem sie auch nicht arbeiten kann – vorbereiten muss. (Das geht vielleicht in einer grossen Apotheke noch, nicht aber in einer so kleinen, wie unseren – das ist reichlich ungerecht anderen gegenüber, die dann immer einspringen müssen).

Wenn die Wicca jedes Vitaminpräparat vor der Abgabe speziell auspendeln muss und keine Scanner benutzen will,

Wenn der Satanist auf halbmonatlichen Opferungen eines schwarzen Hahns im Lager besteht …

Ok, die letzten Dinge sind *etwas* an den Haaren herbeigezogen, aber … man sieht glaub, worauf ich hinauswill.

Also: Mir ist es Schnurz, was für eine Religion Du hast – solange Du Deine Arbeit  erledigst. Danke!