Das richtige Medikament am richtigen Ort

Im Bestelleingang ein Rezept für Isotretinoin Kapseln. Es ist für einen Mann, der bei uns auch sonst Medikamente bezieht, bei ihm habe ich auch halb im Kopf welcher Art, deshalb gehen bei mir die Alarmglocken an.

Ich geb’s zu – bei Isotretinoin bin ich  (über?)vorsichtig. Es ist ein Mittel gegen Akne, das nicht nur Einschränkungen hat für die Abgabe bei Frauen (die dabei auf keinen Fall schwanger werden dürfen, da sonst Missbildungen beim Baby zu erwarten sind), es soll auch nicht bei Personen mit einer Vorgeschichte mit Depressionen oder psychischen Problemen verordnet werden, da es selber Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken machen kann.

Dass das nicht nur theoretisch so ist, musste ein Freund von mir am eigenen Leib erfahren. Dessen damalige Freundin bestand darauf, dass er sich das Mittel vom Hautarzt verschreiben liess, weil es ihr ja „so gut geholfen hat und er etwas für sich machen sollte“. Anscheinend hat ihn der Arzt nicht wirklich nach seiner Vorgeschichte gefragt und er ist dann während der Behandlung mit dem Medikament in eine üble Depression gefallen. Anfangs konnte er es sich noch nicht einmal erklären, woher diese schwarzen Gedanken, dieses Nicht-mehr-wollen-und-können (wieder) kommen. Ich hätte es ihm sagen können. Und wenn er es bei mir eingelöst hätte, hätte ich ihm davon strickt abgeraten, da ich seine Vorgeschichte kannte, aber … er hat es nicht bei mir eingelöst (verstehe ich auch).
Erst als er die Packungsbeilage gelesen hat und es gegen den Widerstand der Freundin wieder abgesetzt hat ist das besser geworden. Damit hatte er hatte noch Glück, denn (Fachinformation):

„ein Abbruch der Isotretinoin-Behandlung reicht manchmal nicht aus, um die Symptome zum Verschwinden zu bringen …“

Jedenfalls bin ich bei der Kontrolle der bestellten Medikamente und bei diesem Patienten weiss ich, dass er diverse Medikamente gegen psychische Störungen nimmt. Zur Sicherheit schaue ich nochmals nach im Computerdossier. Ja, Risperdal und Temesta und weitere. Der Computer reklamiert bei so etwas übrigens nicht und zeigt für das keine Wechselwirkung an (!) – es geht da auch wieder um ein Problem der Indikation, da gibt es verschiedene für diese Medikamente und es muss nicht zwingend gegen Depressionen sein.
Es ist Aufgabe des Arztes vor der Verschreibung hier sehr gut die Vorgeschichte abklären, damit das nicht zu Problemen führt. Das Medikament wurde verschrieben vom Hausarzt, der auch die Temesta und Risperdal verschrieben hat und nicht von einem Hautarzt, also müsste er es eigentlich wissen.

Ich versuche den Arzt zu erreichen, bevor der Patient kommt und habe Glück. Leider … versteht der überhaupt nicht, was denn mein Problem ist – respektive, weshalb ich mich hier einmische.
Ja, er weiss, dass Herr … diese anderen Medikamente bekommt. Er denke aber nicht, dass da ein Problem besteht, da er das gegen etwas anderes nimmt und nicht gegen Depressionen. Er habe auch keine Vorgeschichte in Depressionen … wenn man von dem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik absieht, wo er sich selber einmal eingeliefert hat und die ihm auf dem Entlasszettel auch eine Depression bescheinigt haben …. seiner professionellen Meinung nach eine klassische Fehldiagnose. Deshalb solle ich das ihm geben und er soll das nehmen.

Ich habe dem Arzt dann gesagt, ich mache das, aber ich halte unser Gespräch im Computer fest und ich werde den Patienten darauf hinweisen, dass er beim Auftreten von Problemen das absetzt und ihn kontaktiert. Wirklich wohl fühle ich mich dabei nicht.
Eben weil der Patient diese anderen Medikamente nimmt, muss ich ihm die Nachricht wirklich einfühlsam rüberbringen, sonst nimmt er womöglich auf einmal etwas nicht mehr, das er wirklich nehmen sollte. Das Isotretinoin selber ist nicht so wichtig, im Grunde ist es auch „nur“ ein …Lifestile Medikament. An Akne selber ist, (so unangenehm das sein kann) noch niemand gestorben.

Wenige Minuten später steht der Patient selber, übrigens ein Mann um die 35, mit dem Abholzettel vor mir und ich erkläre ihm die Sache.
Dabei bin ich bin ein bisschen überrascht, denn er ist nicht wirklich stark betroffen, in meinen Augen sind die Rötungen noch nicht Grund genug derartiges zu verschreiben … aber ich erkläre ihm, dass ich wegen Bedenken mit dem Mittel den Arzt kontaktiert habe und dass der überzeugt ist, dass das bei ihm geht.
Darauf will er es sich noch einmal überlegen mit der Einnahme. Ich soll das im Moment zurückstellen. Darüber … bin ich nicht unglücklich.

Nachtrag 1: Er hat seine Psychologin kontaktiert und die ist auch der Meinung, dass er das besser nicht nimmt. Ich darf das zurückschicken.

Nachtrag 2: Er ging dann zu einem Hautarzt und hat seine Rötungen anschauen lassen. Der hat ihm dann ein Rezept ausgestellt nicht für Aknemedikamente sondern gegen Rosazea …

Ich denke, das ist für den Patienten ganz gut gelaufen und zeigt, wie wichtig es ist, dass da mehrere „Player“ im Gesundheitssystem zusammenspielen und auch miteinander reden. Das hätte (muss nicht, aber hätte) ziemlich übel ausgehen können.

Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 07/01/2016 in Apotheke und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 42 Kommentare.

  1. So Fälle können wir doch alle mehrere erzählen, angefangen mit nicht teilbaren Tabletten (erst kurz von Silvester, verordnet 5mg Schmelztabletten mit der Dosierung 1x 1/2) bis zu absoluten Kontraindikationen und (in manchen Fällen) dankbaren Ärzten.
    Ich teile ansonsten Deine Meinung zu Isotretinoin, wobei es wirklich Fälle von schwerer Akne gibt, die wieder einen starken phsychischen Leidensdruck macht. Da ist es dann schon sinnvoll. Aber die Erstverordnung sollte tatsächlich von einem Hautarzt kommen.

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    • Aber sicher kann man Schmelztabletten teilen (nicht halbieren, dazu wird es zu ungenau) … und danach kann man den anderen Teil wegwerfen, weil der nicht aufzubewahren ist.
      Dass Isotretinoin nur von einem damit erfahrenen Arzt verschrieben werden soll steht sogar in der Packungsbeilage. Da steht allerdings noch ganz anderes drin, an was sich die Ärzte (ich rede nicht mal von dem hier, sondern von manchen Hautärzten) nicht halten. Zum Beispiel das mit der 30 Tage-Verschreibung und den regelmässigen Kontrollen. Wusstest Du, dass in der Schweiz im letzten Jahr 15 (!) Frauen unter der Behandlung mit Isotretinoin schwanger wurden? (Quelle: swissmedic Vigilance Dez 2015) Da ist jede einzelne zuviel.

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  2. Handlung von dir völlig richtig. Ergänzung von mir: Isotretinoin mag klassischerweise nicht für Rosacea gedacht sein, hat aber in Studien gezeigt, dass es in bestimmten Fällen auch bei Rosacea hilft. Diesem Patienten vermutlich nicht, wenn er nur Rötungen vorliegen. Aber mal so grundsätzlich😉

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  3. „.. da sonst Missbildungen beim Baby zu erwarten sind.“
    Nur aus Interesse, nicht um die Gefahr zu relativieren: heisst es nicht eher „.. da es zu Missbildungen beim Baby kommen kann“ (oder so ähnlich)?

    Ansonsten ist das wieder einmal ein gutes Indiz für die Sinnhaftigkeit, die Medikamente beim Apotheker (m/w) seines Vertrauens zu beziehen.

    Liebe Grüsse
    Hajo

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    • genau gesagt steht da drin: dieses Arzneimittel ist teratogen. Übersetzung darfst Du auswählen, welche Variante dir lieber ist. Es macht Missbildungen.😦

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    • Bei mir steht in der Liste:
      Schwangerschaftshinweise
      Falls trotz der Vorsichtsmaßnahmen während der Behandlung mit Isotretinoin oder im folgenden Monat eine Schwangerschaft eintritt, besteht ein hohes Risiko einer sehr schweren und ernsten Missbildung des Feten.

      Das ist allerdings nicht aus dem Beipackzettel.

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      • Aus dem Kompendium (compendium.ch): für Curakne – gilt aber auch für die anderen.
        Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
        Dieses Arzneimittel ist teratogen. C. ist bei Frauen im gebärfähigen Alter kontraindiziert, es sei denn, alle hier folgenden Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungs­programms werden erfüllt … (es folgt eine lange Liste, die es sich wirklich mal zu lesen lohnt).

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  4. Ui, diesem Hausarzt zu vertrauen würde mir nach so einer Aussage („klassische Fehldiagnose“ wenn psychatrische Klinik eine psychatrische Diagnose gestellt hat) und dem Unwillen diese Bedenken ernst zu nehmen, schwer fallen. Wenn eine Apothekerin anruft und solche Bedenken anmeldet, sollte man doch vom Hausarzt erwarten, dass er z.B. Rücksprache mit einem Facharzt hält, oder nicht?

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    • Aber vielleicht war der Patient da mit dem Arzt einer Meinung, dass das keine Depression gewesen ist? Dann wäre der Patient immer noch auf einer Linie mit dem Arzt. Und vielleicht bin ich auch einfach übervorsichtig und er der Überzeugung, dass das wirklich hier kein Problem ist.

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  5. Hier mal, zur allgemeinen Vervollständigung, ein Auszug aus meiner (deutschen) Datenbank zu Isotretionin (gekürzt):

    Anwendungsrisiken bezogen auf Erkrankungen und Lebensumstände:
    […]
    -> keine Anwendung bei Schwangerschaft: Nicht anwenden in der Schwangerschaft; der Wirkstoff ist stark teratogen; es besteht ein großes Risiko äußerst ernsthafter und schwerwiegender Mißbildungen (u.a. ZNS, Ohr, Augen und Gaumenspalten)
    -> keine Anwendung bei Stillzeit: Nicht anwenden in der Stillzeit; Übergang in die Muttermilch ist aufgrund der stark lipophilen Eigenschaften des Wirkstoffes sehr wahrscheinlich. […]
    -> Anwendungsbeschränkung bei Depressionen: Nur mit besonderer Vorsicht und unter Überwachung anwenden bei Patienten mit Depressionen in der Anamnese; es kann zur Verstärkung von Depressionen oder psychischen Symptomen und selten zu Suizidversuchen kommen. […]
    -> Anwendungsbeschränkung bei Frauen im gebährfähigen Alter: Bei Frauen im gebärfähigen Alter darf die Anwendung nur erfolgen, wenn die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfüllt werden: ab 1 Monat vor Beginn, während der gesamten Behandlung und bis 1 Monat nach Therapieende muss mindestens eine, vorzugsweise zwei sich ergänzende Maßnahmen zur Empfängnisverhütung ohne Unterbrechung angewendet werden; vor, während und 5 Wochen nach Therapieende sind Schwangerschaftstests durchzuführen. […]
    -> Anwendungsbeschränkung bei Kontaktlinsenträger: Während des gesamten Behandlungszeitraums muss eine Brille getragen werden; erhöhte Trockenheit der Augen, die das Tragen von Kontaktlinsen unmöglich machen kann. […]

    Isotretionin als Retinoid ist übrigens ein gutes Beispiel, warum auch (bestimmte) Vitamine (ab bestimmten Dosierungen) der Verschreibungspflicht unterliegen. Vitamin-A („Retinol“) macht bei passend hoher Dosierung so ziemlich die selben Probleme, weswegen eine überhöhte Vitamin-A-Zufuhr gerade in der Schwangerschaft unterlassen werden sollte. Dass Vitamin-A an sich in hohen Dosen auch nicht gesund ist, kann übrigens jeder Nordpol-Forscher, der mal eine Eisbärenleber gegessen hat, nicht mehr bestätigen. Da dieses Wissen aber in der breiten Bevölkerung nicht vorausgesetz wird und m.E. auch nicht vorausgesetzt werden kann, ist Vitamin-A in hoher Dosierung (z.B. Vitadral Tropfen) eben verschreibungspflichtig. Oft genug hat nämlich die Oma das Enkelkind im Sozialismus mit Vitadral (mit)behandelt, wenn es heiser war oder eine verstopfte Nase hatte. Und wenn das Enkelkind halt weiblich war und „fest vergeben“… Who cares, Hausmittelchen helfen doch gut! Soweit meine Meinung zu Gegnern der Verschreibungspflicht fettlöslicher Vitamine über einer bestimmten Tagesdosis.

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    • turtle of doom

      Man hat Vitamin A als Verhütungmittel missbraucht? Oder was beabsichtigte man damit?

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      • Das wäre eher ungünstig.

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      • Nö. Vitamin-A fördert (in der passenden Dosierung) die korrekte (Schleim-)Hautzellbildung. Folgerichtig wurde (bzw. in seltenen Fällen wird) es z.B. bei Nasenschleimhaut-Heilungsproblemen (auch bei Menschen mit Privinismusfogen) oder bei Heiserkeit (Entzündung der Stimmbänder) eingesetzt. Bei ersterem eigentlich passend verdünnt, bei letzterem z.T. „pur“ – also in ca. 30%iger öliger Lösung – manchmal zum schlucken, manchmal zum gurgeln… Das war im Sozialismus der „Geheimtip“ und das „Hausmittel“, welche Großelterngeneration auch gern mal an Enkelgeneration weitergegeben hat, weil es ja so gut funktionierte. Beide Indikationen sind eigentlich obsolet!

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        • turtle of doom

          Örks…

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        • das ist OT, ich weiss…
          aber „retinol“ ist deshalb (hautzellbildung) auch im „beauty bereich“ vieldiskutiertes thema. vergiss teure „anti falten cremes“, retinol ist einer der wenigen wirksamen inhaltsstoffe. hierzulande haben freiverkäufliche retinol cremes ihre grenzen, was die konzentration angeht (0,3%?). aus usa bekomme ich problemlos cremes mit 1% retinol, dortiges maximum. und im internet gibt es auch angebote für cremes/seren mit noch höherer konzentration. ich habe allerdings da jetzt nicht die INCI angeschaut, ob das “ echtes retinol“ oder doch nur ein schwächeres derivat ist. da schaut KEINE SAU auf schwanger oder nicht… natürlich sind einnahme und äusserliche anwendung nicht dasselbe. sagt ihr fachleute mir bitte, ob retinol äusserlich und schwanger sein zur gleichen zeit klar geht.

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          • Was man nicht wo überall bekommt… Ich bekomme im Netz propblemlos Wasserstoffperoxid 30% in größeren Gebinden, per Post und nicht als Gefahrgut gekennzeichnet. Als Apotheker darf ich das nur unter besonderen Umständen und in kleinsten Mengen abgeben, sonst mache ich mich selber direkt strafbar – und indirekt wegen Beihilfe von wasweisichnichtfürterroorosmus mache ich mich auch strafbar dann… (Ist jetzt auch OT, aber ein netter Vergleich.)

            sagt ihr fachleute mir bitte, ob retinol äusserlich und schwanger sein zur gleichen zeit klar geht.
            Tja, welche schangere Frau(en) stellen sich da für einen doppelverbindeten Praxistest zur Verfügung, und leben dann anschließend ein eventuell missgebildetes Kind? Das Problem ist, dass die Aufnahme von Wirkstoffen durch die Hat von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängt, die sich nicht so einfach in eine Formel pressen lassen. Deswegen füllt die Anweisung, was man vor dem Aufkleben eines Fentanyl-Wirkstoff-Pflasters mit dem fraglichen Hautareal alles zu machen und zu lassen hat auch glatt 3 Absätze im Beipackzettel. Ich persönlich würde es lassen, hochangereicherte Vitamin-A-Cremes in der Schwangerschaft anzuwenden. Aber gut, bei mir ist eine Schwangerschaft auch sehr unwahrscheinlich, zugegeben. Andererseits – als Kerl creme ich sowieso nicht so viel. So gleicht sich einiges im Leben aus…

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  6. Gegen Rosazea nahm ich jahrelang oder eher ein Jahrzehnt Iso das half gegen die vielen Pusteln. Ich nahm es nach zuerst täglich, nur 3 mal die Woche. Es half super gegen die Pusteln aber meine Rötungen wurden immer schlimmer. Das kam offenbar vom Iso.
    Seit 4 Jahren nehme ich kein Iso mehr und die Flushs sind weniger schlimm, ich erröte leicht aber glühe nicht mehr. Die starke Errötung setzte mir psychisch zu.
    Und gegen die Pusteln die wieder kamen, hilft mir die Zz Creme. Die gibt es mittlerweile in Deutschland unter einem anderen Namen offiziell, ich bestelle sie nach wie vor aus Hongkong.

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  7. „da sonst Missbildungen beim Baby zu erwarten sind (…), da es selber Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken machen kann.“
    Alter, was ist das für ein Teufelszeug???? Oh Mann …

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    • turtle of doom

      Kosten-Nutzen-Abwägung…🙂

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      • Das muss dann aber eine sehr schlimme Akne sein.

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        • turtle of doom

          Kommt noch hinzu, dass jeder Mensch die Wirkstoffe etwas anders verarbeitet.

          Andere Leute werden von Ibuprofen ziemlich müde, ich nicht. Andere Leute spüren nichts, während ich von einem anderen Medikament Hautausschläge bekommen.

          Bei solchen Mitteln heisst es ohnehin oft: „Probieren wirs!“, und wenn sich kein Erfolg einstellt, lässt man es.

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        • Molly: genau das: Da muss es schon sehr schlimme Akne sein. Das Zeig wirkt (unbestritten), aber eben: nicht ohne Nebenwirkungen. Die normalen (dass es die Haut austrocknet) sind schon unangenehm genug, da muss man nicht noch das Risiko erhöhen.

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    • Anekdote: Mein Vater ist Hautarzt, als ich als pubertierender Teenager auch einiges an Akne hatte, wollte ich umbedingt dieses Mittel (hatte ein Freund von mir).
      Er hat mir auch eine Schachtel besorgt (Ärztemuster) und mir den Beipackzettel vorgelesen…danach wollte ich es nicht mehr.

      Besonders gefallen hat mir, dass man sich bis zu 6 Wochen nach der Behandlung den Körper nicht mit Wachs enthaaren darf, weil man sich sonst die Haut abziehen könne.

      Dazu die regelmäßige Blutkontrolle, weil das Zeug auch gerne mal die Leber schädigen kann.

      Wie gesagt, ich fand die Akne danach nicht mehr ganz so schlimm ^^

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  8. oh man, oh man! ich kenne solche intoleranten ärzte leider nur zu gut. habe in einer apotheke meine ausbildung gemacht & gearbeitet und wurde ebenfalls von diversen ärzten angeschnauzt, wenn ich sie darauf hinwies, dass sich zwei medikamente nicht wirklich gut vertragen.

    ich habe vor einiger zeit einen beitrag darüber verfasst, was ich in meiner apotheken-zeit so erlebt habe, vielleicht schaust du gerne mal rein! ich würde mich freuen🙂

    https://natashaneverland.wordpress.com/2015/05/28/codein-junkys-und-apotheken-karma/

    alles gute weiterhin!

    natasha.

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  9. Heftig! Das macht es manchmal schwer, seinem Arzt zu vertrauen. Zumal manche Medikamente ja nun wirklich Nebenwirkungen mit allem und jedem auslösen (können). Aber wenn es so heftig ist!

    Da hat der Patient ja noch mal richtig Glück gehabt!

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  10. Interessant zu wissen wäre, welche Alternativdiagnose der Hausarzt vorgeschlagen hat?
    Je nach Situation kann es nämlich schon vorkommen, dass die Übergänge sehr fliessend sind und Diagnosen auch geschönt werden.
    Bei der Medikation des Patienten wäre ja eher von einer psychotischen Störung auszugehen, insbesondere wenn das Risperidon schon seit längerem verschrieben wird – ansonsten würde man ja eher auf schwächere NL wechseln.
    Natürlich können auch da depressive Episoden auftreten, insbesondere wenn Minussymptomatik stärker ausgeprägt ist als Positiv.
    Weiss Du näheres zur KG dieses Patienten?

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    • Er hat keine andere Diagnose vorgeschlagen – jedenfalls nicht bei mir am Telefon. Der Patient ist aber auch psychotisch … nur schliesst das eine Depressive Phase vorher nicht aus.

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  11. Claudia Hoge

    Was die Verordnungspraxis von Ärzten angeht, mach ich mir keine grosse Hoffnung mehr. Ich hab, als Laie da schon so haarsträubende Dinge erlebt, dass ich jedes Medikament lang und breit mit der Apotheke meines Vertrauens diskutiere. Nur so als Beispiel, der Lieblingsmensch leidet neben einer lebensbedrohlichen, chronischen Viruserkrankung auch an einer schweren Depression. Diese war, bevor wir uns kannten gute zwei Jahre de facto unbehandelt, da eins der Antivirenmedikamente das verschriebene Antidepressivum aushebelte. An den Folgen knabbern wir heute noch und ich frage mich, wieviele Player da versagt haben! Ach ja, wurde alles vom gleichen Arzt verschrieben.

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  12. Super gehandelt! Ich hoffe, du (oder sonst jemand) hat den Hausarzt über den Verlauf informiert.

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    • Der Patient. Was vielleicht besser ist, da ich nicht glaube, dass der Arzt gut auf mich zu sprechen ist, wenn ich ihm anrufe und sage: „Ich hab‘ glaub doch recht gehabt ….“

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  13. Claudia Hoge

    Nee, aber wir haben dann das Antidepressivum getauscht und seitdem geht es deutlich besser. Das Antivirenmedikament ist eh ein ziemliches Sauzeug, deswegen diskutiere ich ja in der Apotheke jedes noch so angeblich harmlose Medikament lang und breit aus. Seit ich meinen Lieblingsmenschen kenne weiß ich als unheilbar Gesunde die Arbeit von euch Apothekern erst wirklich zu schätzen.

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