„Das ist eine Tablette, die Sie einmal täglich nehmen müssen und Sie haben 90 davon letzten Monat bekommen. Was genau MEINEN Sie damit, Sie wissen nicht, was mit ihnen passsiert ist?“
(Verloren? Zuviel genommen? Verschenkt?)
„Das ist eine Tablette, die Sie einmal täglich nehmen müssen und Sie haben 90 davon letzten Monat bekommen. Was genau MEINEN Sie damit, Sie wissen nicht, was mit ihnen passsiert ist?“
(Verloren? Zuviel genommen? Verschenkt?)
Kunde: „Ich habe Mühe zu schlafen. Haben sie mir da etwas, ausser den Tabletten?“
(Aha, mein Stichwort ein bisschen Hintergrundforschung zu betreiben und vielleicht ein paar Tipps anzubringen!)
Pharmama: „Wie sieht das denn bei ihnen aus? Haben Sie so etwas wie ein Schlafritual?“
Kunde: „Ja, ich trinke Tee vor dem Schlafen.“
Pharmama: „Oh, gut. Was denn für Tee?“
Kunde: „Schwarztee.“
Pharmama: „Okee, vielleicht sollten sie die Teesorte wechseln, der hat nämlich Coffein drin.“
Kunde: „Oh, wirklich?“
Pharmama: „Ja. Und wie sieht das bei ihnen aus mit Kaffee?“
Kunde: „Ja, ich trinke auch Kaffe.“
Pharmama: „Entcoffeiniert?“
Kunde: „Wieso?“
Pharmam: „Der hat auch Coffein drin, das wirkt anregend. Wieviel Kaffe trinken sie denn?“
Kunde: „Morgens eine grosse Tasse.“
Pharmama: „Ja?“
Kunde: „Dann etwa 3 am Nachmittag und vielleicht noch einen Abends nach dem Essen.“
Pharmama: „Das könnte mit ihren Schlafproblemen zusammenhängen.“
Kunde: „Ich dachte es wäre der Tee?“
Pharmama: „Der vielleicht auch. Es wäre sicher besser, wenn sie auf Wasser wechseln würden.“
Kunde: „Ich mag Wasser nicht. Das Hahnenwasser bei mir ist nicht so gut, ich weiss nicht, wie sicher es ist.“
Pharmama: „Aber sie brauchen es für ihren Kaffee und ihren Tee.“
Kunde: „Oh, daran habe ich noch nicht gedacht. … Ich mag die Idee nicht, dass ich einer von „diesen“ Typen werde.“
Pharmama: „Was für Typen?“
Kunde: „Na diese Tee und Wasser trinkenden Grünen, diese Ökis…“
Pharmama: „Aber sie mögen die Idee vom Schlafen?“
Kunde: „Ja.“
Pharmama: „Dann sollten sie vielleicht doch lieber auf Wasser oder Früchtetee umstellen.“
…
Patientin mit Rezept für
1 OP Stilnox
(ein starkes Schlafmittel)
Ich führe ihr Rezept aus und sie bekommt ihre Packung.
Frau (schrill): „Was Eine? Da steht aber 10 Packungen!“
Pharmama: „Nein, das heisst 1 (eine) OP also Originalpackung. Also eine Packung zu 10 Stück. 10, da der Arzt auch nicht geschrieben hat, es solle eine grosse Packung sein, dann ist es automatisch die kleinere.“
Frau: „Los, geben Sie mir sofort das Rezept wieder! Ich gehe in eine andere Apotheke da bekomme ich die 10 Packungen!“
Glaube ich nicht, aber bitte sehr.
Sie reisst mir praktisch das Rezept aus der Hand und verlässt die Apotheke.
Tja.
Ok, ich verstehe gut, dass ein Ausflug in die Apotheke nicht zum Wunschprogramm des Tages gehört. Zudem kommt man oft noch von einer wohl stundenlangen Warterei im Vorzimmer des Arztes oder aus dem Spital und ist entsprechend gestresst.
Hier ein paar (nicht ganz ernst gemeinte) Anregungen, wie Du den Besuch in der Apotheke etwas lustiger gestalten kannst.
Man holt mich zu der Frau, die noch ein paar tiefergehende Fragen zu ihrem Schwangerschaftstest hat.
Frau: „Ich musste vor ein paar Tagen Antibiotika nehmen, wegen einer Blasenentzündung, könnte das den Test beeinflussen?“
Pharmama: „Nein, die sind sehr spezifisch.“
Frau: „Was ist mit Blut im Urin?“
Pharmama: „Auch nicht. Der Test zeigt mittels Antikörpern ein Hormon an, das wirklich praktisch nur in der Schwangerschaft gebildet wird. Das ist wie ein Schlüssel, der nur auf ein ganz bestimmtes Schloss passt.“
Frau: „Wie ist das mit Hormonen, die man zur Verhütung braucht?“
Pharmama: „Das sind andere Hormone.“
Frau: „Ich frage weil ich einen Test gemacht habe und der war leicht positiv.“
Pharmama: „Dann … ist es schon sehr wahrscheinlich, dass Sie auch schwanger sind.“
Die Frau überlegt.
Frau: „Ich habe Evra Pflaster benutzt, bis Anfang März. Könnte es sein, dass darum meine Periode jetzt verschoben ist, nachdem ich aufgehört habe?
(Jetzt ist Ende Mai)
Pharmama: „Naja, es könnte sein, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis sich der Zyklus wieder eingependelt hat … wie lange ist denn ihr Zyklus normalerweise?“
Frau: „Was meinen sie?“
Pharmama: „Nun, manche Frauen haben einen kurzen Zyklus, von 23 Tagen, andere einen über 30 Tage … wie war er denn, bevor sie die Pflaster angewendet haben? Wissen Sie das noch?“
Frau: „Ich denke um die 27 Tage …“
Pharmama: „Okay … und wie lange sind sie jetzt drüber?“ (Man kann unseren Schwangerschaftstest etwa 3 Tage vor dem erwarteten Termin der Periode machen.)
Frau: „Hmm, mal sehen. Haben sie vielleicht einen Kalender?“
Ich zeige ihr den Kalender auf dem iphone.
Pharmama: „Wann war denn ihre letzte Periode?“
Sie blättert zurück und zeigt auf den 2. April.
Pharmama: „April? Sind sie sicher?“
Sie und ich schauen etwas verdutzt auf das iphone
Frau: „Ja ….“
Pharmama: „Das … ist jetzt über 7 Wochen her …“
Mir kommt der Gedanke, dass sie den Schwangerschaftstest kaum mehr braucht …
„Und wenn wir von 28 Tagen ausgehen, sind sie jetzt fast … 3 Wochen drüber … So lange – das können kaum Zyklusschwankungen sein …“
Sie schaut den Schwangerschaftstest an …
Pharmama: „Ich denke, Sie sollten so bald wie möglich Kontakt mit dem Frauenarzt aufnehmen. Ja … das sollten Sie auf jeden Fall.“
…
Mehr Erfahrungen mit Schwangerschaftstests hier:
Normalerweise nehmen wir keine Medikamente retour. Wir dürfen nicht. Wir haben keine Ahnung, was mit ihnen passiert, sobald sie die Apotheke verlassen (ok, hoffentlich nehmen sie die Leute richtig ein, aber…), Lagerbedingungen sind einzuhalten … und Du selber würdest wahrscheinlich auch kein Medikament haben wollen, das jemand schon bei sich zu Hause hatte und wieder zurückgebracht hat.
Aber … es gibt Ausnahmen.
Zum Beispiel, wenn die Tochter für die Mutter, die nicht mehr aus dem Haus kommt, das Rezept bringt und nicht weiss, ob sie jetzt von den Dafalgan 1g die Tabletten oder die Brausetabletten will. Auf dem Rezept steht nur „Dafalgan 1g grosse OP“. Sie entscheidet sich für die Tabletten und es ist natürlich nicht das Richtige.
Also bringt die Tochter sie gleich am nächsten Morgen wieder zurück.
In dem Fall tausche ich ihr die Tabletten in Brausetabletten um –nur, dass es von diesen keine grossen Packungen gibt (100 Stck) sondern nur 20er Packungen. Aber nehmen wir doch 5 x 20, sind wir auf der gleichen Menge.
Erschwerend kommt dazu, dass die Mutter eine Krankenkasse hat, bei der sie selber zahlen muss, die Brausetabletten sind doch etwas teurer als die Tabletten – aber all das lässt sich ja lösen.
Bevor ich aber die Packung zurücknehme, muss ich sie prüfen.
Sieht sie aussen noch ordentlich aus? Ja.
Innen: ist sie vollständig? Auf den ersten Blick ja, es sind keine Tabletten aus den Blistern herausgedrückt, die Packungsbeilage ist vorhanden, aber … es scheint mir etwas viel Platz in der Packung. Zählen wir mal die Blister …
Pharmama: „Da sind nur 8 Blister zu je 10 Tabletten drin. Es müssten aber 10 Blister sein.“
Tochter: „Was? … das gibt’s ja nicht. Zeigen Sie mal. … Oh … jaaa. Das ist … das ist jetzt peinlich. Entschuldigen Sie, ich gehe und frage sie mal, legen Sie mir das auf die Seite.“
…
Nach einer halben Stunde ist sie zurück, ziemlich … verärgert auf die Mutter und legt mir die fehlenden 2 Blister hin.
Frau: „Das tut mir wirklich leid, ich weiss nicht, wass sie sich dabei gedacht hat…“
Kein Problem.
Ich überprüfe noch rasch den Rest (die Chargennummer und Verfalldaten müssen von allen Blistern dieselben sein, wie die aussen auf der Packung) – stimmt .. und tausche die Packung in Brausetabletten um.
Die Frau entschuldigt sich nochmals, ihr ist das arg peinlich.
Sie kann ja nix dafür, aber … was hat ihre Mutter sich dabei gedacht?
