Das habe ich nicht gesagt.

Wenn Sie mir eine Frage stellen, aber Ihnen meine Antwort nicht gefällt und Sie einfach weiter auf mich einreden, als ob ich dann irgendwann einfach auf einmal das sagen würde, was Sie hören wollen …

Passiert viel zu häufig.

Und irgendwie immer im Zusammenhang mit Alkohol.

Nein. Wenn ich Ihnen sage, dass Sie das Schlafmittel nicht zusammen mit Alkohol nehmen sollen, dann ist das so. Auch nicht, wenn Sie dann anfangen das umzuformulieren: „Sie sagen also, das geht, auch wenn ich vorher nur etwas getrunken habe?“

Nein! Das sage ich nicht.

Dialoge aus der Apotheke / 4

apodialoge7

Patient: „Kann ich diese beiden Medikamente zusammen einnehmen?“

Apothekerin: „Lassen Sie mich zur Sicherheit nachschauen … … Ja. Das geht.“

Patient: „Oh gut – das mache ich nämlich schon seit 2 Monaten.“

Interessanterweise kommt das (bei uns) meist von Patienten, die die Medikamente nicht von uns haben – entweder von einer anderen Apotheke oder vom Arzt oder gar aus dem Internet.

Gut – wenn sie beide Medikamente von uns hätten, dann wäre das bei der Abgabe schon abgeklärt: wir führen ja Computerdossiers über die Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente und man kann (zum Beispiel wenn er/sie eine Kundenkarte hat) da auch freiverkäufliche Sachen darüber nehmen und sieht dann auch beim Multimineralpräparat, dass das sich jetzt nicht mit dem neuen Antibiotikum verträgt.

Auch gut (finde ich), dass überhaupt gefragt wird … wenn es denn nicht meist nach der Tatsache ist – so wie oben.

In und ums Dosett (Sampler)

Dosette sind die Wochenpackungen, wo man Tageweise (auf morgen – mittag – abend – nacht aufgeteilt) Tabletten und Kapseln einfüllen kann, damit sie möglichst richtig genommen werden. In der Apotheke bieten wir diesen Service auch an – ab 3 regelmässig genommenen Medikamenten pro Woche wird das von der Krankenkasse übernommen. Das ist ein interessantes Mittel um die Compliance zu fördern: also die richtige Einnahme der Medikamente. Es eignet sich für Leute, die damit Probleme haben – das müssen nicht nur ältere Menschen sein. Im Blog habe ich schon diverse Male über Dosette bei uns in der Apotheke geschrieben:

Wenn man für andere Medikamente richtet (ins Dosett oder Blister) ist es wichtig, dass das richtig gemacht wird. Hier ist uns ein Fehler unterlaufen.

Nicht nur wir können Dosette richten, auch die Haushilfe darf das – hier war ich aber etwas unglücklich, wie uns das abgenommen wurde: Verantwortungsabgabe, nicht ganz freiwillig

Das macht die Versandapotheke halt nicht. Dosettiges

Lange durften wir ihm das Dosett leider nicht richten: Ein Lebensende

Compliance-Hilfe und Unterstützung aus der Apotheke – mehr als nur Dosette richten und abgeben.

Dosettologie – oder: man kann nicht alles in ein Dosett richten.

Wofür dann ein Dosett? fragt man sich beim Umgang mancher Patienten mit ihrer Medikation wirklich.

Der engagierte Arzt tut alles, damit der Patient seine lebenswichtigen Medikamente auch nimmt.

Aber es hilft hier anscheinend nicht viel, wenn man sie in Dosette richtet: Ich habe schon alle genommen!

Und manche haben einfach andere Prioritäten. Wie gesund das ist, sei dahingestellt: Lieber Tabletten Schlucken …

Im Dosett sieht man schön, warum „die kleinen weissen“ keine gute Beschreibung ist.

Wenn sie einen automatischen Refill-Service will, weshalb nimmt sie dann kein Dosett?

Das sind ihre Medikamente im Dosett, kein Tabletten-verleih!

Rätselaufgaben in der Apotheke – ein Fall vor der elektronischen identa.

 

 

 

Nicht nur zuschauen – Tun!

praevention

Gesundheit ist wichtig, was viele leider erst merken, wenn sie mal weg ist. Es gibt aber viel, dass man tun kann, um sie zu erhalten. Prävention ist aktive Gesundheitsvorsorge. Das fängt beim Zähneputzen an, geht weiter über eine ausgewogene Ernährung und Gewichtskontrolle, Bewegung für die Gelenke und Genussmittel in kleinen Mengen, nicht in Massen. Und nicht rauchen – das muss ich nicht extra erwähnen, wie ungesund das ist, oder?

Weiteres Medikamentensterben in der Schweiz

Still und leise verschwinden im Moment wieder eine Menge Medikamente.  Glaxo, die Novartis OTC übernommen haben, räumen weiter auf. Die meisten Leute haben das mit dem Euceta noch nicht überwunden, und ich darf ihnen jetzt dies erklären:

Von der Novartis Sparte entfallen:

  • Tossamin Saft: es wird nur noch die Kapseln geben… wenn sie mal wieder lieferbar sind (seit Wochen sind sie es nicht mehr).
  • Voltaren Dolo forte Gel: 150g wird ganz ersetzt mit den 180g
  • Hemeran gibt es in Zukunft nur noch in den nicht kassenpflichtigen Grössen. Also: die Krankenkasse zahlt das nur noch, wenn man eine Zusatzversicherung hat.
  • Bei Panadol fallen 500mg Brausetabletten zu 10 Stück weg (die 20er gibt es noch), die 500mg Zäpfchen fallen weg, und Panadol C Brausetabletten 20 Stück (die 10er gibt es noch).

Bei der Glaxo selber:

  • Bei Besser Atmen (die Nasenstrips) entfallen in Zukunft die Packungen für die sensible Haut. Für die normale Haut gibt es weiterhin.
  • Cetebe: das retardierte Vitamin C Präparat
  • Physiogel: die ganze Linie!
  • Duofilm

Dabei werden hauptsächlich wirtschaftliche Gründe und eine „Straffung des Sortiments“ angeführt. Oder anders gesagt: für die kleine Schweiz lohnt sich der Vertrieb nicht.

Das sind nur die freiverkäuflichen Mittel – bei den rezeptpflichtigen Sachen verschwinden momentan auch immer mehr Medikamente, auch von anderen Firmen.

Ja bin ich denn die Medikamentenvermietung?

An manchen Tagen kommt es mir vor, als ob die Leute denken, dass ich Medikamente nicht abgebe, sondern vermiete. Die Überraschung, wenn ich sage, dass ich das nicht zurücknehmen kann, darf und werde.

Die eine Patientin ruft mir an, weil die Krankenkasse bei ihr ein Medikament nicht übernommen hat. Sie ist bei der Intras versichert und muss in der Apotheke selber zahlen und die Rechnung einschicken. Sie hatte dort bis anhin anscheinend auch eine Zusatzversicherung, aber …

„Die haben mir das Medikament, das über die Zusatzversicherung geht, nicht zurückerstattet. Sie haben irgendetwas gesagt von nicht bezahlten Prämien und deshalb hätte ich momentan keine Zusatzversicherung. Kann ich das Medikament zurückbringen und Sie geben mir das Geld dafür wieder?“
Umm, nein? Das haben sie vor 3 Monaten bezogen. (Ein Wunder, ist es noch nicht aufgebraucht).
Ich kann Medikamente nur zum entsorgen zurücknehmen. Ich kann das auch nicht weiter verwerten – es gibt keine Garantien, wie das in der Zwischenzeit gelagert wurde. Ich erkläre ihr das.

„Oh. Und wie ist das mit der Krankenkasse? Könnten sie das nicht direkt abrechnen?“
Nein, sie haben die Intras, die hat keinen Vertrag mit den Apotheken gemacht …
(und eine Forderungsabtretung mache ich unter den Voraussetzungen auch nicht: Wenn sie die Prämien nicht (rechtzeitig) zahlt, bekommen wir nämlich von der Krankenkasse das Geld auch nicht zurück für die ausgegebenen Medikamente … die erklären dann einfach den Vertrag mit uns als nichtig, weil sie (die Patientin) ihren Verpflichtungen (Prämien zahlen) nicht nachgekommen ist.

Oder dann die andere Patientin mit der Unverträglichkeit auf Durogesic Pflaster. Sie wollte trotzdem wieder eines – ich habe ihr geraten, wenn es denn Pflaster sein muss, es mal mit dem Generikum von Mepha zu versuchen. Das ist (im Gegensatz zum Generikum von der Sandoz) kein Co-Marketing Präparat (also genau dasselbe) – so dass sie noch Chancen hat, dass das ein anderes Klebemittel hat auf das sie nicht reagiert.
Die Kundin war einverstanden, laut ihr sei das auch nicht so schlimm mit der Allergie (es „jucke“ einfach ein bisschen, sie hätte auch das Durogesic genommen.
Am selben Tag, als sie das Fentanyl abholen kommt, bestellt sie (für die Ferien) noch 2 Packungen dazu. Wir raten ihr dringend ab: immerhin hat sie das noch nicht ausprobiert und Betäubungsmittel zu retournieren ist ein Alptraum und geht (wie die anderen Medikamente) sowieso nicht mehr, sobald es einmal die Apotheke verlassen hat … aber sie besteht darauf.
Dann kommt sie 2 Wochen nicht mehr, nach denen ihr Mann die 2 Packungen zurück bringt und uns erklärt, dass sie auch auf diese Pflaster allergisch ist und sie nicht nehmen kann, wir sie also zurücknehmen müssen.
Nein– sorry, aber das bleibt jetzt auf der Abrechnung. Und die Pflaster landen separiert in den Betäubungsmittel-Retouren.

Und was soll ich von dem Herrn halten, dem wir mühsamst etwas besorgen mussten (Kein Medikament in dem Fall, nur ein Nahrungsergänzungsmittel), das unser Grossist nicht hatte und das dann auch noch momentan nicht lieferbar war. Wir haben ihn darauf  hingewiesen – und dass das deshalb etwas dauern kann. Er wollte unbedingt, dass wir es ihm trotzdem organisieren.
Endlich bekommen wir das, nach fast einem Monat … und dann will er es nicht mehr, weil er woanders ein Muster davon bekommen hat und die nicht mal 10 Franken bei uns sind ihm zu viel.
Jahaa – wegen Leuten wie Ihnen verlangen wir im Normalfall eine Vorauszahlung der Produkte (Wieso zum Geier hat man das in seinem Fall nicht???). Jetzt bleiben wir nämlich drauf sitzen.

Ugh.