Testen oder nicht testen, das ist hier die Frage

In der Apotheke empfehlen wir den Leuten, die mit Beschwerden kommen zu testen. Wir folgen dabei den Empfehlungen des BAG, die sich (was das angeht) nicht geändert haben seit Beginn 2020:

Soll ich mich bei Symptomen sofort testen lassen? Lassen Sie sich sofort testen, wenn Sie Krankheitssymptome des Coronavirus haben. Tun Sie dies auch, wenn Sie vollständig geimpft sind oder wenn Sie nur leichte oder einzelne Symptome haben. Lassen Sie sich bei Symptomen vorzugsweise mit einem PCR-Test testen. Lassen Sie sich auch testen, wenn der Verdacht auf eine Ansteckung besteht (z.B. nach persönlichem Kontakt mit einer infizierten Person oder nachdem Sie eine Meldung der SwissCovid App erhalten haben).

Die Symptome dazu haben sich etwas verändert: ausser Husten, Fieber, Halsschmerzen, Gliederschmerzen sind mehr dazugekommen: Geruchs- und Geschmacksverlust, Schnupfen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-beschwerden und Hautausschläge. Das Problem dabei ist, dass auch andere Krankheiten und Beschwerden das machen können. Die ganzen normalen Erkältungsviren, Heuschnupfen, Lebensmittelvergiftung und Noroviren, Allergien, Migräne. Dennoch: es ist wichtig zu wissen, ob es das neue Coronavirus ist, deshalb sollte bei Beschwerden getestet werden – und sich isoliert bis zum Ergebnis. Und länger, falls das Ergebnis positiv ausfallen sollte.

Anfangs hat das auch ganz gut geklappt. Dadurch, dass man sich isolierte wurden auch alle anderen übertragbaren Krankheiten seltener. Inzwischen hat man mit den Lockerungen jedoch spätestens seit Sommer letzten Jahres das Problem, dass es jetzt wieder so ziemlich alles andere sein kann (und oft ist). Ergebnis: eine gewisse (in der Apotheke gut spürbare) allgemeine Testunwilligkeit. „Ich hab zwar Husten, aber das ist sicher nicht Covid, meine Kollegen mit Husten hatten alle einen negativen Test.“ „Nein, ich will nicht testen, das ist sicher nicht Covid, bisher war es immer negativ.“ Und auch das: „Ich habe einen Selbsttest gemacht, der war negativ.“

Ja, die Selbsttests. Hier zu Beginn noch von der Krankenkasse übernommen sind sie nicht mehr Teil der Teststrategie – und sie sollten sowieso nur eingesetzt werden wenn man keine (!) Beschwerden hat, aber vor einem (privaten) Anlass mit mehren Leuten sicher sein wollte, dass man es nicht (trotzdem) hat und möglicherweise ansteckend ist. Die Beschaffung der Tests war seit Anfang ein logistisches Problem. Anfangs war nur der Selbsttest der Roche zugelassen, der aus Grosspackungen in kleinere umgepackt werden musste (alles dokumentiert natürlich). Inzwischen gibt es mehrer Tests mit Zulassung, aber häufig sind sie nicht lieferbar, oder nur in einer Form (5er oder 1er).

Immer noch gerne verwechselt werden die Selbsttests mit den Schnelltests. Die Antigen-Schnelltests werden von verschiedenen Anbietern durchgeführt (Labors, Kliniken, Ärzte und auch Apotheken). Sie können mit und ohne Symptome gemacht werden. Die Probenentnahme erfolgt ähnlich wie beim PCR Test an der hinteren Nasenwand durch eine Fachperson, grundsätzlich verwenden sie aber dieselben Tests wie beim Selbsttest. Sie sind weniger empfindlich als PCR Tests und geben schneller ein Ergebnis (innert 15 Minuten). Anfangs ebenfalls übernommen vom Bund, dann nicht mehr, inzwischen aber wieder (ausser man braucht das für eine Reise) – haben wir dafür wieder häufiger Nachfragen in der Apotheke. Das Problem bei denen hier ist aber: Es gibt zwar eine Vielzahl der Anbieter aber man muss sich bei den meisten zwingend anmelden dafür (telefonisch oder online einen Termin machen), kann man sie bei manchen nur ohne Symptome machen, einige machen das nur bei ihren bestehenden Patienten (v.a. Ärzte) und anscheinend gibt es da einen Wildwuchs, dass Anbieter an ungeeigneten Orten, ohne Fachkräfte und ohne offizielle Zulassung Tests anbieten und Zertifikate ausstellen.

Selbst- und auch Schnelltests waren im letzten Monat immer mal wieder in der Presse. Meist ging es darum, dass sie nicht so sicher sind, wie gewünscht. Das ist hochgradig unschön – auch wenn die Teststrategie in der CH hauptsächlich auf PCR Tests beruht – da sind wirklich Tests im Handel und Gebrauch, die bei „nur“ hoher Viruslast in weniger als 10% der Fälle positiv angeben. Bei sehr hoher Viruslast sieht es besser aus … und die Zulassungstests betreffend Sensitivität und Spezifität haben sie auch bestanden. Dennoch, von „sicher sein“, dass man niemanden ansteckt, weil man ja negativ getestet ist, kann hier keine Rede mehr sein. Gerade bei symptomfreien Leuten dürften sie schlecht angeben. Dazu kommt auch noch, dass die Tests auf Omicron anscheinend nicht so gut ansprechen und dass diese Tests im vorderen Nasenbereich gemacht werden, bei Omicron ist es besser den Test im hinteren Nasenbereich plus zusätzlich noch im Rachen zu machen.

Wen es interessiert: Hier finden sich die Testergebnisse: https://www.spektrum.de/news/welche-corona-schnelltests-sind-zuverlaessig/1954489 . Darunter sind Schnell- und Selbsttests.
Auf der Seite des BAG über Fachinformationen über die Covid-19 Testung finden sich die Listen der zugelassenen Tests.

Wie gesagt, finden sich hier auch die von uns in der Apotheke vertriebenen. Die sind alle von der swissmedic zugelassen und auf der Liste des BAG. Der Test der Roche den wir zu Beginn exklusiv hatten, hat bei sehr hoher Viruslast 89% entdeckt und bei hoher Viruslast immerhin noch 30%. Der Flowflex Test, den wir danach bekamen (der auch im Aldi und Co erhältlich war) und den wir immer noch verkaufen, entdeckt bei sehr hoher Viruslast 94% aber bei hoher Viruslast grad noch 4% (!). Der Genrui Test, den man ab- und zu bekommt, entdeckt bei sehr hoher Viruslast 94% und bei hoher Viruslast 57% richtig.

Alle Selbst-Tests in der Schweiz sind Nasen-abstrichs-Tests für den vorderen Nasenteil. Theoretisch könnte man mit einer korrekten Abnahme an der hinteren Nasenwand und im Rachen bessere Testergebnisse erzielen. Und noch besser wäre es, wenn man an mehren Tagen hintereinander testet, damit man das Sichtbarkeitsfenster nicht verpasst. Optimal aber (und empfohlen) ist aber sowieso bei Verdacht (Symptome oder Kontakt) den nochmal deutlich besseren PCR Test machen zu gehen.

Oder?

Wir befinden uns aktuell mitten in der Omicron-Welle. Sie wird von der Politik praktisch ungehindert durchrauschen gelassen. Bestehende Einschränkungen werden zwar nicht aufgehoben, aber auch keine neuen implementiert. Omicron ist ansteckender noch als Delta und kann auch genesene, geimpfte und geboosterte treffen. Omicron wird zudem als vergleichsweise „mild“ verkauft und das, obwohl noch nicht klar ist, ob das wirklich stimmt. In Südafrika steigen verzögert nach der Welle die Sterberaten wegen Covid stark an, in den UK dasselbe. Long-Covid-Fälle sind in der Schweiz und in Deutschland immer noch kein offizielles Thema (kann man auch nirgends melden?). Daneben verkürzen sie dann auch noch die Quarantäne- und Isolationsdauer auf 5 Tage und wenn man dann 48 Stunden Symptomfrei ist, darf man raus (auch wenn es Zahlen gibt, die zeigen, dass dann noch jeder 3. ansteckend ist). Die Spitäler klagen zwar wegen der Einweisungen … aber das haben sie ja schon immer, oder? (Sorry an die Betroffenen). Vordergründig herrscht Normalität, der ÖV transportiert, Flugzeuge fliegen in ferne Länder, Läden und Restaurants haben offen, die Skigebiete verzeichnen Rekordbesucherzahlen …. Und daneben steigen und steigen die Zahlen der Covid Infizierten. Aktuell sind wir bei über 30’000 Neuinfektionen pro Tag, Tendenz weiter stark steigend – aber wahrscheinlich nicht für länger richtig darstellbar, denn: Die Testkapazitäten sind ausgeschöpft!

So sagte denn Gesundheitsminister Alain Berset in der letzten Medienansprache (Quelle 20 Minuten) am Freitag dies: Man muss sich fragen, wie sinnvoll Testen noch ist. Bei 100’000 Tests pro Tag sind die Testkapazitäten der Schweiz ausgeschöpft. (Haben wir jetzt!). Wegen der hohen Ansteckungsrate von Omicron muss sich das Testregime ändern (das Testen verliert an Bedeutung, auch weil/wenn es 3-4 Tage geht, bis man das Ergebnis bekommt). Ausserdem: Tests schützen niemanden (Ja, die Tests selber nicht, aber wenn man auf das Wissen, dass positiv richtig handelt, dann schon). Er begreife es deshalb, wenn zum Beispiel die Kantone in den Schulen das Testen einstellen würden (Grrr!)

Soll ich da den Leuten in der Apotheke mit Symptomen weiter empfehlen testen zu gehen? Oder appelliere ich an die Eigenverantwortung, dass sie sich zumindest isolieren, also so verhalten, als seien sie infiziert? Für (mindestens) 5 Tage und bis sie 48 Stunden Symptomfrei sind. Was sagen die Arbeitgeber dazu? (Nein, ich bin überhaupt nicht dafür, Leute krank arbeiten zu lassen).

Bis jetzt hat das mit der Eigenverantwortung und dem appellieren an die Vernunft der Leute nicht sehr gut funktioniert (finde ich). Und meine Eltern (beides Risikopersonen und geboostert), denen ich meine Sicht auf die Dinge erzähle, gehen momentan aus Vorsicht nicht mal mehr aus dem Haus. Sie fühlen sich absolut nicht mehr geschützt da draussen. Ich selber (geboostert) arbeite jetzt mit FFP2 Maske – und hoffe, dass die Omicron Welle vorbei geht. Hoffentlich bald.

22 Kommentare zu „Testen oder nicht testen, das ist hier die Frage

  1. Naja, testen bringt nicht viel schreibst du, bei symptomen auch leichten ist selbstverantwortung mit selbsisolation gefragt. einerseits ist das nur möglich wenn man dafür auch vom arzt krank geschrieben wird, weil urlaub ev. mehrmals im wird sich dafür wohl keiner nehmen. wie funktioniert das wenn in einer familie? wenn genug platz ist vielleicht, aber wenn man kinder betreuen muss schon fast unmöglich. und was ist mit den symptomlosen die andere abstecken können? und was bedeutet das für die infrastruktur, für die schulbildung wenn alle schon mit leichtem schnupfen oder husten zuhause bleiben? ich versteh das dilemma aber echte lösung gibts dafür keine. mit sicherheit werden wir einfach mit dem virus leben müssen und das so normal wie möglich weil die koleratalschäden auch nicht ohne sind. das gegeneinander abzuwägen tut nur grad niemand. hauptsache keine coronaerkrankten.

    Gefällt mir

    1. Nein – ich schreibe nicht, dass testen nichts bringt – nur dass man auf das Testergebnis (oder eigentlich schon nur bei Verdacht auf Covid) auch reagieren sollte. Das bringt nur etwas, wenn man dann auch in Quarantäne / Isolation geht.
      Andererseits hat der Lehrer vom Junior letztens gemeint, dass per sofort alle mit Symptomen jedwelcher Art, die auf Covid hindeuten können erst wieder mit einem negativen Test zur Schule dürfen. Das ist bei Migräne-Kopfschmerzen (Kopfschmerzen fallen ja auch unter Symptome) ohne weitere andere Beschwerden etwas unpraktikabel. Dann müsste ich ihn 2-3 x monatlich nur deshalb zum PCR Test mitnehmen?

      Gefällt mir

  2. Ich habe beide Söhne (12 und 15 J.) in Isolation, beide geimpft, der Jüngere hat sich im Krankenhaus bei einem ambulanten Eingriff angesteckt. Dank Pool Testing der Schule entdeckt und per PCR verifiziert. Der Grosse daraufhin umgehend mit einem Selbsttest (Flowflex) getestet und leuchtend positiv. Beide übrigens ohne Symptome…. Nach 5 Tagen war bei beiden der Selbsttest noch deutlich positiv, und die Jungs haben sich mit dem Stäbchen sicher nicht bis in die hintersten Nasengänge gequält…… Nach 10 Tagen gibt nun der Test beim Jüngeren negativ an, der Grosse immer noch positiv. Diese Strategie des Bundes ist die Durchseuchung via Hintertüre, nur leider, ohne die Rechnung mit den Kollateralschäden zu machen.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich muss dir zustimmen.

      Eigentlich bestand der Zweck der Selbsttests, sich zu testen, bevor man zum Beispiel zum Familienfest geht.

      Symptome hin oder her. (Und wer Symptome hat, soll eh zu Hause bleiben.)

      Covid-19 ist eine derart mühselige Erkrankung, weil die Symptome rein gar nichts mit dem Testresultat (egal welche Methode!) zu tun haben müssen. Ich hatte als dreifach Geimpfter eine sehr hohe Virenlast bei meinem PCR-Test – und trotzdem fühlte es sich wie eine ganz gewöhnliche Erkältung an.

      Gerade wegen den Kollateralschäden wünsche ich es mir, für Ungeimpfte gäbe es einen Lockdown.

      Oder: Medizinische Ressourcen werden fair auf Geimpfte und Ungeimpfte verteilt. Bei 70% Impfrate kriegen Ungeimpfte also nur 30 Prozent der Spitalbetten und Behandlungstermine. Ende der Diskussion. Erst dann würde der elendige und immergleiche Appell zur „Eigenverantwortung“ Sinn machen.

      Gefällt mir

  3. In DE wird als Omikron-exklusives Symptom noch „starker Nachtschweiß“ kommuniziert.

    Wir haben zwei Jahre lang versuchen, Corona klein zu halten. Jetzt haben wir die Impfung, alle Erwachsenen sind geimpft oder hatten 9 Monate Bedenkzeit. Deutschland ist trotz Booster-Kampagne und fast zeitgleicher u12-Zulassung wieder so weit, dass jeder einen Impftermin in den nächsten 1-2 Tagen bekommen kann.

    Nach zwei Jahren mit Corona als tödlichem Virus ist es jetzt schwer, vom pandemischen zum endemischen Virus zu wechseln – aber genau das tun wir gerade. Omikron rauscht durch und wir können nichts dagegen machen. Jeder wird sich binnen der nächsten 4 – 6 Wochen infiziert haben – bei Geimpften sehr oft nur für das Immunsystem merkbar, von dem das Virus gleich gekillt wird. Danach gibt es nur noch „2G“: Geimpft oder Genesen.

    Wann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist, finde ich sehr schwer zu beurteilen. Die Ungeimpften werden massenweise die Kliniken verstopfen, viel schlimmer als es jetzt schon der Fall ist – aber auch nur noch ein paar Wochen.

    Es fühlt sich gerade total irrwitzig an, die Kinder nicht (illegal!) aus der Schule zu nehmen, aber die 13jährige ist geboostert und der Kleine doppelt geimpft + 14 Tage. Sie sind so gut geschützt, wie es gerade geht und das Risiko von ernsthaften Schwierigkeiten durch Omikron ist mikroskopisch gering. Daran müssen wir uns alle jetzt gewöhnen.

    Gefällt mir

    1. Hmmhmm.
      Aber die unter 5 jährigen sind wirklich so ziemlich alle noch komplett ungeimpft. Und bei den älteren (70 aufwärts?) ist der Schutz wegen nicht so guter Immunantwort und eventuell fehlendem Booster auch nicht mehr so ausgeprägt. Die werfen wir grad unter die Räder.

      Gefällt mir

      1. Die älteren Menschen über 70 können sich genauso boostern lassen wie alle anderen auch, das ist – zumindest in Deutschland – jetzt auch über Wochen so kommuniziert worden. Über einen vierten Boostern wird ebenfalls schon nachgedacht. Wer es bis jetzt (wir erinnern uns: Die Booster-Kampagne läuft in DE seit September/Oktober so richtig) nicht beim Arzt war, der ist auf eine gewisse Weise selbst schuld. (Ausnahmen: Verpasste Impfungen in Pflegeheimen, weil sich das Heimpersonal nicht kümmert).

        Es ist eben so: Entweder, wir akzeptieren, dass das Virus da ist und wir damit leben müssen – was immer auch heißt, dass Menschen daran sterben – oder wir müssen den nächsten strengen Lockdown verhängen. Mit sanften Maßnahmen können wir dieser massiven Welle einfach nicht mehr begegnen. Das ist die Realität.

        Und mir ist bislang nicht bekannt, dass Kinder unter 5 – bitte korrigiert mich da – massiv von dem Virus gefährdet wären.

        Gefällt mir

  4. Liebe Pharmama

    Danke für deine Beiträge und Erklärungen!
    Ich habe eine Frage zu positiven Schnelltests und dann negativen PCR… Davon habe ich nun schon mehrmals gehört. Wie geht das? Gibt es dazu Informationen? Finde selber nichts schlaues, evtl weisst Du etwas?

    LG aus dem Kt. Lu

    Gefällt mir

  5. Die Frage ist ja, ob das Testen überhaupt noch Sinn macht.

    Ich hatte letzten Mittwoch mit meiner Schwester in HH telefoniert, und sie hat mir dabei folgende Begebenheit berichtet:

    Ihr Nachbar war vorletzte Woche im Baumarkt und begegnete dort einem Paar aus der Nachbarschaft, welches eigentlich infolge eines positiven Corona-Tests in Isolation sein sollte. Er hat dies umgehend am Informationsschalter gemeldet, woraufhin der Marktleider eine Durchsage machte: man habe soeben erfahren, dass sich im Markt Personen befänden, die eigentlich zuhause in Corona-Isolation sein müssten.

    Er forderte diese Personen daraufhin auf, sich sofort an der Information zu melden, andernfalls würden die Türen zum Markt verschlossen und die Polizei alarmiert.

    Innerhalb weniger Minuten meldeten sich rund 50 Personen an der Information!

    Meine Schwester hat dies dann ihrer besten Freundin erzählt, die ihr daraufhin berichtete, dass sie eine Woche zuvor im LIDL eine Familie aus ihrer Nachbarschaft gesehen hatte, die ebenfalls in Iso sein müssten. Auch hier wurde kurz darauf eine entsprechende Durchsage gemacht, auf die sich neben der besagten Familie noch 7 weitere Personen meldeten.

    Schon irre, was? Normalerweise würde ich solche Geschichten ja schnell mal als urban myth abtun, aber hierbei handelt es sich ja nicht um Informationen um viele Ecken herum.

    Noch mehr: am Donnerstagmorgen beim Frühstück in unserer Praxis berichtete mir eine unserer Praxisassistentinnen (ohne dass ich vorher vom Telefonat mit meiner Schwester berichtet hätte!), dass ihr Bruder am vorangegangenen Wochenende im IKEA seine Nachbarn, die ebenfalls nach positivem Test in Quarantäne hätten sein müssen, gesehen zu haben.

    Er machte daraufhin Meldung an einen Mitarbeiter, kurz darauf erfolgte eine Durchsage, dass sich bitte sämtliche Kund*innen, denen aktuell eine häusliche Iso/Quarantäne angeordnet worden sei, an der Hauptinformation in der Möbelausstellung melden sollten; auch in diesem Fall unter Androhung von Einschluss und Polizei.

    Es meldeten sich innert kurzer Zeit insgesamt 23 Personen!

    Das scheinen also keine Einzelfälle zu sein, eher ein Massenphänomen. Aber was nutzt das ganze Konzept von Isolation bzw. Quarantäne, wenn sich viele Menschen nicht (mehr) daran halten? Wozu dann überhaupt noch testen, wenn es letztlich bei den Unbelehrbaren (die ja auch in der Mehrheit mutmasslich nicht geimpft sein dürften – die Schnittmenge von Impfverweigerern und Massnahmengegnern ist ja bekanntlich sehr gross) keinerlei Konsequenzen hat, weil die Einhaltung der Iso/Quarantäne nicht mehr überprüft werden kann?

    Gefällt mir

    1. So Geschichten habe ich auch schon gehört – und wenn ich dich nicht so gut kennen würde, würde ich wohl auch „urban legend“ sagen – ich glaube schon, dass das vorkommt … aber ob die Zahlen so stimmen? Ich hoffe immer, nicht. Aber angesicht, dass ich diese Leute auch in der Apotheke habe – fürchte ich, dass doch. :-(

      Gefällt mir

    2. Die Geschichte geistert seit Monaten (!) – sogar seit Beginn der Pandemie – durch die sozialen Netzwerke. Einen bestätigten Fall gibt es nicht.

      Sicherlich werden sich nicht alle Menschen an die Quarantäne halten. Aber diese Geschichten landen bei mir mittlerweile im Bereich „urban legends“

      Gefällt mir

  6. @Flo: die Baumarkt-Geschichte IST eine urbane Legende, die kenne ich mittlerweile seit mindestens 18 Monaten. Interessant, dass es schon 50 Leute sind, zu Beginn meldeten sich 3 statt einer ;-) – du hast keine einzige Person direkt gesprochen, die tatsächlich dieses Erlebnis hatte…

    Gefällt mir

    1. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt hätte ich das auch gedacht. Aber den Bruder meiner MPA kenne ich persönlich als jemanden, dessen Aussagen zu trauen ist.

      Abgesehen davon bekomme ich schon seit Beginn der Pandemie immer wieder Berichte von Patient*innen, die Nachbarn oder Bekannte, die eigentlich in Iso sein sollten, im Supermarkt o.ä. gesehen haben (und sich darüber sehr echauffierten). Bei 30% Leerdenkern in der Bevölkerung ist das auch gar nicht sooo unwahrscheinlich.

      Gefällt mir

  7. In BL gibt es ja ab dieser Woche ein neues Testregime. Jetzt spuckt jeder Schülerin in ein eigenes Röhrli, aus einem Teil des Speichels wird dann ein Klassenpool zusammengestellt und mittels PCR analysiert.

    Ist der Pool negativ, ist alles gut. Ist der Pool positiv, werden nun die Einzelproben analysiert. Das spart den Kindern den Weg zum Testzentrum und in die vorläufige Quarantäne.

    Und was machen die Leerdenker daraus? Seit dem Wochenende machen Behauptungen die Runde, hier werde eine DNA-Datenbank der Kinder aufgebaut, die ihr ganzes Leben lang gegen sie verwendet werden solle.

    Ernsthaft! So ticken die Leerdenker. Bei uns in der Signal-Elterngruppe ging gestern ein Formschreiben herum, mit dem die Eltern beim kantonalen Volksschulamt protestieren sollen.

    Wie sagte mein Mathelehrer immer so schön: wir fassen uns an den Kopf und sagen „Kürbis gedeih‘!“

    Gefällt mir

  8. Das Paul Ehrlich Institut hat in Deutschland verfügbare Test auf deren Zuverlässigkeit untersucht.

    Es gibt unter pei.de eine umfassende Liste.

    Und ein privates Kollektiv hat diese Daten maschinenlesbarer gemacht so dass man mit dem Handy unter schnelltesttest.de den Barcode der Tests auslesen und die Zuverlässigkeit der Test auf einfache Weise überprüfen kann.

    Die Seite kann auch als App auf den Handys installiert werden und ist so beim Einkauf im Supermarkt oder in der Apotheke immer dabei.

    Das nur so als Tipp…

    Gefällt mir

      1. Danke für den Hinweis!

        Man sollte also auf jeden Fall auf weitere Informationen klicken:

        Weitere Informationen zu ACON Biotech (Hangzhou) Co., Ltd Flowflex SARS-CoV-2-Antigenschnelltest:

        AT-Nr: AT155/20
        Ref-Nr: L031-11815
        Zielantigen: Nucleoprotein
        Sensitivität bei Cq30: 0 %
        Sensitivität gesamt: 34 %
        Quelle: PEI

        Gefällt mir

        1. Oh da sind die Daten der getesteten Verdünnungen irgendwie verschwunden. Ich dachte alles eingefügt zu haben.

          Dann hier nochmal:
          AT-Nr: AT155/20
          Ref-Nr: L031-11815
          Zielantigen: Nucleoprotein
          Sensitivität bei Cq30: 0 %
          Sensitivität gesamt: 34 %

          Bitte beachten, dass der Cq-Wert angibt wie stark die untersuchte Probe verdünnt würde.

          Vorsicht:
          Bei einer mittleren Verdünnungen von Cq 25-30 besteht nur noch eine Empfindlichkeit von 4,3%. Bei der stärkeren Verdünnungen von Cq>30 reagiert der Test trotz Infektion überhaupt nicht.

          Gefällt mir

Was meinst Du dazu? (Wenn Du kommentierst, stimmst Du der Datenschutzerklärung dieses Blogs zu)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.