Die Impfung ist da! (Ein Weihnachtsgeschenk)

Gestern, Samstag die kleine Sensation – und ein Hoffnungsschimmer in dieser wirklich düsteren Zeit: Die Schweiz hat den Covid-Impfstoff zugelassen. Und zwar – im Gegensatz zu anderen Ländern – NICHT als Notfallzulassung, sondern nach dem geregelten üblichen Verfahren. Damit sind wir weltweit die ersten. Es ist ein Impfstoff (der von Pfizer/Biontech) von mehreren, die aktuell in der letzten Studien-Phase sind und es ging deshalb so schnell, weil es ein „rollendes“ Verfahren war: die Pharmafirma lieferte laufend alle verfügbaren Daten, die sie zum Impfstoff hatten. Da auch die letzte Phase mit über 40’000 Teilnehmern und auch erste Erfahrungen in anderen Ländern (mit inzwischen über 100’000 geimpften) saubere und gute Ergebnisse lieferte, wurde der Impfstoff durch die swissmedic und das BAG zugelassen.

Das wissen wir:

Es braucht 2 Impfungen im Abstand von (mindestens) 3 Wochen. 1 Woche nach der 2. Impfung besteht ein über 90% Impfschutz gegen das neue Coronavirus. (Das ist phantastisch gut – besser als man sich das hätte vorstellen können. Ausserdem nicht mal ein Jahr nach Beginn der Pandemie. Da wurde wahnsinnig geforscht weltweit und man konnte auf bereits bekannte Forschung und Erkenntnisse mit RNA-Impfstoffen aufbauen.)

Der Impfschutz besteht ausdrücklich auch für die älteren Personen und solche mit (kontrollierten) Vorerkrankungen.
(Die Studien hat man diesmal auch mit nicht-gesunden und älteren Personen gemacht!)

Die Nebenwirkungen entsprechen etwa denen von anderen Impfungen, hauptsächlich lokale Reaktionen am Einstichort (Schmerzen, Rötung), vielleicht 1-2 Tage generalisierte Beschwerden wie Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen, Fieber etc, vor allem nach der 2. Impfung.
(Sie sagen, es kann etwas heftiger sein als bei zum Beispiel der Grippeimpfung, die sie mit einem „Mückenstich“ vergleichen. Etwa wie ein „Bienenstich“.)

Die Impfung ist nicht zugelassen für Schwangere und unter 16 Jährige, da hier die Datenlage zu dünn ist. Ausserdem gehören die jüngeren nicht zu den durch Covid gefährdeten Personen.

Jetzt geht es weiter. In den Kantonen sind sie schon seit ein paar Wochen dran die nötige Infrastruktur für die Impfungen aufzubauen. Die Logistik ist hier etwas komplizierter als bei anderen Impfstoffen, da der Covid-Impfstoff von Pfizer bei Temperaturen von -70°C transportiert und gelagert werden muss. Deshalb wird es vorläufig auch keine Impfung in der Apotheke geben, die meisten Kantone scheinen auf Impfzentren und mobile Impfgruppen zu setzen. Noch im Dezember beginnen die Kantone der Innenschweiz: Uri, Schwyz, Nidwalden, Obwalden, Luzern und Zug – und Freiburg. Der Rest folgt im Januar. Wir bekommen monatlich etwa 250’000 Impfungen – die wollen möglichst sinnvoll eingesetzt werden.

Wer wird geimpft? Die Impfung ist prioritär für folgende Zielgruppen vorgesehen:
1. Besonders gefährdete Personen (ohne schwangere Frauen)
2. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt / Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
3. Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder) von besonders gefährdeten Personen
4. Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (mit altersdurchmischten Bewohnern).
Im weiteren Verlauf wird auch eine Impfung für alle anderen Erwachsene, die nicht unter 1.-4. fallen, möglich sein. – Das kann ein paar Monate dauern.

Ich weiss noch nicht, ob wir in der Apotheke zur 2. Gruppe gehören und dann geimpft werden, aber ich bin froh, dass meine Eltern voraussichtlich bald drankommen. Dann kann ich mich etwas sicherer fühlen, auch wenn ein paar Fragen betreffend der Impfung noch offen sind: kann das Virus durch geimpfte Personen noch übertragen werden? Wie lange hält der Impfschutz an? Die geltenden Hygienemassnahmen müssen auf jeden Fall noch eine ganze Weile weiter durchgeführt werden.

Für das Gesundheitssystem ist das aber sicher eine Entlastung – eine dringend benötigte ausserdem. Inzwischen sind die Spitäler voll, das Pflegepersonal am Anschlag (und darüber) – die Situation ist wirklich furchtbar, auch wenn das trotz gelegentlicher Meldungen in den Medien immer noch nicht zu den Leuten auf der Strasse durchgedrungen ist. Aktuell will ich nicht krank werden oder einen Unfall haben und im Spital landen müssen. Nach aussen „verhält“ das noch als Sicherheitsnetz, aber … nein. Eigentlich will ich nicht mal drüber schreiben. Wir sind vielleicht noch knapp nicht am „sterbende Leute in den Spital-Gängen liegen lassen“, aber soooo weit davon auch nicht mehr. Denkt mal darüber nach und (Bitte) passt euer tägliches Verhalten danach an. Grad jetzt in der Ferien- und Feier-Zeit. Übrigens: Man kann sich jetzt immer noch gegen die Grippe impfen lassen. Bitte tut das – das macht grad jetzt noch Sinn.

Aber konzentrieren wir uns auf die guten Dinge. Wir haben jetzt eine wirksame und sichere Impfung. Meine Familie ist gesund: immer noch alle, wofür ich wahnsinnig dankbar bin. Sogar meine Eltern haben dieses Jahr überstanden (und das sah aus verschiedenen Gründen zeitweise nicht gut aus). Wir haben mehr als genug zu essen, eine warme Wohnung (die aufgeräumter sein könnte), Kontakt mit den Liebsten – halt nicht mehr so häufig und vor allem meist nicht mehr als Treffen, sondern mit Telefon, Chat etc. Dafür bin ich dankbar.

In dem Sinne: Euch allen schöne Festtage und bleibt gesund!

31 Kommentare zu „Die Impfung ist da! (Ein Weihnachtsgeschenk)

    1. Würde mich, da ich dieselben Risikofaktoren habe, auch interessieren. Aber ich denke, da sind vor allem die älteren Hochrisikopatienten gemeint.

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  1. „kann das Virus durch geimpfte Personen noch übertragen werden?“

    Die Frage geistert ja schon seit einiger Zeit durch die Medien. Der Grund: die Hersteller können aufgrund der immer noch dünnen Datenlage nicht garantieren, dass die Übertragung verhindert wird. In der Öffentlichkeit (und leider auch bei manchen Politikern) wurde dann daraus: „Der Impfstoff verhindert die Übertragung nicht.“ Typischer Stille-Post-Effekt.

    Aus der Erfahrung mit anderen Impfstoffen heraus ist jedoch anzunehmen, dass der Impfstoff auch vor der Übertragung schützen wird.

    Schaut mal: wenn ich mich infiziere, ist das Virusmaterial erstmal bei mir verbraucht. Das Virus muss also erstmal meine Körperzellen Nachschub herstellen lassen, den ich dann weiter verbreite. Wenn bei diesem Vorgang die Impfwirkung dazwischenfunkt, ist es auch nix mit der Weitergabe der Viren.

    Logisch, oder?

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    1. Das ist mir in der Debatte auch zu kurz gekommen. Statt zu sagen: „Wir vermuten es aber aufgrund XY“, heißt es von Seiten der Politik aktuell eher: „Es ist nicht zu erwarten.“ Das ist zumindest das, was bei der Bevölkerung ankommt – und das ist wieder so ein hervorragendes Beispiel für Misskommunikation.

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    2. Sei mir nicht böse, aber das ist nicht unbedingt logisch. Es kommt auf den Vermehrungsweg und den Vermehrungsort des Virus an, und wie das Immunsystem mit dem Impfstoff umgeht. Bestes Beispiel: Polio. Nur die Schluckimpfung verhindert, dass Du zum Virusausscheider wirst. Diese wurde aber (aus guten Gründen) vor einigen Jahren komplett durch die Injektionsimpfung ersetzt. Wenn Du allerdings injektionsgeimpft bist, durch ein Risikogebiet von Hinterindien wanderst, Dich dabei polioinfizierst, dann nach Deutschland kommst, und dann eine impf-kontraindizierte Person ansteckst, ist das nicht nur nicht verwunderlich, sondern auch völlig logisch.

      Und wenn Du mir jetzt sagst, ich hätte da nen ganzen Haufen „wenns“ verbaut, dann kann ich nur antworten, dass es solche Fälle in D (angeblich) schon dokumentiert gegeben hat. Auch wenn ich es spontan nicht mit Quellen belegen kann.

      Und ja, es ist ein Beispiel, das im Rollstuhl sitzt, weil es auf beiden Beinen hinkt, da Polio was ganz anderes als Corona ist. Und nein, ich bin kein Impfgegner und kein Impfverweigerer und rate hiermit ausdrücklich ZU der Impfung (unter Abwägung aller Kontraindikationen). seufz Und ich bin kein Querdenker. Und kein Flacherdler. (Weil die flache Erde nicht hohl sein kann!) Hab ich was vergessen? Ich hoffe nicht.

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      1. Hallo gedankenknick – Du schreibst super wie immer, aber diesmal hast Du glaube ich etwas verwechselt. Es ist die Schluckimpfung die Lebendviren enthielt und deshalb vereinzelt zu Polio-Fällen führen kann. Die Imfpung zum Spritzen hat man deshalb gemacht und ersetzte die Schluckimpfung hierzulande, sie enthält nur noch nicht-lebende Viren (einer der letzten Dozenten, die ich in dem Impfkurs hatte, meinte es sei kontraproduktiv von Totimpfstoff zu sprechen). Auszug aus dem netdoktor:
        Ab den 1960er Jahren bis 1998 wurde die Polio-Impfung in Deutschland als Schluckimpfung (OPV = oral polio vaccine) verabreicht. Dieser Lebendimpfstoff enthielt abgeschwächte Polio-Viren und wurde auf einem Stück Zucker verabreicht. Weil die Schluckimpfung vereinzelt zu einem Krankheitsausbruch führte (jährlich ein bis zwei Fälle paralytischer Poliomyelitis), änderte die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut 1998 die Impfempfehlungen:
        Für die Polio-Impfung wird seither nur noch eine inaktivierte Polio-Vakzine (IPV) als Injektion verwendet, die keine Erkrankung hervorrufen kann. Der trivalente Polio-Impfstoff ist nämlich ein Totimpfstoff, enthält also nur abgetötete Polio-Erreger aller drei vorkommenden Typen (daher „trivalent“).
        Und das mit Indien/Pakistan und Co: dort verwenden sie wieder die Schluckimpfung, weil sie so mehr Leute impfen können. Das Problem ist, dass der IS dort unter der Bevölkerung verbreitet hat, dass die Spritzen steril machen sollen um die muslimische Bevölkerung zu unterdrücken. Sie haben angefangen das zu verbreiten, nachdem die USA die Impfkampagnen dazu missbraucht haben, Bin Laden zu finden … (das ist mal Futter für Verschwörungstheoretiker, leider wahr und ein Schuss ins eigene Bein im Endeffekt: ganz schlechte Promo für Impfungen allgemein).

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        1. Die Problemstellung ist, dass Polio (soweit ich es damals gelernt habe) eine zweistufige Replikation aufweist. Die erste Stufe findet in den Zellen der Darmschleimhaut statt, in einem zweiten Schritt kann kann dann das ZNS befallen werden.

          Die Schluckimpfung erzeugt eine Immunreaktion schon auf Ebene der Darmschleimhaut. Damit wird eine Replikation des Virus in der Darmschleimhaut sowie ein Eindringen des Virus in die Blutbahn unterbunden. Man wird also bei Exposition mit dem Virus nicht zum Virenausscheider, weil schom der erste Replikationsschitt unterbunden wird. (Dies ist wichtig auch bei der Betrachtung von Indien und Palistan, wo man [auch] den Vermehrungskreislauf komplett durchbrechen möchte So war es auch bei vor 1990 in Deutschland.)

          Die Injektionsimpfung erzeugt eine Immunreaktion erst auf Ebene der Blutbahn. Dies bedeutet, wenn man sich mit einem Poliovirus infiziert, dass dieses nicht in die Blutbahn einzudringen und die ZNS-Erkrankung auszulösen vermag, sehr wohl aber in der (ungeimpften) Darmschleimhaut eine Reproduktion stattfindet. Damit wird man zum Viren-Ausscheider, obwohl man selber Impfschutz hat.

          In Europa ist man nach einem längeren Risiko-Nutzen-Abwegungsprozess aufgrund der fast kompletten Ausrottung von Polio zum Ergebnis gekommen, dass die Schluckimpfung gegenüber der Injektionsimpfung (in der Zwischenzeit) ein höhreres Risiko-Potential aufweist. Daher wurde die Schluckimpfung eingestellt.

          So habe ich es mal gelernt. Wenn das nicht stimmt, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Übrigends, als Kind wurde ich selber (noch) schluckgeimpft. Ich meine, mich sogar noch an die Würfelzuckeraktion in der (Grund)Schule erinnern zu können. Aber vielleicht täuscht das Gedächtnis mir auch nur etwas vor.

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          1. Ein Injektionsgeimpfter kann sich tatsächlich kurzzeitig im Darm infizieren und damit auch kurzzeitig andere Menschen anstecken, kann aber, da die Impfung auch in der Darmschleimhaut wirksam ist, kein Dauerausscheider werden.

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            1. Ich bin mir nicht sicher, ob ein „normal infizierter Mensch“ zu einem Dauerausscheider wird. Ich denke, auch hier tritt eine (natürliche) Immunisierung ein, jedoch nicht schnell genug, um zu jeder Zeit das Übersprngen der lokalen Darminfektion zu einer systemischen ZNS-Infektion abzuwehren. Die ZNS-Infektion ist ja – das hört sich jetzt zynisch an – auch nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Insofern ist die Erklärung meines Vergleichs hoffentlich akzeptabel und verständlich. Und auch die Erklärung, warum man in endemischen bzw. Epedemie-Gebieten die Schluckimpfung (immer noch) priorisiert wird.

              Eigendlich sind wir uns in diesem Falle einig, oder?

              Laut Wiki wurde die Umstellung auf IPV im Jahr 1998 durchgeführt. Ich hätte früher gedacht, da uns dieses Immunisierungsproblem im Studium definitiv schon vor 1998 vermittelt wurde. Das eigene Gedächtnis ist nen Schlamper!

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  2. Ich freue mich sehr auf die Impfung.

    Verrückt ist ja, dass verschiedene Firmen ja schon seit Jahren an mRNA-Impfstoffen forschen. Eine Woche, nachdem chinesische Virologen die Sequenz des Spike-Proteins veröffentlicht hatten, hatte Moderna schon den Prototypen der Impfung bereit.

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  3. Wir haben von der GAeSo heute eine Rundmail bekommen, dass man noch nicht genau wisse, wann die Impfungen im Kanton starten werden und wie genau die ersten Impfkandidaten aufgeboten werden. Vorsorglich sollen wir allerdings Listen anlegen von allen Patientinnen, die uns gegenüber einen Impfwunsch äussern, und diese Patientinnen auch gleich in die verschiedenen Dringlichkeitskategorien einordnen.

    Ob diese Listen in 1-2 Wochen irgendeinen Sinn bekommen würden, kann man uns leider derzeit noch nicht sagen – Hauptsache: sammeln.

    Supi, als hätten wir sonst nichts Besseres zu tun… :(

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  4. wo eine Impfung ist , ist auch ein Impfgegner nicht weit. Bitte werbt alle in euren Apotheked dafür, dass die Leute die Bedenken an rationale, wissenschaftlich nachvollziehbare, haltbare Argumente knüpfen, denn wie wir alle wissen: JE HÄRTER DIE ZEITEN desto WEICHER der KEKS… bewahrheitet sich momentan wieder, leider

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    1. Aber.. aber… ich warte lieber 40 Jahre, bis bekannt ist, ob Langzeitschäden auftreten könnten!!1! :-P

      Nein, ich frage mich schon seit Längerem, warum der „Impfkritiker“ ohne Nachzudenken in eine Seilbahn steigt, aber bei Impfungen seine Mühe hat – obwohl beide von Behörden geprüft und zugelassen wurden.

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      1. Vielleicht weil die Funktion der Seilbahn einfacher nachzuvollziehen ist als die eines mit genetischen Informationen arbeitenden Impfstoffs? Die Sache ist graduell eben verschieden.
        Auch bei der Seilbahn müssen wir darauf vertrauen, daß die einzelnen Bauteile auf Sicherheit geprüft sind, aber daß das System als Ganzes prinzipiell funktioniert und sicher ist, wissen wir erstens aus Erfahrung und zweitens, weil wir es verstehen können.
        Gib den Leuten ein bißchen Zeit. Die meisten, die heute abwartend auf den Corona-Impfstoff blicken, werden in einem halben Jahr, wenn sie „dran sind“, weniger kritisch sein.

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  5. Seit heute ist bei uns in SO die Impf-Anmeldung telefonisch erreichbar. Also zumindest theoretisch.

    In der Praxis sieht es aber leider so aus, dass ich bei jedem Anrufversuch eine Ansage bekomme, ich sei nicht berechtigt, diese Nummer anzurufen.

    Hurra! Ich bin schon echt gespannt, wie toll das erst wird, wenn man sich auch per Online-Formular anmelden kann.

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    1. Das Online-Formular bitte ausdrucken, mit dem Kugelschreiber ausfüllen und mit der Post zum Amt schicken. In dreifacher Ausführung, mit jeweils zwei notariell beglaubigten Kopien…. Kennst Du das Haus, das Verrückte macht?

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      1. „Here is what to do if you want to get a lift from a Vogon: forget it. They are one of the most unpleasant races in the Galaxy—not actually evil, but bad tempered, bureaucratic, officious and callous. They wouldn’t even lift a finger to save their own grandmothers from the Ravenous Bugblatter Beast of Traal without orders signed in triplicate, sent in, sent back, queried, lost, found, subjected to public inquiry, lost again, and finally buried in soft peat and recycled as firelighters.“

        Wenigstens werden während der Impfung keine Gedichte rezitiert…

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    2. Schau mal nach Deutschland. Die offiziell zur Anmeldung (und für Nachfragen zum Impfthema) zu benutzende Telefonnummer ist die Telefonnummer des (haus)ärztlichen Not(!)dienstes. Diese ist in letzter Zeit mehr oder minder zusammengebrochen, offiziell spricht man von „teilweise schwer erreichbar“. Das nenne ich mal eine wahrlich clevere Strategie, denn…. wenn man wirklich krank ist, wird man natürlich sofort passend durchgestellt! ;-)

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    1. Sind gerade zurück von der Corona-Impfung in Solothurn. War alles vom Zivilschutz sehr gut organisiert, äusserst entspannt und ohne irgendeine Wartezeit. Drei Daumen hoch!

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  6. Kleiner Nachtrag: wir haben letzte Woche eine eMail der GAeSO („Gesellschaft der Ärzte Solothurn“) erhalten, dass bei uns im Kanton die Impfungen in den Hausarztpraxen frühestens Anfang März starten werden. Bis dahin würden alle gelieferten Impfstoffe in den kantonalen Impfzentren benötigt.

    Ausnahme sind eine Handvoll Arztpraxen, die seit zwei Wochen an einem kantonalen Modellversuch teilnehmen – wir müssen seitdem ständig Fragen beantworten, warum Praxis XY im Nachbarort bereits impft und wir noch nicht.

    Nota bene: wir haben von diesem Modellversuch eher zufällig erfahren, vom Kanton ist niemand an uns herangetreten, ob wir da auch mitmachen wollen.

    Und besagte „Praxis XY“ im Nachbarort führt bereits seit Wochen bei JEDEM Patienten, der in die Praxis kommt, einen Covid-Schnelltest durch. Dabei steht diese Praxis nicht einmal auf der kantonalen Liste von Praxen, die eine Test-Zulassung haben.

    (Wem ausser mir kommt da noch der Begriff „Bünzliwirtschaft“ in debn Kopf?!?)

    Und so richtig absurd wird es, wenn man auf andere Kantone schaut. So wird bereits seit letzter Woche in 165 Hausarztpraxen im Kt ZH geimpft. Auswahlkriterium für die Praxen war, dass sie mindestens 200 Höchstrisikopatienten betreuen müssen. Jede dieser Praxen erhält nun 100 Impfdosen des 2x zu verimpfenden Moderna-Impfstoffes.

    Findet den Fehler! :(

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    1. 200 Höchstrisikopatienten, aber nur 50 von ihnen kann man impfen?

      Ach, damit stellt man doch nur sicher, dass auch wirklich alle Dosen verimpft werden… fällt ein Patient aus, kann man drei andere anrufen…

      …einer hat dann sicher Zeit.

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      1. „fällt ein Patient aus, kann man drei andere anrufen…“

        Das ist im Moment hier in der Schweiz gar nicht mal so abwegig. Da der Impfstoff von BionTech/Pfizer nach dem langen und komplizierten Auftauprozess sehr zeitnah verimpft werden muss, können sich auch Personen, die weder über 75 Jahre alt sind, noch zu einer der Höchstrisikogruppen gehören, aber dennoch möglichst schnell geimpft werden wollen, auf einer sog. „Jokerliste“ eintragen lassen.

        „einer hat dann sicher Zeit“

        Bleiben im kantonalen Impfzentrum eine (oder mehrere) Impfungen beim Feierabend übrig, so kann man sich diese Impfung dann kostenlos abholen.

        Eine zeitnahe Nachimpfung gemäss Vorgaben der Impfstoff-Hersteller ist dann zwar nicht garantiert – aber hey: immerhin wurde am Ende des Tages keine Dosis verschwendet!

        „200 Höchstrisikopatienten, aber nur 50 von ihnen kann man impfen?“

        Das entspricht ein wenig der Influenza-Impfpraxis vom Herbst: wir hatten bereits Mitte Oktober mehr als 100 Personen auf der Vormerkliste, jedoch stand die Lieferung frühestens für Ende November in Aussicht.

        Durch „gewisse Kontakte“ bekamen wir plötzlich und unerwartet 10 (!) Impfdosen für unsere Patient*innen.

        Und an dieser Stelle begann das Dilemma: wen sollten wir auswählen?
        – den knapp 60jährigen MS-Patienten?
        – das ca. 85/90-jährige Ehepaar mit multiplen Vorerkrankungen?
        – den ca. 55jährigen Polizisten ohne wesentliche Vorerkrankungen?
        – die ältere Zahnärztin aus einem Dorf in der Nähe?
        – den ca. 65jährigen mit zwei künstlichen Herzklappen?
        – mehrere Tumor-Patient*innen unterschiedlichster Altersstufen?
        usw. usf.

        (Nota bene: ich habe die Altersangaben bei unseren Patientinnen bewusst verzerrt, um der ärztlichen Schweigepflicht zu genügen!)*

        Wir hatten wirklich grosse Probleme, diese Auswahl zu treffen. Für uns fühlte es sich so an, als sollten wir „Gott spielen“.

        Und genau deswegen sind wir im Moment – trotz aller Widrigkeiten – sehr froh, nicht im Kt ZH zu praktizieren. Was die dortigen – impfberechtigten – Kolleg*innen derzeit innerlich durchmachen müssen, mögen wir gar nicht erahnen…

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        1. Ich habe gar nicht geahnt, dass ich mit etwas müdem Sarkasmus soviele Probleme aufzeige.

          Als Helferchen in einem der Impfzentren bin ich auf einer Jokerliste. (Wir verteilen diese nach Anwesenheit – und Alter. Man muss am fraglichen Tag auch Dienst leisten, damit man in Frage kommt.) Und hoffe, dass ich bzw. meine dendritischen Zellen drankommen. Einfühlendes Gruppenkuscheln mit allen Epitopen…

          „Durch „gewisse Kontakte“ bekamen wir plötzlich und unerwartet 10 (!) Impfdosen für unsere Patient*innen.“

          Wow. 10 Impfdosen. Die Triage gehört zu den unangenehmsten Aufgaben. Auch wenn die Prinzipien dahinter eigentlich ziemlich einfach sind…

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