Eine falsche Arztabrechnung?

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david/turtleofdoom hat mir dies hier zukommen lassen:

eine Freundin von mir war beim Arzt. Sie hat da auch grad die Medikamente mitnehmen dürfen, Selbstdispensation halt. Sie erhielt von der Krankenkasse eine Rechnung, die sie als zu hoch empfand, worauf sie anrief und nach etwas nerven die detaillierte Abrechnung erhielt. Da steht zwei mal Amoxicillin drauf – und sie ist sich sicher, nur eine Packung Antibiotika erhalten zu haben.

Die Arztrechnung:

ArztrechnungSDArzt

Zur Erklärung: es gibt auch bei den Ärzten 2 Abrechnungsvarianten. Manche schicken einem die Rechnung nach Hause, die man dann begleicht und der Krankenkasse einschickt um das zurückvergütet zu bekommen. Die Krankenkasse bezahlt das aber erst, wenn die Franchise erreicht wurde – der Teil, den man bei Vertragsabschluss auswählt erst selber zu bezahlen. Die andere Variante ist, dass der Arzt das direkt der Krankenkasse verrechnet. Falls die Franchise noch nicht erreicht wurde, stellt die Krankenkasse das dann der Patientin in Rechnung. Das ist in diesem Fall passiert.

Ich denke nicht mal, dass der SD Arzt (oder die Praxisassistentin das in böser Absicht gemacht hat, oder um sich zu bereichern: dasselbe Antibiotikum in 2 verschiedenen Generika (doppelt) zu verrechnen (Co-AMOXI Mepha 1000mg und Co-AMOXICILLIN Actavis 1000mg).

Derartiges könnte aber noch häufiger vorkommen ohne dass das bemerkt wird. Denn: die Versicherung bekommt vom Arzt (und auch von der Apotheke – da noch mit einem 2.3% Rabatt, Verzeihung Effizienzbeitrag) alle nötigen Daten für die Abrechnung … und gibt bei der Rechnung an den Patienten nur eine Gesamtsumme an. Keine Ahnung wieso. Man fragt sich: da könnte doch einiges an Nachfragen und vielleicht auch falsch abgerechneter Kosten gespart werden? Vor allem, wenn der Patient sich die Zeit nimmt, das anzusehen.

Die Rechnung wurde in dem Fall dann korrigiert.

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12 comments on “Eine falsche Arztabrechnung?

  1. Andi sagt:

    Es stellt sich die Frage, ob der Aufwand für die Bearbeitung von Nachfragen bei detaillierten Abrechnungsnachweisen in einem günstigen Verhältnis zu den Einsparungen stehen würde?

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    • Pharmama sagt:

      Nun, das stellt sich mir in der Apotheke bei dem System jetzt: statt bei der Krankenkasse anzufragen kommen die Leute nämlich zu mir, weil sie nicht mehr wissen, was das alles war und nur sehen, dass die Rechnung von uns kam. Für uns ist das mühsam und aufwändig: wir geben alle Info weiter und die Krankenkasse dem eigenen Kunden nicht.

      Aber ja: das sind jetzt bei der einen Rechnung fast 40 Franken. Und bei Spitalrechnungen, wo ich schon häufiger gehört habe, dass Untersuchungen auf der Rechnung waren, die nicht gemacht wurden, und wo die Rechnungen höher sind: das lohnt sich schon.

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  2. Andreas sagt:

    Unser Spital rechnet direkt mit der Krankenkasse ab. Durch einen ungünstigen Zufall (Notfall um 01h00 morgens) ausgelöst, habe ich die Rechnung dann schliesslich auch bekommen. Für eine Pneumologische Indikation wurde eben mal ein Konsilium bei einem Gastroenterologie mitverrechnet – und auch die von uns mitgebrachten Medikamente… Die Umtriebe waren sicher insgesamt teuer, aber die Einsparung war dennoch grösser als CHF 150.
    Dasselbe Spital hat in einem analogen Fall (gleiches Kind, gleichartiger Notfall) wiederum unsere Medikamente verrechnet…

    Es gibt sicher ein beträchtliches Potential für Korrekturen.

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    • Pharmama sagt:

      Ah. siehste. Das würde ich auch meinen.
      Zudem hat eine detaillierte Abrechnung an den Patienten auch den Vorteil, dass die mal sehen, was im Gesundheitssystem alles so kostet.

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      • Andi sagt:

        Die Kosten zu begreifen, wäre sicher hilfreich – auch gegen die verbreitete Vollkaskomentalität (bei jeder Kleinigkeit zum Arzt).
        Wie wärs mit detaillierten Informationen auf einem verschlüsselt gesicherten Onlinekonto der Krankenkasse?

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  3. Lu07 sagt:

    Das hatten wir auch schonmal. Das Spital hat eine nicht erhaltene Betäubung abgerechnet. Da waren wir nämlich wegen erschwerter Atmung beim Kleinkind.

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  4. turtle of doom sagt:

    Turtle of doom meldet sich. 🙂

    Ich wundere mich, warum nicht ohnehin eine Rechnungskopie – mit allen Positionen – an den Patienten geschickt werden. Es hilft ja auch zu dokumentieren, was alles unternommen wurde – ein weiterer Arzt könnte den Patienten bitten, die Rechnungen mitzubringen, und dann wüsste er gleich, in welcher Klinik schon welche Untersuchung oder Behandlung durchgeführt wurde.

    Schaden tuts ja nicht, und wir schreiben ja nicht mehr wie die Assyrer auf Tontäfelchen, die ganze Gestelle füllen…

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    • Aber die Bäume werden doch geschlachtet für das Papier! Und die werden doch gebraucht für ökologisch total unsinnige Papiertüten, jetzt wo die Plastiktüten verboten wurden… Und Lasertoner kostet so richtig Schmackes, dass kann man doch den Versicherungen / Arztabrechnungsdienstleistern nicht antun!

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      • Pharmama sagt:

        Naaah – die müssten nur statt „Rechnung der Apotheke vom … bis …“ mal ALLE Positionen auf das Papier drucken statt diese eine Zeile. Platz wäre meist genug da auf demselben Blatt.

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  5. Sebastian sagt:

    Wir hatten gerade den „Spaß“ mit einem Zahnarzt in DE. Gemacht werden sollte die Prophylaxe nach Gutschein von der Krankenkasse. Abgerechnet wurde alles mögliche – bis hin zu Zähnen, die bei einer 7jährigen noch gar nicht gewachsen sind. Letztendlich wurde die Rechnung widerwillig korrigiert, aber auch nur um das offensichtlich unmögliche.

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    • Andi sagt:

      So etwas stellt aber doch einen Einzelfall dar, sozusagen ein schwarzes Schaf – und juristisch u.U. Betrugsverdacht. Das kann man ruhig der Zahnärztekammer melden, wenn der Verantwortliche wenig Einsicht zeigt – dann wird es objektiv geprüft.

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  6. Lily sagt:

    Hier in DE kriegen Privatpatienten durchaus Rechnungen. Einer meiner Kollegen, der ebenfalls ein Privatkunde ist, erhielt mal eine Rechnung von seinem ZA, der Leistungen an einem Zahn abrechnete, der bereits einige Jahre fehlte. Die Anmerkung des Patienten, dass das ja wohl nicht korrekt sei, beantwortete der Arzt (himself) mit der Bemerkung, sofern er den Posten nicht begleiche, würde er ihm den Gerichtsvollzieher schicken und die Weiterbehandlung ablehnen.
    Gegen Habgier helfen die durchdachtesten Kontrollen nicht.

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