… oder so ähnlich

rpaehnlich

Ich weiss, ich weiss: Medikamentennamen sind schwierig. Trotzdem finde ich das nicht gerade vertrauenserweckend, wenn der verschreibende Arzt sie auch nicht kann. Was hat er gemacht? Einfach aufgeschrieben, was der Patient ihm gesagt hat?

Richtig wäre natürlich: Venlafaxin. Das ist der Wirkstoffname. Davon gibt es inzwischen sowohl Original (Efexor) als auch Generika (z.B. Venlafaxin Mepha).

Aber der Arzt befindet sich ja in bester Gesellschaft  – wie man hier nachlesen kann:

Medikamentennamen sind schwierig (1)

Medikamentennamen sind schwierig (2)

Medikamentennamen sind schwierig (3)

Medikamentennamen sind schwierig (4)

Medikamentennamen sind schwierig (5)

Medikamentennamen sind schwierig (6)

18 Kommentare zu „… oder so ähnlich

  1. Wenn ich so etwas sehe befürchte ich jedes Mal, der Arzt weiß gar nicht, was genau er da verordnet und will einfach den Patienten glücklich machen. Natürlich kann man nicht alle Namen kennen und gerade als fachfremde Person (Patient) sind die Namen nochmal schwieriger, aber als Arzt sollte man doch dann herausfinden können, was der Patient meint und es richtig verordnen. Natürlich müsste man sich dafür mit dem Patienten beschäftigen und sich Zeit für ein Gespräch nehmen; leider fehlt, gerade bei Fachärzten, diese Zeit oft.

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  2. Als Krankenschwester bin ich unter anderem auch zuständig die Patienten auf Station aufzunehmen und ein Erstgespräch mit ihnen zu führen. Als Standard-Antwort auf meine Frage nach ihren eigenen Mediksmenten – immer wieder gern benutzt von Patienten: „die runden weißen“. Oh ja da weiß man sofort welche gemeint sind. NICHT.

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  3. So ist dann auch gar nicht sicher, ob der Patient das auch wirklich bisher immer unretardiert bekam. Das Dosierschema lässt da bei mir Zweifel aufkommen.

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  4. Beim Venlafaxin 75mg ist natürlich die Frage, ob es retardiert oder unretardiert sein soll, noch unbeantwortet. 150mg gibs in D nur retardiert… Ansonsten ist es hier ja noch halbwegs eindeutig.

    In D gibs übrigens von Venlafaxin 75 ret. 100St. das Original, 6 Reimporte (derzeit tatsächlich alle lieferbar) und 37 Generika (davon 4 vom jeweiligen Hersteller als Außer Vertrieb gemeldet; ingesamt 13 nicht lieferbar).

    Immerhin ist ansonsten die Verordnung noch Wirkstoff-eindeutig. Dass ich neulich Citalopralex 10mg auf dem Rezept zu stehen hatte – eine Mischung aus „Citalopram“ und „Cipralex“, hatte ich schon erzählt? der Arzt wollte natürlich „Escitalopram 10mg verordnen. Aufgefallen ist das Problem, da es keine teilbare Citalopram-10mg-Tablette gibt, der Patient aber teilen sollte. Hätte der Patient Citalopram 10mg 1x 1/2 genommen, wäre eine ca. 50% Dosisreduzierung die Folge gewesen.

    Was ich in diesen Fällen wirklich schade finde, ist nicht etwa, dass unsere Ärzte sich alle keine „Rote Liste“ leisten können, um das dann nachzuschlagen – nein. Manchmal würde es auch reichen, zum Telefon zu greifen, die nächste Apotheke anzurufen und zu fragen: „Hallo, Arzt XY. Wie heißt gleich der Wirkstoff in / das Generikum zu Cipralex? Danke.“ Und schon wäre das Problem zum Wohle aller aus der Welt geschafft. Das würde aber natürlich voraussetzen, dass Arzt die Wissenslücke eingestehen muss, die er ja gar nicht hat…

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    1. Läuft bei euch nicht auch schon fast alles elektronisch? Da gibt es sicher Praxisprogramme, die das integriert haben oder dann das Internet (als nicht wirklich optimale Quelle). Das erinnert mich daran, dass ich da letztens eine Diskussion mit dem Arzt hatte, der da nachgeschaut hat – unser System zeigte etwas anderes an. Er: „dann ist ihr System veraltet“. Ich: „Das hat wöchentlich mindestens 2 x ein update. Ich bin ziemlich sicher, dass das stimmt.“ (Ja, es stimmte. er hat falsch geschaut).

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      1. Der fragliche (beratungs-fast-resistente) Arzt hat dem Computer als Staubfänger und schreibt jedes Rezept, was nicht aus dem Drucker seiner MFA kommt, per Hand. Auch ändert er händisch vorher ausgedruckte Rezepte, ohne dies im Compi zu hinterlegen, was immer wieder zu Verwirrung führt. Patient sagt, er hat eine Schachtel zu wenig bekommen, denn im Arzt-Compi stehen 2 Schachteln… nach langen Image-Suchen findet man, dass Arzt[TM] eine Schachtel per Hand gestrichen hat, woran er sich nach 3 Wochen natürlich nicht mehr erinnert und sagt, die Apotheke habe eine Schachtel zu wenig abgegeben… seufz

        Dass die Arzt-Software (selbst frisch aktualisierte) dem ABDATA-Datenstand oft um mindestens 3 Monaten hinterher hängt, ist ein altbekanntes Problem. Und tatsächlich einfach eine Kostenfrage. Neueste Daten kosten halt RICHTIG Geld, und das wollen die Arztsoftware-Anbieter genauso wenig investieren wie die Ärzte.

        Die eGK & SecurPharm werdens richten, denn dazu muss die Arztptaxis ja eine „zertifizierte Datenbank“ besitzen… Außerdem sollen die Praxen ja „gezwungen“ werden, regelmäßig die Daten zu aktualisieren… lol

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        1. Irgendwie verstehe ich sowas nie so ganz.
          Warum geizen da ausgerechnet noch die Anbieter von solcher Software?
          Wir haben alle 2 Wochen ein Update von ABDATA dass wir einspielen.

          Das müsste sich doch auch, oder gar erst recht, für Anbieter von Arzt-Software lohnen.

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          1. Das lohnt sich für die Ärzte nicht. Warum? Weil es weder einer gesetzliche noch eine wirtschaftliche Verpflichtung oder auch nur Notwendigkeit gibt, mit topaktuellen Daten zu arbeiten. Sollte bei einer Verschreibung ein (Form)Fehler passieren, wird ja nicht die Praxis bestraft – sondern die Apotheke. Zusätzlich kann Arzt die Software meist immer noch als „Schreibmaschine“ benutzen, und so eh alles Mögliche und Unmögliche aufs Rezept nageln. Und wenn selbst dies nicht zum Erfolgt führt, greift man eben zum Kugelschreiber. Es gibt im Allgemeinen zwei Typen von Ärten, wenn sowas zu Problemen führt: a) DIe, die es mit Humor nehmen und eine (gegebenenfalls seitehens der Apotheke angebotene) Alternative in Betracht ziehen. Ein „alter“ Arzt hier in der Gegend hat es so gehalten, wenn er grad nicht weiter wusste – ein Medi aus seiner „Anfangszeit“ aufs Rezept, und mal abwarten, was die Apotheke so vorschlägt. Waren tatsächlich spaßige Telefonate. b) Die Apotheke wird wegen der Störung beschimpft und es wird auf die Ausführung der unausführbaren Verordnung bestanden – schliesslich ist ja der Arzt das Mass der Dinge.

            Ich mache mal nen blöden Vergleich: Wenn der TÜV von Versicherern bei einem Unfall ohne Ansehen der Sachlage bestraft werden würde, wer würde dann sein Auto noch zur Werkstatt bringen?

            Software wird oft nur als leidige finanzielle Position auf der Soll-Seite gesehen. Und auch Arzt-Software ist teuer genug…

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  5. Ich habe ne völlig neue Idee zur Interpretation der fraglichen Verordnungszeilen. Es sollte in bisher nicht produziertes Kombinationspräparat mit Venlafaxin und Imepitoin (Pexion [TM]) abgegeben werden.
    Dabei hoffe ich nicht, dass der Verschreibende durch die Blume sprechen wollte, denn der zweite Wirkstoff hat zumindest in D die Zulassung für nur eine einzelne Spezies, die allerdings nicht „Homo sapiens“ ist. Um es mit den Bewohnern Pompejis zu sagen: Cave, canem! Oder so…

    Kann Spuren von Humor enthalten!

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      1. Naja, eigentlich hat die Apotheke (zumindest in D) keine Verpflichtung zur Überprüfung des In-Label-Use. Dass die GKV da zum Teil eine Verpflichtung interpretiert, und die Apotheken aus schierer Null-Retax-Angst diese dann auch umsetzen, ist eine andere Problematik. In diesem Fall handelt es sich ja – wie in der Scheiz nun mal üblich – um ein Privatrezept. Da kann man als Apotheke den Off-Label-Use ganz entspannt sehen…

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