Ihre Stammapotheke

Das ist doch mal etwas anderes, der Aargauische Apothekerverband hat einen (amüsanten) Infofilm online gestellt:

Um die Gunst der Patienten buhlen Medikamentenversand, SD-Arzt und natürlich das Internet …

Sie schreiben dazu:

Es lohnt sich, sämtliche Medikamente stets am gleichen Ort zu kaufen, nämlich dort, wo man Sie kennt: in Ihrer Stammapotheke. Denn da kennt man auch Ihren Gesundheitszustand, hat den Überblick über alle anderen Mittel, die Sie regelmässig einnehmen, und weiss Bescheid über Unverträglichkeiten oder Wechselwirkungen. Nur so ist eine wirklich individuelle Beratung gewährleistet, die Ihre persönlichen Umstände berücksichtigt. Wenn Sie sich für Ihre Stammapotheke entscheiden, wählen Sie also in jeder Hinsicht den sicheren Weg.

15 Kommentare zu „Ihre Stammapotheke

  1. Nur leider ist es zumindest hier in D gar nicht so einfach eine gute Apo zu finden. Es fänd es schon super, wenn mich häufiger jemand auch bei freiverkäuflichen Medis fragen würde, ob ich weiß, wie man es anwendet oder was man beachten muss. (Natürlich kann ich auch fragen, wenn ich etwas wissen will, aber viele andere sind da eher ahnungslos). Das wäre für mich ein Argument für die Apotheke vor Ort, nur die Packung rüberschieben und kassieren geht doch nicht!

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    1. Ich hab’s auch nur der Spur nach verstanden und mal wieder gelitten. Meine beste Freundin ist nämlich vor zwei Wochen in die Schweiz gezogen und erwartet nun, dass ich sie oft und ausführlich besuche. Das will ich gerne tun – aber sie wird mich dann immer an Hand nehmen müssen, weil ich Schwyzerdeutsch nur ganz schlecht verstehe.

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    2. So dann hoffe ich mal, dass so lange Kommentare angenommen werden. Bittesehr!

      Patientin: Entschuldigen Sie bitte, ich muss mal nachsehen…

      P: Guten Tag zusammen!?

      I, V, Ä grüssen

      Versandmensch: Guten Tag, dürfen wir reinkommen? Mein Name ist Meyer vom Päckchenmedikamentenversand; wir sind viel unpersönlicher, dafür aber langsamer als eine Apotheke, und wir können Ihnen direkt den ganzen Jahresbedarf an Medikamenten geben.

      Ärztin: In unserer Praxis können Sie Ihre benötigten Medikamente direkt mitnehmen. Wir halten genau das, was Sie brauchen, auf Vorrat.

      Internethändlerin: Wir sind nicht so rein, dafür online. Bei uns: Klick-klick-klick und Sie bekommen die Medikamente übers Internet direkt aus dem Ausland nach Hause geliefert.

      V, Ä, I: Entscheiden Sie sich!

      V: Entscheiden Sie sich für mich.

      Ä: Nein, für mich!

      I: Nein, für mich!

      Ä: […??] haben wir für Sie auf Lager und geben es Ihnen direkt mit; und dafür sollten wir doch auch etwas mehr verdienen, oder nicht? Das sehen Sie doch hoffentlich auch so.

      I: Wir sind eben noch richtige Giftmischer!

      V: Entscheiden Sie sich für mich, dann schenke ich Ihnen diese Rose!

      Ä: Nein, lieber für uns!

      I: Nein, am besten bin ich!

      V: Wenn Sie sich für uns entscheiden, können wir Ihnen jeden Monat ein Päckchen packen, und Sie bekommen so eine schöne Rose.

      Ä, I, V reden wild durcheinander

      P: […??] ich schliesse jetzt die Türe, und Sie können abziehen.

      Ä: Entschuldigen Sie mal…

      V: So eine freche Person, also nein!

      P: Nach diesem Bedrängen bin ich jetzt wirklich froh, dass ich einen persönlichen Apotheker habe, der mich berät. Würden Sie mir das jetzt bitte noch einmal erklären?

      Apotheker: Selbstverständlich, gerne! Sehen Sie, Ihren Blutdruck müssen Sie hier…

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  2. In Deutschland haben wir die Option „Arzt“ nicht, aber natürlich sind auch hier Online-Apotheken und Internet-Versandhandel ein Thema.

    Ich habe seit an die 20 Jahren eine Stammapotheke, mit der ich sogar mal einen Umzug mitgemacht habe und an der ich sehr froh bin. Bis vor kurzem gehörte sie einem Apotheker, dem ich sehr vertraut habe, weil ich es mehr als einmal erlebt habe, dass er, wenn ich mit irgendeiner „Idee“ kam, abgewunken hat. So erinnere ich mich zum Beispiel, dass mir mal eine Freundin Enzyme anpries. Also wackelte ich zum Apotheker meines Vertrauens. Dieses Enzymzeug war richtig teuer, aber er sagte trotzdem: „Ich glaube nicht, dass das bei Ihnen eine gute Idee ist. Mit Ihrer Neigung zu Durchfall kommen Sie wahrscheinlich nicht mehr vom Klo, wenn Sie das Zeug nehmen. Sie können’s probieren – aber kaufen Sie nur eine ganz kleine Packung!“
    Ebenso hat er mehr als einmal, wenn ein Facharzt meinen Eltern oder mir etwas verschrieb, was nicht zu unserer vom Hausarzt verschriebenen Medikation passte, besagten Doc angerufen und mit ihm darüber gesprochen, was man denn anstelle des vorgeschlagenen Medikaments geben könne.

    Als dieser Apotheker vor kurzem verkauft hat und in den Ruhestand gegangen ist, habe ich mir überlegt, die Apotheke zu wechseln – es gibt nämlich seit zwei Jahren eine, die viel näher an der Praxis meines Hausarztes ist, vermutlich also seine „Standards“ immer vorrätig hat. Dazu ist bei der anderen Apotheke das Parken geschickter (die haben ein Parkhaus).

    Aber inzwischen habe ich festgestellt, dass die Nachfolgerin meines Apothekers auch sehr gut berät und das sich der Service keineswegs verschlechtert hat. Immer noch werden mir Medikamente, die nicht vorrätig sind, meist noch am gleichen Tag gebracht; immer noch ist man bereit, mir auch Dinge, die normalerweise nicht im Programm sind, zu bestellen und darin sehr schnell (Beispiel: Eine Kühltasche für meinen Insulin-Pen, die ich im Internet gesehen hatte, von der ich aber nicht sicher war, ob mein Pen reingeht. Morgens mit der Apothekerin gesprochen, eine Stunde später von zuhause aus per Mail einen Link geschickt – abends hatte der Bote die Tasche „zur Ansicht“ dabei). Ergo werde ich meiner Apotheke treu bleiben.

    Ich gestehe allerdings: In einem Bereich gehe ich ab und zu fremd. Die Testkassetten und Lanzetten für mein Blutzucker-Meßgerät kaufe ich fast immer auf Ebay ein. Den Kauf kann man planen, außerdem kann man das Zeug problemlos lagern – und der Preisunterschied knallt rein: Beim Apotheker zahle ich € 36 für eine Testkassette mit 50 Tests, auf Ebay bekomme ich sie üblicherweise mit Porto für € 23-25. € 11 bei einem Artikel, den man oft dreimal im Monat braucht (meine Krankenkasse bezahlt zwar immer mal wieder eine Kassette, aber sie knirschen mit den Zähnen, weil ich ein Gerät benutze, das von ihnen nicht abgesegnet ist. Das, dass sie absegnen, finde ich aber zu umständich) sind ein Wort – und so reich, dass ich meiner Apotheke € 33 im Monat schenken könnte, bin ich dann doch nicht.

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    1. Freut mich, dass Du eine Apotheke gefunden hast, die Dir als Patient/Kunde gefällt.
      Was die Blutzuckerteststreifen, bzw. die -kassette angeht. Von den Herstellern werden die Messgeräte wahnsinnig billig angeboten, größtenteils sogar vom Arzt verschenkt (damit wird der Patient „angefixt“). Dafür werden die Teststreifen dann sauteuer verkauft. In Dein Messgerät passen halt nur die Teststreifen einer bestimmten Firma. Das ist dasselbe Prinzip wie bei den Druckerpatronen.

      Ich glaube auch nicht, dass Deine Stammapotheke etwas dagegen hat, wenn Du Dir die Teststreifen anderweitig organisierst. Soweit ich das aus meiner Apothekenzeit in Erinnerung habe, haben wir die Teststreifen nahezu zum Einkaufspreis, bei manchen Krankenkassen sogar unter dem Einkaufspreis abgegeben – also unter Verlust. Wir haben das gemacht, um die Kunden zu halten und sie mit ihren Teststreifen zu versorgen, nicht um an den Teststreifen zu verdienen.
      Einen vernünftgen Einkaufspreis bekommt die Apotheke da nur, wenn sie die Dinger nahezu säckeweise und direkt vom Hersteller (also nicht über den normalen Großhandel) einkauft. Da die Dinger nur ein sehr begrenztes Haltbarkeitsdatum haben, schafft eine kleine Apotheke die Einkaufskonditionen nicht.
      Teststreifen sind (soweit ich weiß) auch nicht apothekenpflichtig, theoretisch kann man das überall kaufen (genau wie beispielsweise Schwangerschaftstests). Es dürfte der preisliche Grund sein, warum Schlecker und Co. die Dinger nicht im Angebot haben. Teststreifen sind per se zum Verkauf unrentabel.

      @Pharmama: Cooles Video! Ich liebe Schweizerdeutsch! :-)

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  3. So, nachdem ich mir das ganze Machwerk etwas ernsthafter angetan habe, kann ich das Kritisieren nicht sein lassen.

    Das Viedo ist lieb- und anspruchslos gemacht. Natürlich erwarte ich von einem „kleinen Internetfilm“ keine professionelle Produktion, aber immerhin ist es auf der Verbandshomepage gelandet. Bevor man sich also T-Shirts bedruckt und sich in Schale wirft, könnte man ein kleines Bisschen an den Texten feilen und vielleicht sogar etwas Timing üben. Und was bitte soll diese Rose?

    Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Film für die Beteiligten die Dokumentation einer lustigen Aktion ist — mehr ist es aber nicht. Und das finde ich schade, denn mit etwas mehr Willen zur Perfektion könnte sich das Video wirklich sehen lassen.

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    1. Diese Rose ist ein Hinweis auf den Namen der schweizer Versandapotheke „zur Rose“, deren Namen im Video natürlich nicht genannt werden darf…
      Da ich in einer Apotheke arbeite, kann ich es bestimmt nicht objektiv beurteilen, aber mit gefällt der Film gut; und auch dem Rest des Teams hat er in der Pause gut gefallen!

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    2. @anna: Ach, das Video ist doch gut gemacht. Ich finde es süß.
      Da sind die Schweizer uns Deutschen weit voraus. Die deutsche ABDA (Apothekerkammer) macht seit nem Jahr für das Pharmaziestudium Werbung. Die Seite wirkt so, als ob da ein Programmierer Flash neu für sich entdeckt hat. Schau Dir auch die Videos an: http://www.studier-pharmazie.de/

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      1. Na die Videos sind doch total süss und trashig gemacht. :-D
        Aber ich glaube nicht, dass mich als angehender Student diese Videos zu einem Pharmaziestudium hätten überzeugen können.

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        1. Trashig ist die Seite auf jeden Fall. Und irgendwie einfach auch kultig. :-)
          Aber der Sinn ist doch, 18jährige erwachsene Menschen zu überzeugen, dass Pharmazie ein interessantes Studienfach ist und sie damit eine vernünftige Entscheidung für ihre berufliche Karriere treffen. Mag sein, dass ich da mittlerweile zu verkopft bin, aber Pharmazie ist nun mal ein schweres Studienfach. Wer was lockeres sucht, ist mit dem Fach falsch, da ändert auch das Flash-Spiel nichts. Die Seite spricht halt irgendwie die falsche Zielgruppe an.

          Cool finde ich übrigens folgende Werbung für die inhabergestützte Apotheke: http://www.youtube.com/watch?v=kJVoIUrpsHk

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    3. Ah ja, die Rose – als schweizer Apothekerin habe ich den Seitenhieb natürlich sofort verstanden. Aber auch wenn man das nicht weiss, es ist so typisch, dass gerade der Medikamentenversand die Kunden ködert mit Gutscheinen, kleinen Geschenken etc. – da macht die Rose auch so Sinn …. Sie bekommen Sie nur, wenn Sie bei uns die Medikamente beziehen!

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  4. Was ein toller Spot, konnte mir direkt vorstellen, wie sehr der dir gefallen hat :) Du wirbst ja auch häufig (und nicht zu Unrecht) dafür, eine Stammapotheke zu haben.

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