Das Suspensorium

Eine wenig bekannte Tatsache:

Das erste Suspensorium wurde im Hockey 1874 benutzt und der erste Helm 1974.

Das bedeutet, es hat 100 Jahre gedauert, bis die Männer realisiert haben, dass auch ihr Hirn wichtig ist.

*duck und weg*

Das ist mir letzthin eingefallen, als ein Kunde bei uns ein Suspensorium kaufen wollte. Das ist hierzulande ein eher seltener Wunsch – im Gegensatz zu Amerika, wo man die Dinger im Sport obligatorisch schon in der Schule trägt. Wenn man ein Mann ist, natürlich.

Ich musste mich also erst kundig machen, wo ich das herbekomme. Dabei fand ich dann auch heraus, dass es die Dinger in verschiedenen Grössen gibt. Der Kunde wusste seine Grösse nicht – und die Unterhosengrösse reicht als Angabe für die Art Tiefschutz, die ich bestellen kann nicht. Um das richtig anzupassen müsste man … die Hodenlänge messen.

Obwohl der Kunde mir sein absolutes Vertrauen ausdrückte, dass ich das machen könne – habe ich ihm geraten, vielleicht erst in einem Sanitäts- oder vielleicht Sportgeschäft nachzuschauen, ob er seinen Tiefschutz dort einfacher bekommen kann.

Es hat Grenzen, was ich anmesse ….

Quicky (18)

Kundin in der Apotheke:

„Haben sie nicht etwas gegen schmerzende Füsse? Ich habe da ein Hähnchenauge, das mir weh macht.“

…

(Sie hat natürlich ein Hühnerauge … sexistisch, nicht?)

Quickys: kurz – manchmal nicht ganz schmerzfrei, häufig mindestens zweideutig … hier mehr davon:

Quicky (17)
Quicky (16)
Quicky (15)
Quicky (14)
Quicky (13)
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Quicky (2)
Quicky (1)

Theorie und Praxis

Theorie: Zeig den Kunden, wie sie auf OTC Produkte (die freiverkäuflichen Sachen) sparen können, wenn sie Generika nehmen.

Realität: Verkauf den Kunden nach was sie gefragt haben oder sie diskutieren 5 Minuten lang mit dir und kaufen dann trotzdem das Original.

(Heute bin ich frustriert. Sorry).

Diskretion in der Apotheke – Wer kann vom Medikamentennamen auf die Diagnose schliessen?

Anlass für meine Frage gestern abend ist ein Blogpost über den ich im Netz gestolpert bin. Darin erzählt der Schreiber, wie er seine bestellten Medikamente in der Apotheke erhalten hat: (Hier kann man den ganzen Post nachlesen).

Abgesehen davon, dass man die Medis erst nicht finden konnte (kann vorkommen – zum Beispiel, wenn es nicht im Alphabet ist  im Bestellregal oder sonst nicht ganz richtig abgelegt – was ärgerlich ist auch für uns) … stellt er sich vor, dass sie untereinander darüber reden:

„Ich finde die AIDS-Medikamente von dem Mann nicht, der da am Tresen steht. Helft mir bitte suchen.“

Endlich gefunden kommt die Apothekerin zum Thresen und legt ihm Medikamente und Rezept vor:

Lautstark las die Frau Apothekerin das Rezept vor: „ SO, DA HÄTTEN WIR ALSO EINMAL TRUVADA DREISSIG TABLETTEN UND EINMAL KALETRA AUCH DREISSIG TABLETTEN. ICH PACKE SIE IHNEN JETZT HIER IN DIE TÜTE EIN. HABEN SIE NOCH EINEN WUNSCH?“

Oookay.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das für ihn unangenehm sein kann. Tatsächlich ginge es mir wohl gleich.

Das Problem hier ist wohl, dass wir als Fachpersonen tatsächlich etwas abstumpfen gegenüber der Problematik. Wir arbeiten tagtäglich mit den verschiedensten Medikamenten gegen alle mögliche Krankheiten … da differenzieren wir häufig nicht mehr so, ob das jetzt etwas ist, was dem Kunden vielleicht peinlich sein kann. Viagra und Co .. ja klar, HIV-Medikamente … ja, und wie sieht’s aus mit der Pille, oder mit Mitteln gegen Hämorrhoiden? Gegen Wechseljahrsbeschwerden? Eigentlich kann noch eine Menge mehr den Leuten unangenehm sein.

Schön, dass er das danach (ruhig) direkt Rückgemeldet hat, wie das auf ihn gewirkt hat.

Ich machte ihr klar, dass die Namen der üblichen HIV-Medikamente durchaus geläufige Begriffe sind. Daher möchte ich es nicht, wenn nebenan eine Person die mir verordneten Medikamente mithört und daraus schließen kann, welche Krankheit ich habe.
Das kommt quasi einem Outing in der Apotheke nahe.

Nochmals: Ich verstehe seine Reaktion!

Aber … auf der anderen Seite … ist das wirklich so?

Abgesehen von den Leuten, die häufiger mit den Medikamenten zu tun haben – also medizinische Fachkräfte wie Ärzte, Apotheker, Pharmaasssistentinnen, PTAs, Krankenpfleger … und denen die selbst betroffen sind und die genannten Medikamente einnehmen müssen … wieviele wissen wohl nur wenn sie den Namen hören oder vielleicht gar die Packung sehen wofür die Medikamente sind?

Darum also die Umfrage: Und das Ergebnis:

Total haben 61 geantwortet

für Kaletra:

Bekannt? 42 Nein, 19 Ja,.
Von den Ja: alle vom Fach
Von den Nein: 14 vom Fach, 28 Laien

Für Truvada:

Bekannt? 39 Nein, 21 Ja.
Von den Ja: 1 Laie (!) Rest alle vom Fach
Von den Nein: 12  vom Fach, 27 Laien

Vor allem Truvada war in den letzten Wochen ein paar Mal in der Presse erwähnt, weil man es als Prophylaxemittel gegen HIV zulassen will. Von dem her könnte es schon sein, dass es dem einen oder anderen geblieben ist. Der Unterschied zu Kaletra ist aber in der Umfrage erstaunlich klein geblieben.

Auf der anderen Seite würde ich bei beiden Mitteln noch nicht einmal als Apothekerin behaupten, dass sie mir „geläufig“ sind. Ich kenne sie, weil wir selbst jemanden haben, der das nimmt, aber ansonsten … braucht man sie wirklich nicht sehr häufig. Das erklärt, warum auch Apotheker und andere Fachpersonen hier sagen „kenne ich nicht“.

Wenn ich jetzt hier ein Fazit ziehen will:

Erstens: Diskretion und Vertraulichkeit sind für den Kunden sehr wichtig in der Apotheke … und sollten es auch für uns sein.

Zweitens: Die meisten Menschen können nicht von Medikamentennamen auf die Diagnose oder die Krankheit gegen die sie gebraucht werden schliessen. Es sei denn, sie haben einen medizinischen Hintergrund (sind „vom Fach“) oder sie benutzen selber die genannten Medikamente. Übertriebene Sorge in die Richtung ist also nicht nötig.

Sollte man jetzt anfangen verschämt die Medikamente grundsätzlich schon vorher einzupacken? Besser ist es vielleicht, den Kunden zu fragen, wie er es gerne hätte.

Oder das hier wäre noch eine Idee:  Da nimmt der Kunde, der eine persönliche / diskrete Beratung wünscht eine Karte und weist sie an der Theke vor. Daraufhin wird er ohne weitere Fragen in den Beratungsraum (den die allermeisten Apotheken haben!) geführt und kann dort sein Anliegen anbringen … dazu zählen genauere Beratung, zeigen von Hautproblemen und er kann auch dort seine bestellten Medikamente einpacken. Finde ich echt eine Idee!

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie viel das die Apotheke kostet (gratis wird man auch das nicht bekommen)

Info hier http://apotheken-sprechzimmer.ch/

Verstehe ich nicht

Wenn ich ein Rezept gefaxt bekomme für einen unserer Patienten, den ich bereits im Computer habe, dann bereite ich die Medikamente darauf im Normalfall vor – damit es parat ist, wenn der Patient es abholen kommt.

Wenn er dann nach 1 Woche – in der es nicht abgeholt wurde- von uns ein Telefon bekommt, dass etwas für ihn bereit ist, dann ist er ärgerlich, weil wir ihn nicht vorher informiert haben.

Ich versteh’s nur nicht ganz.

Man sollte denken, der Arzt sagt ihm das, wenn er ein Rezept ausstellt – und immerhin musste er ja noch angeben, dass und wo er es hingefaxt haben will.

Also denkt man, man macht etwas gutes und beim nächsten Fax vom Arzt ruft man am Tag darauf den Patienten an

… und der ist ärgerlich über die Störung – schliesslich weiss er ja, dass er Medikamente bestellt hat.

Wie man’s macht…

Beschiss am Patient!

Mogelpackung! Die Firma bescheisst die Patienten! Da ist nicht so viel drin, wie sein sollte! Absolute Frechheit! Die verkaufen uns für blöd!!

Dies und mehr durfte ich mir letzthin von einem sehr erbosten Kunden anhören.

Was war das Problem?

Das hier:

Wie man sehen kann, hat diese Blisterpackung 10 „Fächlein“. 7 davon sind belegt (die höheren), 3 nicht.

Die 28er Packung, die der Patient verschrieben bekommen hat enthält 4 dieser Blister. 4 x 7 = 28. Der Patient hat also genau das bekommen, was auf der Packung drauf stand … und das versuchte ich ihm zu erklären. Nur … er wollte partout nichts davon hören.

Er wurde erst dann ruhiger, als ich ihm versprach, bei der Firma wegen der Verschwendung zu reklamieren.

Warum macht die Firma das überhaupt so? wäre es nicht besser 7er Blister zu nehmen, statt 10er und dann 3 wegzulassen?

Antwort von Mr. Gaunt aus einem der Kommentare hier im Blog:

Man Standardisiert das Blisterformat, um weniger umzubauen. Eine Stanze umzubauen kostet deutlich mehr Zeit als nur die Tiefziehform für die Näpfe. Dann werden gerade Blister mit kleinen Tabletten deutlich grösser, denn für ein anderes grösseres Medikament muss ja auch Platz sein.

… oder für Packungen, die es zu 30 Stück gibt … dann füllen sie einfach alle.