Etwas zu Essen finden …

Ich hatte ein bisschen Mitleid mit der älteren Frau gestern morgen.

Es war etwa 9 Uhr und sie hat von mir gerade das Antibiotika vom Rezept bekommen mit dem Hinweis, dass sie die erste Tablette gleich heute Morgen nehmen soll.

Jedenfalls, als ich sie darauf hinwies, dass man das am besten mit oder unmittelbar nach dem Essen nimmt, sagt sie:

„Oh, na dann muss ich warten, bis ich nach Hause komme. Ich bin gerade auf dem Weg zu meiner Schwiegertochter und bei ihr bekomme ich nie etwas zu essen.“

…

Tabletten-verleih

Der Mann, der von uns wöchentlich ein Doset gerichtet bekommt, kommt es erst einen Tag später als normal holen. Kurz bevor ich ihm deswegen angerufen hätte.

Mann: „Haben Sie gemerkt, dass ich gestern nicht gekommen bin?“

Pharmama: „Ja, habe ich, eigentlich wollte ich Ihnen gleich nachher anrufen.“

Mann: „Mein Kollege hat mir ein paar von seinen Tabletten ausgeliehen, damit es mir reicht. Jetzt bräuchte ich ein paar zusätzlich, damit ich sie ihm zurückgeben kann!“

Pharmama: „Ah … nein. Geben Sie ihn einfach die von gestern aus dem Dosett, die Sie nicht genommen haben und kommen Sie nächste Woche wieder normal vorbei.“

Er schien ein wenig enttäuscht …

(Ja, dabei handelt es sich unter anderem um Medikamente die missbraucht werden…)

akustische Signale

Auf dem Rezept für die Stammkundin: ein Pulmicort Turbuhaler.

Ich sehe, dass sie das bisher noch nie gehabt hat bei uns, also bringe ich zum Original gleich noch das Demogerät mit … das neue Spielzeug. Das „Spielzeug“ ist ein vereinfachter Turbuhaler zum üben, der innen etwas hat, damit es pfeift, wenn man damit richtig inhaliert. Damit hat man eine akustische Kontrolle.

Ich gebe ihr also den Turbuhaler und frage sie: „Wissen Sie schon, wie man das anwendet?“

Kundin: „Ja das hatte ich vor ein paar Jahren schon einmal.“

Pharmama: „Oh, das ist gut. Darf ich es Ihnen trotzdem noch zeigen? Wie haben hier so tolles Demomaterial bekommen, wo man auch hören kann, wenn man richtig inhaliert. Das tönt dann wie eine Pfeife.“

Kundin: „Ja, sicher.“

Pharmama: „Also, Sie nehmen das Gerät in die Hand, drehen den Deckel auf und nehmen ihn ab. So.“

„Dann sieht das aus wie ihr Übungsgerät“ (ich gebe ihr das Spielzeug).

„Jetzt drehen Sie den Ring unten erst in die eine, dann in die andere Richtung, bis es *klick* macht.“

Kundin *klickt*

„Dann atmen Sie ganz aus, nehmen das Gerät in den Mund und atmen da durch tief ein. Wenn wir ein Pfeifen hören, machen Sie es richtig.“

Sie nimmt das Gerät an den Mund und …. nichts. Das heisst, nicht ganz. Ich höre, dass ziemlich Luft durch geht, aber kein Pfeifen.

Sie und ich schauen etwas irritiert auf das Demogerät.

Pharmama: „Äh, haben Sie jetzt dadurch eingeatmet oder da durch geblasen?“

Kundin: „Oh, ich habe geblasen! Ich dachte, wenn es wie eine Pfeife ….“

…

:-)

Aber: Ja, ja … ich weiss wie’s geht!

(unbedingt auch die hier lesen: Die Anwendung von Inhalatorien und Pffft)

Kein Baby-Aspirin mehr

In die Apotheke kommt eine ältere Frau und verlangt: „Aspirin“.

Als ich ihr eine Packung Aspirin bringe, sagt sie: „Nein, nicht die 500er. Haben Sie keine Aspirin 100?“

Pharmama: „Das wäre dann Aspirin cardio – die sind rezeptpflichtig.“

Frau: „Sicher? Wieso denn das? Bisher habe ich die 100er immer ohne Rezept bekommen.“

Pharmama: „Das ist gut möglich, bis vor etwa einem halben Jahr gab es ‚Aspirin 100’ tatsächlich ohne Rezept. Die haben sie inzwischen aber aus dem Handel genommen.“

Frau: „Aber wieso?“

Pharmama: „Darf ich mal gegenfragen? Wofür nehmen Sie denn die Aspirin? Wohl kaum gegen Kopfschmerzen in der Dosierung, oder?“

Frau: „Nein, ich nehme sie für das Herz. Einmal täglich, das ist zur Vorbeugung.“

Pharmama: „Sehen Sie, das dachte ich mir. Sie nehmen das Aspirin also als Prohylaxe von Herzproblemen. Aspirin wird in der niedrigen Dosierung wegen der Blutverdünnenden Wirkung genommen. Damit ist aber nicht zu spassen. Zuviel Blutverdünnung und sie bekommen Blutungen – zum Teil auch an Orten, wo sie das nicht sehen, zum Beispiel im Magen. Darum gehört diese Art der Anwendung auch zum Arzt unter Kontrolle. Und darum ist das rezeptpflichtig.“

Frau: „Oh … daran habe ich noch nie gedacht. Aber … warum gab es dann das Baby-Aspirin?“

Pharmama: „Ehrlich … das ist mir auch nicht ganz klar. Vor allem, weil man Aspirin nicht an Babies – und auch nicht an Kinder und Jugendliche geben soll, da die Möglichkeit besteht, dass diese ein Reye Syndrom entwickeln. Das ist eine schwere Nebenwirkung -vor allem im Zusammenhang mit viralen Erkrankungen-, mit Bewusstseinsstörungen, Leberfunktionsstörungen, die lebensbedrohlich ist.“

Frau: „Aber das Aspirin 500 gibt es weiter ohne Rezept…“

Pharmama: „Ja. Das ist allerdings in der Dosierung gegen Schmerzen, bei Erwachsenen … und auch dann nur für ein paar Tage gedacht.“

Frau: „Dann geben sie mir so eine Packung. Und … ich gehe und lasse mir vom Arzt das Aspirin cardio verschreiben. Danke vielmals für die Info!“

…

Was mir einmal mehr zeigt, wie unbekannt selbst etwas so bekanntes wie Aspirin in der Öffentlichkeit eigentlich ist.

Gegengefragt

Mann in der Apotheke: „Ich weiss, sie sind NUR eine Apothekerin, aber kann ich ihnen eine Frage stellen?“

Pharmama: „Sind sie sicher, dass Sie das möchten? Schliesslich bin ich NUR eine Apothekerin?“

…

(Hmpf).

Und jetzt stellen wir den Stolz wieder beiseite und helfen, so gut wir können.

Ungeduldige Leute

Die Frau, die gerade die Apotheke verlassen hat, weil sie offenbar zu lange warten musste, steht jetzt direkt vor der Apotheke, mit dem Natel* in der Hand und telefoniert.

In die Apotheke.

Um zu schauen, ob ich endlich nicht mehr am Telefon bin!

Grrr. Das war für eine wichtige Nachfrage beim Arzt wegen einem Rezept.

Das was Sie jetzt machen ist meine Zeit verschwenden!

…

*für Nicht-Schweizer: Natel =  Handy