„Was halten sie davon?“ – der junge Mann in der Apotheke hält meiner Kollegin etwas unter die (bemaskete) Nase.
Das Etwas ist ein Selbsttest.
Der Test hat einen Strich drauf, sieht also negativ aus, aber …
„Meine Freundin hat den gemacht. Sie hat Halsschmerzen.“
„Oh – wenn sie Symptome hat, soll sie besser einen PCR Test machen gehen. Selbsttests sind häufiger falsch-negativ, vor allem wenn sie nicht korrekt gemacht werden.“
„Ja – da bin ich auch nicht ganz sicher, sie hat draufgespuckt.“
„Sie hat was??“
Jawohl, die Freundin hat offenbar das Anleitung-lesen übersprungen und hat statt Nasenabstrich mit Stäbchen und vorbereiten der Testlösung grad auf das Probenfeld gespuckt. Erstaunlicherweise hat es (trotzdem) einen C-(Kontroll-)Streifen gegeben. Das ist kein sogenannter Spuck-test!
Wenigstens liess sich der Freund überzeugen, dass es mit falscher Technik auch kein brauchbares Resultat geben kann. Da ist er besser als zum Beispiel der ehemalige Präsident von Tanzania, der – nachdem das Testresultat seiner Probe, die aus Papaya-Saft bestand, positiv zurückkam – lieber den Schluss gezogen hat, dass die ganzen Tests falsch sind und es kein Covid gibt. (Der Herr ist übrigens an der für ihn nicht existierenden Krankheit gestorben). Das war wohl ein PCR Test und nicht ein Antigen-Test, aber auch die vertragen zum Beispiel keine Säuren (deshalb testet Cola positiv) und man sollte sie nicht nach 30 Minuten ablesen, da manche Tests beim länger liegenlassen falsch positiv anzeigen können.

Die Nachfrage nach Selbsttests hat in der Apotheke (in Deutschland Wohnzimmertests) genannt aprupt nachgelassen, sobald sie nicht mehr übernommen wurden und man dafür zahlen musste. Es gab sie dann auch günstiger im Discounter, weshalb wir kaum noch welche gebraucht haben. Seit letztem Donnerstag nimmt der Absatz wieder zu – trotz Preis. Momentan muss ich wieder die teureren bestellen, da alles andere nicht mehr lieferbar ist.





