Frag den Enkel wie anmelden …

Ihr kennt vielleicht die lustigen Wäscheetiketten in manchen Kleidern, die den überforderten Jugendlichen anleiten doch „Mama zu fragen, die weiss wie das geht“. Dass man etwas nicht oder noch nicht kann, gibt es auch umgekehrt. Grad jetzt können viele ältere Leute Hilfe von den jüngeren Generationen brauchen. Ich hab eine Bitte an Euch: Bietet die Hilfe an!

Es geht hier hauptsächlich um Computer. Schon mein Mann nervt sich – heute wird tatsächlich vieles (nur noch) via Computer angeboten. Und das geht dann komplett an denen vorbei, die keinen Computer haben (Ja, die gibt’s noch!) oder ihn nicht genügend gut bedienen können. Dasselbe gilt übrigens für Smartphones oder Mobiltelefone.

Zwei Beispiele: Immer sind noch einige ältere Personen und Risikopersonen nicht geimpft, obwohl sie schon lange dran wären. Nicht alle von denen haben einen Arzt, bei dem sie regelmässig vorbeischauen, oder der sie auf die Möglichkeit aufmerksam macht oder sie grad angemeldet hätte. Fragt doch eure Bekannten und Verwandten an, ob ihr da helfen sollt. Ich hab meinem Mann einmal gezeigt. wo das zu machen ist (hier die kantonale Seite der Behörden), was es dazu braucht (Krankenkassenkarte und Mobilephone) … und vorgestern hat er im Gespräch mit einem alten Kunden mitbekommen, dass der wohl offen für eine Impfung wäre, aber keine Ahnung hat, wie er sich anmelden soll. Mein Kuschelbär hat das dann grad im Geschäft zusammen mit ihm gemacht. Ein paar Stunden später (!) kam die SMS mit dem Impftermin. – Das kann also jeder mit Computer und Minimalkenntnissen.

Die Anmeldung an diversen Orten funktioniert inzwischen online – manchmal nur noch online. Die Schnelltests in manchen Apotheken hier in der Schweiz zum Beispiel (bei anderen geht es noch via Telefon). In Deutschand kommt man ohne aktuellen Schnelltest noch nicht mal zum Coiffeur (Friseur) – und auch mit Schnelltest nur nach vorheriger Anmeldung – online. Das PTAchen schreibt grad heute darüber:

Mit panikgeweiteten Augen und vor Adrenalin winzig gewordenen Pupillen stehen diese Damen nun entweder vor mir im HV, oder keuchen ins Telefon: „Waaaas? Auf der Homepage anmelden? Mailadresse??? Das hab‘ ich nicht! Aber ich muss doch morgen zum Friseur!!!“

Sie machen das jetzt für manche ihrer Kunden – obwohl das weder die Aufgabe der Apotheke sein sollte (die haben WIRKLICH grad mehr als genug zu tun) und die Leutchen notorisch undankbar reagieren („Das ist aber kompliziert bei Ihnen!“).

Also nochmal mein Aufruf: Bietet Euren Verwandten und Bekannten Eure Hilfe an! Ihr habt Computer (immerhin lest ihr das hier) und das Wissen. Das ist wenig Aufwand, gibt den älteren einen Kontakt zum reden (geht auch via Telefon, also risikofrei kontaktlos) und ist gut fürs Karma.

Danke (schonmal von mir).

Hashtag #fragdenenkel – weil heute ja alles ein Hashtag braucht.

17 Kommentare zu „Frag den Enkel wie anmelden …

  1. Das mit dem Friseur in Deutschland stimmt nur halb. Natürlich kann man einen Friseurtermin auch telefonisch oder notfalls sogar persönlich vereinbaren. Und es gibt Schnelltestzentren, da geht man ohne Termin einfach hin und zeigt seinen Ausweis vor. Alles offline.

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    1. Es geht um den negativen Schnelltest, den man seit Samstag zum Friseurtermin mitbringen muss.
      Spontantests ohne Termin gehen bei uns in der Kleinstadt nirgendwo. Entweder online oder telefonisch anmelden. Wir testen in der Apotheke, allerdings nicht den ganzen Tag, zu festen Zeiten und nur nach telefonischer Anmeldung. Wir machen das neben der normalen Arbeit ohne Extrapersonal. Das muss für uns planbar sein. Und ganz analog gibts dann das Ergebnis schriftlich mit.

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  2. Was mach‘ ich mit meiner 76-jährigen Mutter, die sich den Impfverweigerern angeschlossen hat? Sie sei ja gesund, sagt sie. Stimmt. Aber das soll auch so bleiben.
    Möglicherweise wäre es besser, wenn hier in Deutschland auch Apotheker impfen dürften, und nicht nur Impfzentren und (neuerdings) Hausärzte. Da ist die Hemmschwelle nicht so hoch. Den Apotheker im eigenen Dorf, den kennt man und vertraut ihm.
    Und, ganz ehrlich gesagt: Ich vermeide derzeit auch Arztbesuche. Orte, an denen sich möglicherweise kranke Menschen treffen, habe ich schon immer gemieden, da braucht es kein neues Virus. Was nutzt mir eine Influenza-Impfung, wenn ich mir das Tierchen im Wartezimmer eingefangen habe? Außerdem interessieren mich die aktuellen Ferkelpreise in Bayern nicht einmal ansatzweise.

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    1. Meine Mutter ist auch impfgegnerin (dass ich meine Kindheit überlebt habe… Uiui. Habe mich mit 19 nach dem wegzug ins Ausland erstmal durchimpfen lassen müssen). Nach langen Diskussionen hin und her und sowieso kam sie dann zu der Konklusion, dass es ihr doch zu heikel ist ohne Impfung, nachdem sie mitbekommen hat, dass auch junge, gesunde Menschen nach einem leichten Verlauf longcovid bekommen. Das hat sie mehr abgeschreckt als dran zu sterben, denn dieses ‚dahinsiechen‘ wie sie sagt macht ihr Angst.
      Jetzt wurde es aber richtig lustig. Denn ihr Hausarzt, den sie sich deswegen ausgesucht hat, ist auch kein Impfbefüworter und will nicht gegen covid impfen. Dann hat sie es im Impfzentrum versucht, dort ist sie aber abgeblitzt (67, keine vorerkrankung, kein Job mit Menschen) und am Ende hat sie es beim Hausarzt ihres Mannes versucht, dort haben die nur gelacht, die bekommen ja nicht mal für die eigenen Patienten in Risikogruppen genug Dosen.
      Jetzt ist sie super aufgebracht, denn in schönster schwurbelmanier behauptet sie jetzt das ganze sei eine Verschwörung und es werden nur von der Elite ausgesuchte Gruppen geimpft, damit man die Bevölkerung ‚reinigen‘ kann. Sie ist fast taub und hat einen Behindertenausweis und meint deswegen solle sie ausgerottet werden.
      Man kann bei solchen Leuten einfach nicht gewinnen!

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      1. @kueken: Nein, Du kannst leider nicht gewinnen. Und wenn Du sie bei einem Thema hast, dann kommen sie sicher mit was neuem. Aber gut, bist Du durchgeimpft – und geschadet hat das sicher auch nicht?

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        1. Wenn es nach meiner Mutter geht hat es mir schon geschadet… Denn ich habe mit 19 alle Impfungen nachgeholt und mit 29 habe ich meine bipolare Diagnose bekommen. Eindeutig ein Impfschaden, das muss ich doch einsehen *augenrolll * dass ich die ersten Depressionen schon mit ungeimpften 14-15 jahren hatte wird dabei gerne ausgeblendet.

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    2. Das mit der Hemmschwelle gilt sicher auch für Hausärzte, aber sonst stimme ich dir zu. Aber Impfverweigerer: du kannst ihr nur raten, überzeugen hat (fast) keinen Erfolg.

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      1. Zum Glück sind viele Menschen, die kritisch gegenüber Impfungen sind, einfach nur schlecht informiert. Da kann man ansetzen.

        Problematisch sind eigentlich nur die ideologisierten Impfgegner. Da macht es aus meiner Erfahrung kaum Sinn zu diskutieren – die drehen sich sowieso im Zweifel jedes vorgebrachte Argument als Beweis zurecht, dass man von IHNEN gekauft ist…

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  3. Ich habe meinem 78 jährigen Nachbar gefragt, ob er geimpft werden möchte. Er sagte, dass er auf ein Einladungsschreiben der Stadt wartet (darauf kann er lange warten?). Habe dann sofort für ihn im Internet registriert und gleich zwei Impftermine besorgt und die benötigten pdf-Dateien (QR-Code für den Check-In, Anamnese und Einwilligungserklärung) gleich ausgedruckt.

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    1. „Er sagte, dass er auf ein Einladungsschreiben der Stadt wartet (darauf kann er lange warten?).“ Das wäre in Deutschland übrigens das korrekte Verhalten (gut, es kommt vom Land, nicht von der Stadt, aber es kommt in der Tat ein Einladungsschreiben).

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      1. In einigen Bundesländern werden dafür zum Teil 40 Jahre alte Datenbanken verwendet und dadurch immer wieder längst Verstorbene aufgeboten.

        Oder in den Datenbanken finden sich keine Geburtsdaten – dann setzen sich die Verantwortlichen zusammen und stellen Mutmassungen an, wessen Vorname ein hohes Alter vermuten lässt. So sind schon 8jährige, die nach ihrem (Ur-)Grossvater benannt wurden, zu einer Impfeinladung gekommen.

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  4. Die Probleme können selbst bei eigentlich relativ computeraffinen Leuten auftauchen. mein Mann, als selbständiger IT Techniker, hat in den letzten 2 Monaten so einige Hilferufe deswegen gekriegt – die Hilfe ist in dem Fall aber immer gratis, selbst wenn Hausbesuch nötig ist – ganz frei nach Heinlein „Paying it forward“

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  5. Diese ganze Onlinenummer nervt mich auch zusehends, obwohl ich persönlich schon ziemlich digital unterwegs bin. Aber es ist schon ziemlich schwierig, ein Testzentrum zu finden, in dem man sich weder online anmelden muß noch ein Smartphone für das Ergebnis benötigt. Zum Teil sind die entsprechenden Infos via Internetrecherche auch gar nicht verfügbar. Den Impftermin habe ich für meine 81-jährige Mutter selbstverständlich auch online gebucht.
    Alles regt sich über das demnächst anstehende E-Rezept auf, obwohl es da auch eine alternative Ausdruckvariante geben wird, aber das die technisch nicht versierten gerade jetzt schon außen vor sind, interessiert irgendwie keinen.

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    1. Das es in Deutschland nervt hängt auch damit zusammen, dass Deutschland es versäumt hat eine vernünftige digitale Struktur aufzubauen. In Dänemark nutzt das Gesundheitsamt bereits bestehende Systeme, damit funktioniert das ganz problemlos.
      Coronstest? Online buchen im bereits bestehenden Buchungssystem für Arzt Termine.
      Einladung zum impfen? Direkt in den digitalen Briefkasten den alle Ämter benutzen.
      Impftermin buchen? Gleiches System wie der Test
      Impfausweis oder Testnachweis? Einfach in die bereits bestehende Gesundheitsapp einloggen, dort wurden die Funktionen hinzugefügt.

      Man hat kein Smartphone, kann nicht mit Internet oder so? Kein Problem, denn dieses Mitbürger sind dann schon im Vorhinein von den digitalen Lösungen ausgenommen und können Termine über den Hausarzt buchen und bekommen eine Einladung zum impfen per Briefpost. Da man in Dänemark ein zentrales Personenregister (cpr) hat ist es auch sehr leicht sich als nicht digitaler Mensch registrieren zu lassen.

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