Apotheker, nicht Moralapostel. Auch nicht bei der Pille danach.

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Meine Kollegin hat mir letztens von einer Begegnung erzählt:

Patientin nach dem Pille-danach-Gespräch: „Das war ja gar nicht so schlimm!“

Kollegin: „Was haben Sie denn erwartet?“

„Oh, eine Freundin hat mir erzählt ,dass die Apothekerin sie praktisch ausgeschimpft hat.“

Kollegin: „Das würde ich nie machen.“

Genausowenig wie ich – und ich kenne auch persönlich keine Apothekerin die das würde. Auch keine Apotheker – aber von denen gibt es sowieso nicht so viele. Die  meisten Pille danach Beratungen heute werden von Frauen durchgeführt und ich bin auch sicher, dass die meisten das auch korrekt und anständig machen.

Trotzdem scheint das an manchen Orten ein Problem zu sein. So titelt die 20Minuten:

Kauf der «Pille danach» «Der Apotheker fragte, ob wir Analsex hatten»

Frauen, die in der Apotheke die «Pille danach» kaufen gehen, werden erniedrigt, zurechtgewiesen und beleidigt. Das zeigt ein Aufruf bei 20 Minuten, auf den sich innert kürzester Zeit über vierzig Leserinnen gemeldet haben.

Am liebsten würde ich ja hier dazu aufrufen, dass sich mal die vielen melden, bei denen das (wie bei uns) problemlos gegangen ist.

Es gibt einiges was wir fragen müssen – und manches davon mag an sich für empfindliche Gemüter als peinlich empfunden werden (auch wenn es das für uns nicht ist). Wir machen das aber im Beratungsraum. Das bekommt nicht die gesamte Apotheke mit. Wann der Geschlechtsverkehr war, weshalb man die Pille danach braucht … es kann durchaus vorkommen, dass sie gar nicht nötig ist. Weil zum Beispiel schon verhütet wird. Weil (nur) Analsex oder Oralsex nicht zu Schwangerschaft führt. Weil die Pille danach nicht zur normalen Verhütung verwendet werden soll. Weil sie für „danach“ ist, nicht für davor. Manchmal ist auch ein Schwangerschaftstest angezeigt … auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie man den „vor“ dem Apotheker machen will, wie im ersten Artikel der 20 Minuten geschrieben.

Es ist nicht unsere Aufgabe, den Moralapostel zu spielen. Wir werden wahrscheinlich etwas sagen, wenn die Pille danach von der selben Person häufig gebraucht wurde – eben weil das nicht zur normalen Verhütung gedacht ist UND weil sie kein Schutz vor sexuell übertragenen Krankheiten ist … zu denen wir in so einem Fall auch etwas erzählen müssen. Und ich bin sicher, dass der Apotheker am Bahnhof in so einem Fall auch etwas … deutlicher wird.

Die Pille danach wird nicht abgegeben, wenn etwas fachliches dagegen spricht. Apotheker, die sie aus „moralischen Gründen“ nicht abgeben (wollen) oder keine Verhütungsmittel verkaufen wollen gehören nicht in die Offizin. Wir sind in der Schweiz und nicht im „Bible belt“ in den USA, wo das geht.

Was wir hier auch machen, ist die Pille danach gleich einnehmen zu lassen – das macht deshalb Sinn, weil sie ja zur besseren Wirksamkeit möglichst bald nach dem Geschlechtsverkehr genommen werden soll – und weil sie nicht zur Vorbeugung gedacht ist. Also: entweder man braucht sie jetzt, oder man hat die Zeit dafür zum Arzt zu gehen. Der darf sie nämlich auch heute noch verschreiben.

Was wir Apotheker hier aber machen ist eine Dienstleistung. Wenn ich daran denke, wie viel Zeit das braucht, mal kurz einen Termin beim Arzt zu machen oder auf dem Notfall oder in der Frauenstation auf eine Konsultation zu warten … und auch daran, dass das dort (meist) männliche Ärzte sind, die (genauso) voreingenommen sein können .. und daran, dass man bei uns für die Arztbesuche (nicht gerade wenig) zahlt … Dann ist die Abgabe in der Apotheke unkompliziert, Zeit- und Weg-sparend und wahrscheinlich auch noch günstiger. Als Beispiel, wie das aussieht ohne, sei dieser Erfahrungsbericht aus Deutschland vor PiDaNa-Zeiten erwähnt.

In dem Sinne: lasst Euch nicht von einer Zeitung, die gezielt danach aufruft, dass man die negativen Erfahrungen einschickt, einschüchtern oder gar dazu bringen die Pille danach nicht zu holen, wenn sie nötig ist. Die Apotheke ist für Dich da. Und die allermeisten Apotheker machen das gewissenhaft und ohne eventuelles Moralisieren oder andere Peinlichkeiten. Wenn Du unsicher bist, wende Dich an eine kleinere Apotheke und an eine Apothekerin.

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34 comments on “Apotheker, nicht Moralapostel. Auch nicht bei der Pille danach.

  1. turtle of doom sagt:

    Ein Profi setzt die Belange der Kundin oder des Kunden an die erste Stelle. Ein Profi lässt sich nicht von seinem persönlichen Befinden oder seiner Weltanschauung leiten.

    Ablehnung einer medizinischen Behandlung gäbe es aber nur im „bible belt“?

    In Deutschland gibt es, häufiger als in der Schweiz, religiös geführte Krankenhäuser. Da wird katholisches Personal entlassen, sobald sie sich scheiden lassen. Weil es aus irgendwelchen Gründen nicht mit ihrem Beruf zu vereinbaren ist. Hingegen hat man kein Problem, einen zweifach geschiedenen, reformierten Chefarzt einzustellen. Oder eine muslimische Reinigungsangestellte mit Kopftuch.

    Chancenlos, dort eine PiDaNa oder einen Schwangerschaftsabbruch zu bekommen.

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    • Pharmama sagt:

      Ja, auch die christlichen Extremisten machen sich immer mehr breit. Und was in Polen gerade jetzt läuft mit dem Verbot von Abtreibungen … ich dachte auch da seien wir schon länger drüber weg.

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  2. McCloud sagt:

    Mir fällt dabei ein, dass es in Berlin-Neukölln einen Apotheker gibt, der sich seit Jahren weigert, die Pille danach abzugeben. Weiterhin liegt bei diesem bei jeder Packung Kondome eine Zettelchen bei, wo er sich bei seiner Kundschaft für die Bereitschaft einsetzt, Kinder zu bekommen. Die Apothekerkammer lässt ihn gewähren.

    Was Moral angeht:
    Du beschreibst den Apotheker als Dienstleister. Würdest Du auch aktiv Medikamente abgeben, die ausschließlich den Zweck haben, im Rahmen der aktiven Sterbehilfe dem Leben ein Ende zu setzen? Oder würdest Du hier – aus Gewissensgründen – die Abgabe verweigern?

    Die Nummer wurde gerade in Frankreich aktiv diskutiert: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/internationales/nachricht-detail-internationales/frankreich-gewissensklausel-fuer-apotheker-abgelehnt/

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    • Man sollte aber – um der Vollständigkeit halber – auch sagen, dass dieser Apotheker schon mehr als einmal nette „Aktionen“ irgendwelcher (angeblicher) Feminismus-Vereinigungen erleben dürfte. So wurden ihm mal (unter anderem) alle Schaufenster mit roter Farbe dichtgemalt. Ich vermute, dass das nicht mit wasserlöslicher Farbe geschah…

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      • McCloud sagt:

        Laut Berichten wird ihm auch regelmäßig am Frauentag (8 März) das Schaufenster eingeworfen.

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        • Unabhängig von moralisch oder nichtmoralisch bei Kondomen und der Pidana sollte man – meine ich – eine Diskussion nicht auf der Ebene von Sachbeschädigung führen…

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          • turtle of doom sagt:

            Sachbeschädigung fällt aus.

            Man kann aber zur These auch eine Antithese formulieren.

            Ich schlage vor, dass solche Moralapostel einen Ausweis tragen müssen. Vielleicht ein silberne Kreuz-Halskette um den Hals, wobei dies wiederum kein so zuverlässiges Merkmal ist.

            Solchen Leuten verweigert man dann jegliche Medikamente, weil nur durch das Leiden die Nähe zu Jesus Christus gefunden werden kann…

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          • turtle… Solche Leute gibt es schon. Die nennen sich z.B. Diese „Zeugen“ haben „Jehova“ gesagt! (Oder so.) Da werden regelmäßig die Eltern stundenweise entmündigt, wenn lebensrettende Maßnahmen am unmündigen Kind durchzuführen sind…

            Von den „Geisteswissenschaftlern der Titanen“ ganz zu schweigen. Da fliegt man raus, wenn man Krebs hat und diesem behandeln läßt, weil er durch Seelenstriptese am Hautwiderstandsmessgerät einfach nicht weg geht, selbst wenn man selber eine Stufe vor der Göttlichkeit angekommen ist…

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          • turtle of doom sagt:

            Ja, die eigene Weisheit wird immer an anderen Leuten ausprobiert.

            Wäre ja unangenehm sonst.

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        • Pharmama sagt:

          Ah ja: und Sachbeschädigung geht gar nicht.

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    • Pharmama sagt:

      In der Schweiz haben wir ja Organisationen, die aktiv Sterbehilfe bieten. Das Mittel das verwendet wird ist Pentobarbital und kann von einem Arzt dafür verschrieben werden. Es ist nicht ganz einfach zu beschaffen durch die Apotheke, aber man kann das bekommen. Das Beschaffen und die Abgabe der Pentobarbitals durch die Apotheke ist aber ausdrücklich freiwillig – nachzulesen zum Beispiel hier: http://www.kantonsapotheker.ch/fileadmin/docs/public/kav/posipapiere/0005_abgabe_von_pentobarbitalnatrium_zur_sterbehilfe_0006_v01_d_1115.pdf

      Für mich: wenn hier sichergestellt ist, dass da ein Arzt die Voraussetzungen für die Sterbehilfe geprüft hat und das dann mittels Rezept dafür bestellt, dann würde ich das besorgen und auch abgeben.
      Zur konkretisierung: Als Voraussetzung sehe ich (wie EXIT zum Beispiel vorgibt): Menschen mit hoffnungsloser Prognose, oder mit unerträglichen Beschwerden, oder mit unzumutbarer Behinderung.

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  3. flufla sagt:

    Das hat nichts mit Moralaposteln zu tun, es geht einfach darum, dass ein Leben beendet wird.
    Pharmama: Sagst du bei der Beratung auch, dass die Pille frühabtreibend ist / sein kann (wer weiß schon auf den Tag und mit 100%iger Sicherheit genau seinen Eisprung)? Da gibt es eine Reihe von seriösen Studien zu, die das bestätigen, wird aber meistens schön verschwiegen …

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    • Pharmama sagt:

      Oh, hallo wieder. Ich gebe (wieder) dieselbe Antwort wie auch schon:
      Nein, das sage ich bei der Beratung nicht. Aus dem Grund:
      Notfallkontrazeptiva sind KEINE Abortiva: die Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle wird durch die Einnahme einer hormonellen NK nicht verhindert. Eine schon vorbestehende Schwangerschaft wird durch die Einnahme einer hormonellen NK nicht beeinflusst.
      Also: NEIN, keine abtreibende Wirkung, keine Abtreibung, kein Abort – und keine Erklärungen von uns, dass das so wäre (weil es nicht so ist).

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      • cara sagt:

        Echt jetzt? Das hat mir ein Frauenarzt mal anders erklärt. Gibt es vielleicht unterschiedliche Wirkstoffe?
        Für mich war das auch logisch. Die Hormone lösen eine Blutung aus. Mit der Blutung geht die Schleimhaut ab. Woher wissen Hormone sofort im Moment der Einnistung, das da eine Eizelle angedockt hat? Dass das in der sechsten Woche der Schwangerschaft nicht mehr geht, ist klar – aber Minuten oder wenige Stunden später?

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      • flufla sagt:

        Sorry, ich hatte die anderen Antworten noch nicht gesehen. Ich will nicht deine Kompetenz als Apothekerin in Frage stellen, auf keinen Fall, aber wie kommt es dann, dass es viele wissenschaftliche Studien gibt, die das Gegenteil besagen? Dass eben vor dem Eisprung der Eisprung hinausgezögert wird, wenn aber der Eisprung schon geschehen ist, die Einnistung verhindert wird. Das ist abtreibende Wirkung, da kann mir keiner was anderes erzählen. Ein schon befruchtetetes Ei wird an der Weiterentwicklung gehindert. Da wird ein schon entstandenes Leben beendet, sorry. (s. unten)

        Und zu sagen, es wäre gut für die Kinder in manchen Situationen nicht geboren zu werden finde ich eine unsägliche Bevormundung. Wer weiß schon, wie das Leben des Kindes danach tatsächlich aussehen wird, und vor allem, wie das Kind sein eigenes Leben bewerten wird? Es gibt keine, aber auch gar keine, Möglichkeit, das vorauszusehen. Und deshalb sollte sich niemand anmaßen, darüber zu entscheiden. Wenn man nicht für ein Kind sorgen kann oder will, kann man es zur Adoption freigeben oder zur Pflege. Aber zu behaupten, es wäre das Beste für das Kind, zu sterben, ist eine Anmaßung sondergleichen.

        siehe hier z. b.
        „-In einem Übersichtsartikel von Duffy et al „Adolescents and emergency cotraception: update 2011“ (Curr Opin Obstet Gynecol 23:328-333) findet sich, daß es widersprüchliche Nachweise gibt, ob die „Notfallkontrazeption“ die Fähigkeit besitzt, eine Nidationshemmung durch Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut zu bewirken

        Richardson et al „Ulipristal Acetate: Review of the efficiency and safety of a newly approved agent for emergency contraception“ (Clinical Therapeutics, Vol 34, Nr. 1, 2012) spricht klar davon, daß die Beinflussung der Gebärmutterschleimhaut und die damit verbundene Nidationshemmung in der Lutealphase (also nach erfolgtem Eisprung) zur Wirksamkeit des Medikaments beitragen
        Miech „Immunopharmacology of ulipristal as an emergency contraceptive“ (International Journal of Women´s health 2011:3, 391-397):Ulipristal weist durch Nidationshemmung eine abtreibende Wirkung auf, wenn es ab dem Zeitsprung des Eisprungs bis 24 Stunden danach (=Lebensdauer des zu befruchtenden Eies) eingenommen wird (ansonsten während des engen Zeitfensters der fruchtbaren Tage vor dem Eisprung wirkt es als „normaler“ Ovulationshemmer und ansonsten als Placebo)

        Hier werden 3 abtreibende Wirkmechanismen beschrieben: (1) Mangelhafte Entwicklung der Decidua und Unmöglichkeit der adäquaten Einnistung, (2) mangelnde Secretion der Schleimaut um einen sich einnistenden Embryo zu versorgen (3) die Rückkehr zu spontanen Uteruskontrakionen, die sonst unterdrückt würden. Zudem kommen eventuell noch immunologische Abstoßungsreaktionen als Wirkung hinzu, die in den ersten 5-10 Tagen nach der Fertilsation durch Ulipristal zu beobachten sind.

        Auch McKeage et al „Ulipristal Acetate- a review of it´s use in emergency contraception“ (Drugs 2011; 71 (7): 935-945 haben nachgewiesen, daß die Endiometriumdicke signifikant abnimmt unter Ulipristal“

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  4. ApothekerinAD sagt:

    Hm. Ich denke, dass sich bestimmt einige Patientinnen bevormundet fühlen.
    Folgendes Beispiel: Bei mir war zum wiederholten Mal eine Patientin mit der Pille danach. Ich habe sie dann darüber aufgeklärt, dass die Pille danach nur als Notfallmedikament gedacht ist, nicht zur regelmäßigen Verhütung geeignet ist, und auch keinen hundertprozentigen Schutz bietet.
    Die Patientin war dann im Anschluss sehr kurz angebunden (trotz eines bis dahin sehr entspannten Beratungsgesprächs). Anscheinend dachte sie ich würde sie für die Einnahme kritisieren, was definitiv nicht der Fall war.

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  5. cara sagt:

    Ich habe nochmal nachgelesen und festgestellt, dass ich was durcheinander gebracht hatte. Also – eine bereits eingenistete Eizelle geht nicht ab, ok. Dass die Pille danach die Einnistung eines befruchteten Embryos verhindern könnte, wird dagegen offenbar durchaus ernsthaft diskutiert. Es scheint Hinweise zu geben, dass der Wirkstoff entsprechend auf die Gebärmutterschleimhaut wirkt. Es gibt sogar Experten, die sagen, dass nur so die hohe Rate an verhinderten Schwangerschaften erklärbar sei, während andere das Versagen der Pille in 1-2% der Fälle genau damit erklären, dass der Embryo da eben schon befruchtet gewesen sei.

    Sagen wir, die Pidana hemmt nur die Ovulation und macht es den Spermien schwer. Dann hilft sie ja nur in den Fällen, wo sie vor der Ovulation abgegeben wird. Setzt man die mit 50% an, verhindert sie also nur die Hälfte der potentiellen Schwangerschaften. Das müsste man eigentlich statistisch prüfen können…

    Trotzdem bin ich inzwischen für die Abgabe, und zwar aus dem Grund, dass es mir ethisch noch wichtiger erscheint, wenn in manchen Situationen ein Kind erst gar nicht geboren wird…

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    • flufla sagt:

      Sorry, hier gehörte der zweite Kommentar hin:
      zu sagen, es wäre gut für die Kinder in manchen Situationen nicht geboren zu werden finde ich eine krasse Bevormundung. Wer weiß schon, wie das Leben des Kindes danach tatsächlich aussehen wird, und vor allem, wie das Kind sein eigenes Leben bewerten wird? Es gibt keine, aber auch gar keine, Möglichkeit, das vorauszusehen. Und deshalb sollte sich niemand anmaßen, darüber zu entscheiden. Wenn man nicht für ein Kind sorgen kann oder will, kann man es zur Adoption freigeben oder zur Pflege. Aber zu behaupten, es wäre das Beste für das Kind, zu sterben, ist eine Anmaßung sondergleichen.

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      • flufla sagt:

        Ach so, und das andere noch: Doch, geht wohl ab, siehe einige Studien zum Thema, habe ich weiter oben gepostet 🙂 Ist also abtreibend die Pille danach …. 😦

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  6. Krüml sagt:

    Wenn ich das so – vor allem die anynome Geschichte – so lese, habe ich immer das Gefühl, damals echt blauäugig gewesen zu sein. Abends Kondom kaputt, ich erstmal voll fertig, direkt zur Praxisöffnung am nächsten Morgen zur nächsten Frauenarztpraxis gelatscht, gesagt was ich da will und mich ins Wartezimmer gesetzt.
    Ich war zu der Zeit „frisch“ ind die Stadt gezogen und hatte entsprechend keinen Frauenarzt. Wurde von der Sprechstundenhilfe ein bisschen angeblöckt, dass die Pille danach aber gar kein Verhütungsmittel sei (ach ne …), und hab dann im Gespräch mit der Ärztin geklärt, dass ich die gar nicht brauchen würde, weil mein Eisprung eh schon vorrüber sei. Sie könnte mir die Verschreiben, aber was bringen würde das eh nicht, und mit dem Cocktail und so. Ich hab ihr mal geglaubt und im Rausgehen noch gefragt, ob ich denn sie als meine Ärztin haben könnte.

    Ich hab mir damals gar keine Gedanken drüber gemacht, eventuell abgewiesen werden zu können.

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  7. DaNa sagt:

    Sorry, ist ein bisschen Offtopic und vermutlich auch schwer zu beantworten. Von passenden Fachstellen bekam ich leider keine Antwort.
    Wie stark wird das Schwangerschaftsrisiko gesenkt, wenn grundsätzlich ein Kondom verwendet wird und für den Fall, dass ein Problem (reissen/abrutschen) auftritt und entdeckt wird die PiDaNa?
    Kondome (Pearl Index 2-12) alleine halte ich für unsicher, auch wenn ich annehme, dass ich weniger Fehler mache als der Durchschnitt, da ich seit meiner Kindheit geübt bin in keimarmer Selbstpflege.

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    • Pharmama sagt:

      Statistiker her! (ich bin keiner)
      Also wenn der Pearl Index von einem Kondom von 2-12 beträgt (je besser/korrekter man damit umgeht, desto weniger geht das kaputt oder es passieren Unfälle) und der Pearl Index der Pille danach zwischen 1 (innert den ersten 12 Stunden) und 30 (je später, desto schlechter …), dann ist das kombiniert …?

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  8. War 20 Minuten nicht die Bild der Schweiz? 😀

    Bei solchen Artikeln muss man sich immer fragen:
    Wie kurz ist die Zeit? Lief die Umfrage über ein Jahr und die Leute haben sich innerhalb der ersten 6 Monate gemeldet? Oder waren die Meldungen schon am nächsten Tag da?

    Und natürlich fragt man nicht nach zufriedenen Kunden. Das bringt nicht so den Aufreger. 😉

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    • turtle of doom sagt:

      Sowohl der Tages-Anzeiger (Verlagshaus Tamedia) und Blick (Ringier) bringen ihre eigene Gratiszeitung für Pendler heraus – „20 Minuten“ und „Blick am Abend“. Beide Gratiszeitungen überschneiden sich, beide orientieren sich mehr oder weniger am Boulevard.

      Und der „Blick“ entspricht am ehesten der deutschen „Bild“. 🙂

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  9. cara sagt:

    An flufla: Ich kann hier gerade nicht direkt antworten, deswegen nochmal neu und weiter unten.

    Es stimmt, es ist eine Bevormundung eines Kindes, ihm das Leben vorzuenthalten. Eine Bevormundung der Eltern ist es nicht, wenn ich für die Pidana bin, weil ich ja niemanden überreden will sie zu nehmen – eher im Gegenteil, grundsätzlich bin ich pro Leben und würde Freunden in fast jeder Situation raten, ein solches Kind zu bekommen.

    Die Frage ist, was moralisch schwerer wiegt – einem Kind, das gerade erst aus zwei verschmolzenen Zellen besteht, also noch nichts fühlt und denkt und wahrnimmt (anders als möglicherweise bei einem späteren Abbruch) das Leben vorzuenthalten oder diesem Kind zuzumuten, in eine feindliche, demütigende, gewalttätige Umgebung hineingeboren zu werden. Früher war ich deiner Meinung. Inzwischen denke ich anders, ich habe vermutlich zu viel mitbekommen.

    Abgesehen davon – ich verhindere auch jeden Monat aktiv die Entstehung von Leben, weil ich einfach verhüte. Streng genommen ist das dann auch eine Bevormundung des Kindes, das aus jeder einzelnen Eizelle werden könnte. Das Argument zieht irgendwie nicht, finde ich – wenn, dann eher das ethische Argument, das darauf aufbaut, wann ein Leben beginnt.

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    • flufla sagt:

      Ja, genau, Bevormundung des Kindes.

      Das Ding ist halt, du WEISST nicht, wie das spätere Leben des Kindes aussehen wird und selbst wenn du das wüsstest, wüsstest du nicht, ob das Kind es selbst besser fände, lieber gar nicht erst geboren zu sein.
      Das mag manch einer in einer schlimmen Situation sich wünschen, wenn die aber erst einmal vorbei ist (und die geht immer irgendwann vorbei), dann würden es sich sicherlich die wenigsten wünschen, nicht geboren worden zu sein.
      Über so etwas darf einfach kein Mensch entscheiden, es steht uns nicht zu, jemandem das Leben wegzunehmen, keinem Erwachsenen und auch keinem Kind.
      Außerdem gibt es immer noch die Adoption, es gibt so viele glücklich adoptierte Kinder …

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  10. Ich hatte bisher zwei Mal die Pille danach, im Abstand von etwa 10 Jahren, beide Male weil das Kondom gerissen war.

    Beide Male bekam ich die Pille problemlos und fand auch die Befragung natürlich nicht angenehm, aber trotzdem professionell. Beim zweiten Mal durfte ich die Pille sogar mitnehmen und sie erst am Abend nehmen, weil wir noch eingeladen waren und ich fürchterliche Angst vor den Nebenwirkungen hatte. Beim ersten Mal waren diese nämlich echt übel, ich fühlte mich krank, musste mich übergeben etc.
    Ich weiss, dass die Apothekerin das eigentlich nicht hätte machen müssen, aber ich bin ihr bis heute dankbar, dass ich das durfte. Auch wenn die Nebenwirkungen danach ausblieben, weil in den 10 Jahren doch einiges verbessert wurde.

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  11. rayne sagt:

    Ich habe bisher einmal in meinem Lebe die Pille danach gebraucht (der Klassiker: Kondom gerissen). Das war noch vor der Rezeptfreiheit in Deutschland. Die „Beratung“ beim Arzt war unkompliziert und nicht verurteilend, aber auch keine Beratung. Ich erklärte ca. 20 Sekunden lang, warum ich sie bräuchte (Kondom gerissen, Berginn der letzten Tage vor 17 Tagen). Er zuckte mit den Schultern, sprach „passiert“ und schrieb ein Rezept. Dauer des Arztbesuches: 1,5 Minuten – inklusive Rezeptblock suchen und beschreiben.

    Danach fing das Problem an: Bereitschaftsapotheke hatte PiDaNa nicht (mehr) vorrätig. Ich wäre die 4. an diesem Abend. Sie hätten immer nur 3 auf Lager. Nächste Bereitschaftsapotheke: Gleiches Spiel (nur dass ich die 5. wäre und sie auch nur 3 auf Lager haben). In der Stadt selbst gab es noch eine weitere Bereitschaftsapotheke (weiter weg, hab angerufen: „Haben wir nicht, nur die EllaOne.“). Also ich die Wahl: Zurück zum Arzt oder zur nächsten Bereitschaftsapotheke. Ich bin also zurück zum Arzt, erklärte der Arzthelferin mein Problem, sie schob mich kurz zwischen. 30 Sek später war ich wieder raus aus der Bereitschaftspraxis. Ab zu Bereitschaftsapotheke Nr. 3. Haben sie nicht mehr. Die letzte EllaOne wäre vor 10 Minuten abgeholt worden. Bereitschaftsapotheke Nr. 1 und 2 angerufen. Haben keine EllaOne. Bin dann in die Bereitschaftsapotheke Nr. 4 im Vorort, habe dort eine PiDaNa bekommen. (Und freundlicherweise ein Glas Wasser zum Gleich einnehmen.) Zurück dann 14km Fussweg, weil in der Zwischenzeit die Öffentlichen nicht mehr fuhren und das Bargeld fürs Taxi nicht mehr reichte (zu dem Zeitpunkt gabs bei uns noch keine Kartenzahlung in den Taxis).
    Der Mann dazu trugs mit Fassung. Der ist brav mitgedackelt. Den hab ich immernoch 😉

    Alles in Allem: Nach der Geschichte hab ich tatsächlich überlegt mir eine Pille danach „auf Vorrat“ anzulegen. Vorallem nachdem ich dann meine Approbation hatte. Aber alles in Allem: Habs trotzdem nie gemacht.

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    • turtle of doom sagt:

      Uff – und da dachte ich mir, die Bereitschaftsapotheken wären mit der sagenhaften Erfindung des Fernsprechapparates gesegnet…

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      • rayne sagt:

        Hm… ein Teil der Schuld liegt auch bei mir – bei Apotheke 1 und 2 hatte ich nicht vorher angerufen (ich hatte nicht gedacht, dass die PiDaNa ausverkauft sein könnte), bei Nr. 3 ja schon – funktionierte auch einwandfrei. Hatte ja dann das 2. Rezept besorgt und bin zu Nr. 3, da ich nicht davon ausging; dass EllaOne in der Zwischenzeit verkauft sein könnte ohne vorherigen Anruf. Danach hab ich ja Nr. 1 und 2 angerufen und nach EllaOne gefragt (beim ersten Besuch hab ich danach nicht gefragt). Nur zu Nr. 4 musste ich ganz auf Verdacht fahren, aber da weiß ich zufällig, dass baulich das Bereitschaftszimmer so liegt, dass die meisten Apotheker* das Telefon nicht hören, wenn es klingelt und sie schlafen. (Ich hab mal neben dieser Apotheke gewohnt. Ich hörte das Telefon leider einwandfrei, da das Büro auf „meiner“ Seite war. Das Bereitschaftszimmer lag auf der anderen Seite.)

        Alles in Allem: Hätte ich vorher rumtelefoniert anstatt blauäugig zu Apotheke 1 und 2 zu laufen, wäre das alles etwas schneller gegangen.

        *generisches Maskulinum

        Ich gehe einfach davon aus, dass an diesem Tag einfach der Wurm drin war – oder kann sonst noch jemand von einer Häufung von ausverkauften Notfallkontrazeptiva berichten?

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        • turtle of doom sagt:

          Ist klar, dass man auf die Apotheker zählt, wenn man in einer solchen Lage ist. „Die müssen das Mittel sicher haben – ansonsten könnte ich mich nicht auf sie verlassen.“

          “ Der Mann dazu trugs mit Fassung. Der ist brav mitgedackelt. Den hab ich immernoch😉“

          🙂

          „*generisches Maskulinum“

          Ich Schildkrötchen verwende hingegen gerne den generischen Diminutiv und schreibe von Ärztchen und Apothekerchen, sobald ich auf gender-sensitive Menschlein bzw. Social-Justice-Kriegerchen treffe. duck

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          • rayne sagt:

            Ja… die ganzen Genderdiskussionen. Ich hab im Studium angefangen möglichst konsequenz das generische Maskulinum zu verwenden. Aus Protest. Wir mussten schließlich unseren Studentenausweis gegen den neuen Studierendenausweis tauschen (jupp – bis auf den Namen änderte sich nichts).

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      • Fernsprechapparat? Was soll das denn für neumodischer Kokolores sein? Hier schickt man nen Boten zu Fuß, und wenns schnell gehen muss schickt man ne SMS – „SemiManuelleSchreitvorrichtung“ = Pferd… (Aber letztes kostet extra! – Äpfel fürs Pferd und die Straßenreinigungspauschale für die Äpfel vom Pferd.)
        duck&cover

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