LogopädiSCHeS

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Auszug aus dem Elternheft (das Heft, mit dem in Juniors Schule Informationen zwischen den Eltern und den Lehrern ausgetauscht werden):

Liebe Familie Pharmama,

Junior sollte bitte übers Wochenende den folgenden Zungenbrecher üben:

Schälle sie nit an sällere Schälle, sälli Schälle schällt nit.

Schälle sie an sällere Schälle, sälli Schälle schällt

(Auf „sch“ und „s“ Laute achten)

Richtig, Junior hatte noch Anfang Schulzeit ein Problem mit dem S und SCH, weshalb er auch Logopädie hatte (man erinnere sich an diese Szene 🙂 ) und wo das Problem so ziemlich behoben wurde. Dann hatten wir vor ein paar Wochen den Unfall hier

Und jetzt kommt der Eintrag im Heft …  weshalb ich es mir nicht verkneifen konnte, dann unter den Kommentar von meinem Kuschelbär, dass wir das natürlich üben werden folgendes zu schreiben:

Ihnen ist aber schon klar, dass das mit „frisch“ abgebrochenem Zahn wieder Probleme gibt?

Die Lehrer haben’s echt nicht leicht – momentan sind sie auch noch mehr belastet, weil offenbar in der Parallelklasse eine Lehrerin ausgestiegen ist und sie auch noch die Klasse übernehmen müssen. Ich habe Angst, dass sie dann Juniors Lehrer auch noch verheizen, deshalb will ich nicht zu fest reklamieren, aber … echt jetzt.

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15 comments on “LogopädiSCHeS

  1. Mr. Gaunt sagt:

    Das klingt so als würden sich die Lehrer als Aushilfslogopäden versuchen… Da wäre ich weniger amüsiert drüber. Wenn die ein Problem feststellen mögen die sich bitte melden, aber keine „Heilbehandlung“ verordnen. Oder ist das normal?

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    • Pharmama sagt:

      Ich weiss nicht, ob das normal ist. Ist mein erstes (und) einziges Kind.
      Vielleicht ist das aber auch deren Methode darauf aufmerksam zu machen?

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    • Wölfchen sagt:

      Naja – in D-Land würde direkt der Aufstand geprobt werden, das Kind müsse gaaaaanz dringend zum Logopäden!!!!11111ölf. Siehe dazu zahlreiche Einträge beim Kinderdoc. 😉 Und da gibts dann sicher noch Heilkristalle und Globuli, die das auch noch unterstützen!

      Zu einem Zungenbrecher zu raten, macht erst einmal das Selbe. Vielen Kindern macht das vielleicht sogar Spaß solche Sprüche zu lernen und dann in Millisekunden ohne Fehler herunterzubeten und die Erwachsenen – die aus der Übung sind – dann auslachen, weil die es in aller Regel weder 100% richtig noch so schnell schaffen.

      Auf jeden Fall sind Zungenbrecher – auch abseits der Aussprachkorrigierung – gutes Training für die Zunge. Und gutes Training fürs Sprachzentrum. Und das Gedächtnis. Und all die anderen Muskeln, die beim Sprechen aktiv sind. 😉

      Und wenn Lehrer auffällt, dass es irgendwo scheinbar Probleme gibt, ist es besser, wenn sie die Eltern benachrichtigen, als wenn Kind da ewig drauf sitzen bleibt – und wenn sie dann noch Tipps und Tricks verraten, wie man genau das zu Hause ohne großen Geldverlust üben kann – umso besser! Wenn es dann wegen eines abgebrochenen Zahns ist… ja mei… da scheint ja viel los zu sein in der Schule. Sicher hat Lehrer den abgebrochenen Zahn bemerkt (und wenn es ist, weil Junior furchtbar stolz darauf hinweist, wie mutig er den Schmerz ausgehalten ist!), aber konnte A nicht mit B in Verbindung bringen. Oder hat es – findet aber den Zungenbrecher zum Üben trotzdem sinnvoll, damit die genaue Aussprache von S und SCH nicht einschläft. 😉

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  2. kelef sagt:

    ist schweizerdeutsch eine unterrichtssprache? und welches schweizerdeutsch, bitteschön, genau? meine schweizer freunde meinen immer, sie hätten teilweise selber schwierigkeiten, die diversen dialekte ihrer landsleute zu verstehen.

    erstens haben sich lehrer nicht als hobby-logopäden zu versuchen: deshalb sind das nämlich auch zwei verschiedene ausbildungen, da hat mr. gaunt ganz recht. es kann ja auch durchaus sein, dass ein kind aus gesundheitlichen gründen welcher art auch immer (z.b. zungenbändchen, polypen, gaumenfehlform, oder eben zähne) momentane oder dauernde probleme mit der aussprache mancher worte hat. das muss ein arzt beurteilen, der dann wiederum eine andere ausbildung hat …

    aufmerksam macht man jemanden auf etwas dadurch, dass man es direkt anspricht, im vorliegenden fall wäre es also richtig, um ein elterngespräch zu ersuchen.

    wenn einer lehrkraft nicht auffällt, dass dem kind vorne ein zahn fehlt – und das ist in diesem alter wohl gar nicht so selten, wenn auch aus anderen gründen als im moment bei junior – dann sollte diese person einmal heftig über eigene verbesserungsmöglichkeiten nachdenken, anstatt solche übungen über das wochenende zu „verordnen“.

    möglicherweise hat man auch am wochenende irgendwas vor, ist z.b. irgendwo eingeladen, und dann derartige zungenbrecher zu üben, ist wohl eher … ähem. vielleicht auf einem wochenendtrip nach london am flughafen, und dann im flugzeug? da hätten sie sicherlich bald ganz viele neue freunde.

    sollten volksschulkinder nicht überhaupt am wochenende „frei“ haben?

    auch beim besten willen verstehe ich als österreicherin übrigens überhaupt nicht, was diese sätze/worte bedeuten. wenn in einer familie aus irgendwelchen gründen nur hochdeutsch gesprochen wird, und vielleicht noch italienisch und französisch, wie soll das kind, bitteschön, so einen text nach lehrermeinung „richtig“ aussprechen können? möglicherweise könnten die eltern das auch gar nicht anleiten, korrigieren und beurteilen? von migrantenkindern fange ich erst gar nicht an.

    ich schwanke tatsächlich zwischen hochgradigem erstaunen und entsetzen.

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  3. Da hat die Lehrerin wohl überreagiert, ich würde das mit dem Zahn hinzufügen, das war ihr evtl nicht bewusst.

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  4. Ich wollt grad nach der Übersetzung fragen aber nach 5x Lesen „schällts“ jetzt auch bei mir. Hatte zuerst dauernd was mit „Sellerie“ gedacht 😀
    Zum Pädagogischen kann ich nichts sagen, vielleicht weiß die Lehrerin nicht wie oft du deinen Sohn reden hörst und ob du das Problem nicht bemerkt hast (solls geben) und hat sich gedacht es schadet ja nicht drauf aufmerksam zu machen und eine Idee zum üben zu geben, falls dir nichts einfällt wie du üben kannst (solls auch geben). Wenns allerdings eh nur vorübergehend wegen dem zahn ist weiß ich nicht ob man da extra üben muss… Egal, würds mir nicht so zu herzen nehmen und wie du sagst die Lehrer habens nicht leicht.
    Ich übe hier jetzt auch nochmal fleissig mit und empfehle außerdem die Zungenbrechergeschichte von Rhabarber-Barbara https://m.youtube.com/watch?v=gG62zay3kck

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  5. stuttgarterapothekerin sagt:

    Da gibts doch tatsächlich internationale Zungenbrecher…schön, den kann ich nämlich auch.

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  6. HF_Weltweit sagt:

    Oh diese Zungenbrecher – da hab ich euch noch zwei weitere Beispiele in Schweizer (Berner-) Mundart samt Übersetzung ins Hochdeutsche.

    „Dr Papscht het ds’Schpäck-Bschteck ds Spiez ds‘schpät bschtellt“
    Übersetzt : Der Papst hat das Speck-Besteck in Spiez zu spät bestellt

    „Ännet dr’Aare sy Schteine“
    Übersetzt : Auf der andern Seite der Aare (Fluss) sind Steine
    echte Gefahr – ein Zungenbrecher, der zum „ännet der Aare schysst eine“ führen kann –
    und „schysst“ bedeutet auf hochdeutsch das Ausscheiden einer meist pastösen braunen Masse aus einer hinteren unteren Körperöffnung, um das mal „chiffriert“ auszudrücken …

    Viel Spass beim möglichst schnellen Nachsprechen !
    (verschont aber bitte den Junior damit)

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    • Monika sagt:

      Da muss ich jetzt an die Werbung denken: „Und wer hat’s erfunden!?“

      Der erste Spruch kommt im Original aus dem Bairischen und lautet:

      „Keànerin hod ’s Bschdegg zschbääd bschdeàd“

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  7. HF_Weltweit sagt:

    Hier ein Link zu Elkes Welt – Internationale Zungenbrecher – Schweizerisch :
    http://www.elkeswelt.de/sprachschatz/zungenbrecher/schweizerisch.htm

    Den laut Monika ursprünglich bayrischen Zungenbrecher zum Thema „das Besteck zu spät bestellt“ gibts dort noch in anderen Schweizer-Varianten …

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    • Monika sagt:

      Die Sprache heißt „bairisch“, nicht „bayrisch“.

      Die Bezeichnung „bayrisch“ bezieht sich auf das Staatsgebiet, bezieht also Franken und Schwaben mit ein.

      Die Sprache „bairisch“ wird dagegen nur in Altbayern gesprochen, also Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz.

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      • HF_Weltweit sagt:

        Besten Dank, Monika, für die Präzisierung.
        Die Details zum Staatsgebiet des Bundeslandes Bayern und der regionalen Sprachunterschiede waren mir nicht bekannt.
        So konnte ich dazulernen.

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        • Mr. Gaunt sagt:

          Bitte dabei unbedingt beachten: Die Personen im Freistaat Bayern sind nicht zwingend Bayern. Sondern z.B. Franken oder Schwaben, das ist für alle angesprochenen Einheimischen meist ein grosser Unterschied und führt zu diplomatischen Verstimmungen.

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  8. Shark sagt:

    Bin das eigentlich nur ich, dem im Zusammenhang von „Schweiz“, „Zungenbrecher“ und „S-Laute“ als erstes das einfällt?

    „Three switched witches watch three Swatch watch switches. Which switched witch watches which Swatch watch switch?“

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