Man macht das ja nicht nur wegen dem Lohn

Was ich immer wieder höre von meinen Mit-Apothekern: Man macht das ja nicht nur wegen dem Lohn.

Mich hat das letzthin einmal interessiert, als eine gut angezogene jüngere Kundin mit mir über die Medikamentenpreise diskutieren musste – speziell die Pauschalen, die sie auf ihre Rezeptpflichtigen Medikamente bezahlen musste. Das wollte sie nicht. Ich habe ihr gesagt, dass ich auf die Pauschalen nicht verzichten kann. Auf mein Argument, dass wir an den rezeptpflichtigen Medikamenten kaum etwas verdienen, die Marge sehr niedrig ist und die Pauschalen für die Arbeit ist, die wir leisten, meinte sie nur:

„Ich habe noch keine Apothekerin gesehen, die zu wenig verdient.“

Arrgh!!!

Ich hab’s dann aufgegeben weiter zu diskutieren, ihr nur etwas eisig gesagt, sie kann es sich aussuchen, ob sie ihre Medikamente will oder nicht.

Nein, ich verdiene nicht „schlecht“ – es reicht um eine Familie zu unterhalten und auch um in die Ferien zu gehen und mit etwas Mühe und Unterstützung reichte es nach 15 Jahren sparen sogar, dass die Bank uns eine Hypothek gibt – Uns, denn mein Lohn allein war dafür tatsächlich noch nicht genug, sie mussten auch noch den von meinem Mann dazunehmen – und dann ging es. Knapp.

Aber ich glaube die Frau hat etwas abwegige Vorstellungen davon, was ein Apotheker so verdient. Apotheken sind keine Goldgruben mehr – tatsächlich kämpfen viele ums Überleben (durchschnittlich jede 3. in Deutschland, jede 4. in der Schweiz) – das spiegelt sich auch in den Mitarbeitern und ihren Löhnen wieder.

Das „Unglück“ ist, dass man für eine Apotheke Apotheker braucht. Und die verdienen mehr als Pharmaassistentinnen, als Drogisten oder als die ungelernte Person, die im Drogeriemarkt oder an der Tankstelle hinter der Kasse sitzt.

Aber im Berufsvergleich sonst (denn es ist immer der Vergleich, der einem wichtig ist) … dafür, dass wir 12 Jahre zur Schule und dann noch 5 Jahre an die Universität gegangen sind … direkte Verantwortung für die Gesundheit und die Daten vieler Menschen tragen … ist es nicht gerade „viel“.

Ich lasse die Zahlen hier mal draussen – als Schweizerin hat man das „über Geld redet man nicht“ tief intus und im Internet gibt es Seiten, wo man nachlesen kann, was die verschiedenen Berufe so verdienen – im Durchschnitt.

Und dann muss man das immer in Relation setzen. Ich verdiene „einiges“ mehr als mein Mann, der Fahrzeuge repariert. Ich verdiene etwa gleich viel wie mein Kollege, der nie studiert hat und IT-Spezialist geworden ist … und auch das nur, weil ich ein bisschen mehr mache als die durchschnittlich angestellte Apothekerin. Als Apotheker verdient man tatsächlich weniger als der durchschnittliche Bauingenieur, Architekt, Buchprüfer und Steuerberater– und wir sind weit unter dem Arzt, Chemiker und Jurist …

Und natürlich, wenn man meinen Lohn mit dem vergleicht, was ein Apotheker in anderen Ländern verdient … nun ja, bei dem Vergleich vergisst man aber oft die Lebenserhaltungskosten dazuzuziehen, die hier (Schweiz) wirklich hoch sind.

Aber es ist, wie ich am Anfang geschrieben habe: Man macht das nicht nur wegen dem Lohn. Man wird Apothekerin, weil man Naturwissenschaften und Medizin mag und ein gewisses Bedürfnis hat, den Menschen zu helfen. Ganz sicher nicht um mittels Medikamenten an der Krankheit von anderen reich zu werden und mit ihnen über die Preise derselben zu diskutieren (die wir bei den rezeptpflichtigen Sachen ja nicht mal selber machen).

Darum, liebe elegante Frau mit den abwegigen Vorstellungen, von dem, was ich an ihnen, respektive ihrem Geld habe: rutsch‘ mir den Buckel runter und geh‘. Da diskutiere ich lieber mit der nächsten Kundin, die schon seit Jahren zu uns kommt über ihr kleines Gesundheitsproblem und suche möglichst günstige Lösungen und Alternative. Da habe ich mehr davon. Persönlich meine ich. Denn ich mache diesen Beruf nicht (nur) wegen dem Geld.

Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 08/02/2016 in Apotheke und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 20 Kommentare.

  1. Ärgerlich, sehr ärgerlich. Ich weiß nicht wie es zustande kommt, dass branchenfremde Personen meinen zu wissen, dass Apotheker ja nur so in Geld schwimmen würden. Woher kommt das? Ich frage mich ob diese Leute ihre Arbeit gerne nur zum Wohle der Allgemeinheit täten oder ob sie dann doch auch angemessen bezahlt werden wollen? Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Öffentlichkeit ein falsches Bild von uns als „überqualifiziertem Schubladenzieher“ hat. Dieses Bild muss geradegerückt werden, von uns und der Standesvertretung.

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  2. stuttgarterapothekerin

    Als angestellte Apothekerin in der BRD kann ich das nur unterschreiben – verglichen mit anderen Studierten und selbst mit Apothekern in der freien Wirtschaft ist mein Gehalt nicht wirklich hoch – vor allem, wenn man den Samstag als Arbeitstag mit einbezieht…

    Aber ich machs trotzdem gerne – jedenfalls für die meisten Kunden…

    @Danuela: Standesvertretung?!? Die haben doch keine Ahnung von gar nix.
    Die wissen nicht, wie man Öffentlichkeitsarbeit schreibt, und was das heißt noch weniger.
    Die verdienen ganz viel Geld für nix und wieder nix.

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  3. „Ich habe noch keine Apothekerin gesehen, die zu wenig verdient.“

    Ich bewundere ihre hellseherischen Fähigkeiten, stets zu wissen, was jemand einnimmt. Ob das manchmal schwer ist, mit dem Wissen umzugehen? Und ob man darüber einen Film drehen sollte? „Dings allmächtig“ oder so. (Für Dings wird natürlich etwas ganz schlaues, griffiges und gleichzeitig witziges eingesetzt. Wobei man Dings auch lassen kann. Will ja niemandem sagen, was er zu tun hat.)

    Die Seiten, die zeigen, wie viel ein Beruf im Durchschnitt verdient, sind ja aber auch nicht aussagekräftig. Und überhaupt ist der Durchschnitt allein nicht ausreichend. Wenn einer 10€ und einer 5000€ im Monat bekommt, haben auch beide durchschnittlich 2505€.

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    • Ich bewundere ihre hellseherischen Fähigkeiten, stets zu wissen, was jemand einnimmt.

      Ach, seid Ihr alle noch die alten Apothekermodelle ohne Display auf der Stirn? Dass es das noch gibt.

      Aber mal im Ernst: Ich finde es ziemlich unverschämt, wie manche Leute meinen, überall feilschen zu müssen. Klar ist es ärgerlich, wenn man einen Eigenanteil oder eine Pauschalgebühr bezahlen muss, die Krankenkasse ist ja eigentlich teuer genug und wirft genug Geld für allen möglichen Kram raus. Aber wenn das nuneinmal so geregelt ist, sehe ich nicht, was es da noch zu diskutieren gibt. Oder man müsste der Krankenkasse oder dem Gesetzgeber böse Briefe schreiben und nicht die Apothekerinnen (und Buchhändler, Taxifahrer usw., die haben das auch) mit solchen Sachen nerven.

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      • Auslaufmodell offensichtlich🙂
        Wahrscheinlich war das wirklich feilschen – wobei ich bei ihr nicht mal gesehen hätte, dass das „nötig“ wäre.
        Aber ja, als Apotheke steht man direkt vor dem Kunden, da ist man leichteres Angriffsziel als die Krankenkasse oder gar der Gesetzgeber.

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  4. So wahr…alle meine Freunde, die ich im Studium hatte und die was „Anständiges“😉 studiert haben, so wie Jura, Medizin, BWL oder VWL, haben sich über unsere Einstiegsgehälter kaputt gelacht und wollten es nicht glauben. Wer in die öffentliche Apotheke geht, tut das definitiv nicht um reich zu werden. Die Zeiten (wenn es die mal gab) sind so was von vorbei. Man braucht eine tiefe Liebe zu dem Beruf, eine ordentliche Portion Idealismus und eine Prise Selbstausbeutung…dann passt es!

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  5. „Apothekenpreise“ sind ja nicht um sonst ein stehender Begriff…

    Trotzdem ist das ein klarer Fall von „don’t shoot the messenger“…

    Die Pharmafirmen machen aus den Krankheiten der Menschen mehr Gewinn als sie m. E. sollten und das ganze heutige Gesundheitssystem ist gelinge gesagt … ätzend.

    Aber da können die Apotheker ja nun wirklich nichts für, die leiden ja selbst darunter.

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  6. Wenn ich mal erzähle, was ich so im Monats verdiene ist häufig das Erstaunen groß, nicht weil so viel, sondern weil so wenig. Vollzeit Approbierte mit 40 Stunden pro Woche nach zwölf Berufsjahren liegt so bei 3900€, danach gibt es nur noch Verhandlungsgeschick, Einsteiger bei 3250€. Hier in der Gegend wird allerdings über Tarif bezahlt, ca. 10-15%, dafür ist dann der Notdienst mit abgegolten. Wenn man dann noch bedenkt, dass vermutlich viele Apothekerinnen als Ehefrauen Lohnsteuerklasse fünf haben, weil ihre Männer alle deutlich mehr verdienen…..

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  7. aucheinemama

    Oh wie ich diese Sozialneiddebatten hasse! Warum ist es für manche Menschen so wichtig, was andere verdienen? Und warum ist es dann immer angeblich zuviel?
    Ganz ehrlich, völlig unabhängig von der Bezahlung, es ist einfach nicht jeder für jeden Job geboren!
    Jeden Tag mit Fremden über ihre gesundheitlichen Probleme reden? Könnte ich nicht. Egal, für wieviel Geld. Aber es ist doch schön, dass es Menschen gibt, die das können, wollen und auch noch (meistens) gut machen. Und ja, die dürfen dafür auch gerne Geld bekommen. Sonst machen die es nämlich irgendwann nicht mehr.

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    • Sozialneiddebatte. Das ist es, ja. Es ist immer der Vergleich. Mir gefiel ja, was ich mal im Netz gelesen habe, als ein Vater sein Kind belehrt, das sich beklagt hat, weil das Nachbarskind mehr (Spielzeug etc.) hat als es selber: „Wir schauen nur auf den Teller des anderen, um zu schauen, ob er genug hat. Nicht zum schauen, ob er vielleicht mehr hat als man selber“.

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  8. Als angehende Lehrerin aus einer Lehrer-Familie kann ich dir sagen: Das gibt es in vielen Berufen.
    Auch bei Lehrern gibt es viele Vorurteile über Verdienst und Arbeitsmoral. Ich kann dazu nur sagen: Ja, die absolute Zahl in Euro ist nichts, womit man am Hungertuch nagt. Aber wenn einem die Leute dann erzählen, wie einfach verdientes Geld das wäre und das man dafür ja nur 24 Arbeitsstunden in der Woche hätte und außerdem ständig Ferien, drehe ich mittlerweile direkt auf 180. Abgesehen davon, dass man gerne für alle Parteien (Politik, Eltern, Schüler und teilweise andere Lehrer) der Schuldige ist, hat man neben den 24 Unterrichtsstunden auch noch Fortbildungen, Konferenzen, Unterrichtsvor- und nachbereitung, das Erstellen und Korrigieren von Arbeiten/Tests, Organisation von Schulfahrten, Elternabende, Projekttage, ggf. das Leiten einer AG usw. zu erledigen. Von der Übernahme von Vertretungsstunden oder dem Einarbeit in nicht-studierte Fächer, wenn grade mal wieder Fachlehrermangel herrscht mal ganz zu schweigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Mehrheit der Lehrer durchaus motiviert ist viel Zeit ihres Lebens in die Bildung ihrer Schüler zu investieren. Aber wie überall merken sich die Leute lieber die schwarzen Schafe bzw. übernehmen nicht die Verantwortung für eigenes Handeln (Kindern, denen man in der 7. Klasse erstmal beibringen muss, dass man NICHT auf den Klassenraumboden spuckt. Häufig gehörtes Zitat: „Das kann ich nicht glauben. Zu Hause macht er/sie das nicht.“).
    Bei Apothekern hast du ja schon angesprochen, dass sie nicht unbedingt positiv in FIlm und Fernsehen wegkommen. Von Lehrern kann ich das zum Großteil leider auch sagen. Angefangen bei den Nachhilfewerbungen, bei denen es stets so aussieht, als ärgere sich der Schullehrer, wenn die Kinder nicht mehr versagen.
    Natürlich gibt es nicht befriedigenderes für jemanden, der sein Leben der Bildung von Kindern und Jugendlichen gewidmet hat, als diese scheitern zu sehen… Augenroll

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    • Kathi: gerade gestern hatte ich jemanden, der genau so etwas über die Lehrer herausgelassen hat. Das fand ich dann auch schwierig – ich bin dann hin- und hergerissen, denn ich verteidige sie noch gerne (das ist auch wirklich kein einfacher Beruf, vor allem wenn man mit nicht gerade einfachen Kindern zu tun hat und vielleicht noch neu drin ist), aber auf der anderen Seite sehe ich bei unserem Junior manches, was mir nicht so passt. Da dann aber das Geld das die Lehrer verdienen auch noch vorzuschieben als „Grund“ weshalb sie es sowieso besser machen sollten, finde ich … doof. Und ganz offensichtlich genauso falsch, wie bei uns. Aber bei der Person war es auch ziemlich sicher ein bisschen Sozialneid.

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      • Ja, es gibt wie überall schwarze Schafe. Manchmal haben Eltern und Lehrer auch einfach sehr unterschiedliche Vorstellungen, das sehe ich schon in meiner weiteren Familie. Ich weiß nicht, wie die Lage in der Schweiz aussieht, aber es gibt genug Dinge, die einem als Lehrer nicht gefallen, die man aber aus rechtlichen Gründen genauso machen muss. Da kann ich direkt mit den Lehrplänen anfangen, die teilweise totaler Schwachsinn sind, aber man verpflichtet sich eben sich daran zu halten. Da kann man nur hoffen, genug wichtige Dinge, die nicht (mehr) im Lehrplan stehen, trotzdem rüber bringen zu können.
        Es gibt bestimmt auch einige Studierte und Nicht-Studierte Berufe, die für den tatsächlichen Stundenlohn eines engagierten Lehrers nichtmal dran denken würden, zu arbeiten.
        Aber da kann ich nur den Titel des Blog-Eintrags zitieren: Man macht das ja nicht nur wegen dem Lohn. Ich habe zwar erst an zwei Abschlussfeiern teilgenommen, aber zumindest bisher immer ein stolzes Tränchen verdrückt, wenn ich die Schüler, die ich im Studium/Referendariat unterrichtet habe mit dem Abschlusszeugnis gesehen habe. Aus dem ersten Jahrgang kenne ich sogar eine Nicht-Absolventin, die trotzdem eine Ausbildungsstelle gefunden hat mit der sie sehr glücklich ist. Und am Ende wünschen wir uns doch genau das für unsere Schüler: dass wir ihnen fachlich und menschlich genug beigebracht haben, damit sie später den Beruf ausüben können, den sie wollen.

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  9. Wenn mir noch eine Krankenschwester ins Gesicht sagt „Selber schuld, dass ihr so viel arbeitet – aber ihr verdient ja auch sooooo viel“, dreh ich durch. Das wurde mir schon im Praktikum als UHU gesagt (Lohn nach Abzug des Personalzimmers zwischen 400 und 800.- pro Monat ohne Kantinen-Essen) und da hatten wir teils 55+ Nacht/Wochenenden ohne Vergütung.

    Als ich meinen Assistentenvertrag bekam, schaute mein Finanz-versierter Partner drauf und meinte „nicht schlecht für n Anfänger! Aber runtergebrochen auf meine 42 Stunden verdien ich mehr!“ Gleich alt wie ich, Bachelor in Ökonomie (FH) und 10 Jahre Berufserfahrung.. Und meine Kollegin startet ihre Stelle mit knapp demselben Lohn, wie ein befreundeter Journalist bei der Berner Zeitung (runtergerechnet ist der Artikel über die Miss Schweiz also besser bezahlt, als die Versorgung kranker Kinder.. Oh weh..)

    Also nein, der Ärztelohn ist auch nicht mehr das Gelbe vom Ei.. (Genug zum Leben, aber nach Steuern, Auto (zwangsweise dank Bereitschaftsdienst und unmöglichen ÖV-Verbindungen) und sehr viel weniger Freizeit als andere Menschen (von 42 auf 50 sind 6 Tahe die Woche oder ein Tag auf die 5 anderen verteilt) und der teils fehlenden Dankbarkeit vieler Patienten (egal ob Gärtner, Bäcker oder Kellner – da wird sich bedankt!), die eher in Respektlosigkeit kippt, relativiert sich das dann doch..)

    Da kann ich die Apotheker verstehen. Wir Ärzte bekommen es nur „hintenrum“ gesagt, weil wir nicht direkt mit Geld in Kontakt kommen (unsere Rechnungen kommen später), ihr müsst an der Front euren Lohn aus dem Portemonnaie des Kunden holen. Würden die Aufschläge direkt auf dem Medipreis drauf sein, würde aber niemand meckern (nur über die hohen Preise, aber da sind schlussendlich ja Novartis und Co. „schuld“..) Media sind eben keine Smarties (und die haben in den letzten Jahren auch arg aufgeschlagen :D)

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    • Ehrlich: bei euren Arbeitszeiten würde ich durchdrehen. Ich habe das mal ein paar Wochen auch gehabt – das reicht mir für den Rest des Lebens.
      Bei den Ärzten ist es halt auch so bei diesen Lohnangaben: Durchschnitt. Unten auf der Skala bist Du als UHU und oben der Spezialist und Oberarzt.

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      • Ja, die Lohnangabe der „Ärzte“ stimmt in diesen Umfragen Null (UHUs kommen so weit ich weiss nicht in diese Statistik). Bei den Assistenzärzten sind die Löhne relativ klar gegliedert, Männer und Frauen wird nicht unterschieden (vielen Dank!) und die Löhne sind teils sogar einsehbar (gibt z.B. die nette Liste Kanton vs. Stadt ZH). Bei den (erfahreneren) OAs, Leitenden, Chefs, Spezialisten, Selbständige, Angestellte.. spielt ne andere Musik, aber die können definitiv nicht in den Topf „aller“ Ärzte geworfen werden. Die Facetten sind derart zahlreich (und dann auch das persönliche Verhandlungsgeschick).. Wäre das gleiche wie „der Studentische Einstiegslohn“ von Bachelor bis PhD gemixt – oder aller „Lehrabgänger“

        Hach, an die Arbeitszeiten kann man sich gewöhnen.. Irgendwie hatte ich das schon im Studium, dass ich mich vom 0815-Leben distanziert habe und nicht verstand, wie meine Kollegen um 5 nach 8.24h aus dem Büro rauslaufen können und fast nochmals so viel Zeit am Tag übrig haben, wie sie gearbeitet haben.

        Ich denke, bei euch ist es wohl ähnlich – angestellt vs. selbständig macht doch arg ein Unterschied. Wenn man die Dokus über die Besitzerin der Zürich HB-Apotheke sieht, dann denkt man sich schon, dass der Apotheker-Beruf arg lukrativ sein muss. Doch das ist wohl eher, wie wenn man Vasella mit nem KMU-Chef vergleicht: Völlig realitätsfremd😀

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  10. Im öffentlichen Dienst gibts ja zum Glück Tabellen für alles. In Deutschland bin ich noch in E13 eingegliedert (http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l-2016&matrix=1), dürfte so Stufe 4 oder 5 mittlerweile sein.

    Genau weiß ich das nicht, weil ich ja gerade in Kanada einen Postdoc mache und dann vielleicht nochmal woanders hin. Ich achte nur darauf, dass man mir Verträge im öffentlichen Dienst (also keine Stipendien oder so) gibt, weil ich mir das auf die Stufen anrechnen lassen kann in Deutschland.

    So als Chemiker in Akademia ist das ein ordentlichen Gehalt wie ich finde. Wenn man irgendwann auf die Beamtentabelle (Tabelle A) wechselt, dann ist das nochmal nen großer Sprung nach oben.

    Klar, so viel wie ein Chemiker in der Industrie verdienen könnte (die GDCh wird nicht müde etwas von 65k Einstiegsgehalt zu erzählen) ist es sicher nicht. Auf meine wirklichen Stunden runtergebrochen und meinen Arbeits- und Lebenstil berücksichtigend bin ich aber mehr als zufrieden (darf man als Deutscher überhaupt zufrieden sein?).

    Hier in Kanada – oder allgemein in Nordamerika – wird man übrigens als Postdoc relativ schlecht bezahlt. Ich bekomme 40k CAD für 35h/Woche. Das ist für mich und die begrenzte Zeit hier aber ok. Die Erfahrung, mit der ich ja auch bezahlt werde, ist schließlich viel mehr wert🙂

    P.S. Wird nicht durch das „Über Geld spricht man nicht“ dieser Sozialneid noch mehr angefacht? Man sieht doch hier sehr schön wie viele falsche Vorstellungen man von anderen Berufen hat. Aber wenn keiner drüber spricht…

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  11. Oh, ja. Das beliebte Thema „man macht das ja nicht nur des Geldes wegen“. Ich bin immer wieder fasziniert, wem alles so vorgeworfen wird, er würde ja unglaublich viel Geld verdienen. Irgendwie haben da viele den Bezug zur Realität verloren.
    Leider habe ich in Hinblick auf Gehalt und Arbeitsbedingungen eines der schlechtesten Fächer überhaupt studiert: Lasst auf jeden Fall die Finger von Tiermedizin! Ich bin (noch) Doktorandin und mit meiner offiziellen halben Stelle relativ gut gestellt (ca. 2000€ brutto) – auch im Vergleich mit vollen Stellen in der Tiermedizin.
    Freunde haben direkt nach dem Studium in einer Kleintierklinik angefangen und zwischen 1500 und 1800 € brutto verdient. Für eine Vollzeitstelle! Über die Arbeitszeiten möchte ich gar nicht nachdenken – aber das sind sicher 50h/Woche plus Nacht- und Notdienst. Eher mehr…
    Und dann hat man Sonntag Nacht im Notdienst die Leute, deren Hund seit einer Woche Durchfall hat aber heute abend ist es irgendwie schlimmer geworden und sie hätten ja leider kein Geld um das zu bezahlen (das ist wahrscheinlich in das dicke Auto geflossen, mit dem sie gekommen sind) aber als Tierärzt müsste man ja Tieren helfen und würde ihren kranken Wauzi sicher auch kostenlos behandeln.

    Ein interessanter Artikel dazu: http://www.wir-sind-tierarzt.de/2016/01/tieraerzte-im-gehalts-armenhaus/

    Und mein Entschluss: DAS mach ich nicht! Ich möchte zwar im tiermedizinischen Bereich bleiben, aber die Praxis wird es ziemlich sicher nicht werden.

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  12. Mir hat mir mal ein Patient ins Gesicht gesagt :Warum verdient ein Apotheker so viel Geld, dass er sich ein Haus kaufen kann? Das bezahlt schließlich die Solidargemeinschaft! Nö, macht sie nicht. Ich habe mir dann gedacht (aber nicht laut gesagt): „Warum verdient der Chef der TK so viel Geld, dass er sich JEDES JAHR ein Haus kaufen kann? DAS bezahlt die Solidargemeinschaft!“

    Ich habe diesen netten Mitmenschen dann gefragt, was er von Beruf sei. Er antwortete mir, dass er mir das nicht verraten würe. Ich vermutete aus dem Kontext des Gesprächs, er war Ingenieur und hatte ein wesentlich höheres Einkommen als meinereiner. Ich habe ihn dann weiter gefragt, ob ich denn so viel verdienen dürfe, dass ich mir genug zu essen kaufen kann – er meinte „Ja, sicher. Ich habe gemeint, dann muss ich aber alle Angestellten entlassen, da ich sie dann nicht mehr bezahlen könne – das führte zu einen irritiertem Blick. Danach wünsche ich ihm einen schönen Abend, da ich jede weitere Diskussion als sinnlos unterstellte.

    Der Sozialneid gerade gegen Apotheker ist politisch so gewollt, und es wird bewußt immer noch mit Zahlen von 1970 opperiert, sowie „Gewinn nach Steuern“ mit „Umsatz“ verwechselt, um das System langfristig besser auf Großkonzerne umstellen zu können. Da wird seit ca. 20 Jahren intensiv und immer wieder dran gearbeitet, und so langsam schlägt das Pflänzchen Wurzeln. Bis zu den ersten Blüten wird es vielleicht noch 5, vielleicht noch 25 Jahre dauern, aber die Entwicklung ist dank Neo-Liberalismus kaum mehr aufzuhalten, so nicht ein radikales Umdenken in der Bevölkerung (und auch bei der Politik) einsetzt. Wenn sich dieses Pflänzlein dann im Anschluss als Unkraut rausstellen sollte – hier mal die Erfahrungen der schwedischen Regierung vergleichen – dann ist das Kind eben in den Brunnen gefallen. Jakobskreuzkraut kann man kleinflächig noch bekämpfen – bei Ambrosia artemisiifolia kann man sich eigentlich nur noch mit abfinden.

    Kein anderer Geschäftsmann als Apotheker würden bei einem geschäftlich vorfinanzierten Risiko von 7.900€ einen Rohgewinn vor Steuern von 200€ akzeptieren (Revlimid 25mg 21St.) Oder bei 10.100€ schlappe 254€ (Glivec 400 100St.) Wenn man so ein Arzneimittel über einen Dispokredit vorfinanzieren muss, zaht man sogar dick oben drauf! Und wer mir jetzt mit „Banken & Kredit“ kommt – Apotheken dürfen keine Hypotheken als Absicherung verlangen bis zur rechtsicheren Akzeptierung durch die Kassen. Und wer mir jetzt mit Supermärkten und 1% Rohgewinnspanne kommt – da wird bar (oder via Direkabbuchung) gezahlt, und nach 1 Jahr kommt der Kunde nicht vorbei und sagt: Bei diesem Kassenzettel fehlt der i-Punkt bei ´Kassierer´, deshalb bekomme ich jetzt für meinen 150€-Einkauf vom 21.03.2015 das gesamte Geld zurück!

    Letzthin ist es so wie mit allen „Feindbildern“. Würde man sich mal mit demjenigen persönlich auseinandersetzen, könnte man zu einem anderen Weltbild gelangen – dies ist aber nicht gewollt. Oder wie der Chef einer rechtsradikalen Partei neulich unvorsichtiger Weise im TV bei einem eher privaten Interview sagte: Wenn man sich mit den Flüchtlingen unterhält, kann man sie ja anschließend nicht mehr hassen!

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