Ein Grund mehr rechtzeitig zu schliessen ….

… man wird sonst verklagt.

Am 20. Dezember 2014 lief der Weihnachtsverkauf auf Hochtouren. So befanden sich in einem Luzerner Kosmetikgeschäft um 16 Uhr, als die Filialleiterin die Ladentür schloss, noch einige Kunden im Laden, welche ihre Einkäufe bezahlen wollten. Zwei Polizisten in Zivil, die um 16.15 Uhr um Zutritt in den Laden baten, kannten keine Gnade, wiesen das Personal zurecht und verzeigten das Geschäft.

Nett.

Gefunden unter den Kandidaten für den Rostigen Paragraphen – wo das unnötigste Gesetz oder der ärgerlichste Entscheid  gesucht wird. (Zu finden und abzustimmen hier).

Kosmetikgeschäft steht da – aber irgendwo habe ich gelesen, das war eine Drogerie. Wie auch immer: Ich mach jetzt zu, bitte gehen Sie, ich will keine Strafe zahlen müssen … Ich versuch‘ das mal morgen Abend.

15 Antworten auf „Ein Grund mehr rechtzeitig zu schliessen ….

  1. ???

    Liebe Pharmama kannst du bitte einem ostdeutschen der mittlerweile Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr gewöhnt ist und seit er in München lebt sich wieder an 20 Uhr gewöhnen musste, diesen speziellen Fall erklären ?

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    1. Der 20.12.2014 war ein Samstag. Ich gehe davon aus (obwohl ich es nicht weiß), dass Samstags in der Schweiz der Gesetzliche Ladenschluss um 16.00Uhr ist – wobei das, wie Google mir gerade verraten hat, regional unterschiedlich geregelt sein kann. Um 16.15Uhr hatte der fragliche Laden also schon um 15min „überzogen“. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass durch „Nichtbeachtung“ des Ladenschlusses sich dieser Laden einen Wettbewerbsvorteil gegenüber allen Konkurrenten verschafft, die sich an das Gesetz halten.

      In D gilt der offizielle Ladenschluss als Sache des Bundeslandes – Wiki hat eine Übersicht http://de.wikipedia.org/wiki/Laden%C3%B6ffnungszeit#.C3.9Cbersicht . Viele haben noch die Regelgung im Kopf: Wochentags um 20.00 Uhr und Samstags um 18.00 Uhr. In Manchen Bundesländern stimmt dies auch noch. Das sind auch die Zeiten, ab die eine notdienst-habende Apotheke die „Notdienstgebühr“ verlagen darf – denn die Notdienstgebühr bezog sich mal auf das Ladenschlussgesetz (Dienst nach offiziellem Ladenschluss schieben zu MÜSSEN kostet extra). „Gestattetes Überziehen“ ist ebenfalls per Gesetz geregelt – manchmal geht es prinzipiell, manchmal muss man dafür eine spezielle Ausnahmegenehmigung einholen.

      Dabei darf man nicht vergessen, dass ursprünglich das Ladenschlussgesetz die Angestellten vor ausufernden Geschäftsideen der Ladeninhaber beschützen sollte. Schließlich will auch die Kassiererin im Supermarkt irgendwann nach Hause, um z.B. ihren Kindern einen Gute-Nacht-Kuss zu geben…

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      1. Danke für die Antwort, sehr aufschlussreich, ich habe mich nie mit de Ladenöffnungszeiten in der Schweiz oder Östereich beschäftigt.

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      1. @Pharmama

        Auch im Westen der BRD gibt es viele Bundesländer, die solche Öffnungszeiten haben. Verwöhnt ja … na und man gewöhnt sich daran und muss sich damit selber arrangieren, wenn man im Dienstleistungssektor arbeitet.

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  2. @Aga: Ganz einfach: es gibt ein Ladenschlussgesetz, das dem Ladeninhaber vorschreibt, wann er schliessen muss – in diesem Fall samstags um 16 Uhr. Lässt er ihn länger offen, verstösst das gegen das Gesetz.
    Während ein normal denkender Mensch weiss, dass es viele Kunden kein bisschen interessiert, ob das Personal auch mal heim möchte, für die Zeit nach Ladenschluss bezahlt wird oder ob das eine Gesetzeswidrigkeit ist und dass diese Kunden deshalb erst um Punkt 16 Uhr erst zur Kasse kommen, haben diese Polizisten Kundschaft im Laden gesehen und wohl messerscharf gefolgert „Das Personal bedient heimlich und voller Begeisterung noch nach 16 Uhr Kundschaft, das gehört angezeigt!“

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  3. Der Kanton Luzern ist grässlich, was die Ladenöffnungszeiten angeht. Ich habe eine Weile in einem Luzerner Spital gearbeitet, Arbeitszeiten in der Regel von 7.30 – 19.30. Ladenöffnung 8.00 – 18.00, Donnerstags etwas länger. Einkaufen fast unmöglich – ich musste mein Essen meist in Tankstellen besorgen oder gleich in Zürich, wenn ich übers Wochenende zuhause war. Dass es dann auch noch so rigoros durchgesetzt wird, finde ich eine Frechheit.

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    1. Danke für den Kommentar, mir ist das selbe geschehen am LUKS (auch an anderen Spitälern, aber eher in der Peripherie). Bei uns war am Donnerstag natürlich noch Weiterbildung bis spät.. Und am Donnerstag einkaufen bringt es auch nur bedingt, da ja (ausser Wochenenddienst), das gekaufte meist nicht überlebt bis Montag..

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  4. Also ich hab noch im Kopf – gilt(galt) aber für Deutschland – „Kunden die bei Ladanschluss noch anwesend sind dürfen noch bedient werden“. Wie ist das in der Schweiz ?
    (Es ging ja in diesem Fall um Kunden die NOCH BEZAHLEN WOLLTEN?)
    Aber Anzeige heißt noch nicht Anklage bzw Verurteilung, vielleicht konnte sich die Angelegenheit noch klären ?
    (ich erinnere mich an ein Kaufhaus, da wurde 5min vor Ladenschluss keiner mehr reingelassen – um sowas zu vermeiden)

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    1. Mir ist es auch schon passiert, dass ich 5min vor Ladenschluss eines Baumarkts aus selbigen herauskomplimentiert wurde bzw. werden sollte. Nur war nicht ich der geschwindigkeitsbegrenzende Schritt, sondern meine Herzallerliebste, welche sich einfach nicht für die Farbe eines Blumenübertopfs entscheiden konnte…. Ich kann aber auch verstehen, dass die Angestellten irgendwann Feierabend machen wollen – und nach „ZU“ ist noch lange nicht „Feierabend“…

      …so habe ich selbst mal jemanden aus meiner Apo-Theke „rausgeschmissen“: Samstags, ca. 30min nach unserem offiziellen Öffnungszeitenende, ich bediente noch schnell einen Akut-Patienten mit dringendem verschreibungspflichtigen Arzneimittel, der mich vorher angerufen hatte – schlenderte noch eine (prunkvoll gekleidete) Dame mittleren Alters herein. Als Patient abgearbeitet, fragte ich, ob ich denn helfen könne, wenn sie etwas spezielles suchen würde… Nein, ich schaue bloß… …und sie setzte weiter ihren Preisvergleich langsam von Regal zu Regal ohne offenkundige Kaufabsicht fort. Ich meinte dann, dass wir eigentlich schon seit 30min zu hätte, ich ich gerne helfen würde, weil ich den Laden gerne zuschließen würde, weil ich nähmlich noch woanders hin müsse… Daraufhin drehte jenige Person sich ruckartig um, Rücken durchgedrückt und den Blick fest auf die Oberkante der Ausgangstür gerichtet, und schritt – den Stolz eines Monarchen in sich tragend – ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen oder mein „Ein schönes Wochenende noch!“ zu beantworten gen Freiluftfläche. Jeder halt so, wie er es braucht. Dass auch ein Verkäufer – gar ein Ladeninhaber (der ich ja nicht bin) auch ein Privatleben hat – und in diesem Fall der Herzallerliebsten das Mittagessen auf dem Herd kalt wurde – interessiert diese Kundenklientel nicht im allergerinsten. Empathie – Fehlanzeige. Aber: Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht!

      Es gibt aber nun mal leider auch bestimmte Kunden, auf die kann man verzichten – auch wenn sie vielleicht viel Umsatz machen würden – denn wenn Gewinn / Aufwand < 1 ist, kann der Umsatz noch so groß sein, das Betriebsergebnis wird negativ bleiben. Und wenn man dann solch Negativgeschäfte rechtzeitig abwürgt, erspart man sich viel Stress.

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    2. Ich stelle mir vor, wie das wäre, wenn ich um Punkt Ladenschluss durch die Apotheke rufen würde: Fertig für heute! Alles liegen lassen und raus!

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