Fünf-Finger-Rabatt oder: Ladendiebstahl!

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Was ist da im Moment los? Bei uns wird geklaut (oder zumindest versucht zu klauen) wie nie. Das Problem haben wir schon länger, dass vor allem die Männerparfüms praktisch alleine davonlaufen. Wir haben so in drei Monaten fast 1000 Franken verloren – was wir an einer Zwischen-Inventar bemerken mussten. Die Lücken waren da auch von Auge nicht mehr zu übersehen.

Als erste Gegenmassnahme haben wir nun praktisch nur noch Leerpackungen und Tester dort stehen. Das hat halt den Nachteil, dass man bei Interesse erst den Inhalt heraussuchen muss (vom Lager hinten) und wieder schön verpacken. Mehr „wir haben Videoüberwachung“-Schilder sollen wir nicht aufstellen, da das optisch nicht passt. Und für eine komplette elektronische Warensicherungsanlage ist der Verlust (noch) nicht gross genug.

Dafür habe ich von der Kantonspolizei Abteilung Prävention jemanden ins Haus geholt für eine interne Mitarbeiterschulung zum Thema Ladendiebstahl. Das hat zumindest in dem Sinn geholfen, dass wir alle jetzt einiges aufmerksamer sind. Und das hat schon Resultate gezeigt.

Allein im letzten Monat hatten wir diverse versuchte Diebstähle – von denen ich zumindest jetzt weiss.

Da wäre der Herr mit Ziegenbart und Langhaarfrisur, der reinspaziert, begrüsst wird, meldet, er wolle sich rasch umschauen und dann hinter der Gondel (das sind diese freistehenden Regale) abtaucht. Da hinten lässt er (ausser Sicht des immer noch in der Nähe stehenden Personals) „versehentlich“ zwei Kondompackungen fallen, von denen er eine wieder zurückstellt – und die zweite unauffällig einsteckt. Danach verlässt er das Geschäft auf direktem Weg wieder. Echt jetzt? Kondome? Der hatte es wohl nötig.

Oder der Herr abends im Adidas-Trainer mit Sporttasche. Nachdem wir eine Lücke im Regal mit den Parfüms entdeckt haben, ging ich die Videoüberwachung tageweise durch bis zu dem Tag, wo die Flasche noch da war. Dann langsam bis zu dem Moment wo er hereinkommt, angesprochen wird von Donna und nach etwas fragt (Zahnbürste oder so) und beim kleine Runde drehen durch den Laden hinter dem Rücken von Donna die Flasche mit geschickter Bewegung in der oben offenen Tasche verschwinden lässt. Auf dem Überwachungs-Video schön zu sehen, wie er vorher „peilt“ ob auch grad niemand direkt in seine Richtung schaut. Das Bild von ihm habe ich ausgedruckt und aufgehängt, denn so „sicher“ wie der vorging, hat er das nicht zum ersten Mal gemacht.

Danach haben wir Leerpackungen aufgestellt und … ja, der Herr kam wieder, wieder abends. Leider waren grad alle am bedienen, so dass wir ihn nicht persönlich dabei ertappen konnten, aber seine Überraschung, als er wieder eine Packung in der Tasche verschwinden lassen will und da einfach nichts drin ist, und er sie darum fast fallen lässt und dann wieder zurückstellt war zu schön zu sehen. Noch schöner, dass Sabine ihn wohl erkannt hat und ihm dann im Abstand von 1 Meter bis zur Türe folgt. Der kommt wahrscheinlich nicht so schnell wieder.

Vielleicht aber doch. Die Leute sind frech. Da war der Herr (im Anzug notabene), der bei Lehrling Minnie nach Nadeln fragte und als sie die nach hinten holen ging, hat er sich auch bei den Männerparfüms bedient. Er hat eine noch volle (eingeschweisste) Schachtel erwischt und will sie sich gerade oben in den Kragen stecken, als Urs dazukommt und ihn in flagranti ertappt. Auf Urs’ lautstarken Protest, dass er die Packung grad wieder hinstellen soll und aus der Apotheke verschwinden, fängt der Kerl noch an zu diskutieren, dass er das ganz sicher nicht klauen wollte – er wollte sich nur parfümieren. Klar, mit einer ungeöffneten Packung (deutlich kein Tester). Urs hat ihn dann rausgeworfen und mit der Polizei gedroht. Das hat ihm wohl wenig Eindruck gemacht, denn ein paar Tage später war er bei mir da. Diesmal hatten wir den Laden voll, so dass ich, als mich Sabine auf ihn aufmerksam machte (er war total anders angezogen, diesmal in Winterjacke und Rollkragenpullober aber er hat wieder nach Nadeln gefragt), meine Kundin praktisch stehen lassen musste um mich um ihn zu kümmern. Zusammen mit Sabine haben wir ihn in den Beratungsraum gebeten und ihm gesagt, er soll seine Taschen bitte leeren, da wir vermuten, dass er etwas eingesteckt hat. Nun, die Taschen waren leer, aber als ich ihn gebeten habe, noch einen Moment zu bleiben, da ich gerne einen Blick auf die Aufnahmen der Überwachungskamera werfen wolle, hat er wieder angefangen auszurufen: „Saftladen hier, komme nie mehr!“ bevor er geflüchtet ist. Die Aufnahmen sind nicht ganz deutlich, aber er hat es zumindest wieder versucht: er ging diverse Packungen durch, die er (da leer) wieder zurückstellt, einmal fasst er sich allerdings an den Kragen, so dass er oben etwas hineingesteckt haben könnte. Wenn, war es diesmal ein Tester, da sonst nichts fehlt. Allerdings konnte ich das schlecht kontrollieren, es sei denn er hätte Striptease gemacht / seine Jacke und Pullover ausgezogen … Nun, wollen wir hoffen, dass er seine „Drohung“ wahrmacht, ansonsten gebe ich ihm nämlich Ladenverbot.

Manchmal sind es sogar Stammkunden. Der Mann letzten Freitag zum Beispiel, der neben seinem Einkauf noch darauf hingewiesen werden musste, dass er auch noch ein Fläschchen ätherisches Öl von uns in seiner Jackentasche hat, das er noch bezahlen sollte, bevor er den Laden verlässt. Der hat die Kartonpackung vorher schon abgenommen, unauffällig entsorgt und es dann eingesteckt. War natürlich trotzdem „keinerlei Absicht“ und er hat das einfach „vergessen“ … Hmmhmm. Ratet mal, wer die nächsten Einkäufe einen persönlichen Begleiter haben wird – die ganze Zeit im Laden?

Aber es sind nicht immer nur die Männer. Gut in Erinnerung ist mir noch die elegante Frau, die Donna aufgehalten hat, als sie mit einer reichlich teuren Reinigunsglösung einer grossen Kosmetikmarke das Geschäft verlassen wollte. Vorher hat sie Donna mit ein, zwei Fragen beschäftigt, ein Muster verlangt und dabei von hinten im Regal das Produkt genommen (damit keine sichtbare Lücke bleibt). Das hat sie dann sorgfältig in ein Magazin, das sie übrigens auch von uns hat (so wie in Deutschland die Apothekenumschau aufliegend) eingewickelt und unter den Arm gesteckt. Von Donna darauf angesprochen, ob sie das nicht etwa noch zahlen will, hat sie auch erst überrascht getan, dass sie ganz vergessen habe  … und dann gemeint, sie habe nicht genug Geld dabei. Ausweis übrigens auch nicht. Nach kurzer Diskussion hat Donna dann von ihr das gesamte Geld im Portemonnaie verlangt (50 Franken) und das Produkt dabehalten. Sie könne dann noch den Rest bezahlen kommen, alternativ wäre auch das Einschalten der Polizei eine Möglichkeit. Die Frau kam dann später mit dem Rest des Geldes. Seither haben wir sie nicht mehr gesehen …

GRTB-Infographic

Gut ist, dass es inzwischen reicht, die Ware zu verstecken und an der Kasse vorbei in Richtung Ausgang zu gehen – ich muss nicht mehr wie früher „warten“ bis der Nicht-Kunde das Geschäft mit der Ware verlassen hat, damit der Tatbestand des „Diebstahls“ erfüllt ist. Trotzdem ist es für uns paar in der Apotheke immer noch mühsam so einen Dieb nach Versuch oder Tat zu stellen. Eigentlich sollte man das immer zu zweit machen und falls er/sie die Taschen nicht zeigen will oder den Ausweis muss man die Polizei holen und ein Ladenverbot aussprechen / ausstellen. In der Praxis ist es oft schwer, das zu zweit zu unternehmen (so viele sind wir nicht) und die verdächtigen Leute verschwinden gerne schnell, noch bevor man zu „Taschenkontrolle“ oder „Ausweis“ gekommen ist. Bei der Prävention sind wir da erfolgreicher. Naja, relativ, wie man sieht.

Ist das bei Euch auch so schlimm? Bekommt man das überhaupt mit, wenn man nicht selber im Verkauf arbeitet?

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VITUP – Vitamine persönlich und verblistert

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Ihr kennt das: es kann ein Problem sein, wenn man regelmässig verschiedene Tabletten (oder Kapseln etc.) nehmen muss. Es ist auch durchaus nicht so, dass man die alle zur gleichen Tageszeit nehmen muss. Die einen Morgens, die anderen Mittags, abends oder gar vor dem Schlafen. Gut, wer da die Übersicht behält. Hilfsmittel … helfen. Dosette zum Beispiel, da gibt es auch welche, wo man die Tagesdosen einzeln mitnehmen kann.
Aber wie macht ihr das mit den Vitaminen und Mineralstoffen und Spurenelementen?
Man weiss ja heute, dass es gar nicht gut sein kann, unkontrolliert und vor allem in hohen Dosen diese Stoffe einzunehmen – und das, obwohl sie eigentlich lebenswichtig und essentiell für eine Vielzahl Prozesse in unserem Körper sind. Gewissen Untersuchungen nach ist zudem in unseren Nahrungsmitteln immer weniger davon drin – von den hochgradig prozessierten Fertigprodukten und vom Fast Food will ich gar nicht anfangen.
Das stellt einen gesundheitsbewussten Menschen heute vor diverse Probleme:
Wenn es besser ist gezielt für verschiedene Problembereiche die Vitalstoffe einzunehmen, als ungezielt und breit gestreut und vielleicht auch zu hoch dosiert welche zu sich zu nehmen – Welche sind das?
Diese Vitalstoffe gibt aber häufig nur in Kombinationen mit einer (unnötigen) Vielzahl anderer. Das ist unnötig und nicht wirklich optimal.
Und wenn man die Vitalstoffe einzeln erwirbt, hat man dann diverse Packungen, von denen man am besten die einen am morgen, die anderen besser mittags oder gar abends nehmen sollte – das ist kompliziert und unpraktisch zum mitnehmen.

Aber dafür gibt es neu eine Lösung auf dem Schweizer Markt:

Die VITUP Vitalbox
Sie wird auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten zusammengestellt – anhand eines einfachen online auszufüllenden Fragebogens. Alter, Geschlecht, Lebensumstände, Aktivität, spezifische Problematiken wie Hautprobleme, Schlafprobleme, erhöhter Bedarf von Sportlern, Ernährungsstand … all das wird erhoben und anhand von den Resultaten die Vitalstoffe ausgesucht.
Diese Vitalstoffe sind alles Nahrungsergänzungsmittel und als solche bei der empfohlenen täglichen Einnahme problemlos.
Und der Clou an der Box: die Vitalstoffe (Tabletten und Kapseln und Ölkapseln) werden fertig verblistert für die richtigen Einnahmezeitpunkte geliefert. So hat man alles zusammen und in einer Form, die sich auch sehr einfach mitnehmen lässt – zum Beispiel zur Arbeit oder in den Ausgang. Damit lässt man keine Dosis mehr aus.

So sieht die Box aus:

Vitup_Box

Die Firma weiss, womit sie handelt: sie arbeiten mit Apotheken und Drogerien zusammen, die Auswahl wurde von Gesundheitsfachpersonen gemacht und nur hochwertige Produkte ausgesucht. Die Verblisterung findet in der Schweiz statt – übrigens in der schweizweit einzigen Firma, die im Reinraum professionell verblistert: siehe hier: Schweizer Blisterzentrum.

Zusätzlich, dass ich über die Box berichten darf, darf ich noch eine 4 Wochen-Boxen verlosen. Sie wird dem Gewinner gratis zugeschickt – der Inhalt bestimmt er/sie selber mit dem Fragebogen.
Interessenten hinterlassen hier unter dem Post einen Kommentar, dass sie gerne eine Box gewinnen möchten, am 15. November lose ich den Gewinner aus und benachrichtige ihn per mail (bitte korrekte Mailadresse angeben).

Wer kein Glück hat bei der Verlosung hat, kann sich auf Vitup.ch trotzdem selber eine Box zusammenstellen und bekommt sie mit diesem PROMOCODE CHF 5.- günstiger: VITAL2017  (gültig bis 30. November).

Wie die Zeit vergeht …

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ticktack

Medikamente kann man nicht retournieren in die Apotheke, wenn sie einmal draussen gewesen sind ist auch unsicher, wie sie in der Zwischenzeit aufbewahrt wurden, die kann ich dann häufig nicht mehr weiter brauchen sondern nur noch entsorgen. Bei Kosmetikprodukten sieht es etwas anders aus. Die grossen Firmen mit den wohltönenden Frauennamen nehmen noch Retouren – verlangen aber bei Kundenretouren zum Beispiel wegen Allergie oder derartigem inzwischen ein ganzes A4 Formular mit allen möglichen Angaben zu Kunde und Produkt und Problem, ansonsten bekommt man als Drogerie/Parfümerie/Apotheke auch dafür gar nichts mehr.

Wir sind trotzdem sehr grosszügig, was so Kosmetik- und Körperpflege-Produkte angeht, aber … das hier war dann doch ein bisschen zuviel:

Im späten Abendverkauf kommt einer unserer Stammkunden herein; Herr Tid. Inzwischen bin ich mit Donna alleine, aber da er sowieso meist ein medizinisches Problem hat, respektive mit Rezepten vorbeikommt, nehme ich ihn.

Mit dabei hat er einen grossen Papiersack, den er neben sich auf die Theke stellt und mir folgendes erzählt:

Herr Tid: „Letzten oder vielleicht auch vorletzten Sommer habe ich dies hier gekauft …“

er zieht eine Packung Veet Easyspray aus der Tüte.

„Und die sprühen nicht richtig, sie sind defekt … kann man da irgendetwas machen? Die sind noch ungebraucht, die meisten.“

Pharmama: „Hmm … Mal sehen …“

Letzten oder vorletzten Sommer ist doch etwas her – aber wenn sie defekt sind … vielleicht kann ich schauen an was es liegt (gelegentlich ist die Düse nur verstopft und lässt sich mit warmem Wasser wieder zum sprühen bewegen, oder sonst muss ich bei der Firma anfragen, vielleicht sind die auch nach der Zeit kulant und tauschen das aus, da defekt …

Ich schaue den Spray an und was mir zuerst auffällt ist, dass der deutlich gebraucht wurde: Produktspuren um die Düse.

Pharmama: „Okay, der hier ist ja gebraucht, vielleicht kann ich mit etwas …“

Er zieht mir den Spray aus der Hand, greift in den Sack und zieht 2 ungebrauchte (oberer Teil auch noch eingepackt in Folie) heraus.

Herr Tid: „Die sind noch alle ungebraucht! Ich habe noch mehr im Auto.“

Das stimmt, so wie sie aussehen. Nur … als ich sie umdrehe, fällt mein Blick auf das Verfalldatum. Wir haben Mitte 2017. Der eine Spray ist Ende 2016 abgelaufen, der andere 2015.

Pharmama: „Oh, die haben sie von uns? Die sind beide abgelaufen, da kann es gut sein, dass die nicht mehr so gut sprühen wollen.“

Ich meine … ich will ihm nichts unterstellen, es kann vorkommen, dass wir Produkte mit knappem Verfall auch an Lager haben. Andererseits … irgendwie kommen mir die Sprays nicht sehr bekannt vor.

Ich lese den Strichcode im Warensystem ein.

Es kommt gar nichts.

Seltsam.

Ich tippe es von Hand ein.

Veet Easyirgendwas kommt, aber kein Spray.

Ich suche schrittweise, da ich weiss, das unser System Produkte, die ausser Handel sind aus der direkten Ansicht löscht. Und finde …

Pharmama: „Oh. Ja. Die sind tatsächlich ausser Handel. Sie werden nicht mehr hergestellt seit … 2010.“

Er steht jetzt etwas peinlich berührt da, aber bei mir siegt die Neugier und ich schaue noch, wann die bestellt wurden.

„Und bestellt wurden 10 davon im Sommer 2009.“

Kleine Pause.

„Ja, das ist doch etwas zu lange her. Sie sind abgelaufen und werden auch nicht mehr hergestellt, die tauscht mir auch die Firma sicher nicht mehr um.“

Herr Tid: „Dann kann ich sie nicht zurückgeben?“

Pharmama: „Doch. Ich werfe sie für Sie weg, wenn Sie möchten. Umtauschen geht da leider nicht, auch wenn sie nicht verwendet wurden.“

Er packt seine Sprays wieder ein, verabschiedet sich und geht mit seinem Sack voller abgelaufener, wahrscheinlich nicht mehr funktionierender Haarentfernungssprays.

Donna arbeitet derweil im Kosmetikbereich weiter. Ich gehe zu ihr und frage sie, ob sie das mitbekommen hat. Hat sie gar nicht, also erzähle ich es ihr. Erstaunlicherweise erinnert sie sich: „Das war der eine Sommer, in dem er so viel gekauft hat. Das ist schon 8 Jahre her? Ui.“

Ja, wie die Zeit vergeht…

Schlechte Lagerhaltung?

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Kunde, der ein spezielles Produkt will:

„Warum haben sie das nicht an Lager? Ich habe es vor 3 Jahren hier gekauft!“

Letztens hatte ich noch einen besseren Fall: Und dieses Produkt musste ich fotografisch festhalten. Das war eine Extrabestellung, nachdem der Kunde sich sehr darüber erregt hat, dass wir ein derart klassisches und bekanntes Produkt nicht an Lager haben. Geht ja gar nicht! :

haarblut

Nun, ein „Klassiker“ ist das ziemlich sicher. Dem Design nach könnte es das Mittel seit Anfang letzten Jahrhunderts geben. Heute gehört das aber auch eher nicht zu den Sachen, die wir an Lager halten. Das erste Mal in 15 Jahren ist irgendwie zu wenig Nachfrage.

Immerhin können wir das noch bestellen – und das wie anderes ziemlich rasch. Und wir machen das auch – im Gegensatz zum Kaufhaus.

das Discounter-Gesundheitssystem?

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Danke an die Einsender, die mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht haben. Auch wenn das sensationell aufgemacht ist, der Artikel der Migros selber ist da realistischer. Es geht darum, dass die Migros und die Zur Rose kooperieren und nächstes Jahr zusammen (erst mal eine?) Apotheke in einem Kaufhaus in Bern integrieren. Auch wenn das jetzt aufgebauscht wird und manche schon wieder jubeln, dass dann die bösen hohen Apotheken-Preise fallen … die Zur Rose ist nicht der Retter der Patienten. Tatsächlich ist die bei mir ziemlich unten durch – um Gewinn zu machen operieren sie häufig an der Grenze zur Illegalität … und teils darüber hinaus, einfach um Tatsachen zu schaffen und auch zu sehen, wie weit sie gehen können.

Die Zur Rose Apotheke wurde 1993 von Ärzten als Ärztegrossist für die selbstdispensierenden Ärzte gegründet und beliefert seit 2001 als Versandapotheke auch Privatpatienten, obwohl der Versand von Medikamenten in der Schweiz laut Heilmittelgesetz eigentlich grundsätzlich verboten ist … oder anders gesagt: nur mit sehr definierten Ausnahmen erlaubt. 2004 expandierte sie nach Deutschland, inzwischen operieren sie nach der Übernahme der holländischen Versandapotheke DocMorris europaweit. Sie ist in den Jahren schon mehrfach negativ aufgefallen– vor allem den Apotheken.

Die Zur Rose belieferte nicht nur Ärzte in Kantonen, wo die Selbstdispensation erlaubt ist (also wo die Ärzte selber Medikamente verkaufen, eine Ausnahme die die Schweiz hat), sondern hat mit einigen Ärzten sonst Kooperationen und Verträge geschlossen, nach denen diese Ärzte, die der zur Rose Versandapotheke Patienten und Rezepte zuschleusen direkt vom so erzielten Umsatz profitieren. Riecht nach Korruption – und diese Praxis wurde vom Bundesgericht schliesslich verboten, da damit praktisch das Selbstdispensationsverbot ausgehebelt wurde und auch die freie Wahl des Leistungserbringers (in dem Fall der Apotheke) eingeschränkt wurde.

Ebenso verboten wurde der Zur Rose der Versand von nicht-rezeptpflichtigen Medikamenten, wenn nicht schon ein Rezept dafür ausgestellt wurde. Das Bundesgericht sagt hier deutlich: ein ärztliches Rezept braucht vorher direkten Kontakt zwischen Patient und Arzt. Die von der zur Rose praktizierte Ferndiagnose, die erst nach Eingang der Bestellung erfolgte (mittels online-Formular) stellt einen Verstoss gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht dar. So ist das hierzulande … aber es gibt ja noch das Ausland.

Im Ausland ist die Zur Rose ebenfalls als Versandapotheke tätig. Nach der Expansion nach Deutschland haben sie 2012 die DocMorris Versandapotheke mit Sitz in den Niederlanden für 25 Millionen Euro gekauft. Dieses Jahr haben sie es (mit wer weiss welchen Methoden) durchgebracht, dass der Europäische Gerichtshof ihnen erlaubt hat für Deutsche Patienten Rabatte (und geldwerte Anreize) auch auf den Bezug rezeptpflichtiger Medikamente anzubieten – wohingegen deutsche Apotheken das vom Gesetz her nicht dürfen (!). Man will ja eigentlich nicht Anreize schaffen, dass die Patienten unnötig / vermehrt Medikamente bestellen. Die Begründung für dieses Skandalurteil, das die deutschen Vor-Ort Apotheken benachteiligt und (wenn keine Lösung gefunden wird) zu einem Apothekensterben führen wird, ist mehr als zynisch: Angeblich besitzen die Vor-Ort Apotheken ja den diskriminierenden Vorteil, dass sie im Gegensatz zur Versandapotheke beraten können … das sollte reichen, das auszugleichen.

Die Migros – einer der beiden grossen Kauflädenketten in der Schweiz vor allem für Lebensmittel – versucht seit Jahren in das „Geschäft“ mit den Medikamenten einzusteigen. Ihre bisherigen Vorstösse gingen vor allem in die Richtung Medikamente und Arzneimittel ins eigene Sortiment aufzunehmen. Zum Glück sieht bei uns auch die Politik ein, dass Zustände wie in Amerika – wo es alles, was nicht rezeptpflichtig ist im Supermarkt gibt – nicht gerade der Gesundheit zuträglich sind. Ein Aspirin oder ein Paracetamol mag ja harmlos scheinen … aber ist es nicht! Die Verkäuferin kann (mangels Wissen) auch weder Wechselwirkungen abklären noch ob es überhaupt das richtige Medikament ist. Die Migros als Rezeptsammelstelle zu etablieren (auch durch die Zur Rose Apotheke) hat sich nicht so bewährt – Nun nimmt sich die Migros also Coop zum Vorbild und will die Apotheken in ihre Läden integrieren. Coop hat das System mit Coop Vitality schon länger. Ihr Vertragspartner ist dabei die Galenika Gruppe, ein Medikamenten-Grosshändler, der ausserdem noch die Amavita Apotheken betreibt und vor ein paar Jahren auch noch die Sunstore-Apotheken-Kette aufgekauft hat. Das ist also nichts wahnsinnig neues.

Dass da manche Krankenkassen schon Jubeln von wegen Sparen an den Medikamenten, sollte den Patienten vielleicht auch in dem Sinn zu denken geben: da werden manche Krankenkassen das als Anlass nehmen, exklusive Verträge mit diesen Discount-Apotheken abschliessen … und die Patienten dann zwingen (Versicherungsmodell) dort ihre Medikamente zu holen, oder es halt in der Apotheke bezahlen zu müssen. Analoges gibt es schon in der Kombination Assura Krankenkasse und Sunstore-Apotheken.

Von daher bin ich … mässig beunruhigt. Natürlich freut mich die Konkurrenz gar nicht, vor allem in dieser Kombination: Kaufhaus-Versandapotheke (beide mit hauptsächlich Blick auf kaufmännische Werte anstatt der gesundheitlichen oder sozialen). Eine Apotheke ist heute keine Geldgrube mehr, wie manche denken. Auch nicht in schon bestehenden Läden an gut frequentierten Stellen (denn auf dem Land wird man die sicher nicht finden). Aber da hinter der Kooperation viel Geld steckt, werden sie die Auflagen wohl erfüllen können … denn … es ist nicht so einfach eine Apotheke aufzumachen. Da gibt es eine Menge Auflagen und Gesetze, die erfüllt werden müssen. Da reicht es nicht, einfach eine Ecke im Kaufhaus dafür bereitzustellen. Es gibt bauliche Vorschriften, man braucht ein QMS System, womit unter anderem die korrekte Lagerhaltung kontrolliert wird, man muss am Notdienstturnus teilnehmen, es braucht qualifizierte Angestellte – namentlich Apotheker rund um die Uhr … und ich (persönlich) würde nicht für die arbeiten wollen.

Fabian Vaucher, der Präsident des schweizerischen Apothekerverbandes nimmt das auch sehr gelassen. Er vertraut darauf, dass unsere hochwertige Arbeit als Service-Dienstleister in der Öffentlichkeit die Geiz-ist-Geil-Mentalität schlägt.

Aber es zeigt (einmal mehr), wie sehr das Gesundheitssystem im Umbruch ist.

Passend dazu höre ich von Urs, dass unter den Drogisten fast Krieg ausgebrochen ist, als bekannt wurde, dass der Drogistenverband die Drogerie-Kette Müller in den Verband aufnimmt. Die ursprünglich aus Deutschland stammende Drogerie-Kette (die übrigens Partner der zur Rose Apotheke ist!) ist bekannt dafür, dass sie auf Fachpersonal (in dem Fall: Drogisten) weitmöglichst verzichtet und mit günstigen Verkäufern und geeignetem Einkaufsverhalten (die Masse macht’s und hier auch noch via Einkauf in Deutschland) als Discounter ihren Umsatz generiert. Unter den Voraussetzungen wollen viele Drogisten Drogerie Müller nicht als Mitglied des Drogistenverbandes sehen – auch wenn so (einiges) Geld durch Mitgliederbeiträge herein kommt.

Ich sollte hier für die deutschen Leser erklären, dass man in der Schweiz unter einer Drogerie ein von (ausgebildeten) Drogisten geführtes Fachgeschäft für Gesundheit und Schönheit versteht, das Wert auf eine fachkundige Beratung legt. Es gibt viele Heilmittel in Drogerien zu kaufen, nicht nur Produkte für die Schönheit. An vielen Orten kooperieren Drogerien und Apotheken heute deshalb – das Sortiment ergänzt sich – und das meist problemlos. Nun … wenigstens scheint bei uns das mit den Rezept-Pick-Up-Stellen, wo die Drogerikette dm in Deutschland mit der Zur Rose kooperiert  nicht mehr zu kommen.

Aber: die Discounter drängen ins Gesundheitssystem. Von allen Seiten.

Manche Wirtschaftler und diejenigen, die nur aufs Geld-sparen sehen freut das vielleicht. Ich finde das sehr kurzsichtig gedacht. Mir gefällt das gar nicht.

Wissen Sie weshalb?

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Drogist Urs arbeitet noch nicht so lange bei uns, da kam ein Kunde, männlich und fragte nach Slipeinlagen. Nichts ungewöhnliches, aber da Donna grad frei war, gab Urs ihn an sie weiter.

Das kam dem Kunden wohl grad recht. Es folgt ein „Verkaufsgespräch“ mit deutlich TMI (too much information = zu viel Information).

Kunde mit breitem Grinsen: „Die Slipeinlagen sind für meine Freundin. Wissen Sie, weshalb sie die braucht?“

Und ohne eine Antwort abzuwarten: „Die braucht sie wegen mir, wenn ich bei ihr bin, ist sie unten immer ganz … übertriebenes Augenzwinkern – Sie verstehen schon!“

Donna reagiert darauf so ganz gar nicht und bringt ihn nur zum Steller mit der Intimpflege und Einlagen auf die sie deutet.

Kunde: „Ich brauche aber eine, die nicht parfümiert ist! Ich sag ihnen auch warum: ich mag es nicht, wenn meine Freundin dort nach etwas anderes riecht als sie selber, vor allem nicht, wenn ich …“

Jetzt hat Donna genug. Sie schnappt sich die nächste Packung Slipeinlagen, dünn und unparfümiert, wendet sich ihm direkt zu, schaut ihm in die Augen und sagt: „War es das jetzt? Gibt es sonst noch etwas, das sie mir erzählen müssen? … (Pause) … Ansonsten ist da drüben die Kasse!“

Kunde – jetzt eher etwas kleinlaut, kauft die Packung bei ihr und geht.

Danach wendet sich Donna erbost Urs zu, der das Ganze gar nicht mitbekommen hat:

„Mach das nie mehr!“

Und damit stapfte sie erst mal davon.

Erst später am Tag, nachdem sie sich beruhigt hat, hat sie ihm erklärt was Sache war. Urs hat sich entschuldigt, indem er versprochen hat, derartiges nicht mehr weiterzugeben, wenn es ein Mann ist, der das verlangt. Damit war das gute Betriebsklima wieder hergestellt und die Sache erledigt.

Aber Leute gibt’s.

Gibaud – Stütze und Wärme. Therapie

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Merkt ihr’s? Es wird wieder kalt. Auch wenn wir hier nach dem verregneten Sommer einen ausgesprochen schönen (und warmen) Herbst hatten, jetzt geht es wirklich in Richtung Winter und kalt.

Genau der Richtige Zeitpunkt also, Euch hier eine Firma vorzustellen, die mit Wärmewäsche gross geworden ist und mit ihren orthopädischen Produkten auch in vielen Apotheken vertreten ist – in der Schweiz vor allem in der Romandie, aber sie sind auch international tätig: Gibaud.

Die haben eine amüsante Entwicklungsgeschichte: 1890 wurde die Firma von den Pichon Brüdern im französischen St. Etienne gegründet. Das Spitzenprodukt war ein Flanellband, das sich die Arbeiter um die Hüfte binden, um sich warm zu halten. Man kann sich vorstellen, dass das früher ein grosses Problem gewesen ist, nicht nur draussen, sondern auch wenn man in schlecht geheizten Räumen arbeiten muss.

1935 hat ein Dr. Gibaud nach einem Angelausflug mit Maurice Pichon dann den ersten schlauchförmigen Gürtel zum wärmen erfunden – statt Flanell nahm man jetzt Wolle und musste nicht mehr mühsam binden, sondern konnte ihn einfach überziehen. Der Slogan „Reins au Chaud du Dr Gibaud“ – etwa „warme Nieren von Dr. Gibaud“ macht die Marke bekannt.

Bild: links Vintage Werbung, rechts die moderne Version desselben.

Es folgen weitere Produkte der Thermotherapy wie Wollunterwäsche und dann ein komplettes orthopädisches Produktsortiment: die Marke Gibortho mit rezeptpflichtigen Produkten, spezialisiert auf Rheumatologie und Traumatologie zum Beispiel Cervikalstützen mit abnehmbarem und waschbarem Bezug und noch weitere innovative Produkte im Bereich Orthesen für Knie, Handgelenke etc.

Seit 2006 gibt es von ihnen den ersten Lendenstützgurt aus Jeansstoff: Lombogib®. Von diesen machen sie auch Schwangerschaftsgurte: Lombogib Maternity, den meine aktuell schwangere Kollegin testen durfte – an der Stelle ein herzliches Dankeschön für’s testen!

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Der Lendengürtel (Bild) wurde für die speziellen Anforderungen in der Schwangerschaft entwickelt. Hinten gut stützend, vorne elastisch unter dem Bauch. In der Grösse einstellbar besteht er aus 2 Teilen. Es gibt ihn in den Farben (Jeans-)blau und Grau.

Meine Kollegin meinte dazu: „Der Gurt stützt sehr gut – er ist sehr stabil, das Material sehr fest, fast dick. Für jetzt (im Winter) ist das gut, im Sommer vielleicht etwas zu „viel“. Einstellen und anziehen geht sehr gut, vorne ist er auch elastisch genug. Grundsätzlich eine sehr gute Sache.“

Anzufügen vielleicht noch, dass sie ihn nicht unbedingt „bräuchte“. Der Lombogib ist für Rückenschmerzen gedacht und Leute mit Rückenproblemen, die etwas Stütze brauchen können, auch nur phasenweise, bei belastenderen Aktivitäten.

Der Katalog von Gibaud, enthält noch eine Menge mehr an orthopädische Stützen, Kompressionsstrümpfen und Wärmetherapie-Wäsche – den werde ich in der Apotheke weiterhin brauchen, da ich das noch gelegentlich brauche. Auf den Packungen hat es übrigens QR Codes drauf, die (Patienten und Fachpersonal) zum Youtube Kanal von Gibaud führen, wo man sich (bisher zwar nur auf französisch) kurze Lehrfilme zu den Produkten ansehen kann.

Die Dinge die man so macht …

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Letztes Jahr gab es eine grössere Werbeaktion für ein Ding, das sich Facial Flex nennt und das angeblich ein Wundermittel gegen Falten im Gesicht sein soll. „Wundermitteln“ gegenüber bin ich allgemein sehr kritisch eingestellt – auch wenn das hier nicht etwas zum einnehmen ist, nicht einmal zum auftragen: das Ding spannt man sich in die Mundwinkel und man macht dann gegen den Widerstand den das bringt Gesichtsgymnastik. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das gegen Falten und ähnliches helfen soll, weshalb wir das kaum ins Sortiment nehmen würden. Aber das müssen wir auch nicht (selbst wenn wir könnten), das Ding wird in der Schweiz exklusiv (?) von den Sunstore Apotheken vertrieben.

Nun hatten wir da eine Kundin: nennen wir sie Frau Faldowa, die das un-be-dingt wollte – und die auch unbedingt wollte, dass wir das für sie von dort besorgen.

Nun, der Kunden Wille ist ihr Königreich, also haben wir uns das für sie schicken lassen. Günstig ist das auch nicht: der Facial Flex kostet 99 Franken. Wer wissen will, wie das aussieht und funktioniert, tue sich untenstehendes Video an (Achtung: mit Musik unterlegt)

Das Ding allein ist schon witzig genug, aber es wäre keine Story für den Blog, wenn es damit fertig wäre. Nach dem Kauf kam Frau Faldowa nach etwa 3 Wochen zurück, sang ein Loblied darauf, aber meinte auch, dass es ihr auseinandergefallen ist (ein Gummiring ist kaputtgegangen oder rausgesprungen)… und sie den Ersatzring nicht hineinbekommt. Ob wir nicht vielleicht? … immerhin habe sie das ja von uns? Sie komme dann morgen wieder vorbei!

Wir sind ja sehr nett und sagen, dass wir das zumindest versuchen können. Donna setzt sich hin und findet nach kurzer Internetrecherche eine Anleitung dafür.

Ich laufe gerade vorbei, als sie dabei ist, das zusammenzupfriemeln.

Pharmama: „Ist das der Facial Flex? Ich habe bisher nur Bilder gesehen.“

Donna: „Ja – Frau Faldowa will, dass wir ihr das wieder zusammenbauen, sie schafft das nicht selber, sagt sie.“

Pharmama: „Das sieht nicht nach hoher Wissenschaft aus …“

Donna: „Nein, wirklich nicht. Nur der Gummiring muss wieder rein.“

Pharmama: „Warte! – Du weisst, wie das Ding verwendet wird? Sie hatte das im Mund. Zieh Handschuhe an!“

Donna: „Oh! Iiih. Stimmt. Ja.“

Donna setzt es also zusammen und legt es wieder in die Schachtel. Ich lege noch die Anleitung dazu, wie man das macht. Wie gesagt: eigentlich eine unkomplizierte Sache, die sie auch gut selber könnte. Frau Faldowa hat keine Einschränkungen der Hände oder der Sehkraft – sie ist auch erst Mitte 40 oder so.

Frau Faldowa kommt es abholen. Verlangt haben wir dafür nichts. Bekommen auch nur ein Danke. Ist ja alles selbstverständlich.

Nicht mehr ganz so selbstverständlich finde ich es aber, als sie nach einer Woche wieder damit kommt … und nach einer weiteren Woche schon wieder?

Als ich das Ding also das dritte Mal in der Apotheke sehe, sage ich Donna (die inzwischen wirklich Übung damit hat, aber das braucht doch etwas Zeit und muss von uns mit Handschuhen gemacht werden): „Das wird jetzt aber nicht zur Daueraufgabe?“

Donna: „Sieht so aus.“

Pharmama: „Hat man ihr nicht gesagt, dass sie das gut selber machen kann?“

Donna: „Doch – wir haben ihr ja die Anleitung mitgegeben und ich habe ihr gezeigt, was sie machen muss. Sie meinte nur: Sie können das ja schon, machen Sie das.“

Pharmama: „Ookay. In dem Fall schlage ich vor, dass Du ihr sagst, dass wir das weiterhin machen können, wir dafür aber von jetzt an pro Mal 5 Franken verrechnen werden.“

… Das war dann offensichtlich genug Anreiz für sie zu lernen, das selber zu machen. Damit habe ich sie seitdem nicht mehr gesehen.

Sind Drogisten süss?

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Unser Drogist Urs hat noch ein paar Nachwehen vom alten Geschäft.

Heute habe ich so halb mitbekommen, wie er einen Kunden wie einen Kollegen begrüsst hat – offenbar war das so. Er hat mir nachher erzählt, wie das abgelaufen ist. Anscheinend hat der junge Mann auch im Kaufhaus gearbeitet, in einer anderen Abteilung allerdings. Wie Urs meinte, war er sich nie ganz sicher, ob er … naja, eher vom gleichen Geschlecht angezogen wird. Jedenfalls hat der Kollege ihn heute erkannt und da haben sie neben dem Einkauf noch ein bisschen geplaudert, wie es Urs so geht, was der Kollege jetzt so macht  … bis zu dem Moment, wo ein junger Mann zur Türe hereinschaut und ziemlich aggressiv ruft: „Was dauert da so lange? Du wolltest doch nur rasch was kaufen?!“

Kollege pikiert: „Ja, schon gut, ich habe hier nur den Urs getroffen, der hat doch früher mit mir gearbeitet.“
Worauf der junge Mann hereinkam, sich demonstrativ neben den Kollegen stellte und Urs sehr misstrauisch musterte: „Ah ja?“

Am liebsten (meinte Urs zu mir) hätte er ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen zu machen brauche. Da sei er keine Konkurrenz. Auch wenn es ungewöhnlich ist heute als Mann in einer Drogerie arbeitend …

Was mich zu der Frage inspiriert:
Habt ihr das Gefühl, dass man heute Männer, die in der Drogerie, Parfümerie arbeiten als homosexuell ansieht?
Ist nicht meine Erfahrung, also: weder dass sie es sind, noch dass man sie so ansieht. Oder irre ich mich da?

Kollegen verleugnen

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Gestern habe ich meinen Arbeitskollegen Urs verleugnet. Und es tut mir so gar nicht leid 🙂

Anruf – mal wieder, von einem mit hörbar indischem Akzent englisch redenden Mann.

Die Drogistin hatte ihn erst dran, sie reicht ihn mir mit den Worten:

„Er möchte ‚the Pharmacist‘!“

Immer ein Highlight. Also nehme ich ihr den Hörer ab und melde mich.

„Oh. Hello. Could you give me Mister (Apotheker-der-schon-seit-über-10Jahren-nicht-mehr-hier-arbeitet).?“

„No, Sorry, Mister (Apotheker-der-schon-seit-über-10Jahren-nicht-mehr-hier-arbeitet) does not work here anymore. I am the pharmacist, can I help you?“

„Do you have any other men working in the pharmacy?“

„No.“

Das ist … nicht ganz gelogen. Urs ist Drogist.

„No?“

„No!“

Keine Ahnung warum er einen Mann „braucht“. Was die Leute wollen ist im Normalfall irgendwelche Aktien verkaufen … und dass wir daran kein Interesse haben, kann ich ihnen auch sagen. Dafür brauche ich nicht noch Urs zu belästigen.

Er hat dann auch noch aufgehängt ohne sich anständig zu verabschieden. Soll ich das jetzt frauenfeindlich finden, oder dankbar sein?