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Sind Drogisten süss?

Unser Drogist Urs hat noch ein paar Nachwehen vom alten Geschäft.

Heute habe ich so halb mitbekommen, wie er einen Kunden wie einen Kollegen begrüsst hat – offenbar war das so. Er hat mir nachher erzählt, wie das abgelaufen ist. Anscheinend hat der junge Mann auch im Kaufhaus gearbeitet, in einer anderen Abteilung allerdings. Wie Urs meinte, war er sich nie ganz sicher, ob er … naja, eher vom gleichen Geschlecht angezogen wird. Jedenfalls hat der Kollege ihn heute erkannt und da haben sie neben dem Einkauf noch ein bisschen geplaudert, wie es Urs so geht, was der Kollege jetzt so macht  … bis zu dem Moment, wo ein junger Mann zur Türe hereinschaut und ziemlich aggressiv ruft: „Was dauert da so lange? Du wolltest doch nur rasch was kaufen?!“

Kollege pikiert: „Ja, schon gut, ich habe hier nur den Urs getroffen, der hat doch früher mit mir gearbeitet.“
Worauf der junge Mann hereinkam, sich demonstrativ neben den Kollegen stellte und Urs sehr misstrauisch musterte: „Ah ja?“

Am liebsten (meinte Urs zu mir) hätte er ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen zu machen brauche. Da sei er keine Konkurrenz. Auch wenn es ungewöhnlich ist heute als Mann in einer Drogerie arbeitend …

Was mich zu der Frage inspiriert:
Habt ihr das Gefühl, dass man heute Männer, die in der Drogerie, Parfümerie arbeiten als homosexuell ansieht?
Ist nicht meine Erfahrung, also: weder dass sie es sind, noch dass man sie so ansieht. Oder irre ich mich da?

Kollegen verleugnen

Gestern habe ich meinen Arbeitskollegen Urs verleugnet. Und es tut mir so gar nicht leid🙂

Anruf – mal wieder, von einem mit hörbar indischem Akzent englisch redenden Mann.

Die Drogistin hatte ihn erst dran, sie reicht ihn mir mit den Worten:

„Er möchte ‚the Pharmacist‘!“

Immer ein Highlight. Also nehme ich ihr den Hörer ab und melde mich.

„Oh. Hello. Could you give me Mister (Apotheker-der-schon-seit-über-10Jahren-nicht-mehr-hier-arbeitet).?“

„No, Sorry, Mister (Apotheker-der-schon-seit-über-10Jahren-nicht-mehr-hier-arbeitet) does not work here anymore. I am the pharmacist, can I help you?“

„Do you have any other men working in the pharmacy?“

„No.“

Das ist … nicht ganz gelogen. Urs ist Drogist.

„No?“

„No!“

Keine Ahnung warum er einen Mann „braucht“. Was die Leute wollen ist im Normalfall irgendwelche Aktien verkaufen … und dass wir daran kein Interesse haben, kann ich ihnen auch sagen. Dafür brauche ich nicht noch Urs zu belästigen.

Er hat dann auch noch aufgehängt ohne sich anständig zu verabschieden. Soll ich das jetzt frauenfeindlich finden, oder dankbar sein?

 

Weiteres Medikamentensterben in der Schweiz

Still und leise verschwinden im Moment wieder eine Menge Medikamente.  Glaxo, die Novartis OTC übernommen haben, räumen weiter auf. Die meisten Leute haben das mit dem Euceta noch nicht überwunden, und ich darf ihnen jetzt dies erklären:

Von der Novartis Sparte entfallen:

  • Tossamin Saft: es wird nur noch die Kapseln geben… wenn sie mal wieder lieferbar sind (seit Wochen sind sie es nicht mehr).
  • Voltaren Dolo forte Gel: 150g wird ganz ersetzt mit den 180g
  • Hemeran gibt es in Zukunft nur noch in den nicht kassenpflichtigen Grössen. Also: die Krankenkasse zahlt das nur noch, wenn man eine Zusatzversicherung hat.
  • Bei Panadol fallen 500mg Brausetabletten zu 10 Stück weg (die 20er gibt es noch), die 500mg Zäpfchen fallen weg, und Panadol C Brausetabletten 20 Stück (die 10er gibt es noch).

Bei der Glaxo selber:

  • Bei Besser Atmen (die Nasenstrips) entfallen in Zukunft die Packungen für die sensible Haut. Für die normale Haut gibt es weiterhin.
  • Cetebe: das retardierte Vitamin C Präparat
  • Physiogel: die ganze Linie!
  • Duofilm

Dabei werden hauptsächlich wirtschaftliche Gründe und eine „Straffung des Sortiments“ angeführt. Oder anders gesagt: für die kleine Schweiz lohnt sich der Vertrieb nicht.

Das sind nur die freiverkäuflichen Mittel – bei den rezeptpflichtigen Sachen verschwinden momentan auch immer mehr Medikamente, auch von anderen Firmen.

Ausser-gewöhnliche Kundenwünsche

Wir haben da einen Kunden – nennen wir ihn Herrn Timber – wenn der in die Apotheke kommt, meist am Abend spät, dann lache ich inzwischen schon, denn ich weiss: Das wird interessant!

Herr Timber kommt so gut wie nie wegen irgendwelchen Gesundheitsproblemen – er ist fit und gesund, um die 30 … und sieht ein bisschen „wild“ aus: Vollbart und lange Haare. Aber nicht wie der Hippster Typ –mehr wie der Holzfäller🙂

Aber die Sachen, mit denen er kommt…

Das erste Mal hatte ich ihn, weil ihn der Lehrling an mich weiterreichte da sie nicht wusste, ob das erlaubt ist. Er wollte Wasserstoffperoxid hochkonzentriert. Mehrere Liter. Und: ja, da sind wir ziemlich vorsichtig mit der Abgabe, da man dass zum Bombenbauen missbrauchen kann – und gerade in grossen Mengen … Hmmmhmmm?

Also habe ich ihn ein bisschen ausgequetscht und er war sehr kooperativ.

Pharmama: „Für was brauchen Sie das denn?“

Herr Timber: „Zum Schädel bleichen.“

Ummm …. was?

Ja, er wisse, das sei etwas ungewöhnlich, und wenn das nicht gehe, sei das auch okay. Aber er arbeite in einem Aquarium und gelegentlich konservieren sie nach dem Tod eines Bewohners dessen Skelett (Respektive Gräten?). In dem Fall war es ein Hai, dessen Schädel nach ein paar Jahren nicht mehr so gut aussah, und den wollte er jetzt bleichen. Mit Wasserstoffperoxid. Damit er weisser wird.

Ich hab’s ihm gegeben, nachdem ich das festgehalten habe und eine Kopie von seiner ID gemacht habe.

Ein anderes Mal fragte Herr Timber nach Mastix. Das ist ein Baumharz.

„Das habe ich nicht da – für was brauchen Sie das denn?“

„Zum Bart ankleben, ich habe im Internet gelesen, dass das geht.“

Ich habe schon erwähnt, dass er einen Bart hat .., dass der angeklebt sein soll wäre mir bis jetzt aufgefallen, weshalb ich ihn wohl ein bisschen schräg angeschaut habe – worauf er nur lachend meinte:

„Nein, das ist nicht für mich, mein Kollege braucht das für ein Mittelalterfestival demnächst.

Im Internet habe er gefunden, dass man das mit gelöstem Mastix macht, ob ich weiss, wie das genau geht – oder ob ich eine andere Idee habe? Er bräuchte das noch bald.

Ich hatte dann eine andere Idee: Wimpernkleber! Damit klebt man künstliche Wimpern an, da wird das auch mit Haaren an anderen Hautstellen gehen. Und den hatten wir da.

Wieder ein andermal kam Herr Timber abends vorbei und wollte etwas zum die Haare weiss färben, aber nur für kurz – Karneval oder so. Da gibt’s schon etwas, aber das macht die Haare reichlich kaputt, ist dauerhaft und wie das aussieht, nachdem ein Laie das gemacht hat ?… am Schluss habe ich ihm Trockenshampoo verkauft … das ist so weisses Pulver, das er dann halt so grosszügig auf dem Haar verteilen soll und das dann drauf lassen. (Normalerweise nimmt man nicht so viel und bürstet es wieder aus).

Aber mal Ehrlich – nach all den Anfragen kommt mir langsam der Verdacht, dass er vielleicht ein Geheimagent ist. Was denkt ihr?

Ausser Handel, aus dem Häuschen.

Als ich beim Nachbestellen sehe, dass das Mittel nicht mehr beim Grossist erhältlich ist – da ausser Handel, reagiere ich prompt. Ich weiss, dass wir das Nahrungsergänzungsmittel nur wegen genau einer Kundin an Lager haben – Frau Apfelschale schwört auf das und nimmt das schon seit Jahren. Für sie wird das eine mittlere Tragödie, denke ich … mal sehen, ob ich noch etwas machen kann.

Erste Massnahme: ich rufe bei der Firma an um zu sehen, ob die noch Restbestand haben –leider nein. Ich frage ob es ein Nachfolgeprodukt gibt – leider auch nicht. Offenbar wurde es zu wenig verlangt.

Zweitens: bekomme ich das noch woanders her? Ich telefoniere bei anderen Drogerien herum um eventuelle Restbestände zu sichern.

Drittens: gibt es das gleiche von einer anderen Firma? In dem Fall leider nicht. Nicht nur kein identisches Produkt – ich weiss auch, dass ich da nicht etwas anderes nehmen kann – laut der Kundin funktioniere nur das bei ihr, anderes habe sie schon versucht.

Dann telefoniere ich der Kundin mit den schlechten Nachrichten. Genau 4 habe ich noch für sie sichern können, die darf ich ihr bestellen. Nun – immerhin noch 4 Packungen, besser als nichts.

Etwa 2 Wochen nach dem Ausliefern der aus der ganzen Schweiz besorgten Packungen bekomme ich einen Anruf von der Frau Apfelschale: „Meine Tochter hat gesehen, dass man die noch bestellen kann. Könnten Sie mir noch ein paar Packungen besorgen?“

Pharmama: „Wo hat sie das gesehen? Laut Firma gibt es keine mehr und ich habe bei den anderen Drogerien besorgt, was ich noch konnte.“

Frau Apfelschale: „Sie sagt im Internet findet man noch welche! Ich habe leider keinen Computer, aber Sie können mir das doch auch dort besorgen!“

Pharmama: „Hmm. Ich habe meine Bezugskanäle, die vertrauenswürdig sind – und die habe ich jetzt ausgeschöpft. Irgendwelche Shops im Internet gehören da nicht dazu. Das müssten sie – falls Sie das wollen – als Patient selber machen, oder ihre Tochter fragen.“

Frau Apfelschale: „Aber -Sie hat gesagt, da muss man mit Kreditkarte bezahlen. Und dann kommt noch Porto drauf.“

Pharmama: „Ja, und das würde es dort auch, wenn ich das für sie bestelle. Bei manchen geht vielleicht auch auf Rechnung, aber … wie gesagt, dass müssten Sie oder ihre Tochter selber machen.“

Frau: „Das verstehe ich nicht. Ich habe das doch immer bei ihnen bestellt.“

Pharmama: „Ja, und das ging solange es noch hergestellt wurde und offiziell im Handel war. Jetzt ist es das nicht mehr und ich bekomme das weder vom Hersteller noch von unserem Lieferanten noch von den anderen Drogerien, die das an Lager hatten. Bitte fragen Sie ihre Tochter, dass Sie ihnen das im Internet bestellt, wenn Sie das so wollen und das dort tatsächlich noch erhältlich ist.“

Ich habe danach aus Interesse noch geschaut im Internet – aber bei den vernünftigeren Anbietern war das da schon als „nicht mehr erhältlich“ gelistet.

Tja. Ich hab gemacht, was ich konnte.

Nervprodukt

xprss

Schon vor en paar Wochen hatte ich erste Nachfragen nach diesem Mittelchen Express slim 1-2-3  – und da ich damals noch nichts davon gehört habe und mich die Kundin gefragt hat, was ich davon halte, habe ich mich schlau gemacht … und ihr dann meine Meinung dazu gesagt: Davon halte ich gar nicht viel.

Inzwischen nervt die Firma mit Dauerwerbung auf so ziemlich allen Kanälen für das Zeugs, darum ist es vielleicht an der Zeit hier auch ein paar Worte darüber zu verlieren.

Was es ist: noch ein Mittel zum abnehmen – mit Nahrungsfasern, die Fette und Kohlenhydrate binden und im Magen quellen, was zu einem gewissen Sättigungsgefühl führt. Das gibt es als einzelne Substanzen oder kombiniert auch schon. Hier ist die Grundsubstanz aus Äpfeln, Hafer und Karotten. Soweit so gut – habe ich sehr ähnlich auch bei uns an Lager.

Nur dass sie dieses Mittel anpreisen als wäre es Gottes Geschenk an übergewichtige Frauen (oder Männer).

Mit diesem Mittel muss man nicht einmal nebenbei aufs Essen achten, nein, damit nimmt man ab, auch wenn man weiterisst wie zuvor! O-Ton:

Auch wenn Sie weiterhin so essen wie früher, müssen Sie jetzt damit abnehmen.

Sie dürfen also essen was ihnen schmeckt, ohne zu verzichten und ohne zu hungern. Denn die Kapseln vernichten bis 75% der gefährlichsten Dickmacher und reduzieren den Hunger!

Sowas sollte einen schon sehr misstrauisch machen. Auf den (seriösen) Produkten steht nämlich im Normalfall drauf: „In Zusammenhang mit einer ausgewogenen Diät und Bewegung“ (oder ähnlich) – das hat seinen Grund.

und wurde es getestet? Aber natürlich!

eine offene klinische Studie mit 25 übergewichtigen Freiwilligen im Alter
von 28-62 Jahren, während 30 Tagen, ergab folgende durchschnittliche Resultate
(ohne Einhaltung einer Diät): Nach 15 Tagen 1,63 Kilo Gewichtsverlust,  Nach 30 Tagen 2,76 Kilo Gewichtsverlust

Das ist ja phantastisch! Oder etwa nicht?

Also: Jeder mit etwas naturwissenschaftlichem Hintergrund oder Ahnung von Statistik fasst sich jetzt an den Kopf: 25 Personen? Das ist so wenig, das ist nichts. 30 Tage? Das ist so kurz, das zählt fast nicht. Und „offen“ bedeutet: sie haben den Leuten gesagt, was sie bekommen und nicht gegen irgendein anderes Mittel oder Placebo getestet. Nicht sehr wissenschaftlich.

Sowas eine „Studie“ zu nennen grenzt an Verhöhnung.

Dafür präsentieren sie auf der Website, in jeder Werbung (und sogar im Fax an die Apotheken oben) einen „Button“ auf dem gross Testsieger! prangt. Herausgefunden wo oder gegen was das getestet wurde sonst habe ich bisher nicht.

Aber es geht noch weiter mit den Versprechungen:

Express-Slim ist ein geprüftes Medizinprodukt, deshalb auch in allen Apotheken und Drogerien in der Schweiz erhältlich. Somit haben Sie die garantierte Sicherheit, bedenkenlos und gesund abzunehmen.

Umm, Danke. Tatsache: Ich kann das bestellen. An Lager nehme ich das nicht. Es ist ein Medizinprodukt, kein Medikament … viel geprüft wird da nicht, ausser dass es einen nicht grad umbringt. Aber man sieht, wie sie die Apotheke hier als „Qualitätsmerkmal“ vorschieben.

Es geht noch weiter. Auf der Website versprechen sie ausserdem:

KAUF OHNE RISIKO 100% RÜCKGABE-GARANTIE!
Wir garantieren Ihnen: Sollten Sie innert 15 Tagen nicht an Gewicht verlieren, senden Sie uns *alles, auch die angebrochen Packungen zurück und Sie schulden uns nichts.

*Nur Gültig bei Rücksendungen der angebrochenen Packung, sonst wird der volle Betrag fällig. Wichtig: Dieses Versprechen gilt nicht beim Kauf in Drogerien und Apotheken.

Ah – toll. Ich hoffe, die Leute lesen auch das kleingedruckte nach dem Sternchen, sonst habe ich die nämlich in der Apotheke, weil man da die Sachen einfacher zurückgeben kann. … wenn man sich denn getraut zuzugeben, dass man das denen abgenommen hat. Ah ja – so eine 30 Tage „Intensiv“ Packung mit 180 Stk. kostet nur Fr. 149.- (statt 196.- … aber ich glaube 149 ist auch der Preis der bei uns hinterlegt ist …)

 

Von Angebot und Nachfrage

„Haben Sie Essigessenz?“ fragt mich die etwa 50jährige Kundin in der Apotheke.

Pharmama: „Nein, aber ich könnte es Ihnen bestellen. Brauchen Sie weisse oder braune?“

Frau: „Keine Ahnung.“

Pharmama: „Für was ist brauchen Sie es denn?“

Frau: „Ich habe gelesen, dass das ein günstiges Mittel ist gegen Nagelpilz.“

Pharmama: „Das habe ich zwar noch nicht gehört, aber ich kann mir vorstellen, das geht – immerhin hat es in den Nagelstiften Milchsäure drin und man macht damit ja auch nur den Nagel für den Pilz unattraktiv … Nun, ich schätze, dann ist es egal: dafür können Sie beide nehmen.“

Ich hole den Katalog zum Chemikalien bestellen.

Pharmama: „Der weisse ist etwas günstiger, die Mindestbestellmenge ist 1 Liter. Das bekommen sie für etwa 15 Franken.“

Frau: „Was?! Aber ich brauche nie so viel. Und das soll günstig sein?“

(Also ich habe das nie behauptet …, aber es ist günstiger als die Nagelstifte für fast 40 Franken, die man sonst für das verwendet)

Pharmama: „Nun, ich kann es ihnen in ein kleineres Gefäss abfüllen, aber ich kann nicht weniger bestellen als einen Liter, also bleibt der Preis gleich.“

Frau: „Das verstehe ich nicht. Mehr als 50ml brauche ich sicher nicht – dann müsste das nur etwa 1 Franken kosten! So stand das auch in der Zeitschrift!“

Pharmama: „Ja – aber da ich die Essigessenz ansonsten nicht mehr brauchen werde (das ist die erste Anfrage, die ich dafür in 10 Jahren habe), kann ich das Ihnen nicht so verkaufen.“

Das wäre ein klassisches Verlustgeschäft.

„Und auch mit den 15 Franken ist es immer noch günstiger als die Stifte – die kosten zwischen 30 und 40 Franken.“

Frau: „Das ist nicht günstig! Dann nehme ich halt meinen normalen Essig!“

Nur zu, versuchen Sie das. Solange das nicht Balsamicoessig oder welcher mit Himbeergeschmack oder Kräutern drin ist …

Interessant übrigens: Essigessenz ist bei uns praktisch nicht bekannt – findet man aber in Deutschland in jedem Kaufhaus, zum Teil in 5l Packungen. Für was eigentlich?

Sie lassen mich nicht schlafen!

Ich mach mir ein wenig Sorgen wegen Urs. Inzwischen ist er schon eine Zeitlang da und durfte einige unserer Kunden kennenlernen, auch speziellere … und auch manche, die ich noch nie gesehen habe.

„Haben Sie mir etwas zum Schlafen?“ Fragt die Kundin mittleren Alters meinen Drogisten.

Urs: „Ja – hier drüben? Was ist denn das Problem? Können Sie nicht einschlafen?“

Frau: „Doch – nur werde ich dann DIE GANZE NACHT GEFOLTERT! Können Sie sich das vorstellen? Wie das ist? Nicht schlafen zu können weil … ich bin die Stimme Gottes – ein Medium … und dann kontaktieren mich auch auch manchmal Engel – aber die Verstorbenen, das sind die schlimmsten. Die lassen mir keine Ruhe! Am schlimmsten ist Marilyn. Wissen sie überhaupt, WAS FÜR EIN BIEST DIE IST? Gar nicht so nett, wie sie immer dargestellt wird! Und mit ihren ständigen Forderungen lässt sie mich nicht schlafen!“

Uh …

„Ja, sie und noch ein paar andere sind hinter mir her. Vielleicht liegt das daran, dass ich die Reinkarnation einer jüdischen Prinzessin bin … Ja, ich komme ursprünglich aus Israel … also nicht in diesem Leben, aber früher mal. Ich bin sogar einmal nach New York geflogen, extra um diesen bekannten Rabbi zu besuchen … und stellen sie sich vor – dann war er in den Ferien! Haben sie mir dann dort gesagt. DAS KANN DOCH NICHT SEIN!“

Ah …

„Ja, die wollten mich nicht empfangen! Dabei bin ich doch selber von da – und ich habe Kontakt mit dem KAISER VON CHINA und Peter .. und ich glaube sie können gar nicht verstehen, mit was ich mich da herumschlagen muss. Und jede Nacht! VERSTEHEN SIE! JEDE! Ich bin doch nicht verrückt Ich bin einfach sehr sensibel! Und sie reden ständig mit mir!“

Das hier ist übrigens die Kurzfassung. Tatsächlich hat die Frau etwa 10 Minuten auf ihn eingeredet, während der Zeit sie ihn nicht zu Wort kommen liess (nicht dass ich gewusst hätte, was ich dazu sagen sollte und er wohl auch nicht) und durch ihre Art samt ausuferndem herumfuchteln direkt vor dem Gesicht und gelegentlichem sehr laut-werden zog sie die Aufmerksamkeit diverser anderer Kunden und Patienten auf sich. Kopfschütteln, bedauernswerte Blicke in seine Richtung und fast erschrockene in ihre …

AU weja. Tatsächlich ich verstehe – aber wohl nicht das, was sie denkt. Psychotisch höchstwahrscheinlich. Und ja: wir hätten Medikamente, die da vielleicht helfen könnten … nur gehört sie definitiv zum Psychiater dafür.

Während ihrer Litanei hat sich Urs langsam in Richtung Ausgang zurückgezogen … und sie folgte ihm natürlich. Als sie (endlich) eine Pause macht, versucht er es:

Urs (sehr einfühlsam): „Ja, ich sehe, sie sind eine sehr sensible Person mit einem speziellen Problem. Leider … kann ich ihnen hier gar nicht helfen. Aber vielleicht hilft es, wenn sie mit jemandem … professionellen darüber reden?“

Und damit hat er sie praktisch sanft aber bestimmt nach draussen befördert.

Die sind nicht alle so – und er hat das ziemlich gut gemeistert, aber ich glaube ich muss ihn ein bisschen aufbauen gehen. Nach so etwas braucht er sicher etwas zum Luft ablassen. Ich hab‘ ja zum Glück den Blog dafür.

Sampler: Esoterisches, Alternatives und Wunderbares

Letzthin auf facebook gesehen:

„Bitte nicht abscannen, die Strahlung macht alles kaputt.“

PTA einfach: „Ok.“

Schnell die PZN eingetippt. Kundin ist zufrieden und geht.

Der Apotheker: „Haben Sie ihr gesagt, dass beim Wareineingang die Ware schon abgescannt wurde?“

„Nö.“

🙂

Begegnungen dieser Art gibt es auch in der Apotheke immer wieder: Esoterisches in der Apotheke.… und manche Kunden benutzen sehr seltsame Methoden der Entscheidungsfindung.

Es ist ja auch nicht einfach für uns in der Apotheke – seit der Abstimmung zur Komplementärmedizin in der Schweiz wird eine Menge der teils sehr fraglichen Alternativmedizin auch (wieder) von der Krankenkasse übernommen. So etwas wie die homöopathiefreie Apotheke kann es schon alleine deshalb nicht geben.

Ich habe ein paar Probleme mit den homöopathischen Sachen. Das fängt an bei der Frage nach dem „wofür“ , der Dosierung, bis zu Problemen beim Bestellen von so alternativ-Medizin .. und sie haben ausgesprochen seltsame Inhaltsstoffe: Stinktiersekret (Pertudoron), Schweinenasenschleimhaut (Euphorbium) – das seltsamste, was ich mal gesehen habe ist Berliner Mauer. Aber etwas positives hat es: vergiften kann man sich damit nicht.

Aber ganz allgemein: Es gibt eine Menge Mittel – von Medikamenten, die von Pharmafirmen entwickelt, erforscht und von den Behörden nach Auswertung der Studienlage zugelassen werden – über Präparate und Zubereitungen, die nur eine „Zulassung“ als Nahrungsergänzungsmittel haben, wobei da nicht viel verlangt wird für die Zulassung … kaum Nachweise für die Wirksamkeit und vielleicht  noch dass es keine schädigenden Stoffe enthält – bis zu Sachen, die nicht verkehrsfähig sind, (nicht mal als Lebensmittel), die bis auf Behauptungen eigentlich gar nichts vorweisen können, oder deren Einsatz nicht den medizinischen Erkenntnissen entspricht oder gar gefährlich ist.

Ich habe im Blog schon über ein paar dieser Mittel geschrieben:

Verleitende Namen (über Vitamin B17)

Mit manchen Leuten kann man nicht diskutieren (kolloidales Silber)

Wenn es quakt wie eine Ente … (MMS : Miracle Mineral Supplement)

Für nicht so helle Lämpchen (Petrol)

Asiatische Woche (Schlankheitsprodukte aus dem Internet)

Auch da drunter fällt Borax – darüber sollte ich ein anderes Mal schreiben.

Es gibt auch Zwischendinge … Mittel, wo man zwar einiges weiss, die aber trotzdem nicht verkehrsfähig sind: Rote Reishefe gegen zu hohes Cholesterin scheint tatsächlich zu wirken – allerdings hat es den gleichen Mechanismus wie die Statine und man erkauft sich die Wirkung mit denselben Nebenwirkungen … zusätzlich weiss man nicht, was da noch für Zusatzstoffe drin sind. Das Mittel bekommt deshalb keine Zulassung als Lebensmittel (es hat ja eine medizinische Wirkung) und keine als Medikament (es fehlen die nötigen Studien, die die Firma, die das auf den Markt bringen will liefern muss).

Dann das Melatonin. Ein natürlich vorkommendes Hormon, das bei uns beim Schlaf-Wachrhythmus eine Rolle spielt und zum Beispiel bei Jetlag seinen Einsatz findet. Das war lange in keinem Land als Arzneimittel zugelassen, konnte (und kann) in mehreren Ländern (z.B. in den USA) aber als sogenannte Nahrungsergänzung rezeptfrei gekauft werden. Immerhin war es trotz der schlechten Studienlage zur Wirkung ziemlich „problemlos“: wenig Nebenwirkungen. Dann hat es tatsächlich eine Firma geschafft und das als Medikament zugelassen (siehste: es ist möglich!) und jetzt ist das Circadin mit 2mg Melatonin auf Rezept erhältlich. Es hat aber eine Limitation, es wird erst ab einem Alter von 55 Jahren von der Krankenkasse übernommen. In Frankreich sind Produkte als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen, die enthalten einfach weniger Melatonin.

Es gäbe noch mehr solche häufig als Wundermittelchen angepriesene Produkte: grüne Kaffebohnen,  Grapefruitkernextrakt, Bittermelone … oder „Superfood“ wie Goji Beeren, Noni-Saft und Chia-Samen. Letzteres „Vogelfutter“ sehe ich praktisch als verbesserte Version von Leinsamen: ein sehr gutes Quellmittel und Schleimbildner … aber man muss bei dem enorm gut drauf achten, dass man ja genug Flüssigkeit dazu einnimmt, ansonsten drohen Darmverschluss. Deshalb empfiehlt die die europäische Lebensmittelbehörde EFSA eine Höchstmenge von maximal 15 Gramm Chia, also ein Esslöffel voll, den der Verbraucher auf einmal speisen darf (!)

Und wenn wir grad bei Wundermittelchen sind: es war ja ein wahrer „Coup“, wie damals die Regividerm mit Avocado und Vitamin B12 beworben wurde – nachzulesen hier Entstehung und Niedergang eines Wundermittels.

 

Für nicht so helle Lämpchen: Petrol

männlicher Kunde in der Apotheke: „Ich bräuchte gereinigtes Petrol, einen halben Liter.“

Ich schaue, ob wir das haben. Ja. Ich komme mit der grossen Flasche nach vorne.

„Ja, habe ich. Ich muss es nur erst abfüllen.“

„Bevor Sie das machen: wie nehme ich das ein?“

Ich stelle die Flasche weit weg.

Das wäre meine nächste Frage gewesen – ‚Für was brauchen Sie es?’

Petroleum: Als Reinigungsmittel. Für Öl- und Petrollampen und eventuell noch für Feuerspucker. Das Zeug ist giftig und sollte deshalb nicht medizinisch angewendet werden.

Pharmama: „Gar nicht. Das ist nicht zum einnehmen gedacht.“

Mann: „Aber ich habe gelesen, dass das gut sei!“

Pharmama: „Ich kann das Ihnen nicht geben zum einnehmen. Schauen Sie mal, was da drauf steht:“

petrol

H304: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein …

P301/ 310: Bei Verschlucken sofort Giftinformationszentrum oder Arzt anrufen!

Mann: „Aber man hat mir das empfohlen. Ich nehme es trotzdem mal und frage halt dort nach, wie – wenn Sie das nicht wissen.“

Pharmama: „Tut mir leid, aber … unter diesen Voraussetzungen kann ich Ihnen das nicht geben.“

Und versorge die Flasche unter Protest des Kunden wieder.

Manche Leute muss man echt vor sich selber schützen.

Ich hab dann im Internet nachgeschaut, woher das kommt und was da so geschrieben wird. Ich find’s ja echt gruselig, was sich die Leute da antun wollen. Ich meine es hört sich dort ja phantastisch an:

Das gereinigte Petroleum ist für alles gut. Es stand jahrzehntelang sogar im Deutschen Arzneimittelbuch DAB. Dann wurde es durch den Unverstand der deutschen Politiker … unter Beihilfe der Deutschen Apothekerkommission als Heilmittel ausgelöscht. Warum? Angeblich wegen nicht erwiesener Wirkung!? Dabei ist doch jedem Menschen völlig klar, daß die Kraft des Göttlichen Atems nicht wissenschaftlich nachweisbar ist. Anstatt sich vertrauensvoll auf die Kraft Gottes zu verlassen, ballern sie die Bevölkerung mit Kortison und Strahlen voll …

Es kann bei allen Krankheiten und Beschwerden angewandt werden: von Asthma bis Zehenjucken usw.. Sogar bei Krebs scheint es viele Heilerfolge gegeben zu haben. Petroleum ist ein Erdölbestandteil. Erdöl ist verdichtetes Pflanzengut. Pflanzengut hat Sonnenlicht aufnehmen müssen, ansonsten es gar keine Pflanze hätte werden können. Das Sonnenlicht wiederum ist ein Ergebnis der Geistigen Sonne aus Gott. Also ist Petroleum ein Kraftspeicher Gottes

Ja – urks. Klassischer Esotherik Schwachsinn mit versprochener Heilwirkung auf so ziemlich alles, kombiniert mit etwas Verschwörungstheorie und diffusen Erklärungen. Häufig wird da noch ein spezielles empfohlen, das auch geruchlos ist und einen spezifischen Siedepunkt haben soll. Leute: ein anderes Wort für Petrol ist Erdöl. Auch destilliert und gereinigt enthält das aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol, die krebserregend sind.

Im DAB heute steht nichts mehr drin, in einem alten habe ich die Anwendung äusserlich (!) bei chronischen Ekzemen und Frostschäden gefunden. Es verwundert echt nicht, dass das nicht mehr gebraucht wird, auch nicht mehr zur Läusebehandlung: „Auf die Verwendung von Petroleum ist zu verzichten, da zum Teil schwere Nebenwirkungen (Verbrennungen, Irritationen) auftreten können, insbesondere bei Kindern.“

Auch das DAB ist keine Bibel … man muss sich an die aktuelle Version halten, denn … das Wissen ändert sich ständig und das spiegelt sich darin, dass etwas in die Pharmakopöe aufgenommen wird und altes rausfliegt. Das sieht man heute auch bei den fertigen Medikamenten – Neues kommt rein, und bei manchem kommt erst mit der Zeit heraus, dass es nicht so gesund ist oder Nebenwirkungen hat, die man vorher nicht gesehen hat.

Petrol schlucken – und wahrscheinlich noch regelmässig – ist ungesund. Bitte glaubt mir das.

Aber irgendwie häufen sich bei uns die Anfragen für so obsolete Anwendungen. Borax wollte letztens auch wieder jemand.

Zu viel Info

Momentan arbeite ich Urs, unseren neuen männlichen Drogisten bei uns ein – er hat noch einiges zu lernen, da wir auch eine Apotheke sind, läuft bei uns einiges anders als er es vielleicht bis jetzt gewohnt war. Aber ich bin zufrieden. Er ist schnell von Begriff, packt gerne mit an und das Team … mag ihn jetzt schon sehr (Auch wenn der Start wie beschrieben bei einzelnen speziell war).

Es ist auch interessant, jetzt mal einen Mann im Team zu haben. Eigentlich … ist das direkt praktisch, auch für unsere Kunden, wenn sie mal ein Problem haben, das sie jetzt nicht vor einer Frau ausbreiten wollen.

Ich dachte dabei eher an die männlichen Kunden, aber ganz offensichtlich gibt es auch Frauen mit diesen Präferenzen.

So erzählt er mir am Abend von der Frau, die ihm ausführlicher als er sich das je gewünscht hat erklärt hat, dass sie während der Periode keine Tampons benutzt, sondern „sich Schwämme da hochstopft“ (Anscheinend O-Ton). Ja – Haushaltsschwämme, die sie in Stücke schneidet, denn die modernen Schwammtampons sind ihr zu teuer.

(Nachtrag: das ist nicht empfehlenswert als Praxis).

Good welcoming practice*

Die etwas ältere Frau (um die 60?) kommt in die Apotheke. Ich stehe hinter der Theke (gerade am Rezepte kontrollieren vom Vortag) und warte dort, (freundlich lächelnd) da sie zielstrebig auf mich zukommt. Als sie etwa 5 Meter von mir entfernt ist empfange ich sie mit einem „Grüetzi“ und fast im gleichen Moment kommt mein Lehrling von hinten nach vorne und sagt, als sie sie sieht auch „Grüetzi“.

Die Frau legt die restlichen Meter zu mir wortlos zurück, stellt ihre Handtasche ab, schaut mich erwartungsvoll an und sagt nach einer (bedeutungsschwangeren) Pause sehr betont: „Grüetzi!!“

… so als hätte sie noch gar niemand hier gegrüsst.

Ich blinzle etwas erstaunt zwei Mal kurz. In den paar Momenten geht einem eine Menge durch den Kopf. Angefangen von: „Sie denkt, sie wurde noch nicht begrüsst. Ganz offensichtlich ist sie damit unzufrieden. Wie reagiere ich jetzt am besten? Wenn ich mache als sei nichts und nur „Grüetzi“ sage, dann bleibt sie bei der Meinung, genauso, wenn ich mich Entschuldige. Wenn ich ihr aber … Ach was solls…“

Also sage ich, immer noch freundlich lächelnd: „Grüetzi. Zum zweiten.“

Jetzt schaut sie mich echt etwas gehäuselt an.

„Oh – Sie haben vorher etwas gesagt? Ich habe nichts gehört.“

„Nun, vielleicht war ich etwas leise, aber … ja.“

„Hmpf.“ Sie zieht aus der Tache einen Abholschein. „Also, nach der Reklamation … ich habe hier etwas bestellt zum abholen.“

Ich nehme den Abholschein.

„Ich gehe es rasch holen. Einen Moment bitte.“

Nach dem wackligen Start ging es dann einigermassen normal weiter.

Als sie nach draussen geht, meint mein Lehrling nur: „Ich hab’ sie auch gegrüsst!“

„Ja, ich weiss – aber wenn ich das auch noch gesagt hätte … ich glaube das wäre nicht gut rausgekommen.“

… *Übrigens ist der Titel (obwohl vielleicht passend) irreführend. Unter „good welcoming practice“ Gute Empfangspraxis oder kurz GWP versteht man in der Apotheke das:

Die Good Welcoming Practice bezieht sich auf die Situation, bei der ein Kunde ein Medikament in der Apotheke wünscht und nicht ausdrücklich nach einer Beratung verlangt („Ich hätte gerne ein Aspirin®“). Gemäss der GWP soll das Medikament nicht kommentarlos verkauft werden, sondern eine Reihe von angepassten Fragen gestellt werden, welche sicherstellen sollen, dass das Medikament sicher und zweckmässig eingesetzt wird.

Quelle: Pharmawiki.ch

„Der Neue“ wird vorgewarnt

Ich habe im Jahresrückblick schon angekündet, dass wir einen Mann in die Apotheke bekommen,genauer gesagt in die Drogerieabteilung – das wird etwas gewohnungsbedürftig, dürfte für unseren „Hühnerhaufen“ (und das meine ich nicht böse, ich liebe unser Frauenteam, die sind super!) aber nicht schlecht sein.

Das Problem das wir hatten war, dass einige beim Bewerbungsgespräch und Geschäft-vorstellung nicht gearbeitet haben und ihn deshalb nicht „live“ erleben konnten. Ich bin sehr Fan davon das Team in die Auswahl von Bewerbern um eine neue Stelle mit einzubeziehen. Gerade wenn man praktisch täglich auf ziemlich engem Raum wirklich zusammen(!)arbeiten muss, damit das gut funktioniert sollten sie eine Möglichkeit haben da mit zu reden. Das war nun aus verschiedenen Gründen hier nicht möglich: wir mussten uns ziemlich schnell entscheiden und so haben nicht alle jeden Bewerber gesehen. Gut – ich bin überzeugt, dass er passt (und ich hatte vorher wohl mit den meisten Vorurteilen in die Richtung zu kämpfen) und diejenigen, die ihn gesehen und erlebt haben fanden das auch, Aber …

Manche Leser hier kennen Donna schon (vor allem die, die das Buch gelesen haben). Donna ist als Pharmaassistentin rechte Hand der Apothekerin, hat viel Kosmetikwissen und neben ihrer direkten und resoluten Art ist sie ausserdem offenbar sehr neugierig.

Donna hat „den Neuen“ nicht gesehen. Aber sie weiss, dass er noch bis Ende Monat im alten Geschäft arbeitet, der Kosmetikabteilung eines grossen Kaufhauses in der Stadt.

Jetzt ist Donna in der Stadt gewesen und „zufällig“ bei dem Kaufhaus vorbeigekommen. Wie gross der Zufall war, weiss ich nicht, denn sooo auf dem Weg liegt der alte Arbeitsort von ihm nicht.

Jedenfalls dachte sie: „Da kann ich ihn doch grad mal anschauen gehen!“ und begibt sich in die Kosmetikabteilung des besagten Kaufhauses um sich nach einem speziellen Shampoo oder so etwas zu erkundigen.

Gleich beim hereinkommen sieht sie, dass da ein Mann am verräumen von Ware ist, deshalb steuert sie ihn direkt an und (nach einem  Kontroll-Blick auf das Namensschild) mit einer Frage an.

So genau ist nicht überliefert, was sie ihn gefragt hat, auf jeden Fall hat sie sich, nachdem sie ihn ordentlich über das Produkt ausgequetscht hat zu erkennen gegeben … erst als „auch vom Fach“ … und gleich im nächsten Satz als „Ich arbeite in Pharmama’s Apotheke in …“  und nach einer bedeutungsschwangeren Pause, in der er Zeit hat das zu verarbeiten: „…Sie fangen ja demnächst bei uns an!“

Ich weiss von der Begegnung, weil wir das von Donna brühwarm erzählt bekommen haben. Inklusive Eindruck vom neuen Mitarbeiter (:Gut!).

Oh weja – Da hat er (nennen wir ihn für den Blog Urs) ja schon den besten Eindruck von uns! Wahrscheinlich denkt Urs jetzt, das ich meine Mitarbeiter vorbeischicke um ihn auszuspionieren.

Das fängt ja gut an.

Der Arme.

Na, er kommt ja in ein etwas „spezielleres“ Geschäft. Jetzt ist er definitiv vorgewarnt.

Neue Spitzentechnologie (aus Amerika!)

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Diese hochwertige neu-Entwicklung wurde uns letztens in der Apotheke angeboten. Ja, das ist so ein Streifen, der mittels Farbänderung angibt, wie die Temperatur ist. Den hält man an die Stirn.

Kommentar meiner Pharmaassistentin: „Oh, gibt’s die wieder?“

Echt jetzt: das ist weder neu (erinnert sich jemand hier an die Stimmungs-anzeigenden Medaillons aus den 80ern?) noch ist das eine Spitzentechnologie und von Qualitätsinstrument würde ich bei etwas, das in halb-Grad-Schritten anzeigt (bis 40 Grad!) auch nicht reden. Übrigens: auch normale Thermometer sind wiederverwendbar und nutzen nicht ab und sind sehr schnell … Der einzige Vorteil, den ich hier sehen würde ist der geringe Preis. Allerdings kann man bei der Messgenauigkeit und etwas Übung auch auf die Methode „Hand auf die Haut legen“ zurückgreifen …

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