Auf dem Gewissen

Das alte Frauchen (nicht abwertend gemeint, die war echt herzig) zeigt mir ihren Hals, an dem sich offenbar ein Kropf bildet. Jodmangel – wahrscheinlich, eventuell aber auch etwas anderes.

Pharmama: „Ich denke, das ist die Schilddrüse. Vielleicht ein Kropf wegen Jodmangel, aber Sie sollten damit zum Arzt gehen, damit der sich das genau ansieht.“

Altes Frauchen: „Das will ich nicht. Geben Sie mir halt etwas mit Jod drin, wenn ich einen Mangel habe.“

Pharmama: „Es könnte auch etwas anderes sein. Von einer einfachen Entzündung bis zum Geschwür. Also, ich möchte, dass Sie mit diesem Problem zu einem Arzt gehen.“

Altes Frauchen: „Ich bin nicht mehr zu einem Arzt gegangen, seit mein Mann vor 10 Jahren von einem Arzt so mies behandelt wurde, dass der wahrscheinlich meinen Mann auf dem Gewissen hat“.

Pharmama: „Das tut mir leid zu hören … Aber trotz ihrer schlechten Erfahrung: damit brauchen Sie einen Arzt. Suchen Sie einen neuen und gehen Sie zu ihm. Ich helfe Ihnen auch dabei, denn ich … möchte nicht Sie auf dem Gewissen haben.“

Da draussen gibt es sicher das eine oder andere schwarze Schaf unter den Ärzten. Letztlich sind das auch nur Menschen. Aber: da draussen gibt es auch ganz wunderbare Ärzte, die sich wirklich kümmern. Man sollte nach einer schlechten Erfahrung nicht einfach alle aufgeben. Manchmal muss man auch im Hinterkopf behalten: der Arzt kann noch so gut sein. Manchmal ist die Infektion oder der Krebs oder was es ist einfach nicht zu bekämpfen. Manchmal lässt sich nichts mehr machen. Manchmal ist es wirklich so, dass es wichtig ist früh genug zu reagieren, wenn man etwas hat.

Auch darum schicke ich die Leute zum Arzt.

Und vielleicht ist das gar nicht schlecht, auch wenn es nichts sein sollte – dann hat sie doch wieder jemanden, falls mal akut etwas sein sollte. Auch ich hab‘ einen Hausarzt. Der sieht mich zwar so alle 5 Jahre Mal, aber: ich habe einen Hausarzt :-)

15 Antworten auf „Auf dem Gewissen

  1. Eigentlich ist es ganz einfach. Stellt man schon die geringste Vergrösserung des Kropfes fest, stellt man mit einem Bluttest fest, ob Jodmangel vorliegt und wenn ja, nimmt man ein entsprechendes Präparat um den Mangel zu substituieren.

    Da gibt es noch etwas das sehr viele Aerzte gar nicht wissen und die Pharmaindustrie (Pharmas) mit ihrer faulen Antivitaminpropaganda in den Medien verteufelt, dass es auf jedenfall sinnvoll ist, wegen Krebsrisikoreduktion generell 200 bis 300 µg/Tag Jod zu sich zu nehmen.

    100 µ/Tag habe ich in einem Multivitaminprodukt und 150 µ/Tag nehme ich separat ein.

    Wenn die Pharmas Angst machen wollen wegen zuviel Jod, dann kann man denen entgegen halten, dass die Japaner durch das Essen und Würzen mit Kelp und anderen stark jodhaltigen Naturalien fürchterlich krank sein müssen. Die nehmen pro Tag im wesentlich mehr Jod ein, – bis gegen 1000 und mehr µg/Tag.

    Aber genau das Gegenteil von viel Krebskrankheit ist der Fall, die Japaner sind so ziemlich das älteste Volk der Welt. Darüber sollte man sich am besten gleich Gedanken machen.

    Ganz gleich verhält es sich mit dem Selen. Die Agrarböden hier in Mitteleuropa haben viel zu wenig davon. Man kann mit Fug und Recht sagen, die Bevölkerung ist unterversorgt. Dem kann man abhelfen. Ich nehme 200 µg/Tag Selen-Hefe ein. Diese Kombination ist wichtig und weil biologisch angepasst, sehr gut, weil nur reines Selen wird durch Einnahme von Vitamin-C, auch in Form von Esswaren, reduziert wirksam.

    Beispiel: Dort wo viel Selen durch die Nahrung konsumiert wird, ist der Brustkrebs sehr selten. Das ist wieder in Japan, in Süddakota (USA) und Venezuela der Fall. Die Ausrede, es sei genetisch bedingt, gilt nicht, weil nach den USA ausgewanderte Japanerinnen bekommen nach einer gewissen Zeit statistisch gleich häufig Brustkrebs wie die Japanerinnen in Japan.

    Noch vor der Internet-Aera, in den 19070er- und 1980er-Jahren gab es dies bezüglich sehr viele unabhängige Studien, die das belegen. Diese kann man heute, weil für die Pharmas lästig, problemlos unter den Tisch kehren. Man findet sie ja nicht und was Gott GOOGLE nicht findet, gibt es nicht. So einfach ist das…

    Wieso sind die Pharmas so? Ganz einfache Logik: Die Entwicklung von Cytostatika kosten Milliarden und dieses Geld muss multipliziert reinkommen und dafür braucht es viele Kranke. So – und was ist jetzt da unlogisch? Ethik, Moral? Das gibt es nur dort wo es nicht um das grosse Geschäft geht, wenn denn überhaupt…

    Beide Produkte beziehe ich von einer Firma, nur weiss ich jetzt nicht, ob ich die hier nennen darf. Es gibt Foren (Bloggs) wo Werbung verboten ist. Vielleicht ist jemand so nett und teilt mir das direkt per EMail mit.

    Besten Dank und abgeklärte Grüsse
    Thomas

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    1. und abgeklärte Grüsse
      … nun ja. Es gibt manche Fälle, in denen kein (zusätzliches) Jod eingenommen werden soll (z.B. Hashimoto, mit einer Erkrankungshäufigkeit von 1-2% nicht wirklich selten).

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    2. Wenn die Pharmas Angst machen wollen wegen zuviel Jod, dann kann man denen entgegen halten, dass die Japaner durch das Essen und Würzen mit Kelp und anderen stark jodhaltigen Naturalien fürchterlich krank sein müssen. Die nehmen pro Tag im wesentlich mehr Jod ein, – bis gegen 1000 und mehr µg/Tag.<<

      Sorry, aber…die Krankheit Hashimoto Thyreoiditis (eine Autoimmunerkrankung bei der die Schilddrüse sich selber zerstört) wird höchstwahrscheinlich durch zuviel Jod begünstigt. Und diese Krankheit kommt in Japan recht häufig vor, wurde schließlich auch von einem Japaner entdeckt.

      Was das Selen betrifft da gehen wir uns eher einig.

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      1. JOD, SELEN und Schwefel

        Sorry, aber…die Krankheit Hashimoto Thyreoiditis (eine Autoimmunerkrankung bei der die Schilddrüse sich selber zerstört)

        Danke für diese Aufklärung. Ich habe in der Zwischenzeit davon etwas gelesen. Es gibt auch einen Wiki-Eintrag.

        wird höchstwahrscheinlich durch zuviel Jod begünstigt. Und diese Krankheit kommt in Japan recht häufig vor, wurde schließlich auch von einem Japaner entdeckt.

        Diesen ganzen Zusammenhang wundert mich auch keineswegs. Paracelsus lässt grüssen. Es ist tatsächlich gut möglich, dass in Japan alleine durch die Ernährung mit dem Jod übertrieben wird und dann hat es halt seine toxische Auswirkung. Schlimm ist natürlich schon, dass der toxische Effekt derart tief ins „Betriebssystem“ eingreift und sogar eine Autoimunkrankheit auslöst.

        Was das Selen betrifft da gehen wir uns eher einig.

        Auch hier wirkt Paracelsus. In China gibt es einen Ort, wo man den Getreideanbau verbieten musste. Der Grund: Die Bevölkerung vergiftete sich mit zuviel Selen. Die Obergrenze ist immer etwas schwierig zu definieren. Aber sie liegt bei etwa 1000 bis 2000 µg/Tag während Wochen bis Monate. Setzt man bei Störungen (metallischer Mundgeruch und schlimmer Haarausfall) die Überdosis drastisch zurück, verschwinden die Leiden wieder. Gemäss meinem aktuellen Wissenstand.

        Es gab mal eine Forschergruppe, tätig in den Wäldern von Venezuela. Sie assen sehr eineitig stets die selben Nüsse (Pekanusse=?) und bekamen die genannten Leiden. Damals wusste man noch nicht warum. Auf jedenfall, als diese Leute wieder zuhause waren, war das Leiden auch ziemlich schnelle wieder vorbei. Nicht erst heute weiss man, was denn die Ursache war…

        BTW: Es gibt vor allem dort viel Selen, wo die Böden vulkanischen Ursprungs sind. Und dort wo Selen vorkommt hat auch oft Schwefel…

        Was die toxische Grenze beim Jod betrifft, werde ich mit meinem Biochemie-Kollegen gelegentlich, wenn ich ihn wieder mal sehe, diskutieren. Vielleicht weiss er durch sein Studium Genaueres. In diesem Fall melde ich mich wieder.

        Gruss
        Thomas

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  2. Pharmama:

    Und vielleicht ist das gar nicht schlecht, auch wenn es nichts sein sollte – dann hat sie doch wieder jemanden, falls mal akut etwas sein sollte. Auch ich hab’ einen Hausarzt. Der sieht mich zwar so alle 5 Jahre Mal, aber: ich habe einen Hausarzt :-)

    Damit bin ich voll Ihrer Meinung. Ein paar Worte, damit man mich nicht missversteht mit meinem vorherigen Posting. Ach ich habe einen Hausarzt. Er ist gut, offen für alles was er nicht kennt und uneingebildet. Diese Eigenschaften zusammen findet man nicht allzu leicht. Also schätze ich Ihn sehr.

    Ich habe einen Kollegen der Biochemiker ist und auf dem Gebiet der Orthomolekularen Medizin jahrzehnte lange Erfahrung und ein sehr umfangreiches Wissen erworben hat. All das was er mir und andern empfiehlt, trifft zu und es hat mir und andern viel geholfen.

    Die Orthomolekulare Medizin ist nicht alternativ, sie ist Teil der Schulmedizin. Leider ist es so, dass unsere Ärzte auf diesem Gebiet nur schlecht ausgebildet werden. In Russland ist dies z.B. deutlich weniger Fall, wie ich aus direkter Quelle weiss.

    Jetzt zurück zu meinem Hausarzt. Als er von mir erfuhr, was ich an Nahrungsmittelergänzungen einnehme, begann er sich dafür zu interessieren. Er gab mit Bedauern zu, dass er von der Orthomolekulare Medizin so gut wie nichts wisse, dies aber gerne nachholen möchte. Er lud meinen Biochemiker-Kollegen und mich für ein Gespräch in seine Praxis ein. Der Kollege schenkte ihm dabei ein Buch über das Zink und dessen Stoffenwechselvorgänge im Organsimus.

    Ein wirklich vorbildlicher Arzt!

    Gruss
    Thomas

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    1. Ich kann Ihren Arzt nicht beurteilen. Mit Ihrer Argumentation bin ich allerdings aus zwei Gründen nicht einverstanden.

      Erstens gibt es wenig Belege dafür, dass eine erhöhte Vitamin- und Spurenelement-Zufuhr wirklich gesundheitsfördernd ist. Zweitens kann die Pharma-Industrie viel mehr damit lukrieren, wirklich jedem Menschen das ganze Leben lang Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen, als mit dem Verdienst von vergleichsweise geringen Mengen Cytostatika an eine doch glücklicherweise kleine Anzahl Mitmenschen.

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  3. Erstens gibt es wenig Belege dafür, dass eine erhöhte Vitamin- und Spurenelement-Zufuhr wirklich gesundheitsfördernd ist.

    Beim Zink und in Bezug auf Vitamin D3 weiss ich es aber ganz sicher. Dies u.a.auch aus eigener Erfahrung.

    Zu den heutigen Studien wäre noch zu sagen, dass vieles Metastudien sind und da werden die Teilstudien oft „fragwürdig“ ausgewählt…

    Und meist fällt mir auf, dass in diesen dargebotenen Metastudien-Resultaten im TV oder in den Käseblatt-Zeitungen, kurz geschrieben und die Quellenangaben fehlen. Und gibt’s diese, dann muss man verdammt scharf aufpassen ob die auch wirklich neutral sind. Das ist gar nicht immer so leicht. Und es braucht Zeit…

    Wie ich schon schrieb, es gibt sehr viele Studien schon vor den 1970er- und 1980er-Jahre (vor dem Internet-Zeitalter), und die können unmöglich nur Mist verzapft haben.

    Und das was ich über das Selen geschrieben habe stimmt auch. Aus dem eben genannten Grund findet man die Beweise halt nicht im Internet. Der erwähnte Biochemiker-Kollege hat Literatur in englisch die Beweise liefern würden. Der Aufwand ist relativ gross. Ich müsste viel lesen, einscannen und hier veröffentlichen.

    Zum Thema Selen habe ich einen Auszug aus dem Buch „Neuere Entwicklungen aus der Biologie, Biochemie und Medizin“ von Prof. Dr. G. N. Schrauzer. Da gibt es u.v.a. ein sehr interessantes Diagramm betreffs Brust-, Dickdarm und Mastdarmkrebsrisiko in Funktion der Selenaufnahme pro Tag. Dieses Buch kann ich empfehlen. Es ist auf deutsch.

    Zweitens kann die Pharma-Industrie viel mehr damit lukrieren, wirklich jedem Menschen das ganze Leben lang Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen, als mit dem Verdienst von vergleichsweise geringen Mengen Cytostatika an eine doch glücklicherweise kleine Anzahl Mitmenschen.

    Dieses Argument könnte stimmen, weil unlogisch ist es tatsächlich nicht. Ich werde dieses Argument an andere Stelle einfliessen lassen (natürlich anonym) und sehen, welche Argumente darauf kommen werden. Mal sehen…

    Well, wie auch immer, selbstverständlich respektiere ich andere Meinungen.

    Freundliche Grüsse
    Thomas

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    1. @Thomas: Ohne mich zu sehr in die Diskussion einmischen zu wollen. Studien aus der 1970er und 1980er Jahren sind veraltet. Im Jahr 2015 sollte man sich auf aktuellere Studien stützen (etwa ab mindestens Jahr 2000). Der gesamte medizinische Kenntnissstand hat sich hat sich seit 1970 drastisch verändert. Es gibt viele Dinge, die damals für richtig gehalten wurden und heute für falsch erachtet werden. Der medizinische Wissensstand hat sich seither deutlich erweitert.

      Auch das von Dir zitierte Buch „Neuere Entwicklungen aus der Biologie, Biochemie und Medizin“ ist aus dem Jahr 1983. Mal abgesehen davon, dass es als Buch nicht „Peer-Reviewed“ ist und damit eine persönliche Sichtweise dieses Prof. Dr. Schrauzer darstellt, ist es ebenfalls nicht mehr auf dem Stand der Zeit.

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    2. Ich verfasse solche Meta-Analysen – und ich kann dir bestätigen, dass man für diese Meta-Analysen die Teilstudien gar nicht willkürlich auswählen darf. Heutzutags werden auf dem Server des Journals auch die „supplementary data“ veröffentlicht – also eine Excel-Tabelle mit der Begründung der Autoren, warum diese und jene Studie ausgeschlossen wurde.

      Wie es McCloud erwähnt hat – seither hat sich das Wissen deutlich verbessert. Ein Puzzleteil kann man nur in Verbindung mit einem anderen Puzzleteil korrekt interpretieren. In meiner Arbeit haben wir zum Teil Studien aus den 1950er Jahren. Diese „veralteten“ Studien sind weder falsch noch richtig, bloss braucht es neuere Arbeiten, um zu verstehen, was die Leute damals korrekt beschrieben haben – und was sie, aufgrund des fehlenden späteren Wissens, eben nicht beschreiben konnten.

      Die alten Arbeiten können wertvolle Hinweise darauf geben, was man heute noch erforschen kann. Aber eben… jede einzelne Studie ist nur ein Puzzleteil.

      Genausowenig hat man Frauen verstanden, nachdem man einen Roman von Rosamunde Pilcher gelesen hat…

      Du kannst ja PLoS Medicine und PLoS Neglected Tropical Diseases in deine wöchentliche Webseiten-Leseliste aufnehmen… :)

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      1. Ich verfasse solche Meta-Analysen – und ich kann dir bestätigen, dass man für diese Meta-Analysen die Teilstudien gar nicht willkürlich auswählen darf. Heutzutags werden auf dem Server des Journals auch die “supplementary data” veröffentlicht – also eine Excel-Tabelle mit der Begründung der Autoren, warum diese und jene Studie ausgeschlossen wurde.

        Kannst Du bei dieser Arbeit, die bestimmt sehr wertvoll sein kann, erkennen, ob die verwendeten Teilstudien aus wirklich neutraler Stelle stammen? Ich meine von wem wurden die Teilstudien gesponsert…?

        Diese “veralteten” Studien sind weder falsch noch richtig, bloss braucht es neuere Arbeiten, um zu verstehen, was die Leute damals korrekt beschrieben haben – und was sie, aufgrund des fehlenden späteren Wissens, eben nicht beschreiben konnten.

        Die alten Arbeiten können wertvolle Hinweise darauf geben, was man heute noch erforschen kann. Aber eben… jede einzelne Studie ist nur ein Puzzleteil.

        Bravo! Diese intelligente Relativierung passt mir denn schon besser, als die bisherigen Antworten.

        Ich komme in diesem Zusammenhang zurück zum Buch von Schrauzer. Die unglaublich gute Wirksamkeit des Selen gegen die Krebsentstehung, wie sie dort beschrieben ist, stimmt einfach noch heute genau so. Ich habe dazu bereits Beispiele geschrieben. Hier noch eines. Ich kenne einen Mann in meinem Alter knapp 70 der an Prostatakrebs erkrankt war. Leider begann er sehr spät mit der Selen-Substitution.
        Eigentlich dient es zur Profilaxe! Und trotzdem ein sehr interessantes Resultat. Der Krebs war im fortgeschrittenen Stadium, also war auch sein psa-Wert sehr hoch. Die Zahlen weiss ich leider nicht mehr. Dann bekam er in diesem Zustand täglich 800 µg Selen-Hefe. Sein psa-Wert fiel etwa auf 1/5 und blieb konstant während vieler Jahre und tatsächlich der Krebs stabilisierte sich zunächst und ging später auch leicht zurück. Dann einestages war er aus ganz andern Gründen lebensmüde und so hatte er auch keine Motivationen mehr und so setzte er auch das Selen ab. Den psa-Wert testete man weiter und dieser stieg wieder auf die alten hohen Werte, was dann den Sterbensprozess auch beschleunigte. Das wollte er auch bewusst.

        Jetzt, wenn man das liest, kann man natürlich behaupten, das ist ja bloss ein Einzelfall und so kann man es abtun. Kenn ich alles, diese Argumente, die manchmal auch gar nicht immer ganz falsch sind.

        Nur, ich habe ja auch von anderem geschrieben, wo es um viele Menschen geht. Ich erinnere zur Sache mit Japan, Süddakota und Venezuela. Es gibt auch noch andere Orte in den USA wo die Böden reichhaltig sind an Selen. Da braucht es um des Teufels Willen keine Substitution mit Tabletten. Aber hier in Mitteleuropa sind wir unterversorgt.

        Ein Doofbeispiel aus der Schweiz. Vor sehr vielen Jahrzehnten bezogen wir viel Brot aus Kanada. Dieses war reich an Selen, weil es dort die Böden auch sind. Dann haben die Doofpolitiker (Normalfall!) beschlossen, dass dieses Brot nicht mehr importiert wird und so den Anbau eigener Weizen für Brot gefördert wird. Dümmer geht’s nimmer.

        Die alten Arbeiten können wertvolle Hinweise darauf geben, was man heute noch erforschen kann. Aber eben… jede einzelne Studie ist nur ein Puzzleteil.

        Einverstanden. Für mich als Praktiker (ich bin kein Mediziner, aber an der Gesundheit interessiert) nützt diese Informationen in anderer Weise. Ich probiere aus und beobachte ob es was nützt. Beim Selen kann ich noch keine Antwort geben jedoch eindeutig zu Zink und Vitamin-C. Seit ich vor gut zwei bis drei Jahren begann morgens mit dem Frühstück regelmässig 50 mg Zinkcitrat mit etwa 500 mg Ascorbinsäure, beides als Pulver, dem Joghurt beizumischen, etwas mit Honig gesüsst, habe ich keine Erkältungen mehr. Ich staune nur noch. Und die welche meinen Tipp befolgen, berichten Ähnliches. Ob ich da ein Einzelfall bin oder nicht, mir ist’s egal.

        Ach ja, mak kann noch behaupten, dass das alles psychosomatisch ist, weil ich mich gedanklich auf die positive Wirkung. Kenn ich alles auch… lach

        Ich hoffe, es ist jetzt klar geworden, was mir persönlich wirklich bedeutet. Das Praktische steht im Vordergrund. Die Theorie braucht es auch, ganz klar.

        Du kannst ja PLoS Medicine und PLoS Neglected Tropical Diseases in deine wöchentliche Webseiten-Leseliste aufnehmen… :)

        Ich habe eher zufällig diesen Blogg entdeckt und einfach etwas mitgemacht. Ich denke, ich beende vorläufig mein Mitwirken, weil die Zeit fehlt mir dazu. Vielleicht gibt es mal ein anderes Thema, das mich auch interessiert. Manchmal wirke ich in SYMPTOME.CH mit. Vielleicht kennst Du das?

        Genausowenig hat man Frauen verstanden, nachdem man einen Roman von Rosamunde Pilcher gelesen hat…

        Es geht einfacher, ich habe die Frauen verstanden nachdem ich Krimis gesehen habe mit der Emma Peal. grins

        Gruss
        Thomas

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  4. „Da draussen gibt es sicher das eine oder andere schwarze Schaf unter den Ärzten“

    Auch wenn ich Aussagen von Menschen gerne für bare Münze halte, weil ich sie nicht hinterfragen will – mir ist da eingefallen, dass die Frau natürlich ein Interesse daran haben könnte, die Sache in einer gewissen Weise darzustellen. Vielleicht hat sie ihren Mann geliebt, und sucht natürlich eine Erklärung dafür, warum so ein Mensch sterben musste. Stichwort Kognitive Dissonanz.

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  5. Ich hab echt Mühe mit solchen Aussagen wie „Der Arzt hat ihn auf dem Gewissen“. Natürlich gibt es schlechte Ärzte, gemeine Ärzte, arrogante Ärzte, da könnte ich seitenweise drüber schreiben. Natürlich gibt es Behandlungsfehler, die nicht passieren dürften und verheerende Folgen haben können. Aber ich sehe einfach auch die Patienten, die einem nicht zuhören (wollen), sich nicht an Anweisungen halten (Stichwort Compliance), das Gefühl haben, sie wissen alles besser, und am Schluss ist halt einfach der Arzt oder die Pharmama schuld wenn was schiefgeht, weil man sichs halt gerne einfach macht. Solche Situationen finden sich wieder und wieder und wieder auf diesem Blog – zum Glück, da weiss, ich, dass ich damit nicht allein bin :)

    Mal abgesehen davon: Jodmangel in der Schweiz sieht man selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es bei der Dame etwas Schlimmeres ist… Ich hoffe, sie hat ihre Abneigung überwunden. Und einen guten, netten Arzt gefunden.

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    1. Genau dieses „auf dem Gewissen“ ist mir ja auch aufgestossen. Wer weiss, was da genau passiert ist. Ich sehe ja auch, wie die Patienten das weitergeben, was ich ihnen sage. Man staunt, was (und was nicht) da manchmal an-kommt und wie. Da wird aus: „Gehen sie bitte gleich zum Arzt“ ein „Die Apothekerin hat gesagt, ich soll bei Gelegenheit beim Arzt vorbeischauen.“ Nicht ganz dasselbe. Und das geht umgekehrt genau so, was ich höre, was der Arzt so gesagt hat … (oder gesagt haben soll).

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