Auch Ärztemuster haben ein Verfallsdatum

Eine unserer Kundinnen kommt mit einem Muster Sonnencreme in die Apotheke.

Kundin: „Das habe ich vom Arzt bekommen. Davon hätte ich gerne eine Packung.“

Daylong 16 steht auf der Packung – was etwas seltsam ist, denn wir haben Daylong 15 an Lager.

Die Pharmaassistentin schaut auf das Verfalldatum. Dezember 1999 !!

Wow.

Das Teil ist seit über 10 Jahren abgelaufen.

PA: „Wir haben nur Daylong 15, nicht 16. Die 16er gibt es nicht mehr. Das Muster ist auch etwas älter …“

Kundin: „Was? Der Arzt hat mir das beim Besuch letzte Woche gegeben. Und er hat noch ein ganzes Regal voll mit diesen Mustern … Na, dem werde ich was erzählen!“

Lieber Arzt. Es tut mir leid, falls eine etwas aufgebrachte Kundin die Praxis gestürmt hat und verlangt hat, dass sie ihre Muster entsorgen. Ich bin sicher, sie haben es nur gut gemeint.

Aber auch für sie gilt, dass eine Verfalldatumskontrolle gemacht werden muss.

 

10 Antworten auf „Auch Ärztemuster haben ein Verfallsdatum

    1. Naja, wenn Du im Hochsommer in die Berge auf eine Wanderung gehst und Dich brav mit einer seit 10 Jahren abgelaufenen Sonnencreme einschmierst, kann es trotz gutem Willen leider sein, dass Du als Hummer ins Tal zurückkehrst. Abgelaufene Sonnencremen verlieren nämlich nach und nach ihre Wirkung. So viel zu „ist ja nur eine Sonnencreme“… oder war Dein Post ironisch gemeint? ;-)

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      1. Das das auch bei Sonnencreme nicht schön ist, weil diese ihre Wirkung verlieren kann, ist klar. Ich bezog mich eher darauf, dass es auch andere Medikamente etc. als Ärztemuster gibt. Wenn ich mir, beispielsweise, vorstelle, ich bekäme von meinem Gyn ein Muster der AntiBabyPille, dass schon 10 Jahre abgelaufen ist…Daher stand das -nur- in Anführungszeichen.

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        1. Ups… ja, klar – DAS hätte dann natürlich noch ganz andere Auswirkungen als „nur“ einen Sonnenbrand :-)

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  1. Das letzte abgelaufene Ärztemuster, welches ich die Ehre hatte zu sehen, war eine Seroquel „Starterpackung“ (Neuroleptika), die seit 3 Jahren abgelaufen war… Die Kundin hatte es – laut eigenen Angaben – am selben Tag vom Psychiater erhalten und war dementsprechend sauer, als sie nach Praxisschluss das Datum bemerkte…
    Gut gemeint und gut gemacht sind oft nicht das Gleiche! :-(

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  2. Und wieder ein Beweis mehr, dass Ärzte für solche pharmazeutischen Minimalstandards einfach keinen Sinn haben. Die sollen das bitteschön den Profis überlassen.

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    1. @Mr.Gaunt: Das Blöde ist, dass es viele Ärzte, viele Politiker und viele Menschen in der Bevölkerung gibt, welche denken, dass es sich bei der Arzneimittelabgabe nur um ein simples Überreichen einer bunten Schachtel handeln und in der Apotheke nur angelerntes Personal arbeiten würde.

      Man muss das von Apothekerseite aus einfach mal wirklich deutlich transparenter machen, was da wirklich alles dahinter steckt. Vor Allem muss der Bevölkerung deutlich gemacht werden, dass hier hochqualifiziertes Personal mit Unistudium/schwerem Lehrgang (mit Mindestanforderung Mittlerer Reife) arbeitet. Das ist Aufgabe der Standesvertretung.
      Aber auch jeder einzelne Apotheker kann sich da kompetenter hinstellen, wenn er seine Schütten entfernen, Rabattagebote wirklich bleiben lassen und sich da einfach professioneller aufstellen würde. Ich sehe das Problem zu einem Großteil echt selbstverschuldet.

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  3. Huch, auf Sonenncreme habe ich noch nie ein Verfallsdatum bemerkt. In einem Testbericht wurde nur gesagt, daß nicht angebrochene oder sogar angebrochene Sonnencreme noch gut ist, solange sie sich nicht trennt oder schlecht riecht. Aber ja, 1999 ist schon SEHR alt! Und das in einer Arztpraxis… was machen die Sprechstundenhilfen denn da? Haben die nie Inventur? o_O

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    1. Mittlerweile ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf Kosmetika Pflicht unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. < 30 Monate haltbar). Das gilt aber noch nicht so lange. Firmen, die ihre Produkte mit einem medizinischen Hauch verkaufen wollen und dabei Aspekte wie gute Verträglichkeit und geringe Allergiepotenz herausheben, haben schon früher ihre Produkte ähnlich wie Arzneimittel vermarktet und auch mit Verfalldaten versehen. Daylong gehört offenbar dazu. Zitat Homepage: "…keine anderen Sonnenschutzmittel geniessen in Fachkreisen aus Medizin und Dermatologie so viel Vertrauen".

      Eine Pauschalaussage zur Haltbarkeit halte ich für gefährlich. Wenn das Produkt sich getrennt hat, dann ist es definitiv falsch. Schlechte Gerüche aber können durch Parfum überdeckt werden, ein schlechter Geruch ist aber nur der definitive Beweis, dass das Produkt in die Tonne gehört. Lichtschutzmittel können sich zersetzen und damit zumindest einen Teil des Lichtschutzfaktors verlieren.
      Chemisch nur schwer zerstörbar ist das weissliche Zinkoxid, das ist aber komplett deckend und wer will sich am ganzen Körper mit weissem Sunblocker eincremen?

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