Mal wieder: die Pille d-a-n-a-c-h

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Kundin: „Ich komme zwar gerade vom Arzt, aber ich habe vergessen zu fragen wegen der Pille danach. Bekomme ich die auch in der Apotheke?“

Pharmama: „Ja, nach einem Gespräch mit mir. Sie wissen aber, dass die wirklich für danach ist? Davor kann ich sie nicht geben.“ *

Kundin (winkt ab): „Ah, ja schon klar, ich brauche sie.“

Beim Gespräch, 2. Frage: „Wie verhüten Sie normalerweise?“

Kundin: „Mit der Drei-Monatsspritze, jetzt aber nicht mehr und bis mein Mann sich unterbinden lässt habe ich nichts.“

Pharmama: „Wann war der ungeschützte Geschlechtsverkehr?“

Kundin (überlegt): „Das war also vor den Spritzen… vor etwa 6 Jahren.“

Pharmama: „Ich meinte eigentlich jetzt – weshalb sie die Pille danach jetzt brauchen.“

Kundin: „Ah, nein, wir haben noch nicht …“

Pharmama: „Dann wollen sie die Pille danach  nur für den Fall, dass?“

Kundin: „Ja … wieso?“

Pharmama: „Weil ich vorher genau das schon gesagt habe: Ich kann die Pille danach nicht vor dem Vorfall geben. Wenn Sie die auf Vorrat wollen, dann brauchen Sie dafür ein Rezept vom Arzt.“

Dann hielt ich noch eine kleine Rede über die Wirksamkeit und dass die Pille danach eben nicht so wirksam ist wie zum Beispiel die normale Pille, oder wie Kondome und von wegen der Nebenwirkungen … und dass sie doch, bis er die Unterbindung hatte, Kondome benutzen.

Als die Kundin rausgeht, hat sie noch eine letzte Frage: „Wie lange habe ich danach denn Zeit, sie zu holen?“

Pharmama: „Bis 72 Stunden“.

Kundin: „Oh, gut. Dann bis später!“

Äh ….. Wiedersehen?

 

*Nein, ich weiss nicht genau, warum ich genau da so deutlich darauf hingewiesen habe. Bauchgefühl mal wieder.

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27 comments on “Mal wieder: die Pille d-a-n-a-c-h

  1. lily sagt:

    DANACH bräuchte ich auch die Pille: Gegen Kopfschmerzen. Vallah!!!

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  2. … robe da pazzi.
    Ehm, bei uns passiert das Gleiche, im Informatischen usw.
    Ich meine: Leute hören überhaupt nicht zu, solange Du ihnen das sagst, was sie hören wollen. Und auch in diesem Fall wäre ich überhaupt nicht sicher…
    Wo wird die Geduld verkauft??

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  3. ednong sagt:

    Na, die taucht bestimmt bald wieder auf 😉

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  4. maja vielsaitig sagt:

    Reblogged this on aus dem Saarland und kommentierte:
    reblogging Pharmama`s Blog

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  5. Sisi sagt:

    Was is n Unterbindung? Is bestimmt wieder so ein niedliches Schweizerwort, oder?
    🙂

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    • Pharmama sagt:

      Tatsächlich. Der Fachausdruck ist Vasektomie… Was ist das korrekte Hochdeutsche Wort dafür?

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      • ednong sagt:

        Schnipp-schnapp 😉
        Nein, ich glaube Sterilisation dürfte es schon ganz gut treffen …

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        • Pharmama sagt:

          Sterilisation, das hört sich aber so harsch an …

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        • Mariamma sagt:

          Nur dass eine Sterilisation was ganz anderes ist, da werden nicht nur die Samenleiter wie bei der Unterbindung getrennt, sondern beide Hoden entfernt…

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          • Antara sagt:

            Falsch, bei einer Kastration werden Hoden oder Eierstöcke entfernt, bei einer Sterilisation werden nur Samenleiter bzw Eileiter durchtrennt.
            Beim Menschen wird eine Kastration auch nur im Zuge einer Geschechtanpassung durchgeführt.

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          • Mariamma sagt:

            @antara: sorry, bezüglich begriffe hast du natürlich recht, man sollte mit grippeumnebelten gehirn keine blogeinträge machen… aber eine kastration kann auch eine notwendige therapie sein bei krebs der entsprechenden organe bzw beim mann auch beim prostatakrebs (wenn auch seltener als früher)

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          • Wolfram sagt:

            Das ist so auch nicht richtig. Eine Prostataoperation mit Durchtrennung einiger bestimmter Nerven wird zwar oft wie eine Entmannung empfunden, weil eben danach nix mehr steht – aber eine Kastration ist es auch nicht, denn die Keimdrüsen (Hoden) bleiben schließlich an Ort und Stelle. Das hormonelle Gefüge wird dadurch nicht beeinträchtigt, nicht der Bartwuchs und auch nicht die Stimme. Zum Leidwesen der Betroffenen auch nicht die Lust und das Wollen – nur das Können.
            Eine Kastration dagegen verändert nachhaltig das hormonelle Gefüge, macht aber nicht kopulationsunfähig. Höchstens unlustiger.

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          • Mariamma sagt:

            @wolfram : trotz grippe muss ich mich nochmals einschalten : du redest von der prostataoperation beim noch lokalen krebs, wo die ganze prostata entfernt wird. ich rede von der hormontherapie beim fortgeschrittenen krebs, die früher oft durch operative irreversible kastration durchgeführt wurde, heute meist (aber nicht immer) durch reversible medikamentöse kastration. bei beiden geht es genau um diesen eingriff in den hormonhaushalt.
            mal abgesehen von hodenkrebs und eierstockkrebs…

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  6. nicoretta sagt:

    Ja dann bis später! 😀

    Aber im Ernst – ein echter Klassiker!

    Genauso wie:

    Apotheker: „Ist es für Sie selber?“
    Kundin: „Jaja, ist für mich…“
    A: „Sie müssen die Pille dann gleich hier einnehmen…“
    K: „Ok…“

    und am Ende des Gespräches:

    K: „Was? Ich muss die Pille hier einnehmen?!?“
    A: „Habe ich doch vorher extra noch gesagt…“
    K: „Wissen Sie, eigentlich ist die Pille danach ja für meine 14-jährige kleine Schwester und…“

    Seufz!

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  7. Wolfram sagt:

    Vielleicht hättest du der Frau (Dame ist sie m.E. nicht…) die Nebenwirkungen der „Pille danach“ mal deutlich ausmalen sollen; laut Wikipedia-Artikel treten einige davon bei über 10% der Probandinnen auf und sind alles andere als angenehm. Und nicht zu vergleichen mit den Nebenwirkungen eines Verhüterlis.
    Die Frau gehört aber eigentlich gemeldet, weil sie nicht unter die Notfallindikation fällt. Wer den Krankenwagen bestellt, bevor er sich die Axt ins Bein haut, muß schließlich auch nicht damit rechnen, daß Kranken- und Unfallversicherung die Kosten regeln.

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    • Daniel S. sagt:

      ojeh … mmhhh das leben kann zum tod führen …

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      • Wolfram sagt:

        Äh, kannst du das vielleicht mal ausführen? Ich weiß nämlich nicht, was du mit deiner Anmerkung ausdrücken willst.

        Ich kann auch noch ein anderes Beispiel anführen, für den Fall, daß du mich nicht verstanden hast: sie verhält sich wie jemand, der die Polizei ruft, weil ihm gleich jemand die Vorfahrt nehmen und ins Auto fahren wird.

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        • Daniel S. sagt:

          mein etwas sarkastisch zynischer kommentar wurde angeregt durch deine anmerkungen, dass es nebenwirkungen gibt und die frau eigentlich gemeldet gehört. das finde ich sauber übertrieben.

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          • Wolfram sagt:

            Ich finde es nicht übertrieben – aber du kannst ja gern mal genauer erklären, warum du das übertrieben findest. (Übertrieben heißt übrigens: die Richtung stimmt, nur die Weite nicht. 😉 )

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    • Pharmama sagt:

      Nur ergänzend: wir klären die Frauen auch über die wichtigsten Nebenwirkungen auf, geben Broschüren mit etc.
      Gemeldet wird allerdings niemand (wie sollte man das auch mit dem Patientengeheimnis vereinbaren, ich ja keine grobe Rechtsverletzung). Und: die Pille danach wird von der Krankenkasse auch nicht übernommen. Genausowenig wie die normale Pille oder Kondome.

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  8. Daniel S. sagt:

    ok ich korrigiere, ich finde es nicht übertrieben sondern falsch die frau melden, ergo denunzieren zu wollen. ich halte das für ein vorgehen eines saubermanns im sinne eines hr. spühler welcher an vorderster front gegen die aufklärungsmethoden der schulen kämpft. zudem ist es aus meiner sicht die freiheit dieser frau zu entscheiden warum, wann und wie sie verhüten will. staat, kirche und saubermänner (und -frauen) haben zu akzeptieren, basta!

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    • Wolfram sagt:

      Ach so, es geht nicht darum, daß die Frau aus Dummheit ihre Gesundheit aufs Spiel setzt, wofür dann die Allgemeinheit bezahlen darf – es geht um meinen Talar. Na gut.
      Halten wir doch mal fest, daß die „Pille danach“ keine Verhütungsmethode ist, sondern ein Notfallmedikament. Verhüten darf sie, soviel sie will. Sie kann sich von ihrem Frauenarzt eine Pille verschreiben lassen. Sie kann sich ein Sterilet einsetzen lassen. Sie kann ihrem Mann eine Gummitüte überziehen. Jedenfalls bis der, wie angekündigt, die Leitungen gekappt hat.
      Will sie aber nicht. Sie will ein Medikament, am besten auf Vorrat, das für Verhütungsunfälle gedacht ist, das heftige Nebenwirkungen hat und nicht nur Befindlichkeits-, sondern eben auch hinreichend schwerwiegende Gesundheitsstörungen verursachen kann. Und das am besten auch noch auf Kasse (wie ist das, Pharmama, wird die „Pille danach“ in der Schweiz auf Kasse abgegeben?).
      Und: nein, der Staat hat das nicht zu akzeptieren. Wenn einer sich mutwillig Schaden zufügt oder in einer Art verhält, die ihm Schaden zufügen kann, dann hat der Staat eine Fürsorgepflicht für seine Bürger. Wer sich ständig aus dem Fenster stürzt, wird schließlich auch daran gehindert, notfalls indem Fenster und Türen nur noch einseitig eine Klinke haben.
      Die Solidargemeinschaft hat auch nicht zu akzeptieren, daß die Frau eine normale Verhütung einsparen will und damit unter Umständen tausende Franken Behandlungskosten verursacht.

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      • Daniel S. sagt:

        nein es geht nicht wirklich um deinen talar. wenn die solidargemeinschaft das vergehen dieser frau nicht akzeptieren kann, dann darf es auch nicht sein bei suchtkranken, alkoholikern, fettleibigen, extremsportlern, nichtsportlern, spielsüchtigen, usw. denn fast alle mitglieder der gesellschaft fügen sich mutwillig schaden zu! in der schweiz bezahlt die frau einen beträchtlichen bis den ganzen teil ihrer behandlung selber. von der pille danach, bis zum fenstersturz ist ein weiter weg. also bleiben wir auf dem boden.

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