Kein Bedauern

Wenn der Kunde, der bei der Assura versichert ist (Nein, das tönt zu passiv, ‚der sich bei der Assura versichert hat’ wäre korrekter) sich beim abholen der Medikamente – die er wegen seiner Krankenkasse in der Apotheke selbst bezahlen muss – beklagt: „Das ist aber ganz schön teuer!“

… Da habe ich in diesem Fall kein Bedauern. Warum?

Er selbst hat seine Krankenkasse ausgesucht und damit gewählt, dass er die Medikamentenkosten sozusagen „vorschiessen“ muss. Ja, es ist eine der günstigsten, aber das kommt mit einem „Preis“ – man macht dann halt auch einen Teil der Arbeit für sie.

Er selbst besteht darauf, dass ich ihm das Original gebe für seine Blutdruckmedikamente und sein Diabetesmedikament – obwohl ich ihn mehrmals darauf hingewiesen habe, dass es für beide inzwischen Generika gibt, die wesentlich günstiger sind, und die ich ihm auch ersetzen darf.

Er selbst hat auch nicht reklamiert, als der Arzt ihm Nexium (Esomeprazolum) aufgeschrieben hat – obwohl Omeprazol (wie in Omezol) mit einer vergleichbaren Wirkung einiges günstiger im Preis ist. – … ok, das weiss er vielleicht nicht, aber wenn ich ihn darauf aufmerksam mache und er das nächstemal wieder damit kommt … da kann ich nichts dafür. Und inzwischen gibt es Esomep – das ist das generische Original (also wirklich dasselbe) … auch das will er nicht.

So ist er halt ein unzufriedener Apothekenkunde, aber der Grund liegt hauptsächlich im eigenen Verhalten. Wenn er ein bisschen mitmachen würde, könnte ich ihm helfen, viel Geld zu sparen.

Aber anscheinend will er nicht.

Lieber motzt er jedes Mal.

10 Kommentare zu „Kein Bedauern

  1. welch schöner Beitrag zum Wochenbeginn
    .. sagt man doch gerade uns Deutschen (nein, liebe Pharmama, Du spielst ausnahmsweise mal nicht mit :-D ) das Klagen und Motzen nach. Ich gehe doch Recht in der Annahme (danke, Guido Baumann), dasss der Kunde eingetragenes Mitglied der Eidgenossenschaft ist – od’r eh?
    Liebe Grüße
    Hajo

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  2. Oh ja, die Welt ist so ungerecht. Und die Leute werden immer unzufriedener mit sich selbst und lassen das dann an ihrer Umwelt aus. Egal, ob das nun die Bäckereiverkäuferin, die Apothekerin oder die Frau am Bankschalter ist.
    Die sind nämlich die Schuldigen, wenn das Brot teurer wird, die Medikamente soviel kosten oder mal wieder irgendeine Immobilienblase in den USA oder Griechenland geplatzt ist.

    Was man dann gern mal laut aussprechen möchte: „Wünschen Sie eigentlich, dass ich hier Zeit und Fachwissen aufwende, um Ihnen bei der Problemlösung zu helfen, oder wollen sie lieber das Problem behalten und weiterklagen?“

    Du wirst es nicht glauben, aber als ich mal einen Kunden am Schalter hatte, der wirklich permanent rummotzte und auch persönlich wurde, habe ich meine Bemühungen demonstrativ eingestellt und ihn genau dieses mit einem freundlichen Lächeln und in gelassenem Tonfall gefragt.

    Der klappte den Mund zu…und dann grinste er in sich hinein und meinte, ich hätte ja Recht. Puuh, Glück gehabt!

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    1. Puuuh.
      Ja, manchmal klappt das tatsächlich, allerdings kann man das nicht mit jedem Kunden machen. Manche vertragen das gut – andere gar nicht. Und man selbst traut sich das auch nur, wenn der Geduldsfaden wirklich überstrapaziert ist … jedenfalls geht es mir so.

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  3. Wie sage ich da gern? SSKM. Selbst Schuld, kein Mitleid. Es gibt in der Tat Exemplare der Rasse „Mensch“, welche es für ihr Übrleben brauhen, mindestens täglich die Ungerechtigkeit der Welt, welche sich ausschliesslich auf sie manifestiert, zu bejammern.
    Eigene Schuld? Nie, dazu müsste man ja ggf. Feher eingestehen … usw etc … der Rest ist Makulatur, wir kennen die Leier. Alles Schl***** ausser Mutti und das auch nur solange sie macht wat ick will. Ja nee, is klar.

    In dem Sinne: einen wunderschönen Montag. :D

    Lg,

    ich.

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