Ansteckend

Ein Kunde kommt in die Apotheke, fängt an zu husten, zieht das Rezept aus der Jackentasche und hustet … in die Hand mit dem Rezept, bevor er mir selbiges reicht und sagt: „Bitte beeilen sie sich, der Arzt sagt, ich habe eine ziemlich ansteckende Lungenentzündung!“

Äh, Ja, danke.

(Wo ist das Händedesinfektionsmittel? Und wenn wir schon dabei sind: warum nicht eine der Masken nehmen, von der Schweinegrippehype sind sicher noch welche da.)

22 Antworten auf „Ansteckend

  1. Im Einzelhandel hatten wir mehrmals den Fall, dass die offensichtlich sehr stark erkälteten Kunden nach viiiiieeeel Kleingeld suchen, den Geldhaufen in die Hand packen, daraufhin eben in diesen Geldhaufen lautstark niesen…und dann wie selbstverständlich (ohne sich zu entschuldigen oder dergleichen) diesen angeniesten, Bakterien-Viren-Kleingeldhaufen dem Kassierer geben. Na vielen Dank auch…

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    1. Genau. Und die Damen beim Bäcker fassen dann eben diesen bakterienverseuchten Kleingeldhaufen an, und mit denselben Fingern holen sie mir mein belegtes Brötchen aus der Auslage.

      Wenn man dann (höflich!) darauf hinweist, dass es für das Lebensmittelgewerbe doch gewisse Hygienevorschriften gäbe, wird man noch blöd angeraunzt.

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      1. Wobei man ehrlich sein muss: Die Brötchen werden vom Bäcker auch mit den blosen Händen geformt und mit den blosen Händen aus dem Backofen geholt. Und wenn da dann mal ein Brötchen auf den Boden fällt, gehe ich fest davon aus, dass dies auch in den Verkauf wandert.

        Irritierend finde ich es aber sowohl beim Bäcker als auch in der Metzgerei, wenn pseudomässig zunächst diese Plastikhandschuhe angezogen werden, aber dann mit denselben Plastikhandschuhen dann auf der Kasse rumgetippt wird oder das Bargeld damit angefasst wird.

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        1. … waehrend die Verkaeuferin mit den Plastehandschuhen umherhampelt raeumt die andere Angestellte im Hintergrund mit blossen Fingern die Broetchen um.
          Die Frage, warum sie sich mit den albernen Handschuhen abgibt, wenn ihre Kollegin eh mit den nackten Fingern die Broetchen begrabbelt wurde pflichtgemaess damit pariert, dass sie sich davor die Haende gewaschen hat.
          Ganz bestimmt.

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        2. @Jakob

          Halte ich eigentlich für sehr wahrscheinlich, dass die Dame sich vorher gewaschen hat. Im Lebensmittelgewerbe muss jeder zuerst so ne Schulung machen (~2h mit so Themen wie: Wie wasche ich mir richtig die Hände?). Das muss dann jedes Jahr vom Arbeitgeber wiederholt werden bzw. wenn man länger arbeitslos ist nochmal selbst beim Gesundheitsamt machen.

          Bei Hygienekontrollen kommen auch Sachen wie „Zeigen Sie mir mal, wie sie sich die Hände waschen“
          Mag ja viele schwarze Schafe geben, aber mit der Zeit entwickeln die meisten schon sowas wie ein Grundverständnis für die nötige Hygiene.

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  2. Das Schönste an der Schweinegrippenpanik letztes Jahr ist, dass ich seither seltener komisch angekuckt werde, wenn ich in meinen Ellenbogen huste/niese.

    Wollte ich mal gesagt haben ;-).

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    1. Ja das mache ich auch… Werde aber immer noch komisch angekuckt ;-)

      Und dann gestern in der Klinik:

      Patient mit Fieber, Husten, Auswurf:
      „Kann das ansteckend sein?“
      „Och nein, ich seh genau, was das für Bakterien sind. Die tun nix, die wollen nur spielen!“

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  3. In solchen Fällen würde ich den Kunden bitten, einen Moment zu warten um alsdann demonstrativ einen Klarsicht-Schutzbeutel nehmen (Transplantatbeutel o.Ä., mir handschuhe anziehen und das Rezept da einpacken. Hernach dem Kunden Handdesinfektion und Mundschutz auf den Tisch stellen. Einfach nur um das blöde Gesicht des ‚Patientens‘ zu sehen.
    Erwähnte ich irgendwann mal, daß ich anstrengende / uneinsichtige Kunden in meiner Zeit im Einzelhandel auch gern als ‚Patienten‘ bezeichnete? Nicht? Nun, jetzt ja und ich finde bei manchen passt es. Man ist immer kurz davor, denen eine Einweisung auszustellen – oder ein Schild zu geben :D

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  4. Ich fange erst an, Menschen für „dummes Niesen“ (a.k.a. fahrlässige Körperverletzung?) zu verurteilen, wenn in Arztpraxen und Apotheken Plakate diesbezüglich hängen. Es gibt (in Deu.) so nette Plakate und Flyer vom Robert-Koch-Institut, die ich bis jetzt nur in der Uni gesehen habe – aber in keiner einzigen Arztpraxis und in keiner einzigen Apotheke (und in den letzten 1-2 Jahren musste ich leider sehr viele aufsuchen…).

    Ich verstehe nicht, wie nichtmal in Bereichen die naturgemäß mit überproportional vielen kranken Menschen zu tun haben so etwas propagiert.

    An Pharmama: Habt ihr sowas in eurer Apotheke aushängen/ausliegen?

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    1. Wir haben Plakate für den Fall einer Pandemie.
      Im Moment (und auch sonst) haben wir keine aushängen – und ich habe das auch noch nirgends gesehen.

      Es ist doch so, dass praktisch ganzjährig irgendwelche Viruse (und Bakterien) im Umlauf sind. Vernunft im Bereich der Übertragung (und damit verbunden der Hygiene) ist schon wichtig – und das Bewusstsein demgegenüber hat seit der Schweinegrippe erstaunlich zugenommen … aber jemanden wegen Niesens (das ein Reflex ist und manchmal erstaunlich schnell kommt) zu verurteilen ist vielleicht doch etwas übertrieben?
      Wir leben in einer Welt zusammen mit den Mikroorganismen und eine totaler Stopp der Übertragung derselben (die ja auch oft meterweit über die Luft passieren kann) ist ziemlich illusorisch.

      Was wir aber in der Apotheke machen sind regelmässige Händedesinfektion und mindestens 2 mal täglich werden die Oberflächen im Kundenbereich mit Isopropanol gereinigt. Das verhindert zumindest die Übertragung via Oberflächen – ausser es kommt jemand daher wie die oben beschriebenen.

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      1. So ein Desinfektionessprüher für den Kassenbereich wär wohl auch bei uns angebracht, zumindest in den Zeiten, wenn verstärkt die Erkältung rumgeht. Muss mal dem Chef vorschlagen *smile*

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      2. :) Ich verurteile niemanden (war wohl etwas uneindeutig). Ich würde damit erst anfangen, wenn man überall darauf hingewiesen würde.

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  5. Auch wenn ich weiss das du solche Kommis nicht magst aber das einzige was mir dazu einfällt ist: URGHHH
    Sag ich im Übrigen meinen Kunden auch wenn sie so etwas machen ;-)

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  6. Fast so „schön“ wie die ungemein tapferen triefäugigen Kollegen/Kolleginnen, die schniefend, schnaufend und dauerhustend im Büroraum sitzen, und gänzlich merkbefreit ihre vollgero….n Taschentücher neben den weiter zu gebenden Aktenstapeln ablagern.

    Seit einigen Wochen ist für mich Handdesinfektions-Gel unverzichtbares Büro-Accessoir. Wie alle Jahre wieder.

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    1. Die benutzen immerhin Wegwerf-Taschentücher. Eine Kollegin war an ihrem ersten Arbeitstag bei uns erkältet – da kann man noch verstehen, dass sie sich nicht getraut hat, daheim zu bleiben. Aber das vielfach verwendete Stofftaschentuch war nicht sehr appetitlich anzusehen.
      Thema bei der nächsten Teambesprechung war: „Bei Krankheit bleiben wir zu Hause“

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  7. Wäre es nicht ne Möglichkeit gewesen, das Rezept in Isopropanol zu baden?
    :D
    „Oh, das kann ich aber gar nicht lesen… da muß ich jetzt Ihren Arzt anrufen und ihn fragen, warum er Ihnen nicht die geringsten hygienischen Grundbegriffe beigebracht hat!“

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  8. (Bin gerade am Aufarbeiten der vernachlässigten Blogbeiträge der letzten Beiträge, ich gelobe Besserung!)
    Während der Schweinegrippe letztes Jahr kam ein Patient mit Mundschutz (wohl vom Arzt – danke!) zu mir und reichte mir das Rezept über Tamiflu. Das erste was ich machte, nachdem er weg war, sowohl Rezept als auch 10-Eur-Schein in 2-Propanol 70% zu baden und im Labor auf desinfizierter Fläche zum Trocknen ausgelegt. Eklig!

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    1. Und das Rezept hat das überlebt? Dass das Geld das übersteht ist schon klar, aber bei uns sind die meisten Rezepte aus gewöhnlichem (z.T. sogar Recycling-) Papier. Das wäre nachher nicht mehr lesbar. Ich denke im Falle eines Falles würde ich eine Kopie machen und das Original vernichten.

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      1. Naja, baden war vielleicht zuviel gesagt, aber ausreichend eingesprueht.. Das ging schon… Bei ner Kopie hätten die gesetzlichen Krankenkassen sicher wieder gezickt…

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