Danke Dr. Google

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mittelalter Mann in der Apotheke: „Meine Drüsen schmerzen. Ich bin echt beunruhigt!“

Pharmama: „Welche Drüsen?“

Mann: „Die hier -„ (hält sich die Finger rechts und links unter das Kinn). „Ich bin voll verstopft in der Nase und es schmerzt, wenn ich schlucke!“

Pharmama: „Das sind ihre Lymphknoten.“

Mann: „Ja, meine Lymphdrüsen!“

Pharmama: „Sie sind erkältet. Nehmen Sie ein Schmerz/Fiebermittel und schauen Sie, wie sie sich dann fühlen.“

Mann: „Also … Sie denken nicht, es ist ein Lymphom?“

Pharmama: „Nein.“

Mann: „Oder Krebs?“

Pharmama: „Nein!“

(In Wahrheit war die Konversation noch etwas länger, aber das ist die Essenz von dem. Echt jetzt. Symptome googeln bringt einen auf ganz üble Dinge.)

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Wie ich (hoffentlich) keine Erkältung bekomme …

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3 bis 4 Erkältungen im Jahr sind normal bei einem gesunden Erwachsenen und machen oft auch nicht viel. Kinder haben einige Erkältungen mehr – vor allem, bis das Immunsysten die herumgehenden Viren einmal „durch“ hat. Man redet von über 70 verschiedenen Viren, die das machen.

Dass im Winter mehr Erkältungen auftreten liegt daran, dass in der trockenen und kalten Luft die Viren gut überleben, speziell auf exponierten Oberflächen (Handgriffen, Türgriffen …). Man hat ausserdem gesehen, dass wenn sich durch die Kälte die Gefässe zusammenziehen dies auch den Transport der weissen Blutkörperchen, die man zur Bekämpfung von Infektionen braucht, negativ beeinflusst. Es dauert etwas länger, bis das Immunsystem reagieren kann … und das ist gut für den Virus.

Wer weniger Erkältungen will, soll sich einmal an diesen Tipps versuchen:

Genug schlafen: Leute, die weniger als 7 Stunden pro Tag schlafen, haben eine 3 x höhere Wahrscheinlichkeit, eine Erkältung zu bekommen wie jemand, der mehr als 8 Stunden täglich schläft.

Nicht rauchen. Raucher haben eine 50% höhere Wahrscheinlichkeit eine Erkältung zu bekommen – egal, wie viele Zigaretten sie täglich rauchen. Und Raucher leiden im Durchschnitt 3 Tage länger an einer Erkältung als Nichtraucher.

Salzwasser hilft dabei, dass man weniger Erkältungen bekommt: Indem man mit isotonischen Lösungen die Nase spült und indem man täglich mit Salzwasser gurgelt (ca ½ Teelöffel auf ein grosses Glas Wasser).

Häufiges Händewaschen in der Erkältungszeit hilft, dass man sich nicht ansteckt – und unterwegs Handschuhe zu tragen in der Öffentlichkeit (und sich damit auf keinen Fall an die Nase zu fassen) … offenbar werden mehr Erkältungen via die Hände übertragen als via die Luft.

Vorbeugend soll man auf die Gesunderhaltung der Schleimhäute achten, da die die Barriere gegen eindringende Bakterien und Viren bilden. Deshalb soll man sie befeuchten und kann sie unterstützen mit Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D und Zink.

Pflanzliche Mittel wie Echinacea und Umckaloabo haben im Labor grosses Potential gezeigt … für die Anwendung fehlen aber brauchbare Studien. Einen Versuch kann das trotzdem wert sein.

Und wer keine Grippe bekommen will, hält sich an die selben Massnahmen und impft sich dagegen.

Man reiche mir das Desinfektionsmittel!

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Bitte – es ist gut, wenn Sie die Hand vor den Mund halten, wenn sie Husten müssen.

Noch besser wäre die Ellenbeuge, Aber: Bitte – husten Sie nicht in das Rezept und reichen es mir dann mit der Erklärung:

„Ich habe eine üble Lungenentzündung!“

Brrr..

Ich mach‘ doch schon alles!

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Frau kommt und will wissen, was sie noch machen kann für ihre Lunge. Es wird einfach nicht besser mit ihrem verschleimten Husten.

Ich frage, was sie schon versucht: "Schleimlösende Mittel, Hustentees, einreiben mit Vicks Vaporup und sogar – inhalieren."

"Und wie inhalieren sie?"

"Mit einem Vernebler, den ich zu Hause habe."

 (teure Dinger meistens).

"Und was für Flüssigkeit?"

"Dieser."  

Sie gibt mir eine Packung Ampullen mit isotonischem Salzwasser. Steril … naja, jedenfalls waren sie das vor ihrem Ablaufdatum 2003 …

Wheee -haaa … Wheee -haaaa

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„Hört sich an wie Darth Vader“ – meint mein Kuschelbär zu mir, als ich neben ihm den Inhalator auspacke (eines dieser Heisswasserdinger) und anfange.

Hat was.

Ich bin immer noch erkältet – tollerweise hat sich das offenbar von normaler Virus-Infektion zu bakterieller Nasenenebenhöhlenentzündung verschoben. Aber ich mache alle, das jetzt weg zu bekommen. Alles.

Auch wenn ich mich dann zeitenweise anhöre, wie Darth Vader.

 

Arbeiten mit Erkältung

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Etwas Mitleid bitte! Ich bin erkältet und voll heiser und muss arbeiten.

Das hat gelegentlich amüsante Auswirkungen. Zum Beispiel wenn ich das Telefon beantworte:

„Pharmama’s Apotheke, Pharmama.“

Stammkundin: „Hallo, wer ist am Apparat?“

(krächz) „Pharmama“

Stammkundin: „Sie sind nicht Pharmama.“

„Doch, ich bin’s, aber ich bin ziemlich heiser.“

oder:

„Pharmama’s Apotheke, Pharmama.“

Stammkundin: „Ist Pharmama hier?“

„Ich bins selber! Ich bin nur heiser!“

Ganz toll habe ich die Drogistin erschreckt, als ich in Vollmontur mit Maske und Handschuhen aus dem Labor kam. Ja, wenn ich krank bin, packe ich mich auch für Kleinigkeiten so ein.

Sehr schön auch, wenn einem sogar die Kunden zum Abschied „Gute Besserung“ wünschen …

Symptombekämpfung

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Junger Mann in der Apotheke:

„Ich brauche etwas gegen Husten, Halsschmerzen, laufende Nase, Niesen … UND ich muss heute abend wieder fit sein. Mein Freund hat seinen Junggesellenabend!“

Ich habe Sachen gegen Husten, Schnupfen, Schmerzen und so weiter … aber – und dessen muss man sich bewusst sein – was er hat ist eine ausgewachsene Erkältung und da kann ich wohl etwas gegen die Hauptbeschwerden machen, aber nicht garantieren, dass er fit genug ist oder gar gleich wieder gesund.

Bitte entschuldigen Sie die zerstörte Illusion …

Wieso Beratung? (Rerun)

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Kunde: „Guten Tag, ich fühle mich krank, ich muss jetzt eine Vitaminbombe haben!“

Pharma-assistentin: „Multivitamine?“

Kunde: „Ja, so etwas wie Pretuval C“ –

Wo Anfangen? Pretuval ist kein Multivitaminpräparat. Es enthält zwar Vitamin C, daneben aber noch ein Mittel gegen Fieber und Schmerzen, ein Mittel gegen Schnupfen und ein Mittel gegen Husten. Es ist also ein kombiniertes Erkältungsmittel … und als solches nicht so harmlos. Trotzdem ist diese kurze Kundenbegegnung ein ziemlich deutlicher Hinweis wie die Öffentlichkeit manche Medikamente ansieht: als Konsumgüter.

Auch darum ist es gut, dass man die Beratung hat (ja, das ist jetzt Eigenwerbung).

anderes Beispiel:

Kunde: „Ich hätte gerne ein Neo-Citran.“

Pharma-assistentin: „Was haben Sie denn alles für Beschwerden? Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schnupfen?“

Kunde: „Nein, nur Halsschmerzen.“

(und dafür bringt das NeoCitran nicht so viel, das ist nämlich ähnlich wie das Pretuval nur ohne Hustenmittel. Man kann es schon nehmen, aber man belastet den Körper unnötig und es gibt besseres dagegen).

– Originalpost vom 8. Januar 2009

Hartnäckig

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…. Nein, nicht die Erkältung, ich meine den Kunden.

Im folgenden meine Seite des Gesprächs mit einem Kunden in der Apotheke vor ein paar Tagen (seinen Teil kann ich weglassen – man kann sich seine Antworten problemlos denken):

Pharmama: „Nein, ich werde ihnen kein Antibiotikum geben. Was Sie haben – soweit ich das beurteilen kann- ist eine hundskommune Erkältung, meist durch Viren verursacht. Antibiotika helfen da gar nichts.“

Pharmama: „Es hilft auch nicht, wenn Sie sagen, Ihr Arzt schreibt ihnen jedes Mal eines auf für dasselbe Problem, wenn Sie ihm das sagen. Das ist ziemlich fahrlässig von ihm – von mir bekommen Sie das nicht.“

Pharmama: „Nein, ich bin kein Arzt, ich bin Apothekerin. Anderes Studium, ähnliches Wissen.“

Pharmama: „Wenn Sie das Antibiotika möchten, müssen sie zum Arzt. Ja, ich weiss, dass das kostet – und nein, ICH denke nicht, dass sie zum Arzt gehen müssen mit ihren Beschwerden – genauso wenig, wie Sie ein Antibiotikum brauchen.“

Pharmama: „Ja, Ehrlich, sie bekommen keines von mir.“

… Aaargh! Abregen Pharmama.

Zeitlicher Zusammenhang ist nicht zwingend kausaler Zusammenhang

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Kunde: „Ja hallo, ich brauche etwas, ich bin krank – seit meine Frau mir vor 3 Tagen zum Abendessen Kartoffeln und Ei gemacht hat …“

Pharmama: „Und wie … krank? Durchfall? Erbrechen?“

Kunde: „Nun, ich habe diesen Husten und starke Halsschmerzen und mir ist heiss … sehr heiss.“

Pharmama: „Okee .. und sie denken, das hängt mit den Kochkünsten ihrer Frau zusammen? Wieso?“

Kunde: „Nun, mir ging es gut bis zu diesem Nachtessen, nicht wahr?“

(seufz)

Pharmama: „Ich denke das ist ein Zufall, dass das gerade dann angefangen hat, ich glaube, was sie haben ist einfach eine Erkältung, die können sie vorher eingefangen haben und ist einfach dann ausgebrochen.“

Kunde: „Echt? Warum denken sie das?“

Pharmama „Äh … hauptsächlich, weil ich nicht denke, dass ihre Frau versucht sie zu vergiften, oder? Und dann haben sie die typischen Beschwerden für eine Erkältung, nicht für eine Lebensmittelvergiftung…“