In der Schweiz gibt es das Magazin K-Tipp, in dem auch immer Tests (und die Ergebnisse) zu verschiedensten Produkten drin sind.
Obwohl ich die Tests eigentlich noch gerne lese und sinnvoll finde, möchte ich an der Stelle jetzt doch einmal etwas Kritik anbringen.
Was bringt es dem Schweizer Leser, wenn sie Produkte zitieren, die nicht in der Schweiz erhältlich sind? Denn die Tests sind oft 1:1 aus dem deutschen Magazin „Öko-Test“ übernommen – was wohl im Text steht, aber von vielen Kunden nicht wahrgenommen wird. Und gelegentlich finden sich wirklich Sachen, die nur in Deutschland zu bekommen sind.
Oder aber: was bringt es, wenn sie Produkte hervorheben, die praktisch nicht zu bekommen sind?
Beispiel gefällig?
Im K-Tipp vom Oktober zum Beispiel über Körperlotionen.
Prominent dargestellt im Bild: Logona Bio Daily Care Sensitive Bodylotion
Steht im Text: … Sechs der „sehr guten“ Körperlotionen sind auch in der Schweiz erhältlich.
Naja. theoretisch ….
Kommt letztens die Kundin und will genau dieses Produkt.
An Lager haben wir es nicht, ich kenne es nicht, aber ich schaue mal.
Oh, gut! Es ist im GalDat Stamm unseres Computers.
Nur: Keiner der Grossisten (also der Zulieferer der Apotheken und Drogerien) hat das.
Ich verspreche der Kundin abzuklären, ob ich das bekomme – bei der Firma oder anderswo, mit dem „Cave“, dass es eventuell zusätzlich Porto und eventuell Einzelhandelszuschlag kostet. Sie will es trotzdem, also mache ich mich an die Arbeit.
Telefon an den Lieferanten von Logona: „Tut mir leid, Bestellungen sind erst ab einem Warenwert von 250 Franken möglich.“
Sie gibt mir aber eine Internetadresse und 2 Läden in der relativen Nähe, die Logona Produkte führen.
Laden Nr. 1 hat nur die Haarpflege und Babysachen von Logona,
Laden Nr. 2 hat es nicht an Lager „Könnte es aber bestellen“, die nächste Lieferung ist in einer Woche…
Im Internet finde ich es schliesslich. Es ist auch bestellbar, aber natürlich mit 7 Franken Porto (für ein ca. 11 Franken teures Produkt) und nur mit Vorauszahlung oder gegen Kreditkarte bei einem Kauf unter 50 Franken.
…
Der Kundin war das dann auch zuviel Aufwand (Internet hatte sie übrigens selbst nicht).
Das Produkt mag ja gut sein, aber … vielleicht wäre es besser, die Produkte zu nennen in den Tests, die man auch (einfacher) bekommen kann?

K-Tipp ist für mich in erster Linie auch nur ein kommerzielles Produkt und nicht, wie sich K-Tipp gerne selber sieht, ein Konsumentenschutz-Heftchen. Leider.
Und somit ist die Rechnung einfach: Wie gross ist der Aufwand den Artikel umzuschreiben im Gegensatz zu denen, die dann tatsächlich die in der Schweiz nicht verfügbaren Produkte haben möchten?
Diese Frage setzt natürlich voraus, dass sich jemand in der K-Tipp Redaktion der Problematik bewusst wäre.
Aber sogar das bezweifle ich….
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Da ich nicht aus der Schweiz komme kann ich mich natürlich zu unserer Version, also Öko-Test, äußern.
So maches Mal frage ich mich, ob es sich einfach nur noch um eine Werbebroschüre handelt. Auch hier findet man immer wieder Artikel in der Zeitschrift, die man dann nur auf Umwegen erwerben kann (Internet, lange Fahrten,etc).
Wenn ich dann mal wieder in einer solchen Zeitschrift blättere und auf ein Produkt stoße, dass für mich interessant scheint, dann bevorzuge ich es direkt im Internet danach zu suchen. (ich weiß, für den örtlichen Einzelhandel wäre es besser, wenn ich erst hier im Ort schauen würde)
Für mich stellt sich dabei schon fast die Frage, ob genau das beabsichtigt ist? Sollen wir direkt ins Internet gehen und die Artikel dort bestellen?
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„So maches Mal frage ich mich, ob es sich einfach nur noch um eine Werbebroschüre handelt.“
Im Gegensatz zum Heft der „Stiftung Warentest“ auf jeden Fall.
Denn wie soll ein Magazin unabhängig und neutral testen, wenn es andererseits von diversen Firmen gesponsort wird?
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Das würde vielleicht die Produkteauswahl manchmal erklären.
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…und ich nerv mich bei den Zitaten aus (Öko-)Test im K-Tipp immer, dass die Ergebnisse nicht vollständig genannt werden. „Zwei Produkte waren sehr gut, werden aber nur in Deutschland vertrieben. Von den sieben mit gut bewerteten sind folgende drei in der Schweiz erhältlich: …“ Dabei ist doch jeder Flecken der Schweiz grenznah ;-).
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Öko-Test untersucht ja auch nur den Schadstoffgehalt der Produkte, andere Dinge werden nicht getestet. Wurde auch schon von Verbraucherschützern in Deutschland kritisiert:
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,683383,00.html
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Also *das* ist mir auch schon aufgefallen bei manch anderen Vergleichen im K-Tipp. Da wird enorm Augenmerk auf genau einen Stoff gelegt – und sobald der drin ist, ist das Produkt „schlecht“.
So wie die Lippenpomaden – sobald ein UV-Schutz drin war (als bedenklicher Inhaltsstoff) – schlecht.
Und der Testsieger war damals übrigens Labello Classic. Meiner Meinung nach enthält gerade der aber soviel Wasser, dass er auf Dauer spröde Lippen macht (und dann geht es nur noch mit Pommade).
Wie alle Tests sollte man sie gut anschauen.
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