Heute ist ‚einer dieser Tage‘

Nein, nicht weil Freitag der 13. ist.

Aber ich komme frühmorgens in die Apotheke und finde diverse Rezepte und Zettel auf meinem Schreibtisch.

Rezept 1: Arzt hat eine ungewöhnliche Dosierung aufgeschrieben, bitte nachfragen, ob das so sein soll.
Rezept 2: Bitte Tel an Dr. Hausarzt ob anstelle des Feigensirup ein Paragol N Sirup abegegeben werden kann, da dies dann auf Rezept / über Krankenkasse gehen könnte. Frau Müller-Schulze hat nicht viel Geld und möchte nichts, das sie gleich selbst zahlen muss.
Rezept 3: Frau Roth hatte bisher immer Dauerrezepte für ihre Antiepileptika – dies hier ist keines. Bitte Arzt anrufen, ob man da eines draus machen kann.
Rezept 4: 2. Medikament auf Rezept ist unleserlich und Kunde weiss auch nicht, was es sein soll. Bitte beim Arzt abklären.
und Rezept 5: Frau Donner hat immer Seroquel, aufgeschrieben wurde Sertalin – soll das wirklich so sein? Sie weiss nichts von einem Wechsel.

Merkt man, dass es Freitag morgen ist und bei uns in der Gegend viele Ärzte am Donnerstag mittag zu haben?
Na, dann hänge ich mich jetzt erst mal ans Telefon.

PS: falls es interessiert, hier die Antworten: 1: Ja, bis zur nächsten Kontrolle, 2: Geht in Ordnung, sie können was aussuchen. 3: Ja, habe ich vergessen draufzuschreiben, 4: Tyroqualin, 5: Hoppla, da habe ich mich verschrieben. Es soll das Seroquel sein, wie bisher.

16 Kommentare zu „Heute ist ‚einer dieser Tage‘

  1. Da sieht man mal wieder, dass es verdammt gut ist, wenn in der Apotheke aufgepasst wird… Mal eben so ein spontaner Medikamentenwechsel weil sich der Arzt verschrieben hat könnte nach hinten los gehen… *g*

    Ich versteh allerdings bis heute nicht, wieso viele Menschen nicht zuhören was sie für Medikamente bekommen sollen oder nicht nachfragen. Ich würde nichts schlucken, wo ich nicht vorher direkt beim Arzt gefragt habe wie es heißt und was es eigentlich bewirkt.
    Aber gerade in der Klinik hab ich das ständig erlebt. „Was bekommst du eigentlich?“ – „Keine Ahnung. Ist blau/grün/gelb dick/dünn lang/rund.“ *kopfschüttel*

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    1. Ich hinterfrage eigentlich nie das was der Arzt verschrieben hat. Wenn ich das Rezept bekomme löse ich es in der Apotheke ein ohne daran zu denken das ein Fehler unterlaufen sein könnte.

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      1. Und wie sicher das ist kann man hier nachlesen ;)

        Gut… Ist sicher noch was anderes ob ich jetzt wegen Kopfschmerzen zum Arzt gehe oder wegen ner Persönlichkeitsstörung, aber ich übernehme da doch ganz gern selbst die Verantwortung und weiß was auf dem Rezept steht, damit ich es zur Not in der Apotheke auch erklären kann.

        Übrigens kommen die Rezepte bei uns auch aus dem Drucker. Die Entschlüsselung leisten bereits die Helferinnen. Er schreibt im Zimmer mit Handschrift, vorne abgeben, entziffern lassen, ausdrucken.

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      2. … dann wollen wir hoffen, dass du eine gute Apotheke hast, die aufmerksam bleibt :-)
        Aber mal ehrlich: mitdenkende Patienten und informierte Patienten sind auch die, die schneller gesund werden.

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    1. Dacht ich auch grad o_O

      *Ironie on*
      Aber was solls…Antidepressivum oder Neuroleptikum, ist doch alles irgendwie das gleiche.
      *Ironie off*

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  2. Bei uns gibt es seit 8 Jahren Rezepte NUR aus dem Drucker. Handschrift ist Geschichte.
    Wie wäre es mit dem Dispensierrecht für Ärzte? Kurze Wege, weniger Übertragungsfehler.
    Dann wird der Fehler gleich vor Ort korrigiert ( oder richtig deftig gemacht)…Es menschelt halt überall.

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    1. Das wäre so toll, wenn es mehr Computergeschriebene Rezepte gäbe. Realität sieht bei uns so aus: 80% Handschriftlich, 20 % Computer.

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      1. Ich glaube, ich habe noch nie ein handgeschriebenes Rezept bekommen…
        Als Kind vermutlich, aber seit ich die selbst zur Apotheke bringe, kann ich mich an kein handschriftliches erinnern.

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      2. Herrjesses :-o
        Da bin ich echt froh, solche Rezepte nur in Ausnahmefällen zu bekommen…zumal ich ja erst lerne und mir viele Medikamentennamen noch unbekannt sind. Das würde so manche Großhandelsbestellung zur Quizshow ausarten lassen *gg*

        Schön ist auch, wenn man ein handschriftliches Rezept bekommt und der Arzt nebenan erstmal selbst in der Patientenakte nachschauen muß, weil er seine eigene Sauklaue nicht mehr entziffern kann…

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  3. Zettel zum abtelefonieren sind immer toll, da kommt gleich zu Beginn des Dienstes Freude auf!
    ..ähnliche Medikamente oder ne Null die hinter der Milligrammanzahl vergessen wird.. (oder ähnliches) passieren leider öfter als man glaubt. Ist nx neues und wie Dr. Offenraus schon sagte,.. es menschelt halt..
    Da hilft nur: Augen auf beim Medi-Kauf ;-)

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  4. Und in D sterben jährlich 15 000 Leute an Kunstfehlern und wenn die Zahlen noch dicker daherkommen werden sie auch nicht belastbarer.
    Das ist alles Datentrash.

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