über Vitamin D Tropfen

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Vitamin D ist wichtig, darüber ist man sich heute einig. Das fettlösliche Vitamin braucht es für vieles: speziell für die Knochen, genauer gesagt die Kalziumaufnahme in die Knochen, damit sie stark werden (oder bleiben). Demnach braucht man es als Rachitis-Vorbeugung bei Babies im ersten Lebensjahr oder zum Vorbeugen von Osteoporose bei älteren Leuten – dann zusammen mit dem Calcium. Ausserdem scheint es die Häufigkeit von Stürzen zu verringern – noch was für die Knochen.

Aber ich will hier beim Vitamin D für Babies bleiben.

Rein theoretisch wäre der Körper durchaus in der Lage Vitamin D selbst herzustellen und zwar mit Hilfe der Sonnenstrahlung. Nur sollte empfindliche Babyhaut gar nicht an die Sonne – und dann hat es in unseren Breitengraden sowieso fast zu wenig, v.a. im Winter.

Aber es gibt ja Vitamin D auch in Tropfen.

In der Schweiz z.B. als Vi-De-3 Tropfen (SL) freiverkäuflich  oder Vitamin D Tropfen Streuli (NLP).

Der Nachteil von beiden: sie sind Alkoholhaltig. Wir erinnern uns: Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann so nicht in Wasser gelöst werden.

Und alkoholhaltige Tropfen für Säuglinge? Gut, es sind nur 4 Tropfen, die man dem Baby täglich geben muss – in einer reifen Banane ist mehr Alkohol drin – aber das gibt schon Diskussionen, v.a. mit den Eltern.

Besser verstehe ich das zweite Argument gegen die Alkoholtropfen: die sind, wie Alkohol halt ist, leicht scharf und brennen kurz. Babies mögen sie darum oft nicht. Also muss man sie mit Muttermilch oder Milchersatz verdünnen vor der Gabe.

Aber es gibt Ersatzmöglichkeiten:

Da wäre einmal das auch von den Ärzten gern aufgeschriebene Oleovit aus Österreich. Das sind ölhaltige Vitamin D Tropfen, rezeptpflichtig. Von denen muss man täglich nur 1 Tropfen geben, und das kann man direkt mit der Pipette in den Mund. Das ist das, was ich auch bei Junior benutzt habe. Nur auch die haben ein Problem – dem sich auch die Ärzte oft nicht bewusst sind: die Ölbasis ist Arachidis oleum. Für Nicht-Lateiner: Erdnussöl. Erdnüsse sind ein bekanntes Allergen und speziell bei familiär mit Allergien vorbelasteten Babies ist das keine so gute Idee.

Als zweite Möglichkeit gibt es aber noch das Vigantol aus Deutschland mit einer anderen Ölgrundlage. Nur ist hier das Vitamin D einiges höher dosiert, pro Tropfen hat man 667 Einheiten (im Gegensatz zu 400 Einheiten pro Tropfen Oleovit oder 4 Tropfen Vi De 3). Das ist etwas höher als die Empfehlung von 300 – 500 Einheiten Vitamin D pro Tag, geht aber auch.

Die ausländischen ölhaltigen Tropfen haben aber einen weiteren Nachteil: der Arzt kann sie wohl verordnen und ich – als Apotheke – kann sie importieren in die Schweiz und abgeben (an Lager halten darf ich sie vom Gesetz her nicht) aber die Krankenkassen übernehmen sie nicht – weil es ja „das gleiche“ in der Schweiz auch gibt. Gut das sind nur ein paar Franken pro Fläschchen, das lange hält, aber … eben.

Aber es gibt Hoffnung. Anscheinend läuft ein Zulassungsverfahren für ölhaltige Vitamin D Tropfen in der Schweiz. Sie sollten dieses oder nächstes Jahr erhältlich sein. Ich bin gespannt.

Nachtrag: inzwischen gibt es Vitamin D Tropfen von Wild auch in ölhaltiger Form in der Schweiz. Das Öl ist Sonnenblumenöl, also nicht so allergen und seitdem sie das Problem mit dem Tropfer gelöst haben auch (fast) nicht mehr fehlzudosieren. Aber: Bitte wirklich nur 1 Tropfen pro Tag geben für Kinder.

Nachteil: die Tropfen sind nicht in der Spezialitätenliste, sondern NLP (also nur voa Zusatzversicherung bezahlt) und einiges teurer als die normalen ViDe3 (und als die importierten öligen).

Update 2015: Inzwischen gibt es ölhaltige Tropfen in der Schweiz, die auch von der Krankenkasse bezahlt werden. Es handelt sich um Neutralöl (Palmöl). Und diese sind fast so günstig wie die alkoholhaltigen.

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11 comments on “über Vitamin D Tropfen

  1. Ava Odoemena sagt:

    In der Schweiz scheint also eine ähnliche rechtliche Situation zu bestehen wie in Deutschland. http://wp.me/pHXhh-6w Es gibt in Frankreich nämlich noch ein Vitamin D(2) Produkt welches sehr günstig ist und dort rezeptfrei erhältlich ist, namens Sterogyl 2.000.000, auch Tropfen auf Alkoholbasis.

    Für Kinder und „trockene“ Alkoholkranke bestünde die Möglichkeit Vitamin D Tropfen auf Alkoholbasis auch in einem Kochgericht zu verarbeiten, da Vitamin D relativ hitzestabil ist und der Alkohol bei 70°C verdampft. Es gibt Untersuchungen bei denen im Seniorenheim Vitamin D in Brot verbacken und so angeboten wurde, dass pro Bewohner ca. 5000 IE täglich verabreicht wurden. http://www.medicalnewstoday.com/articles/22525.php Dies verbesserte die Knochendichte drei mal besser als Medikamente gegen Osteoporose.

    Zu Vitamin D gibt es neue Dosierungsempfehlungen aufgrund der vielen Erkenntnisse der letzten Jahre. http://www.medmedia.at/medien/spectrumosteoporose/artikel/2009/07/7472_01-09_Diskussion.php

    Vitamin D2, das inzwischen wieder als gleichwertig gilt, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18089691 wird auf Basis von Hefen hergestellt und Vitamin D3 stammt meist aus Schlachtwolle oder anderen Rohstoffen tierlichen Ursprungs und wird deshalb von Veganern und anderen Vegetariern abgelehnt.

    Fröhliche Feiertage und guten Rutsch

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  2. Pharmama sagt:

    Schön ist, dass ich gerade letzte Woche (endlich) die Ankündigung für die ölhaltigen Vit D Tropfen erhalten habe, Ab Januar 2010 gibt es also auch in der Schweiz eine alkoholfreie Alternative.

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  3. Ava Odoemena sagt:

    Ist schon bekannt welches Produkt es ist, bzw. ob es Cholecalciferol oder Ergocalciferol ist, oder ist das eine allgemeine Zulassung?

    Wenn jemand in der Schweiz Vitamin D2 statt D3 haben möchte, muss für den Import von z. B. Sterogyl ein ärztliches Rezept vorgelegt werden?

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  4. Ava Odoemena sagt:

    PS: Die Tropendosis von 400 oder 600+ IE bei Kindern ist kein Problem, eher dürfte es noch mehr sein: http://www.sciencedaily.com/releases/2008/05/080527084255.htm In dem Link erreichten nur Kinder mit einer Tagesdosis von 2.000 IE einen angemessenen 25(OH)D Wert.

    Wie in dem österreichschen Artikel von medmedia.de den ich oben bereits verlinkt hatte auch besprochen, geht man inzwischen davon aus dass die notwendige Dosierung für Vitamin D wesentlich höher sein müsste als nur zur Verhinderung von Rachitis die bei der Festlegung des RDA die Prämisse formte. Das Thema Vitamin D ist gerade sehr spannend in der Ernährungsphysiologie…

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  5. Pharmama sagt:

    Das neue Produkt wird von der Wild Pharma hergestellt (genau wie die bisherigen ViDe3 Tropfen). Ich hab es noch nicht so genau anschauen können, aber es dürfte sich auch um Cholecalciferol handeln.

    Im übrigen würde ich davon absehen hier allgemein zu höheren Dosen zu raten, v.a bei langfristiger Einnahme – Vitamin D3 als fettlösliches Vitamin kann man nämlich tatsächlich auch überdosieren und kann dann via zu hohe Kalziumspiegel die Nieren schädigen.

    Was den Import von den Vitamin D2 Tropfen anbelangt: wenn sie in Frankreich nicht rezeptpflichtig sind und es in der Schweiz auch keine Alternative gibt (in dem Fall auch nicht mal eine rezeptpflichtige) braucht man für den Import kein Rezept und keine Spezialbewilligung von der swissmedic. Falls es aber für ein Kind ist … das ist so ein Fall, wo ich selbst den Kinderarzt fragen würde, was er davon hält.

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  6. Ava Odoemena sagt:

    Vielen Dank für die Info bezüglich Import. Da kann ich also doch noch mal nachhaken beim Apothekenverband wie die Regelung bei uns in Deutschland ist, da es hier tatsächlich keine Alternative gibt.

    Was die Dosierungsdebatte anbelangt, nach Prof. Holick basieren die Ängste vor einer Vitamin-D Überdosierung auf Vitamin D-Überempfindlichkeit. Also vergleichbar als ob man vor Nüssen warnen würde weil da einige Leute allergisch drauf reagieren. Wie in dem Fachartikel auch angeführt, sind nach Holick 40.000 IE Vitamin D täglich über mehrere Monate notwendig um das Risiko einer Überdosierung zu generieren. Eine weitere Ursache für Bedenken beruht auf Industrieunfällen, wo Menschen unwissend sehr hohe Mengen eingenommen haben, mehrere Millionen Einheiten. Die Situation in der Praxis stellt sich eher seitenverkehrt dar, wir haben alle viel zu wenig Vitamin D.

    Bei einer zwischen 2005 und 2008 vorgenommenen repräsentativen epidemiologischen Studie des Max-Rubner-Instituts in Karlsruhe wurde, wenn man den 25-Hydroxy-Vitamin-D Spiegel, also 25(OH)D von 30 ng/ml anlegt, bei 90 Prozent der Deutschen ein behandlungsbedürftiger Mangelzustand festgestellt. In jeder beliebigen Gruppe aus 10 Personen haben also 9 einen krankhaften Vitamin D Mangel.

    Was Kinder (und alle anderen betrifft), sicherlich, du hast Recht in dem Sinne dass wirklich schlüssige Auskunft über den Vitamin D Status nur die Ermittlung des 25(OH)D Wertes geben kann. Und danach richtet sich dann auch die Dosierung der Supplementierung.

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  7. Katja sagt:

    Also wir geben „Zymafluor D 500“-Tabletten. Kira (4 Monate) liebt die und lässt diese genüsslich schmatzend in ihrem Mund zergehen.

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  8. Pharmama sagt:

    @Katja: Das gibt’s in der Schweiz nicht in Kombination – die swissmedic ist gar nicht für Medikamente mit mehreren Inhaltsstoffen, so wie’s aussieht. Und bei uns ist es auch nicht üblich Fluor in Tablettenform zu geben -der Grundtenor ist glaub ‚es hat schon genug in der Zahnpasta und im Trinkwasser‘ .. und manche halten es auch nicht für sooo gesund.

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  9. julia sagt:

    Und Vigantoletten? Das bekommen bei uns im Krankenhaus die Babys. Da ist dann kein Fluor drin und die Babys lieben es.

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  10. Blogolade sagt:

    Hier in D gibts VitD sowohl mit als auch ohne Fluor in Tablettenform. Das verschreiben sämtliche Ärzte auch lieber, wohingegen man um die Tropfenpräparate sehr betteln muss, weil sie teurer sind. Dabei wären Tropfen viel leichter zu verabreichen (meine Tochter ist jedesmal halb dran erstickt, obwohl die Tablette ganz hinten unten in der Backentasche lag)

    Ob es die auch ohne Rezept gäbe, weiß ich gar nicht

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  11. Sarah sagt:

    soweit ich das bis jetzt gesehen habe steht im beipackzettel von unseren deutschen vigantoletten 1000 i.e. (ohne fluor) dass man für säuglinge eine halbe in wasser auflösen soll…

    damit hat sich dann auch das erstickungsproblem gelöst 🙂

    gibts prima ohne rezept…

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