passend zur Fasnacht: Antibiotika und Alkohol

„Liebe Pharmama,

Ich nehme Antibiotika und ich möchte  an Fasnacht gerne das eine oder andere Glas Alkohol trinken. Was soll ich tun?“

Ärzte (und die Packungsbeilage diverser Medikamente) raten einem oft Alkohol und Antibiotika nicht zu mischen und das aus gutem Grund. Exzessiver Alkoholgenuss kann einen Einfluss auf das Immunsystem haben, zur Austrocknung führen und die Krankheitsdauer verlängern.

Und es gibt ein paar Antibiotika die wirklich Wechselwirkungen mit Alkohol haben. Nämlich:

Metronidazol (Flagyl, Arilin, Metrolag)

Nebenwirkungen beinhalten: Flush (Hitze, Rötung), Atemlosigkeit, Kopfschmerzen, gesteigerte oder unregelmässige Herzrhythmus, Niederiger Blutdruck, Übelkeit und Erbrechen. Man nennt das auch den Antabus-Effekt*

Trimethorprim (wie in Bactrim, Cotrim, Nopil, Cotrimoxazol, Escoprim, Lagatrim) – Die Wirkung ist ähnlich wie Metronidazol

Und einige der selten gebrauchten Antibiotika wie:

Furazolidione, Griseofulvin und das Antimalariamittel Quinacrin – diese Wirkstoffe scheinen in der Schweiz aber v.a. in der Tiermedizin eingesetzt zu werden.

Wenn man aber nicht auf einem der erwähnten Antibiotika ist, kann man zumindest riskieren ein Glas Alkohol zu trinken. Wichtig ist aber sonst genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, damit man nicht dehydriert.

Bildquelle

* Antabus (Disulfiram) bewirkt in Zusammenhang mit Alkohol eine derartige Übelkeit, dass man das Medikament auch gegen Alkoholismus einsetzt: in Form von Tabletten, die man (meist unter Aufsicht) täglich einnehmen muss. Wenn man dann trotzdem Alkohol trinkt … wird man es ziemlich bereuen. Übelkeit und körperliche Reaktionen bis zum Kreislaufkollaps.

2 Kommentare zu „passend zur Fasnacht: Antibiotika und Alkohol

  1. Und wie ist das, wenn ich z.B. Freitag Morgen (um 02:00 Uhr) meine letzte Antibiotika Pille nehme (bei mir sind es 3) und am nächsten Samstag Abend Alkohol trinken will?

    Like

    1. Das kommt darauf an, um welches Antibiotikum es sich handelt. Wenn man ganz sicher gehen will, wartet man 5 Halbwertszeiten – dann ist der Arzneistoff praktisch aus dem Körper eliminiert. Die Halbwertszeit ist eben davon abhängig, welches Medikament es ist – und findet sich in der Fachinfo.

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Janine Baumgartner Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..