Dialoge aus der Apotheke / 11

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Vorbezüge gehen nur so weit … (und die Apotheke ist nicht ihr Sekretär)

Apotheke: „Ihr Arzt hat uns mitgeteilt, dass er Ihnen kein neues Rezept ausstellt, bevor er Sie gesehen hat.“

Patient: „Und wann habe ich meinen Termin bei ihm?“

Apotheke: „Umm .. den müssen Sie selber mit ihm abmachen.“

 

Dialoge aus der Apotheke / 10

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Kunde: „Kann ich mir die Schmerztabletten bis Montag ausleihen, und zurückbringen, wen ich sie nicht brauche?“

Sowas macht mich immer ein bisschen sprachlos. Vor allem, wenn dahinter dann noch so etwas kommt wie: Dann kann ich am Montag beim Termin beim SD-Arzt grad dort etwas nehmen / bis dann ist es vielleicht da, ich habe das schon im Internet bestellt / die Apotheke, wo ich sonst gehe hat schon zu (und ähnliches).

Jetzt, hier bin ich gut genug … aber nur bis Montag? (Und: lohnt sich das wirklich für sie bei einem Medikament unter 10 Franken??)

Dialoge aus der Apotheke / 9

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Patient: „Ich habe von Ihnen gestern dieses Antibiotika bekommen. Jetzt habe ich eine Tablette genommen und es hat überhaupt nicht geholfen!“

Apotheke:

Patient: „Ich will sie zurückgeben und das Geld dafür wiederbekommen.“

Das Antibiotikum, die Antibiotika … Aber nach einer Tablette ist da im Normalfall noch keine Wirkung zu erwarten, die muss man eine Zeitlang nehmen; tatsächlich sogar besser zu lange als zu kurz (wegen der möglichen Resistenzentwicklung). Und auch wenn es einmal so ist, dass es nicht wirken sollte: wegen schon vorhandener Resistenzen oder weil es das falsche Wirkungsspektrum hatte … Medikamente kommen nicht mit Garantieleistung. Leider.

Dialoge aus der Apotheke / 8

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Apotheke: „Tut mir leid, Ihr Medikament ist zur Zeit nicht lieferbar.“

Patient: „Könnten Sie nicht einfach welches machen?“

Ja wenn es denn so einfach wäre …

Lieferschwierigkeiten gibt es nicht nur in Deutschland. Auch in der Schweiz ist das Problem deutlich zunehmend.

In der Apotheke habe ich auf „meiner“ Liste der Medikamente, die ich gerne hätte und nicht bekomme etwa 40, die meisten davon allerdings ersetzbar durch etwas anderes. Ein Problem ganz anderer Grössenordnung haben die Spitalapotheker, wenn mal wieder ein Antibiotikum / Infusionslösung oder Impfung gebraucht wird von etwas, das in der Schweiz nicht lieferbar ist (oder das es gar nicht gibt: da wird anscheinend noch viel aus dem Ausland importiert).

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hat da zwar die Aufgabe zu schauen und veröffentlicht eine Liste, auf der momentan 21 Medikamente stehen – die Liste hat aber nur gerade 60 Medikamente zur Grundlage (die von der WHO als unentbehrlich angesehen werden) – das widerspiegelt nicht die Realität, mit der wir täglich zu tun haben.

Ein Spitalapotheker hat darauf aus Protest die Seite Drugshortage.ch ins Leben gerufen, wo die Apotheker und die Firmen selber die nicht lieferbaren Medikamente eintragen können. Momentan stehen da 312 drauf … das wiederspiegelt die aktuelle Situation besser …

Dialoge aus der Apotheke / 7

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Ab morgen wieder. Weshalb bezahlt die Krankenkasse nicht alles?

Apotheke: „Hier sind die 5 Medikamente, die der Arzt Ihnen verschrieben hat. Eines davon übernimmt die Krankenkasse nicht. Das mach 5.50.“

Patient: „5 Franken? Ich habe ein Rezept, das sollte gratis sein!“

Das beruht auf verschiedenen (verbreiteten) Missverständnissen rund um das Gesundheitssystem. Eine Krankenkasse ist eine Versicherung: im Prinzip ist sie dafür da einzuspringen, wenn man krank ist und Behandlung braucht, damit man deswegen nicht in finanzielle Schieflage gerät. Aus … praktikablen Gründen können wir Apotheken Medikamente direkt mit der Krankenkasse abrechnen, aber alles bezahlen sie nicht. Auch nicht, wenn es auf dem Rezept steht. Man sollte das Rezept als „Behandlungs-empfehlungsschreiben“ des Arztes ansehen – und nicht als „Gutschein um Medikamente gratis zu erhalten“.